Saat der Angst - Emily Benedek - E-Book

Saat der Angst E-Book

Emily Benedek

2,2
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oder
Beschreibung

Ein Geheimagent im Wettlauf gegen die nukleare Katastrophe ...

Unter mysteriösen Umständen verschwinden drei führende Atomwissenschaftler. Gleichzeitig hält eine erschreckende Gefahr aus dem Mittleren Osten die westlichen Geheimdienste in Atem: Offenbar hat sich der iranische Staat mit Terroristen verbündet und strebt nun den Bau nuklearer Waffen an – eine verheerende Bedrohung für die gesamte Menschheit. Der Geheimagent Julian Granot und die junge Journalistin Marie Peterssen beginnen unter größtem Zeitdruck zu ermitteln und stoßen dabei auf die Spur eines skrupellosen Feindes ...

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 473




Buch

Ein Helikopterabsturz auf einem Raketentestgelände im Iran. Drei führende Atomwissenschaftler, die unter mysteriösen Umständen verschwinden. Und ein verheerender terroristischer Anschlag in Indien …

Der Mittlere Osten wird von einer scheinbar willkürlichen Ereigniskette erschüttert. Unterdessen hält eine andere Schreckensnachricht die westlichen Geheimdienste in Atem: Offenbar hat sich der iranische Staat mit Terroristen verbündet und strebt nun den Einsatz nuklearer Waffen an, die auch Europa und die USA treffen könnten – eine verheerende Bedrohung für die gesamte Menschheit. Als der ehemalige Agent und Terrorexperte Julian Granot die Leitung der Nahost-Abteilung eines privaten Geheimdienstes übernimmt, ermittelt er zunächst nur in den Entführungsfällen. Unter größtem Zeitdruck macht er sich mit seiner Partnerin, der jungen Journalistin Marie Peterssen, auf die Suche nach der Wahrheit. Schon bald finden die beiden heraus, dass die Ereignisse auf fatale Weise zusammenhängen, und stoßen auf die Spur eines skrupellosen Feindes …

Weitere Informationen zu Emily Benedek

sowie zu lieferbaren Titeln der Autorin

finden Sie am Ende des Buches.

Emily Benedek

Saat

der Angst

Thriller

Aus dem amerikanischen

Englisch von Ulrike Laszlo

Der englische Originaltitel lautet »The Beggar’s Opera«

Thukydides, »Der Peloponnesische Krieg«

und John Gay, »Polly«: Die Zitate wurden

für diese Ausgabe von Ulrike Laszlo übersetzt.

1. Auflage

Deutsche Erstveröffentlichung April 2014

Copyright © 2012 by Emily Benedek

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2014

by Wilhelm Goldmann Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur, München

Umschlagmotiv: Copyright © FinePic®, München

Redaktion: Ilse Wagner

KS ∙ Herstellung: Str.

Satz: IBV Satz- und Datentechnik GmbH, Berlin

ISBN: 978-3-641-11855-6

www.goldmann-verlag.de

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Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber ist der Mut … Als wirklich mutig kann jedoch nur derjenige betrachtet werden, der weiß, was im Leben gut und was schlecht ist, und der sich dann unerschrocken allem stellt, was auf ihn zukommt.

Thukydides, Der Peloponnesische Krieg

Morano: Wer bist du, mein Freund?

Polly: Ein junger Mann, den die Welt beraubt hat; und ich kam hierher, um mich euch anzuschließen und im Zuge der Vergeltung die Welt zu berauben. Ein offener Krieg mit der ganzen Welt ist mutig und ehrenwert. Ich hasse diesen Krieg der bürgerlichen Gesellschaft, in dem sich Freunde und Nachbarn gegenseitig heimlich bestehlen.

John Gay, Polly, II/5

Raketentestgelände, Semnan, Iran

Die braune Erde in der heißen, staubigen Landschaft erstreckte sich, karg bis auf weniges Wüstengestrüpp, nach allen Seiten bis zum Horizont. Über dem Sand flirrte die auf beinahe fünfzig Grad erhitzte Luft und lockte mit der Illusion von Wassertropfen, ohne jedoch tatsächlich Erleichterung zu bringen. Umgeben von einem Stacheldrahtzaun, war neben einigen anderen Feststoffraketen eine einzige Sajil-2-Rakete auf einer vertikalen Abschussrampe positioniert. Ein Aussichtsturm ragte über den Sprengkopf hinaus, und einige Soldaten der Revolutionsgarde in steifer grüner Uniform hatten sich in einem Kreis um das Feld aufgestellt.

Vom Westen ertönte leise das lang erwartete Surren eines Motors. Der Hubschrauber der Regierung mit Irans bedeutenden Persönlichkeiten tauchte endlich auf. Heute sollte Irans erste, selbst gebaute Rakete getestet werden, deren schwere Spitze eine atomare Sprengladung vortäuschte.

Die Zuschauer schirmten ihre Augen vor der Sonne ab und beobachteten, wie sich der Transporthubschrauber Bell 412 langsam näherte. Ein Rudel streunender Hunde rannte in Jagdformation, die Schwänze in die Luft gestreckt, über das Feld. Das dumpfe Dröhnen des Helikopters wurde immer lauter, und die Menge begann, begeistert zu klatschen. Die Sonne glitzerte auf der Windschutzscheibe, und das Cockpit kippte leicht nach vorn, als der Hubschrauber langsamer wurde und zur Landung ansetzte. Die Soldaten auf dem Feld nahmen Haltung an und salutierten. Plötzlich riss eine gewaltige Explosion den Bauch des Helikopters auf, und Körperteile und Metallstücke regneten auf den Boden herab.

Die Hunde stoben jaulend und kläffend auseinander und versuchten, den brennenden Trümmern zu entkommen. Die entsetzten Zuschauer taten es ihnen nach einer Schrecksekunde gleich. Einer wurde von einem Metallteil getroffen und stürzte reglos zu Boden. Einige Soldaten, deren Hemden Feuer gefangen hatten, versuchten, dem Inferno zu entfliehen, indem sie sich unter die Aussichtsplattform flüchteten, doch die Wachen stießen sie weg. Die wenigen Eingeweihten, die eine hohe Position bekleideten und wussten, dass in dem Hubschrauber ein Kader von Irans besten Wissenschaftlern aus dem Militärwesen gesessen hatte, wurden von bösen Vorahnungen ergriffen. Strafe und Vergeltung würden sicher mit der gleichen Wucht des hier wütenden Feuers folgen.

SEATTLE, WASHINGTON

Margaret Donovan knipste das Licht in ihrer hellgelben Küche aus und trat in die angrenzende Garage. Seit einiger Zeit regnete es unaufhörlich, und das Regenwasser lief über die Zementwände und staute sich auf dem Garagenboden. Sie wusste, dass sie aufwischen sollte, bevor der Betonboden durch das Wasser Risse bekam, aber sie hatte noch keine Zeit dafür gefunden. Rasch stieg sie in ein Paar Gummistiefel und platschte durch die Pfützen zu ihrem Wagen. Wenn sie in ihrem Labor nicht gerade einen Versuch am Laufen hätte, würde sie zu Hause bleiben. Sie hatte unerträgliche Kopfschmerzen und hätte sich am liebsten sofort wieder ins Bett verkrochen.

Die zierliche Physikerin strich sich eine Haarsträhne hinter das Ohr und steuerte ihren Toyota rückwärts aus der Garage und die Auffahrt hinunter. Sie hatte sich dieses Haus in der erst vor Kurzem entstandenen Siedlung ausgesucht, weil es am Rande des dichten Pinienwaldes lag, der die Stadt umgab. Sie hatte sich sogar einen Naturführer über Vögel gekauft und begonnen, die Tierwelt zu beobachten. Das erste Exemplar, das sie identifizieren konnte, war eine Rauchschwalbe, die sich unter dem Dachvorsprung der Eingangstür ein Nest gebaut hatte. Lächelnd hatte sie die Ansammlung von Zweigen und getrockneten Hortensien betrachtet, das erste Kunstwerk, das ihr neues Heim schmückte.

Der schwarze Asphalt schimmerte ölig, und die Fahrbahnmarkierungen glitzerten, als wären sie aus reflektierender Folie. Am Straßenrand überwucherten Lotosblüten und weißer Wiesenklee die Seitenlinien. Wie sie von einer befreundeten Biologin wusste, würden diese Pflanzen schon bald durch den widerstandsfähigeren, aber langsamer wachsenden Winterroggen und Rotschwingel verdrängt werden.

Während sie beschleunigte, schob Margaret eine CD von den Smashing Pumpkins in den CD-Player und drehte die Lautstärke hoch. Der Ford Escape, der vor dem Haus eines Nachbarn stand, entging ihrer Aufmerksamkeit, und sie bemerkte auch nicht, dass der Wagen losfuhr und sie verfolgte. Der Mann auf dem Beifahrersitz schaltete sein Handy ein und schickte rasch eine bereits vorbereitete SMS ab: »Sie hat soeben ihr Haus verlassen. Wir sind in fünf Minuten bei euch. Haltet euch bereit.«

Nach einigen Meilen sah Margaret Absperrkegel vor sich. Ein großer LKW der Autobahnmeisterei blockierte die Straße. Sie fluchte leise – sie war ohnehin schon zu spät dran, und nun wurde sie auch noch aufgehalten. Der Verkehr wurde umgeleitet, und nach einigen hundert Metern gelangte sie an die nächste Sperre. Der Ford befand sich direkt hinter ihr.

Ein Mann in einer orangefarbenen Arbeitsweste winkte sie zu sich heran. Als er auf ihren Wagen zukam, kurbelte sie das Fenster herunter, in der Hoffnung, von ihm zu erfahren, wie lange sie warten müsste oder wohin die Umleitung sie führen würde. Doch der Mann streckte seine Hand nach dem Türgriff aus und riss die Autotür auf. Der Fahrer des Fords sprang aus dem Wagen, zog rasch ihre Beifahrertür auf und stürzte sich mit seinen großen Fäusten auf sie. Währenddessen presste der Mann in der orangefarbenen Weste ein Tuch auf ihre Nase. Sie strampelte und wand sich und ruderte mit den Armen, bis ein Faustschlag sie ins Gesicht traf. Während der Schmerz sie durchfuhr, begriff sie, dass das Tuch mit Chloroform getränkt war, doch es war zu spät – sie wurde bereits bewusstlos. Noch einmal versuchte sie, sich zu wehren, dann wurde es dunkel um sie.

STAATLICHES WAFFENFORSCHUNGSINSTITUT, TEHERAN, IRAN

Ali Reza Targouny saß hinter einem modernen Schreibtisch aus Walnussholz. Er trug wie üblich seinen weißen Laborkittel und spielte mit der rechten Hand mit seiner misbaha. Dreiunddreißig Perlen an einer Schnur mit genügend Raum dazwischen, sodass jede Perle, die er zwischen Daumen und Zeigefinger nahm, mit einem befriedigenden Klacken gegen die benachbarte stieß.

»Schick mir Firouz herein«, befahl er seinem Assistenten. Nach einigen Minuten schlenderte Hessam Firouz, ein schlaksiger Mann Mitte dreißig, in das Büro. Auf seinem eigentlich hübschen, aber durch Pockennarben verunstalteten Gesicht zeichnete sich ein sarkastisches Grinsen ab, und zwischen seinen Lippen steckte eine nicht angezündete Zigarette.

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