Sascha Oligarch von Moskau - Rhiana Corbin - E-Book

Sascha Oligarch von Moskau E-Book

Rhiana Corbin

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Beschreibung

Diese Kurzgeschichte ist in sich abgeschlossen und hat keinen Cliffhanger. Das Taschenbuch hat 132 Seiten ... Ein spannender Liebesroman, der in die russische Unterwelt führt ... Inhalt: Katharina kann es nicht glauben. Als Touristin in Moskau gerät sie in die Fänge eines Mädchenhändlerrings und soll nach Wladiwostok, am Ende der Welt geschickt werden. In letzter Sekunde wird sie von einem Mann gerettet. Alexander Iwanowitsch Puschkin, der von seinen Freunden nur Sascha genannt wird, hat ein Auge auf die wunderschöne Frau geworfen und nimmt sie bei sich auf. Sascha ist einer der russischen Oligarchen, der sein Geld mit Energielieferungen in den Westen gemacht hat. Doch das Düsseldorfer LKA hat ihn im Visier, weil sich der Verdacht auf Geldwäsche und Menschenhandel gegen ihn verdichtet. Ist es daher nur ein Zufall, dass Katharina ebenfalls in Düsseldorf wohnt? Alexanders harte aber auch weiche Art nimmt Katharina gefangen und bald kann sie seinem Charme nicht mehr widerstehen. Doch sind seine Gefühle echt? ... Ein Verwirrspiel bis zur letzten Seite ...

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Seitenzahl: 122

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Sascha

Oligarch von Moskau

Rhiana Corbin

Inhalt

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Danksagung

Leseprobe

Deutsche Erstausgabe

Copyright © 2019, Rhiana Corbin

Alle Rechte vorbehalten

Nachdruck, auch auszugsweise,

nur mit Genehmigung

1. Auflage

Covergestaltung: Andrea Wölk

Unter Verwendung folgender Fotos:

© Cara-Foto– Shutterstock.com

© iraua – Shutterstock.com

© Mikbiz – Bigstock.com

Andrea Wölk, Lutherstr. 16, 46414 Rhede

www.mybooklove.de

1

Moskau, 19. Januar

Der Wagen glitt fast lautlos durch den frühen Morgen. Während ein Großteil der anderen Verkehrsteilnehmer mit Schrottkisten durch die Straßen raste, die das Wort Auto gar nicht verdienten, lehnte sich Alexander Iwanowitsch Puschkin in den butterweichen Ledersitzen zurück und schloss die Augen.

Er war müde. Allerdings hatte Iwan um ein Treffen gebeten und er wollte das so schnell wie möglich hinter sich bringen. Sein Fahrer und Leibwächter lauschte leise einem Radiobericht über ein Fußballspiel, das am Abend stattgefunden hatte. Alexander hatte die Nacht in dem Club verbracht, der zum Casino gehörte, das an der Nowy-Arbat Straße lag. Hier reihte sich ein Casino an das andere und Alexander kontrollierte einen Großteil der Geschäfte. Er wünschte, er könnte direkt zu seiner Wohnung im Mercury City Tower im Presnensky District fahren. In der zweiundsiebzigsten Etage, hoch über der Stadt, fand er die Ruhe, die er brauchte. Sein Kopf schmerzte, eine Migräne kündigte sich an. Daran trug aber nicht nur die laute Musik im Club Schuld. Auch das starke Parfum von Nadja saß ihm immer noch in der Nase fest und sorgte für einen stechenden Schmerz hinter seiner Stirn. Er mochte diesen süßlich-aufdringlichen Geruch nicht. Ihm wurde davon speiübel. Überhaupt war er Nadja überdrüssig. Sie stellte zu hohe Ansprüche. Sie war nur auf teure Geschenke aus, damit konnte er sie glücklich machen. Sein Geld stand für Nadja immer im Vordergrund. Im Bett war sie nicht besonders anspruchsvoll. Auf den ersten Blick war Nadja eine schöne Frau, doch wenn man genauer hinsah, konnte man erkennen, dass dieser Schein trog. Und seit längerer Zeit schaute Alexander genauer hin. Sie war eindeutig nicht die Frau, mit der er weiter zusammensein wollte. Nadja war intelligent, trotzdem gab es kaum tiefschürfende Gespräche, nur belangloses Geplänkel. Es dürstete ihm nach einer festen Beziehung, die tiefer ging als eine reine Bettgeschichte. Er würde daran etwas ändern, und zwar sehr kurzfristig.

Der Maybach stoppte und Alexander blickte aus dem Seitenfenster. Das Schneetreiben war mittlerweile dichter geworden, die Temperaturen fielen seit gestern Morgen stetig. Es war nach einem eher milden Dezember, jetzt Mitte Januar, deutlich Winter geworden. Das Wetter spielte verrückt, so wie die ganze Welt.

Kyrill, sein Leibwächter, öffnete die Tür und Alexander stieg aus, sah sich unauffällig um. Das Wetter verschlechterte sich zusehends. Wolken verdeckten den Mond, die Sicht wurde immer schlechter. Er schlug den Kragen seines Wollmantels hoch, weil ihm der Schnee in den Hemdkragen fiel und schmolz. Abrupt blieb er stehen und dachte kurz nach. »Kyrill«, sagte er langsam, aber bestimmt, »sieh zu, dass du Nadja loswirst. Ohne Theater. Ich will sie nicht mehr wiedersehen. Sie soll aus dem Appartement ausziehen. Gib ihr eine der Wohnungen am anderen Ende der Stadt.«

»Das wird ihr nicht gefallen«, brummte Kyrill.

»Ich weiß. Zur Not soll Fjodor dich unterstützen.«

Kyrill nickte und zückte sein Handy. Er war kein Mann großer Worte, das schätzte Alexander so sehr an ihm. Bereits beim Militär war Kyrill ein treuer Gefolgsmann gewesen und Alexander hatte es nie bereut, Kyrill in seine Dienste aufgenommen zu haben.

Dieser hielt ihm nun die Tür zu einem Bunker auf, der unter dem Olympiastadion im Ramenki District lag und fünfundsechzig Meter tief in die Erde führte. Iwan Antonowitsch Schukow war ein Gangster und dazu noch äußerst paranoid. Er traute niemandem, außer vielleicht Alexander, und verließ sein unterirdisches Büro selten. Iwan hielt auch nichts von Handys oder E-Mails, denn alles konnte abgefangen oder abgehört werden. Auch wenn Alexanders Geschäftspartner üblicherweise zu ihm kamen, machte er bei Iwan eine Ausnahme und sich die Mühe, Iwan persönlich aufzusuchen. Es schien sehr wichtig zu sein, wenn er Iwans Worte richtig gedeutet hatte.

Sobald die beiden Männer den Bunker betraten und in das unterirdische Labyrinth hinabstiegen, ertönte ein leises Summen und mehrere rote Lampen begannen zu rotieren. Ein Zeichen dafür, dass Fremde im Gebäude waren. Die Eisentreppe schien endlos und endete an einer Stahltür, die per Video überwacht wurde. Alexander hielt sein schönes Gesicht vor die Kamera und zog eine Grimasse. Der Öffner wurde betätigt und die kleine Lampe auf dem Tastenfeld neben der Tür sprang von Rot auf Grün.

»Sascha!«, ertönte Iwans mächtige, dunkle Stimme und hallte von den Wänden der großen Halle wider. »Ich freue mich, dass du gekommen bist.« Er breitete seine Arme aus, trat auf Alexander zu und küsste ihn auf beide Wangen. »Komm in mein Büro.«

Iwan Antonowitsch war ein großer, breiter Mann, mit Händen so groß wie Bärentatzen. Sein Bart war lang, aber gepflegt und er trug ein schwarzes Hemd lose über einer Anzughose, was ihm ein legeres, aber modisches Aussehen verlieh. Er führte sie in einen angrenzenden Raum, der hell erleuchtet war, ein extremer Gegensatz zu den dämmrigen Gängen.

»Setz dich, mein Freund, ich muss dringend mit dir sprechen«, kam er gleich zur Sache.

Alexander nickte Kyrill zu, der sich mit vor seinem Bauch verschränkten Händen neben der Tür positionierte und mit starrem Blick geradeaus die Ohren auf Durchzug stellte. So sah es zumindest auf den ersten Blick aus, doch Alexander wusste, dass er aufs Äußerste konzentriert war.

»Worum geht es?«, wollte Alexander wissen. Seine Stimmung war nicht die beste und er musste sich zusammenreißen, um Iwan nicht zu beleidigen, schließlich konnte dieser nichts für seine Migräne.

»Lass uns etwas zusammen trinken«, lud Iwan ihn ein, hob den Hörer des analogen Telefons und bestellte Tee. Iwan hatte dem Alkohol abgeschworen, obwohl er früher den Wodka wie Muttermilch aufgesogen hatte. Nur ein klarer Kopf erkannte die Gefahr, war seine Devise, nachdem seine Leber eines Tages ein Veto eingelegt hatte.

»Wie laufen die Geschäfte?« Alexander sah ihn fragend an, während er sich an dem großen Besprechungstisch niederließ. Hier war Platz für mehr als zwölf Personen.

»Gut, gut. Ich bereite gerade eine neue Lieferung für Wladiwostok vor.« Iwan setzte sich zu ihm.

»Was für eine Lieferung?«

Die Tür öffnete sich und ein Mitarbeiter brachte ein Tablett mit zwei Gläsern herein, in dem sich starker Tee befand. Alexander musste zum Zucker greifen. Er verzog das Gesicht, als er einen Schluck trank.

»Was ist los, Sascha? Schmeckt dir mein Tee nicht?«, fragte Iwan leicht beleidigt.

Alexander hob die Hand. »Nein, der Tee ist sehr gut. Es ist mein Kopf, der mir Schmerzen bereitet. Migräne.«

Iwan gab einen spöttischen Ton von sich. »Das ist was für Frauen. Vielleicht sollte ich dir einen Wodka servieren?«

Alexander winkte ab. »Davon hatte ich heute schon genug.«

»Wie wäre es dann mit einer Massage? Such dir eine der Frauen aus, die heute Nacht an Mischa geliefert werden.«

»Woher kommen die Frauen?«, fragte Alexander interessiert. Nicht, um sich eine auszusuchen, sondern um zu erfahren, wofür die Frauen gebraucht wurden.

»Sie stammen aus meinen Bordellen. Frauen, die nicht spuren und für einige Zeit ans andere Ende der Welt geschickt werden, damit sie wissen, wie gut es ihnen hier geht.« Er strich sich andächtig über seinen Bart. »Außer einer. Sie haben wir beim Spionieren erwischt. Zwar streitet sie alles ab, doch ich bin mir sicher, dass sie lügt. Sie sagt, sie wäre eine Touristin, ist aber im Büro deines Clubs aufgegriffen worden.«

»Wann?«

»Vorgestern Nacht.«

»Touristin? Woher kommt sie?«

»Aus Deutschland. Das ist auch der Grund, weshalb ich dich zu mir gebeten habe. Ein Informant hat mich benachrichtigt, dass das Landeskriminalamt in Düsseldorf Untersuchungen über dich angestellt hat. Sie haben dein Geschäft im Auge. Es wird observiert. Du solltest vorsichtig sein. Seitdem der Zoll für die Geldwäsche in Deutschland zuständig ist, haben wir einen großen Teil unserer Kontaktleute verloren.«

»Dann müssen wir dafür sorgen, dass wir neue Leute finden, die für uns arbeiten.« Alexander wurde unruhig. »Das hätte doch schon längst passieren müssen. Wer hat denn da geschlafen?«

Mit einer Geste versuchte Iwan, ihn zu beschwichtigen. »Es besteht kein Grund zur Sorge. Wir haben das im Griff.«

»Ich will aber nicht, dass Fremde in meinem Leben herumschnüffeln. Ich möchte einen genauen Bericht.« Da er sich nicht wohlfühlte, war Alexanders Stimme schneidend und ließ keinen Widerspruch zu.

»Den bekommst du, Sascha. Ich werde mich persönlich darum kümmern.«

»Zeig mir die Mädchen. Ich will mich selbst davon überzeugen, dass wir gute Ware an Mischa liefern.«

»Selbstverständlich. Wenn du mir folgen würdest.« Iwan war anzumerken, dass sich seine Freundlichkeit etwas abgekühlt hatte. Er wechselte in einen Vorsichtsmodus, den er selten anwandte. Alexander und er waren Freunde, ein Wort, das Alexander selten in den Mund nahm.

Im Normalfall kamen sie gut miteinander aus, doch wenn es Schwierigkeiten gab, war es Iwan, der es ausbaden musste.

Die Männer tranken noch einen letzten Schluck, dann erhoben sie sich und gingen Richtung Tür, hinter der der Angestellte verschwunden war. Kyrill folgte ihnen im angemessenen Abstand. Er würde Alexander niemals alleine irgendwohin gehen lassen, außer, er erhielt den Befehl zu warten.

Der unterirdische Bunker war zu Zeiten des Kalten Kriegs angelegt worden und verfügte über ein weitverzweigtes Tunnellabyrinth, deren Gesamtheit nur wenigen Menschen bekannt war. Iwan führte sie durch mehrere Gänge, die jeweils mit schweren Eisentüren verschlossen waren. Wie er hier den Überblick behielt, war sein Geheimnis.

Alexander beschlich ein ungutes Gefühl, je tiefer sie in das System eindrangen. Leichte klaustrophobische Empfindungen machten sich in ihm breit. Hinter der nächsten Tür gelangten sie in einen Raum, in dem sich ein Dutzend Frauen aufhielten. Sie saßen zusammengekauert auf den Stühlen und Sofas, schauten ängstlich auf. Auf den ersten Blick waren sie in guter körperlicher Verfassung, wie Alexander feststellen konnte. Allein eine Frau sah ihnen stolz entgegen, sie war anders als die anderen Frauen, das erkannte er auf Anhieb. Auf den zweiten Blick zeichnete sich ein Veilchen unter ihrem rechten Auge ab und die Lippe war aufgeplatzt. Man hatte sie geschlagen.

»Was ist mit ihr?«, knurrte Alexander und deutete mit dem Kinn Richtung der Frau, die von den anderen getrennt worden war.

»Das ist die Deutsche. Sie wollte nicht so, wie ich es gefordert habe. So etwas kann ich nicht durchgehen lassen.« Für Iwan war das sein tägliches Brot. Als Menschenhändler konnte er es sich nicht leisten, zögerlich zu sein. Seine braunen Augen blickten ausdruckslos.

»Sie bleibt hier«, bestimmte Alexander und zeigte auf die junge Frau, die sich sofort versteifte. Scheinbar verstand sie russisch.

»Was soll ich denn mit ihr machen?« Iwan sah man an, dass es ihm nicht passte, weiterhin für die Frau verantwortlich zu sein.

»Nichts. Ich nehme sie mit und kümmere mich selbst darum.«

Wenn Iwan überrascht war, so zeigte er es nicht. Er nickte und ging auf die Frau zu, um ihre Handschellen zu öffnen, mit denen sie an dem Stuhl gefesselt war.

Sie gab keinen Laut von sich, blickte Alexander stumm, aber interessiert an.

»Kyrill«, sagte Alexander leise und der große, starke Mann setzte sich in Bewegung, nahm den Oberarm der zierlichen Frau, führte sie Richtung Ausgang.

»Ich erwarte morgen deinen Bericht«, erklärte Alexander an Iwan gewandt, der zustimmend nickte. Alexander konnte es nicht erwarten, endlich wieder an die Oberfläche zu gelangen, weil ihm diese Räume hier die Luft zum Atmen nahmen.

»Juri wird euch nach oben führen«, erklärte Iwan und klatschte in die Hände, woraufhin sein Assistent an der Tür erschien und ihnen den Weg aus dem Bunker zeigte.

Kyrill platzierte die Frau im Fond des Wagens und Alexander stieg auf der anderen Seite ein. Die Frau lehnte sich in den Sitz zurück, schloss kurz ihre Augen. Ihr war die Erleichterung anzusehen. Unter ihrer Blässe sah man feine Züge, die zu einem schönen Gesicht gehörten.

Der Wagen setzte sich in Bewegung. Neugierig schaute die junge Frau sich um.

»Wohin fahren wir?«, fragte sie ängstlich auf Deutsch.

Ihre raue Stimme fuhr Sascha direkt in die Körpermitte. Verdammt, es klang melodisch und sexy zugleich. Alexander rutschte tiefer in den Sitz, um seine aufsteigende Erektion zu verbergen. Er war wohl mächtig untervögelt, wenn allein die Stimme einer Frau ihn schon erregte. Oder lag es an der Frau? Sie sah ihn aus hellgrünen Augen an, eine Farbe, die er so noch nie gesehen hatte. Ihre brünetten, schulterlangen Haare waren strähnig, das Augen Make-up verschmiert, und doch übte sie einen ganz besonderen Reiz auf ihn aus.

»Wie ist dein Name?«, fragte Alexander im einwandfreien Deutsch und sah Überraschung in ihren Augen aufflammen.

»Sie sprechen meine Sprache?« Eine ihrer Augenbrauen zog sich leicht in die Höhe.

»Ich habe einige Jahre in Rostock verbracht«, erklärte er knapp.

»Was haben Sie dort getrieben?«

»Ich war als Offizier dort stationiert.«

»Dann sind Sie bei der Armee?«, fragte sie vorsichtig.

Alexander schüttelte langsam den Kopf. »Ich bin kein Marinesoldat mehr. Beantworte meine Frage, wie lautet dein Name?«

Sie sah ihn einen Moment stumm an. »Katharina«, murmelte sie dann doch, als er schon dachte, sie würde ihm ihren Namen nicht verraten.

»Katharina die Große.« Er ließ sich den Namen auf der Zunge zergehen und sah sie spöttisch an.

»Nein, Katharina Nowak. Ich bin deutsche Staatsbürgerin und als Touristin in Moskau. Ich verlange, dass Sie mich freilassen.« Plötzlich flammte ein Feuer in ihrem Blick auf, mit dem er nicht gerechnet hatte.

»Du unterliegst einem Irrtum, Katharina Nowak. Du bist nicht meine Gefangene, sondern mein Gast.«

»Ihr Gast?«

»Da. Ich möchte mich für meinen Landsmann entschuldigen. Iwan ist manchmal etwas … übereifrig.«

Der Wagen wurde langsamer und fuhr im Schritttempo in eine Tiefgarage.

Katharina blickte nervös aus dem Fenster. »Wo sind wir hier? Wohin bringen Sie mich? Das ist nicht mein Hotel.«

Alexander legte ihr die Hand auf den Arm. »Bitte, beruhige dich. Dies ist die Tiefgarage des Mercury City Tower. Hier wohne ich.« Das Auto stoppte und Kyrill stieg aus, öffnete die Tür im Fond des Wagens.

»Steigen Sie aus«, forderte Kyrill und machte eine ungeduldige Handbewegung. Seine Stimme klang, als gurgelte er jeden Morgen mit Wodka als Mundwasser.

»Bitte«, wies Alexander sie an und folgte ihr auf dem Fuß.

»Ich möchte zurück in mein Hotel«, forderte Katharina und blickte ihn herausfordernd an.

»Das wird leider nicht möglich sein. Iwan hat das Zimmer gekündigt, damit man keine Nachforschungen nach deinem Verbleiben anstellt. Ich erwähnte bereits, dass Iwan manchmal etwas voreilig ist. Wenn du also nicht auf der Straße schlafen willst, solltest du meine Gastfreundschaft in Erwägung ziehen. Dir dürfte zu Ohren gekommen sein, dass wir Russen für unsere Gastfreundlichkeit bekannt sind und sehr ernst nehmen.«

Einige Sekunden verharrte Katharina, dann nickte sie und folgte Alexander zum Aufzug, vor dem sie ausgestiegen waren.