Shadow Falls - After Dark - Im Mondschein - C.C. Hunter - E-Book

Shadow Falls - After Dark - Im Mondschein E-Book

C.C. Hunter

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0,99 €

Beschreibung

Ein Muss für alle Fans der Shadow-Falls-Camp-Serie: die Vorgeschichte von Kylies bester Freundin Della Tsang und ihrer Verwandlung in einen Vampir Manchmal tut es weh, den eigenen Weg zu gehen. Della Tsang glaubt nicht an Gespenster, bis sie eines Nachts ihren toten Cousin sieht. Schon bald nach diesem schockierenden Erlebnis geschehen auch mit ihrem Körper merkwürdige Dinge. Dellas Körpertemperatur sinkt, aber ihre Sinneswahrnehmung werden unglaublich gut. Dellas Familie ist verwirrt und reagiert mit Ablehnung. Ein Virus? Bald wird klar, dass die Verwandlung zum Vampir eingesetzt hat, und es gibt kein Zurück. Soll Della ihrem Cousin folgen und den eigenen Tod inszenieren? Oder ist das Shadow Falls Camp eine Möglichkeit, um den Kontakt zu ihrem alten Leben zu bewahren. Della steht vor einer schwierigen Entscheidung, die ihr Leben für immer prägen wird. Exklusiv als E-Book und unglaublich spannend!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 50

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C.C. Hunter

Shadow Falls - After Dark - Im Mondschein

Eine Story

Aus dem Amerikanischenvon Tanja Hamer

FISCHER digiBook

Inhalt

Die sechzehnjährige Della Tsang [...]

Die sechzehnjährige Della Tsang hatte noch nie einen Geist gesehen, bis zu dem Tag, als sie ihren toten Cousin über die Straße laufen und in einer kleinen Gasse verschwinden sah. Wenn nicht gerade der Lichtkegel der Straßenlaterne genau an der Stelle alles erleuchtet hätte, wäre Della die vorbeihuschende Gestalt bestimmt nicht aufgefallen. Und ohne diese Narbe am Kinn hätte sie bestimmt gedacht, es wäre jemand gewesen, der Chan nur ähnlich sah. Immerhin war es mitten in der Nacht. Aber sie hatte die Narbe gesehen. Eine Narbe, die sie selbst verursacht hatte, als sie sechs Jahre alt war. Beim Trampolinspringen war sie mit ihrem Kopf an Chans Kinn gestoßen und hatte ihm dabei versehentlich eine fette Platzwunde verpasst.

Seitdem hatte Della den Spitznamen Dickkopf in der Familie weg. Manchmal fragte sie sich, ob sie damals wirklich schon so stur gewesen war oder ob sie sich nur dem Spitznamen entsprechend entwickelt hatte. Ihre Familie hatte asiatische Wurzeln, und die Erwartungen an die Kinder waren groß. Manchmal zu groß. Und weil ihre Mutter Amerikanerin war, bestand ihr Vater darauf, dass Della und ihre Schwester sich erst recht anstrengen sollten, um dem väterlichen Teil der Familie zu beweisen, dass die Liebe ihrer Eltern nicht den Familienstammbaum ruiniert hatte.

Die Scheinwerfer eines herankommenden Autos lenkten Dellas Aufmerksamkeit von der Gasse ab, in die der vermeintliche Chan verschwunden war. Plötzlich begann sie daran zu zweifeln, dass es Chan war. Oder war er es etwa doch gewesen?

Das Auto kam näher, und Della ging zum Straßenrand, weil sie davon ausging, dass es Lee war, der sie abholen kam. Die Geräusche der Party, von der sie gerade kam, drangen aus dem Haus ihrer Freundin Lisa bis auf die Straße hinaus.

Mindestens zweimal im Monat versuchten Della und Lee, sich davonzuschleichen, um eine ganze Nacht miteinander zu verbringen. Sie wusste, dass ihre Eltern ausflippen würden, wenn sie ahnten, dass sie und Lee miteinander schliefen. Da war es auch egal, dass sie so gut wie verlobt waren. Wenigstens entsprach Lee den Vorstellungen ihres Vaters. Und das war etwas Besonderes, da Della und er nicht sehr oft einer Meinung waren. Doch bei Lee war es so. Er hatte alles, was Della von einem Freund erwartete: Er war beliebt, klug, heiß und Gott sei Dank (für das Seelenheil ihres Vaters) Asiate. Daher war es auch egal, dass Lee nicht so sehr auf Partys stand.

Sie schaute ein letztes Mal zu der Seitengasse zurück. Es konnte nicht Chan gewesen sein. Sie war doch vor einem Jahr auf seiner Beerdigung gewesen – und hatte gesehen, wie der Sarg mit seinem toten Körper in die Erde hinabgelassen worden war. Sie hatte sich die Tränen verkniffen, weil ihr Vater darauf bestanden hatte, dass sie sich zusammenriss. Sie fragte sich, ob ihr Vater enttäuscht gewesen wäre, wenn er gewusst hätte, dass sie an demselben Abend allein in ihrem Zimmer wie ein Schlosshund geheult hatte.

Als das Auto näher kam, erkannte Della, dass sie sich geirrt hatte. Es war gar nicht Lee. Sie beobachtete, wie das Auto langsam die Straße entlangfuhr. Sie stand da und starrte in die Dunkelheit. Gerade fing sie an, sich etwas allein zu fühlen, als ihr Handy piepte. Sie zog es aus der Tasche und las die SMS: Eltern noch wach. Wird später.

Sie steckte missmutig das Handy zurück in die Tasche und schaute wieder zu der dunklen Gasse. Vielleicht sollte sie die gewonnene Zeit nutzen und doch nachsehen? Nur um sicherzugehen, dass es keine Geister gab.

Langsam ging sie ein paar Schritte vorwärts. Die kalte Januarluft drang durch ihre Lederjacke, und das leise Geräusch ihrer Schritte hallte laut in den dunklen Himmel. Vielleicht zu laut. Als sie um die Ecke bog, hörte sie Schreie. Sie erstarrte. Beim Anblick des Kampfes – oder besser der Schlägerei – stockte ihr der Atem. Das Geräusch von Faustschlägen war deutlich vernehmbar, und sie sah, wie Körper durch die Luft geworfen wurden wie Stoffpuppen.

Della war bisher nicht mit der finsteren Seite des Lebens in Kontakt gekommen, aber dennoch wusste sie sofort, in was sie hineingeraten war. Ein Bandenkrieg. Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie musste hier wegkommen, und zwar schnell.

Sie machte einen Schritt zurück, aber sie stolperte über die Bordsteinkante und verlor den Halt. Strauchelnd versuchte sie, ihr Gleichgewicht wiederzuerlangen, doch es nutzte nichts: Sie fiel. Hastig probierte sie, sich wenigstens mit den Händen abzufangen. Als sie auf dem Boden aufkam, spürte sie einen stechenden Schmerz in ihrer Handfläche, zweifellos von einer Glasscherbe, denn neben sich sah sie eine zerbrochene Bierflasche auf dem Boden liegen. Sie zuckte zusammen: »Sch …« Der kurze Fluch war ihr noch nicht ganz über die Lippen, als ihr die plötzliche Stille auffiel. Das Kämpfen hatte aufgehört, und mindestens sechs junge Typen etwa in ihrem Alter kamen auf sie zu. Sie bewegten sich … irgendwie seltsam. Ihre Körperhaltung erinnerte beinahe an ein Rudel Raubtiere, das seine Beute einkreiste.

Dellas Blick fiel auf die Augen der Jungs. Ihr stockte der Atem, als sie sah, dass diese orange leuchteten, als würden sie glühen. Dann ertönte ein tiefes Knurren und hallte von den Häuserwänden wider.

»Was zur …« Bevor sie den Satz beenden konnte, waren sie bei ihr angekommen.

»Ein Mensch. Lecker«, sagte einer von ihnen.

Della spürte, wie sich ihr die Kehle zuschnürte. Sie sprang auf.