Rock War - Unter Strom - Robert Muchamore - E-Book

Rock War - Unter Strom E-Book

Robert Muchamore

4,5
9,99 €

oder
Beschreibung

Hier kommt das lauteste Buch des Jahres!

Drei Teens. Der Wettkampf ihres Lebens. Es winken Geld, Ruhm, und eine Karriere als Rockstar.

Jay spielt Gitarre und schreibt Songs – doch seine Großfamilie und ein miserabler Drummer verhindern seinen größten Traum: Rockstar zu werden. Summer hat für kaum etwas anderes Zeit, als ihre schwerkranke Großmutter zu pflegen. Doch Summers Stimme ist dazu gemacht, Millionen zu begeistern – wenn ihr Lampenfieber es zulässt. Dylan liebt nichts mehr als das Nichtstun. Erst als der Rugby-Coach seiner Schule droht, ihn auf dem Rasen zu atomisieren, tritt Dylan widerstrebend einer Band bei – und entdeckt sein Talent. Alle drei stehen kurz vor dem größten Wettkampf ihres Lebens. Und sie spielen um alles.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 388




ROCKWAR

Aus dem Englischen von Tanja Ohlsen

Kinder- und Jugendbuchverlagin der Verlagsgruppe Random House

Gesetzt nach den Regeln der Rechtschreibreform1. Auflage 2014

© 2014 by Robert Muchamore

Die englische Originalausgabe erschien unter dem Titel »Rock War«

bei Hodder Children’s Books, London.

© 2014 für die deutschsprachige Ausgabe by cbt Verlag,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München

Alle deutschsprachigen Rechte vorbehalten

Aus dem Englischen von Tanja Ohlsen

Lektorat: Ulrike Hauswaldt

Umschlagkonzeption: Geviert, Grafik & Typografie

unter Verwendung mehrerer Motive von © shutterstock (squarelogo, Makhnach_S)

he · Herstellung: kw

Satz: Uhl + Massopust, Aalen

ISBN: 978-3-641-13755-7www.cbt-buecher.de

Prolog

Die Bühne ist ein riesiger Altar, der unter einem texanischen Mond erstrahlt. Videowände, so groß wie Wohnhäuser, werben für Rage Cola. Dicht an der 50-Yard-Linie des Stadions balanciert eine langbeinige 13-Jährige gefährlich auf den Schultern ihres großen Bruders. Sie ist unglaublich aufgeregt.

»Jay!«, schreit sie schwankend. »Jaaaaaay! Ich liebe dich!«

Unter den siebzigtausend Zuschauern gehen ihre Schreie unter. Der Lärm ist so ungeheuer, dass es in den Ohren prickelt. Jungen, Mädchen, Teenager, Studenten. Freudige Erwartung breitet sich aus, als eine Gestalt die Bühne betritt, doch es ist nur ein Roadie mit einem Beckenständer. Bevor er wieder geht, verbeugt er sich theatralisch.

»JET!«, ruft es im Chor. »JET … JET … JET!«

Hinter der Bühne ist der Lärm etwas gedämpft und hört sich an wie Wellen, die an eine Mauer schlagen. Das einzige Licht kommt von den Notausgangsschildern.

Jay legt sich die Hand auf seinen nervösen Magen. Er ist schlank und gut aussehend, trägt Converse, zerrissene Jeans und ein wenig schwarzen Eyeliner.

Beim Beginn eines dreißigsekündigen Countdown-Films auf der Videowand – gesponsert von einem Handyhersteller – erschallt ein ungeheures Brüllen aus der Menge. Als sich Jays Augen an das Licht gewöhnt haben, sieht er eine zwanzig Meter große Version von sich selbst auf einem Skateboard eine Straße hinunterrasen, verfolgt von kreischenden koreanischen Schulmädchen.

»DREIZEHN!«, brüllt die Menge und stampft im Takt mit den Sekunden. »ZWÖLF! ELF …!«

Auf dem Bildschirm stoßen die Mädchen Jay von seinem Skateboard. Im Sturz verliert er sein Smartphone, und sobald die Mädchen es sehen, verlieren sie jegliches Interesse an Jay und stehen im Halbkreis um das Handy herum, um es zu bewundern.

»DREI! ZWEI! EINS …!«

Die vier Mitglieder der Band Jet erscheinen auf der Bühne und stoßen zu Schreien und Kamerablitzen die Fäuste in die Luft.

Irgendwie bringt die jubelnde Menge Jays Lampenfieber immer zum Schweigen. Tausende von Körpern wiegen sich im Mondlicht. Jubelrufe und Schreie werden zu einem dumpfen Dröhnen. Er legt einen Finger ans Griffbrett und genießt das Wissen, dass er mit einer Bewegung seines Fingers eine halbe Million Watt über die Lautsprechertürme schicken kann, die so groß sind wie Lastwagen.

Und als die größte Band der Welt zu spielen beginnt, dreht die Menge vollends durch.

1.

Camden, Nord-London

Wenn man aufwacht, gibt es einen kurzen, komischen Moment, eine Viertelsekunde, in der ein Traum aufhört und man nicht recht weiß, wo man ist. Wenn alles gut läuft, stellt man fest, man ist im Bett und kann sich noch für eine weitere Stunde hineinkuscheln.

Aber Jay Thomas lag nicht im Bett. Der Dreizehnjährige war auf einem Plastikstuhl in einem nach Burgern und Hotdogs stinkenden Schulsaal aufgewacht. Höchstens ein Viertel der Plätze in den Stuhlreihen war besetzt. Hinter einem Metalltresen an der Seite stand eine mürrische Bedienung und putzte mit pinkfarbener Seife die Arbeitsfläche. Über der Bühne hing ein großes Banner.

Camden Schul-Wettbewerb für moderne Musik 2014

Sobald sich Jay bewegte, rieselte Müll auf den Boden, und Puffreisreste mit orangen Käsekrümeln fielen von seiner Kleidung, als er aufstand. Eine halbe Tüte davon war zerdrückt worden und klebte in seinen zu Stacheln hochgegelten braunen Haaren.

Jay spielte Leadgitarre in einer Gruppe namens Brontobyte. Seine drei Bandkollegen bogen sich vor Lachen, als er sich den orangen Staub aus den Haaren wischte und sich vorbeugte, um die Reste von seinem Ramones-T-Shirt und den zerrissenen schwarzen Jeans zu fegen.

»Ihr seid echt so unreif!«

Doch es machte ihm nichts aus. Die Jungs waren seit Ewigkeiten seine Freunde, und wäre einer von ihnen eingeschlafen, hätte er den Spaß sicherlich auch mitgemacht.

»Gut geschlafen?«, erkundigte sich Salman, der knubbelige Sänger der Brontobytes.

Jay gähnte und zupfte sich einen orangen Krümel aus dem Ohr, bevor er erwiderte: »Letzte Nacht habe ich kaum geschlafen. Kai hat bis ein Uhr auf seiner Xbox gespielt, und als ich endlich eingeschlafen bin, ist der kleine Spinner zu mir hochgeklettert und hat mir ins Gesicht gefurzt.«

Salman sah ihn mitleidig an, doch Tristan und Alfie lachten nur.

Tristan war der Drummer der Brontobytes, ein großer Junge, der sich für einen richtigen Hengst hielt. Sein kleiner Bruder Alfie würde erst in drei Monaten zwölf werden. Er spielte den Bass bei den Brontobytes und war eigentlich der begabteste Musiker der Band, doch die anderen drei machten ihm das Leben schwer, weil er noch nicht im Stimmbruch war und keine Anzeichen zeigte, in die Pubertät zu kommen.

»Ich fasse es nicht, dass sich Jay so von seinem kleinen Bruder tyrannisieren lässt«, schnaubte Tristan.

»Kai ist der schwierigste Junge in meiner Klasse«, stimmte Alfie zu. »Aber Jay ist wohl so was wie dieser Mickerling aus South Park oder so.«

Jay schüttelte den Kopf und erwiderte gestresst: »Können wir bitte das Thema wechseln?«

Tristan ignorierte die Bitte.

»Wie viele Kinder hat deine Mutter jetzt eigentlich?«, wollte er wissen. »Siebenundvierzig, stimmt das?«

Salman und Alfie lachten, hörten jedoch auf, als sie sahen, dass Jay wirklich wütend wurde.

»Lass sein, Tristan«, mahnte Salman.

»Wir ärgern uns alle gegenseitig«, erinnerte ihn Tristan. »Jay führt sich nur wie ein Baby auf.«

»Nein, Tristan, du weißt nie, wann es genug ist«, erwiderte Salman verärgert.

»Ich gehe, mir etwas zu trinken holen«, versuchte Alfie die Stimmung aufzulockern. »Soll ich jemandem etwas mitbringen?«

»Scotch on the Rocks«, verlangte Salman.

Schon ein wenig fröhlicher machte Jay mit: »Eine Flasche Bier und etwas Heroin.«

»Ich schau, was ich tun kann«, meinte Alfie und ging zum Tisch, auf dem Orangensaft und Teller mit Billig-Keksen standen.

Die nächste Band ging auf die Bühne. Vor ihnen saßen drei Preisrichter an Schultischen. Es waren ein Kahlkopf mit einer merkwürdigen Narbe am Kopf, eine langgliedrige Nigerianerin mit einem traditionellen Gele-Kopftuch und ein Mann mit einem Fusselbart und Lederhosen. Er hatte sich rittlings auf seinen Stuhl gesetzt, um anzuzeigen, dass er sich den Kids ganz verbunden fühlte.

Als Alfie mit vier Bechern Orangensaft und ein paar Marmeladenkeksen in den Backentaschen zurückkam, standen fünf Jungen auf der Bühne. Sie waren fünfzehn oder sechzehn Jahre alt, alles nette Jungs, vier Schwarze und ein Asiate. Sie trugen alle gestreifte T-Shirts, Chinos und Slippers.

»Sieht aus, als wären sie geschlossen zu Gap gegangen und hätten sich alles zusammengekauft«, grinste Salman.

»Loser!«, schnaubte Jay.

»Yo, Leute!«, rief der große Junge in der Mitte. Er versuchte cool zu wirken, doch seine Augen verrieten seine Nervosität. »Wir sind Teilnehmer sieben von der George-Orwell-Academy und wir heißen Womb 101!«

Ein paar Leute im Publikum klatschten, dann herrschte ein paar Sekunden lang peinliche Stille, weil ein fetter Musiklehrer an dem CD-Spieler herumfummelte, auf dem der Back-up-Sound lief.

»Den Song kennt ihr vielleicht«, verkündete der Große. »Das Original ist von One Direction und heißt ›What Makes You Beautiful‹.«

Die vier Mitglieder von Brontobyte sahen sich an und stöhnten. Alfie sprach es aus: »Ehrlich gesagt hätte ich lieber einen Tritt in die Eier.«

Als der Backtrack anlief, begann Womb 101 mit einem sportlichen Tanzprogramm, bei dem sich vier Mitglieder nach hinten bewegten, während der Große in der Mitte zum Mikrofon trat. Sie tanzten ganz gut, aber als die kraftvolle Gesangsstimme einsetzte, horchte das gesamte Publikum plötzlich auf.

Die Stimme war höher, als man es bei einem großen schwarzen Jungen erwarten würde, aber er schaffte es tatsächlich, der Sehnsucht nach seinem Mädchen Ausdruck zu verleihen. Als der Rest von Womb 101 beim Refrain einfiel, übertönten sie den Backtrack, aber sie konnten alle gut singen und waren offensichtlich ein eingespieltes Team.

Während Womb 101 ihre Performance hinlegten, trat Jays Musiklehrer Mr Currie von hinten an die Brontobytes heran. Er unterrichtete erst seit einigen Jahren. Die Hälfte der Mädchen an der Carleton Road School stand auf seinen kantigen Kiefer und den fitnessgestählten Körper.

Er tappte im Rhythmus mit dem Gesang und dem Fingerschnippen mit dem Fuß auf den Boden.

»Die sind wirklich gut, was?«

Die vier Jungen sahen ihren Lehrer angewidert an.

»Boygroups sollten erschossen werden«, fand Alfie. »Die singen zu einem Backtrack. Und das soll Musik sein?«

»Ich wette, die gewinnen auch noch«, meinte Tristan verächtlich. »Ich habe gesehen, dass ihr Lehrer beim Mittagessen die ganze Zeit auf die Jury eingequatscht hat.«

»Tristan, wenn Womb 101 gewinnt, dann, weil sie wirklich Talent haben«, mahnte Mr Currie streng. »Hast du eine Ahnung, wie viel man üben muss, um so singen und tanzen zu können?«

Auf der Bühne waren Womb 101 gerade beim Nana-nana am Ende von »What makes You Beautiful« angekommen. Am Ende des Songs trat der Sänger auf der Bühne ein paar Schritte zurück, schlug einen vollen Salto und blieb mit weit ausgebreiteten Armen stehen, während zwei seiner Bandmitglieder neben ihm knieten.

»Danke schön!«, rief der Große, dem im Scheinwerferlicht Schweißperlen über die Stirn liefen.

Es waren nicht genügend Leute im Saal, um wirklich Lärm machen zu können, aber es wurde jedenfalls viel geklatscht, und ein paar Eltern standen auf und brachen in Jubelrufe aus.

»Gute Fußarbeit, Andre!«, rief eine Frau.

Alfie und Tristan machten Würgegeräusche, während Mr Currie sich verzog.

»Aber Currie hat nicht ganz unrecht«, fand Jay. »Boybands sind zwar Dreck, aber die haben alle gute Stimmen, und die Tanzerei müssen sie wochenlang geübt haben.«

Tristan schüttelte den Kopf und schnaubte.

»Jay, immer stimmst du Mr Currie zu. Ich weiß zwar, dass die Hälfte der Mädels in unserer Klasse scharf auf ihn ist, aber so langsam fange ich an zu glauben, du bist es auch.«

Als Womb 101 von der Bühne sprangen und nach hinten gingen, um sich ein paar Getränke zu holen, stand Alfie auf und schrie: »Ihr seid scheiße!«

Jay zuckte zurück, als zwei der Background-Sänger von Womb 101 auf sie zugestürmt kamen und dabei die leeren Plastikstühle umwarfen. Auf der Bühne hatten sie gar nicht so taff ausgesehen, als sie herumhüpften und davon sangen, wie schön die Haare irgendeines Mädchens waren, aber die Realität zeigte zwei kräftige Sechzehnjährige von einer der härtesten Schulen in London.

Der Asiate mit dem Dich-nehm-ich-auseinander-Oberkörper baute sich vor Alfie auf.

»Was hast du gesagt?«, fragte er und ließ die Brustmuskeln anschwellen. »Wenn ich einen von euch Jungs je auf meinem Gebiet erwische, dann solltet ihr lieber anfangen zu rennen!«

Er knallte sich die Faust in die Handfläche, und der andere zeigte auf Alfie und fuhr sich dann mit dem Finger über die Kehle, bevor er zurücktrat. Alfie sah aus, als hätte er sich in die Hosen gemacht. Er wagte erst wieder zu atmen, als die großen Kerle weit weg waren.

»Bist du bescheuert?«, zischte Tristan und knuffte Alfie heftig in die Schulter. »Die Kerle sind aus der Melon-Lane-Ecke. Da gibt es nur Psychos!«

Mr Currie hatte zwar verpasst, dass Alfie Ihr seid scheiße geschrien hatte, aber als er mit seinem Plastikbecher Kaffee zurückkam, sah er, wie Tristan seinen kleinen Bruder schlug.

»Schlagen ist nicht cool«, mahnte er. »Und eure negative Art geht mir auf die Nerven, Jungs. Ihr spielt nach der nächsten Gruppe, also macht, dass ihr hinter die Bühne kommt, um eure Instrumente klarzumachen.«

Die nächste Band war ein Mädchentrio. Sie waren punkig angezogen, vermurksten aber einen Paramore-Song, indem sie ihn wie ein schlechtes Madonna-Stück klingen ließen. Es dauerte Ewigkeiten, Tristans Schlagzeug auf der Bühne aufzubauen, und dass die eine Jurorin auf die Uhr sah und ihren kunstvoll behüteten Kopf schüttelte, machte Jay noch nervöser, als er ohnehin schon war.

Nachdem sie weitere fünf Minuten vertrödelt hatten, weil der Riemen an Alfies Bass gerissen war, nickten sich die vier Bandmitglieder von Brontobyte endlich spielbereit zu. Wenn die Jungen übten, sang und spielte Salman üblicherweise, aber da Alfie der bessere Musiker war, bekam er für den Wettbewerb den Bass, und Salman würde nur singen.

»Hallo zusammen«, begrüßte Salman das Publikum. »Wir sind Teilnehmer Nummer fünf aus der Carleton Road School. Unsere Band heißt Brontobyte und diesen Song haben wir selbst geschrieben. Er heißt ›Christine‹.«

Den Song habe ich geschrieben, dachte Jay, holte tief Luft und legte die Finger an die Gitarre.

Seit zehn Uhr morgens waren sie jetzt in diesem Schulsaal. Und jetzt kam es nur auf die nächsten drei Minuten an.

2.

Dudley, West Midlands

Summer Smith war fast vierzehn. Ihr blondes Haar hielt sie sich mit Plastikspangen aus dem Gesicht. Auf ihrem weißen Schul-Polohemd prangten Kohleflecken vom Kunstunterricht und ihre kleine Zehe sah durch einen Riss in einem ihrer weißen Schuhe.

Die meisten Neuntklässler fanden Summer sexy, auch wenn sie ein Schmuddelkind war, doch sie wies alle Jungs ab. Im Klassenzimmer setzte sie sich immer in die hinterste Ecke und sprach kaum mit jemandem. Ihre Hausaufgaben machte sie in der Frühstückspause in der Bibliothek und ging in der Mittagspause meist nach Hause, um nach ihrer Großmutter zu sehen.

Zwischen Summer und Michelle Wei stand ein leerer Stuhl. Michelles Prada-Turnschuhe und ihre weiche lederne Schultasche deuteten an, dass ihre Eltern reich waren, und auf Fotos sah sie aus wie ein Mädchen, das in Tränen ausbrach, wenn sie nur eine Zwei bekam. Doch sobald sich Michelle bewegte, wusste man es besser.

Michelle war zappelig. Ihre Augen hatten etwas Hypnotisches und zogen einen in ihr Innerstes, in dem Genie und Wahnsinn miteinander kämpften. Während Summer sich in ihrem Ordner Notizen über England zur Renaissancezeit machte, kaute Michelle Kaugummis, kippelte auf ihrem Stuhl und wickelte sich die Haare um die Fingerspitzen.

Mr Wilson tat so, als würde er es nicht bemerken, denn man brachte Michelle nie dazu, mitzuarbeiten. Als Lehrer konnte man im besten Fall darauf hoffen, dass sie den Rest der Klasse nicht störte.

Summer warf einen Blick auf Michelle, die sich einen Rugbyball vom Tisch neben ihr schnappte. Er gehörte einem Kerl namens Kevin, der nur dümmlich dreinsah, als Michelle sich den elliptischen Ball unter ihr weißes Hemd stopfte.

»Mr Wilson!«, rief sie dann und sprang auf. »Ich muss auf die Toilette!«

Sie sprach seinen Namen auf eine lächerliche Weise aus, sodass es fast klang wie Willschaun.

Der langsam kahl werdende Lehrer stand drei Jahre vor seiner Pensionierung. Er hatte das schon öfters mitgemacht und sah nicht einmal auf.

»Setz dich, Michelle, heute hat niemand Lust auf deine Spielchen.«

Michelle schob ihren Rugbyballbauch vor und stapfte breitbeinig zwischen den Bankreihen hindurch zur Tür des Klassenzimmers.

»Ich kriege mein Baby!«, rief sie und rieb sich den Rücken. »Der Kopf schaut schon aus meiner Vagina!«

Beim Wort Vagina kicherten ein paar Kinder, aber den meisten ihrer Klassenkameraden ging sie auf die Nerven. Mr Wilson sprang von seinem Stuhl auf und stellte sich ihr in den Weg.

»Geh auf deinen Platz und sei nicht so albern!«

Michelle war nicht kräftig genug, um den alten Lehrer aus dem Weg zu stoßen, daher verzog sie das Gesicht und griff ihn verbal an.

»Sie dreckiger alter Mann!«, rief sie, deutete auf Wilson und wandte sich an die Klasse. »Sie sind der Vater! Das können Sie doch nicht abstreiten!«

»Setz dich!«, befahl Wilson. »Niemanden interessiert deine Vorstellung!«

»Oh mein Gott!«, kreischte Michelle. »Das Baby! Es kommt!«

Sie hockte sich hin und drückte langsam den Rugbyball unter ihrem Hemd hervor.

»Es ist ein Junge!«, rief sie und hielt den schmutzigen Ball in die Höhe. »Ich glaube, ich nenne ihn Eggy-Wegg.«

Die Begeisterung der Klasse für Michelles Verrücktheiten hatte ein wenig zugenommen, als sie Mr Wilson attackiert hatte. Es wurde etwas mehr gelacht und ein paar Kinder applaudierten dem Wunder der Geburt sogar. Der Lärmpegel stieg, und Mr Wilson musste rasch eingreifen, bevor alle außer Rand und Band gerieten. Also nahm er einen blechernen Papierkorb und schlug damit heftig auf seinen Tisch.

»RUHE!«, schrie er. »Wenn ihr euch nicht augenblicklich beruhigt, bekommt die ganze Klasse Nachsitzen!«

Die meisten Kinder wurden sofort still und nur leises Kichern war gelegentlich noch zu hören. Mit demonstrativem »Psst! Psst« schlich Michelle auf Zehenspitzen nach hinten, den Zeigefinger an die Lippen gelegt.

»Böse, böse«, flüsterte sie. »Wir wollen doch nicht nachsitzen, oder?«

Mr Wilson wusste, dass sich Michelle nicht widerstandslos hinsetzen würde, daher nahm er einen kleinen grünen Block von seinem Schreibtisch und schrieb ihren Namen darauf. Einen grünen Zettel zu bekommen, bedeutete, dass man in einem speziellen Klassenzimmer still sitzen musste, bis die Klingel zur nächsten Stunde ertönte. Wenn man in einem Schulhalbjahr drei grüne Zettel bekam, schickte die Schule den Eltern einen Brief.

»Bitte schön«, sagte Mr Wilson und wedelte mit dem Zettel in der Luft. »Wenn du aufs Klo musst, kannst du anschließend gleich in den Aufsichtsraum gehen.«

Michelle gab dem Rugbyball einen Kuss und legte ihn wieder auf Kevins Tisch, bevor sie zur Tür hüpfte.

»Ich kann beweisen, dass er mich verführt hat«, verkündete sie und deutete auf Mr Wilson, der an der Tür stand. »Seine edelsten Teile sind grauenvoll mutiert. Nähere Einzelheiten dazu gibt es in der morgigen Ausgabe der Zeitung.«

Mr Wilson schloss die Klassentür hinter ihr und rief streng: »Die Show ist vorüber, wir arbeiten weiter!«

Doch selbst als alle anderen still waren, musste Summer immer noch weiterkichern. Die Hälfte der Schüler drehte sich zu ihr um, obwohl sie verzweifelt versuchte, aufzuhören. Es war verwunderlich, wo sie doch sonst so still war.

»Halt endlich die Klappe!«, zischte ein Junge in der Reihe vor ihr. »Du brockst uns noch allen Nachsitzen ein!«

Mr Wilson wirkte aufgeregt, als er auf Summer zukam, doch er sprach völlig ruhig.

»Summer, ich finde derartige persönliche Angriffe sehr beleidigend. Vielleicht könntest du mir sagen, was du daran so lustig findest?«

Bei der Vorstellung eines Babys namens Eggy-Wegg hatte Summer schon lachen müssen, aber die Zuckungen in Mr Wilsons Gesicht hatten sie vollends aus der Fassung gebracht. Er versuchte, Ruhe zu bewahren, aber seine Wangen, Augenbrauen und Oberlippe zuckten, und aus irgendeinem Grund fand sie diese unwillkürlichen Bewegungen unglaublich lustig.

Da sie Mr Wilson kaum erzählen konnte, dass sie sein Gesicht zum Schreien komisch fand, zuckte sie nur mit den Achseln und holte tief Luft.

»Tut mir leid, Sir«, brachte sie hervor und verbarg ihre rot glühenden Wangen mit der Hand. »Ich kann nichts dafür, ich habe einen Lachflash.«

Mr Wilson trommelte mit den Fingern auf Summers Übungsbuch.

»Konzentrier dich!«

»Ja, Sir.«

Doch als sich Mr Wilson abwandte, zuckte sein Unterkiefer, seine rechte Augenbraue schoss nach oben und ließ seinen Augapfel hervortreten.

Summer schlug sich die Hand vor den Mund, doch noch ehe er drei Schritte entfernt war, musste sie schon wieder lachen. Anstatt wieder zu ihr zu gehen, stürmte der Lehrer zu seinem Schreibtisch und riss ein weiteres Blatt von seinem grünen Block ab. Mit seiner Geduld war es endgültig vorbei.

»Genug!«, rief er und hielt den Zettel hoch. »Pack deine Sachen ein, Summer, du kannst Michelle im Aufsichtsraum Gesellschaft leisten!«

3.

Das Schlagzeug dröhnte los, der Bass wummerte, und Jay spielte den ersten Riff auf der Gitarre. Salman griff nach dem Mikrofon und stieß die Worte wie Pistolenkugeln hervor:

Christine, Christine, I’m not being mean,

Your body’s not the best that I’ve ever seen,

But I’m a desperate guy, never catch a girl’s eye,

And I can’t deny, that you’ve got nice thighs,

Christine, Christine, I wanna have you.

Christine, Christine, you’ve got bad zits,

Your hair’s like wire and you’ve got no tits,

But a girl like you is the best that I can have,

You’re the only girl I’m able to nab,

Christine, Christine, I wanna have you.

In a pub,

In a tub,

Or behind the youth club,

Christine, Christine,

I wanna have you,

I wanna have you.

Christine, Christine, you gave me lice,

Your dad’s a drunk and your mum’s not nice,

But your body’s warm on a frosty night,

When the lights go off I pretend you’re all right,

Christine, Christine, I wanna have you.

Danach kamen ein Solo von Jay, die Wiederholung der ersten Strophe und der Refrain. Salman würde sicher nie in der Oper engagiert werden, aber er hatte eine gute Stimme, und sein pakistanischer Akzent verlieh Jays Text etwas leicht Exotisches. Die beiden Gitarrenspieler waren gut, aber eine Rockband steht und fällt mit ihrem Drummer, und Tristan war komplett aus dem Takt.

Jay stand so nah am Schlagzeug, dass er Salman nicht singen hören konnte. Mr Currie hatte ihnen die goldene Regel beigebracht, dass eine Band immer weiterspielen muss, egal wie schlimm es wird. Doch gegen Ende des Songs spielten drei Bandmitglieder von Brontobyte unterschiedliche Teile, wobei Tristan unbarmherzig draufloshämmerte und gar nicht mitbekam, dass etwas nicht stimmte.

»Vielen Dank!«, rief Salman, als der Lärm endlich aufhörte.

Alfies und Tristans Mutter, Mrs Jopling, saß neben Salmans erwachsenem Bruder im Publikum, doch sie blieben still, und nur ein paar Spottrufe und ironische Bravos waren zu hören. Womb 101 machte obszöne Gesten.

Mr Currie sprang auf, um ihnen zu helfen, die Bühne für die letzte Gruppe frei zu machen. Jay stöpselte seine Gitarre aus und stürmte auf Tristan zu.

»Was zum Teufel hast du gespielt?«

Tristan wirbelte seine Trommelschlägel herum.

»Also ich fand, es klang verdammt gut.«

»Bist du verrückt?«, stieß Jay hervor. »Du warst doch total daneben!«

Tristan stieß seine Trommel um, als er aufsprang und auf Jay losging. Jay hatte in seiner Wut nicht darüber nachgedacht, was es für Konsequenzen hatte, sich mit seinem Drummer anzulegen, der wesentlich größer war als er selbst. Und der obendrein Judo machte.

»Sollen wir uns draußen weiterunterhalten?«, fuhr Tristan ihn an. »Jederzeit, wo du willst, du Streichholzmännchen!«

Mr Currie drängte sich zwischen die beiden Jungen.

»He, he! Das ist alles eine gute Erfahrung. Wir werden etwas daraus lernen.«

»Dann wird er immer noch ein beschissener Schlagzeuger sein!«, regte sich Jay auf, der wieder Mut fasste, jetzt, wo ihn ein Erwachsener beschützte.

Als er beleidigt von der Bühne sprang, fing er sich vernichtende Blicke von den Juroren ein und überließ es den anderen, die Drums zum Laster zu bringen. Er erhaschte einen Blick auf den Block eines der Preisrichter:

Schlagzeug schlecht, Gitarren OK, 4/10.

Die Gitarre hing Jay immer noch um den Hals, als er hinauspreschte, um sich etwas zu trinken zu holen.

»Man hatte uns gesagt, ihr seid gut«, sagte einer der Jungen von Womb 101.

»Grandios«, spottete ein anderer. »Gran-di-os.«

Jay ignorierte die dummen Kommentare der übrigen Womb-101-Mitglieder, nahm einen Becher Orangensaft und kippte ihn in zwei Zügen hinunter.

»Das von vorhin tut mir leid«, entschuldigte er sich. »Alfie ist erst elf, müsst ihr wissen. Er redet ab und zu Mist.«

Ein Junge mit einem Goldzahn lachte dumpf auf.

»Die Schleimerei wird dich jetzt auch nicht davor retten, durch die Mangel gedreht zu werden.«

»Genau«, stimmte einer seiner Gesangspartner zu und ließ die Fingerknöchel knacken. »Wir sehen uns in der Melon Lane, mein Junge, und dann rennst du heulend heim zu deiner Mama!«

»Wäre nett, ihr würdet mich nicht erstechen«, versuchte Jay die Drohungen in einen Scherz zu verwandeln. »Rot passt nicht zu meinem hellen Teint.«

»Was soll eigentlich Brontobyte heißen?«, fragte einer von ihnen.

»Computer«, erklärte Jay. »Ihr kennt doch Megabyte und Gigabytes? Ein Brontobyte ist Millionen mal Millionen von Gigabytes oder so. Das war die Idee von unserem Drummer.«

Ein paar der Jungen schüttelten die Köpfe, während Goldzahn es auf den Punkt brachte.

»Strebername. Und ich dachte immer, unser Name sei daneben. Kommt schließlich aus einem Buch.«

Jay nahm sich ein Puddingteilchen, als die dicke Lehrerin von der George-Orwell-Academy ihre Schüler nach vorne rief. Die letzte Band bestieg die Bühne und Salman und Alfie holten sich ebenfalls Getränke und kamen zu Jay hinüber.

»Vielen Dank für die Hilfe mit dem Schlagzeug, Kumpel«, sagte Salman wütend.

»Ich habe die Geduld verloren«, entschuldigte sich Jay achselzuckend. »Tristan hat doch keine Ahnung. Selbst ich könnte besser Schlagzeug spielen. Du bist zehn Mal besser als er, Alfie.«

»Haltet mich da raus«, befahl Alfie. »Ihr zwei könnt euch schön nach Hause verkrümeln, aber ich bin der, der es abkriegt, wenn Tristan schlechte Laune hat.«

»Wir werden nie gut werden, wenn wir keinen Drummer kriegen, der das Tempo halten kann«, behauptete Jay.

Er erhielt allerdings keine Antwort, da Tristans und Alfies Mutter zu ihnen kam.

»Ihr wart alle sehr gut«, sagte Mrs Jopling.

Sie war recht sexy auf eine Fußballerfrauen-Art. Studiobräune, falsche Fingernägel, Designer-Sonnenbrille im Haar und Uggs. Sie machte Alfie verlegen, indem sie ihn auf die Wange küsste, und sah dann Jay böse an.

»Warum bist du auf meinen Tristan losgegangen?«

»Es war nichts«, erwiderte Jay achselzuckend.

»Ich dachte, ihr wärt Freunde«, fügte sie hinzu.

Jay antwortete nichts. Es würde nichts bringen, Mrs Jopling zu erzählen, dass ihr geliebter Junge ein miserabler Schlagzeuger war.

Salman trabte davon, um Mr Currie zu sagen, dass er mit seinem großen Bruder gehen würde, als die letzte Band aufhörte zu spielen. Die große Frau mit dem Gele ging auf die Bühne und nahm das Mikrofon, obwohl hinter ihr noch Instrumente davongetragen wurden. Sie hielt das Mikro zu dicht an die Lippen, sodass ein kreischendes Feedback aus dem Lautsprechersystem erklang.

»Es gab einige Verzögerungen und wir sind etwas spät dran«, erklärte sie mit einer betont fröhlichen Stimme, so als würde sie Fünfjährigen eine Fernsehshow präsentieren. »Das Niveau war hoch, aber leider kann es nur einen einzigen Sieger geben. Mit großer Freude kann ich Folgendes verkünden: Der Gutschein über zweihundertfünfzig Pfund für Musikinstrumente sowie der Platz im Finale des Camden Schools Wettbewerbs für moderne Musik gehen an … Womb 101!«

Salman und sein Bruder waren schon aus der Tür, während Womb 101 und ihre Fans vor der Bühne herumsprangen. Nachdem er seine Instrumente in den Schullaster geladen hatte, hatte sich Tristan zu seinen Bandkollegen gesellt und hielt sich sorgsam weit genug von seiner Mutter entfernt, um nicht geküsst zu werden. Mr Currie saß ein paar Reihen hinter ihnen und betrachtete ein Post-it, auf dem er sich sorgfältig die Beurteilung der Jury notiert hatte.

Die Richter hatten bis zu zehn Punkte für Musikalität, Präsentation und Gesamteindruck vergeben, sowie bis zu fünf Bonuspunkte für eine Band, die eine originelle Komposition vortrug.

»Zumindest hat ihnen mein Song gefallen«, meinte Jay, als er Mr Currie über die Schulter sah und bemerkte, dass sie vier von fünf möglichen Punkten in der Kategorie Komposition erhalten hatten.

»Wo stehen wir insgesamt?«, erkundigte sich Alfie.

»Vierter von neun«, antwortete Jay und widerstand der Versuchung, ihn darauf hinzuweisen, dass sie ohne die Punkte für die Komposition auf den siebten Platz abgerutscht wären.

»Heute Morgen habe ich noch geglaubt, wir könnten gewinnen«, meinte Alfie enttäuscht. »Wir haben letzte Woche doch so viel geübt!«

»Bands sind wie Fußballmannschaften, wenn sie auswärts spielen«, erklärte Mr Currie und tippte sich mit dem Finger an die Schläfe. »Es ist eine Sache, eine Jam-Session mit seinen Kumpels zu machen. Vor Publikum zu spielen ist etwas völlig anderes.«

Aber Mrs Jopling hatte ihre eigene Theorie, der sie mit verschränkten Armen und ungeduldigem Tappen mit dem pelzbestiefelten Fuß Ausdruck verlieh.

»Ihr Jungs hättet Jimi Hendrix an die Wand spielen können und trotzdem verloren, bei den Richtern. Das war doch alles abgekartet.«

Daher hat Tristan das also, dachte Mr Currie.

»Aber man muss schon zugeben, dass Womb 101 besser war als wir«, wandte Jay ein.

Mrs Jopling sah ihn böse an und wandte sich dann an Mr Currie.

»Kann ich meine Jungs jetzt mit nach Hause nehmen?«

Mr Currie nickte. »Natürlich. Vielen Dank, dass Sie gekommen sind, um uns zu unterstützen. Ich bringe Jay im Laster zur Schule zurück. Er kann mir helfen, die Instrumente auszupacken, bevor ich ihn nach Hause fahre.«

Tristan nickte zustimmend.

»Klingt fair, schließlich hat er einen Wutanfall gekriegt und uns nicht beim Einpacken geholfen.«

Jay verlor die Beherrschung.

»Leck mich, du Mamasöhnchen!«, fuhr er auf.

»Jedenfalls hält meine Mum fünf Sekunden durch, ohne neue Babys auszustoßen«, gab Tristan zurück.

Seine Mutter lächelte anerkennend.

»Beruhigt euch alle!«, befahl Mr Currie. »Es war ein langer und anstrengender Tag.«

»Also, wohin wollt ihr zum Tee?«, fragte Mrs Jopling ihre Söhne, als sie den Saal verließen. »Mickey D oder KFC?«

4.

Wie betäubt trat Summer auf den Flur. Sie hatte noch nie einen grünen Zettel bekommen, und es behagte ihr nicht, Ärger zu haben, auch wenn es keine große Sache war, solange man nicht drei davon in einem Schulhalbjahr bekam. Sie sah sich nach rechts und links um, und langsam wurde ihr klar, dass sie keine Ahnung hatte, wo der Aufsichtsraum überhaupt war.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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