Searching for Love: Hingabe - Jennifer Probst - E-Book
Beschreibung

Kennedy Ashe, Ansprechpartnerin für die außergewöhnlichen Fälle der Partneragentur KINNECTIONS, bekommt einen ebensolchen hartnäckigen Fall als nächsten Kunden. Ned, Raketenwissenschaftler und Nerd, wie er im Buche steht. Kennedy schwört darauf, den Chaoten im Laborkittel in den heißesten Typen der Stadt zu verwandeln. Nur sich selbst kann sie nicht helfen. Ihre Unsicherheit wegen ihrer Vergangenheit und ihrer Gewichtsprobleme sitzt zu tief. Kann Kennedy ihrem Herzen folgen, als sie feststellt, dass Ned der perfekte Mann für sie wäre, oder zerstören ihre Ängste jegliche Chance auf ein Happy End?

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Seitenzahl:479

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Sammlungen



Jennifer Probst

Searching for Love

Hingabe

Contemporary Romance

Aus dem Amerikanischen von Carina Köberl

HINGABE

Jennifer Probst

Die Originalausgabe erschien 2013 unter dem Titel

SEARCHING FOR PERFECT bei Gallery Books

Deutsche Erstveröffentlichung

Copyright © 2015 Romance Edition Verlagsgesellschaft mbH8712 Niklasdorf, Austria

SEARCHING FOR PERFECT Copyright © 2013 Jennifer Probst

Covergestaltung: © Sturmmöwen

Titelabbildung: © Slava_Vladzimirska

ISBN-Taschenbuch: 978-3-902972-73-6

ISBN-EPUB: 978-3-902972-83-5

 

www.romance-edition.com

Es ist besonders schwer und wirklich unglaublich, wenn man aufhört, perfekt zu sein und anfängt, daran zu arbeiten, man selbst zu werden.

- Anna Quindlen

Dieses Buch ist all meinen Lesern gewidmet, die mich inspiriert und unterstützt haben. Die meine Bücher geliebt und mich dazu gebracht haben, besser zu werden.

Und es ist all jenen gewidmet, die daran glauben müssen, es würdig zu sein, Liebe, Vergebung, Erfolg oder Glück zu erfahren.

Das seid ihr.

1. Kapitel

Nathan Ellison Raymond Dunkle hatte einfach kein Glück.Er hastete aus seinem Labor, schon wieder zu spät; sein Kopf wie in Watte gepackt nach der intensiven Brainstormingsession, die er auf der Suche nach einer bahnbrechenden Formel unternommen hatte. Sie sollte die fortgeschrittene Antriebskraft für immer verändern. Er lenkte seinen Tesla durch den Stadtverkehr und versuchte, keine Panik zu bekommen. Diese Veranstaltung würde den Wendepunkt in seinem Leben darstellen und er weigerte sich, sie zu verpassen. Was, wenn seine zukünftige Frau in diesem Moment dort war und irgendeinen anderen Mann kennenlernte, weil er in der Arbeit festgesteckt war? Schon wieder.

Ned unterdrückte seine Ungeduld und fuhr ein paar weitere Zentimeter nach vorn. Er war es leid, dass sich sein soziales Leben um seinen Laborpartner Wayne und seinen Bruder Connor drehte. Seitdem er die NASA verlassen hatte, um seine Zeit dem Versuch zu widmen, dem Privatsektor ein Standbein in der Raumfahrt zu verschaffen, verschmolzen seine Tage zu einer langen Linie an Formeln und Forschung. Die wöchentlichen Golfausflüge mit seinen Freunden waren in sich zusammengefallen. Sein Liebesleben, das immer schon stockte, fiel auf eine dicke, fette Null ab. Vor drei Monaten hatte er seinen zweiunddreißigsten Geburtstag gefeiert und ihm war klar geworden, dass er niemanden hatte, den er einladen konnte. Ein kleiner Kuchen war ihm im Labor überreicht worden und nachdem Wayne ein paar Noten von Happy Birthday gesummt hatte, hatten sie sich wieder an die Arbeit gemacht.

Erbärmlich.

In diesem Moment hatte er die Entscheidung getroffen, sich zu verändern.

Ned überquerte die Stadtgrenze, wo ihn ein Schild Besucher herzlich in Verily willkommen hieß und suchte die Straße nach einem Parkplatz ab. Die hell erleuchteten Läden, die den Gehweg säumten, hatten eine Aussicht auf den Hudson River und strahlten einen malerischen Charme aus, der Besucher in die Arme schloss und sie von der einladenden Region unter die Fittiche nehmen ließ. Sein Bruder hatte gelacht, als er ihm von dem nahenden Speeddatingtreffen erzählt hatte, aber Connor glaubte nicht daran, dass man sich mit bloß einer Frau allein niederlassen konnte. Die Jahre, die er damit verbracht hatte, seinem Bruder dabei zuzusehen, wie er auf endlose Dates ging und das ohne den Hauch einer Aussicht auf eine feste Bindung, deprimierten ihn. Diese Wiederholung, von sich aufeinander Einlassen und wieder Loslassen, schien einfach nur … ermüdend zu sein.

Ned sehnte sich nach einer richtigen Verbindung zu einer Frau. Nach jemandem, mit dem er sein Leben teilen konnte. Er hatte kein Interesse daran, von einer Bar in die nächste oder von einem Bett ins andere zu springen. Eine Ehe bedeutete all jene Dinge, die ihm fehlten: Trost, Sex und Gesellschaft. Wenn er einmal eine Entscheidung getroffen hatte, widmete er all seine Zeit und Energie den nötigen Schritten, um sein Ziel zu erreichen und seine neueste Idee war keine Ausnahme. Nach sechs Wochen intensiver Recherche war er bereit.

Er parkte sein Auto auf einem freien Platz und stellte den Motor ab. Er schnappte sich eine Packung Minzdrops aus seinem Handschuhfach, steckte sich ein Bonbon in den Mund und wischte sich die Hände an seiner khakifarbenen Hose ab. Mist. Er hatte vergessen, seinen weißen Labormantel auszuziehen, auf dem er heute Morgen einen fetten Kaffeefleck auf seiner Brust hinterließ. Er befeuchtete auf seine Finger und versuchte, ihn vom Stoff zu rubbeln, aber der braune Klecks wurde davon nur größer. Könnte er den Kittel ganz ausziehen? Er zog seinen Kragen über die Schulter und entdeckte das zerknitterte Baumwollhemd, das darunter völlig zerdrückt worden war. Nee, er würde ihn anlassen. Scheiß drauf. Er wollte ohnehin keine Frau, die sich nur für Kleidung und äußere Erscheinung interessierte.

Er schob die Brille an seiner Nase hoch und linste in den Rückspiegel auf der Fahrerseite. Das gesunde, braune Leuchten, das er voller Hoffnung gern zur Schau gestellt hätte, war grauenhaft anzusehen. Verdammte Bräunungscreme. Die Golfsaison hatte noch nicht angefangen und seine weiße Haut hatte ihn heute Morgen in Panik versetzt. Er wusste, dass Frauen den Strandlook mochten, also hatte er sich während der Mittagspause einen Selbstbräuner gekauft und ihn in der Arbeit aufgetragen. Er hatte die Anleitung perfekt befolgt, aber anstatt eines sonnengeküssten Strahlens hatte er ein Karottenorange erhalten. Ned rieb sich verzweifelt übers Gesicht und versuchte, die Farbe zu verteilen. Es war nicht so schlimm. Wayne hatte Ned nach dem Mittagessen nur einen Blick zugeworfen und als Ned nachgefragt hatte, hatte er gesagt, er würde in Ordnung aussehen. Natürlich war er in Geschwindigkeitstests vertieft gewesen, also hatte er ihn vielleicht nicht wirklich angesehen.

Ein Stöhnen unterdrückend stieg er aus dem Auto und machte sich auf den Weg zu einem Restaurant mit dem Namen Cosmos. Wenigstens fand die Party nicht in einer Bar statt. Er beschleunigte sein Tempo, stolperte über den unebenen Gehweg und kam endlich an seinem Ziel an. Die warme Luft traf ihn mit voller Wucht zusammen mit den leckeren Düften von Knoblauch, Tomaten und frischem Brot. Das Restaurant war in geschmackvollen, toskanischen Farben dekoriert; sanfte Lichter erleuchteten matt mehrere Tische im Hauptraum. Auf jedem der Tische befand sich eine Stoppuhr. Leute standen in Gruppen zusammen und sprachen miteinander, während sie Drinks und Aperitifs in ihren Händen hielten.

Ned erstarrte.

Er kämpfte gegen den Drang an, sich umzudrehen und wieder nach draußen zu gehen. Aber er war kein Versager und er hatte nicht vor, jetzt einer zu werden. Er hatte hierfür gepaukt. Dies war sein Moment.

»Kann ich Ihnen helfen?«

Er sah nach unten und ein junges Mädchen mit einem Clipboard in der Hand lächelte zu ihm hoch. »Ja. Ned Dunkle. Ich bin angemeldet.«

»Natürlich.« Sie strich seinen Namen durch und gab ihm ein Ticket. »Willkommen zu unserem Speed Dating Treffen von Kinnections. Sie haben gerade noch genug Zeit, um sich an der Bar einen Drink zu holen. Hier ist Ihre Nummer. Sie fangen bei Tisch neun an. Maximal fünf Minuten an jedem Tisch. Und hier ist ein Blatt mit all den Teilnehmern. Wenn Sie jemanden mögen, schreiben Sie sich den Namen auf und am Ende des Treffens werden wir die Leute einander vorstellen, die sich füreinander interessieren.«

»Toll.« Er nahm das Ticket in seine klamme Hand und erkämpfte sich den Weg zur Bar. Gelächter und lockere Gespräche schwirrten zusammen mit dem moschusartigen Duft von Parfum und etwas Stärkerem um ihn herum. War er das? Er senkte den Kopf und roch an sich. Oh ja, viel zu viel Kölnischwasser. Der Duft hatte ihm zu Hause gefallen, aber jetzt fühlte er sich verloren in den Pinien- und Waldgerüchen, die das Etikett versprochen hatte. Na ja. Es würde niemandem auffallen.

Er ließ seinen Blick durch den Raum schweifen und stellte den Jagdmodus an.

Als er sie sah.

Vollkommenheit.

Die Frau durchquerte den Raum und leuchtete praktisch vor Energie und Selbstsicherheit. Dann und wann hielt sie an, um mit verschiedenen Leuten zu sprechen. Sie beanspruchte die Aufmerksamkeit von Männern und Frauen gleichermaßen. Ihre whiskeybraunen Augen dominierten ihr Gesicht und dichtes, welliges Haar fiel in dunklem Karamell über ihre Schultern. Ihr knallpinker Hosenanzug passte zu ihren Nägeln. Aber es waren ihre Schuhe, die wieder und wieder seine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Zehnzentimeterhohe Absätze, an den Zehen offen, pink mit silbernen Strasssteinchen. Der silberne Zehenring betonte ihre kaugummipinken Zehennägel perfekt.

Sie war ganz offensichtlich eine Frau, die jeden Mann haben konnte, den sie wollte. Ihr heiseres Lachen hallte in seinen Ohren wider, tauchte in seinen Magen ab und drückte zu. Der Klang war so voller Leben und dem Potential, Spaß zu haben. Eine Welle der Sehnsucht traf ihn und er unterdrückte ein Lachen. Ja, genau. Nicht in diesem Leben. Trotzdem, wenn sie irgendwie im Speed Dating Treffen involviert war, würde er sie kennenlernen und fünf Minuten lang mit ihr sprechen können. Das allein wäre den ganzen Abend wert.

Nicht, dass er eine Frau wollte, die bloß schön war. Diese Lektion hatte er mehr als nur gelernt und er brauchte keine Wiederholung. Nicht in diesem Leben.

Ein Buzzer erklang und alle rannten zu ihren Tischen.

Showtime.

Er machte sich auf den Weg zu Nummer neun und setzte sich mit einem Glas des Hausweins in der Hand hin. Er mochte ihn nicht, aber es war einfach für den Barkeeper gewesen, ihm diesen Drink zu machen. Es dauerte normalerweise zu lange, seinen üblichen Drink zu erklären.

Eine zierliche Blondine rutschte auf ihren Platz, sah hoch und zuckte minimal zurück. Er versuchte, nicht über sein Gesicht zu reiben und das Orange noch auffälliger werden zu lassen.

Die Stoppuhr piepste.

»Hi, ich bin Naomi.«

Er holte tief Luft. »Hi, Naomi. Mein Name ist Ned.«

»Hi, Ned. Also, was machst du beruflich?«

»Ähm, ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur.«

»Oh, du arbeitest mit Flugzeugen? Hast du ein Flugzeug?«

Er schüttelte den Kopf. »Nein, mit Raumschiffen.«

Ihre Augen weiteten sich vor Aufregung. »Du hast ein echtes Raumschiff?«

»Nein, nein. Ich arbeite mit Raumschiffen. Na ja, ich arbeite an den Prototypen. Forschungsarbeit. Ich besitze keines.«

»Oh.« Sie wirkte enttäuscht. »Ich mag es, mit dem Flugzeug zu reisen. Wie sieht es mit einem Jet aus? Hast du einen von denen?«

Er versuchte, sich zu konzentrieren, aber das Gespräch war auf bestem Weg in den Bereich der Twilight Zone und es war noch nicht mal eine Minute rum. »Ähm, tut mir leid, habe ich nicht. Ich habe ein Auto.«

Ihr Ausdruck hellte sich auf. »Ich liebe heiße Karren. Lamborghinis, Ferraris, Hummer. Hast du den Film The Fast and the Furious gesehen? Die hatten dort ein paar richtig scharfe Autos.«

»Nein, den Film habe ich verpasst.«

»Riechst du das?« Sie rümpfte die Nase und sah sich um. »Ist das Kölnischwasser?«

»Ich schätze irgendein Kerl hat zu viel aufgetragen.«

»Iiiiihh, ich hasse es, wenn das passiert.«

»Ich auch.«

Leider konzentrierte sie sich wieder auf die ursprüngliche, bizarre Konversation. »Das Auto eines Mannes sagt viel über ihn aus. Die Leute zitieren immer diesen Horoskopmist, aber ihnen ist nicht klar, dass die Wahl des Wagens das ist, was einen Menschen wirklich ausmacht.«

»Ich denke nicht, dass mir klar war, wie wichtig das ist.«

»Was für einen Wagen fährst du, Ned?«

»Einen Tesla. Er hat den Preis für das sicherste Auto in Amerika gewonnen und hat keinen CO2 Ausstoß. Er repräsentiert den neuesten Stand der Effizienz und des Sparens.«

Sie seufzte. »Ich fahre ein Mitsubishi Cabrio Eclipse in kirschrot. Ich denke nicht, dass ich einen Mann respektieren oder daten kann, der einen billigen Wagen fährt. Wir haben einfach nicht die kompatible Energie, die man in einer Beziehung braucht. Besonders im Schlafzimmer.« Sie schickte ihm ein sonniges Lächeln. »War aber nett, dich kennenzulernen.«

Ding.

Bereits etwas aus dem Gleichgewicht, stand Ned auf und machte sich auf den Weg zum nächsten Tisch. Eine große Brünette mit Brille musterte ihn sorgfältig und wartete darauf, dass die Stoppuhr loslief. »Ich bin Sandra. Ich bin Grundschullehrerin, geschieden, habe keine Kinder und wohne allein.«

Ned entspannte sich, als sie verstummte. Damit konnte er umgehen. Mit einer intelligenten, direkten Konversation, um herauszufinden, ob zwischen ihnen Chemie oder irgendeine Verbindung bestand.

»Hi, ich bin Ned. Ich arbeite als Ingenieur und war noch nie verheiratet.«

»Hast du Probleme?«

Er lachte, weil er ihren Sinn für Humor genoss, aber dann wurde ihm klar, dass sie die Augenbrauen zusammengezogen hatte und es todernst meinte. »Oh. Wahrscheinlich. Hat nicht jeder Mensch Probleme?«

»Ich nicht. Du hast einen Fleck auf deinem Shirt.«

Er wischte darüber und verdeckte ihn mit seinem Arm. »Tut mir leid. Ich hatte es eilig, als ich aus dem Labor gekommen bin und war spät dran.«

Sie zeigte mit dem Finger auf ihn. »Du bist ein Workaholic.«

Er rutschte auf seinem Stuhl herum. »Ich arbeite viel, aber ich versuche, das zu ändern. Bist du … Liebst du deinen Job?«

»Nicht wirklich. Die Leistungsstandards haben alles zerstört, die zehnjährigen haben einen Hormonüberschuss – man kann sie unmöglich kontrollieren – und der Staat will uns die meisten unserer Zusatzleistungen streichen.«

»Das tut mir leid. Hast du vor, auf einen anderen Berufszweig umzusteigen?«

»In dieser Wirtschaftslage?« Sie sah ihn an, als hätte sein Kittel plötzlich Feuer gefangen. »Nie im Leben. Ich muss damit klarkommen, also habe ich mir einen Stundenplan zusammengestellt, um Konflikte minimal zu halten. In achtzehn Monaten schwanger werden, damit ich meinen Schwangerschaftsurlaub auf ein ganzes Jahr verlängern kann. Das zweite Kind genau vierzehn Monate später bekommen, damit sie altersmäßig nah beieinander sind. Aber ich will mich mit keinen Workaholics rumschlagen. Mein Vater war einer und meine Eltern haben sich am Ende scheiden lassen. Warst du schon immer selbstsüchtig?«

»Hä? Nein, wenn ich eine Familie hätte, würde ich nicht so viel arbeiten. Lass mich dir …«

»Tut mir leid. Ich gehe kein Risiko mit dir ein. Ich denke, unsere Zeit ist um.«

Ding.

An Tisch elf warf er den Cocktail seiner Partnerin um und machte ihr hübsches, rotes Kleid schmutzig. Bei Tisch zwölf traf er ein Katalogmodel, das ihn sofort abwies und ihm einen Vortrag über die Gefahren von Hautkrebs hielt, den man vom Sonnenbaden bekommen konnte. Er kippte sich seinen schlechten Wein hinunter, aber es gab keine Zeit, sich einen neuen zu holen, weil sich diese fünf Minuten ewig zogen und in eine weitere Session übergingen, die noch grauenhafter war als die letzte.

An Tisch fünfzehn punktete er endlich.

Debra hatte ein nettes Lächeln, langes rotes Haar und eine milchig weiße Hautfarbe. Er stellte sich vor.

»Es ist schön, dich kennenzulernen, Ned. Heutzutage ist es schwer, Leute kennenzulernen, dass wir uns dazu herablassen müssen, peinliche Wege einzuschlagen, um einander zu finden.«

Er entspannte seine Schultern ein wenig. »Ja, da stimme ich zu. Obwohl ich überrascht bin, dass du da irgendwelche Probleme hast.«

Sie lachte und duckte das Kinn. »Danke. Also, anstatt dir fünf Minuten lang eine Menge verrückter Fragen zu stellen, habe ich ein paar lustige Sachen zusammengestellt, um herauszufinden, welche Persönlichkeitstypen wir sind.«

»Sehr kreativ.« Er hatte darüber in der Cosmopolitan gelesen und dutzende Tests durchgeführt, was den Typ Mann betraf, den Frauen sich wirklich wünschten. Seine Haut kribbelte vor Aufregung. »Frag nur.«

»Wunderbar!« Sie holte einen Stapel Karteikarten hervor und warf ihm einen verspielten Blick zu. »Frage eins: Mit welchem ersten Date würdest du versuchen, mich zu beeindrucken?«

Ja. Er wusste das auswendig. Er versuchte, den Triumph nicht in seinem Gesicht wiederspiegeln zu lassen. »Ich würde dich in die New York Public Library in Manhattan mitnehmen und herausfinden, welche Art von Büchern du magst. Danach ein Picknick im Park.«

Enttäuschung glänzte in ihren braunen Augen. »Oh. Eine Bibliothek ist Eintrittsfrei, Ned. Und ein Picknick ist billig. Keine Limo? Keine Broadwayaufführung? Was ist mit dem Drehrestaurant oben auf dem Marriott Marquis? Hast du Angst davor, für eine Frau Geld auszugeben?«

Worüber redete sie? Cosmo sagte immer, dass ein Mann romantisch sein musste. Einzigartig. Geld imponierte nicht. Tiefgang und Originalität schon. »Tut mir leid, ich habe nicht nachgedacht. Was ist mit der nächsten Frage?«

Das munterte sie wieder auf und sie ging zur nächsten Notizkarte über. »Wenn du mir ein Kompliment über einen Teil von mir machen müsstest, welcher wäre das?«

Diese Antwort wusste er! Marie Claire sprach die ganze Zeit davon. »Dein Lächeln.«

Sie schob die Unterlippe hervor. »Machst du Witze? Verbringe ich etwa vierundzwanzig Stunden am Tag im Fitnessstudio, damit du ein Kommentar über meine Zähne machen kannst?«

In seinen Ohren rauschte es und er blinzelte vor purer Verwirrung. Das konnte nicht wirklich passieren. Das letzte Mal, als er Connors Rat angenommen und dem Körper einer Frau ein Kompliment gemacht hatte, hatte er dafür einen Drink ins Gesicht geschüttet bekommen. »Ich dachte, Frauen würden es nicht mögen, wenn Männer das tun.«

Sie verdrehte die Augen. »Das ist lächerlich. Wir leben dafür.«

Ned machte sich eine gedankliche Notiz, um sich daran zu erinnern, Frauen wieder Komplimente zu ihrem Körper zu machen. »Bekomme ich noch einen Versuch?«

»Das ist der letzte. Das hier ist der wichtigste Punkt. Wenn wir uns streiten würden, wie würdest du dich entschuldigen?«

Endlich. Nie im Leben würde er diese Frage vermasseln. »Ich würde dir direkt sagen, dass es mit leid tut und dass ich daran arbeiten werde, alles wieder gutzumachen, das ich gut machen kann, damit wir in Zukunft nicht dieselben Probleme haben.« Hallo, Self Magazin. Kommunikation und eine verbale Entschuldigung waren zwei der wichtigsten Prioritäten für Frauen.

Debra stopfte die Kärtchen in ihre Handtasche und warf ihm einen verärgerten Blick zu. »Warum zur Hölle sollte es mich interessieren, ob es dir leid tut? Taten sprechen lauter als Worte. Ich will Schmuck. Tut mir leid, Ned, du bist einfach nichts für mich.«

Ding.

Als er bei Tisch zwanzig angekommen war, war er aufgewühlt, müde, durstig und desillusioniert. Die meisten hier kümmerten sich um sein Aussehen, Geld und Männerspielzeug und alles was er tun wollte, war, eine ernsthafte Verbindung zu finden und all diesen Mist hinter sich zu lassen. Trotz all der Wochen, die er damit verbracht hatte, Frauenzeitschriften zu lesen, hatte er jede fünfminütige Einheit vermasselt.

Endlich kam er bei seinem letzten Date an. Die Frau erschien ihm nett genug, aber das hatte er heute schon öfter gedacht. Schluss damit. Dieses Mal würde er das Date auf seine Weise führen.

»Hi, ich bin Bernadette.«

Er lehnte sich nach vorn, stützte die Ellbogen auf den Tisch und verengte den Blick. »Hi, ich bin Ned. Wann wirst du bereit sein, zu heiraten und Kinder zu bekommen?«

Die Frau zuckte zurück. Sie schien schockiert, aber er wettete, sie tat nur so. Er hatte heute Nacht noch keine Frau ohne Zeitplan getroffen. »Ähm, ich bin nicht sicher. Ich will in die richtige Person verliebt sein. Ehe und Kinder können später kommen.«

Hm, gute Antwort. Ned erhöhte den Einsatz. »Wie lang würde das dauern? Einen Monat? Zwei? Du bist bereits über dreißig und die Statistiken besagen, dass deine Fruchtbarkeit abnimmt, sobald deine Eierstöcke ein Alter von fünfunddreißig erreichen. Die Chancen auf ein gesundes Baby senken sich dann um vierzig Prozent.«

War das ein Stöhnen? Er zitierte doch nur Statistiken, die direkt aus Glamour oder Self kamen. Er hatte vergessen, um welches Magazin es sich handelte. Ihre Unterlippe zitterte, aber er hatte ihre volle Aufmerksamkeit. »Ich bin erst neunundzwanzig«, flüsterte die Frau.

»Direkt an der Grenze. Ich würde meinen Plan überdenken, wenn du mindestens zwei Kinder willst. Du willst doch Kinder, oder?«

Ein weiteres kleines Stöhnen. »Ja, ich habe immer davon geträumt, Kinder zu haben.«

Endlich. Eine Frau, die wusste, was sie wollte. Er entspannte sich. »Ich auch. Ich denke, wir haben ähnliche Lebensphilosophien. Es war eine lange Nacht, aber ich bin froh, dass wir uns endlich getroffen haben. Ich denke, wir sollen bis zum Ende warten, aber nachdem das hier so gut funktioniert hat – wie wäre es mit Dinner am Freitagabend?«

Ding.

Die Frau presste eine zitternde Hand an ihren Mund. Sie blinzelte rapide. Waren das Tränen? Was war los?

Er öffnete den Mund, um sie zu fragen, aber ein Traumbild aus knalligem Pink drängte sich in sein Sichtfeld.

Traumfrau.

Aus der Nähe war sie sogar noch atemberaubender. Auf ihren Lippen lag bloß ein Hauch glänzender Feuchtigkeit und sie roch nach Sandelholz und Zimt. Sie legte eine Hand auf Bernadettes Arm und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Bernadette nickte, wischte sich über die Augen und stand auf. Seine Traumfrau tätschelte ihren Rücken, verwies sie in die andere Richtung und sah dabei zu, wie sie wegging.

»Hey, wir waren dabei, ein Date auszumachen.«

Seine Traumfrau wirbelte herum und sah ihm direkt in die Augen.

Das brachte ihn zum Verstummen. Diese goldenen Augen sogen ihn tief in sich auf und hielten ihn fest. Er rang nach Atem, gefangen in dem weißglühenden Feuer und der Rage, die in Wellen von ihr ausging. Sie legte ihre Handflächen wohlüberlegt auf den Tisch und beugte sich vor. »Ich will mit Ihnen reden.«

Seine Laune hob sich. »Toll. Tickt die Uhr schon?«

»Vergessen Sie die Uhr. Ich muss ein paar Dinge erledigen und dann würde ich gern einen Plausch führen. Wir treffen uns in zehn Minuten im Diner nebenan.«

Nie im Leben. Sie war an ihm interessiert? Seltsam, sie wirkte ein wenig bitter, wenn man bedachte, dass sie ihn gerade eingeladen hatte, aber mit ihr würde er überall hingehen. Vielleicht würde dieser grauenhafte Abend doch noch gut ausgehen. »Muss ich nicht zuerst den Anfragebogen ausfüllen?«

War es möglich, dass sie sogar noch wütender aussah? Ihr Ausdruck faszinierte ihn, bestand nur aus scharfen Kanten und weicher Haut. Komisch, wenn man jedes ihrer Merkmale entfernen würde, schien es so, als wäre ihr Gesicht zu groß für ihren Körper, aber wenn man alles zusammenmischte, sah sie aus wie ein Filmstar. Wie Julia Roberts. Eine lange, gazellenartige Gesichtsstruktur, hohe Wangenknochen, dichte Augenbrauen und riesige Augen.

»Ich bin sicher, dass das nicht nötig sein wird. Wir sehen uns im Diner.« Sie wich zurück, drehte sich auf den Zehnzentimeterabsätzen um und verschwand in der Menge.

Ned warf den Anfragebogen weg. Bis auf Bernadette war die Veranstaltung ein Reinfall gewesen. Aber sein Date mit dieser Traumfrau verkörperte alles, das er sich erhofft hatte. Wer brauchte eine langfristige Beziehung, wenn er eine Nacht lang sie genießen konnte? Er hatte gerade genug Zeit, um noch ein Stück von den Minzdrops zu nehmen und sich mit einem Taschentuch über das Gesicht zu reiben, um zu sehen, ob es dadurch heller werden würde.

Dann machte er sich auf den Weg zum Diner.

2. Kapitel

Kennedy nippte an ihrem Kaffee und musterte das wandelnde Desaster auf der anderen Seite des Tisches.Es hatte eine Weile gedauert, ihre Kundin zu beruhigen, aber sie hatte die arme Bernadette davon überzeugen können, dass der Mann Witze machte und sie schließlich mit Brian zusammengebracht, der ihr den ganzen Abend über Blicke mit Herzchen darin zugeworfen hatte.

Speed Dating Abende waren ein wenig … heikel. Manche Kunden liebten das schnelle Tempo und die noch schnelleren Entscheidungen. Viele blühten in diesem puren Datingstress und Adrenalin auf, waren dann in Höchstform und hinterließen den bestmöglichsten ersten Eindruck.

Andere stürzten ab.

Wie dieser Typ.

Sie nahm sich Zeit und ließ ihn schmoren. Er dachte wahrscheinlich, dass er bei ihr landen könnte, aber sie hatte etwas ganz anderes für dieses Treffen geplant. Als die Hauptanwerberin und Umstylingexpertin der Kinnections Matchmaking Agency war sie auf mehrere Typen von Männern gestoßen und hatte die feine Kunst der Geduld erlernt. Sie half ihnen dabei, die wahre Liebe zu finden, indem sie eine Mischung aus Ermutigung, Motivation und Empathie benutzte und ihnen beibrachte, wie sie ihr Benehmen verändern konnten.

Aber dieser Trottel hatte all die Regeln gebrochen. Sie würde es ihm nicht erlauben, in die Gesellschaft zurückzukehren, ohne einen Versuch gestartet zu haben, zukünftige Frauen vor ihm zu beschützen. Die harsche Beleuchtung des Diners betonte seine grelle Hautfarbe. Großer Gott, er war ein wandelnder Dorito. Er wartete geduldig darauf, dass sie sprach, aber ihr fiel auf, dass er ein paar Servietten genommen hatte, um den weißen Resopaltisch abzuwischen, bevor er die Ellbogen auf den Rand stützte. Toll, er war ein kompletter Bakteriophobiker. »Wie heißen Sie?«, fragte sie.

»Ned.«

»Hi, Ned. Ich bin Kennedy. Darf ich dich etwas fragen?«

»Du darfst mich alles fragen.«

»Was wolltest du heute Abend erreichen?«

Er blinzelte hinter seinen dick gerahmten Brillengläsern. Normalerweise liebte sie gute Designerbrillen mit flippigem Style, aber diese hier waren einfach nur furchtbar. Übergroß und viereckig dominierten sie sein Gesicht und verschluckten seine Augen. »Ich verstehe nicht, was du meinst. Ich suche nach der richtigen Frau für mich.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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