Schneegestöber - Patricia Schröder - E-Book
Beschreibung

Weihnachtsferien und ein großes Familientreffen auf einer kleinen Hallig. Alles könnte so schön sein auf der winzigen Insel mit den vielen Tieren: Leonie versteht sich prima mit ihrer Cousine Sünje, die Kinder toben jeden Tag mit Hund Kowalsky im Schnee herum und überhaupt ist es auf der Hallig mindestens so abenteuerlich wie bei Robinson Crusoe. Wenn sich nur Leonies miesepetrige Schwester nicht wie ein Stinkstiefel benehmen würde, ihre Oberzickencousine Klarissa sie in Ruhe ließe, Onkel Lothar seine Schicki-Micki-Tusnelda zu Hause gelassen hätte und Oma Grizabella nicht plötzlich wie vom Erdboden verschwunden wäre! Aber dann machen sich alle gemeinsam auf die Suche nach ihr. Und Leonie schmiedet einen Geheimplan, damit am Ende doch noch alles weihnachtlich schön wird. Eine turbulente Familiengeschichte, warmherzig und humorvoll erzählt.

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Seitenzahl:277

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eBook-ISBN: 978-3-649-66866-4

© 2015 Coppenrath Verlag GmbH & Co. KG,

Hafenweg 30, 48155 Münster

Alle Rechte vorbehalten, auch auszugsweise

Text: Patricia Schröder

Umschlaggestaltung: Carola Sieverding

Lektorat: Maren Jessen, Hamburg

www.coppenrath.de

Das Buch erscheint unter der ISBN: 978-3-649-66782-7

COPPENRATH

Ab auf die Hallig!

»Warum?«, fragt Anna-Sophia ihr Spiegelbild. »Warum ausgerechnet eine Hallig? Wieso kann das Ganze nicht in Hamburg stattfinden? Onkel Lothars Haus ist ja wohl groß genug.«

Meine Schwester sitzt mit hängenden Schultern und heruntergezogenen Mundwinkeln vor ihrer Schminkkommode und mustert sich finster.

»Darauf erwartest du ja wohl nicht ernsthaft eine Antwort«, erwidere ich und deute auf den Spiegel mit dem weißen Schnörkelrahmen und der blinkenden Schmetterlingslichterkette drum herum. »Ich meine, was soll Schneewittchens Stiefmutter dir schon groß sagen?»

»Klappe!«, faucht Anna-Sophia. »Du bist nicht gefragt.«

»Ich weiß«, murmele ich, während ich mit gezielten Handgriffen sechs Unterhosen (sofern man diese winzigen Fetzen, die mehr aus Spitze als aus richtigem Stoff bestehen, überhaupt als solche bezeichnen kann), sechs BHs und sechs Paar Socken aus dem eher unübersichtlich sortierten Kleiderschrank meiner fünfzehnjährigen Schwester fische.

Ich bin nie gefragt – zumindest was Anna-Sophia betrifft. Nicht dass es mir überhaupt nichts ausmachen würde, aber irgendwie habe ich mich inzwischen an diesen Zustand gewöhnt.

»Was tust du da überhaupt?«, knurrt sie jetzt.

»Deine Tasche packen«, sage ich. »Was sonst?«

Meine Schwester wirbelt herum. Sie springt von ihrem gelben Plüschhocker auf und stürzt auf mich zu.

»Tust du nicht!«, keift sie, schnappt sich die Reisetasche und kippt die Unterhosen, BHs und Socken, die ich eben hineingeworfen habe, auf dem Chaos aus, das sich anstelle eines Teppichs auf ihrem Fußboden befindet.

»Wer dann?«, frage ich.

»Ich natürlich!« Anna-Sophia verdreht die Augen und schüttelt verständnislos den Kopf. »Du weißt doch gar nicht, was ich mitnehmen will.«

Ich kreuze die Arme vor der Brust und stöhne.

»Das Auto ist seit einer Viertelstunde fertig gepackt. Wir warten nur noch auf dich.«

So wie immer! Wir, das sind Mama, Papa und ich: unkompliziert, bestens organisiert, durch so gut wie fast nichts aus der Ruhe zu bringen und im Grunde immer fröhlich. Dass Anna-Sophia auch zur Familie gehört, sollte man manchmal gar nicht glauben. Okay, ich habe natürlich auch so meine Macken: zum Beispiel Angst im Dunkeln oder extreme Schreckhaftigkeit, was das plötzliche Auftauchen von kleinen Tieren mit langen Schwänzen oder gezackten Flügeln angeht. Aber das ist für ein Stadtkind ja wohl eher normal.

»Und wenn ich nicht mitfahre?«, entgegnet Anna-Sophia.

Dagegen hätte ich persönlich eigentlich nichts einzuwenden.

Ich fürchte allerdings, dass meine Meinung in diesem Punkt ebenfalls nicht gefragt ist.

»Okay«, sage ich also und stapfe aus dem Zimmer.

»Und?«, fragt Mama, die gerade einen prüfenden Blick in ihre Handtasche wirft. »Ist deine Schwester endlich so weit?«

»Nein.«

»Nein? Aber ich hatte dich doch gebeten, rasch ein paar Sachen zusammenzusuchen, damit deinem Vater nicht doch noch die Hutschnur reißt und wir …«

Ich lasse meine Mutter nicht ausreden. »Sie fährt nicht mit.«

»Wie bitte?«

Mama guckt mich ungläubig an. Dann atmet sie geräuschvoll aus.

»Offenbar gibt es hier eine Kleinigkeit zu besprechen«, sagt sie, fegt an mir vorbei und verschwindet mit energischen Schritten in Anna-Sophias Zimmer.

Zehn Minuten später sitzen wir im Auto.

Keine Ahnung, was Mama mit Anna-Sophia besprochen hat, und ich will es auch gar nicht wissen. Jedenfalls kauert meine Schwester nun neben mir auf der Rückbank. Mit angezogenen Knien, rot geheulten Augen und iPod-Stöpseln in den Ohren.

Papa startet den Motor. Auf längeren Strecken fährt meistens er zuerst, weil er als Beifahrer immer so schrecklich müde wird und sich anschließend nicht mehr richtig konzentrieren kann. Außerdem sitzt Mama sowieso lieber im Hellen hinterm Steuer und im Moment ist es noch stockdunkel draußen.

Ich beuge mich nach vorn und versuche, die Angaben auf dem Navi zu entziffern. »Wie viele Kilometer sind es denn?«

»Bis Tiedenbüll fünfhundertsechsunddreißig«, erwidert Mama. »Das Wasser kommt ab zehn nach zwei zurück. Innerhalb der nächsten sieben Stunden müssen wir es also bis nach Hilsum geschafft haben.«

»Hmm«, bestätigt mein Vater. »Der Fahrer der Pferdekutsche kann ohnehin nicht ewig auf uns warten. Die Gezeiten der Nordsee richten sich leider nicht nach den Allüren einer Fünfzehnjährigen«, fügt er mit einem vielsagenden Blick in den Rückspiegel hinzu.

»Matthias, bitte«, sagt Mama mahnend.

»Keine Panik«, werfe ich ein. »Die Queen kriegt sowieso nix mit.«

Inzwischen hat Anna-Sophia das Kinn auf ihre Knie gelegt und stiert mit ihrem berühmt-berüchtigten beleidigte-Leberwurst-Gesicht zum Seitenfenster hinaus.

Tsch-tsch-tsch-tacka-tscht, zischelt es aus ihren Ohrstöpseln. Ich schätze, das wird jetzt wohl bis Hilsum so gehen.

Dort wohnt Tante Ulla, Papas zweitälteste Schwester, mit ihrem Mann Olaf und meinen drei Cousins Gonne, Finn und Malte. Ein Mädchen gibt es zum Glück auch, nämlich deren Schwester Sünje. Sie ist drei Jahre jünger als Gonne und genauso alt wie ich. Na ja, jedenfalls bis zum 24. Dezember. An diesem Tag ist nämlich nicht nur Heiligabend, sondern auch mein Geburtstag und dann werde ich dreizehn. – Halleluja!

Die meisten meiner Freundinnen beneiden mich darum. Sie finden das cool und denken, dass ich doppelt so viele Geschenke bekomme wie der Rest der Menschheit. Sie rechnen nämlich folgendermaßen:Weihnachten plus Geburtstag plus großzügiges Extra, weil der 24. Dezember nun mal nicht mein alleiniger Ehrentag ist, sondern ich mir meine Geburtstagstorte sozusagen mit Marias und Josefs einzigem Sohn teilen muss.

Die Wahrheit ist: Ich bekomme weder mehr noch weniger Geschenke. Davon bin ich jedenfalls überzeugt. Und Jesus sitzt auch nicht mit bei uns am Kaffeetisch. Es ist also allenfalls mittelcool, wenn Geburtstag und Heiligabend auf ein und denselben Tag fallen. Denn es gibt ja wirklich nur ein einziges Fest und das feiern alle. Würde ich an diesem Tag eine Party steigen lassen wollen, müsste ich mich wohl oder übel mit mir allein amüsieren. Und deshalb holen wir meine Feier immer im Frühsommer nach.

Am 13. Juni hat nämlich Louisa Geburtstag. Sie ist meine allerbeste Freundin. Ihre Eltern haben ein Haus mit großem Garten, in dem man erstklassige Zeltfeste mit Volleyball-Turnier, Grillfeuer und Übernachtung veranstalten kann. Und das machen wir dann praktischerweise zusammen. Einen richtigen alleinigen Ehrentag habe ich also nie. Aber das stört mich nicht sonderlich. Entscheidend ist doch der Spaßfaktor und der ist sowohl am 24. Dezember als auch am 13. Juni gegeben. Zumindest ist das bisher immer so gewesen.

In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal meine Zweifel. Dabei freue ich mich eigentlich auf Tante Ulla, Sünje, die vielen Tiere und die Hallig. Es ist einsam und abenteuerlich dort. Ein bisschen so, als wäre man Robinson Crusoe auf einer winzigen Insel.

Was mir allerdings ein wenig Sorgen bereitet, ist Anna-Sophias Miesepeterlaune und der Umstand, dass Papas ganze Familie dort mitten im kalten Winter fast eine ganze Woche lang in einem eigentlich viel zu kleinen Haus eingepfercht zusammenleben muss. Insofern hat meine Schwester schon irgendwie recht damit, wenn sie sagt, dass in Onkel Lothars Hamburger Schicki-Micki-Villa viel mehr Platz für uns alle gewesen wäre.

Weiß der Teufel, wieso Papas ältester Bruder darauf bestanden hat, dass unsere große Familienweihnachtsfeier ausgerechnet bei Tante Ulla und Onkel Olaf auf Hilsum stattfinden soll. Weder Papa noch seine ultrasteife Schwester Sybille fanden diese Idee besonders prickelnd. Die wohnt nämlich in Stuttgart und muss mit Onkel Rainer, ihrem vierzehnjährigen Sohn Kai und meiner Oberzickencousine Klarissa für diesen Familienspaß einmal quer durch ganz Deutschland juckeln.

In den letzten Wochen und Tagen hat es endlos lange Telefonate deswegen gegeben. Vor allem Tante Sybille hat sich schrecklich aufgeregt. Über die lange Reise, über Tante Ullas angeblich nachlässige Haushaltsführung, vor allem aber über die Tiere, die bei ihr durchs Haus spazieren und auf Sesseln, Sofas und Betten herumliegen dürfen.

»Ich finde Katzenhaare auf der Bettdecke auch nicht so toll«, hat Mama zu Tante Sybille gesagt. »Aber für die paar Tage wird man das ja wohl ertragen können. Außerdem weiß Ulla doch, dass ihr großen Wert auf Sauberkeit legt. Sie wird schon dafür sorgen, dass Rainer und du in einem tierhaarfreien Bett schlafen könnt.«

Sie hat dann noch ein bisschen zwischen meinen beiden Tanten zu vermitteln versucht, allerdings ohne Erfolg. Tante Ulla und Tante Sybille sind einfach zu verschieden und sich schon als Kind spinnefeind gewesen. Und deshalb waren wir auch bis gestern noch felsenfest davon überzeugt, dass Onkel Rainer und Tante Sybille die Reise auf den letzten Drücker unter irgendeinem fadenscheinigen Vorwand absagen würden. Aber am Ende wollten sie dann wohl doch keine Spielverderber sein.

Immerhin bezahlt Onkel Lothar die ganze Chose. Tante Sybille hat er sogar einen Stapel Benzingutscheine geschickt – angeblich, weil sie am weitesten weg wohnt. Aber wir wissen alle nur zu gut, dass sie immer ganz vorn mit dabei ist, wenn es irgendwo etwas umsonst gibt.

Und sie ist garantiert genauso neugierig wie wir.

Onkel Lothar hat nämlich betont, dass ihm dieses Familientreffen besonders am Herzen liege, weil die vier Geschwister schon seit Ewigkeiten nicht mehr unter einen Hut zu bringen waren. Außerdem gebe es etwas außerordentlich Wichtiges zu besprechen.

Tja, und nun wollen wir – Tante Sybille inklusive – natürlich alle wissen, was es mit Onkel Lothars Herzensangelegenheit wohl auf sich hat.

Kurz vor Hamburg machen wir eine Pinkelpause.

»Die einzige und letzte vor Tiedenbüll«, sagt Papa, während er sich zu Anna-Sophia und mir umdreht.

Eindringlich fixiert er meine Schwester, doch die tut so, als würde sie von nichts etwas mitkriegen. Tsch-tsch-tsch-tacka-tscht, zischelt es nach wie vor aus ihren Ohrstöpseln.

Sein Blick wandert zu mir. »Leonie …?«

»Ich geh auf jeden Fall«, sage ich und löse den Sicherheitsgurt.

»Ich komme mit«, schließt Mama sich an.

»Und ich werde ganz sicher nicht noch einmal extra für Madame einen Stopp einlegen«, knurrt Papa.

Er mag es gar nicht, wenn wir uns tröpfchenweise melden, sondern erwartet von uns, dass wir es in einer geschlossenen Gemeinschaftsaktion durchziehen.

Mama sieht ihn erstaunt an. »Ich dachte, wir tauschen.«

»Natürlich, aber …«

»Wenn ich hinterm Steuer sitze, entscheide ich«, stellt sie klar. »Du kannst derweil ganz in Ruhe in einer Illustrierten blättern oder schlafen und musst dich für den Rest der Fahrt in keinster Weise um die Belange der weiblichen Belegschaft kümmern.«

Papa zieht eine Grimasse, widerspricht jedoch nicht.

»Gut.« Meine Mutter grunzt zufrieden, angelt ihre Umhängetasche aus dem Fußraum und öffnet die Beifahrertür.

Ich tippe meiner Schwester gegen die Schulter, doch sie reagiert noch immer nicht.

»Sie kriegt sich schon wieder ein«, prophezeit Mama mir auf dem Weg zum Klo. »Ulla hat mir ein aktuelles Foto von den Kindern geschickt. Gonne scheint ein sehr hübscher, netter Junge geworden zu sein.«

»Er ist Anna-Sophias Cousin«, sage ich empört.

Abgesehen davon, dass es sich nicht schickt, würde es die Angelegenheit meiner Ansicht nach bloß unnötig verkomplizieren, wenn meine Schwester sich in Gonne verliebt.

»So habe ich das doch nicht gemeint«, erwidert meine Mutter. Als hätte sie meine Gedanken erraten! »Ich hoffe einfach nur, dass es ihr peinlich ist, in seiner Gegenwart die Zicke zu geben.«

Hmm, das ist allerdings ein Argument. – Und eine zugegebenermaßen durchaus berechtigte Hoffnung.

Nachdem wir unser Geschäft erledigt haben, besorgt Mama noch einen Kaffee für Papa und sich und eine Tüte Mini-Schokoriegel-Mix für uns alle.

Mein Vater hat es sich inzwischen mit der Tageszeitung auf dem Beifahrersitz bequem gemacht. Anna-Sophia hingegen scheint sich keinen Millimeter bewegt zu haben.

Papa öffnet das Handschuhfach, in dessen Innenklappe sich zwei kreisrunde Ausbuchtungen befinden, und meine Mutter stellt die beiden Becher hinein.

»Ich bin ja sehr gespannt, wie Kai und Klarissa sich entwickelt haben«, sagt sie, während sie den Motor startet und zurücksetzt.

»Na, was glaubst du wohl?«, brummt Papa. »Ich wette, meine Schwester hat die beiden zu erstklassig funktionierenden Robotern erzogen, die jedem artig die Hand geben, sich morgens um Punkt sieben Uhr die Haare kämmen und abends zur immer gleichen Zeit ins Bett fallen.«

Ich seufze leise. Auf meine bescheuerte Cousine Klarissa habe ich am wenigsten Lust, um nicht zu sagen eigentlich gar keine. Zwischen ihr und mir steht es nämlich wie zwischen Tante Ulla und Tante Sybille: Klarissa und ich haben uns noch nie verstanden. Wir ticken einfach zu verschieden. Mittlerweile ist es zwar schon beinahe drei Jahre her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben, aber ich glaube kaum, dass Klarissa sich in dieser Zeit irgendwie zu ihrem Vorteil verändert hat. Ich werde mich also an Sünje halten und hoffe inständig, dass sie so unkompliziert und lustig geblieben ist, wie ich sie in Erinnerung habe: ein strahlendes Energiebündel, das nicht nur Wind und Wetter trotzt, sondern eigentlich allem, das sich ihr in den Weg zu stellen versucht.

»Kommt Oma Grizabella eigentlich auch mit?«, frage ich.

»Das nehme ich doch stark an«, erwidert Papa.

»Zumindest haben wir in den letzten Tagen nichts Gegenteiliges gehört«, fügt meine Mutter hinzu. »Offenbar geht es ihr im Moment ganz gut und es scheint nichts gegen die Reise zu sprechen. Außerdem wäre es wirklich jammerschade, wenn ausgerechnet sie bei unserem Familientreffen fehlen würde.«

Das finde ich allerdings auch!

Oma Grizabella ist die Mutter von Papa und seinen Geschwistern. Sie ist zweiundsiebzig Jahre alt und leidet an multipler Sklerose. Deshalb kann sie sich nicht mehr so gut bewegen und sitzt seit über einem Jahr im Rollstuhl.

Mit richtigem Namen heißt sie Marianne, aber wir nennen sie alle Grizabella, weil sie ein eingefleischter Musical-Fan ist. Cats hat sie mindestens zehn Mal gesehen und die alte Katze »Grizabella« ist ihre absolute Lieblingsfigur in diesem Stück.

Gut hundert Kilometer hinter Hamburg geht die Autobahn in eine Bundesstraße über.

Verschneite Felder, winzige Ortschaften und einzelne Höfe ziehen an uns vorbei. Man hat einen weiten Blick über die ausgedehnte Landschaft Schleswig-Holsteins, und ich werde ganz zappelig vor Aufregung, weil ich es kaum erwarten kann, endlich das Meer zu sehen.

Anna-Sophia hat mittlerweile ihre Füße herunterrutschen lassen. Ihr Kopf ruht in der Lücke zwischen Nackenstütze und Fenster und sie hält die Augen geschlossen. Obwohl wir schon fast sechs Stunden unterwegs sind, hat sie nicht einen Schluck getrunken und auch keinen der Schokoriegel angerührt, die ich zwischen uns auf die Sitzbank gelegt habe. Aus ihren Ohrstöpseln kommt noch immer das gleiche Tsch-tsch-tsch-tacka-tscht.

Als Mama den Wagen kurz hinter Tiedenbüll in Richtung Deichüberfahrt lenkt, reißt sie sich die Dinger plötzlich heraus und verkündet: »Ich muss mal! Total dringend!«

Die holde Sandrina

»Am besten, du stellst den Wagen gleich hier vorn ab«, sagt Papa und deutet auf einen kleinen Parkplatz, der sich rechts neben der Deichüberfahrt befindet. »Das bisschen Gepäck können wir auch zu Fuß hinübertragen.«

»Ich muss mal«, stöhnt Anna-Sophia. »Gibt’s hier vielleicht irgendwo ein Klo?«

Niemand antwortet. Auch ich nicht, obwohl mir alles Mögliche auf der Zunge liegt.

»Meinst du, das kostet was?«, fragt Mama stirnrunzelnd, während sie unser Auto an dem kleinen blau-weiß gestrichenen Holzhaus vorbei auf den Parkplatz rollen lässt.

»Keine Ahnung«, gibt mein Vater schulterzuckend zurück. »Das Häuschen dort scheint jedenfalls nicht besetzt zu sein.«

Meine Mutter steuert die erste größere freie Parklücke an, stellt den Motor aus und zieht den Zündschlüssel ab. Außer unserem Saab stehen noch elf oder zwölf weitere PKWs hier. Ansonsten herrscht gähnende Leere.

Ich drücke die Tür auf und springe als Erste aus dem Wagen.

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