Santa's Naughty Helper - Drucie Anne Taylor - E-Book

Santa's Naughty Helper E-Book

Drucie Anne Taylor

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Beschreibung

Nichts braucht Holly dringender als ein Weihnachtswunder. Ihr Geschäft steht vor dem Ruin, ihr Freund hat sie betrogen und eine Immobilienfirma versucht, sie dazu bewegen, ihren Laden und ihre Wohnung zu verkaufen. Als ihre beste Freundin Karten für eine weihnachtliche Stripshow gewinnt, lernt Holly dort einen Mann kennen, der ihr zum ersten Mal seit langer Zeit das Gefühl gibt, begehrenswert zu sein. Doch am Ende stellt sich heraus, dass es sich um Brant Groff handelt. Der Mann, der versucht, ihre Immobilien zu kaufen. Enttäuscht sucht sie das Weite, doch Brant macht ihr ein Angebot, das sie nur unschwer ablehnen kann.

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Santa’s Naughty Helper

DRUCIE ANNE TAYLOR

Inhalt

1. Holly

2. Brant

3. Holly

4. Brant

5. Holly

6. Brant

7. Holly

8. Brant

9. Holly

10. Brant

11. Holly

12. Brant

13. Holly

14. Brant

15. Holly

16. Brant

17. Holly

18. Brant

19. Brant

Danksagung

Über die Autorin

Weitere Werke der Autorin

Rechtliches und Uninteressantes

Copyright © 2022 Drucie Anne Taylor

Korrektorat: S. B. Zimmer

Satz und Layout: Julia Dahl

Umschlaggestaltung © D-Design Cover Art

Auflage: 01/2023

Alle Rechte, einschließlich das, des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.

Dies ist eine fiktive Geschichte, Ähnlichkeiten mit lebenden, oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Dieses Buch

Nichts braucht Holly dringender als ein Weihnachtswunder. Ihr Geschäft steht vor dem Ruin, ihr Freund hat sie betrogen und eine Immobilienfirma versucht, sie dazu bewegen, ihren Laden und ihre Wohnung zu verkaufen. Als ihre beste Freundin Karten für eine weihnachtliche Stripshow gewinnt, lernt Holly dort einen Mann kennen, der ihr zum ersten Mal seit langer Zeit das Gefühl gibt, begehrenswert zu sein. Doch am Ende stellt sich heraus, dass es sich um Brant Groff handelt. Der Mann, der versucht, ihre Immobilien zu kaufen. Enttäuscht sucht sie das Weite, doch Brant macht ihr ein Angebot, das sie nur unschwer ablehnen kann.

Holly

Ich stand in meinem Laden und goss Kerzen, die ich für die Weihnachtstage anbieten wollte. Dank eines Angebots des Zulieferers hatte ich das Sojawachs zu einem Spitzenpreis bekommen, auch wenn mir das Geld nun in der Kasse fehlte. Aber ich hoffte, dass ein Sonderposten Weihnachtskerzen ein paar Dollar mehr einbringen würde, wenn die Leute ihre Feiertagsdeko kauften. Sofern sie sie denn bei mir einkaufen würden, denn die großen Supermärkte luchsten mir die Kundschaft ab. Es war schwer, über die Runden zu kommen, aber glücklicherweise hatte ich Julien, dessen Gehalt uns über Wasser hielt. Als Anwalt verdiente er verdammt gut und ich musste mir keine Sorgen machen, dass ich nach Abzug der Fixkosten nichts mehr zu essen hatte, das fing er auf. Aber in den letzten Monaten hatte er sich verändert. Er war fahrig, ständig länger im Büro und wenn ich seine Nähe suchte, drehte er sich von mir weg. Ich hatte keine Ahnung, was mit ihm los war, aber womöglich lag es an mir. Ständig schleppte ich meine Sorgen mit mir herum, weil ich auf keinen grünen Zweig kam, und das lag sicher auch wie ein Schatten über unserer Beziehung.

Seufzend füllte ich das geschmolzene Sojawachs in einen Schmelztiegel und gab grüne Kerzenfarbe hinzu, außerdem den Duft von Pistazienplätzchen. Ich verrührte alles mit einem Löffel, danach stellte ich den Wachstiegel weg und griff zur Heißluftpistole, mit der ich die vorbereiteten Gläser anwärmte. So vermied man das Frosting, das typisch für Sojawachs war.

Zum Glück arbeitete ich mit Handschuhen, sodass mich das aufgeheizte Glas nicht verbrannte. Als ich sicher war, dass die Kerzengläser warm genug waren, gab ich grün-goldenen Glitzer hinein, drehte die Gläser und nickte zufrieden, als ich erkannte, dass er an den Wänden haftete. Anschließend griff ich wieder zum Schmelztiegel und goss sie vorsichtig bis zur Hälfte mit Wachs voll. Den Rest würde ich mit einem Spritzbeutel hineingeben, sodass die Weihnachtskerzen wie kleine Desserts aussahen.

Ich mochte es, selbst Kerzen zu gießen. Es beruhigte mich und lenkte mich zumindest phasenweise von meinen Sorgen ab, außerdem liebte ich es, wenn die verschiedenen Düfte den Raum erfüllten. Heute roch es nach Pistazienplätzchen, gestern nach Zuckerstangen und Minze und morgen würde ich welche mit Lebkuchenduft gießen. Vielleicht auch heute, da der Tag erst begonnen hatte. Und ich war mir leider sicher, dass ich wieder kaum Kundschaft haben würde.

Mrs. Wilkins, die hier im Haus wohnt, kam einmal die Woche vorbei und deckte sich mit neuen Kerzen ein, aber ihr verkaufte ich sie auch günstiger, weil ich wusste, dass sie es auch nicht so dicke im Portemonnaie hatte. Aber diese Woche war sie noch nicht hier gewesen, dabei war schon Donnerstag.

Als die Kerzen gegossen waren, stellte ich den Schmelztiegel auf ein Holzbrett, damit mir das Wachs keine Flecken auf der Arbeitsplatte hinterließ. Danach machte ich den Spritzbeutel mit der passenden Tülle fertig, außerdem legte ich Einmalhandschuhe bereit. Ich schaute mich in meinem Laden um. Eine gute Stunde hatte ich jetzt Zeit, um mich um andere Dinge zu kümmern, bis das Sojawachs eine cremige Konsistenz hatte, um mit dem Spritzbeutel verarbeitet zu werden. Nun überlegte ich, ob ich ein wenig umdekorieren sollte, andererseits fand ich meine Weihnachtsdekoration toll. Sie war auffällig, aber nicht aufdringlich, sodass sich die Menschen nicht davon erschlagen fühlten.

Ich ging ins Lager, um die Regale doch noch etwas festlicher zu gestalten. Ich holte die Kiste mit der Weihnachtsdekoration heraus, außerdem nahm ich auch den Karton mit den festlichen Kaffeebechern mit, da ich sie noch gar nicht eingeräumt hatte.

Ich war kaum auf den Weg nach vorne, als das Türglöckchen läutete. »Guten Tag«, sagte ich freundlich, als ich den Herrn im Anzug sah.

Er trug einen Bardolino, einen jener Hüte, die unter jungen Männern so beliebt waren. Er schaute zu mir. »Guten Tag.« Er räusperte sich, dabei nahm er den Hut ab. »Sind Sie Ms. Dempsey?«

»Ja, die bin ich.« Ich zog die Augenbrauen zusammen. »Was kann ich für Sie tun?«

»Ich komme von Groff Buildings«, erwiderte er, als er sich mir näherte.

»Ich sagte Ihrem Kollegen bereits, dass ich nicht verkaufen werde«, ließ ich ihn wissen und stellte die beiden Kisten auf den Verkaufstresen.

Dennoch zückte er eine Visitenkarte. »Ich denke, das Angebot, das Mr. Groff Ihnen unterbreiten will, wird Sie überzeugen. Er möchte, dass Sie sich melden.«

Ich schnaubte amüsiert. »Und seit wann kommt der Knochen zum Hund? Er will doch etwas von mir, nicht umgekehrt.«

Seine Mundwinkel zuckten. »Vielleicht hofft er, dass Sie ihn anrufen und ihm sagen, was Sie für den Verkauf des Ladenlokals und der Wohnung verlangen.«

»Beides ist nicht verkäuflich. Mr. Groff soll seine Mall einfach an anderer Stelle bauen«, erwiderte ich und machte keine Anstalten, die Visitenkarte anzunehmen. »Und wenn das alles war, möchte ich Sie bitten, mein Geschäft zu verlassen.«

»Ich werde Mr. Groff Bescheid geben, dass Sie immer noch nicht verkaufen wollen«, sagte er und stellte eine meiner anderen Kerzen auf den Tresen. »Und die würde ich gern kaufen.«

Ich ging an die Kasse, um ihn abzukassieren. »Das macht dann 18 Dollar 90 bitte.«

»Stolzer Preis für eine Kerze«, stellte er verwundert fest.

»Sie ist handgemacht, aus hochwertigen Rohstoffen und das Glas ist wiederverwendbar, da sich das Sojawachs rückstandslos entfernen lässt, außerdem erhalten Sie eine Auffüllung des Glases gratis, sollte die Kerze runtergebrannt sein«, entgegnete ich.

Er nickte, als er mir einen Zwanziger reichte.

»Danke.« Ich gab ihm sein Restgeld, danach griff ich zur Luftpolsterfolie, in die ich die Kerze einwickelte. »Oder soll ich die Kerze als Geschenk verpacken?«

»Das wäre nett«, erwiderte er lächelnd.

»Okay.« Ich wickelte sie wieder aus, danach holte ich das metallicrote Geschenkpapier unter dem Tresen hervor, ebenso eine Geschenkschachtel, die mit Schaumstoff ausgekleidet war. Ich stellte die Kerze hinein, außerdem legte ich eine kleine Karte mit den Pflegehinweisen sowie ein Streichholzheftchen dazu, danach verschloss ich die Box und verpackte sie ins Geschenkpapier. Nachdem ich eine goldene Schleife gebunden hatte, stellte ich sie in eine Papiertasche und reichte sie ihm. »Danke für Ihren Einkauf, Mr. … Sie haben mir Ihren Namen gar nicht gesagt.«

»Edward Buckley«, stellte er sich vor. »Haben Sie einen schönen Tag, Ms. Dempsey.«

»Sie auch. Danke, Mr. Buckley.«

Er griff nach der Tasche, nickte mir lächelnd zu und verließ meinen Laden. Das Decoratia war das Baby meiner Mom, vor drei Jahren hatte ich den Laden übernommen, selbst damals lief es nur mäßig, aber wesentlich besser als heute. Eigentlich warf der Laden nicht mehr wirklich etwas ab, seit sich herumgesprochen hatte, dass Mom verstorben war. Ich hatte das Geschäft sowie eine Wohnung im Haus geerbt. Mom hatte sie vermietet, aber Mrs. Kopinski war vor zwei Jahren ausgezogen. Da das Apartment größer war als jenes von Julien und mir, waren wir dort eingezogen. So waren unsere Arbeitswege kürzer. Er war von hier aus innerhalb einer halben Stunde in der Kanzlei, für die er arbeitete, und ich hatte nicht mal drei Minuten Fußweg.

Ich war froh, als Mr. Buckley weg war, denn ich hasste es, dass ständig Leute von Groff Buildings in meinem Laden auftauchten. Sie wollten mich dazu bringen, dass ich meine Wohnung und den Laden verkaufe, doch ich blieb standhaft. Ich hatte nicht vor, nachzugeben, nur weil diese Leute hier eine Mall bauen wollten. Zudem hatten sie mir auch nur lachhafte Beträge geboten, obwohl Wohnungen in New York verdammt teuer waren. Ich hätte davon nicht einmal ein neues Apartment kaufen, geschweige denn ein Lokal anmieten oder erstehen können. Doch waren es auch die Erinnerungen, die mich daran hinderten, das alles aufzugeben.

Ich seufzte leise, als mein Blick auf das laminierte Foto fiel, das schon seit meiner Kindheit neben der Kasse klebte. Ich war sechs Jahre alt, als es aufgenommen wurde. Damals war Dad noch bei uns, doch er hatte uns verlassen, als ich 13 wurde. Von da an hatte ich nichts mehr von ihm gehört. Mom und ich waren allein klargekommen, aber ich hatte ihn immer vermisst. Auch heute noch, doch konnte ich ihn nach dem Tod meiner Mutter nicht mal erreichen. Er war wie vom Erdboden verschluckt. Mit einem Kopfschütteln schob ich die Gedanken beiseite, ging ans Radio und schaltete es ein. Der Sender spielte Weihnachtslieder, die ich leise mitsang, denn trotz all meiner Probleme war ich in Weihnachtsstimmung. Ich lief um den Tresen herum, nahm die Kiste mit den Tassen an mich und begab mich zum Verkaufstisch direkt am Eingang.

* * *

Ich hatte das Geschäft noch ein wenig festlicher dekoriert. Die Regale waren mit Girlanden im Tannenlook verziert, auch wenn ich nur wenige festliche Artikel anbot. Meistens war ich auf den Sachen sitzengeblieben, deshalb hoffte ich, die Restbestände verkaufen zu können. Ich war sogar so verzweifelt, dass ich einen Shop auf einem Onlinemarktplatz eröffnet hatte, um etwas Geld zu machen. Die Kerzen liefen ganz gut, sie waren ja selbstgemacht, aber den Rest wurde ich dort auch nicht los. Zudem musste ich alles etwas teurer anbieten, da die Gebühren recht hoch waren. Ich wollte keinen Verlust machen, außerdem musste ich zusehen, dass ich finanziell nicht komplett auf der Strecke blieb, weil die Fixkosten so hoch waren. Aber ich hatte eben immer noch die Hoffnung, den Laden retten zu können.

* * *

Brant

Ich hatte die Schnauze voll von dieser Frau!

Während alle in diesem gottverdammten Haus verkauft hatten, stellte sie sich stur und verweigerte die Gespräche mit mir. Heute hatte ich einen weiteren Versuch gewagt und Edward zu ihr geschickt, damit er ihr meine Karte gab. Ich wartete ungeduldig darauf, dass er zurückkam und mir mitteilte, wie es gelaufen war. Vielleicht hatte Ms. Dempsey endlich ein Einsehen, denn ich wusste, dass das Decoratia alles Andere als zufriedenstellend lief. Aber diese Frau war sturer als jeder verdammte Esel.

Die Gegensprechanlage knackte. »Mr. Groff?«

»Was gibt’s?«, erkundigte ich mich bei meiner Sekretärin.

»Mr. Buckley ist hier und möchte mit Ihnen sprechen«, antwortete sie.

»Schicken Sie ihn zu mir«, entgegnete ich, danach ließ ich den Knopf los.

Es dauerte nur einen Moment, bis er hereinkam. »Hey.«

Ich schaute zu ihm, dabei lehnte ich mich in meinem ledernen Schreibtischsessel zurück. »Wie ist es gelaufen?«

»Sie sagte, dass sie nicht verkaufen und dich genauso wenig anrufen würde.«

Unzufrieden schnaubte ich. »Nannte sie einen Grund?«

Er nickte, als er seinen Mantel über den Stuhl vor dem Schreibtisch legte, außerdem stellte er eine Papiertüte ab, die ganz offensichtlich vom Decoratia war. Danach nahm er in dem anderen Platz. »Sie fragte mich, seit wann der Knochen zum Hund käme, immerhin wolle sie nichts von dir.«

»Diese Frau kostet mich noch den letzten Nerv«, knurrte ich und donnerte meine Faust auf den Tisch. »Jeder Eigentümer hat freiwillig verkauft, nur sie stellt sich quer.«

»Wie viel hast du ihr für die Wohnung und den Laden geboten?«, fragte Edward interessiert. Ich ließ das Duzen nur zu, weil wir zusammen in Harvard studiert hatten. Als ich die Firma übernommen hatte, warb ich ihn seinem Arbeitgeber ab, damit er für mich arbeitete. Edward hatte Biss und war ein unschlagbarer Verhandlungspartner – er war ein Gewinn für die Firma.

»Eine Viertelmillion«, erwiderte ich.

Edwards Augenbraue glitt in die Höhe. »Das ist zu wenig. Eine Wohnung dieser Größe mitten in New York ist das vier- bis fünffache wert, Brant.«

»Ich weiß, aber da das Haus abgerissen werden soll, werde ich ihr sicher nicht das bieten, was sie auf dem freien Markt bekommen würde«, erwiderte ich. »Zudem steht ihr das Wasser bis zum Hals, so was nutze ich nun mal aus.«

»Du solltest das Angebot erhöhen«, erwiderte er überzeugt. »Ich bin mir sicher, dass sie zustimmt, wenn du ihr den marktüblichen Preis bietest, sowohl für die Wohnung als auch für den Laden.«

»Und was soll ich jetzt tun?«, erkundigte ich mich.

»Sag deiner Sekretärin, dass sie Ms. Dempsey anrufen und einen Termin mit ihr ausmachen soll. Du wirst sie in einem persönlichen Gespräch sicher überzeugen können«, antwortete er überzeugt.

»Mhm.« Ich beugte mich vor und legte den Finger auf den Knopf der Gegensprechanlage. »Mrs. Adams, tun Sie mir bitte den Gefallen und rufen Sie Ms. Dempsey vom Decoratia an, um einen persönlichen Termin zu vereinbaren.«

»Ja, Sir«, entgegnete sie.

»Der Termin soll schnellstmöglich stattfinden«, ließ ich sie wissen.

»Ich werde mich darum kümmern, Mr. Groff.«

»Danke, Mrs. Adams«, entgegnete ich gelassen und ließ den Knopf los. »Ich bin mir sicher, dass sie den Termin wieder ablehnen wird.« Mein Blick fiel auf die Tasche neben ihm. »Ich will ihren Laden und ihre Wohnung kaufen, um das Haus abreißen zu können, aber du kaufst bei ihr ein?«, hakte ich skeptisch nach.

Edward grinste. »Nun, was soll ich sagen? Ich habe es gesehen und musste an dich denken.« Er griff nach der Tasche und reichte sie mir.

»Was soll ich damit?«

»Pack es aus und bedank dich zur Abwechslung, statt das stoische Arschloch zu spielen«, erwiderte er.

»Vorsicht«, zischte ich.

»Nun pack es aus.«

Ich schnaubte unzufrieden, denn es nervte mich, dass er bei ihr eingekauft hatte. Ich holte ein Geschenk aus der Tüte und hob eine Augenbraue. Ich griff an die goldene Schleife, die wirklich kunstvoll gebunden war, aber ich war mir sicher, dass es sich um eine vorgefertigte handelte. »Was soll das sein?«

»Das siehst du, wenn du es ausgepackt hast«, erwiderte er.

Kopfschüttelnd löste ich die Schleife, danach riss ich das Geschenkpapier auf. Ich förderte eine Box zutage, die ich ebenfalls öffnete. »Eine Kerze?«

Edward grinste. »Sieh dir den Spruch an.«

Mit gehobenen Augenbrauen holte ich das Glas aus der Schachtel und las das Etikett. »I’m the reason why Santa has a naughty list«, las ich leise vor und sah ihn skeptisch an. »Ist das dein Ernst?«

Mein Kumpel lachte. »Es passt doch wie die Faust aufs Auge.«

Kopfschüttelnd stellte ich die Kerze zur Seite. Sie roch gut, ohne Frage, aber ich konnte mit so einem Kitsch nichts anfangen. »Wie war sie?«

»Ms. Dempsey?«

»Nein, Mrs. Claus, meine Güte, Edward«, brummte ich genervt. »Sicher meine ich Ms. Dempsey.«

»Sie war recht feindselig, nachdem sie merkte, dass ich ein Mitarbeiter von Groff Buildings bin«, erwiderte er. »Sie scheint keinesfalls verkaufen zu wollen.«

Daraufhin nickte ich. »Damit habe ich gerechnet.«

»Du solltest ihr wirklich ein höheres Angebot machen, Brant, sonst wirst du diese Frau nicht kleinkriegen.«

»Ich will sie bloß zum Verkauf bewegen, mehr nicht.« Ich räusperte mich. »Aber da das Haus abgerissen werden soll, werde ich das Angebot nicht erhöhen.«

»Dann solltest du dich damit abfinden, dass du zum ersten Mal nicht das bekommst, was du willst«, sagte er überzeugt.

Unzufrieden griff ich zu meiner Kaffeetasse und trank einen Schluck. »Wie sieht Ms. Dempsey aus?«

Edwards Augenbraue glitt in die Höhe. »Warum willst du das wissen?«

»Reine Neugier. Ich möchte wissen, ob sie nur zickig oder vielleicht hübsch und zickig ist«, erklärte ich gelassen. Natürlich fragte ich nicht nur aus Neugier, sondern wollte genau wissen, mit wem ich es zu tun hatte, damit ich gegebenenfalls andere Saiten aufziehen konnte. Eine hübsche und selbstbewusste Frau passte nicht unbedingt zu dem Plan, der gerade in meinem Kopf reifte.

Edward schnalzte mit der Zunge, zudem betrachtete er mich skeptisch. »Ich glaube dir nicht.«

»Völlig egal. Ich bin dein Boss und habe dir eine Frage gestellt«, entgegnete ich und lehnte mich in meinem Sessel zurück. »Also?«

Er schnaubte unzufrieden. »Sie ist hübsch. Mir reicht sie etwa bis hier«, er deutete auf seine Brust, »also schätze ich sie um die einssiebzig. Sie hat lange schwarze Haare, Locken, blaue Augen, eine Stupsnase, volle Lippen.«

»Und ihr Körper?«, bohrte ich tiefer nach.

»Schlank, kurvig. Ich schätze, sie würde genau in dein Beuteschema passen«, antwortete er sichtlich genervt. »Und was machst du jetzt mit dem Wissen?«

»Mal schauen«, entgegnete ich nachdenklich. »Vielleicht statte ich dem Decoratia einen Besuch ab, wenn sie sich nicht auf den Termin einlässt.«

»Ich bezweifle, dass sie das tun wird«, hielt er dagegen. »Sobald sie hört, dass man von dir geschickt wurde, macht sie dicht.«

»Dann wird sie es eben nicht merken«, erwiderte ich. Ja, das war die beste Idee. Vielleicht würde ich sie in ihrem Laden aufsuchen, aber ich würde es von ihrer Laune abhängig machen, ob ich mich zu erkennen gab oder nicht.

Edwards Augenbraue glitt abermals in die Höhe. »Ich werde mich nicht einmischen, aber sie trug einen Verlobungsring, wenn mich nicht alles täuscht, also gehe ich davon aus, dass eine Flirtoffensive nichts bringen wird. Du wirst an ihr scheitern, da bin ich mir sicher, und sie nicht um den Finger wickeln können.«

Ich verzog meine Lippen zu einem Lächeln. »Das werden wir dann sehen.«

»Na gut, ich werde mich nicht einmischen.« Edward erhob sich. »Aber jetzt weiß ich definitiv, dass die Kerze passt, du Arschloch.«

Ich lachte auf. »Danke.«

Er nahm seinen Mantel, Schal und Hut an sich. »Ich bin in meinem Büro.«

Daraufhin nickte ich ihm zu. »Wir sehen uns.«

»Bis dann, Brant.« Edward verließ mein Büro, die Tür fiel krachend ins Schloss, was mich skeptisch dorthin blicken ließ.

Mir war bewusst, dass es ihn störte, dass ich überlegte, mich an Holly Dempsey heranzumachen, aber was sollte ich sonst tun? Irgendwie musste ich die Frau vom Verkauf überzeugen und wenn es mir gelang, würde ich sie wieder fallenlassen.

Mir gefiel mein Plan.

* * *

Kurz vor Feierabend kam Mrs. Adams in mein Büro. »Mr. Groff?«

Ich sah sie fragend an. »Was gibt’s?«

»Ich habe mit Ms. Dempsey gesprochen. Sie hat einem Termin morgen Nachmittag um 15 Uhr zugestimmt. Sie wird herkommen.«

Überrascht hob ich die Augenbrauen. »In Ordnung. Danke, Mrs. Adams.«

Sie schenkte mir ein Lächeln. »Ist es in Ordnung, wenn ich nun Feierabend mache?«

»Ist alles so weit erledigt?«

»Ja, Sir.«

»Dann ist es in Ordnung. Schönen Feierabend, Mrs. Adams.«

»Danke, Ihnen auch, Mr. Groff.« Danach verließ sie mein Büro.

Ich erhob mich, ging an die Minibar und holte den Scotch heraus. Nachdem ich mir ein Glas eingeschenkt hatte, begab ich mich zurück an den Schreibtisch. Meine Gedanken kreisten schon wieder um Ms. Dempsey und darum, warum sie zu stur zum Verkaufen war. Ich wollte diese Mall bauen und sie war die einzige Eigentümerin, die sich querstellte. Mir war bewusst, dass ich mit einer Klage nicht weit kommen würde, aber vielleicht konnte ich sie ein wenig drangsalieren. Ich würde einfach die Heizung und das Wasser abschalten lassen, aber dann würde ich mir wohl die Bewohner zum Feind machen, die noch dort wohnten. Die Frist, in der sie ausziehen mussten, lief bis zum siebten Januar, also musste ich mich wohl oder übel noch sechs Wochen gedulden, um Ms. Dempsey aus dem Haus zu ekeln.

* * *

Holly

Ich hatte den Termin mit Mr.

---ENDE DER LESEPROBE---