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Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Note: 1,7, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit, der deutsche Film, erlebte während der dreißiger und vierziger Jahre seine „goldene Zeit“2 als das am erfolgreichsten und publikumswirksamsten eingesetzte Massenmedium. Viele der bekannten Persönlichkeiten aus jener Schaffensperiode des Filmwesens wie Marlene Dietrich, Zara Leander oder Heinz Rühmann sind auch heute noch bekannt; ebenso werden viele Spielfilme aus jener Zeit noch immer im Fernsehen gezeigt. Heutzutage lässt ein in jener Zeit entstandener Film den Betrachter beinahe automatisch Bezug zu dem politischen Hintergrund, vor dem jene Werke entstanden, nehmen; ein scheinbar simpler Spielfilm wird sofort mit nationalsozialistischen Ideologien in Bezug gesetzt, und fast ausschließlich hiernach wird er heutzutage auch interpretiert. Darf und kann man dieses pauschale Urteil auf alle Filme dieser Zeit anwenden? Inwiefern war die Kunst, insbesondere Filmkunst, der dreißiger und frühen vierziger Jahre wirklich von NS-Ideologien und der dazugehörigen Propaganda infiltriert? Wie viel nationalsozialistisches Gedankengut kann und darf einem Film, der zu Kriegszeiten in Deutschland als Unterhaltungsfilm für ein breites Publikum in den Kinos gezeigt wurde, attestiert werden – und enthält jeder Film dieser Zeit das nationalsozialistische Potential, das die Mehrheit der Werke in sich trägt?
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Veröffentlichungsjahr: 2012
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Anlässlich der Eröffung der Reichskulturkammer in der Berliner Philharmonie am 15. November 1933 erläuterte der Minister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Joseph Goebbels das nationalsozialistisch interpretierte Bild künstlerischen Schaffens:
„Was wir wollen, ist mehr als dramatisiertes Parteiprogramm. Uns schwebt als Ideal vor [,] eine tiefe Vermählung des Geistes der heroischen Lebensauffassung mit den ewigen Gesetzen der Kunst.“1
Der Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit, der deutsche Film, erlebte während der dreißiger und vierziger Jahre seine „goldene Zeit“2als das am erfolgreichsten und publikumswirksamsten eingesetzte Massenmedium. Viele der bekannten Persönlichkeiten aus jener Schaffensperiode des Filmwesens wie Marlene Dietrich, Zara Leander oder Heinz Rühmann sind auch heute noch bekannt; ebenso werden viele Spielfilme aus jener Zeit noch immer im Fernsehen gezeigt. Heutzutage lässt ein in jener Zeit entstandener Film den Betrachter beinahe automatisch Bezug zu dem politischen Hintergrund, vor dem jene Werke entstanden, nehmen; ein scheinbar simpler Spielfilm wird sofort mit nationalsozialistischen Ideologien in Bezug gesetzt, und fast ausschließlich hiernach wird er heutzutage auch interpretiert.
Darf und kann man dieses pauschale Urteil auf alle Filme dieser Zeit anwenden? Inwiefern war die Kunst, insbesondere Filmkunst, der dreißiger und frühen vierziger Jahre wirklich von NS-Ideologien und der dazugehörigen Propaganda infiltriert? Wie viel nationalsozialistisches Gedankengut kann und darf einem Film, der zu Kriegszeiten in Deutschland als Unterhaltungsfilm für ein breites Publikum in den Kinos gezeigt wurde, attestiert werden - und enthält jeder Film dieser Zeit das nationalsozialistische Potential, das die Mehrheit der Werke in sich trägt? Diese übergreifenden Leitfragen zu beantworten ist Aufgabe der vorliegenden Arbeit: Anhand einer exemplarischen Analyse des Veit-Harlan-Films „Die goldene Stadt“, uraufgeführt im Jahr 1942, soll geklärt werden, inwieweit einem scheinbar harmlosen Melodram ohne besonders auffälligen „politischem Dreh“ ein
1Zit. nach Albrecht, Gerd Dr., Nationalsozialistische Filmpolitik. Eine soziologische Untersuchung über die Spielfilme des Dritten Reichs, Stuttgart 1969, S. 22.
2 Lowry, Stephen, Pathos und Politik. Ideologie in Spielfilmen des Nationalsozialismus, Tübingen 1991, in: Baake, Dieter (Hrsg.) u.a.: Medien in Forschung und Unterricht, Bd 31, S. 4.
