Schärfer als der Schlange Zahn - Simon R. Green - E-Book
Beschreibung

Mein Name ist John Taylor. Ich bin Privatdetektiv in der Nightside, der finsteren, kaputten Stadt im Herzen Londons. Wo nie die Sonne scheint und Lust und Schrecken immer zu haben sind - wenn man sie bezahlen kann. Kein hübsches Ausflugsziel, kein guter Wohnort. Man sollte also meinen, es könnte mir egal sein, daß sie bald zerstört werden wird, und zwar von keiner Geringeren als meiner lange verschwundenen, nicht ganz menschlichen Mutter. Aber es ist mir nicht egal. Ich bin hier geboren, ich lebe hier, und ich habe Freunde hier. Sie sind vielleicht nicht alle gesellschaftsfähig, aber sie sind nichtsdestoweniger meine Freunde. Ich weiß, daß nur ich meine Mutter aufhalten kann. Der Trick besteht darin, es zu tun, ohne die Prophezeiung zu erfüllen, die besagt, nicht nur die Nightside sei ungeachtet meiner Mühen zum Untergang verurteilt, sondern auch der Rest der Welt ...

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl:392

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi ohne Limit+” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS

Sammlungen



Autor: Simon R. Green

Deutsch von: Oliver Hoffmann

Lektorat: Natalja Schmidt und Julia Abrahams

Korrektorat: Corinna Schäfer und Thomas Russow

Art Director, Satz und Gestaltung: Oliver Graute

© Simon R. Green 2006

© der deutschen Übersetzung Feder&Schwert 2009

E-Book-Ausgabe

ISBN 978-3-86762-136-6

Originaltitel: Sharper than a Serpent’s Tooth

Schärfer als der Schlange Zahn ist ein Produkt von Feder&Schwert unter Lizenz von Simon R. Green 2006. Alle Copyrights mit Ausnahme dessen an der deutschen Übersetzung liegen bei Simon R. Green.

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck außer zu Rezensionszwecken nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Die in diesem Buch beschriebenen Charaktere und Ereignisse sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit zwischen den Charakteren und lebenden oder toten Personen ist rein zufällig.

Die Erwähnung von oder Bezugnahme auf Firmen oder Produkte auf den folgenden Seiten stellt keine Verletzung des Copyrights dar.

www.feder-und-schwert.com

Prolog

London nährt wie eine Schlange, ein schreckliches Geheimnis an seinem Busen – die Nightside. Es ist ein finsterer, verderbter Ort, eine Stadt in der Stadt, in der die Sonne niemals scheinen wird. In der Nightside findet man Götter, Monster und Geister aus den unendlichen Tiefen, wenn sie einen nicht zuerst finden. Vergnügen und Schrecken werden unablässig feilgeboten, als Sonderangebote und nur leicht vergilbt. Ich bin vor etwa dreißig Jahren in der Nightside geboren worden, und seit ich klein war, versucht mich eine geheimnisvolle Gruppe von Feinden umzubringen.

Ich heiße John Taylor und bin Privatdetektiv. Scheidungen bearbeite ich nicht, ich löse auch keine Kriminalfälle und würde eine Spur nicht erkennen, wenn ich darüber stolperte. Ich finde Dinge, egal, wie gut sie versteckt sind, aber in erster Linie scheine ich immer Ärger zu finden. Mein Vater hat sich totgesoffen, nachdem er herausgefunden hatte, dass meine Mutter doch kein Mensch war. Für die Autoritäten, jene gesichtslose Gruppierung, die sich gern als Regierung der Nightside sieht, bin ich lediglich ein gefährliches abtrünniges Element. Sie haben weitgehend recht. Meine Auftraggeber sehen in mir ihre letzte Hoffnung, wieder andere den Thronanwärter; und dann gibt es da noch diejenigen, die alles aufs Spiel setzen würden, um mich zu töten, denn eine Prophezeiung besagt, ich werde eines Tages die Nightside zerstören – und den Rest der Welt gleich mit.

Erst jüngst habe ich herausgefunden, dass meine Mutter ein biblischer Mythos ist. Vor Millennien schuf sie die Nightside als den einzigen Ort auf Erden, der frei ist vom ewigen Kampf zwischen Himmel und Hölle. Ihre eigenen Verbündeten verstießen sie aus dieser Wirklichkeit in den Limbus, weil sie sie so sehr fürchteten. Sie war lange weg; aber jetzt ist sie wieder da und droht, die Nightside nach ihrem eigenen schrecklichen Bild neu zu formen. Meine Mutter ist Lilith, Adams erste Frau, aus dem Garten Eden verjagt, weil sie sich keiner Autorität unterordnen wollte. Sie fuhr zur Hölle, lag bei den Dämonen und gebar all die Monster, die diese Welt je heimsuchten. Sagt man zumindest.

Lilith. Mami.

Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie ich sie aufhalten kann, ohne dabei die Nightside und die ganze verdammte Welt zu vernichten ...

1

Irgendwo in der Nacht

Viele sagen und die meisten glauben, das Strangefellows sei die älteste Kneipe der Welt, und daher hat es seit seiner Eröffnung schon so ziemlich alles gesehen. Als Suzie Shooter und ich also plötzlich aus dem Nichts auftauchten, in unseren blutverschmierten, zerfetzten Klamotten, und halbtot wirkten, zogen die meisten der Gäste, ein Haufen kosmopolitischer Bastarde und hauptsächlich Drecksäcke, nicht mal eine Augenbraue hoch. Suzie und ich stützten uns schwer auf den langen, polierten Holztresen und versuchten ein Weilchen lang einfach nur wieder zu Atem zu kommen. Wir hatten auf unserer Reise durch die Vergangenheit viel durchgemacht – unter anderem waren wir von Engeln besessen gewesen, um besser gegen Dämonen aus der Grube kämpfen zu können, also hatte ich durchaus das Gefühl, als hätten wir uns eine kleine Auszeit verdient. Alex Morrisey, der Besitzer und Barkeeper des Strangefellows und ganz allgemein eine schreckliche Nervensäge, stand hinter der Theke und polierte mit vollem Einsatz ein Glas, das gar nicht poliert werden musste, während er uns beide mit seinem vertraut starren, finsteren Blick fixierte.

„Warum könnt ihr nicht einfach durch die Tür hereinkommen wie alle anderen auch, Taylor?“, fragte er schließlich. „Ihr braucht immer den großen Auftritt, was? Schaut euch doch nur mal an. Wagt es bloß nicht, Blutflecken auf meinen neuen Fußboden zu machen, die Reinigung ist extrem kostspielig. Ich habe seit mehr Jahren, als ich zurückdenken kann, die natürliche Farbe dieses Bodens nicht mehr gesehen, und versuche, sie mir einzuprägen, ehe sie unvermeidlich wieder verschwindet. Ich brauche neue Kunden. Als ich den Laden erbte, war die Rede von einer hübschen, exklusiven Bar mit handverlesenen, zurückhaltenden Stammkunden.“

„Alex“, sagte ich, „du könntest diese Bar nicht einmal mit einem elektronischen Viehtreiber und einem Brandeisen exklusiv gestalten. Jetzt servier mir bitte endlich diverse alkoholische Getränke, alle im selben Glas, und für Suzie eine Flasche Muttertod.“

„Zwei“, korrigierte mich Suzie Shooter, „und ich brauche kein Glas.“

Alex sah Suzie an, und sein Gesichtsausdruck änderte sich abrupt. Bei unserem Kurzaufenthalt in der Zeit von König Artus hatte Suzie ihre linke Gesichtshälfte eingebüßt. Das Fleisch war zerfetzt und weggerissen und anschließend kauterisiert worden. Ihr linkes Auge fehlte, das Augenlid war zugenäht. Suzie funkelte Alex mit ihrem verbliebenen eisblauen Auge an und forderte ihn heraus, etwas zu sagen. Alex’ Gesicht versuchte, mehrere Mienen zugleich zu produzieren, dann wurde es ausdruckslos. Er nickte Suzie in bester Barkeepermanier höflich zu und ging unsere Getränke einschenken. Suzie hatte keine Zeit für Mitleid oder Mitgefühl, nicht einmal von denen, die sie als ihre Freunde betrachtete. Vielleicht gerade von ihnen nicht.

Aber ich wusste, dass es einen tieferen Grund gab. Alex und ich hatten dieses Gesicht schon einmal gesehen, bei einer künftigen Inkarnation Suzies, die aus einer potentiellen Zukunft in unsere Zeit zurückgekehrt war, um mich genau in dieser Bar zu töten. Vielleicht hatte ich diese Suzie getötet. Ich war mir nicht sicher. Alex kam mit einem großen Glas Wermutbrand für mich und zwei Flaschen Gin für Suzie zurück. Er verzog missbilligend das Gesicht, als ich den teuren Schnaps auf einen Zug leerte und versuchte, nicht zu sehen, wie Suzie den Gin direkt aus der Flasche nuckelte, als handle es sich um Muttermilch.

„Wie lang waren wir weg?“, fragte ich schließlich.

Alex zog eine Braue hoch. „Etwa fünf Stunden, seit du und Tommy Oblivion mit Eamonn Mitchell, deinem neuen Klienten, losgezogen seid.“

„Ah“, sagte ich. „Für uns war es viel länger. Suzie und ich haben eine Zeitreise unternommen. In verschiedene Vergangenheiten der Nightside.“

„Ihr dauert mich“, versicherte mir Alex. „Habt ihr im Hier und Jetzt noch nicht genug Probleme, ohne auch noch die Leute in der Vergangenheit aufzuregen? Wem seid ihr denn diesmal auf die Füße getreten? Ihr seht aus wie durch den Wolf gedreht.“

„Das ist noch gar nichts“, sagte Suzie. „Du solltest mal den Fleischwolf sehen.“

Sie rülpste, furzte und nuckelte dann weiter an ihrer Flasche.

„Ich schätze, ihr habt mir nicht zufällig ein kleines Präsent mitgebracht“, wandte sich Alex an mich.

„Natürlich nicht“, sagte ich. „Ich sagte doch, wir waren in der Vergangenheit, nicht im Präsens.“

„Eines Tages wirst du dich an deiner scharfen Zunge noch schneiden“, knurrte Alex.

Ich brachte Suzie dazu, die Ginflasche lange genug abzusetzen, um den Kleidungsauffrischungszauber zu nutzen, den Alex immer griffbereit hinter der Theke hatte. Ein paar Machtworte und eine Reihe rascher Gesten mit dem Zeigeknochen eines Aborigines später waren unsere Klamotten wieder sauber und geflickt. Unsere Körper blieben zwar zerschunden, blutverschmiert und erschöpft, aber es war immerhin ein Anfang. Der Zauber gehörte zur Standardausstattung aller Kneipen und Hotels in der Nightside, wo die allgemeine Lebensfreude sich sehr negativ auf die Kleidung auswirken konnte. Suzie und ich bewunderten uns in dem breiten Spiegel, der hinter der Theke hing.

Ich sah wieder wie ich selbst aus, wenn auch um die Augen etwas weltmüder. Groß, dunkelhaarig und – im richtigen Licht – gutaussehend, gehüllt in einen langen weißen Trenchcoat. Ich gebe mich gerne der Illusion hin, ich wirke vertrauenswürdig, auch wenn ich nicht der Typ bin, den man unbedingt seinen Eltern vorstellen möchte. Suzie Shooter, auch bekannt als Flintensuzie und „Oh Gott, sie ist es, lauft!“, sah genauso kaltblütig, gefährlich und schlichtweg furchterregend aus wie immer. Die hochgewachsene Blondine war gerade Ende zwanzig, hatte aber allerhand durchgemacht. Mit geradem Rücken stand sie arrogant da in ihrer schwarzen Motorradlederkombi, die mit Stahlketten und -nieten prunkvoll verziert war, eine Repetierschrotflinte auf dem Rücken. Ihre üppige Brust überspannten zwei Patronengurte. Kniehohe schwarze Lederstiefel mit Stahlkappen rundeten das angsterregende Bild ab. Suzie hatte ein kantiges Gesicht, einen Mund, der selten lächelte und einen Blick, der älter war als die Welt. Sie hatte mir einmal in den Rücken geschossen, aber das war nur ein Schrei nach Liebe gewesen.

(Alex trug wie immer ausschließlich Schwarz, inklusive Designersonnenbrille und dem schicken schwarzen Barett, das stets auf seinem Hinterkopf thronte, um eine wachsende kahle Stelle zu verbergen. Er war wie Suzie Ende zwanzig, sah aber zehn Jahre älter aus. Das kommt davon, wenn man in der Nightside eine Bar besitzt.)

„So“, fragte Suzie und griff wieder zu ihrer Ginflasche, „was nun, Taylor?“

Ich sagte: „Wir stellen eine Armee zusammen aus allen Mächten, Wesen und wichtigen Persönlichkeiten der ganzen verdammten Nightside und machen eine Truppe daraus, die ich Lilith auf den Hals hetzen kann. Ich werde meine Gabe einsetzen, um sie aufzuspüren, und dann ... tun wir, was wir tun müssen, um sie zu vernichten. Weil uns jetzt ansonsten nichts mehr bleibt.“

„Auch wenn sie deine Mutter ist?“

„Das war sie nie“, nuschelte ich. „Nicht in irgendeiner Hinsicht, die von Bedeutung wäre.“

„Selbst mit einer Armee im Rücken könnten wir weite Teile der Nightside verwüsten, wenn wir uns mit ihr anlegen.“

„Wenn wir nichts unternehmen, wird sie das ohnehin tun “, sagte ich. „Ich habe gesehen, was passiert, wenn wir sie nicht aufhalten, und alles wäre besser als das.“

Ich sah ihr nicht ins vernarbte Gesicht. Ich dachte nicht daran, wie sie halbtot und halb wahnsinnig durch die Zeit zurückkehrte, um mich zu töten, den rechten Unterarm durch die sprechende Pistole ersetzt.

„Was, wenn die anderen nicht mitmachen wollen?“

„Ich bringe sie schon dazu.“

„Damit du am Ende wirst wie deine Mutter?“

Ich seufzte und wandte den Blick ab. „Ich bin müde, Suzie. Ich will ... das muss alles ein Ende haben.“

„Sollte eine Höllenschlacht werden.“ Flintensuzie schob die Daumen unter die Patronengurte, die sich über ihrer Brust kreuzten. „Ich kann’s kaum erwarten.“

Ich lächelte sie liebevoll an. „Ich wette, du nimmst diese Schrotflinte sogar mit ins Bett, oder?“

Sie sah mich mit kalter, ruhiger Miene an. „Vielleicht findest du es eines Tages heraus, Liebster.“

Sie hauchte mir einen Kuss zu und konzentrierte sich dann wieder ganz auf ihre Ginflasche. Alex sah mich mit einer Mischung aus Ehrfurcht, Entsetzen und völligem Erstaunen an und nutzte die Gelegenheit, solange Suzie anderweitig beschäftigt war, für ein Gespräch unter vier Augen. Er nahm mich beiseite und senkte die Stimme.

„Habe ich gerade richtig gehört, John? Liebster? Heißt das, du und die psychotische Kopfgeldjägerin aus der Hölle, ihr seid jetzt ein Paar?“

„Sieht so aus“, antwortete ich. „Ich bin genauso schockiert und überrascht wie du. Vielleicht hätte ich meine Kontaktanzeige vorsichtiger formulieren sollen.“

„Aber ... Suzie? Ich meine, klar, volle Punktzahl in der Kategorie Mut, aber ... sie ist verrückt!“

Ich musste lächeln. „Glaubst du, ein normaler Mensch würde sich mit mir einlassen?“

Alex dachte darüber nach. „Na ja, stimmt auch wieder, ja. Gutes Argument. Aber John ... ihr Gesicht ...“

„Ich weiß“, sagte ich ruhig. „Das ist in der Vergangenheit passiert. Ich konnte nichts tun.“

„John, sie ist damit der zukünftigen Suzie, die dich zu töten versucht, einen guten Schritt nähergekommen. Sollten wir ihr das nicht sagen?“

„Ich weiß es schon“, sagte Suzie. Ich hatte sie nicht kommen hören, und Alex wohl auch nicht, wenn die Art, wie er zusammenzuckte, als Indiz gelten durfte.

Sie besaß den Anstand, nicht zu lächeln. „Ich weiß es schon eine ganze Weile. In der Nightside bleibt nichts lange geheim, besonders, wenn es sich um schlechte Nachrichten handelt. Das müsstest du doch eigentlich wissen, John. Aber mach dir keine Sorgen. Ich mache mir nie Gedanken über die Zukunft. Vor allem, weil ich nicht glaube, dass ich lange genug leben werde, um sie zu sehen. Das ist eine sehr befreiende Einstellung. Mach dir lieber Gedanken über mein gegenwärtiges Ich, John.“

„Oh, das tue ich“, versicherte ich ihr. „Das tue ich.“

Ich lehnte mich an den Tresen und sah mich um. Eine Nacht wie jede andere in der ältesten Kneipe der Welt. Alex’ muskelbepackte Rausschmeißerinnen, Betty und Lucy Coltrane, warfen gerade eine Gruppe von kräftigen, maskierten mexikanischen Wrestlern hinaus und brachten sie dabei dazu, wie Mädchen zu flennen. Mit den Coltranes legt man sich besser nicht an. Besonders nicht, wenn sie ihre Rollerball-Hellcat-Siegerinnen-im-Schlammcatchen-T-Shirts trugen. Ganz in meiner Nähe bestellte ein Cyborg, der golden leuchtende Augen hatte, mit seltsam summender Stimme eine weitere Flasche reinen Ethanols bei Alex. Er war per Zeitanomalie aus einer möglichen Zukunft in diese Nightside gekommen und versuchte derzeit, mit einer Beißzange und einem Sonarschraubenzieher, den jemand in der Kneipe hatte liegen lassen, sein linkes Bein zu reparieren. Ich freute mich regelrecht, diesen Cyborg zu sehen. Es war gut zu wissen, dass außer der schrecklich verwüsteten Zukunft, vor der ich solche Angst hatte, noch andere Zukünfte möglich waren.

Viel zu sehr in meiner Nähe sang ein halbes Dutzend Blütenfeen in offenherzigen Klamotten aus Blütenblättern ein derbes viktorianisches Trinklied – es war offensichtlich, dass sie einen Pollenrausch hatten. Bald würden sie unangenehm werden und sich ein Wasserbaby suchen, das sie zusammenschlagen konnten. Über die Metalltreppe stieg Psycho-Kid in seinen üblich heruntergekommenen Klamotten in den Schankraum herab, drehte seine Runden und bot seine widerwärtige Ware feil. Kid verkaufte denen, die mal so richtig den Kopf verlieren wollten, kurze Schübe irgendeiner Geisteskrankheit. Er hatte mir einmal anvertraut, er habe ursprünglich geistige Gesundheit verkauft, aber in der Nightside keine Abnehmer gefunden. Das hätte ich ihm auch vorher sagen können.

Auch der König und die Königin von Amerika schauten kurz herein, lächelten und winkten.

„Also“, fragte Alex und goss mir nach, „wie war die Nightside der Vergangenheit?“

„Dreckig“, sagte Suzie. „In jeder Hinsicht.“

„Habt ihr jemand Interessantes getötet?“

„Du würdest dich wundern“, antwortete ich. „Aber der Gentleman genießt und schweigt. Hast du Tommy Oblivion in letzter Zeit gesehen?“

„Nicht, seit er vorhin mit dir weg ist. Hätte ich ihn sehen sollen?“

Tommy Oblivion, der existentialistische Privatdetektiv, war mit Suzie und mir in die Vergangenheit gereist, aber wir hatten uns zerstritten. Er hatte mir vorgeworfen, kalt, manipulativ und gefährlicher zu sein als die Leute, die ich aufzuhalten suchte. Ich hatte ihn in die Gegenwart zurückschicken müssen. Die Alternative wäre gewesen, ihn zu töten, und ich versuchte dieser Tage, einer der Guten zu sein. Dennoch hatte ich das Gefühl, mein Ziel vielleicht etwas verfehlt zu haben. Ich erinnerte mich noch, dass Tommy vor einigen Monaten – als ich am Fall der Nachtigall arbeitete –, plötzlich aus dem Nichts hier in dieser Kneipe aufgetaucht war. Damals hatte er gedroht, mich zu jagen und umzubringen. Ich hatte mich nach dem Warum gefragt, doch jetzt glaubte ich, es zu kennen.

Ich seufzte und zuckte im Geiste die Achseln. Tommy Oblivion sollte eine Nummer ziehen und sich hinten anstellen. In der Nightside gab es stets genügend Leute, die mich töten wollten. Schweres Leder knarzte laut, als sich Suzie neben mich stellte, den Rücken zur Theke und die bereits halb leere Ginflasche in der Hand. In einem ihrer Mundwinkel hing eine Kippe. Langsam kräuselte sich Rauch an ihrem zugeschmolzenen Auge vorbei nach oben.

„Ich werde einen Zauber für dich finden“, sagte ich, „der dein Gesicht repariert.“

„Ich spiele mit dem Gedanke, es so zu lassen“, sagte Suzie ruhig. „Es wird mein Image einer verzweifelten, skrupellosen Mörderin unterstreichen.“

„Dein Image braucht keine Unterstützung.“

„Du findest immer die richtigen Worte, Taylor. Aber es war mir nie wichtig, hübsch auszusehen. Jetzt passt mein Äußeres wenigstens zu meinem Inneren.“

„Suzie ... ich werde nicht zulassen, dass man dir meinetwegen wehtut.“

Sie sah mich kalt an. „Wenn du anfängst, den Beschützer zu spielen, Taylor, lasse ich dich fallen wie eine heiße Kartoffel.“

„Apropos“, warf Alex ein. „Walker war vor ein paar Stunden hier, John. Er hat dich gesucht.“

Das klang nicht gut. Walker, der perfekte Stadtmensch in seinem eleganten Abendanzug mitsamt Melone, vertrat die Autoritäten. Sein Wort war in der Nightside Gesetz, und nach seinen Launen mussten Menschen leben, sterben oder Schlimmeres. Es heißt, er habe einst eine Leiche gezwungen, sich zu erheben und ihm seine Fragen zu beantworten. Er mag mich nicht, hat mir aber schon den einen oder anderen Job verschafft, wenn er einen Handlanger brauchte, von dem er sich im Zweifelsfall distanzieren konnte und der ansonsten vollkommen entbehrlich war. Momentan war er wütend auf mich, aber er würde darüber hinwegkommen. Oder auch nicht, dann würde am Ende einer von uns mit ziemlicher Sicherheit den anderen umbringen.

„Er kam mit seinen Leuten hier rein und ließ sie den Laden von oben bis unten durchsuchen“, sagte Alex eindeutig verstimmt. „Deshalb musste ich unmittelbar vor eurem Auftauchen eine gründliche und sehr teure Putzmannschaft kommen lassen.“

„Du hast sie deine Bar durchsuchen lassen?“, fragte ich.

Alex musste die Verblüffung in meiner Stimme gehört haben, denn er besaß den Anstand, ein leicht verschämtes Gesicht zu machen. „He, er hatte viele Leute dabei, okay? Beeindruckende Leute mit beeindruckenden Waffen. Von denen einige noch immer verschwunden sind und wahrscheinlich gefressen wurden. Ich habe sie davor gewarnt, in den Keller zu gehen.“

Ich schüttelte den Kopf. Walker musste mich wirklich in die Finger bekommen wollen, wenn er bereit war, eine Bar zu stürmen, die von Merlin Satansbrut beschützt wurde. Merlin lag seit dem Niedergang Camelots im Keller der Bar begraben; aber der Tod verhindert nicht notwendigerweise, dass man in der Nightside weiterhin Fäden zieht. Ich wäre nicht einmal in den Keller hinuntergegangen, wenn man mir eine Knarre in den Rücken gedrückt hätte.

„Ich muss pissen“, verkündete ich. „Ich halte jetzt seit über zweitausend Jahren ein, und es steht mir schon Oberkante Unterlippe.“

„Danke, dass du uns das mitgeteilt hast“, sagte Alex. „Versuch diesmal, nicht wieder den ganzen Boden vollzupinkeln.“

Ich marschierte in Richtung Toiletten, die sich im rückwärtigen Bereich der Bar befanden. Ohne viel Aufhebens zu machen, gingen mir die Leute langsam, aber zielstrebig aus dem Weg. Das lag zum Teil an meinem sorgsam gepflegten Ruf, in erster Linie aber daran, dass mir und um mich herum üble Dinge zu passieren pflegten und kluge Menschen Sicherheitsabstand von mir hielten. Ich stieß die Tür auf, auf der ein Bild stilisierter männlicher Genitalien prangte, und ging auf eine der Toilettenkabinen zu. Ich hatte noch nie etwas für Urinale übrig. Da ließ sich viel zu leicht ein Hinterhalt legen.

Ich sah mich kurz um, wobei ich durch den Mund atmete, um mich vor dem schlimmsten Gestank zu schützen, aber ich schien die sanitären Anlagen ganz für mich zu haben. Die kleine, schlecht beleuchtete Steinkammer sah widerlich aus, wie immer. Ich glaube, Alex macht dort nie sauber; er desinfiziert das Klo nur dann und wann mit einem Flammenwerfer. An den kahlen Steinwänden rann Kondenswasser herab, und der Boden war bedeckt mit allerlei Flüssigkeiten, die mit Kondensation nichts zu tun hatten. Auch die Graffiti waren nicht besser geworden. Jemand hatte das Gelbe Zeichen Hasturs an eine Wand gekritzelt, und daneben hatte irgendwer „Götter tun es auf unergründliche Weise“ geschrieben. Neben die Toilettenkabinen hatte jemand anders „Anklopfen und Spaß haben“ geschmiert.

Ich betrat die erste Kabine und schloss hinter mir ab. Dann öffnete ich meinen Reißverschluss und erleichterte mich mit einem langgezogenen Seufzer. Die erste Detektivregel lautet: „Geh pinkeln, wenn du kannst, weil du nie weißt, wann du jemanden beschatten musst.“

Auf die Wand über der Kloschüssel hatte jemand gekritzelt: „Weshalb schaust du an die Wand? Schämst du dich?“ Ich lächelte, schüttelte ab und packte ein, dann blieb ich ganz ruhig stehen. Ich hatte nichts gesehen oder gehört, aber irgendwie wusste ich, dass ich nicht mehr allein in der Kabine war. In der Nightside entwickelte man entweder schnell Überlebensinstinkte, oder man übersteht seine Kindheit nicht. Ich wollte nach einer der kleinen Überraschungen greifen, die ich für solche Gelegenheiten in meiner Manteltasche habe, hielt aber inne, als sich etwas Kleines, Hartes direkt oberhalb der Niere in meinen Rücken bohrte.

„Da bohrt sich etwas Kleines, Hartes in meinen Rücken“, sagte ich. „Ich hoffe inständig, es ist eine Knarre.“

„Hahaha“, lachte eine leise, rauchige Stimme hinter mir. „Bei Ihnen kann man immer sicher sein, dass Sie einen guten Spruch auf Lager haben, Mr. Taylor. Das macht alles so viel geschmeidiger. Ja, es ist eine Handfeuerwaffe, und zwar eine ganz spezielle, das kann ich Ihnen verraten. Es handelt sich um eine Energiepistole aus der Zukunft, die irgendein Cyborg von dort mitgebracht hat und die ich just für diese Gelegenheit erworben habe. Hehe. Versuchen Sie Ihren kleinen Trick mit dem Entfernen der Kugeln aus der Waffe also gar nicht erst. Es gibt keine Kugeln.“

„Pete, der Schleicher“, sagte ich und schnitt eine Grimasse. „Kopfgeldjäger, Einbrecher und genereller Drecksack. Wie bist du durch die verschlossene Tür gekommen?“

„Gar nicht, Mr. Taylor. Ich habe in der Nebenkabine gewartet. Hehe. Bin über die Trennwand geklettert, während Sie ... beschäftigt waren. Hehe. Sie wissen, dass man mich nicht kommen sieht, Mr. Taylor. Ich habe mit Ninjas trainiert. Ich bin ein Wesen aus Nebel und Schatten.“

„Du bist ein hinterhältiger kleiner Bastard“, sagte ich hart. „Weniger wert als eine Wurmtitte. Was willst du von mir, Pete?“

„Na, Sie natürlich, Mr. Taylor. Auf Ihren Kopf ist eine stattliche Summe ausgeschrieben, und die gedenke ich zu verdienen. Und Ihr Schädel muss dafür nicht mal unbedingt mehr am Körper sein. Oh ja. Jetzt können wir entweder locker und entspannt zusammen hier raus und zu meinem wartenden Fahrzeug marschieren, ohne dass Sie ein Wort zu Ihren Gefährten sagen ... oder ich kann Sie raustragen. Zumindest einen Teil von Ihnen. Hehe. Sie haben die Wahl, Mr. Taylor.“

„Was dagegen, wenn ich zuerst spüle?“, fragte ich.

„Immer einen flotten Spruch auf den Lippen! Ich mache so gern Geschäfte mit Profikollegen. Dann läuft alles soviel zivilisierter ab. Hehe. Nur zu, Mr. Taylor. Aber Vorsicht, ja? Keine Dummheiten.“

Ich beugte mich langsam vor und spülte. Während Pete, der Schleicher, sich auf meine Hände konzentrierte, wirkte ich den Zauber, mit dem ich normalerweise Kugeln aus Waffen entferne, nahm alles Wasser, das durch die Kloschüssel floss und transferierte es in die Lunge von Pete. Das Ding, das in meinen Rücken drückte, verschwand abrupt, als der Schleicher rückwärts umkippte und dabei schreckliche gurgelnde Geräusche von sich gab.

Ich wirbelte herum, bereit, die Energiewaffe zu packen, doch seine Hände waren leer. Es hatte nie eine Knarre gegeben, er hatte mir lediglich einen Finger in den Rücken gebohrt. Pete, der Schleicher. Er setzte sich abrupt auf, Wasser quoll ihm aus dem Mund, und er scharrte panisch mit den leeren Händen über die Fliesen. Ich betrachtete ihn einen Augenblick lang. Kopfgeldjäger. Einbrecher. Voyeur und Erpresser. Er hätte mich vielleicht nicht selbst getötet, mich aber ohne zu zögern meinem Henker ausgeliefert ... ich seufzte, stellte ihm den Fuß auf die Brust und trat hart zu. Wasser schoss aus ihm heraus, und nach einer Reihe wirklich ekelerregender Erstickungslaute fing er wieder an zu atmen.

Ich ließ ihn leben. Mir missfiel der Gedanke, dass ich langsam verweichlichte, aber ... ich musste mir vielleicht beweisen, dass ich nicht der Sohn meiner Mutter war.

Ich verließ die Toilette und kehrte in die Bar zurück. Ich warf Alex Morrisey meinen bestmöglichen strengen Blick zu. „Ich bin gerade auf dem Klo Pete, dem Schleicher, begegnet, und zwar auf sehr unangenehme Weise. Hast du mir vielleicht noch etwas mitzuteilen?“

„Ah“, sagte Alex. „Ja, in letzter Zeit kommen hier echt viele Kopfgeldjäger durch. Offenbar haben sich die reichen Familien der dreizehn vernünftigen Männer, die du sicherlich aus gutem Grund getötet hast, zusammengesetzt und einen wirklich beeindruckenden Preis auf deinen Kopf ausgesetzt, und diese Familien haben beste Verbindungen.“

„Wieviel?“, fragte Suzie. Ich sah sie an, und sie zuckte die Achseln. „Tut mir leid. Macht der Gewohnheit.“

Ich wollte gerade eine schroffe Antwort geben, als glücklicherweise mein Mobiltelefon klingelte. Ich meldete mich mit meinem üblichen „Was?“

„Taylor“, sagte Walker mit seiner aalglatten, sehr zivilisierten Stimme. „Ich bin ja so froh, dass Sie unversehrt von Ihrer kleinen Reise in die Vergangenheit zurückgekehrt sind.“

„Walker“, sagte ich. „Es spricht sich schnell herum, was? Ich wusste gar nicht, dass Sie meine Privatnummer haben.“

„Ich habe alle Nummern. Das bringt mein Beruf mit sich.“

„Ich werde nicht vorbeikommen und mich Ihnen und den Autoritäten ergeben. Ich habe Wichtigeres zu tun.“

„Oh, ich denke, das werden Sie doch, Taylor.“

Es lag etwas in seiner Stimme ... „Was haben Sie getan, Walker?“

„Nur, wozu Sie mich gezwungen haben, um Ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Ich habe nach langem Zögern angeordnet, Ihre entzückende kleine Sekretärin Cathy Barrett in Gewahrsam zu nehmen. Mittlerweile dürfte sie in guten Händen sein, sie ist an einem sehr sicheren Ort untergebracht. Ergeben Sie sich ohne Gegenwehr, und Sie haben mein Wort, dass Cathy unverletzt wieder freikommt. Aber wenn Sie darauf bestehen, mir das Leben schwerzumachen, indem Sie sich mir weiter derart widersetzen ... nun, ich fürchte, dann kann ich für das Wohlergehen der jungen Dame nicht weiter garantieren.“

„Sie Bastard.“

„Ich tue nur, was ich tun muss, John. Das wissen Sie.“

„Wenn Cathy etwas zustößt ...“

„Das liegt ganz bei Ihnen, nicht wahr? Ich bedaure, Sie darüber in Kenntnis setzen zu müssen, dass Cathys Entführer einen gewaltigen Groll gegen Sie hegen, Taylor. Je länger Sie Ihre Entscheidung hinauszögern, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese Kerle ihre Frustration an der armen kleinen Sekretärin auslassen werden. Auch wenn mir das sehr leid täte ... es liegt nicht mehr in meiner Hand. Ich habe meine Befehle und tue nur meine Pflicht. Was auch immer geschieht ...“

Ich legte auf. Walker hatte nichts Hörenswertes mehr zu sagen. Er sprach nur in der Hoffnung weiter, seine Leute könnten mein Telefon anpeilen. Ich erklärte Suzie und Alex die Situation.

„Ich kann mich nicht ergeben“, sagte ich. „Ich brauche Handlungsfreiheit, wenn ich Lilith aufhalten will. Die Nightside ist in Gefahr, vielleicht sogar die gesamte Welt. Aber ich kann und werde Cathy nicht im Stich lassen.“

„Natürlich nicht“, sagte Suzie. „Sie ist deine Sekretärin.“

„Deine Freundin“, sagte Alex.

„Meine Tochter“, sagte ich. „In jeder Hinsicht, die von Bedeutung ist.“

„Dann müssen wir sie holen gehen“, sagte Suzie. „Wir dürfen unter solchen Drohungen nicht einknicken. Wenn uns die Leute für erpressbar halten, würden sie das auf ewig ausnutzen. Also los, Taylor. Tu, was du tun musst.“

Ich nutzte meine Gabe, das einzige übernatürliche Erbe meiner nichtmenschlichen Mutter, und sah mich um. Mit meinem dritten, heimlichen Auge betrachtete ich die Nightside und suchte nach Cathy. Ich kann alles und jeden finden, wenn ich nur gründlich genug suche. Aber ich benutze meine Gabe ungern allzuoft, denn dann leuchte ich in der Finsternis so hell, dass man mich weithin sieht. Und dann schicken mir meine Feinde ihre Mörder auf den Hals. Aber in diesem Augenblick war ich zu wütend, um mir darüber Gedanken zu machen.

Die Nightside erstreckte sich unter mir, nackt vor meinem Blick, und ich sah auf sie hinab wie ein zorniger Gott. Straßen und Plätze lagen vor mir, und Räume innerhalb von Räumen, bevölkert mit kommenden und gehenden Menschen und Wesen, die alles andere als menschlich waren. Bars, Clubs und privatere Etablissements rauschten unter meinem suchenden inneren Blick vorbei, Häuser, Lagerhallen, Gefängnisse und Verliese, aber nirgends ein Zeichen von Cathy. Die Feen funkelten kurz in den Schatten, und das auf der materiellen Ebene unsichtbare schreckliche Volk erledigte ohne Eile seine unergründlichen Missionen. Ich spürte Cathy jetzt, ganz allein irgendwo in der Nacht, aber ich konnte sie nicht lokalisieren. Ich konzentrierte mich, bis ich Kopfschmerzen bekam, war aber schließlich gezwungen, mich mit einer groben Richtung zufriedenzugeben. Etwas oder jemand blockierte meine Gabe, verstellte mir die Sicht, und das war etwas Neues für mich. Ich fuhr meine Gabe herunter und dann vorsichtig meine geistigen Schilde wieder hoch. In der Nightside kann man sich einen offenen Geist nicht leisten. Man weiß nie, wer hineinmarschiert.

„Sie ist irgendwo in der Nähe der Nekropole“, sagte ich. „Aber genauer kann ich es nicht sagen.“

Suzie zog eine Braue hoch. „Das ist ... außergewöhnlich.“

Ich nickte knapp. „War ja zu erwarten, dass Walker Cathy nicht einfach von irgend jemandem vor mir verstecken lässt.“

„Walker kennt deine Gabe“, sagte Alex. „Er muss wissen, dass du sie suchen kommen wirst. Das muss eine Falle sein.“

„Natürlich ist es eine Falle“, sagte ich. „Aber ich spaziere schon mein ganzes Leben lang in Fallen – und ich verlasse sie auch wieder. Also werden Suzie und ich jetzt Cathy retten, nachdem wir ihren Entführern klargemacht haben, dass es keine gute Idee war, sich in meine Angelegenheiten zu mischen, und dann ... laufe ich durch die Nightside und hebe eine Armee aus, die groß genug ist, um sogar Walker Alpträume zu bescheren.“

„Aber zuvor ...“, sagte Suzie.

„Ja?“, fragte ich.

„... mach deinen Hosenschlitz zu, Taylor.“

2

Dass Tote nicht auferstehen

Es würde nicht leicht werden, das Strangefellows zu verlassen. Wie ich Walker kannte, konnte man davon ausgehen, dass seine Leute alle bekannten und vermuteten Ausgänge der Kneipe überwachten, schwer gerüstet mit Schusswaffen, Bomben und Massenvernichtungszaubern. Ich hätte es jedenfalls so gemacht. Ich teilte Alex Morrisey das mit, und er blickte noch finsterer drein als sonst.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!