Verlag: Coppenrath Kategorie: Abenteuer, Thriller, Horror Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2015

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E-Book-Beschreibung Shadowlands - Kate Brian

Wo das Böse lauert Rory ist auf der Flucht. Nachdem sie nur mit sehr viel Glück dem Serienkiller Steven Nell entkommen ist, wird sie zusammen mit ihrer Familie in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen. Mit ihrem Vater und ihrer Schwester Darcy zieht sie in ein Haus auf einer kleinen versteckten Ferieninsel. Rory und Darcy finden schnell Anschluss im Ort, werden auf Strandpartys eingeladen und können das Leben wieder genießen. Doch irgendetwas sagt Rory, dass sie dem Frieden nicht trauen darf. Immer noch fühlt sie sich von Steven Nell verfolgt. Als plötzlich Menschen von der Insel verschwinden und niemand außer Rory etwas bemerkt, verhärtet sich ihr Verdacht, dass mit dem scheinbar so idyllischen Ort etwas nicht stimmt. Was haben die Bewohner zu verbergen? Als eines Tages auch Darcy verschwindet, steht für Rory fest, dass Steven Nell hinter dem Ganzen steckt. Doch was sie dann herausfindet, erschüttert alles, woran sie bisher geglaubt hat, in ihren Grundfesten ...

Meinungen über das E-Book Shadowlands - Kate Brian

E-Book-Leseprobe Shadowlands - Kate Brian

ISBN: 978-3-649-62200-0© 2015 für die deutschsprachige Ausgabe Coppenrath Verlag GmbH & Co. KG, Hafenweg 30, 48155 Münster Alle Rechte vorbehalten, auch auszugsweise

eBook-Produktion: book2look Publishing 2015

Copyright © 2012 by Alloy Entertainment and Kieran Viola All rights reserved. Published by Hyperion, an imprint of Disney Book Group. No part of this book may be reproduced or transmitted in any form or by any means, electronic or mechanical, including photocopying, recording, or by any information storage and retrieval system, without written permission from the publisher. For information address Hyperion, 125 West End Avenue, New York, NY 10023. Produced by Alloy Entertainment, 1700 Broadway, New York, NY 10019

Published by arrangement with Rights People, London

Originalcopyright © 2012 by Kate Brian Originalverlag: Hyperion Originaltitel: Shadowlands Aus dem amerikanischen Englisch von Claudia Max Covergestaltung: Ute Kleim, unter Verwendung von Motiven von © Igor Zh. und © Anna Ismagliora/www.shutterstock.com Lektorat: Sara Mehring, Katharina Jacobi Satz: Sabine Conrad, Rosbachwww.coppenrath.de

Für meine Mutter, ohne die ich nie geworden wäre,

DER ÜBERFALL

Seine Hände waren eiskalt. Er rieb sie aneinander, das trockene Schaben war der einzige Laut in dem ansonsten stillen Wald. Die eisige Luft war eine Frechheit, vor allem so spät im Frühling. Sobald er diese Sache hinter sich gebracht hatte, würde er in eine wärmere Gegend umziehen. Doch nun war er hier und die Sonne ging langsam unter.

Sie würde jeden Moment vorbeikommen. Dann würde ihm die Kälte egal sein. Seine Hände würden warm sein. Er hauchte die Handflächen an und summte dieses Lied, das ihm immer ein Lächeln entlockte: »The Long and Winding Road«.

Er hörte ein Knacken. Ein Knirschen. Die feinen Härchen auf seiner Haut stellten sich auf. Er erhob sich ein wenig aus der Hocke, gerade weit genug, um durch die Drahtgestellbrille über den zerklüfteten Felsbrocken zu spähen, hinter dem er sich versteckte. Bei ihrem Anblick entfuhr seiner Kehle ein Seufzen. So klein, so keck, so vollkommen selbstvergessen. Ihr blondes Haar baumelte in einem dicken Zopf über ihren Rücken. Es waren ihre Haare gewesen, die ihn verführt hatten. So dick, so weich, so viele unterschiedliche Goldtöne. Sie hatte keine Ahnung, wie schön es war. Wie schön sie war. Dafür liebte er sie.

Sie lief um die verdorrte Eiche und setzte zum Sprung über einen Graben voll rutschiger, vom Wasser abgeschliffener Steinbrocken an. Es war so weit. Er vergewisserte sich, dass seine graue Kuriertasche aus Segeltuch vollständig unter einem Laubhaufen verborgen war, und trat hinter dem Felsen hervor. Ein dünner abgebrochener Birkenzweig knackte unter seinem schweren Stiefel.

Sie erstarrte, dann schnellte sie mit weit aufgerissenen Augen herum, sah ihn aber nicht. Er konnte ihre Angst spüren. Die Arme um sich geschlungen, hastete sie ein paar Schritte weiter, der schwere Rucksack schlug ihr gegen die Wirbelsäule. Er trat auf einen weiteren Ast, dieses Mal mit Absicht. Wieder blieb sie stehen. Nun konnte er ihre Angstschmecken,er genoss die herbe Salzigkeit beim Schlucken. Sie begann zu rennen. Als sie zurückblickte – sie blickten immer zurück –, trat er vor sie auf den Pfad. Sie prallte gegen ihn und schrie auf. Er wankte nicht einmal. Sie wog ja so gut wie nichts. Ihr Aufschrei erfüllte ihn mit ehrlicher Freude.

Er packte sie an den Armen. Sie wich zurück, die Augen weit aufgerissen, die Haut straff gespannt, das Gesicht bleich. Dann sah sie ihn. Erkannte ihn. Ihr Körper sackte vor Erleichterung zusammen.

»Mr Nell! Oh, mein Gott!« Sie presste die Hand aufs Herz. Alles war gut. Sie kannte ihn. Nun fühlte sie sich sicher. Dummes Ding. »Sie haben mir aber ganz schön Angst eingejagt! Was machen Sie hier im Wald?«

Er ließ sie für diesen einen kurzen Moment los. Gönnte ihr diesen Augenblick vertrauensvoller Sicherheit. Dann leckte er sich die Lippen.

Mehr war nicht nötig. Die Angst kehrte zurück, dieses Mal noch heißer und schneller. Sie wich einen Schritt zurück, aber sie standen am Rande des Grabens. Sie schwankte, wie er es vorausgesehen hatte. Er packte sie am Handgelenk und nutzte den Schwung ihrer Bewegung, um sie herumzureißen und den Rucksack mit der freien Hand herunterzuzerren. Als sie erneut zum Schrei ansetzte, drückte er einen Arm auf ihren Hals, den anderen über ihren Mund. Er schleifte sie rückwärts vom Pfad weg, ihre Haare, ihre köstlichen Haare streiften seine Lippen.

Sie wehrte sich natürlich. Sie wehrten sich immer. Die einzig unbekannte Größe war, wie lange sie durchhalten würde. Wie lange sie kämpfen würde, bevor ihr die Unausweichlichkeit des nächsten Schritts klar werden würde. Bevor sie es akzeptierte. Einige kämpften bis zum bitteren Ende, kratzten, tritten, bissen, schlugen mit ihren kleinen Fäusten nach ihm, bis er ihnen die letzte Kraft geraubt hatte. Andere flehten bloß. Es war egal, was sie taten. Das Ende war immer dasselbe.

Rory Miller würde ihn vermutlich anflehen. Da er sie seit Monaten beobachtete, wusste er, dass sie kein besonders mutiges Mädchen war. Abgesehen von ihrer Begeisterung für die Naturwissenschaften und ihrer Fähigkeit, bei fast jedem Crosslauf Dritte zu werden, war sie eher phlegmatisch. Eigentlich war nichts an ihr besonders. Mit Ausnahme ihrer Haare. Ihre wunderschönen, goldenen Haare.

Er nahm eine Strähne in den Mund.

Sie wollte wieder schreien, aber sein Griff war zu fest, als dass ein Laut hätte herauskommen können. Der Felsbrocken war nur noch wenige Handbreit entfernt. Er malte sich aus, wie er ihren Schädel gegen die rasierklingenscharfe Kante schmetternwürde, wie diese eine klaffende Wunde in ihre Kopfhaut reißen würde. Allerdings wäre auf diese Weise alles viel zu schnell vorbei.

Als er den Felsblock erreichte, trat er auf ein nasses Blatt und rutschte aus. Für den Bruchteil einer Sekunde versuchte er, das Gleichgewicht wiederzufinden, und sein Griff lockerte sich ein wenig. Es war ein winziger Fehler, aber er genügte. Mit einem Aufschrei rammte sie ihm den spitzen Ellbogen in den Solar Plexus.

Zusammengekrümmt rang er nach Luft, die nicht kam. Ihm wurde schwarz vor Augen. Er stützte sich mit der Hand auf den kalten Felsen und blinzelte, bis er wieder alles deutlich erkennen konnte. Da sah er das spitze abgebrochene Ende eines Astes auf sein Gesicht zukommen.

Er hörte den Hieb. Schmeckte das Blut schon Sekunden, bevor er den entsetzlichen Schmerz spürte. Seine Brille flog ihm von der Nase. Er fiel mit den Knien in den eisigen Matsch, den der Blutstrom aus seiner Nase schnell rot färbte.

»Du Nutte!«, schrie er, den Mund voller Blut.

Aber sie war schon fort.

Nein. Nein. Nein.Das durfte nicht sein. Er zog ein Taschentuch aus der Hosentasche, hielt es vor die Nase und schwankte weiter. Zweige und Dornengestrüpp peitschten gegen seine Arme, Unterholz zerrte an seinen Füßen, der eisige Wind schlug ihm ins Gesicht, aber er verlangsamte seinen Schritt nicht. Er hatte sie schon geschmeckt. Er musste sie haben.

Ohne Brille sah alles verschwommen aus. Dann erspähte er sie. Für einen kurzen Moment. Das weiße Segeltuchfutter ihrer Kapuze. Er rannte schneller. Er konnte sie wieder fühlen. IhreAngst spüren. Er brauchte sie bloß einzuholen, dann gehörte sie ihm. Er spreizte die Finger. Sie schmerzten. Nur noch ein paar Zentimeter, dann hätte er sie. Nur. Noch. Ein. Paar. Zentimeter.

Grelles Licht blitzte auf. Bremsen quietschten. Er hörte ihren Schrei schon, bevor ihm klar wurde, was gerade passierte. Sie hatte den Waldrand erreicht. Sie hatte die Straße erreicht. Und nun war sie entweder tot oder in Sicherheit.

Instinktiv warf er sich auf den Boden. Seine Nase pochte. Der Schweiß bildete einen Film auf seiner Haut und gefror ihn von außen nach innen. Er hörte Stimmen. Alarmierte Ausrufe. Sehr langsam schlich er in den Wald zurück, den er so gut kannte. Verkroch sich im Gebüsch. Hier konnte er sich verstecken. Er konnte abtauchen. Niemand würde ihn finden. Aber das war nicht genug. Er hatte sie geschmeckt. Er hatte sie geschmeckt. Er hatte sie geschmeckt. Wie sollte er mit dem Wissen weiterleben, ihr so nah gekommen zu sein? Dieses Verlangen blieb unbefriedigt. Für den Augenblick. Aber er würde nicht ruhen, bis er sie hatte.

Nicht tot, betete er, während er tiefer in die nahende Dunkelheit zurückwich.Bitte lass sie nicht tot sein.

Solange sie nicht tot war, bestand noch eine Chance. Wenn sie nicht tot war, würde er einen Weg finden. Er fand immer, immer einen Weg.

ENTKOMMEN

Das raue Ende eines dünnen Zweiges riss meine Wange auf. Ich keuchte, meine Lunge brannte bei jedem Atemzug. In meiner Panik sah ich alles so verschwommen, dass ich nicht mehr erkennen konnte, wohin ich rannte. Mein Fuß verfing sich in einer Baumwurzel und ich stürzte nach vorn. Ich schrie, denn ich dachte, er wäre hinter mir, würde mich einholen, hochreißen und meinem Tod entgegenzerren. Ich rappelte mich auf die Knie hoch und rang nach Luft. Ich spürte seinen heißen Atem in meinem Nacken. Seine Finger berührten meine Schulter, wieder schrie ich auf. Aber als ich herumschnellte, war niemand da. Ich zwang mich aufzustehen und rannte weiter.

Wie eine Klaue tauchte vor mir ein Zweig auf, ich wehrte ihn ab und sprang über einen umgestürzten Ahornstamm. Als ich auf der anderen Seite aufkam, wäre ich um Haaresbreite wieder gestürzt. Das hier war nicht wahr. Es durfte einfach nicht wahr sein. Mr Nell war mein Lehrer. Er war ein netter Typ. Lustig. Alle fanden ihn auf seine altmodische, unbeholfene Lehrerart cool. Das hier musste ein Albtraum sein, und bestimmt wachte ich jeden Moment auf und würde darüber lachen, dass ich ihn je für real gehalten hatte.

Ich hörte einen Ast hinter mir knacken. Einen Schritt. Er kam näher. Er hatte mir in die Augen geblickt und sich die Lippen geleckt. Er hatte meine Haare in den Mund genommen und gestöhnt.

Galle stieg in meiner Kehle auf. So würde ich nicht sterben. Diese Befriedigung würde ich ihm nicht geben. Ich würde aufs College gehen, Ärztin werden, heiraten und Kinder bekommen, Preise gewinnen, ein Strandhaus kaufen und in dem Wissen, während meiner legendären Karriere zahllose Leben gerettet zu haben, im Kreise meiner liebenden Familie sterben. Oder ich würde, wie meine Schwester Darcy immer sagte, allein und von meinen Katzen umgeben sterben. Aber nicht so. Ein Adrenalinstoß ließ mich weiterstürmen und mit einem Mal hörte der Wald auf. Es gab keine Blätter, kein Dornengestrüpp, kein Unterholz mehr. Nur noch Asphalt, der die Knie meiner Jeans durchscheuerte, und einen Geländewagen, der auf mich zukam.

Das Letzte, was ich sah, bevor ich die Hände hochwarf, war der glänzende silberne Kühlergrill, der geradewegs auf mein Gesicht zuhielt. Danach ein schreckliches, ohrenbetäubendes Quietschen und die Welt reduzierte sich auf den Gestank verbrannten Gummis.

Ich hielt die Luft an und wartete auf den Aufprall.

»Rory?«

Ich blinzelte. Über mir war Christophers Gesicht. Sein schönes, makelloses, erschrockenes Gesicht. Sein dunkles Haar war aus der Stirn gekämmt und noch nass von der Dusche in der Schule.

»Oh Gott, was ist mit dir?«

Während er mich an beiden Armen packte und von derStraße zog, sah ich zum Wald zurück. Als ich versuchte, mich hinzustellen, gaben meine Knie nach, ich stützte mich auf ihn und klammerte mich mit meinen schmutzigen Händen an die Ärmel seiner schwarz-weißen Mannschaftsjacke. Mein einer Handrücken war blutverschmiert, die Manschette meines Ärmels voller Schlamm. Ich zitterte am ganzen Leib.

»Steig in den Wagen!«, schrie ich.

»Was?« Seine warmen braunen Augen sahen mich fragend und verwirrt an. »Rory, was …«

»Steig in den Wagen, Chris!«, schrie ich noch einmal. »Wir müssen hier weg!«

Während ich auf die Beifahrertür zutaumelte, behielt ich den Wald im Blick. Die Bäume bogen und drehten sich vor meinen Augen und der Boden unter mir neigte sich. Ich stützte mich auf die Kühlerhaube, um nicht umzukippen, und atmete gegen das Schwindelgefühl an. Ich durfte jetzt nicht aufgeben. Nicht, wenn ich beinahe in Sicherheit war.

»Ich halte dich«, sagte Christopher in mein Ohr.

Er half mir in den Wagen und schlug die Tür zu. Mit zitternden Fingern drückte ich so lange auf die Verriegelung, bis sie endlich einrastete. Aus dem Augenwinkel nahm ich eine Bewegung wahr und schreckte hoch, doch als ich einen buschigen Schwanz sah, wurde mir klar, dass es bloß ein Eichhörnchen war, das einen Baumstamm hinaufhuschte.

»Rory, was geht hier vor sich?«, fragte Christopher und setzte sich hinters Steuer. »Warum bist du so schmutzig?«

»Fahr einfach, Chris. Bitte«, flehte ich. Mein Körper fing so heftig zu zittern an, dass es wehtat. Ich versuchte, die Luft anzuhalten, versuchte, das Zittern in den Griff zu bekommen, aberes wollte nicht aufhören. Nicht einmal, als ich die Hände unter die Achseln schob und die Knie aneinanderpresste und die Zähne zusammenbiss. Es wollte einfach nicht aufhören.

»Aber wir sind fast bei mir …«

»Bring mich bitte einfach zu mir nach Hause«, flehte ich. »Und ruf die Polizei.«

»Warum?«, fragte Christopher. Er musterte mich von oben bis unten, sein Gesicht war bleich. »Rory«, sagte er mit angespannter Stimme. »Was ist passiert?«

»Mr Nell«, stieß ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. »Mr Nell hat mich angegriffen.«

»Mr Nell, derMathelehrer?«, platzte er heraus und nahm die Kurve am Ende seiner Straße in einem so großen Bogen, dass er fast einen Wagen gerammt hätte, der am Stoppschild wartete. Mir wurde flau im Magen, als der andere Fahrer hupte. Ich stemmte mich gegen die Autotür und Chris’ Sitz.

Chris fuhr an den Seitenrand. Eine tiefe Sorgenfalte auf der Stirn, sah er mich an, und mein Herzschlag setzte aus. Innerhalb von Sekunden wechselte sein Blick von verblüfft zu resigniert, zu mörderisch. Erst in diesem Moment begriff ich, was er für mich empfand. Dort, in jenem schrecklichen Moment, als die Autos so schnell vorbeifuhren, dass der Wagen bebte.

Wie hatte ich ihn abweisen können? Hätte ich einfach Ja gesagt, mich nicht um Darcys Gefühle geschert, so, wie sie sich die meiste Zeit auch nicht um meine kümmerte, wären Chris und ich jetzt ein Paar gewesen. Wir hätten die Schule an diesem Tag gemeinsam verlassen, und er hätte mich zu sich nach Hause gefahren, damit ich seiner Schwester Nachhilfe geben konnte. Hätte ich einfach Ja gesagt, hätte ich niemals diese Abkürzung durch den Wald genommen und nichts von dem hier wäre passiert.

»Er hat nicht …« Auf Chris’ Hals bildeten sich rote Flecken, die zu seinem Gesicht hochwanderten. »Rory, er hat nicht …«

Es drehte mir den Magen um, als mir bewusst wurde, was er mich da fragte. Ich schüttelte den Kopf. »Nein.« Ein Schluchzen entfuhr meiner Kehle und ich schlug beide Hände vors Gesicht. »Nein.«

Chris ließ sich in seinen Sitz zurücksinken. »Gott sei Dank.« Er drückte auf den Bluetooth-Knopf auf dem Armaturenbrett.

Plötzlich hallte die Stimme eines Mannes durch das Auto. »Notrufzentrale der Polizei. Wie kann ich Ihnen helfen?«

»Meine Freundin – eine Freundin von mir wurde überfallen.« Chris versagte die Stimme.

»Ist Ihre Freundin jetzt bei Ihnen?«, fragte der Mann.

»Ja«, antwortete Christopher. »Sie ist hier. Es geht ihr … gut.«

Er griff nach meiner Hand und drückte sie so fest, dass es schmerzte.

»Wo sind Sie?«

»Wir sitzen in meinem Auto auf der Siebzehnten, kurz vor Fisher’s Crossing«, sagte er. »Aber der Typ läuft noch frei herum. Mr Nell. Ich weiß nicht, wie er mit Vornamen heißt. Er unterrichtet an meiner Schule. An der Princeton Hills High-school. Er ist noch immer im Wald.«

»Ihre Namen?«, fragte der Mann.

»Christopher Kane und Rory Miller.«

»Gut, Sir. Bleiben Sie, wo Sie sind. Wir schicken sofort jemanden zu Ihnen.«

»In Ordnung«, sagte Christopher. »In Ordnung.«

Es fing zu regnen an, dicke Tropfen klatschten auf die Windschutzscheibe. Christopher drückte auf den Knopf, um das Gespräch zu beenden. Eine ganze Weile sagte keiner von uns ein Wort und wir saßen wie erstarrt da. Schließlich stieg Chris aus, lief um das Auto herum auf meine Seite und quetschte sich neben mich. Ich kletterte auf seinen Schoß und er schloss die Tür und hielt mich einfach nur fest. Ich vergrub mein Gesicht an seiner Brust und atmete den intensiven Wollgeruch seiner Jacke ein, dann schloss ich die Augen und versuchte, das Bild von Mr Nells Gesicht zu verdrängen. Ich versuchte, an etwas anderes zu denken. Irgendetwas anderes. An meine Mutter, wie sie mich ein paar Monate vor ihrem Tod angelächelt hatte. An meinen Vater, als er mich zum ersten Mal zum Laufen mitgenommen hatte. An meine Schwester, als sie an Thanksgiving im roten Tutu und mit der herzförmigen Sonnenbrille Pirouetten gedreht und eine Show für die Familie abgezogen hatte. Doch das Bild von Mr Nell löschte eine Erinnerung nach der anderen aus. Dieses hässliche Cordjackett, das die Farbe von Erbrochenem hatte. Der Sprung im Glas seiner Drahtbrille. Die Triefaugen. Die gelben Zähne. Die dünnen, trockenen Lippen. Die schlüpfrige Zunge. Es wollte. Einfach. Nicht. Aufhören.

Ich wimmerte leise und Christopher drückte mich fester an sich.

»Schon gut«, flüsterte er. »Es wird alles gut.«

Aber ich wusste in meinem Herzen, dass er sich irrte. Nichts würde jemals wieder gut sein.

NUMMER FÜNFZEHN

Verschwommen nahm ich das rote und blaue Blinken des Streifenwagens wahr. Christopher blickte starr geradeaus, sein Atem jedoch ging erstaunlich gleichmäßig, als er dem Polizeiwagen die kurvenreiche Straße hinunter folgte, in der ich wohnte. Die Scheibenwischer schlugen hin und her, viel zu schnell für den schwächer werdenden Nieselregen. Er parkte in der Nähe unseres Hauses, vor dem zwei Dutzend Streifenwagen standen, ein schwarzer Transporter hielt halb im Vorgarten, halb auf der Straße.

»Wow«, sagte er leise.

Langsam und benommen kletterte ich aus dem Wagen. Ich wollte nur noch unter die Dusche, mich in Embryohaltung auf den Kacheln zusammenrollen und dort liegen bleiben, bis ich mich wieder sauber fühlte. Aber die Beamten schienen andere Pläne zu haben.

»Rory?« Mein Vater löste sich aus der Gruppe uniformierter Polizeibeamter und ernst blickender Männer in Trenchcoats und kam auf den Wagen zugestürmt. Sein weißes Button-Down-Hemd hing ihm aus der Hose, sein abgewetztes Tweedjackett stand offen. Die Augen waren blutunterlaufen, die Naserot und auf seinem dunklen Haar glitzerten Regentropfen. Als er mich erreichte, schlang er die Arme um mich, seine Finger bohrten sich in meine Schulterblätter.

Dutzende Fremde und Nachbarn musterten uns, während ich verlegen und steif dastand. Ich konnte mich nicht erinnern, wann er mich das letzte Mal in den Arm genommen hatte. Mein Vater holte mich immer noch von der Schule ab, wenn ich krank war, und wenn er Zeit hatte, kochte er auch unsere Lieblingsgerichte. Doch seit dem Tod meiner Mutter war er abends nicht mehr in unsere Zimmer gekommen, um nach uns zu sehen oder uns einen Gutenachtkuss zu geben. Er hatte sich in sich selbst zurückgezogen. Aber unter diesem Panzer, den er sich zugelegt hatte, schwelte und brodelte es, als könnte sein Zorn jeden Augenblick aus ihm hervorbrechen.

Mit heulender Sirene fuhr ein weiterer Streifenwagen vor. Die Umarmung fand ein abruptes Ende. Darcy stand, die dünnen Arme über ihrem Cheerleadertrikot der Princeton Hills Highschool verschränkt, in der Nähe, die Kapuze hatte sie zum Schutz vor dem Nieselregen über die dunkelbraunen Haare gezogen. Christopher wollte aus dem Auto steigen, doch als sich ihre Blicke trafen, blieb er sitzen. Mein Vater räusperte sich.

»Rory, bist du okay?«, fragte er. »Als die Polizei bei mir im Hörsaal aufgetaucht ist, dachte ich …« Seine Stimme versagte, und er griff unbeholfen nach meinem Handgelenk, als wollte er sich vergewissern, dass es mich wirklich noch gab. »Wenn dir etwas geschehen wäre …«

»Mir geht es gut«, versicherte ich ihm. »Ich bin bloß …«

»Was hast du dir dabei gedacht?«, fuhr er mich plötzlich an und ließ mich los. Ich zuckte zusammen und wich instinktiveinen Schritt zurück. »Alleindurch diesen Wald zu laufen?! Er hätte dich umbringen können!«

Da war er wieder, der Vater, den ich kannte. Schnell gereizt und noch schneller dabei, anderen die Schuld zuzuschieben. Es war seltsam beruhigend – ein Stück Normalität an einem unwirklich scheinenden Tag.

»Dad, lass sie in Ruhe!«, fuhr Darcy ihn an.

Er wurde rot und blickte zu Boden, um niemandem in die Augen sehen zu müssen.

»Geh rein«, sagte er leise, aber hart.

Ich zog den Kopf ein. Tränen brannten in meinen Augen, als ich zitternd auf das Haus zuging. Darcy lief im Gleichschritt neben mir her, so nah, dass sich unsere Schultern im Laufen streiften. Ich konnte nur kurz zu Christopher zurückschauen. Er hob die Hand vom Lenkrad und deutete ein Winken an, sein Mund presste sich zu einem angespannten Lächeln zusammen, das mir wohl Mut machen sollte. Plötzlich wollte ich nur noch zurück in dieses Auto, zurück zu ihm, dorthin zurück, wo ich mich sicher gefühlt hatte. Doch er ließ den Motor aufheulen und von einer Sekunde auf die andere war er verschwunden.

Sobald wir im Haus waren, knallte mein Vater die Eingangstür hinter uns zu. Dann stutzte er plötzlich. Im Wohnzimmer stand neben der Wand mit den gerahmten Kinderbildern von Darcy und mir eine zierliche Frau mit tropfendem Basecap und schwarzem Mantel. Mehrere Männer in blauen Overalls durchsuchten das Erdgeschoss, sicherten an Wänden und Oberflächen Spuren, während ein anderer die Treppe zum Obergeschoss hochstieg.

»Wer sind Sie?«, wollte mein Vater wissen.

»Ich heiße Sharon Messenger.« Sie zog eine Brieftasche hervor und zeigte uns ihre Dienstmarke. Drei fette große Buchstaben sprangen mich an: FBI.

Mein Herz begann, schmerzhaft zu pochen.

»Warum ist das FBI hier?« Mein Vater runzelte die Stirn.

Die Ermittlerin überhörte seine Frage und wandte sich an mich. »Ist das der Mann, der Sie angegriffen hat?«, fragte sie und tippte auf ihr Smartphone. Augenblicklich erschien Mr Nells Gesicht auf dem Bildschirm, allerdings sah er wesentlich jünger aus und trug einen Schnurrbart und eine viereckige schwarze Brille statt des goldenen Drahtgestells.

»Ja«, sagte ich und drehte mich weg. »Das ist er. Das ist Mr Nell.«

Agent Messenger presste die blassen Lippen aufeinander. Sie hängte ihren regennassen Mantel an den Kleiderständer und deutete auf das Sofa. »Warum setzen wir uns nicht?«

»Warum sagen Sie uns nicht erst, was hier gespielt wird?«, fuhr mein Dad sie an und straffte die Schultern. Dad war früher Sportler gewesen, ein schlanker Crossläufer wie ich. Nach dem Tod meiner Mutter hatte er jedoch aufgehört zu trainieren, hatte aufgehört zu laufen und mittlerweile sah er einfach nur noch müde und schwächlich aus.

»Dad«, schimpfte Darcy, »jetzt fangbittekeine Streiterei an!«

Die Augen meines Vaters funkelten, aber er setzte sich in den alten Fernsehsessel. Ich ließ mich auf das äußerste Ende des Sofas fallen, zog die Knie ans Kinn und schlang die Arme um mich. Darcy setzte sich ans andere Ende, während Agent Messenger auf dem abgetretenen Orientteppich auf und ab ging, den meine Eltern in ihren Flitterwochen gekauft hatten.

»Der Mann, den Sie unter dem Namen Steven Nell kennen, heißt in Wirklichkeit Roger Krauss«, sagte sie unvermittelt. »Das FBI sucht seit über einem Jahrzehnt nach ihm.« Sie blieb stehen und sah mir in die Augen. Die nassen schwarzen Locken, die ihr am Hals klebten, wirkten auf ihrer milchweißen Haut wie Tätowierungen. »Er hat vierzehn Mädchen in zehn Bundesstaaten ermordet. Zuerst stellt er ihnen nach. Dann macht er Jagd auf sie und … Sie hatten Glück, dass Sie entkommen konnten.«

Mir gefror das Blut in den Adern. Vierzehn Mädchen. Er hatte vierzehn Mädchen umgebracht. Und ich hätte die Nächste sein sollen. Ich war Nummer fünfzehn.

»Das kann nicht sein«, platzte Darcy heraus und schob sich die Kapuze aus dem Gesicht. »Mr Nell ist ernsthaft ein Serienmörder?«

»So, wie es aussieht, ja«, erwiderte Messenger.

Plötzlich fing das Zittern wieder an. Zum ersten Mal bemerkte ich die getrockneten Blätter auf der Unterseite meiner Ärmel. Ich zupfte sie hektisch ab, wobei meine Fingernägel an der Wolle rissen, und warf sie auf den Boden.

Die Ermittlerin nahm ihr Basecap ab und wischte sich Wassertropfen von der Stirn. Sie hatte lilafarbene Ringe unter den Augen, ihre Wangen wirkten eingefallen, und in ihren dunklen Haaren schimmerten einige graue Strähnen, obwohl sie kaum älter als fünfunddreißig sein konnte. Wie viel Zeit hatte Messenger im letzten Jahrzehnt wohl mit der Suche nach Mr Nell verbracht – und war gescheitert?

»Krauss ist schlau. Genial, genau genommen«, sagte Messenger ruhig, als würde sie über das Wetter oder einen Film sprechen, den sie die Woche zuvor gesehen hatte, und nicht über einen skrupellosen Killer. »Er verwischt immer seine Spuren und ist ein Meister im Abtauchen. Jedes Mal wenn wir kurz davor sind, ihn zu schnappen, entwischt er uns.« Messengers Telefon piepte in der Hüfttasche. Sie warf einen kurzen Blick auf den Bildschirm, bevor sie es wieder wegsteckte. »Wir hatten Geheimdienstinformationen erhalten, wonach er sich möglicherweise hier in New Jersey aufhält, und nun haben wir unseren Beweis. Im Moment sucht jeder Polizeibeamte und Agent in der Stadt nach ihm.«

»Gut«, sagte Darcy. »Ich hoffe, sie knallen ihn ab.«

»Darcy«, sagte mein Vater warnend.

»Um ehrlich zu sein, kann ich ihr da nicht widersprechen, Sir«, sagte Messenger und hob die Hände.

»Agent Messenger?«, rief jemand.

Der Mann, der die Treppe hochgegangen war, tauchte mit einer Plastiktüte in der Hand auf. Darin befand sich ein kleines schwarzes Quadrat mit einem Kabel. Eine Überwachungskamera. »Die haben wir im Schlafzimmer des Mädchens gefunden. Sie war in den Lamellen der Kleiderschranktür versteckt.«

»Oh Gott.« Darcy klappte vor Entsetzen die Kinnlade runter, als sie sich zu mir drehte.

Ich bekam keine Luft. Er war in unserem Haus gewesen. Er hatte michbeobachtet.Das Zittern wurde unkontrollierbar.

»Bringen Sie die Kamera ins Labor«, sagte Messenger mit einem knappen Nicken. »Finden Sie den Übertragungsradius heraus. Vielleicht führt er zu einem Versteck in der Nähe.«

Mein Magen krampfte sich zusammen. »Wie lange war sie hier installiert?«, flüsterte ich.

Die dunklen Augen der Agentin blickten milder. »Das lässt sich nicht sagen«, antwortete sie sanft.

Ich dachte an mein Zimmer mit den buttergelben Wänden, an mein Mikroskop und an meine Biologiebücher. Es war der Raum, in dem ich meine Hausaufgaben machte und meine Versuche durchführte, von dem ich meine Freunde anrief, in dem mir meine Mutter früher Geschichten von einem Frosch namens Neville erzählt hatte, wenn ich nicht einschlafen konnte. Es war der Raum, in dem ich jeden Morgen aufwachte und mich anzog und …

Ich rannte zur Toilette im Flur und kniete mich auf den Fliesenboden vor die Kloschüssel. Ich erbrach mich, bis mein Magen leer war. Danach lehnte ich mich gegen die Wand und schloss die Augen, blind tastete ich nach der Spülung. Plötzlich kam Mr Nells Gesicht auf mich zu, und ich drückte die Handballen auf die Augenhöhlen, um das Bild zu loszuwerden.

Wenn ich doch bloß das Wissen hätte auslöschen können, dass Mr Nell mich in meinem Zimmer beobachtet und die intimsten Momente meines Lebens ausspioniert hatte – der Mann, der immer in Großbuchstaben und dreifach unterstrichen GUTE ARBEIT unter meine Tests geschrieben hatte, der Typ, der mich letzten Herbst dazu überredet hatte, an einem landesweiten Mathewettbewerb teilzunehmen, dem ich getraut und den ich als meinen Mentor betrachtet hatte. Noch nie in meinem Leben hatte ich mich so missbraucht gefühlt. Ich musste fliehen. Ich musste duschen. Ich musste mich säubern. Ich musste allein sein.

»Ich gehe hoch!«, rief ich, als ich von der Toilette kam.

»Warte.«

Mein Vater stand mit besorgter Miene am Ende des Flurs. Er zögerte verlegen, bevor er fragte: »Alles in Ordnung mit dir?«

Tränen schossen mir in die Augen. Mein Vater durchmaß mit zwei Schritten das Wohnzimmer, nahm den Mantel der Ermittlerin vom Kleiderständer und reichte ihn ihr. Ich konnte kaum fassen, was ich sah. Mein Vater und ich hatten gerade kommuniziert. Wir hatten einander tatsächlich verstanden.

»Vielen Dank, dass Sie vorbeigekommen sind, aber ich glaube, meine Tochter braucht jetzt ein bisschen Ruhe. Wenn Sie und die anderen Beamten also nichts dagegen haben, würde ich Sie bitten …« Mein Vater versuchte, Agent Messenger zur Tür zu drängen. Sie rührte sich jedoch nicht von der Stelle.

»Es tut mir leid, Sir, aber das geht nicht«, sagte Messenger und legte den feuchten Mantel über den Arm. »Es ist nicht sicher für Sie alle, hier allein zu sein. Es kann gut sein, dass Krauss mit Ihrer Tochter noch nicht abgeschlossen hat.«

Mein Herz raste. Ich krallte die Hände zusammen, damit dieses Zittern aufhörte. Noch nicht mit mir abgeschlossen? Was in aller Welt sollte das heißen?

»Ihr Haus erhält Personenschutz«, sagte Messenger und drehte sich zu mir, um mir in die Augen zu schauen – sie schien zu wissen, wie dringend ich ein paar beruhigende Signale und Worte gebrauchen konnte. »Ich möchte nicht, dass einer von Ihnen das Haus verlässt, bevor Krauss festgenommen ist und hinter Gittern sitzt. Das bedeutet keine Schule, keine Arbeit, absolut nichts.«

»Was ist mit meinen Seminaren?«, fragte Dad. Seine Arbeit bedeutete ihm alles, zumindest seit Mom gestorben war. »Das Sommersemester hat gerade erst angefangen.«

»Ich bin überzeugt, dass die Universität einen Ersatz finden wird«, sagte Messenger bestimmt.

»Dann muss ich wohl auch meine Bioabschlussprüfung nicht machen«, sagte meine Schwester grinsend.

Mein Vater funkelte sie böse an. »Wir werden dafür sorgen, dass uns deine Schule über alle Hausaufgaben informiert.«

Darcy sank enttäuscht in sich zusammen.

Nur mühsam konnte ich mich auf die beiden konzentrieren. Plötzlich war ich wieder im Wald und rannte um mein Leben, fühlte wieder Nells Atem in meinem Nacken, gleichzeitig gingen mir Messengers Worte einfach nicht mehr aus dem Kopf.

Nicht sicher. Nicht sicher. Nicht sicher.

»Sie erwischen ihn aber, oder?«, bohrte ich nach, als ich meine Stimme wiederfand. »Ich meine, mit der ganzen Polizei und so, die nach ihm sucht … da kann er doch nicht entkommen.«

»Ich wünschte, es wäre irgendwie anders gekommen, Rory, aber das war tatsächlich genau der Hinweis, der uns gefehlt hat.« Messenger legte mir beruhigend die Hand auf den Arm, ihre dunklen Augen sahen mich eindringlich an. »Mit etwas Glück haben wir ihn morgen früh.«

BALD

»Was soll das heißen, Sie haben ihn immer noch nicht gefun

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