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In einer packenden und tragischen Erzählung entführt uns Friedrich Wolf in das Deutschland der späten 1920er Jahre. Er erzählt die herzzerreißende Geschichte von Herbert Munz, einem jungen Gymnasiasten, der unter dem immensen Leistungsdruck durch seinen Vater und die Schule leidet. Herbert, einst der Stolz der Familie, zerbricht an den unerbittlichen Anforderungen und Erwartungen, die weit über seine Fähigkeiten hinausgehen. In einer Zeit, in der Bildung und Erfolg alles bedeuten, zeigt diese Erzählung die erschütternden Folgen von gesellschaftlichem und familiärem Druck auf junge Seelen. Ein unverzichtbares E-Book für jeden, der sich für historische Literatur und menschliche Schicksale interessiert.
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Seitenzahl: 6
Veröffentlichungsjahr: 2024
Friedrich Wolf
Schüler Munz wird gemordet
ISBN 978-3-68912-108-2(E–Book)
Die Erzählung ist 1929 entstanden.
Das Titelbild wurde mit der KI erstellt.
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„Ein zehnjähriger Schüler, der seine Schulmappe verloren, irrte aus Angst vor Bestrafung zwei Tage umher und wurde heute als Leiche aus der Spree gezogen.“
(Tagespresse)
„Aus verletztem Ehrgefühl hat sich in W. in Abwesenheit seiner Eltern ein zwölfjähriger Schüler erschossen. Er wurde beschuldigt, bei einem Fußballspiel ein Paar Stiefel gestohlen zu haben; es hat sich aber herausgestellt, dass der Junge versehentlich beschuldigt worden war.“
(Tagespresse)
„Ein sechzehnjähriger Schüler, der einem Mitschüler die Brille zerschlagen hatte und deshalb mit vier Stunden Karzer bestraft war, nahm sich diese Strafe so zu Herzen, dass er sich gestern Abend erhängte.“
(Tagespresse)
„Der achtzehnjährige Schüler K. nahm sich eine Woche vor dem Abiturientenexamen das Leben. Die Eltern stehen vor einem Rätsel.“
(Tagespresse)
Bäckermeister Munz betrieb in der Parkstraße eine glänzend gehende Dampfbäckerei. Dies Handwerk hat seit Adams Zeiten einen goldenen Boden. Denn in den „Rigoletto“ gehen, das kann man sich zur Not versagen; aber ein Frühstückstisch ohne lohwarme krachendfrische Semmeln, unmöglich!
Munz hatte drei Kinder: eine zwanzigjährige Tochter, vollschlank und weizenblond, mit Wohnungsausstattung und einem Finanzobersekretär als Verlobten; dann kam der älteste Sohn, der nach der Volksschule gleich ins väterliche Geschäft eingesprungen; schließlich Herbert, der Jüngste, ein ebenso fester und breiter Brocken wie der Bruder, ein gesunder Junge mit einem Müllerrücken, mit einem Ringkämpfernacken und dem entsprechend kleinen Schädel. Herbert war des Vaters Stolz. Er wuchs auf, als das Geschäft anfing, eine Goldgrube zu werden. Er sollte etwas „Rechtes“ werden, dem schweren Leben des Vaters einen Glanz verleihen. Das Gymnasium war das mindeste. Verlangte doch heut auch die Konditorinnung für ihre Lehrlinge das Einjährige, einige Hotels sogar das Abitur.
