Schiffsreise in die Hölle - Horst Weymar Hübner - E-Book
Beschreibung

Der Umfang dieses Buchs entspricht 95 Taschenbuchseiten. Bei einer alljährlichen Kreuzfahrt, zu der Olof Peterson, Streichholzkönig und Reeder, die Reichsten der Reichen auf seine riesige Luxusjacht einlädt, geschehen seltsame Dinge. Ein Gast der Reise, die zu den Bermuda-Inseln führt, wird erstochen, ein weiterer erleidet einen tödlichen Unfall. Hat der mysteriöse Leibwächter Keglevic etwas damit zu tun? Der Erste Offizier, Iannis Moustakis, und der deutsche Schiffsarzt Dr. Wagener, versuchen, den Vorfällen auf den Grund zu gehen. Aber nicht nur ein Mörder treibt auf dem Schiff sein Unwesen. Plötzlich fallen beim Passieren des berüchtigten Bermuda-Dreiecks Kompass und Navigationsgeräte aus ...

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Seitenzahl:97

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Horst Weymar Hübner

Schiffsreise in die Hölle

Thriller

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Schiffsreise in die Hölle

von Horst Weymar Hübner

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 95 Taschenbuchseiten.

 

Bei einer alljährlichen Kreuzfahrt, zu der Olof Peterson, Streichholzkönig und Reeder, die Reichsten der Reichen auf seine riesige Luxusjacht einlädt, geschehen seltsame Dinge. Ein Gast der Reise, die zu den Bermuda-Inseln führt, wird erstochen, ein weiterer erleidet einen tödlichen Unfall. Hat der mysteriöse Leibwächter Keglevic etwas damit zu tun? Der Erste Offizier, Iannis Moustakis, und der deutsche Schiffsarzt Dr. Wagener, versuchen, den Vorfällen auf den Grund zu gehen. Aber nicht nur ein Mörder treibt auf dem Schiff sein Unwesen. Plötzlich fallen beim Passieren des berüchtigten Bermuda-Dreiecks Kompass und Navigationsgeräte aus ...

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author / Cover by Satori/123RF, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

Gigantische Urgewalten packten die Kolumbus und schleuderten sie aus dem Kurs.

Es passierte übergangslos. Von einem Augenblick zum anderen.

Der gewaltige Ruck warf Moustakis, den Ersten Offizier des Luxuspottes, aus der Koje.

Schlaftrunken arbeitete sich der Mann auf die Knie, nahm das metallische Ächzen des gebeutelten Schiffskörpers wahr, das nun folgende schwere Rollen und Stampfen, hörte Entsetzensschreie der herumgeworfenen Passagiere und sah die Notbeleuchtung aufflackern und sofort wieder verlöschen.

Die Ventilationsanlage stellte winselnd den Betrieb ein.

Ein Riff!, schoss es Moustakis durch den Kopf. Diese Idioten haben das schöne Schiff in der Dunkelheit auf ein Riff gesetzt!

Er orientierte sich, griff die Lampe aus dem Spind, erhielt einen Stoß und flog rückwärts gegen die Koje, dass er fürchtete, das Rückgrat sei entzwei.

Die stolze Kolumbus rollte schwer über, als sei sie nun endgültig aus dem Steuer gelaufen.

Moustakis hörte draußen einen Kabinensteward mitsamt Tablett und Geschirr den Niedergang herunterfliegen. Der Mann brüllte entsetzt, das berstende Geschirr schepperte aufreizend.

Eine Frau schrie hysterisch. Moustakis kämpfte sich über den schrägen Fußboden zur Tür und dachte zornig: Was hat die Frau hier unten im Mannschaftsteil zu suchen? Die exzentrische Mrs. Gainsworthy, was? Wieder auf der Suche nach einem Liebhaber unter der Mannschaft?

Er bekam die Tür auf, schoss auf den Gang hinaus, als das Schiff zurückrollte, richtete den Strahl der Lampe vor sich und rannte, was seine Beine hergaben.

Das Geschrei der in Panik geratenen Passagiere verfolgte ihn, bis das Schott zum Brückenaufgang hinter ihm zuflog.

Moustakis zog sich am Handlauf die Eisentreppe hoch, durchs B-Deck, durchs A-Deck. Eine Rollbewegung schleuderte ihn ins Geländer. Es riss ihm Hautfetzen von den Knöcheln, seine Knie prallten gegen eine eiserne Stufe.

Er erlitt Höllenschmerzen, doch die Sorge um das Schiff peitschte ihn vorwärts. Ein Aufsetzer in diesen Gewässern - lieber Himmel! Hier war alles voller Riffe, unberechenbarer Strömungen und bösartiger Haie.

Vielleicht war die Kolumbus auch voll in eine Korallenbank gelaufen!

Hatte Sögtrup, der Sicherheitsingenieur, dieses immer besoffene Schwein, seinen Platz am Echolotgerät verlassen?

Ich bring’ ihn um, dachte Moustakis wild. Diesmal drehe ich ihm den Hals um!

Er langte oben an, keuchend, schwitzend, kurz vor der Explosion stehend, und hatte bohrende Schmerzen im Rücken, in den Knien und Händen. Mit einem Ruck stieß er die Tür zur Brücke auf.

Das kalte, nackte Entsetzen griff nach Iannis Moustakis.

Keine Notbeleuchtung auch auf der Brücke, kein glimmendes Instrumentenlicht. Nur zwei mickrige Taschenlampen spendeten matte Helligkeit.

Die Gesichter der Brückenwache waren geisterhaft bleiche Kleckse im unwirklichen Licht.

Der Blick des Ersten Offiziers ging nach vorn. Da war der Bug, mehr zu ahnen als zu sehen.

Der nächtliche Himmel hätte lichtblau sein müssen. Und unter dem Himmel weiße Schaumkronen, die auf Wellen ritten.

Doch da draußen war das absolute Nichts!

Es gab keine Sterne, keine Schaumkämme, keine Wellen.

Nur teerschwarze Finsternis.

Als hätte eine unvorstellbare Gewalt die Kolumbus in einen Sack gesteckt.

Moustakis kämpfte die Furcht nieder. Er holte pfeifend Atem und fuhr herum, als hinter ihm jemand murmelte.

Der Rudergänger hielt das goldene Kreuz an die Lippen, das er an der Kette um den Hals trug.

Im Hintergrund polterte jemand herein und schrie mit überkippender Stimme: „Die Radaranlage ist auch tot, und das Echolot spricht gar nicht mehr ...“

„Sögtrup, Sie halten die Schnauze!“, brüllte Moustakis, der die Stimme des Sicherheitsingenieurs erkannte. „Drehen Sie bloß nicht durch! Das besorgen schon die Passagiere. Machen wir viel Wasser?“ Die gewalttätige Stimme des Ersten Offiziers zerriss die geisterhafte, fast unwirkliche Stimmung im Brückenraum. Aber die Männer konnten sich nicht so schnell daraus lösen.

Bailey, der Zweite Offizier, Spross einer uralten englischen Seefahrer- und vermutlich auch Seeräubersippe, sagte mit dumpfer, beschwörender Stimme, als sei der Fliegende Holländer querab aufgetaucht: „Sir, kein Wassereinbruch, kein Riff, nichts. Vorhin hatten wir noch tausend Faden Wasser unterm Kiel. Plötzlich hob es das Schiff aus, die Stromversorgung brach sofort zusammen. Wir hatten keine Riffberührung, ich schwöre es. Aber wir stecken im Todesdreieck. Sir, diese Nacht holt uns der Teufel!“ Augenblicklich wurde das murmelnde Beten des Rudergängers lauter. Die unwirklich leuchtenden Gesichter der Männer auf der Brücke verzerrten sich.

Moustakis spürte einen Druck im Magen, der ein flaues Gefühl erzeugte.

Das Todesdreieck - berüchtigt, gefürchtet in der Fliegerei und in der christlichen Seefahrt. Diese siebenmal verfluchte Ecke zwischen den Bermudas, Florida und den Bahamas!

Moustakis kannte die schlimmen Geschichten über dieses lausige Gebiet am Rande der Karibik. Die Seefahrtsämter in aller Welt verwahrten Funksprüche von Schiffen, die nie mehr aufgetaucht waren. Funktexte, die mittendrin abbrachen, von Instrumentenausfall die Rede war, vom Zusammenbruch der Stromversorgung, von durchdrehenden Kreiselkompassen und pechschwarzer Finsternis.

„Bailey, Ihre Witze waren schon besser“, sagte Moustakis. „Alles Blödsinn, diese Sprüche vom geheimnisvollen Magnetberg, der die Schiffe anzieht und die Instrumente lahmlegt.“ Er sagte es gegen seine Überzeugung. Aber er durfte die Männer auf der Brücke nicht auch noch in Panik stürzen und sie in ihrer Furcht bestärken. Die Passagiere würden schon genug Unheil anrichten.

Verdammt, wo bleibt Paretti?, dachte er sorgenvoll. Haben die Passagiere den Alten schon erwischt? Oder verschläft er am Ende alles?

Moustakis trat zum Kreiselkompass.

Der Anblick richtete ihm die Nackenhaare auf.

Der Kompass war tot!

Die Schwimmnadel zeigte nach unten. In die Tiefe.

Mühsam kämpfte Moustakis um seine Fassung und sagte heiser und mit nicht sehr fester Stimme: „Ein blödsinniger Defekt und eine Verkettung besonderer Umstände, mehr nicht. Sögtrup, gehen Sie auf Ihren Posten!“

Der Mann gluckste, wie es Betrunkene machen. Eine Tür schlug dumpf zu.

Mit Grabesstimme meinte Bailey: „Es hat uns erwischt, Sir. Wir sind diesmal dran!“

„Wenn ich Sie nicht so verdammt nötig hätte, würde ich Sie zu Boden schlagen!“, knirschte Moustakis.

Auf der Treppe näherte sich Lärm. Eine polternde Stimme versuchte, sich Gehör zu verschaffen. Das dröhnende Organ des Kapitäns Giancarlo Paretti gewann schließlich die Oberhand.

„Ein kleiner Stromausfall. Die Feuchtigkeit überall, Sie verstehen? Das kommt schon mal vor.“ Paretti quetschte sich zur Tür herein und schien sich gegen die Eisentür zu stemmen, um nachdrängende Passagiere von der Brücke fernzuhalten. „Madonna, was für eine Nacht! He, Moustakis, sind Sie das?“ „Aye, Sir, zur Stelle.“

„Welcher blöde Kerl hat das angestellt?“ Paretti schnaufte aufgebracht wie ein Nilpferd. „Lundgren sagt, unten sei alles klar, aber ihr hättet das Schiff irgendwo draufgesetzt!“ In der Dunkelheit tropfte Wasser.

Auf der Brücke gab es kein Wasser. Die Nerven der Männer wurden noch mehr beansprucht.

Jemand hämmerte gegen die Tür in Parettis Rücken.

„Wir haben das Schiff nirgendwo draufgesetzt“, verwahrte sich Bailey. „Es lief einfach aus dem Ruder.“

„Mit einer Wucht, dass es alle Gäste von der Bar weggefegt hat!“, knurrte Paretti gereizt. „Und Mrs. Duggan und mich mitten im Tanz in den Swimmingpool! Ein Skandal, jawohl!“ Der empfindliche italienische Kapitän erregte sich noch mehr.

Bailey machte eine beschwörende Bewegung.

Moustakis stand auf dem Sprung, um ihm notfalls aufs Maul zu schlagen, wenn er wieder vom Todesdreieck anfangen sollte.

In diesem Augenblick sprang flackernd das Licht an, der moderne Telegraf klingelte, die Kompassnadel richtete sich auf, draußen glimmten die Positionslichter.

Und der Himmel war plötzlich lichtblau, weiße Schaumkämme ritten auf nicht übermäßig hohen Wellen von steuerbord heran.

Bailey ließ den erhobenen Arm sinken und klappte entgeistert den Mund zu.

Sögtrup quakte trunken über die Sprechanlage: „Der Teufel soll mich holen, wenn nicht alles in Ordnung ist! Fünfhundert Faden Tiefe jetzt. Auf dem Radar vier große Kästen auf Gegenkurs. Keine Kollisionsgefahr, wenn’s den Alten interessiert!“ Er lachte meckernd.

Paretti fuhr zusammen. Er konnte nicht nur wie ein Nilpferd schnaufen, er sah wirklich so aus. Außerdem war er jetzt klitschnass, und aus seiner feinen Uniform tropfte es stetig auf den Boden.

„Madonna, dieser Säufer!“, schimpfte er. „Mitten ins Wasser. Eine Unverschämtheit! Ich werde mich bei Mrs. Duggan entschuldigen müssen.“ Er knautschte einen Zipfel seines Dinnerjacketts zusammen und ließ Wasser herausrinnen. Ruckartig und bösartig hob er den Kopf. „Moustakis, ich nehme die Eintragung im Logbuch selber vor, ist das klar? Eine Grundsee hat uns erwischt! Jawohl, das war es, eine Grundsee!“ Er legte sein rundes Gesicht mühsam in zufriedene Falten.

„Sir, das war keine Grundsee“, widersprach der Erste Offizier. „Das war ein Phänomen, wie ich es ...“

„Ich werde den Teufel tun und dem Hafenkommandanten von Nassau ein Phänomen erklären wollen, von dem ich keine Ahnung habe und er keine Vorstellung!“, fuhr der Alte Moustakis über den Mund. „Eine Grundsee, basta! Ich habe in diesen Breiten schon eine erlebt. War fast ähnlich. Vielleicht hat irgendeine Station in diesem Gebiet ein Seebeben registriert. Das wäre sehr günstig für uns.“ Er versuchte, die nasse Uniform zu glätten, gab den Versuch jedoch mit einem anklagenden Blick nach oben auf und verließ die Brücke.

Auf der Treppe hörten sie ihn gleich darauf die ausharrenden Passagiere beruhigen.

Das aufgebrachte Stimmengewirr legte sich, der Lärm verlor sich langsam im Schiff.

„Grundsee?“, machte Bailey kopfschüttelnd. „Seit wann legt eine Grundsee die ganze Elektrik lahm?“

Moustakis beobachtete den Kreiselkompass, griff zur Karte und verglich den Kurs.

Auf der Brücke herrschte eine Affenhitze, aber ihn fröstelte. Das, was der Alte als Grundsee deklarieren wollte, hatte die Kolumbus um mehr als zwanzig Grad aus dem Kurs geworfen!

Bailey schaute Moustakis über die Schulter und erschrak fast zu Tode.

Der Rudergänger, der den Kurs berichtigen musste, bekreuzigte sich hastig.

Über zwanzig Grad!

Gerechter Gott, was war das bloß gewesen?

2

Das Frühstück begann mit einem peinlichen Auftritt.

Mr. Gainsworthy ohrfeigte erst einen Steward, einen hübschen Portugiesen, der sich überrascht zeigte, und sofort im Anschluss daran seine Frau, eine verwelkende Blondine, an der jegliche Kunst der Schönheitschirurgie versagt hatte.

Ein paar Gäste grinsten boshaft, andere blickten gelangweilt.

Nur Peterson lachte glucksend in die Serviette. Olof Peterson, Streichholzkönig, Reeder, Besitzer der Kolumbus, Gastgeber und Arrangeur dieser Kreuzfahrt für die Reichsten der Reichen. Ihn amüsierten die Handgreiflichkeiten von Gainsworthy, der den Elektronikmarkt zur Hälfte beherrschte und dessen Firmen für die nächsten zwanzig Jahre mit Regierungsaufträgen versorgt waren.

Gainsworthy war sensibel, was seine Privatsphäre betraf. Als Gegengewicht war er in geschäftlichen Belangen ausgekocht und brutal, und man murmelte davon, dass sein Fonds für Schmiergelder zehnmal höher war als sein jährlicher Werbeetat. Seine Frau hatte er sich gekauft. Sie hatte drei Patente geerbt, die er dringend benötigte. Er hatte schwindelerregende Summen geboten, bis er merkte, dass er die Patente nur zusammen mit der Frau bekommen konnte. Er hatte auch dieses Geschäft gemacht, wie so viele unverständliche Geschäfte in seinem Leben, und sich zwei weitere Freundinnen zugelegt.

Was Olof Peterson an Gainsworthy belustigte, war dessen unverfrorene Hemdsärmeligkeit, seine Art, sich durchzusetzen.

Wenn die Gainsworthys an einer Kreuzfahrt teilnahmen, war für Unterhaltung gesorgt. Sie waren beide nicht von sehr feiner Art, gemessen an den anderen Gästen.

Irgendwie waren sie die Clowns des Geldadels, den Peterson einmal im Jahr um sich zu versammeln pflegte. Die Stillen, Situierten, im Hintergrund des weltpolitischen Wirtschaftsgeschehens Wirkenden zählten ebenso dazu wie der unruhige Nachwuchs, der als Jetset von sich reden machte, der früher in St. Tropez einfiel, auf Sylt, zur Wintersaison in St. Moritz, und neuerdings in den exklusiven Herbergen von Marbella, an der Costa Smeralda und am Cap d’Agde.

Vor diesem dankbaren Auditorium zelebrierten die Gainsworthys alljährlich ihr bestimmtes Ritual, nur dass es mal ein Offizier war, mal ein Maschinist, dem die Gunst der Dame gehörte, und Gainsworthy nicht jedes Mal zuschlug, sondern seine Frau auch schon mit Geschirr beworfen hatte.

Olof Peterson fühlte sich Gainsworthy verwandt. Er war nicht durch gütige Fügungen des Schicksals zum Streichholzmagnaten geworden. Auch er hatte sich durchgeboxt, wortwörtlich, und einmal einen hartnäckigen englischen Konkurrenten verhandlungsreif geschlagen, ehe der Mann bereit war, ihm seine Fabriken zu verkaufen.

Enttäuscht ließ Peterson die Serviette sinken, als Gainsworthy Platz nahm und sein geröteter Stiernacken in der Morgensonne leuchtete.

Der Steward entfloh, Mrs. Gainsworthy war entrüstet, kühlte aber gleichzeitig eine Gesichtshälfte und warf besitzergreifende Blicke auf den Ersten Offizier Moustakis, der mit Kapitän Paretti im Schlepp etwas hastig hinter Dr. Wagener herkam, dem Hamburger Arzt, den sich Peterson seit sechs Jahren für die vierwöchige Kreuzfahrt auslieh.

Die drei kamen eine Spur zu hastig, fand Peterson und runzelte unwillig die raupenartigen Brauen. Diese Nacht, die heftige Grundsee, die die Gäste zutiefst beunruhigt hatte, und nun diese düsteren Gesichter!

Peterson fluchte lautlos. Seine Frau legte den Grapefruitlöffel hart auf den Fruchtteller.

Dr. Wageners Gesicht drückte höchste Bestürzung aus.

Peterson gefiel das immer weniger.