Schlusstakt - Arno Strobel - E-Book

Schlusstakt E-Book

Arno Strobel

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Beschreibung

Sing um dein Leben! Für Vicki scheint ein Traum wahrgeworden zu sein: Sie hat es bei der neuen Castingshow in die letzte Runde auf einer abgelegenen Südsee-Insel geschafft und hat nun die Chance auf 2 Millionen Euro und einen Plattenvertrag. Aber der Wettbewerb ist nicht nur hart, sondern tödlich. Vickis Mitbewohnerin Carolin wird am Strand gefunden - erschlagen. Wer ist zu so einer Tat fähig? War es einer der Kandidaten, die Carolin in den Fights aus dem Wettbewerb gedrängt hat? Die Anspannung wird zu einem wahren Nervenkrieg, denn der Mörder muss noch auf der Insel sein … Dieser Jugendthriller vereint die Settings von DSDS und Dschungelcamp: Spiegel-Bestsellerautor Arno Strobel bietet eine Mischung aus hintergründigem Nervenkitzel und spannendem Detektivspiel, das die Gegensätze zwischen paradiesischem Schein und der mörderischen Natur des Menschen offenbart.

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Seitenzahl: 247

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prolog

Sie beugt sich über den reglosen Körper und verharrt eine Weile in dieser Position. Ihr Blick streicht die feinen Linien des Gesichts entlang bis hin zu den halb geöffneten Augen, die gebrochen in die Unendlichkeit starren.

»Jetzt bist du ganz allein.« Es klingt mitfühlend, traurig. »Es ist schlimm, allein zu sein. Ich weiß das. Aber ich bin ja da. Ich werde dich behüten.«

Sie setzt sich neben dem leblosen Körper in den Sand. Die Wärme des Tages ist noch in den feinen Körnern gespeichert. Die eiskalte Hand des toten Mädchens steht in krassem Kontrast dazu, als sie danach greift. Vorsichtig zieht sie das Mädchen zu sich herüber. Es gelingt nur mit Mühe.

Schließlich hat sie es geschafft, ihr Rücken ist gegen sie gelehnt. Sie legt eine Hand auf den Kopf, der etwas zur Seite hängt, streichelt sanft über die Haare, wieder und wieder. Die Stelle, an der die Haare blutverklebt sind, meidet sie.

Sandkörner rieseln herab, harte Pflanzenstücke lösen sich aus den Haaren, kratzen über die liebkosende Hand.

Leise stimmt sie eine gesummte Melodie an, ein Kinderlied. Ihr Oberkörper wiegt sich im Takt hin und her und zieht das tote Mädchen mit sich.

Sie vergisst die Zeit, ihre Augen werden gläsern, während ihr Geist auf eine Reise geht, zurück in ihre Erinnerungen. Zu einem Kind, das sich nichts sehnlicher wünscht als Geborgenheit und Zuneigung. Liebe.

Irgendwann rutscht der Oberkörper des Mädchens zur Seite. Der Griff, mit dem sie ihn hält, hat sich zu sehr gelockert.

Sie zuckt zusammen, kann den Körper gerade noch halten, bevor er in den warmen Sand kippt.

»Du möchtest schlafen, nicht wahr? Das kann ich verstehen. Du sehnst dich nach Ruhe. Warte, ich werde dir ein weiches Lager richten. Du sollst es gut haben.«

Langsam lässt sie den Körper zur Seite gleiten, stemmt sich hoch, schaut sich um. Der Halbmond ist in ein Meer aus Sternen gebettet. Sein Schein durchdringt die Nacht so weit, dass die Umgebung zumindest schemenhaft zu erkennen ist.

Alles, was nötig ist, findet sie im Sand. Sie trägt einige Palmblätter zusammen und legt sie zu einem Haufen übereinander. Anschließend kniet sie sich hin und beginnt, den Sand beiseitezuschieben. So schafft sie nach und nach eine längliche Mulde, groß genug, um einen schmalen Mädchenkörper aufzunehmen. Den Boden bedeckt sie mit Palmblättern, bis sie eine grüne Matratze bilden.

Es kostet sie große Mühe, das Mädchen darauf zu betten, doch schließlich hat sie es geschafft, betrachtet eine Weile keuchend den lang ausgestreckten Körper. Sie bückt sich und macht sich daran, die langen Haare so zu ordnen, dass sie wie ein breiter Schleier unter dem Kopf des Mädchens liegen. Schließlich bedeckt sie den Körper bis zur Brust mit den restlichen Palmblättern und faltet die kalten Hände darüber.

Sie macht ein paar Schritte zurück und blickt zufrieden auf ihr Werk. Sie möchte weinen angesichts der Schönheit des Mädchens und der Ruhe, die die Szene zu ihren Füßen ausstrahlt.

»Nun liegst du gut«, sagt sie leise. »Nun kannst du schlafen.«

Dann beginnt sie leise, ihren Lieblingssong Run

eins

Drei Tage zuvor …

Die Maschine war um neun Uhr am Abend in München gestartet. Fast drei Stunden waren sie nun schon in der Luft, doch die hektische Aufgeregtheit unter ihnen hatte sich noch immer nicht gelegt. Im Gegenteil. Mit jedem Kilometer, den sie sich weiter von Deutschland entfernten, schien ihnen bewusster zu werden, wie aufregend die nächsten acht Tage werden würden.

Fünfzig waren sie nur noch, alle zwischen achtzehn und vierundzwanzig Jahre alt. Die Besten aus über 35.000Bewerbern für Germany’s MegaStar. Sie freuten sich offenkundig auf die Tage, die vor ihnen lagen. Die Insel, die Auftritte, die Spannung. Ihre Gespräche waren beherrscht von der Ungewissheit darüber, was sie erwarten würde.

Der ganze hintere Teil des Flugzeugs war für sie reserviert worden, entsprechend ging es dort zu. Laut, fröhlich, manchmal hysterisch. Kaum jemand saß auf seinem Sitz. Einige standen in den Gängen herum, andere knieten auf den Polstern und unterhielten sich mit denen, die hinter ihnen saßen. Überall wurde gequatscht, spekuliert und gekichert. Hier und da wurden Songs angestimmt und mit schallendem Gelächter wieder abgebrochen.

Mittendrin schlich dieser Kerl von der Produktionsgesellschaft durch die Gänge. Daniel. Vicky schätzte ihn auf etwa dreißig. Er stellte Fragen und forderte die Teilnehmer auf, dieses oder jenes zu tun oder zu sagen, während der Kameramann in seinem Schlepptau filmte. Der Produzent der Show und die vier Jurymitglieder saßen vorn in der ersten Klasse.

Vicky lehnte sich im Sitz zurück und schloss die Augen. Sie gab sich ganz dem Gefühl hin, es schon so weit geschafft zu haben. Dabei war es nur wenige Wochen her, dass ihre Freundin Marie ihr in der Schule begeistert erzählt hatte, das Team von G.M.S. käme für das erste Vorcasting nach Köln. Und dass sie unbedingt mitmachen müssten.

Schon lange vorher war die aufwändige Werbung für diese neue Show auf einem Privatsender auf- und abgelaufen. Auch Vicky hatte sie bereits so oft gesehen, dass sie den Text mitsprechen konnte.

Diese Show sei anders als alles, was man bisher von Castingshows kannte, hieß es in den Trailern. Die Teilnehmer mussten volljährig sein. Um sie realitätsnah auf die Härte und den brutalen Kampf im internationalen Showgeschäft vorzubereiten, sollten sie nicht nur gegeneinander antreten, sondern müssten auch zusätzliche Herausforderungen bestehen, die ihnen ab der sogenannten Phase drei gestellt wurden. Es sollte hart werden, doch als Lohn winke dem Gewinner die unglaubliche Summe von einer Million Euro und der Start einer Weltkarriere. Im Gegensatz zu den bereits bekannten Castingshows waren schon im Vorfeld Verträge mit Agenturen, Radiostationen und Fernsehsendern weltweit geschlossen worden. Dadurch war sichergestellt, dass der Gewinnersong in fast allen Ländern Europas, in den USA, Kanada und Australien gespielt und promotet wurde.

Vicky hatte zugesagt, weil sie es für eine von Maries verrückten Ideen hielt. Aus denen wurde meist sowieso nichts, weil sie sie schon nach ein paar Tagen wieder vergaß. Als Marie dann eine Woche später erzählte, ihr Vater würde sie die 30Kilometer von Bonn zu dem Vorcasting bringen, war es für Vicky zu spät, einen Rückzieher zu machen. Also war sie mitgefahren zur Phase eins von Germany’s MegaStar.

Diese Vorcastings waren von Mitarbeitern der Produktionsfirma durchgeführt worden. Die eigentliche Jury sollte erst in Phase zwei in Erscheinung treten, in München.

Vicky sang gern und bei jeder Gelegenheit und wenn sie ihrer Familie und ihren Freundinnen glauben konnte, hatte sie auch eine gute Stimme. Bei einem Wettbewerb mit derart vielen Konkurrenten rechnete sie sich allerdings keinerlei Chancen aus.

Umso größer war ihre Überraschung, als ihre Interpretation des Songs Dear Mr.President von Pink so gut ankam, dass sie noch am gleichen Tag einen zweiten Auftritt hatte und danach tatsächlich den Einzug in die nächste Runde schaffte: Phase zwei. München.

Marie hingegen schied schon in der ersten Runde aus. Vicky hatte ihr spontan vorgeschlagen, auch aufzuhören, weil sie das doch zusammen machen wollten. Als Marie sie daraufhin fragte, ob sie den Verstand verloren habe, war sie jedoch sehr erleichtert, wie sie sich im Nachhinein eingestehen musste. Obwohl sie ohne jede Erwartung mitgekommen war, hatte die Aussicht, bald vor Leuten wie Mia Mai singen zu dürfen, ihr einen wohligen Schauer über den Rücken gejagt. Die Frontfrau einer der angesagtesten deutschen Hip-Hop-Formationen war Mitglied der Jury. Vicky kannte sie nur aus dem Fernsehen, aber sie bewunderte sie sehr und träumte schon lange davon, einmal eines ihrer Konzerte zu besuchen. Nun würde sie Mia Mai sogar persönlich kennenlernen.

So war sie einige Wochen später allein mit dem Zug nach München gefahren, wo sie ihren ersten Auftritt vor der eigentlichen Jury hatte.

Schon bei der Ankunft im Hotel hatte sie gespürt, dass sich im Vergleich zum Vorcasting einiges verändert hatte. War sie von den Leuten in Köln noch mit höflicher Zurückhaltung behandelt worden, wurde der Ton im großen Veranstaltungssaal des Münchner Hotels schon deutlich schärfer.

Karsten Dürer war Unterhaltungschef des Fernsehsenders und der Kopf der G.M.S.-Jury. Er war 51Jahre alt und schlank, die blonden Haare waren zu einer modischen Kurzhaarfrisur geschnitten.

Bevor die anderen drei Jurymitglieder dazukamen, hielt er eine Ansprache, in der er den rund hundertfünfzig verbliebenen Kandidaten klarmachte, dass das Showbusiness ein verdammt hartes Geschäft sei. Darum habe man mit G.M.S. ein Format auf die Beine gestellt, das die Teilnehmer im Gegensatz zu den anderen Shows auf das wirkliche Leben in der Öffentlichkeit vorbereiten werde. Mit allen Gemeinheiten, Intrigen und Widerwärtigkeiten. Wer dem nicht gewachsen sei, habe in der Endrunde von G.M.S. nichts zu suchen. Aber da zu diesem Zeitpunkt ja sowieso noch hundert Leute zu viel anwesend seien, würde er die Einzelheiten nur denjenigen erzählen, die auch davon betroffen waren. Den fünfzig besten Kandidaten in Phase drei.

Auf einer kleinen Insel der Malediven.

Bei diesen Worten war Vicky zum ersten Mal ein Schauer über den Rücken gelaufen. Der nächste folgte nur Minuten später, als Mia Mai den Raum betrat. Die schwarzhaarige Mittzwanzigerin war kleiner und zierlicher, als Vicky sie vom Fernsehen in Erinnerung hatte, aber wie auch bei ihren Auftritten sprühte sie geradezu vor Energie. Vicky konnte spüren, wie schwer es ihr fiel, ruhig neben Dürer stehen zu bleiben, während er sie und die anderen beiden vorstellte.

Neben Mia gehörte Chris Stark zur Jury, ein abgehalfterter Schlagersänger, dessen letzte Chartplatzierung lange vor Vickys Geburt gewesen sein musste. Er war groß und bis auf einen leichten Bauchansatz schlank. Sein faltiges Gesicht war eingerahmt von dichten, schwarz gefärbten Haaren, die aussahen wie eine billige Perücke.

Das zweite weibliche Jurymitglied war etwas pummelig und ungefähr Anfang vierzig. Sie hieß Doris Lienkamp und war Choreografin. Vicky hatte nie zuvor eine Choreografin kennengelernt, hätte aber eher eine schlanke, durchtrainierte Frau erwartet. Im Gegensatz zu Mia Mai strahlte Lienkamp eine behäbige Ruhe aus, die in Vickys Vorstellung ebenfalls nur schwer mit ihrem Beruf in Einklang zu bringen war.

Schon früh am nächsten Morgen hatte die dreitägige Phase zwei begonnen. An deren Ende standen Tränen, verzweifeltes Betteln, wütende Ausraster. Und die letzten fünfzig Teilnehmer von Germany’s MegaStar. Vicky war eine davon.

Nun würden sie in knapp sieben Stunden in Male landen, der Hauptstadt der Malediven. Wenn das, was Dürer angekündigt hatte, nicht übertrieben war, standen ihnen allen acht harte Tage bevor. Und am Ende dieser acht Tage würden nur noch zehn von ihnen übrig sein.

Vicky dachte an den Vertrag, den sie unterschrieben hatte. Der Rechtsanwalt, dem ihr Vater das Schriftstück zur Prüfung gegeben hatte, war entsetzt gewesen. »Ich kann Ihnen nur davon abraten, diesen Vertrag zu unterschreiben«, hatte er gesagt. »Sie verzichten mit Ihrer Unterschrift auf jegliche Möglichkeit, etwas gegen die Produktionsfirma oder die Fernsehgesellschaft zu unternehmen, wenn etwas schiefläuft.«

»Was heißt das?«, hatte Vickys Vater wissen wollen.

»Nun, lassen wir mal den finanziellen Aspekt ganz außen vor, der besagt, dass die Produktionsgesellschaft drei Jahre lang satte vierzig Prozent von allen Einnahmen kassieren wird, die jeder einzelne Teilnehmer der Phase drei ab Vertragsunterzeichnung durch die Ausübung einer künstlerischen Tätigkeit verdienen wird.

Da gibt es zum Beispiel eine Verschwiegenheitsklausel, die derart drastisch formuliert ist, dass Sie praktisch keinem Menschen gegenüber auch nur ein einziges Wort darüber verlieren dürfen, was auf dieser Insel passiert. Selbst wenn der Sender etwas veröffentlicht, dürfen Sie sich lediglich auf Nachfrage dazu äußern und zwar ausschließlich im positiven Sinne. Auch sonst haben Sie keinerlei Rechte, egal, was die sich dort einfallen lassen. Sogar wenn Sie verletzt werden, verzichten Sie auf jegliche Ansprüche gegenüber dem Vertragspartner. Ich habe eine ganze Liste mit Punkten, von denen jeder einzelne ein K.-o.-Kriterium wäre. In meiner gesamten Praxis als Anwalt habe ich noch nie einen solch einseitigen Knebelvertrag gesehen.«

Vicky hatte den Vertrag trotzdem unterschrieben. Gegen den Rat des Anwalts und trotz des Versuchs ihrer Eltern, sie umzustimmen. Sie hatte Star-Luft geschnuppert.

»Hey Mädchen.«

Vicky schreckte hoch und riss die Augen auf. Fast wäre sie dabei gegen den Kopf gestoßen, der sich ein Stück weit über sie gebeugt hatte. Gleich neben Daniels Gesicht glotzte das runde Objektiv der Kamera sie an.

»Was ist denn mit dir los? Traurig?«

»Was … wie?«, stotterte Vicky verwirrt. Sie fühlte sich angesichts der Kamera vollkommen überfordert.

»Mach mal aus«, raunte Daniel dem Kameramann zu, ohne seinen mitleidigen Blick von Vicky abzuwenden. Die Kamera wurde ein Stück zurückgezogen, verschwand aber nicht völlig.

»Ob du traurig bist, wollte ich wissen. Schau dich doch mal um. Alle hier sind gut gelaunt, singen, freuen sich. Die Stimmung ist super und du sitzt hier rum und machst ein total bedröppeltes Gesicht. Gibt es einen Grund dafür?«

»Nein, ich mache doch kein bedröppeltes Gesicht. Ich wollte mich nur ein wenig ausruhen. Wie kommen Sie denn darauf, dass ich traurig bin?«

Daniel legte die Stirn in Falten, was den mitleidsvollen Ausdruck auf seinem Gesicht noch verstärkte. »Ich denke, wir sollten uns duzen. Das macht vieles einfacher …« Er starrte auf ihr Namensschild, ein magnetisches Plastikkärtchen, das Vicky wie alle anderen in Brusthöhe an ihrem Shirt trug. »Ehm … Vicky.«

»Ja, gut.«

»Okay. Sieh mal, Vicky, dir wird hier eine ganz große Chance geboten. Im Gegenzug möchten die Zuschauer euch kennenlernen. Sie möchten wissen, wer ihr seid und was euch bewegt. Für die Finalshows kann es euch doch nur zugutekommen, wenn die Leute sich bis dahin schon ein bisschen mit euch angefreundet haben. Möchtest du uns nicht vielleicht doch erzählen, warum du so traurig wirkst?«

Vicky verstand nicht, was dieser Daniel eigentlich von ihr wollte. »Aber ich bin nicht traurig. Ich habe es unter die letzten fünfzig geschafft. Warum sollte ich traurig sein?«

Daniel hob eine Hand, woraufhin das Kameraobjektiv sich wieder direkt auf Vicky richtete. »Erzähl doch mal, Vicky, wie haben deine Eltern reagiert, als du in Phase zwei weitergekommen bist und ihnen erzählt hast, dass du mit uns auf die Malediven fliegst? Und dass es dort nun verdammt hart für dich werden wird?«

Vicky war noch immer verwirrt. »Sie … haben sich gefreut, dass ich es so weit geschafft habe.«

»Sie haben sich gefreut? Sicher? Ist es ihnen denn ganz egal, was dich dort erwartet?«

»Nein, sie … Also, sie haben sich schon Gedanken gemacht.«

»Ah ja, das verstehe ich. Und wie fühlst du dich dabei, wenn du dir überlegst, dass es deinen Eltern im Moment gar nicht gut geht? Findest du das toll?«

»Nein, aber das stimmt doch auch nicht. Ich habe gar nicht gesagt, dass es ihnen nicht gut geht.«

Daniel stieß seufzend den Atem aus, warf seinem Kameramann einen vielsagenden Blick zu und schüttelte den Kopf. »Aber du könntest es sagen. Das macht sich doch gut. Überleg mal. Du sitzt als Teilnehmerin der Phase drei im Flugzeug auf die Malediven. Davon träumen Zigtausende junger Leute. Jeder an deiner Stelle würde jetzt Party machen, so wie die anderen hier. Und was tust du? Du denkst an deine Eltern und bist bedrückt, weil du nicht bei ihnen sein kannst und sie sich Gedanken um dich machen. Das ist menschlich, Vicky. Die Leute werden dich dafür lieben, glaub mir.«

Vickys Blick pendelte zwischen Daniels Gesicht und dem Kameraobjektiv hin und her. »Das … Nein. Das sage ich nicht, weil es so nicht stimmt. Ich kann doch nicht …«

»Ach, vergiss es«, zischte Daniel und richtete sich derart ruckartig auf, dass er mit der Schulter gegen die Kamera stieß. »Du solltest deine Einstellung zu dieser ganzen Sache hier überdenken, Mädchen. Vielleicht überlegst du dir mal, dass du auch ein bisschen was zurückgeben musst für die Wahnsinnschance, die wir dir bieten.«

Sekunden später war er hinter Vickys Sitz verschwunden, ohne sie eines weiteren Blickes zu würdigen.

zwei

Irgendwann spät in der Nacht war Vicky erschöpft eingeschlafen und erst von einer Durchsage des Kapitäns wieder aufgewacht. Er erklärte, dass sie sich im Landeanflug befanden und sie nicht vergessen sollten, ihre Uhren um drei Stunden vorzustellen. Es sei nun also 9Uhr35 am Morgen.

Als die Maschine sich in eine letzte Kurve legte, konnte Vicky die winzige Insel, auf der sich der Flughafen befand, von ihrem Platz aus überblicken. Sie bestand fast ausschließlich aus dem Rollfeld, das sich in der Mitte über die gesamte Länge des Eilands erstreckte, und Vicky dachte kurz darüber nach, was passieren würde, wenn der Pilot zu spät aufsetzte. Auch den restlichen Teilnehmern schien die Landung nicht ganz geheuer zu sein, denn angespannte Stille senkte sich über den Innenraum des Flugzeugs. Doch da trafen die Räder schon mit einem harten Ruck auf den Asphalt.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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