Reifezeit - Wiebke Hilgers-Weber - E-Book

Reifezeit E-Book

Wiebke Hilgers-Weber

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Beschreibung

Das Buch »Reifezeit« aus der Reihe »Schicksalstage, die das Leben verändern« erzählt von einer jungen Frau, die bisher viel Pech in ihrem Leben gehabt hat. Trotzdem hat sie sich nicht unterkriegen lassen und mutig und mit viel Liebe ihre kleine Tochter alleine großgezogen. Plötzlich winkt ihr das Glück. Wird sie ihre Chance ergreifen?

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 16

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Reifezeit

ReifezeitImpressum

Reifezeit

Noch heute kann ich mich genau an ihre Worte erinnern. Sie sollten mein Leben verändern: »Unterschreiben Sie bitte hier«, sagte Frau Berger und setzte ihren rechten Zeigefinger unter das Datum auf dem Papier. »Ja, natürlich«, nickte ich. Gehorsam nahm ich den Kuli in die Hand und unterschrieb meinen Lebenslauf.

Das war also mein Leben. Auf 30 Zeilen gestutzt. Bürokratisch geordnet: Name, Wohnort, Geburtsdatum und -ort, Familienstand… Schulbildung, Berufspraxis…

All das war schnell erzählt. Mit meinen 29 Jahren hatte ich nicht viel zu bieten. Hauptschule, abgebrochene Lehre als Verkäuferin, dann schwanger, alleinerziehend, ab und zu mal ein Kurs vom Arbeitsamt, sonst nichts.

Emily war inzwischen elf Jahre alt. Ein süßes Mädchen. Mein Mädchen. Meine Tochter. Das Einzige, was ich jemals zustande gebracht hatte. Hübsch, ja schön war sie. Superklug. Lernte gern und wollte unbedingt Ärztin werden, weil sie bei Dr. Klinghammer immer so freundlich behandelt wurde und die leckeren Bonbons bekam.

Ach, Emily, dachte ich oft. Du hast mir so viel Kraft gegeben. Wenn ich an dich denke, schaffe ich es mutig zu sein. Mutig, wenn mich wieder mal der Hausmeistersohn anmachte und ich mich gegen ihn wehren musste. Wenn das Geld nicht reichte und wir nur Tütensuppen essen mussten. Oder wenn ich dir nicht die coolen Nikeschuhe kaufen konnte oder nicht das geile H&M-T-Shirt, das jetzt alle deine Freundinnen trugen. Du hast immer Verständnis gehabt, hast mich so oft getröstet, wenn ich traurig war.

Natürlich hatte ich mich zigmal um Jobs bemüht, um endlich aus der Arbeitslosigkeit heraus zu kommen. »Nee, vielen Dank, ohne Ausbildung nehmen wir keinen«, sagte man mir häufig. 

Mich zogen solche Sätze runter. Aber es half nichts. Ich musste trotzdem alles versuchen, damit wir, Emily und ich, eines Tages besser leben  konnten.