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Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege, Note: 1,6, Burg Giebichenstein - Hochschule für Kunst und Design Halle (Fakultät Industriedesign), Veranstaltung: Architektur- und Designgeschichte, Sprache: Deutsch, Abstract: Blickt man auf das Leben Richard Buckminster Fuller zurück, wird man keine Persönlichkeit mit klaren Linien und eindeutiger Gestalt zu Gesicht bekommen, wie man es von gewöhnlichen Biographien gewohnt ist. Vielmehr sind es immer nur Facetten eines Poeten, Kosmologen, Architekten, Designers, Ingenieurs, Philosophen, Mathematikers oder Revolutionärs – um hier nur einige zu nennen. Macht ihn sein ständiges Übergreifen seiner Aktivitäten, das fortwährende Nichtbeharren auf einer Disziplin zu einem Universalisten? Wenn ja, dann zählt er zu den letzten dieser Art im vorigen Jahrhundert.
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Veröffentlichungsjahr: 2003
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Blickt man auf das Leben Richard Buckminster Fuller zurück, wird man keine Persönlichkeit mit klaren Linien und eindeutiger Gestalt zu Gesicht bekommen, wie man es von gewöhnlichen Biographien gewohnt ist. Vielmehr sind es immer nur Facetten eines Poeten, Kosmologen, Architekten, Designers, Ingenieurs, Philosophen, Mathematikers oder Revolutionärs - um hier nur einige zu nennen. Macht ihn sein ständiges Übergreifen seiner Aktivitäten, das fortwährende Nichtbeharren auf einer Disziplin zu einem Universalisten? Wenn ja, dann zählt er zu den letzten dieser Art im vorigen Jahrhundert.
Fuller, geboren 1895 in Milton (Massachusetts), gilt er als der Entwerfer von riesigen Kuppelbauten, die in seiner Vorstellung irgendwann auch halb Manhattan überspannen sollten, der Designer von aerodynamischen Autos, der Theoretiker einer neuen Geometrie und nicht zuletzt als jemand, der interaktive Simulationen vorschlug, damit die Menschheit als Besatzung auf dem „Raumschiff Erde“1vernünftig damit umzugehen lernt. Sein Drang, Dinge anders zu sehen, brachte ihm Ende der 60er Jahre sogar Misstrauen seitens der paranoiden amerikanischen Regierung ein - diese verdächtigte Fuller der Aufwiegelung seiner Studenten und ließ seine Büros vom CIA durchsuchen.2
Nichts lag Buckminster Fuller ferner, als sich mit der vorgefundenen Welt zu begnügen. Ein generalistischer Weltblick war für ihn immer Grundvoraussetzung seines Handelns - man müsse einen angemessenen Standpunkt außerhalb der Erde suchen, um wirklichkeitsgetreue Aussagen machen zu können. Den blauen Planeten aus einem gewissen Abstand zu betrachten, lange bevor erste Raumsonden der NASA dies taten, bedeutete für Fuller, die Welt als Ganzes, als ein in sich verzahntes Gebilde zu sehen, dessen auch noch so kleinstes Teil Einfluss auf das Gesamte hat. Er sprach von einer bewohnten „Eine-Welt-Insel im Eine-Welt-Ozean“3kein Wunder, dass Fuller, wenn er mit gewissem Abstand auf das politische Treiben der bevölkerten Landmassen blickte, es als törichtes Gewimmel von Hofschranzen wahrnahm, von Wichtigtuern, die den Durchblick vortäuschen, aber Nichtsehende sind.4Wie klein und banal scheinen da doch die Problemchen des Einzelnen.
1Vgl. Krausse, Bahn (1973), nach Fuller
2Siehe [1]
3Krausse, Lichtenstein (2001), nach Kooning, Diskurs
4Krausse, Lichtenstein (2001), nach Fuller
