Seal Team Two - Casey Stone - E-Book

Seal Team Two E-Book

Casey Stone

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Beschreibung

Obwohl J. einen der härtesten Jobs der Welt ausübt, in dem er über Leben und Tod entscheiden muss, liebt er sein Dasein als Seal. Doch so erfolgreich er beruflich auch ist, sein Privatleben gleicht einer mittelschweren Katastrophe, was nicht zuletzt an seinen langen Auslandseinsätzen liegt. Erst als er durch seinen neuen Partner Wesley dessen charismatische und liebenswerte Freundin kennenlernt, schöpft er neue Hoffnung, die Eine gefunden zu haben. Allerdings haben beide nicht damit gerechnet, dass jemand alles daran setzt, ihr Glück zu torpedieren. 2019er Neuauflage

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Seitenzahl: 276

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SEAL Team Two

J.

Band 1 der Seal Team Two Reihe

Liebesroman von Casey Stone

Seal Team Two - J. ist ein fiktives Werk, welches in der aktuellen Zeit spielt und von der Realität inspiriert wurde. Ähnlichkeiten zu tatsächlichen Ereignissen, lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Die Namen, Charaktere und Geschichte wurden allein für Unterhaltungszwecke kreiert.

Markennamen und Warenzeichen, die eventuell in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer. Kopieren, Vervielfältigung, auch auszugsweise nur mit Genehmigung des Autors.

© Casey Stone

Neuauflage 2019

ISBN: 9783748165545

Impressum:

Casey Stone

Casey-Stone.com

Wiesengrund 6

17207 Röbel/Müritz

Lektorat & Korrektorat: KW Books, ICT

Coverdesign: TociljDesigns

Bild: kiuikson shutterstock.com

Alle Rechte vorbehalten.

Inhaltsverzeichnis:

Kurzbeschreibung

Prolog

Kapitel 1 – J.

Kapitel 2 – J. Coronado – Kalifornien

Kapitel 3 – J. Bagdad – Irak

Kapitel 4 – Wesley Al Shuala – Irak

Kapitel 5 – J. Al Shuala – Irak

Kapitel 6 – J. Coronado – Kalifornien

Kapitel 7 – J. Seattle

Kapitel 8 – Dana

Kapitel 9 – J.

Kapitel 10 – Dana

Kapitel 11 – J.

Kapitel 12 – Dana

Kapitel 13 – J.

Kapitel 14 – Dana

Kapitel 15 – J.

Kapitel 16 – Dana

Kapitel 17 – J.

Kapitel 18 – Dana

Kapitel 19 – J.

Kapitel 20 – Dana

Kapitel 21 – J.

Kapitel 22 – Dana

Kapitel 23 – Wesley

Kapitel 24 – Dana

Kapitel 25 – J.

Kapitel 26 – Dana

Kapitel 27 – J.

Kapitel 28 – Dana

Kapitel 29 – J.

Kapitel 30 – Dana

Kapitel 31 – J.

Kapitel 32 – Dana

Kapitel 33 – J.

Kapitel 34 – Dana

Epilog – J. – Im Einsatz

Kurzbeschreibung

Obwohl J. einen der härtesten Jobs der Welt ausübt, in dem er über Leben und Tod entscheiden muss, liebt er sein Dasein als Seal. Doch so erfolgreich er beruflich auch ist, sein Privatleben gleicht einer mittelschweren Katastrophe, was nicht zuletzt an seinen langen Auslandseinsätzen liegt.

Erst als er durch seinen neuen Partner Wesley dessen charismatische und liebenswerte Freundin kennenlernt, schöpft er neue Hoffnung, die Eine gefunden zu haben. Allerdings haben beide nicht damit gerechnet, dass jemand alles daran setzt, ihr Glück zu torpedieren.

Teil 1 der Jungs vom SEAL Team Two!

Prolog

Blut läuft mir von der Schläfe über die Wange. Ich wische es weg und greife wieder nach dem Typen vor mir. Er ist einen halben Kopf kleiner, der Fresse nach zu urteilen aber doppelt so groß wie ich.

»Süßer, hör bitte auf, du blutest«, fleht mich meine Freundin Sue von der Seite an.

»Honey, geh einen Schritt zurück«, fordere ich sie auf, ohne sie anzusehen. Stattdessen konzentriere ich mich weiterhin auf den Mistkerl, der sie vor ein paar Minuten angebaggert hat, und das obwohl ich direkt danebenstand. Wie blöd kann man eigentlich sein?

»Hast du noch nicht genug, Julian?«, wirft mir die halbe Portion namens Rick an den Kopf. Mir dröhnt der Schädel, weil dieser Arsch mir vor ein paar Augenblicken feige von hinten einen Barhocker darüber gezogen hat. Ich kann was einstecken und lasse mich von so einem Hänfling auf keinen Fall fertigmachen, vor allem aber nicht so blöd anquatschen. Meine Eltern nennen mich Julian, sonst niemand. Ich hasse diesen Namen, seit sie mich auf der Junior Highschool den schwulen Julian nannten und regelmäßig damit aufzogen.

Als er zuschlagen will, fange ich seine Faust ab und verpasse ihm einen kräftigen Hieb in den Magen.

»Ich habe dich gewarnt! Lass die Finger von meinem Mädchen!«, brülle ich ihn wütend an. Mir wird schwindelig, und ich spüre noch, wie mir einer seiner Kumpels, die sich bisher brav herausgehalten haben, von hinten in die Nieren boxt.

»Carter, Gott sei Dank bist du hier. Hilf ihm«, höre ich Sue plötzlich rufen. Im nächsten Augenblick wird mir schwarz vor Augen, und ich weiß nicht, was passiert ist. Die Stimmen in meinen Ohren klingen nur noch verzerrt.

J.

Seattle

Wer mir auch immer in diesem Moment auf die Wangen klatscht, es reicht. Langsam öffne ich die Augen und entdecke meine Freundin vor mir.

»Wo bin ich?«

»Du bist in Duke’s Bar; ich arbeite hier, J.« Sie wendet sich kurz ab und ruft: »Er kommt wieder zu sich. Kann ich ein Glas Wasser und ein Handtuch bekommen?« Leute laufen umher, und plötzlich sehe ich das Gesicht von Carter.

»Hey Bro, wieso lässt du dich von der Pussy fertigmachen?« Welche Pussy meint er? »Komm schon, J., schwing deinen Arsch hoch, es gibt Arbeit.« Carter reicht mir seine Hand. Noch immer dröhnt mein Kopf wie verrückt.

Nachdem ich aufgestanden bin und mir eine Kollegin von Sue ein Glas Wasser gereicht hat, sehe ich mich um. Auf dem Boden um uns herum liegen vier Typen und keiner von denen bewegt sich mehr.

»Hast du die ausgeknockt?«, frage ich meinen Kumpel.

»Sue war es«, scherzt er. Ohne Carter hätte ich wohl alt ausgesehen. Der für mich unvorhersehbare Schlag mit dem Barhocker war vielleicht doch etwas heftig.

»Sag mir, wie viele Finger du siehst«, fordert mich mein Freund auf. Er hält eine Hand hoch und fängt an.

»Zwei, einer, sieben.«

»Alles klar, es geht dir gut. Nächstes Mal wartest du, bis wir hier sind«, belehrt er mich.

»Wir? Wer will denn noch kommen? Scheiße, mein Schädel!« Während Sue mir das Gesicht abwischt, erzählt mir Carter, das Zero und Spencer auf dem Weg zu uns sind. Das Wochenende steht vor der Tür. Eines der ganz wenigen, an denen wir zusammen frei haben. Sonst hängen wir regelmäßig im Irak, Afghanistan oder anderen Ländern ab und erledigen unsere Aufträge.

»SEAL Team Two ist vollständig«, schallt es von der Eingangstür zu uns rüber. Das kann nur Spencer gewesen sein, weil Zero immer sehr schweigsam ist und öffentlich nie so herumbrüllen würde. Natürlich sind wir nicht komplett, unser Team besteht aus 18 Seals, aber wir sind der harte Kern. Bei unserem Job sind wir gute Freunde geworden und treffen uns auch privat.

»Scheiße, was ist denn mit dir passiert, J.?« Ich antworte nicht auf Spencers Frage und schaue Sue an.

»Es hört nicht auf zu bluten, du solltest zum Arzt gehen, J.« Bevor ich etwas sagen kann, packt Zero meinen Kopf und wirft einen Blick darauf.

»Das kriegen wir so hin. Schätzchen, Sani-Kasten«, murmelt er. Sue läuft los und kümmert sich darum. Sie muss wissen, wo das Zeug ist, schließlich arbeitet sie hier.

Während sich Zero meiner Platzwunde annimmt, schmeißen Carter und Spencer die Krawallmacher raus. Sues Boss hat sie darum gebeten, vermutlich will er sich keinen Ärger einhandeln. Wir sind hier Stammgäste und haben noch nie Probleme verursacht. Die gibt es nur, wenn man sich an unsere Frauen heranmacht, und dann kümmern wir uns eben darum. Leg dich nie mit einem Seal an, lautet unser Motto.

Heute war ich der Erste hier, weil ich fünf Minuten allein mit meiner Süßen wollte, die eigentlich längst Feierabend haben sollte.

»Erledigt«, meldet Carter grinsend. »Können wir anfangen? Wir müssen morgen früh wieder los.« Bitte was? Hat er das eben wirklich gesagt?

»Ist das dein Ernst, Mann?«

»Nein, ich verarsch dich, Bro. Logisch ist das mein Ernst! Der General hat angerufen, wir sind die nächsten Wochen in Coronado, Kalifornien, und fliegen von dort aus ins Einsatzgebiet.« Das sind doch mal gute Neuigkeiten. SEAL Team Two ist normalerweise in Little Creek – Virginia an der Ostküste der Vereinigten Staaten – stationiert. Nach unseren freien Tagen fliegen wir sonst immer dort hin.

»Irak?«, frage ich Carter.

»Jep«, antwortet er trocken. Scheiße! Das ist ein Brandherd, den wir einfach nicht löschen können, und trotzdem sollen wir wieder dorthin. Fuck!

Spencer und Zero setzen sich zu uns. Die erste Runde Bier geht auf mich. Sue versucht noch mit mir zu diskutieren, dass ich ausgerechnet jetzt keinen Alkohol zu mir nehmen sollte, doch das lasse ich mir nicht verbieten. Mit 27 kann und darf ich selbst entscheiden. Ich trinke selten, aber das Beruhigungsbier mit meinen Jungs muss jetzt einfach sein. Sturzbetrunken wird hier sowieso keiner rausgehen. Wenn wir morgen wieder losmüssen, ist ein Kater das Allerletzte, was wir brauchen können. Wir erheben unsere Flaschen und stoßen an.

»Auf die nächsten Penner, die unsere Kugeln fressen werden«, grölt Spencer los. Der und seine große Klappe. Sue beobachtet uns argwöhnisch, während sie sich um andere Gäste kümmert. Ich frage mich, warum sie ständig Überstunden schiebt. Schließlich ist das nur ein Nebenjob, den sie gar nicht machen müsste.

Nachdem meine Flasche leer ist, kommt sie zu uns an den Tresen.

»Ich mache jetzt Feierabend, kommst du mit, J.?« Sie klingt nicht erfreut, ja sogar angepisst. Was ist jetzt schon wieder falsch gelaufen?

»Jungs, wir sehen uns«, verabschiede ich mich von meinen Freunden. Sue hat zwar mitbekommen, dass es Arbeit gibt, aber dass wir morgen früh schon wieder losmüssen, weiß sie noch nicht. Ihr dies beizubringen, wird eine verheißungsvolle Aufgabe, denn sie mag es überhaupt nicht, wenn ich nur so kurz zuhause bin.

Ich klatsche mit den Jungs ab, ergreife die Hand meiner Freundin und gehe mit ihr durch den Hintereingang hinaus.

»Willst du fahren, Honey?«

»Du hast getrunken, du wirst auf keinen Fall fahren, J.« Oh Mann, die ist wirklich nicht mehr so gut drauf. Ohne meinen Blick zu erwidern, nimmt sie die Wagenschlüssel aus meiner Hand und steigt ein. Unterwegs zu ihrem Apartment reden wir kein Wort miteinander. Vermutlich straft sie mich immer noch, weil ich nicht zum Arzt gegangen bin und mit den Jungs ein Bier getrunken habe. Es nervt mich gewaltig. Ich war die letzten beiden Wochen unterwegs, bin noch keine 24 Stunden hier und sie selbst war noch am Arbeiten.

Die Tür fällt hinter uns ins Schloss. Sue läuft geradewegs in die Küche.

»Honey, kann ich dir bei irgendetwas helfen?« Als ich meine Arme um sie legen will, wehrt sie mich ab. Sie dreht sich um, stützt ihre Hände auf der Anrichte ab und schaut mich wütend an.

»Ich brauche keine Hilfe, ich bin die letzten 14 Tage auch allein zurechtgekommen«, faucht sie los.

»Hey, glaubst du, ich bin gern so lange weg? Das ist mein Job und das weißt du. Ich wäre gern öfter bei dir, aber es geht im Moment nicht«, kontere ich in dem Versuch, mich zu entschuldigen. Fuck! Und ich muss ihr noch erklären, dass ich morgen früh schon wieder verschwinde.

»Geh duschen, J., du solltest dich frisch machen und rasieren«, wirft sie mir eiskalt an den Kopf. Warum genau sie jetzt so angefressen ist, wird sie mir in dieser Verfassung nicht erklären. Dabei war sie im Duke’s noch besorgt, verstehe einer die Frauen. Kopfschüttelnd gehe ich ins Bad, vielleicht redet sie später mit mir.

Aus der Küche kommt mir ein leckerer Duft entgegen. Auf dem Esstisch steht ein Teller mit Pasta. Sue sitzt auf der Couch und schaut fern. Einen Moment lang überlege ich, ob ich zu ihr gehen sollte. Aber als sie ihren leeren Teller auf den Couchtisch stellt und mich keines Blickes würdigt, ist mir klar, dass sie ihre Ruhe will. Ich hasse es zu streiten, also halte ich meinen Mund und setze mich an den Tisch. Wir haben uns in letzter Zeit oft gezofft, wenn auch nur wegen Kleinigkeiten. Trotzdem ist das kein Dauerzustand, und so mache ich mir beim Essen Gedanken, wie ich sie am besten besänftige und ihr alles erkläre.

Irgendwann betritt sie die Küche, stellt ihren Teller in die Spülmaschine, ignoriert mich jedoch weiterhin.

»Sue, wir müssen reden«, sage ich leise.

»Worüber denn? Dass du dich schon wieder geprügelt hast, nur um dich danach zu betrinken?«, schallt es mir entgegen.

»Warum bist du so sauer auf mich?« Sie verschränkt ihre Arme vor der Brust und wirft mir einen wütenden Blick zu.

»Ich würde gern einfach nur ein Wochenende mit dir allein verbringen. Du könntest mich von der Arbeit abholen, mit mir kochen, ins Kino oder spazieren gehen. Aber jedes Mal tauchen deine Kumpels auf und der ganze Abend ist ruiniert.«

»Warte, Sue! Das kann nicht dein Ernst sein. Du bist eifersüchtig auf die Jungs?«

»Das habe ich nicht gesagt, aber du bist ständig mit ihnen unterwegs. Alles, was ich will, ist Zeit mit dir.« Verdammt, sie hat recht.

»Es tut mir leid, Honey. Du warst noch am Arbeiten, was hätte ich in dieser Zeit tun sollen? Rumsitzen und Däumchen drehen?« Ich bemühe mich, ruhig zu bleiben, um sie nicht noch mehr zu verärgern.

»Zum Beispiel anrufen, dass du da bist. Dann wäre ich nach Hause gefahren und du hättest dich schon duschen und umziehen können. Stattdessen prügelst du dich mit halbstarken Gästen herum und wirst verletzt.« Ich stehe auf und gehe langsam auf sie zu.

»Der Typ hat dich angebaggert. Jeder im Duke’s weiß, dass wir zusammen sind.«

»Er ist ein zahlender Gast und nicht der Einzige, der mich anspricht. Das ist normal in meinem Job und ich bin Profi, J.! Oder vertraust du mir nicht?« Wir sind seit fast einem Jahr zusammen. Kennengelernt haben wir uns im Duke’s, wo ich einer der Typen war, der sie angemacht hat.

»Doch«, antworte ich knapp, auch wenn ich Zweifel habe. Der Ernst der Lage wird mir geradewegs bewusst. Ich bin immer länger unterwegs, und wenn ich nach Hause komme, dann streiten wir uns fast nur noch.

Plötzlich sind wir uns ganz nah. Ich kann die Wut und Enttäuschung in ihren Augen sehen, dennoch spüre ich dieses altvertraute Knistern zwischen uns. Schweigend greife ich nach ihrer schmalen Taille und stürze mich auf ihre Lippen. Sue wehrt sich nicht, ganz im Gegenteil, sie schlingt die Arme um meinen Hals und schiebt mir ihre Zunge tief in den Mund.

»Fick mich, J.«, haucht sie kaum verständlich. Das ist der andere, gierige Teil meiner Freundin. Den besten Sex haben wir, nachdem es Streit gab. Und weil ich sie zwei Wochen lang nicht anfassen oder spüren konnte, werde ich mich nicht zurückhalten. Mit Leichtigkeit drehe ich sie herum, hebe ihr Kleid hoch, streife das Höschen ab und öffne meine Jeans. Als ich ihre Beine leicht spreize, streckt sie mir freudig ihren geilen Hintern entgegen.

»Nimm mich! Gib es mir! Ich brauche es«, fleht sie. Dann greift sie nach hinten, krallt ihre Hände in meinen Hintern und zieht mich an sich heran. Nur einen Wimpernschlag später stecke ich tief in ihr. Sue stöhnt laut auf, was beinahe wie Erleichterung klingt.

»Ich habe dich vermisst«, wispert sie über ihre Schulter. Ich greife nach ihren prallen Brüsten und stoße das erste Mal zu.

»Ja, mehr, fester!« Jeder weitere Stoß lässt sie noch lauter werden. Ich zwirbele ihre harten Brustwarzen und spüre, wie sehr sie sich mir entgegenstreckt.

»Dein Schwanz ist so riesig, komm, Süßer, ich brauche es hart.« Ich hatte noch nie in meinem Leben besseren Sex als mit dieser Frau. Egal wie oft oder wie sehr wir uns auch streiten, das klappt zwischen uns immer.

Sue lässt sich fallen. Wir treiben es in der Küche an der Anrichte wie die Karnickel. Ich beiße ihr in die Halsbeuge und merke, dass ich nicht mehr lange durchhalte.

»Komm schon, Honey, ich bin gleich soweit«, lasse ich sie wissen. Sue stöhnt laut vor sich hin, während ich mit aller Kraft zustoße. Nur Augenblicke später erreiche ich den Höhepunkt. Der Druck der letzten beiden Wochen löst sich endlich auf.

»Hör nicht auf, ich komme!«, schreit Sue. Mit meinen großen Händen packe ich ihr Becken, ramme mich wieder und wieder in sie, bis ihr Orgasmus die Erlösung bringt. Als sie sich mit den Armen keuchend auf der Anrichte abstützt, wird mir schwindelig.

»Ich muss mich hinsetzen, Honey.«

»Nicht, bleib noch in mir«, bittet sie mich. Ich würde ihr diesen Wunsch gerne erfüllen, nur fehlt mir dazu die Kraft. Das Bild vor meinen Augen ist verschwommen, ich kann kaum noch etwas sehen. Als ich rückwärts torkele, stoße ich gegen den Esstisch und lande mit dem Rücken hart am Kühlschrank, wo ich zu Boden sinke.

»J., was ist mit dir?«, fragt Sue mit einem panischen Unterton in der Stimme.

»Gib mir einen Moment.« Alles dreht sich, verdammte Scheiße, was ist nur mit mir los? Ich fühle mich wie im Duke’s, während Sue sich liebevoll um mich kümmert.

Minuten später ist es vorbei, ich kann wieder klar sehen und schaue in das sorgenvolle Gesicht meiner Freundin.

»Lass uns ins Medical Center fahren, dort wird man dich durchchecken.« Ich lehne ab, greife nach ihr und bitte sie, mich festzuhalten.

»Mir geht es gut, Honey. Heute war einfach viel los.«

»Dann mach Urlaub – mit mir –, bevor du wieder zum Einsatz musst«, flüstert sie mir ins Ohr.

»Tut mir leid, Sue, das geht nicht. Ich muss morgen früh wieder los.« Darauf stützt sie sich auf meiner Brust ab und schaut mich skeptisch an.

»Sag mir, dass ich mich gerade verhört habe«, fordert sie in strengem Tonfall. Ich schüttele meinen Kopf und ernte dafür eine schallende Backpfeife.

»Du bist verrückt, J., das kannst du nicht machen!« Sue springt wütend auf, stemmt ihre Hände in die Hüfte und schaut zu mir herab. Meine Wange fängt an zu brennen, die Kleine hat ganz schön Schmackes.

»Seit wann weißt du es?«

»Kurz nachdem Carter ins Duke’s kam«, offenbare ich ihr, weil es jetzt keinen Sinn mehr hätte, sich um die Wahrheit zu drücken. Ihr stehen Tränen in den Augen.

»Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte«, sagt sie mit zitternder Stimme.

»Honey, ich habe es mir nicht ausgesucht, aber wenn es dich beruhigt, wir fliegen nur nach Coronado«, entgegne ich leise, in der Hoffnung, sie damit zusätzlich zu besänftigen.

»Beim letzten Mal hieß es nur Little Creek, und dann hast du angerufen, als ihr plötzlich in Afghanistan wart. J., ich pack das nicht. Ich habe jedes Mal eine Scheißangst um dich.« Zu spät, Tränen laufen über ihre Wangen, ich habe es verkackt! Mühsam rappele ich mich auf, streiche mir über das Gesicht und mache einen Schritt auf Sue zu.

»Bleib weg von mir, fass mich nicht an«, warnt sie mich. Ich wusste es, das Ding geht in die Hose. Wenigstens das Wochenende hätte ich gebraucht, aber es kommt wieder einmal anders als gedacht. Sue hat recht, wir sollten diese Zeit zusammen haben. Life is a bitch, denke ich mir.

»Bitte, Honey! Ich rede mit dem General und bitte ihn um Urlaub, dann packen wir unsere Sachen und fahren ein paar Tage weg«, schlage ich ihr vor.

»Ich brauche Zeit, J.« Sie verlässt die Küche, kurz darauf knallt die Schlafzimmertür. Ich laufe ihr nach, komme jedoch nicht weit, denn sie hat abgesperrt.

»Sue, komm schon, lass mich rein.« Sie antwortet nicht. Ich höre sie weinen und das tut mir in der Seele weh. Was soll ich tun? Ich habe seit dem College darauf hingearbeitet, ein Navy Seal zu werden. Längere Auslandsaufenthalte sind Standard, das war uns allen vorher klar. Und bevor ich Sue kennenlernte, war ich bereits einer von den Jungs. Dass sie damit nicht zurechtkommt, kristallisiert sich immer mehr heraus.

Minutenlang stehe ich vor der Tür und warte darauf, dass sie mich hineinlässt. Erst als ihr Weinen verstummt, gehe ich ins Wohnzimmer. Ich kann sie verstehen, sie sitzt hier ganz allein und wartet darauf, dass ich zurückkomme. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir bewusst, wie schwer es für sie sein muss. Haben wir überhaupt eine gemeinsame Zukunft?

Eigentlich müsste ich schlafen, allerdings bin ich dafür noch zu aufgewühlt. Erneut versuche ich ins Schlafzimmer zu gelangen, doch Sue reagiert nicht. Wahrscheinlich ist es besser, wenn ich verschwinde.

»Honey, ich gehe jetzt. Lass uns morgen zusammen frühstücken und darüber reden, okay?« Es bleibt still. Frustriert greife ich nach meiner Jacke sowie meinem Schlüssel und schließe leise hinter mir die Tür. An meinem Wagen warte ich noch kurz, sehe hoch zu Sues Apartment. Ich bin hier, komm raus zu mir, denke ich. Es bleibt ein Wunsch, meine Freundin lässt sich nicht blicken. Fuck!

In Gedanken versunken, mache ich mich auf den Weg zu Mum und Dad. Die beiden haben ein Häuschen am Stadtrand von Seattle und ich kann sicher in meinem alten Zimmer schlafen. Morgen wollte ich sie sowieso besuchen.

Immer wieder schaue ich auf mein Handy, hoffend, dass Sue mich anruft oder eine Nachricht hinterlässt, leider vergeblich.

»Julian, wir haben dich erst morgen erwartet«, begrüßt mich Mum, als ich vor ihrer Tür stehe.

»Hi Mum. Tut mir leid, ich muss morgen schon wieder los, deshalb wollte ich jetzt noch vorbeischauen.« Ich hasse es sie anzulügen, aber wenn ich ihr erzähle, dass ich mit Sue Streit hatte, kann sie sicher nicht schlafen. Sie mag sie nicht besonders und hat ihre ganz eigene Meinung über meine Freundin. Die Sorge gilt dann immer nur mir, und ich will nicht, dass Sue für alles verantwortlich gemacht wird. Mum mustert kurz meine Platzwunde, schüttelt den Kopf und bittet mich ins Haus.

»Komm rein, mein Junge. Dein Vater ist noch beim Pokern.« Sie fragt nicht, wie der letzte Einsatz war, weil sie es nicht gutheißt, dass ich für unser Land Menschen umbringe – ganz egal, was sie getan haben. Am Anfang war sie sogar strikt gegen meine Berufswahl, was zu endlosen Diskussionen führte. Mittlerweile hat Mum sich notgedrungen damit abgefunden. Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte ich Anwalt oder Cop werden sollen.

Sie bietet mir etwas zu trinken an und bittet mich, auf der Couch Platz zu nehmen. Der Fernseher läuft, was der Grund dafür ist, dass wir uns anschweigen. Noch immer gehe ich gedanklich die Situation mit Sue durch. Hoffentlich gibt sie mir morgen früh die Chance, mit ihr zu reden, und danach werde ich um ein Gespräch mit dem General bitten.

Mum muss völlig fertig sein. Es ist noch keine halbe Stunde seit meiner Ankunft vergangen, da schläft sie bereits und schnarcht leise. Ich nehme eine Tagesdecke, um sie über ihr auszubreiten. In diesem Moment geht die Haustür auf.

»Barbara? Ich bin wieder da«, ruft mein Dad. Als er mich entdeckt, halte ich einen Finger vor den Mund. Mit der Ruhe ist es aber kurz darauf vorbei, denn mein Hund Buddy hat mich bemerkt. Sein freudiges Gejaule weckt Mum auf.

»Oh, wie spät ist es?«, fragt sie irritiert.

»Zehn Uhr, Mum. Dad ist gerade gekommen, bleib liegen.« Mein alter Herr begrüßt mich mit einer Umarmung und dann ist mein bester Kumpel dran.

»Hey, mein Junge, geht es dir gut?« Trotz seines hohen Alters von zwölf Jahren springt er aufgeregt an mir hoch, so dass ich ihn bremsen muss. Wir haben uns zwei Wochen nicht gesehen, ich kann seine Freude gut verstehen.

»Wolltest du nicht erst morgen vorbeikommen, Julian?«

»Eigentlich schon, aber wir müssen morgen wieder los. Tut mir leid, Dad.«

»Ach was, es muss dir nicht leidtun. Setz dich und hilf mir beim Geld zählen, ich hatte heute eine Glückssträhne«, verkündet er stolz.

Währenddessen unterhalten wir uns über den letzten Einsatz. Dad ist durch und durch Patriot – ganz anders als Mum. Seit je her ist er stolz auf mich und weiß, was ich für mein Land leiste. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass er jedes Mal froh ist, wenn ich wieder unversehrt zurück bin.

»Wie läuft es mit Sue, mein Sohn?«, fragt er, nachdem feststeht, dass er seine Zocker-Freunde um 25 Dollar erleichtert hat. Für ihn ein großer Triumph.

»Es geht, ist im Moment schwierig«, gebe ich kleinlaut zu.

»Sie hat Probleme mit deinem Job, richtig?« Ich drehe mich kurz um, weil Mum die Gabe besitzt, lautlos durch das Haus zu schleichen, und dieses Gespräch ist nicht für ihre Ohren bestimmt. Es würde sie nur unnötig aufregen. »Sie kommt damit überhaupt nicht zurecht. Ich weiß nicht, ob das noch lange gut geht.« Dad schaut auf meine Stirn und runzelt seine.

»Hast du dich schon wieder wegen ihr geprügelt?«

»Nicht direkt.« Meinem alten Herrn kann ich nichts vormachen, wir sind aus dem gleichen Holz geschnitzt. Er hat mir noch nie eine Predigt gehalten, stattdessen immer nur Ratschläge gegeben.

»Liebst du sie, Julian?«

»Irgendwie schon, aber das alles macht sie fertig; sie hat es nicht verdient.«

»Klingt nicht sehr überzeugend. Pass auf, Sohn. Wenn du eine Frau liebst, dann bist du bereit, einiges für sie zu tun. Ich habe damals nicht ohne Grund meinen Job als Banker aufgegeben. Heute weiß ich, dass es sich gelohnt hat, denn du sitzt hier bei uns und darauf bin ich sehr stolz. Genauso, wie auf das, was du tust.« Was will er mir jetzt damit sagen? Dass ich meinen Job aufgeben soll?

»Schau mich nicht so an, du hast das schon richtig verstanden«, ergänzt er.

»Aber ich kann meinen Job nicht hinwerfen, ich lebe dafür.«

»Julian, das hat auch niemand gesagt. Es gibt andere Möglichkeiten. Irgendwann wirst du Familie und Kinder haben, und wenn Sue die Richtige für dich ist, dann findest du einen Weg, dass ihr beide glücklich sein könnt.« Ich liebe die Gespräche mit meinem Dad. Er meckert nicht, sondern bringt die Fakten sachlich auf den Tisch und kann dabei immer noch lächeln.

»Es wird Zeit, wir sollten ins Bett gehen. Deines ist frisch bezogen, bedank dich bei deiner Mum«, meint Dad, als er aufsteht und noch einen Blick auf meine Platzwunde wirft. »Dein Sani hat übrigens gute Arbeit geleistet.« Mit einem Schulterklopfer verabschiedet er sich ins Wohnzimmer. Ich schaue zu Buddy, der neben mir auf den Boden liegt und vor sich hindöst.

»Laufen wir noch eine Runde zusammen?« Er sieht mich an und wedelt mich dem Schwanz. Im Flur greife ich nach meinem Schlüssel.

»Mum, Dad, ich geh noch eine Runde mit Buddy. Gute Nacht«, rufe ich ins Wohnzimmer.

»Gute Nacht, mein Junge.« Wir laufen hinaus in die Dunkelheit, wo ich Zeit zum Nachdenken habe.

Mein klingelndes Handy weckt mich am nächsten Morgen. Habe ich verschlafen? Ich greife danach und nehme den Anruf an.

»J., wo steckst du?«, fragt mich Carter.

»Bei Mum und Dad. Müssen wir schon los?«

»Wir haben noch knapp zwei Stunden, soll ich dich abholen?«

»Klar, Mann. Gib mir eine halbe Stunde, ich mache mich fertig.« Ich war letzte Nacht eindeutig zu lange unterwegs. Buddy liegt neben meinem Bett und schaut mich an. Mir fehlt heute die Motivation – für alles. Schon wieder fliegen und das ausgerechnet jetzt, wo es wieder einmal Streit mit Sue gibt. Dads Worte gehen mir durch den Kopf. Ich sollte dringend mit dem General sprechen, zwei Wochen Urlaub könnten vielleicht noch etwas retten. Träge bewege ich mich ins Bad, um zu duschen. Meine Klamotten sind bei Sue, also werde ich ihr so oder so noch einmal über den Weg laufen. Hoffentlich gibt sie mir die Möglichkeit zum Reden.

Weil Carter noch nicht da ist, gehe ich mit meinem Hund noch eine kleine Runde. Bei meiner Rückkehr begegnet mir Dad im Garten.

»Morgen, Sohn«, begrüßt er mich knapp.

»Morgen, Dad.«

»Du suchst doch schon seit längerem ein kleines Häuschen. Ist das noch aktuell?« Davon träume ich, seit ich für die U.S. Navy tätig bin. Nach unseren Einsätzen Heim kommen, ins eigene Haus zurückziehen und die Ruhe genießen.

»Auf jeden Fall, Dad. Hast du was gehört?«

»Charlie aus der Pokerrunde hat mich gestern Abend gefragt, ob ich jemanden wüsste. Seine Tochter lässt sich gerade scheiden und sie verkaufen das gemeinsame Haus zu einem guten Preis.« Bei diesen Worten werde ich hellhörig.

»Wo ist das genau?«, möchte ich von meinem alten Herrn wissen.

»3rd Avenue, drüben am Golfclub, direkt am Waldrand. Willst du noch schnell vorbeifahren, bevor es losgeht?« Ohne lange zu überlegen, stimme ich zu. Unabhängig davon, dass es ein lang gehegter Traum ist, wäre es vielleicht ein gutes Zeichen für Sue, dass sich etwas verändert und ich mich bemühe. Dad will seinen Pokerfreund gleich anrufen, derweil laufe ich mit Buddy ums Haus.

An der Einfahrt treffen wir auf Carter, der grinsend aus seinem Wagen steigt.

»Hier versteckst du dich also«, ruft er mir entgegen. Buddy begrüßt ihn auf seine Art, mit einem kleinen Tänzchen. Nachdem die beiden ihren Spaß hatten, lehnt Carter sich an seinen Wagen und schaut mich seltsam an.

»Ich kenne diesen Blick, was ist passiert?«, frage ich.

»Der General hat angerufen, es hat Huggins und Paterson erwischt.«

»Fuck! Wie ist das passiert?«

»Selbstmordattentäterin, hat sich vor einer Schule in die Luft gejagt, als sie auf Patrouille waren. 27 Tote, die meisten davon Kinder.« Diese Nachrichten hört niemand gern, ganz besonders ich nicht, weil Paterson mein Scharfschütze war. Er war nie besonders nett gewesen, aber ein verdammt guter Schütze, der in den letzten Monaten an meiner Seite gekämpft hat. Huggins kannte ich nur flüchtig, aber auch er war ein Kamerad, der jetzt nicht mehr unter uns weilt.

»Wir fliegen also heute direkt rüber?«

»Jep, von Coronado aus, die Jungs brauchen Unterstützung, und wir sollen die beiden nach Hause bringen. Sind nur ein paar Tage. Packen wir das, J.?«

»Klar, Mann, wir holen sie da raus. Tust du mir einen Gefallen?« Carter nickt mir zu.

»Ich muss noch einmal zu Sue und meine Sachen holen. Erwähnst du bitte nichts davon, falls sie da ist?«

»Hey, du kennst mich, ich schweige wie ein Grab. Habt ihr mal wieder Stress?« Diese Frage muss ich nicht beantworten, er sieht es mir bereits an und hat gestern Abend sicherlich genug mitbekommen.

»Julian? Du kannst gleich rüberfahren, Charlies Tochter ist noch eine halbe Stunde im Haus«, unterbricht uns Dad. »Hallo Carter!«

»Guten Morgen, Mr. Austin«, erwidert er den Gruß, während ich schnell ins Haus laufe, um mich von Mum zu verabschieden.

Kurz darauf bin ich so weit und wende mich noch mal an Dad.

»Ich melde mich später und lasse euch wissen, was herausgekommen ist.«

»Natürlich, mein Junge. Pass auf dich auf.« Ich umarme ihn, drücke Buddy ein letztes Mal und steige zu Carter in den Wagen.

»Wir müssen noch kurz zwischenstoppen«, informiere ich ihn. Er fährt mich zur 3rd Avenue, die direkt am Golfclub endet. Alles, was ich erkennen kann, ist eine zwei Meter hohe Mauer und eine Hecke.

»Was willst du hier, J.?«

»Das Haus anschauen, es steht zum Verkauf. Kommst du mit rein oder wartest du hier? Dauert nur ein paar Minuten.«

»Scheiß drauf, ich komme mit rein.«

Wir suchen den Eingang, der sich in einer kleinen Nebenstraße befindet. Die Einfahrt ist offen, weshalb ich einfach hineingehe. Aus dem Haus kommt gerade eine junge Frau, die mich überrascht anschaut.

»Kann ich Ihnen helfen?«, fragt sie.

»Mein Dad hat vorhin Ihren Dad angerufen; ich bin hier, um mir Ihr Haus anzusehen.« Plötzlich muss sie lachen.

»So schnell hatte ich nicht mit Ihnen gerechnet.«

»Wir müssen gleich wieder los, unser Flug geht bald«, lasse ich sie wissen. Nachdem Carter sich vorgestellt hat, bittet uns Mrs. Blacker hinein. Nacheinander besichtigen wir alle Räume, die noch immer voll eingerichtet sind. Mein Kumpel hat dabei mehr Augen für die Eigentümerin, als für den eigentlichen Grund unseres Hierseins.

Kaum 15 Minuten später ist die Führung beendet. Alles, was ich gesehen habe, gefällt mir auf Anhieb. Das Highlight jedoch ist der 1.500 Quadratmeter große Garten samt Pool. Ich fühle mich sofort richtig wohl und könnte mir vorstellen, hier zu leben. Carter quatscht ununterbrochen mit der Besitzerin, die nicht abgeneigt zu sein scheint, zumindest unterhält sie sich mit ihm sehr rege.

»Gibt es ein Exposé, das Sie mir zur Verfügung stellen würden, Miss Blacker?«, unterbreche ich die beiden Turteltauben.

»Natürlich, Mr. Austin. Soll ich es Ihnen vorbeibringen oder per Mail schicken?«

»Gerne per Mail, ich bin die ganze Woche im Ausland unterwegs.«

»Oh, was sind Sie denn von Beruf?«

»Navy Seal.«

»Das habe ich mir fast gedacht. Sie sind beide sehr groß und so muskulös«, sagt sie leise und hat dabei ihren Blick auf Carter gerichtet.

Ich notiere ihr meine Daten und dann fehlt noch die alles entscheidende Frage.

»Was ist Ihr Preis?« Carter muss daraufhin lachen und wirft ihr einen sehr eindringlichen Blick zu, was die Gute prompt erröten lässt.

»Nun, ja ...«, stottert sie vor sich hin. »Der Gutachter hat das Haus mit Grundstück auf 500.000 Dollar geschätzt. Ich bin aber bereit, es für 375.000 Dollar zu verkaufen, weil es schnell gehen muss.« Klingt nach einem fairen Preis für das, was ich gesehen habe. Alles ist in sehr gutem Zustand, die Arbeiten halten sich offenbar in Grenzen.

»Für Sie, weil Ihr Dad ein Freund meines Vaters ist«, fügt Miss Blacker noch hinzu.

»Wären Sie so nett und würden es für mich reservieren? Nur ein paar Tage. Ich habe sehr großes Interesse daran, aber Sie verstehen sicherlich, dass man eine solche Entscheidung nicht spontan trifft.«

»Selbstverständlich, Mr. Austin. Sie stehen auf meiner Liste ganz oben.« Ich muss darüber nachdenken, denn dafür würden meine gesamten Ersparnisse draufgehen. Aber zumindest wäre meine Rente und ein ruhiges Zuhause gesichert. Weil die Zeit drängt, bedanke und verabschiede ich mich schnell. Mein Kollege hat jedoch die Arschruhe weg und tuschelt mit Miss Blacker noch einen Augenblick. Also versuche ich in der Zwischenzeit, Sue zu erreichen.

»Alter, können wir endlich los?«, nervt Carter kurz darauf, obwohl ich das Handy am Ohr habe. Grinsend steigt er ein. Meine Freundin hat das Gespräch nicht angenommen, warum auch immer. Wir machen uns auf den Weg zu ihr, schließlich geht in einer Stunde unser Flieger nach Coronado und den sollten wir nicht verpassen.

»Ich warte hier, beeil dich, J.« Ich springe aus dem Wagen und schließe die Tür zu Sues Apartment auf.

»Honey, bist du hier?«, rufe ich hinein. Sie antwortet mir nicht. Ich kann sie weder im Wohnzimmer noch in einem der anderen Räume finden. Alles, was ich entdecke, ist meine gepackte Tasche, die im Schlafzimmer vor dem Bett steht. Darauf liegt ein Zettel. Ich nehme ihn und lese die Worte: Pass auf dich auf!