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Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Soziologie - Wohnen und Stadtsoziologie, Note: 1,0, Humboldt-Universität zu Berlin (Philosophische Fakultät III - Institut für Sozialwissenschaften), Veranstaltung: Seminar "Zukunft der deutschen Stadt", Sprache: Deutsch, Abstract: […] Wie aber sieht dann die Zukunft der Städte aus? Welche Entwicklungen werden zu beobachten sein? Wo finden Politik und Verwaltung Orientierungsgrundlagen? [...] Im Anschluss an diese Einführung sind zunächst die Begriffe »Leitbild« und »Stadt« zu explizieren, stellen diese doch den Kern des Titels der vorliegenden Arbeit und gleichsam auch den Kern der geschilderten Leitfrage dar. Hierzu ist in Kapitel II. zunächst auf die Idee eines Leitbildes, seine Struktur und Funktion einzugehen. Daran anschließend wird der Text den Blick auf die Stadt richten, sie differenziert betrachten und insbesondere eine denkbare Auffassung von Stadt hervorheben: die Stadt als Institution. Diese Perspektive wird dann unter Zuhilfenahme zweier theoretischer Ansätze – der Transaktionskostentheorie als Organisationstheorie und der Systemtheorie – expliziert, um eine genaue Vorstellung von »Stadt als Institution« entwickeln zu können. Zwei Aspekte werden hierbei besonders bedeutsam sein: zum einen die Frage nach der organisatorischen Ausgestaltung und Steuerung einer solchen Institution, zum anderen die Frage nach der Bestimmung respektive Begrenzung. Im Anschluss daran kann dann, in Kapitel III., der Blick auf die Regionalstadt gerichtet werden. Diese soll begrifflich präzisiert, von der kommunalen Stadt abgegrenzt und schließlich als Leitbild für mögliche Regionalisierungsbemühungen dargestellt werden. Auf dieser Grundlage ist es dann möglich, die »Regionalstadt als Leitbild« kritisch zu analysieren und insbesondere die in Kapitel II. hervorgehobenen Aspekte der Steuerung und der Grenzziehung zu diskutieren. Das Regionalstadt-Modell wird insofern in Kapitel IV. aus einer organisationstheoretischen Perspektive im Hinblick auf seine spezifische Steuerungsform untersucht; in Kapitel V. wird dann anschließend die im Regionalstadt-Modell enthaltene Vorstellung von »Grenze« expliziert. In beiden Kapiteln wird die Regionalstadt zudem in Abgrenzung von möglichen Alternativen – sowohl der Steuerung, als auch der Grenzziehung – untersucht, um dann schließlich in einer abschließenden Zusammenfassung (Kapitel VI.) die oben formulierten Fragen nach der konkreten Struktur, den spezifischen Merkmalen, den Vor- und Nachteilen sowie vor allem nach der Tauglichkeit der »Regionalstadt als Leitbild« beantworten zu können.
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Veröffentlichungsjahr: 2008
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»Ein Leitbild wird hinterfragt« - dieses Programm entstammt der Einführung Werner Riet-dorfs zu dem von ihm herausgegebenen Sammelband »Auslaufmodell Europäische Stadt?«.1Wie der Buchtitel zum Ausdruck bringt, scheint das, was man gemeinhin mit »Stadt« verbindet - Dichte, städtisches Leben, spezifische Architektur etc. - und was von der Wissenschaft unter der typologischen Kategorie der »Europäischen Stadt« rezipiert wird, weder als empirischer Beschreibungsbegriff, noch als Leitbild aktuell. Begriffe wie Stadtraum oder verstädterte Region verdeutlichen dies. Wie aber sieht dann die Zukunft der Städte aus? Welche Entwicklungen werden zu beobachten sein? Wo finden Politik und Verwaltung Orientierungsgrundlagen?
Eine Schlüsselrolle scheint hierbei dieRegionzu spielen: »Nach der offensichtlichen Sprengung kommunaler Grenzen soll auf regionaler Basis die neue territoriale Einheit [...] gefunden werden«(Göschel (2004) 167).Regionalisierungsbemühungen gelten folglich als modern, werden - angesichts von Europäisierung und Globalisierung, angesichts der Finanzkrise der öffentlichen Haushalte, des wachsenden Standortwettbewerbes und nicht zuletzt angesichts siedlungsstruktureller Entwicklungen in Richtung Suburbanisierunggar als zwingend notwendig dargestellt. Doch der schlichte Verweis auf die Region als neue zentrale Handlungsebene ist keine hinreichende Lösung des Problems: Wie soll eine Region aussehen? Wie soll sie strukturiert werden? Wie und von wem gesteuert werden? Wie gewinnt sie Legitimität?
In Anbetracht dieser Fragen ist es erforderlich, konkretere Angaben über diese »Region« zu machen. Als ein konkreter Ansatz, wie eine solche Region aussehen sollte, kann dasRegionalstadt-Modellbezeichnet werden. Wenn der vorliegende Text also fragt: »Regionalstadt als Leitbild?«, bezieht er sich damit auf ein spezifisches Leitmodell für die Regionalisierung. Insofern hat sich dieser Text damit zu befassen, wie dieses Regionalstadt-Modell aussieht, ob es den Anforderungen, die an ein Leitbild gestellt werden, Rechnung trägt und schließlich, ob das Regionalstadt-Modell für die Zukunft der (deutschen) Städte bedeutsam ist, ein taugliches Leitbild darstellt und letztlich als sinnvolles und wertvolles Konzept gekennzeichnet werden kann.
1Rietdorf (2001); a.a.O.
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Der vorliegende Text wird diese Fragen folgendermaßen beantworten(vgl. Graphik 1):Im Anschluss an diese Einführung sind zunächst die Begriffe »Leitbild« und »Stadt« zu explizieren, stellen diese doch den Kern des Titels der vorliegenden Arbeit und gleichsam auch den Kern der geschilderten Leitfrage dar. Hierzu ist in Kapitel II. zunächst auf die Idee eines Leitbildes, seine Struktur und Funktion einzugehen. Daran anschlie-ßend wird der Text den Blick auf die Stadt richten, sie differenziert betrachten und insbe-sondere eine denkbare Auffassung von Stadt hervorheben: dieStadt als Institution.Diese Perspektive wird dann unter Zuhilfenahme zweier theoretischer Ansätze - der Transakti-onskostentheorie als Organisationstheorie und der Systemtheorie - expliziert, um eine genaue Vorstellung von »Stadt als Institution« entwickeln zu können. Zwei Aspekte werden hierbei besonders bedeutsam sein: zum einen die Frage nach der organisatorischen
