Runen - Elias Snæland Jònsson - E-Book
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Beschreibung

Der Runen-Code.

Als die bekannte Fernsehmoderatorin Melkorka Steingrímsdóttir vom Selbstmord ihres Großvaters erfährt, verändert sich ihr Leben auf einen Schlag: Er vermacht ihr ein in Runen geschriebenes Tagebuch mit Fotografien, einen Ehrenring der SS sowie eine mysteriöse Zahlenkombination. Mit der Hilfe eines alten Schriftgelehrten, kommt sie endlich hinter das Lebensgeheimnis ihres Vorfahren, der für Himmler und die Abteilung „Ahnenerbe“ eine mächtige altgermanische Waffe finden sollte: Thors Hammer genannt. Zudem verweisen die Aufzeichnungen auf ein gesunkenes U-Boot mit Nazi-Gold an Bord. Viel zu spät bemerkt Melkorka, dass ihre Recherchen nicht unbemerkt bleiben. Gleich mehrere skrupellose Gegner wollen sich des Geheimnis-ses bemächtigen – eine mörderische Hatz beginnt ...

Hochspannung aus Island um ein mysteriöses Tagebuch, versunkenes Nazi-Gold und ein Geheimnis aus uralter Zeit. »Ein Thriller 1. Klasse!« bokmenntir.is .

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Seitenzahl: 384

Veröffentlichungsjahr: 2011

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Ähnliche


Elias Snæland Jónsson

Runen

Thriller

Aus dem Isländischen von Richard Kölbl

Impressum

Die Originalausgabe mit dem Titel

Rúnagaldur

erschien 2009 bei Skrudda, Reykjavík.

ISBN E-Pub 978-3-8412-0331-1

ISBN PDF 978-3-8412-2331-9

ISBN Printausgabe 978-3-352-00812-2

Aufbau Digital,

veröffentlicht im Aufbau Verlag, Berlin, September 2011

© Aufbau Verlag GmbH & Co. KG, Berlin

Die deutsche Erstausgabe erschien 2011 bei Rütten & Loening,

einer Marke der Aufbau Verlag GmbH & Co. KG

© Elías Snæland Jónsson 2009

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jegliche Vervielfältigung und Verwertung ist nur mit Zustimmung des Verlages zulässig. Das gilt insbesondere für Übersetzungen, die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das öffentliche Zugänglichmachen z.B. über das Internet.

Umschlaggestaltung capa, Anke Fesel

unter Verwendung eines Fotos von Gudjonsdottir Klempert / bobsairport

Konvertierung Koch, Neff & Volckmar GmbH,

KN digital - die digitale Verlagsauslieferung, Stuttgart

www.aufbau-verlag.de

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Inhaltsübersicht

Informationen zum Buch

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Impressum

Inhaltsübersicht

DAS SCHWARZE ERBE

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DIE SCHÄTZE DER GÖTTER

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ENDLICH GERECHTIGKEIT?

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Ein kurzer Einblick in die Runenkunde

Zur Aussprache des Isländischen

|5|Vorbemerkung des Übersetzers

In Island ist die Anrede mit »du« üblich. Sie ist in der Übersetzung an den relevanten Stellen beibehalten worden. Aus Gründen der Konsequenz wurden bei den Namen aus der nordischen Mythologie die isländischen Formen i. d. R. beibehalten:

Ásgarður

Asgard, Wohnort des Göttergeschlechts der Asen

Gormur

Gorm der Alte († 958), dänischer König

Iðavöllur

Idafeld, die Ebene in der Mitte Asgards

Iðunn

Idun(a), nordische Göttin der Jugend

Mímirsbrunnur

Mímirs Brunnen

Mjölnir, Mjöllnir

Thors Hammer

Óðinn

Odin, Wotan, Gott der Dichter und der Runen

Þór

Thor, Donar, der Blitzeschleuderer

Urðarbrunnur

Schicksalsbrunnen

Valhöll

Walhall, Ort der im Kampf gefallenen Krieger

Yggdrasill

Yggdrasil, die Weltenesche

|7|ERSTER TEIL

DAS SCHWARZE ERBE

Die Runen waren heilig,

ihnen wohnte eine Macht inne, die das Verständnis überstieg,

und sie waren nur einigen wenigen Auserwählten anvertraut.

Sie waren die Kraft zum Guten und Üblen,

und nur wenige wussten mit ihnen umzugehen.

– Prof. Magnús Olsen

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Freitag, 20. April 2007

Höskuldur Steingrímsson hob langsam das bauchige Glas an die Lippen und atmete dreimal tief das Bouquet des alten französischen Cognacs ein. Dabei ließ er seinen Blick aus dem Fenster des Speisesaals im Hótel Borg schweifen, schaute über die Pósthússtræti zum Austurvöllur-Platz, wo er seinerzeit die Gelegenheit gehabt hatte, gegen die isländischen Stalinisten zu kämpfen. Am 30. März 1949 waren er und seine Kameraden mit Holzprügeln aus dem Parlamentsgebäude gestürmt. Er hatte jedem Bolschewiken, den er zwischen den grauen Tränengasschwaden ausmachen konnte, eins über den Schädel gezogen. Der säuerlich-süßliche |8|Geruch des Gases, der fast sechs Jahrzehnte lang in seiner Erinnerung geschlummert hatte, vermengte sich in seinen Gedanken mit dem Geruch des Baron de Sigognac, der etwa zehn Jahre jünger war. Wieder schloss er die Augen und spürte, dass der gegenwärtige Augenblick vollkommen war.

Aber was der Geist auch immer wahrnimmt, es ist nichts als ein flüchtiger Moment in der Ewigkeit; ein bunter Schmetterling, der sich für einen winzigen Augenblick niederlässt, bevor die Erinnerung davonflattert.

Höskuldur seufzte wehmütig, öffnete die Augen wieder, leerte das Glas, stand bedächtig auf und ging langsam zur Tür und zum Aufzug in der Empfangshalle. Das Zimmer, das er am Vortag für zwei Nächte gemietet hatte, lag im zweiten Stock des Hotels.

Er zog die Schuhe aus, legte den dunklen Anzug, das weiße Hemd und die schwarze Fliege auf das gemachte Bett, öffnete eine kleine Reisetasche, zog seine alte Uniform und die schwarzen Stiefel ein letztes Mal an. Eine ganze Weile betrachtete er sich in dem großen Badspiegel. Sie saß noch immer ausgezeichnet. Sein Körper war durch das Alter unvermeidlicherweise ausgemergelt. Er hatte keinen Apfel ewiger Jugend von der nordischen Göttin Iðunn bekommen, der die Gebrechlichkeit in Schach hätte halten können, wie die ihm so vertrauten altnordischen Mythen erzählten. Trotzdem hatte er schon viele überrascht, wenn sie sein wahres Alter erfuhren; trotz seines von tiefen Falten zerfurchten Gesichts und des hellgrauen, kurzgeschnittenen Haars wirkte er noch unglaublich jung.

Er war mit dem Flugzeug von den Westmännerinseln, dem kleinen Archipel vor der Südwestküste Islands, in die |9|Hauptstadt Reykjavík gekommen. Er wohnte seit langem auf Heimaey, der einzigen dauerhaft bewohnten Insel. Höskuldur hatte seine Enkelin zum Abendessen ins Hótel Borg eingeladen, um die Tatsache zu feiern, dass er am heutigen 20. April das neunzigste Lebensjahr vollendet hatte. Dieses letzte gemeinsame Abendessen war allerdings recht kurz ausgefallen, da Melkorka Steingrímsdóttir spät ankam und schon früh wieder verschwand. Sie hatte etwas in der Nachrichtenredaktion des isländischen Fernsehens zu erledigen. Aber es war ihm eigentlich auch egal. Immerhin hatte er die Möglichkeit gehabt, sie in seine Arme zu nehmen und sich von ihr zu verabschieden.

Höskuldur zog einen dicken, langen Wintermantel an und knöpfte ihn bis zum Hals zu. Dann holte er eine schwarze Aktenmappe aus einem Schrank, öffnete sie, überprüfte ihren Inhalt ein letztes Mal und schloss sie wieder. Einen Moment lang stand er ruhig mitten im Zimmer, blickte sich um, um sicherzugehen, dass alles seine Ordnung hatte, bevor er es für immer verließ.

Dieser Aprilabend in Reykjavík war mild und trocken. Hinter dem Gletscher Snæfellsjökull ging gerade die Frühlingssonne unter. Sonnenstrahlen brachen sich auf der Glaskuppel über der Aussichtsplattform von Perlan, einem der Wahrzeichen der Stadt: Auf dem Öskjuhlíð standen vier massige Heißwassertanks, die Ende der Achtziger zum Aussichtspunkt umfunktioniert worden waren. Diesen Hügel fuhr er im Taxi hinauf und auf der stadtabgewandten Seite wieder hinunter – nach Osten. Dort lag der Friedhof von Fossvogur. Höskuldur fand es passend, den Sonnenuntergang im Rücken zu haben, so wie in alten Zeiten auf dem finnischen Eis. Oder später, als er sich abends vor den bolschewistischen Partisanen in den Ruinen einer uralten gotischen Höhlenstadt am Schwarzen Meer versteckt hatte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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