Verlag: epubli Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2014

She flies...-Reihe Sammelband E-Book

Annie Stone  

4.5 (66)
Bestseller

Erhalten Sie Zugriff auf dieses
und über 100.000 weitere Bücher
ab EUR 3,99 pro Monat.

Jetzt testen
7 Tage kostenlos

Sie können das E-Book in Legimi-App für folgende Geräte lesen:

Tablet  
Smartphone  
Lesen Sie in der Cloud®
mit Legimi-Apps.
Warum lohnt es sich?
Hören Sie in der Cloud®
mit Legimi-Apps.
Warum lohnt es sich?
Seitenzahl: 1998

Das E-Book kann im Abonnement „Legimi ohne Limit+“ in der Legimi-App angehört werden für:

Android
iOS
Hören Sie in der Cloud®
mit Legimi-Apps.
Warum lohnt es sich?

Das E-Book lesen Sie auf:

Kindle MOBI
E-Reader EPUB für EUR 1,- kaufen
Tablet EPUB
Smartphone EPUB
Computer EPUB
Lesen Sie in der Cloud®
mit Legimi-Apps.
Warum lohnt es sich?
Hören Sie in der Cloud®
mit Legimi-Apps.
Warum lohnt es sich?

Leseprobe in angepasster Form herunterladen für:

Sicherung: Wasserzeichen

E-Book-Beschreibung She flies...-Reihe Sammelband - Annie Stone

Zum ersten Mal alle vier Teile der Erfolgsserie in einem Band. Als Extra mit allen drei Bonuskapiteln! *** Thea Bennet sucht nach einer neuen WG. Nach 67 besuchten Zimmern findet sie eine Traumwohnung und weiß, hier will sie einziehen. Tom, der ihr die Tür öffnet, ist heiß, heißer als jeder Mann, den sie jemals gesehen hat. Und dann sind da noch Will und Matt, die beiden anderen Mitbewohner. Thea weiß nicht, ob ihr Herz das aushält... von anderen Körperteilen ganz zu schweigen. Drei sexy Männer, die sie alle nicht haben darf, denn schließlich will sie kein Chaos in der WG anrichten. Oder?

Meinungen über das E-Book She flies...-Reihe Sammelband - Annie Stone

E-Book-Leseprobe She flies...-Reihe Sammelband - Annie Stone

She flies …-Sammelband

Teil 1 - 4, inkl. 3 Bonuskapitel

Annie Stone

Inhalt

Widmung

Band 1

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Band 2

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Band 3

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Band 4

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Epilog

Epilog 2

Bonuskapitel 1

Bonuskapitel 2

Bonuskapitel 3

Danksagung

Impressum

FÜR DICH

Band Eins

SHE FLIES WITH HER OWN WINGS

Eins

Das muss die richtige Adresse sein. Ich schaue an dem Gebäude hoch. Nicht die allerbeste Gegend, aber das Haus sieht gepflegt aus. Ich checke noch einmal die Hausnummer. Stimmt. Ich gehe rein und drücke auf die Klingel. Eine Stimme ertönt. „Ja?“

„Ich bin Thea. Wir haben einen Termin für die Zimmerbesichtigung.“

„Nimm den Aufzug in die sechste Etage.“ Ein Summlaut ertönt und die innere Tür lässt sich öffnen.

Oben angekommen schaue ich mich um und frage mich gerade, welche Tür ich nehmen muss, als eine geöffnet wird und ein Mann im Rahmen steht. Nicht irgendein Mann, ein heißer Mann. Einen Moment weiß ich nicht, was ich tun soll. Mein Gehirn hat für ein paar Sekunden die Tätigkeit eingestellt. Er ist groß, hat breite Schultern, schmale Hüften, unter seinem schwarzen Shirt zeichnen sich seine Bauch- und Brustmuskeln ab. Er hat dunkelblonde Haare, ein bisschen verwuschelt, als käme er gerade aus dem Bett. Grüne Augen, Lippen zum Küssen. Ich glaube, ich habe noch nie einen so gut aussehenden Mann gesehen. Er mag vielleicht 28 sein, vielleicht jünger, vielleicht älter. Auf jeden Fall, heiß.

Er lächelt mich an und streckt mir die Hand hin: „Du musst Thea sein. Ich bin Tom.“

Ich weiß nicht, was ich tun soll, bis ich mir einen mentalen Tritt verpasse, und mich erinnere, dass man eine ausgestreckte Hand ergreift. Ich gehe die paar Schritte vorwärts und lege meine Hand in seine. Warm, fest, perfekt. Ich versuche zu lächeln, aber irgendwie misslingt es. Er schaut mich amüsiert an. Ich glaube zu sehen, dass er insgeheim über mich lacht, und ich merke, wie meine Wangen sich röten. Ich kann es nicht leiden, wenn sich andere über mich lustig machen. Ja, ich mag manchmal zum Lachen sein und lächerliche Sachen machen, aber es gibt mir ein befangenes, gehemmtes Gefühl. Kein guter Start.

Er hält mir die Tür auf und ich überlege kurz, wie unhöflich es wäre, sofort wieder zu gehen. Ich öffne den Mund, um zu sagen, dass ich es nicht für eine gute Idee halte, mir das Zimmer anzuschauen, als er mir die Hand auf den Rücken legt und mich praktisch durch die Tür schiebt.

Als ich protestieren will, fällt mein Blick auf die offene Küche, den Essbereich und das Wohnzimmer und es verschlägt mir die Sprache. Ziegelsteinwände, Hartholzböden, cremefarbene Balken. Die Küche hat anthrazitfarbene Fronten und die Möbel sind aus dunklem Holz, schokofarbene Sofas. Anschließend an diesen Traum aus „Schöner Wohnen“ findet sich eine riesige Terrasse, die beinahe von einer Blütenpracht erstickt wird. Krass. Dass es solche Wohnungen überhaupt gibt. Mir bleibt der Atem weg und ich bin sprachlos. Und das passiert nur selten.

„Beeindruckt?“, fragt Tom mich. Wieder ist da dieses amüsierte Lächeln, wieder lacht er über mich, aber dieses Mal macht es mir nichts aus, ich bin geblendet.

Ich nicke und versuche, etwas zu sagen. Aber es kommt nichts raus. Ich räuspere mich: „Wahnsinn.“

Jetzt lacht er laut auf. „Komm, ich zeig dir das Zimmer.“

Ich folge ihm und er bringt mich in einen großen, hellen Raum. In der Mitte steht ein Bett, das mit heller Wäsche bezogen ist. Die Wände sind weiß mit Akzenten in Altrosa und Grau. Der Boden ist Hartholz. Es gibt einen Schreibtisch und eine Couch, Bücherregale, an den Wänden hängen Kohlezeichnungen. Studien von Menschen. Eine nackte Frau, die mit dem Rücken zum Betrachter sitzt, ihre dicken Haare zu einem lockeren Knoten gebunden. Ein Paar in inniger Umarmung. Ein Gesicht, das von Händen umrahmt wird. Mir verschlägt es wieder die Sprache. Die Zeichnungen sind unglaublich sinnlich, ohne irgendetwas zu zeigen.

Tom öffnet eine Tür und ich trete ins Badezimmer, hell gefliest, Badewanne und Dusche. Unglaublich. Dann öffnet Tom eine weitere Tür und dahinter befindet sich der Traum einer jeden Frau: ein begehbarer Kleiderschrank. Hammer. Ich bin eindeutig im Immobilienhimmel gelandet. Vergessen, dass ich gerade noch fliehen wollte. Vergessen, dass ich Tom ein bisschen unsympathisch finde. Vergessen, dass ich gar nicht weiß, wer die Mitbewohner sind. Ich will hier einziehen. Dieses Zimmer ist meins. Ich spüre es genau.

Und irgendwann, als ich wieder zu mir komme, fällt mir ein, dass ich gar nicht die Fäden in der Hand habe, sondern er. Er kann sagen, ob er mich haben will oder nicht. Es ist nicht meine Entscheidung, sondern seine. Und irgendwo in meinem Unterbewusstsein realisiere ich, dass ich vielleicht nicht den besten Eindruck gemacht habe. Wie kann ich das wieder korrigieren?

„Ich bin total sprachlos. Entschuldige. Es ist atemberaubend!“ Ich lächel ihn an. Ich versuche mich nicht von seinem Äußeren ablenken zu lassen. Ich versuche mich nicht von seinem Äußeren ablenken zu lassen. Ich versuche mich nicht von seinem Äußeren ablenken zu lassen. Was hat er gesagt?

Ich schaue ihn verständnislos an und er wiederholt: „Wir sind zu dritt. Bisher war das vierte Zimmer immer leer, weil wir niemanden gefunden haben, der zu uns allen gepasst hat. Die Wohnung ist toll, die Miete bezahlbar.“

„Ich bin echt begeistert.“

Er zuckt mit den Achseln. „Es haben sich noch ein paar andere das Zimmer angesehen, aber wie gesagt, die perfekte Person war noch nicht dabei.“

Hmmh, was soll mir das sagen? „Ich bin pflegeleicht. Ich hab einen festen Job, ich kenn hier nicht so viele Leute, es wird also nicht ständig jemand hier rumhängen, der nicht hier wohnt.“ Hört sich das zu verzweifelt an? Ich schenke ihm ein Lächeln.

Er grinst: „Hört sich gut an. Sag mir, du kannst kochen und du kannst einziehen.“

Echt? „Ich würde auch sagen, dass ich kochen kann, wenn ich es nicht könnte, nur um hier zu wohnen, aber du hast Glück, ich muss gar nicht lügen.“

„Perfekt! Ich hab ein gutes Gefühl bei dir. Du kannst den Vertrag gleich unterschreiben und dann sofort einziehen, wenn du willst.“

Das war ja einfach. Oder auch nicht. Schließlich hatte ich mir schon 67 Zimmer angeschaut, bis ich auf diesen Traum gestoßen bin. Gibt es einen Haken? Ehrlich gesagt, interessiert mich das nicht im Geringsten. Ich muss aus meinem jetzigen Zimmer raus und habe eigentlich keine andere Option, als dieses Zimmer zu nehmen. Und was kann schon schlimmstenfalls passieren?

Wir setzen uns an den Esstisch und er schiebt mir den Vertrag rüber. Ich lese ihn kurz durch, nichts Ungewöhnliches, und unterzeichne. Perfekt. Wenn ich wieder draußen auf der Straße bin, muss ich einen kleinen Freudentanz aufführen. Hier und jetzt wäre das ein kleines bisschen unpassend.

„Wie gesagt, du kannst sofort einziehen, wenn du magst. Hier sind deine Schlüssel. Der Code für die Tür unten ist 6459.“ Er lächelt mich an.

Ich verabschiede mich, teile ihm mit, dass ich am Samstag einziehen werde, und verlasse mein neues Zuhause. Wahnsinn. Hammer. Krass. Ich weiß nicht, was ich sagen soll, was ich denken soll, was ich fühlen soll. Ich bin berauscht, ja, das bin ich.

Unten angekommen führe ich einen kleinen Freudentanz auf, unterbreche ihn aber schnell wieder – und werde knallrot! -, als ich Lachen hinter mir höre. Ich schaue verschämt auf den Boden und eile davon.

Meine Mitbewohnerin Lacey sitzt am Küchentisch und wirft mir einen bösen Blick zu. „Ich hoffe, du hast endlich was Neues gefunden.“

Ist sie nicht liebenswert? Das komische ist, sie ist es eigentlich, oder besser gesagt, sie war es. Wir haben vier Jahre zusammen gewohnt und es war eine tolle Zeit. Dann hat sie vor einigen Monaten einen Mann kennengelernt. Sie wollte, dass er bei uns einzieht. Ich war damit einverstanden. Er hat gesagt, dass sie nicht von ihm verlangen kann, ihr treu zu sein, wenn ich ständig mit meinem nackten Hintern vor ihm rumwackeln würde.

Ja, es war passiert. Ich wusste nicht, dass er da war, und bin aus der Dusche gestiegen, habe mich abgetrocknet und bin dann in mein Zimmer gelaufen. Nackt. So, wie Lacey und ich das vier Jahre lang gemacht haben. Nur, jetzt war er da. Ich hab mich eine Million Mal bei Lacey entschuldigt, ihr erklärt, dass es keine Absicht war, dass ich nicht auf ihren Mann stehe ... Aber es ist zwecklos. Das schreckliche Monster Eifersucht hat sein Haupt gehoben und unsere Freundschaft ist dahin.

„Ich zieh am Samstag aus“, antworte ich und gehe in mein Zimmer. Ich hab wirklich keine Lust, Zeit mit ihr zu verbringen.

„Thea, warte!“ Ich stoppe, drehe mich aber nicht um.

„Ich ...“

„Schon okay, Lacey.“

Sie seufzt hinter mir. „Wie kannst du unsere Freundschaft einfach so wegwerfen?“

Wie bitte? Hat sie sie noch alle? Ich drehe mich um und werfe ihr einen Blick zu, der vor Verachtung nur so trieft. „Ich? Du bist doch diejenige, die mich rausschmeißt, weil ihr Stecher seinen Schwanz nicht in der Hose behalten kann.“ Ach ja, ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ihr Freund einen Steifen bekommen hatte, als ich nackt vor ihm stand, und dann versucht hat, mich ins Bett zu bekommen.

„Ich hätte echt niemals gedacht, dass du mir den Mann ausspannen würdest“, schreit mich Lacey an.

Das ist doch albern. „Weißt du was, Lace, akzeptieren wir einfach, dass die letzten vier Jahre eine reine Farce waren. Offensichtlich waren wir nie Freunde, wenn du das Wort eines Mannes, den du seit drei Monaten kennst, über meines stellst.“

Ich sehe, dass ich einen Nerv getroffen hatte. „Er ist mein erster Freund ...“

„Ja, ich weiß. Und ich weiß echt nicht, inwieweit das dein Verhalten rechtfertigt.“

Sie streicht sich eine nicht-existente Strähne aus dem Gesicht, ein Zeichen, dass sie nervös ist. „Du bist heiß, Thea. Die Typen stehen auf dich. Keiner hat mich je beachtet, wenn du dabei warst. Ist es denn zu viel verlangt, dass ich einmal, nur ein einziges Mal, jemanden haben wollte, der mich mehr mag als dich?“

Ich seufze. „Das ist nicht zu viel verlangt. Aber du hast etwas so viel besseres verdient als diesen Arsch! Er spielt mit dir, bis er keinen Bock mehr hat und tauscht dich gegen eine andere aus.“

Sie schluckt und flüstert: „Nein, er liebt mich.“

„Wach auf, Lacey. Er hat versucht bei mir zu landen und er wird versuchen, bei anderen zu landen.“ Ich bin gemein. Ich meine es nur gut. Aber ich bin gemein.

Als wollte sie mehr sich selbst überzeugen als mich, sagt sie: „Du bist nur eifersüchtig, weil ich jetzt jemanden habe, der gut für mich ist, und ich nicht mehr in deinem Schatten leben muss. Du kannst es doch nicht ertragen, wenn dir jemand die Show stiehlt. Und dann auch noch deine hässliche Freundin Lacey. Du hast mich doch nur zu deiner Freundin erkoren, weil klar war, dass ich dir nicht das Wasser reichen kann.“

Das sitzt. „Du bist die Einzige, die glaubt, dass du hässlich bist. Das Gegenteil ist der Fall. Du bist wunderschön, aber du siehst es ja nicht. Du bist so damit beschäftigt, Fehler zu finden, dass du vollkommen vergisst, deine Stärken zu sehen.“

Damit hat sie nicht gerechnet. Ihr treten Tränen in die Augen.

„Ich wünschte, du würdest sehen, was ich in dir sehe. Dann würdest du dich nicht mit Krümeln abgeben!“ Ich wünschte wirklich, dass ich Lacey was von meinem Selbstbewusstsein abgeben könnte. Sie ist so von Komplexen zerfressen, dass sie nicht sieht, was für alle anderen unübersehbar ist. Und das ist der eigentliche Abturner für die Männerwelt.

„Hör auf, Thea!“, fleht sie.

„Du hast jemanden verdient, der gut zu dir ist, der den Boden anbetet, auf dem du gehst, der glaubt, du bist das Beste, das ihm je passiert ist. Jemand, der dich liebt, der dich für besonders hält. Das ist es, was du verdient hast, und kein erbärmliches Arschloch, das dich klein macht.“ Wieso tun Frauen sich das an? Wieso tun sich schöne, kluge und witzige Frauen so was an?

Ihr laufen die Tränen das Gesicht runter, ihre Unterlippe zittert.

„Du bist wichtig, Lacey. Einfach, weil du ein Mensch bist, bist du wichtig. Und du verdienst Respekt. Und Liebe.“

Ich stehe eine ganze Zeit da, warte auf ein Wort, etwas, das mir zeigt, dass sie mich verstanden hat. Es kommt nichts.

Ich drehe mich um, gehe in mein Zimmer und packe meine Sachen. Ich hab nicht viel, ein paar Bücher, Kleidung. Alles in allem fünf Kartons und drei Koffer.

Ich bin vor zehn Jahren nach San Francisco gekommen und habe es irgendwie noch nicht geschafft, mir hier ein richtiges Leben aufzubauen. Ich wohne seit vier Jahren in diesem möblierten Zimmer, davor im Studentenwohnheim und in einer anderen WG. Seit zwei Jahren arbeite ich für ein Biotech-Unternehmen, die acht Jahre davor habe ich in Berkeley verbracht und mit einem PhD abgeschlossen. Dr. Theodora Bennett. Krass, oder? Nicht schlecht für ein Mädchen aus einer Kleinstadt in Florida.

Mein Leben dort war scheiße, alles, was mich durchbrachte, war der Gedanke, ihm zu entkommen. Ich arbeitete hart, hatte beste Noten, bekam ein Stipendium und konnte schließlich entkommen. Ich habe in zehn Jahren nicht einmal zurückgeblickt, war nie wieder in der Hölle meines früheren Lebens. Es hat lange gedauert bis ich über all den Scheiß weggekommen bin, und jede Menge Therapiestunden. Ich geh immer noch manchmal zu meiner Therapeutin, wenn mich Dinge beschäftigen, einschneidende Ereignisse anstehen oder einfach nur, wenn ich mal Rat von einer neutralen Seite brauche.

Sie hat mir nach fünf Jahren mitgeteilt, dass ich nun allein klarkommen kann, und das stimmt auch. Ich habe gelernt mit meiner Vergangenheit zu leben, habe sie akzeptiert, kann damit umgehen, dass mir passiert ist, was mir passiert ist. Aber trotzdem kann ich nicht aufhören, zu ihr zu gehen, zumindest nicht ganz. Sie ist mein Rettungsring. Manchmal gehe ich monatelang nicht hin, aber ich kann es noch nicht als Ende akzeptieren.

Eine Sache hat sich jedoch nicht geändert, ich mag nicht alleine wohnen. Ich brauche das Gefühl, dass es jemandem auffällt, wenn ich weg bin. Mein schlimmster Alptraum ist es, tot in der Wohnung zu liegen und erst gefunden zu werden, wenn ich anfange zu stinken. Das hört sich an, als würde ich oft drüber nachdenken, oder? Ich meine das mit dem Alptraum auch nicht wörtlich. Ich träume nie davon, es ist eher was, was in mir eingebettet ist. Ergo WGs.

Und jetzt also eine neue. Ich frage mich, ob Tom wohl eine Freundin hat. Ach, Thea, fang nicht mit so kompliziertem Kram an. Etwas mit deinem Zimmernachbarn anzufangen, gehört absolut dazu. Das wird nur schwierig, wenn einer von euch mehr will als der andere. Einfach nur Sex ist nicht weit verbreitet.

Wer wohl die beiden anderen Leute sind, die auch da wohnen? Jungs oder Mädels? Einen Moment überlege ich, was ich tun würde, wenn es alles Jungs sind. Aber wie schon gesagt, ich stehe ein bisschen mit dem Rücken zur Wand. Und was wäre schon so schlimm, wenn es nur Männer sind? Ich bin eh mit meinem Job verheiratet und kaum zu Hause.

Mein Handy klingelt. „Hi, Sam!“ Meine einzige Freundin in der Stadt ist Samantha Michaels. Ich hab sie im ersten Jahr an der Uni kennengelernt. Es war Liebe auf den ersten Blick, kann man sagen. Sie ist immer für mich da und ich immer für sie, zwei Musketiere. Und der dritte ist Josh, unser bester Freund, der ebenfalls mit uns in der Unieinführung saß.

„Thea! Gehen wir heute Abend was trinken?“ Sam ist immer gut gelaunt, immer bereit, die Nacht zum Tag zu machen.

„Heute ist Mittwoch!“ Ja, vielleicht bin ich ein kleines bisschen langweilig.

„Ja, und? Zeit für ein Bier ist immer.“

Ich zucke innerlich mit den Achseln. Wo sie recht hat ... „Okay. Amelie um acht?“

„Ich sagte doch, Zeit für ein Bier. Und du schlägst eine Weinbar vor?“ Sie kichert.

„Naja, ich bin halt eine Rebellin ...“

Ich kann ihr Grinsen beinahe sehen: „Oh, ja, schon immer gewesen.“

„Bis gleich!“

Als ich in der Weinbar auftauche, ist Sam schon da.

„Hey, Süße!“ Sie umarmt mich herzlich.

„Hi, Sammy, wie geht’s?“ Ich sehe, dass sie schon was zu trinken bestellt hat. Mein Lieblingsweißwein. Hmmh.

„Ich bin froh, dass das meiste der Woche schon rum ist“, antwortet sie. „Und du?“

Ich trinke ein Schlückchen. „Ich hab ein neues Zimmer gefunden.“

Sam strahlt mich an: „Das ist super! Dann musst du dir nicht mehr Laceys Rumgebitche antun. Darauf trinken wir.“

Ich nehme noch ein Schlückchen. „Die Wohnung ist echt traumhaft, die Miete allerdings auch höher als jetzt.“

„Aber du kannst es dir leisten …“, wirft Sam ein.

„Ja, sicher. Geld ist kein Problem mehr. Gott, wie sind wir jemals mit so wenig Geld als Studentinnen ausgekommen?“ Ich schüttele den Kopf. „Naja, jedenfalls sind es drei Mitbewohner oder Mitbewohnerinnen, keine Ahnung ehrlich. Ich glaub, ich war so von dieser tollen Wohnung geplättet, dass ich total vergessen habe, danach zu fragen. Aber es ist auf jeden Fall ein Mann dabei. Tom.“

Sam grinst: „Heiß?“

„Heiß ist gar kein Ausdruck! Riesig, bestimmt 1,90 m, dunkelblonde Haare, grüne Augen, ein Körper zum Niederknien. Hammer, echt. Ich weiß gar nicht, wie ich es ertragen soll, ihn jeden Tag zu sehen und ihn nicht anzufassen.“

Wenn sie könnte, würde sie noch breiter grinsen: „Niemand sagt, dass man nicht mit heißen Mitbewohnern vögeln darf.“

Ich streiche mir eine imaginäre Haarsträhne aus dem Gesicht: „Aber das würde das ganze doch sehr … kompliziert machen.“

Sie schaut mich verwirrt an: „Wieso das denn?“

Puh, manchmal ist sie schon ein bisschen schwer von Begriff. „Naja, weil es doch irgendwie komisch wäre, wenn man einen One-Nighter hat und sich dann noch ständig sieht.“

Sie schüttelt irritiert den Kopf: „Ich weiß ja nicht, was du für Sex hast, aber wenn man sich vorher im Klaren ist, dass es nur ums Vögeln geht, ist das doch nicht komisch. Im Gegenteil, es besteht die Möglichkeit, es bald noch mal zu machen.“

„Und was, wenn der Sex schlecht war?“

„Wie soll denn Sex schlecht sein, wenn du so ein heißes Stück Mann im Bett hast? Da reicht es doch schon, dass er sich auszieht und der Sex war gut.“ Sie lacht.

„Hast ja recht. Aber vielleicht ist es doch besser, wenn ich weiterhin woanders nach Sex suche und nicht gerade in meiner Wohnung.“ Ich erzähle ihr nicht, dass ich eine momentane Durststrecke von sechs Monaten erlebe.

„Hey, vielleicht ist einer der beiden anderen Mitbewohner auch männlich und du kannst einen Dreier mit ihnen haben.“ Sam sieht aus, als wäre das eine tolle Idee.

„Aber nur, wenn der andere auch so geil aussieht wie Tom. Echt jetzt, der Mann ist Sex am Stiel.“

„Hast du schon darüber nachgedacht, ihm einen zu blasen?“

Ich grinse sie an: „Du kennst mich echt viel zu gut.“

Sie zuckt mit den Schultern: „Ich weiß doch, dass du ein bisschen von Blowjobs besessen bist.“

„Wer bekommt einen Blowjob?“, fragt hinter uns eine männliche Stimme viel zu laut.

„Hi, Josh!“, rufen Sam und ich gemeinsam und finden uns in einer Umarmung wieder.

„Ach, ihr habt mir so gefehlt, ihr Zuckermäuse.“ Josh war zwei Wochen mit seiner neuesten Flamme in der Karibik.

„Und wie war es? Ist dein Schwanz vor lauter Sex abgefallen?“, fragt Sam.

Er sieht sie entsetzt an: „Sei doch bitte nicht so blasphemisch.“ Ich kichere. Josh ist einfach der Beste.

„Ich hab Jason nach drei Tagen in die Wüste geschickt und mit dem heißen Tauchlehrer angebandelt. Ich sag euch, jede Menge Blowjobs. Und wer bekommt noch welche? Ich wollte euch nicht unterbrechen.“

„Ich hab nur gerade erzählt, dass ich endlich ein neues Zimmer gefunden habe. Mein Mitbewohner Tom ist wahrlich Gottes Geschenk für die Frauen.“

Er schmunzelt: „Sicher, dass er nicht fürs andere Team spielt?“

„Brauchst du ein neues Boy Toy?“, fragt Sam.

Er übergeht die Frage: „Und er ist so heiß, dass du seinen Schwanz lutschen willst?“

Ich zucke mit den Schultern: „Ich würd nicht Nein sagen.“

Er legt mir die Hand auf den Arm: „Herzchen, so leid es mir tut, aber Frauen können einfach nicht blasen.“

Sam ruft: „Was soll das denn heißen?“

Und ich: „Wieso nicht?“

Er kichert, und das ist wirklich das schwulste Geräusch, das ich je gehört habe: „Frauen können nicht blasen, weil sie selbst nicht wissen, was sich gut anfühlt und was nicht. Und Heteromänner wissen nicht, was ihnen entgeht und machen daher Frauen glauben, dass sie gut sind. Schließlich ist selbst der schlechteste Blowjob noch fantastisch.“

Ich schaue ihn forschend an: „Wann zum Teufel hat dir schon mal eine Frau einen geblasen? Jegliches Schwulen-Radar schlägt doch bei dir schon an, wenn du noch eine Meile entfernt bist.“

„Touché.“

Wir fangen alle drei an zu kichern.

„Aber mal ehrlich, Schätzelein, ein BJ ist so viel mehr als Mund auf und ein paar Mal rauf und runter.“

„Wissen wir“, ertönt es unisono von Sam und mir.

„Zähne, Unterdruck, Saugwirkung, Würgereflex …“ Wir nicken. „Aber das Wichtigste ist, Spaß dran haben und Abwechslung. Man oder frau sollte in der Lage sein, jemanden innerhalb von 20 Sekunden zum Abspritzen zu bringen, und auch wissen, wie man es eine halbe Stunde raus zögert.“

„Oh, weiser Meister des BJ, erleuchte uns“, scherze ich.

„Das ist natürlich von Mann zu Mann verschieden, aber viele Männer sind am Frenulum sehr empfindlich. Wenn man da leichte, flatternde Bewegungen mit der Zunge macht, kommen viele sofort.“

„Und wie ist das bei dir?“, fragt Sam.

„Herzchen, ich komm dann sofort“, grinst Josh.

„Gib uns weitere Tipps!“, verlange ich.

„Vergiss nie die Eier und schon gar nicht die Naht. Und bitte, bitte, nur ein nasser BJ ist ein guter BJ, also viel Spucke verwenden. Und ich kann es nicht genug betonen, Vakuum aufbauen.“

„Was ist mit ‚deep throating‘?“, fragt Sam.

„Was soll damit sein? Üben, üben, üben, das turnt jeden Mann an.“

„Aber wie ist das mit dem Würgen …“

Er schaut mich an, als wäre ich blöd: „Schätzelein, hast du das noch nie getan?“

Ich bin ein kleines bisschen verlegen: „Na, blasen schon, aber ich wurde noch nie in den Mund gefickt.“

Er ist entsetzt: „Da hast du aber was verpasst, Zuckermaus. Ich hoffe, dein nächster Mann macht das schnell wieder gut.“

Ich leg den Kopf schief: „Und wie ist das jetzt mit dem Würgen …“

„Nimm den Schwanz vorsichtig so tief in den Mund, wie du kannst. Dann mach Schluckbewegungen. So kommt er tief rein und du musst nicht würgen.“

Sam schaut ihn verwundert an: „Echt? Das muss ich mir dringend merken.“

„Ich sollte BJ-Seminare für Frauen geben. Scheint eine echte Marktlücke zu sein“, scherzt Josh. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob er es wirklich als Witz meint.

„Und was ist mit den Zähnen?“, frage ich.

„Hmmh, schwieriges Thema. Von Mann zu Mann verschieden. Besser ist, nicht verwenden, und warten, bis er darum bittet. Und wenn, dann nur ganz sachte, nicht die Bratwurst abbeißen.“

„Das versteht sich ja wohl von selbst …“, meint Sam.

„Und was macht man so mit den Eiern?“, frage ich.

„Küssen, lecken, saugen, massieren, kneten, dran ziehen, in den Mund nehmen, lutschen, nagen, knabbern, ‚teabagging‘ …“

„Dran knabbern? Ist der Hoden nicht zu empfindlich?“, will Sam wissen.

„Kommt auch wieder auf den Mann an, aber wenn es zärtlich ist, fühlt es sich geil an. Aber wartet besser auf die Anweisung, bevor ihr ihn verschreckt.“

„Jede Frau sollte einen schwulen besten Freund haben, der ihr die Feinheiten des Blasens erklärt“, meint Sam und ich stimme ihr zu.

„Ach, ihr Süßen, ich kann euch doch nicht durch die Gegend ziehen und schlechte Blowjobs geben lassen. Das wäre ja wie unterlassene Hilfeleistung.“ Josh ist schon ein Spezialfall …

„Wann ziehst du denn in die neue Wohnung?“, fragt Sam nach.

„Samstag. Lacey kann es kaum erwarten, dass ich weg bin und die Gefahr gebannt ist, dass ich ihren tollen Macker bespringe.“ Ich sage das mit mehr Bitterkeit als ich empfinde. Ich mag Lacey, echt. Und sie tut mir leid, sie hat einfach was Besseres verdient als diesen Abschaum.

„Sollen wir beim Umzug helfen, Herzchen?“

Ich schüttel den Kopf: „Ich hab nur ein paar Kartons und Koffer. Das schaff ich schon. Aber ihr könnt trotzdem kommen, Tom anstarren und gemeinsam mit mir sabbern.“

Sam grinst: „Du bist eine echt tolle Freundin, dass du deinen neuen sexy Mitbewohner mit uns teilst.“

„Dafür sind Freundinnen doch da.“

„Also, abgemacht, Samstag, 20 Uhr in deiner neuen Wohnung. Wir lernen deine Mitbewohner kennen und dann gehen wir tanzen!“, ruft Josh.

Zwei

Ich hab ein Taxi genommen, um meinen Umzug durchzuführen. Laceys Abschied war reichlich kühl, so wie die letzten Wochen. Tja, was soll ich da machen?

Ich klingel, obwohl ich einen Schlüssel habe, aber irgendwie will ich nicht einfach so eindringen.

„Ja?“ Das ist Toms Stimme.

„Hey, Tom. Ich bin’s. Thea.“

„Hey, Thea, du hast doch einen Schlüssel. Komm einfach rein.“

„Könntest du mir wohl kurz mit meinen Sachen helfen?“, frage ich.

Ich höre das Lächeln in seiner Stimme: „Klar, kein Ding. Bin gleich da.“

Ich warte mit meinen fünf Kartons und drei Koffern. Die Tür öffnet sich und Tom kommt raus. Man, der sieht heute noch besser aus als beim ersten Mal. Ich kann es kaum fassen. Hinter ihm treten noch zwei Männer aus der Tür. Sind das die beiden anderen Mitbewohner? Krass.

„Das sind Matt und Will“, meint Tom.

Sie reichen mir die Hand und ich kann sie gerade noch rechtzeitig ergreifen, bevor es peinlich wird. Matt ist so groß wie Tom, ein bisschen muskulöser als er, hat braune Haare, die er zu einem Fohawk gestylt hat, braune Augen, Grübchen – ich liebe Grübchen, es gibt nichts, was ich sexyer finde. Er trägt ein schwarzes T-Shirt, das seine tollen Arme zeigt. Trainiert, unter der Haut zeichnen sich die Venen ab, und jede Menge Tattoos. Hab ich schon erwähnt, dass ich Tattoos liebe?

Will ist sogar noch größer als die beiden, bestimmt 1,95 m. Er hat ebenfalls braune Haare, die er ein kleines bisschen zu lang trägt, und sein Style ist „gerade frisch gevögelt“. Seine Augen sind blau, aber kein blasses blau, sondern sehr intensiv. Echt heiß. Auch er hat Tattoos an den Armen. Oh, man, die drei Jungs sind doch ein wahr gewordener, feuchter Traum.

Jetzt fällt mir auf, dass auch Tom Tattoos hat. Ich bin gestorben und im Bad Boy-Himmel aufgewacht. Wem muss ich dafür danken?

Ich bin unsicher. Ich meine, ich weiß echt nicht, wie ich mit diesen heißen Kerlen umgehen soll. Offensichtlich findet meine Vagina sie alle drei heiß und würde keinen von ihnen von der Bettkante stoßen.

Meine rationale Seite erklärt mir, dass ich mir keine Hoffnungen machen brauche, da diese Jungs eindeutig nicht in meiner Liga spielen. Ich weiß, ich bin ein echtes Babe. Ich bin 1,75 m, habe lange braune Haare, die an guten Tagen in seidigen Wellen über meinen Rücken fließen, an schlechten Tagen … ach, reden wir besser nicht drüber. Ich habe schokofarbene Augen mit Goldsprenkeln. Ich bin nicht dünn, aber es schwabbelt nichts, weil ich tanze. Ich hab einen tollen Busen, ein wenig ausladende Hüften, mein Hintern könnte einen Tacken kleiner sein, aber alles in allem nicht schlecht. Aber diese drei heben das Wort „heiß“ in ganz neue Sphären.

Als könnten sie meine unreinen Gedanken lesen, grinsen sie mich an, und greifen nach meinem Gepäck.

Als wir im Fahrstuhl sind – es ist so ein alter Lastenaufzug, der groß genug für vier Menschen und Gepäck ist -, fragt Tom: „Wie lange hast du gesagt, dass du schon in Frisco bist? Zehn Jahre?“ Ich nicke. „Und dann ist das alles, was du besitzt?“

Ich zucke mit den Schultern: „Irgendwie schon …“

Er schüttelt amüsiert den Kopf: „Ich hab mehr Bücher als das.“

„Kindle.“

Er grinst mich an: „Jaja, die Jugend von heute.“

Ich stutze. Jugend von heute? Er ist doch bestimmt jünger als ich. „Sagt der Jungspund …“

Er legt den Kopf schief: „Wie alt bist du?“

„28.“

Will wirft ein: „Du siehst viel jünger aus.“

Ich leg den Kopf ein wenig schief, mein verräterisches Zeichen, wenn ich unsicher bin: „Gute Gene … Wie alt seid ihr?“

Sie sind alle 30.

„Zeig mal deinen Führerschein“, meint Tom.

„Glaubst du mir nicht?“ Ich hole aber schon die Karte raus.

„Doch, doch“, grinst er.

Ich reiche sie ihm. Er schaut verblüfft auf: „Dr. Theodora Bennet?“

„Thea ist mir eindeutig lieber“, erkläre ich.

Er schüttelt den Kopf: „Ich mein den Doktortitel.“

„Ach so, Bioengineering.“ Wir sind oben angekommen und die Jungs tragen meine Sachen. Ich schließe die Wohnungstür auf, yay, mein erster Schlüsseleinsatz.

„Arbeitest du auch in dem Bereich?“, fragt Matt.

Ich nicke: „In einer Biotech-Firma hier in der Stadt.“

Er lächelt mich an: „Hört sich cool an. Gab es viele Studentinnen in deinem Studiengang?“

Ich lächel unwillkürlich zurück, er ist so heiß. „Nein, das ist doch recht männerdominiert. Im PhD-Programm waren wir drei Frauen und 30 Männer.“

„Hab ich mir gedacht. Ich arbeite manchmal mit naturwissenschaftlich ausgerichteten Unternehmen und es gibt meist keine Frauen und schon gar nicht auf der Führungsebene. Was machst du genau?“

„Stellvertretende technische Leiterin.“

Er sieht mich anerkennend an: „Nicht schlecht. Es muss eindeutig mehr Frauen in den oberen Etagen geben.“ Ich schaue ihn forschend an, aber er hat das ganz ernst gemeint. Ich bin überrascht, er sieht nicht aus wie jemand, der Frauenrechte unterstützen würde.

„Was machst du?“, frage ich.

Er ist unglaublich sexy, wenn er lächelt: „Investmentbanker.“

„Oh, ein böser Hai.“

Er grinst: „Das kannst du so sagen, Babe.“

Babe? Eigentlich der bescheuertste Kosename, den es gibt. Aber aus seinem Mund hört er sich wie reinste Poesie an. Innerlich gebe ich mir eine Ohrfeige. Jetzt komm mal wieder klar, Theodora Bennet! Du bist doch keine 14 mehr!

Tom und Will kommen aus meinem Zimmer, nachdem sie mein Gepäck verstaut haben. Tom schaut auf die Uhr: „Hey, was hast du heute noch vor?“

„Ich bin mit zwei Freunden verabredet. Sie wollen sehen, wie ich hier wohne, wenn das okay ist“, werfe ich schnell ein.

Will nickt: „Klar, du wohnst jetzt hier. Deine Freunde können immer kommen.“

Ich lächle erleichtert. Keine Ahnung, warum ich so angespannt bin. Naja, das ist nicht wahr. Ich war noch nie mit einem so heißen Typen in einem Raum, geschweige denn mit dreien. „Danach wollen wir tanzen gehen.“

Sehen sie enttäuscht aus? „Ihr könnt gerne mitkommen, wenn ihr wollt“, biete ich an und denke, dass ich doch einen kleinen Knall habe. Als würden die drei Models sich mit mir abgeben wollen, wenn sie jede haben konnten. Ich bin überrascht, als alle drei zustimmen.

Matt meint: „Lasst uns Pizza bestellen. Wir können uns ein bisschen kennenlernen, jetzt wo wir zusammen wohnen. Und deine Freunde natürlich auch.“

In mir klingeln sämtliche Alarmglocken. „Hmmh, vielleicht sollte ich euch vorwarnen …“

Will wirft mir einen neugierigen Blick zu: „Inwiefern?“

Ich druckse ein bisschen herum: „Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll.“

„Sag’s einfach. Kann ja nicht so schlimm sein“, grinst Tom.

Peinlich! „Nun ja, also es kann sein, dass ich eventuell erwähnt habe, dass der Mitbewohner, den ich vor heute kennengelernt habe, gut aussieht. Und daher kann es sein, dass meine Freunde kommen, um dich zu bewundern.“ Ich werde rot. Ich spüre es genau. Ich mag gar nicht nach oben schauen. Irgendwie kann ich mich nicht stoppen: „Es kann also sein, dass es eventuell ein bisschen peinlich wird. Vor allem, da es jetzt dreimal so viel zu sehen gibt.“ Oh Gott, halt die Klappe! Sie schmeißen dich gleich raus und du bekommst nie wieder eine Eintrittskarte ins Bad Boy-Paradies!

Ich schaue dann doch nach oben und begegne drei strahlenden Lächeln. „Du findest mich heiß?“, fragt Tom. Ich kann seinen Blick nicht ganz deuten, aber er scheint geschmeichelt zu sein.

Ich verdrehe die Augen: „Mitnichten …“

Tom schenkt mir ein anzügliches, wissendes Lächeln. Oh Gott! Das ist ja reinste Folter. Wie soll ich denn existieren, wenn sie mich alle ständig so anturnen?

„Das ist so peinlich“, murmel ich und halte den Blick gesenkt.

„Hey“, ich spüre eine Hand an meiner Wange, „es gibt keinen Grund dich zu schämen.“ Ich blicke hoch und schaue in Wills Gesicht, das mich voller Wärme anlächelt.

„Ich bin sozusagen im Vorhinein unangenehm berührt, weil es ganz klar ist, dass dieser Abend furchtbar peinlich für mich wird. Ihr kennt meine Freunde noch nicht.“ Wills Kontakt mit meiner Haut sendet jede Menge Schauer über meinen Körper.

Sie lachen. „Tja, das sind eben Freunde“, meint Matt. „Keine Angst, ich erzähl dir Anekdoten über Tom und Will zum Ausgleich.“

Wills Hand liegt noch immer an meiner Wange: „Pass du mal lieber auf, dass Tom und ich nicht all deine Schandtaten preisgeben. Wenn ich dich erinnern darf, gibt es da eindeutig mehr zu erzählen.“ Der Tonfall ist freundschaftlich aufziehend.

„Wenn du dich da mal nicht täuschst … In 20 Jahren hast du auch jede Menge Unsinn gebaut“, stichelt Matt zurück.

„Dann habe ich ja nichts zu befürchten“, ruft Tom. „Ich war schon immer ein Engel.“ Er zwinkert mir zu.

„Sagt der Schlimmste von allen“, wirft Will ein.

Ich hab schon jetzt das Gefühl, dass das Zusammenleben mit ihnen spaßig wird. Warum zum Teufel hat Will immer noch seine Hand da? Ich hoffe, er nimmt sie nie weg.

„Ihr kennt euch seit 20 Jahren?“, frage ich nach.

Sie nicken. „Wir sind hier in Frisco aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach der Uni sind wir alle wieder hierher zurückgekommen oder in Matts Fall, hier geblieben“, erklärt Tom.

Ich schaue Matt an. „Ich hab in Stanford studiert.“

„Und was macht ihr beide so?“, frage ich Tom und Will.

„Ich bin Architekt“, antwortet Tom.

„Ich hab die Firma meines Vaters übernommen, vielleicht kennst du sie. BioKing“, erklärt Will.

Ich mache große Augen. „Du bist William King?“

Er nickt.

„Oh, mein Gott! Du bist eine Legende!“

Er grinst. „Das höre ich öfter.“

„Und arrogant“, füge ich hinzu.

Er zwinkert mir zu: „Das auch.“

Ich kann es nicht fassen, William King. Ich wohne mit William King zusammen. Er ist ein Genie und hat die Biotech-Welt revolutioniert. Er hat mit 22 am MIT promoviert und hat dann die Firma seines Vaters übernommen, die zu den bedeutendsten Unternehmen der Gegend zählt. Er ist eine lebende Legende. Jeder, der in diesem Feld arbeitet, kennt ihn.

„Ich hoffe, du bist jetzt nicht total überwältigt, dass du mit einem Geek-Star zusammenwohnst“, scherzt Tom.

„Kann ich nicht garantieren!“ Und das ist absolut ernst gemeint.

Matt klatscht in die Hände. „Okay, Leute, lasst uns Pizza bestellen. Thea, was möchtest du und was möchten deine Freunde?“

„Käse und Peperoni“, antworte ich wie aus der Pistole geschossen.

Während Matt bestellt, decken Tom und Will den Tisch. Ich stehe ein bisschen verloren in der Gegend rum und weiß nicht wirklich, was ich machen soll. Will fängt meinen Blick ein, lächelt mir beruhigend zu und meint: „Hol doch schon mal Bier aus dem Kühlschrank.“ Erleichtert drehe ich mich um und tue das. Als ich gerade nach dem Bier greife, kommt Tom und holt Parmesan raus. Unsere Arme berühren sich und es fliegen Funken. Er zwinkert mir zu und presst seinen Körper gegen meinen. Wie zufällig. Aber war es das?

Ich bin verwirrt. Wie kann mein Körper auf sie alle drei so reagieren? Als Matt mich „Babe“ genannt hat, stand ich in Flammen. Als Will seine Hand an meinem Gesicht hatte, bin ich fast zerschmolzen. Und als Tom sich eben gegen mich gepresst hat, ist die Welt für einen Moment zum Stillstand gekommen. Kann das sein? Kann sich meine Vagina mit allen drei Männern paaren wollen? Schlampe, denke ich mit viel Zuneigung.

„Erde an Thea“, meint Matt lächelnd.

Ich war wohl einen Augenblick in meiner Traumwelt. Ich blinzele ihn an.

„Willst du auch Bier oder lieber Wein?“, fragt er noch mal.

„Oh, lieber Wein. Sam nimmt bestimmt ein Bier, aber Josh mag auch lieber Wein.“

Ich sehe, wie sich die drei merkwürdige Blicke zuwerfen, die ich nicht deuten kann. Es ist alles genauso schnell vorbei, wie es angefangen hat.

„Du bist mit zwei Männern verabredet?“ fragt Tom in einem komischen Tonfall.

Ich lache. „Nein, nein, Sam ist kurz für Samantha und Josh ist mein schwuler, bester Freund.“

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass sie erleichtert sind. Aber wieso und kann das sein? Ich meine, ich bin doch nur die gleiche, alte Thea. Aber sie sind, ja, heiß. Ich kann mich da nur wiederholen. Dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Wahrscheinlich hatten sie gehofft, dass ich heiße Freundinnen hatte und waren daher irritiert, als ich zwei Männernamen nannte. Nun gut, jetzt ist es halt nur eine heiße Freundin. Aber sie kommen ja mit uns zum Tanzen, da können die drei Womanizer jede Menge Bräute aufreißen, sage ich mir.

Denn dass sie Womanizer sind, steht doch wohl vollkommen außer Frage. Die Damenwelt schmeißt sich ihnen wahrscheinlich nur so vor die Füße. Ich würde das auch machen, aber ich wohne ja jetzt mit ihnen in dieser traumhaften Wohnung und will hier niemals mehr ausziehen, daher muss ich darauf achten, Dinge nicht zu verkomplizieren.

Es klingelt an der Tür und ich höre Sams Stimme über die Gegensprechanlage. „Lass mich rein, sexy ass!“

Oh Gott, das wird peinlich!

Will dreht sich zu mir um und grinst. „Ist sie das?“

Ich nicke und will mir schnell ein Loch graben, um mich da zu verstecken.

„Okay, hot stuff, nimm den Aufzug in die sechste Etage“, antwortet Will.

Das kann ja heiter werden. Wie gut, dass mir eigentlich nichts unangenehm ist. Ich weiß, schwer zu glauben, weil ich mich heute scheinbar für alles schäme. Irgendwie durchbrechen diese drei Männer jeden Schutzwall, den ich in mir über die Jahre errichtet habe.

Ich höre Gekicher an der Tür und öffne sie. „Hey!“ Ich werde überschwänglich umarmt. Als wir uns aus unserer Umarmung lösen, fallen Sams und Joshs Blicke auf das sexy Triumvirat hinter mir. Ihnen bleibt die Spucke weg und ich weiß genau, wie sie sich fühlen. Been there, done that.

Sam findet als Erstes ihre Sprache wieder: „Scheiße, Thea, da hast du ja viel mit deiner kleinen … Obsession zu tun.“ Sie grinst und ich würde sie am liebsten erdolchen.

Alle Blicke richten sich fragend auf mich, ich kann nur den Kopf schütteln und so tun, als wüsste ich nicht, wovon sie redet.

Josh erinnert sich an unser Gespräch, offensichtlich. „Ach ja, richtig, die kleine Obsession. Obwohl ja hier, wenn ich mich so umsehe“, und sein Blick schweift vollkommen unauffällig zu meinen Mitbewohnern, „von ‚klein‘ keine Rede sein kann.“ Und er benutzt Luftgänsefüßchen beim Wort „klein“.

Die Blicke, die sie mir zu werfen, werden immer interessierter. „Wollen wir das wissen?“, grinst Tom mich an.

„Ja“, kommt mir Sam zuvor.

Ich packe Sam und Josh am Arm und ziehe sie zu meinem Zimmer. „Entschuldigt bitte einen Moment, ich zeige den beiden mal meinen Raum.“

Als sich die Tür hinter uns geschlossen hat, zische ich sie an: „Was soll denn das?“

Während Sam sagt: „Meine Güte, Thea, wie kann man nur so heiß sein?“

Und Josh: „Sag mir, sie spielen für mein Team!“

Ich schaue sie böse an. „Ihr habt sie doch nicht alle! Wie könnt ihr mir das antun? Die drei müssen nichts von meiner BJ-Besessenheit erfahren.“

Sam blickt mich aufrichtig an: „Ich bin mir total sicher, sie wären absolut begeistert und würden alle drei für dich die Hosen fallen lassen, damit du deine Obsession befriedigen kannst.“

„Oh Gott, Sam, sprich doch noch lauter, China hat dich nicht gehört.“

Josh wedelt mir mit der Hand im Gesicht rum: „Wer bist du und was hast du mit unserer super lockeren, unkomplizierten Freundin gemacht, mit der man die ganze Nacht über Sex reden konnte, ohne dass sie gleich errötete?“

„Jaja, ich weiß, aber ich will nicht, dass sie wissen, dass ich auf sie stehe. Ich fühle mich sowieso schon im Nachteil.“

„Wieso?“, fragt Sam irritiert.

„Hallo? Hast du sie gesehen? Sexgötter?“

„Ja, hab ich, ja, Sexgötter, aber du bist doch eine Sexgöttin. Also, warum bist du im Nachteil?“

Ich schaue sie an, als wäre ihr ein zweiter Kopf gewachsen. „Ich bin doch keine Sexgöttin, Sam. Ich seh ganz gut aus, aber die drei sind doch unwirklich.“

Sam legt mir die Hände ans Gesicht: „Jetzt hör mir mal zu, Thea, du bist eine Sexgöttin und du bist super heiß. Was soll das denn? Du hörst dich schon an wie Lacey. Du hast keinen, und ich wiederhole, keinen Grund, dich ihnen gegenüber im Nachteil zu fühlen.“

Josh fährt dazwischen: „Du sagst gerade, dass du auf sie stehst. Auf wen denn genau?“

Ich bin ein bisschen verlegen: „Irgendwie auf alle drei.“

Josh schaut mich mit dem fettesten Grinsen an, das ich je gesehen habe: „Du Schlampe! Komm, wir gehen wieder raus und dann kannst du deine Manieren aus der Gosse fischen und uns vorstellen.“

„Entschuldigt bitte, dass ich so unhöflich war“, sage ich, als wir kurz darauf in der offenen Küche stehen. „Das sind meine Freunde Sam und Josh, und dass sind meine neuen Mitbewohner Tom, Will und Matt.“

Wir setzen uns an den Tisch, essen Pizza und quatschen. Sam und Josh benehmen sich anständig, naja, soweit es ihnen möglich ist, aber sie bringen mich nicht in Verlegenheit. Tom, Matt und Will sind toll, anders kann man es nicht sagen. Sie scherzen mit uns, erzählen lustige Geschichten, ziehen einander auf. Ich beobachte ihre Interaktion miteinander und denke immer wieder, dass es unglaublich schön sein muss, Menschen, mit denen man aufgewachsen ist, auch heute noch im Leben zu haben. Ja, vielleicht werde ich gerade ein kleines bisschen emotional, aber manchmal sehne ich mich nach solcher Vertrautheit. Sam und Josh wissen alles über mich. Aber es ist nicht das Gleiche, wir haben Dinge nicht miteinander erlebt. Wenn wir uns Geschichten von früher erzählen, dann sind sie für uns neu. Es ist nicht so, wie bei meinen Mitbewohnern: „Ach, weißt du noch als wir damals …“

Das Piepsen meines Handys reißt mich aus dem Tagtraum.

Josh schaut mich an: „Ist das die Adresse?“

„Ja, ich geh mich kurz umziehen und dann können wir los.“ Ich hoffe, meine Stimme hört sich nur aufgeregt und nicht total verrückt an. Ich gehe in mein Zimmer und ziehe mein neues, schwarzes Kleid an. Es ist knielang, hat breite Träger, einen tiefen V-Ausschnitt, Volants und einen Schlitz bis zum oberen Drittel des Oberschenkels. Dazu ziehe ich meine schwarzen Tanzpumps an.

Meine Haare lass ich offen – good hair day, yay – und ich lege ein kleines bisschen Make-up auf. Ich betrachte mich im Spiegel und denke, ganz passabel. Ich grinse, mehr als das.

Als ich wieder rauskomme, richten sich fünf Augenpaare auf mich. Ja, mehr als passabel, wenn ich die Blicke richtig deute.

Sam kichert: „Hast du dein Tanzhöschen an?“

„Oh Gott, Sam, nenn das nicht so. Es ist einfach nur ein schwarzes Panty.“

Ich höre ein unterdrücktes Lachen und schaue in die Richtung. Matt versucht, es sich zu verkneifen, aber er verliert und fängt schallend an zu lachen. Ich schaue ihn böse an: „Oh, nein, wirklich, ich hab keins an!“

Er grinst: „Könnte aber vielleicht ganz interessant sein …“

Arsch. „Diese Unterhaltung ist vorbei.“ Ich spüre wie ich mal wieder erröte. Stopp, was ist denn das? Ich bin doch sonst nicht so eine Trine, die kichert, wenn jemand „Titten“ sagt. Irgendwie habe ich den unbändigen Drang, loszukichern. Das ist doch nicht mehr normal.

Sam schaut mich verwirrt an: „Thea, was zum Teufel ist los mit dir? Du bist doch sonst nicht so mädchenhaft, was Sex angeht.“

Verdammte Sam! „Können wir diese Unterhaltung vielleicht nicht jetzt führen?“, frage ich.

Josh wirft ein: „Ein Tanzhöschen ist was sexuelles?“

Matt fängt schon wieder an zu lachen. Ich wusste doch, dass der Abend peinlich wird.

Ich seufze. „Josh, ein Tanzhöschen ist ein Latexslip, an dem man einen Vaginal- und Analdildo befestigen kann. Wenn du dich fragst, warum ich das weiß, ich habe mal das Wort gegoogelt, weil ich wissen wollte, ob es für Tänzerinnen extra Höschen gibt, die sie unter den kurzen Kleidern tragen, damit man nichts sieht, wenn selbiges mal hochfliegt.“

Irgendwie sind sie jetzt alle am Lachen. „Können wir jetzt einfach gehen und diese Unterhaltung vergessen?“

„Oh, vergessen werde ich dieses äußerst interessante Gespräch wohl nicht so schnell.“ Tom zwinkert mir zu.

Aber sie stehen alle auf und machen sich auf den Weg zur Tür. Will lehnt sich zu mir: „Du siehst toll aus.“ Er streicht mir sanft über den Arm.

Es kribbelt überall. In meinem Bauch tummeln sich vier Milliarden Schmetterlinge und es braucht einige Zeit bis ich sie wieder besänftigen kann und mir eingeredet habe, dass Will das nur freundschaftlich gemeint hat. Er will mich nur ein bisschen aufbauen, weil er gesehen hat, wie unangenehm mir die Situation ist.

Drei

Vielleicht habe ich es noch nicht erwähnt, aber wir gehen in einen Salsa-Club. Mein Tanzpartner Pablo hat mir die Adresse geschickt, weil das Underground nicht immer am gleichen Ort stattfindet, sondern eben da, wo es gerade passt. Daher muss man einen Insider haben, der einen immer zur richtigen Location bringt. Und Pablo ist mein Insider.

Seit ich vor neun Jahren mit Salsa angefangen habe, tanzen wir zusammen, in Tanzkursen, alleine bei ihm zu Hause oder eben im Underground. Er ist der perfekte Partner. Er ist größer als ich, kommt aus Kuba und hat das Tanzen im Blut. Und er ist schwul, so muss ich mir keine Gedanken machen, dass er mehr von mir will, als ich von ihm. Ich sag doch, perfekt.

Als wir die Location, ein altes Lagerhaus, betreten, schallen uns schon die lateinamerikanischen Klänge entgegen. Ich kenne den Song nicht, aber es ist eindeutig Celia Cruz, gerade kommt nämlich das bekannte Azúcar.

Ich schaue mich um und erblicke Pablo, der nicht weit entfernt steht. „Pablo!“

Er dreht sich zu mir, schenkt mir ein bezauberndes Lächeln und kommt direkt auf mich zu. Er nimmt mich in die Arme und küsst mich sanft auf die Lippen, wie jedes Mal in den vergangenen neun Jahren, die wir uns kennen. Ich drehe mich zu Tom, Will und Matt um, um sie vorzustellen und begegne finsteren Blicken, die sofort wieder verschwinden.

Pablo lässt mir keine Zeit und zieht mich sofort auf die Tanzfläche. Ah, „Enamorao en la Habana“ von Los Conquistadores de Salsa, sein aktuelles Lieblingslied. Er legt seine Hände auf meine Hüften und ich die Arme um seine Schultern. Und dann tanzen wir, ein paar Salsa-Grundschritte, bevor er mich dreht und wir richtig beginnen.

Dann wird’s sexy, Shimmy, und er zieht mich mit dem Rücken zu sich, er fährt mit seinen Händen meine Oberschenkel und Hüften entlang, bewegt dabei den Stoff des Kleides und zeigt viel Haut. Ich lasse mein Becken gegen seines kreisen, er legt mir eine Hand in den Nacken und drückt meinen Oberkörper runter bis ich horizontal zum Boden bin. Er lässt mich einen Halbkreis beschreiben und ich komme wieder hoch. Dann lasse ich mich langsam an ihm herabgleiten und bewege meine Hüften stärker.

Er dreht mich mehrmals, bis wir wieder Brust an Brust stehen. Seine Hände sind an meinen Hüften, ich lasse meinen Oberkörper zurückfallen und er bewegt mich mehrmals schnell von einer Seite zur anderen, bevor er mit einer Hand eine Linie von meinem Hals zu meinem Bauchnabel streichelt, über meinen Busen.

Als das Lied zu Ende ist, umarmt er mich fest. Wir wollen gerade zu meinen Freunden zurück, als „Llora Si Te Duele“ von Anacoana kommt, mein aktuelles Lieblingslied. Er stellt sich wieder in Position, seine Hände liegen auf meinem Hintern und er presst mich gegen sich. Der Mann kann tanzen. Er wirbelt mich über die Tanzfläche, bewegt sich perfekt im Rhythmus der Musik. Ein Grund, warum ich eigentlich nur mit Pablo tanze, ist der, dass ich mich in seinen Armen sicher und geborgen fühle. Ich kann mich auf ihn verlassen, er sorgt dafür, dass wir beide gut aussehen, und ich muss ihm nur folgen. Eigentlich so gar nicht, was ich im normalen Leben tue, nur auf der Tanzfläche erlaube ich, dass er die Führung übernimmt.

Als das Lied zu Ende ist, führt er mich zu dem kleinen Tisch an dem die anderen sitzen. „Bis später, Bonita.“ Er küsst meine Hand. „Die Band macht gleich eine Pause.“ Er zwinkert mir zu.

„Bestell Carlos schöne Grüße von mir“, grinse ich. Carlos ist Pablos fester Freund seit Ewigkeiten und spielt in der Band.

Sam reicht mir ein Glas Wein und ich trinke gierig. Sie schaut Pablo ein bisschen wehleidig hinterher: „Echt schade, dass er schwul ist, er wäre genau mein Typ.“

„Sam, jeder Mann ist genau dein Typ.“

Sie grinst mich an: „Auch wieder wahr.“ Sie sieht zu Josh rüber. „Irgendeine Chance, dass du mich aufforderst?“

„Keine.“

Sie blickt zu unseren anderen Begleitern. „Kann einer von euch Salsa?“

Tom nickt und reicht ihr die Hand: „Darf ich bitten, schöne Maid?“ Sie ziert sich nicht und greift zu.

Ich setze mich auf den frei gewordenen Platz und schaue mich um. Ich bemerke, dass ungewöhnlich viele Frauen in der Nähe unseres Tisches stehen. Ich sehe, wie viele an sich herumzuppeln, ihre Brüste in die richtige Position bringen und mehr Haut zeigen. Ich muss lächeln, als ich es sehe.

Matt beugt sich zu mir: „Was?“

Ich lächel ihn an: „Mir ist gerade nur aufgefallen, dass nirgends mehr Frauen stehen als um uns herum.“

Er blickt sich überrascht um, was zu Geraschel führt. Sie erhoffen sich wohl alle, dass er sie nun auffordert. „Oh ja, wir haben manchmal den Effekt.“ Er sagt es, als würde er lediglich einen Fakt zitieren, nicht arrogant oder kokett – darf man bei Männern das Wort eigentlich gebrauchen? -, einfach so als hätte er gesagt, wie das Wetter wird.

„Willst du nicht tanzen?“, frage ich ihn. „Du hast scheinbar die freie Auswahl.“ Ich deute hinter uns.

Er zuckt mit den Achseln. „Nur mit dir“, und schenkt mir ein anzügliches Lächeln. „Du warst total heiß auf der Tanzfläche. Allerdings bin ich froh, dass dein Tanzpartner schwul ist.“ Ich weiß nicht, was ich aus dieser Bemerkung machen soll. Als ich gerade fragen will, ob er mit mir tanzt, schiebt sich eine andere Hand in meinen Blickbereich. „Hola, Guapa. Hast du Lust zu tanzen?“

Ich sehe auf und blicke in die kalten Augen von Rafael Fernandez. „Nein, danke.“

„Komm schon, du musst auch mal von einem echten Mann über die Tanzfläche geschoben werden und nicht immer nur von der Schwuchtel.“ Er greift nach meinem Arm und will mich hochziehen.

„Die Lady hat Nein gesagt“, ertönt da eine eisige Stimme, die ich nicht sofort zuordnen kann. Sie gehört zu Matt, wie ich verwundert feststelle, bisher war seine Stimme immer nur warm und liebevoll. Er ist aufgestanden und funkelt Rafael an. „Lass sie los.“

Matt sieht gefährlich aus und ich verstehe, warum Rafael sofort Folge leistet. Matt legt mir den Arm um den Körper und zieht mich neben sich.

„Wag es nicht, sie jemals wieder anzufassen.“ Mit einem Blick, den man nur als ängstlich bezeichnen kann, verzieht sich Rafael.

Ich starre ihm hinterher. „Vielleicht … vielleicht hätte ich doch lieber was anderes anziehen sollen.“

Matt dreht mich zu sich und schaut mir in die Augen: „Mach das nicht. Gib dir nicht die Schuld, dass er ein Arsch ist. Du kannst anziehen, was du willst, und trotzdem erwarten, dass Männer dich nicht einfach anpacken.“ Er fährt mit seinen Händen meine Arme entlang. Überall bildet sich Gänsehaut, so gut fühlt sich das an.

Er lächelt mich an, lieb und warm. „Lass uns tanzen, Salsa-Queen.“

Nur zu gerne. Ich greife nach seiner ausgestreckten Hand und er führt mich auf die Tanzfläche. Er nimmt meine Hand mit seiner, legt die andere auf meine Hüften und zieht mich an sich. Auf den zweiten Takt beginnt er mit dem Rückwärtsschritt und ich folge ihm.

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass er noch perfekter wird, aber der Mann kann tanzen! Er bewegt mich lässig über die Tanzfläche, dreht mich, führt mich. Ich fühle seine Hände auf mir, seinen Blick, der abwechselnd auf meinem Gesicht und meinem Busen liegt. Ich höre seinen schneller werdenden Atem und ich bin mir sicher, es liegt nicht an unserer körperlichen Betätigung, sondern einzig daran, dass ich in seinen Armen bin. Ich schaue zu ihm auf, sehe dass seine Lippen leicht geöffnet sind und stelle mir vor, wie sie sich zu meinen senken und mich küssen. Ich beiße mir unwillkürlich auf die Lippen, um ein Stöhnen zu verhindern und höre dafür seins.

„Beiß dir nicht auf die Lippen, Babe.“ Seine Stimme ist kratzig und tief. Seine Hand, die bisher immer brav auf meinem Rücken lag, wandert tiefer, so tief, dass sie auf der Rundung meines Hinterns zum Liegen kommt. Dann zieht er mich näher an sich, mein Becken gegen seins gepresst. Ich schaue zu ihm auf und seine Augen glühen beinahe. Unser Tanz verändert sich, keine Drehungen mehr, keine Figuren, die mich von seinem Körper fortführen. Wir bleiben aneinandergepresst. Becken an Becken, mein weicher Busen gegen seine harte Brust.

Zwischen meinen Beinen sammelt sich Feuchtigkeit, mein Höschen ist schon vollkommen durchnässt. Meine Muschi vibriert mit Verlangen, mein Innerstes zieht sich zusammen und ich kann nur daran denken, ihn in mir zu haben. Seine Hände an meinen Brüsten, an meiner Klit. Sein Mund, der an meinen Nippeln saugt, und seine Zunge, wie sie in meine Muschi gleitet. Und sein Schwanz tief in mir.

Ich bin mir sicher, dass er jeden meiner Gedanken sehen kann.

„Ich wollte dir eigentlich ein bisschen Zeit lassen, dich einzugewöhnen“, flüstert er mir ins Ohr, „aber ich will dich so sehr, ich ficke dich gleich heute Nacht.“

Oh Gott! Ja, bitte! Mir fällt auf, dass er mich nicht mal fragt, ob ich will. Aber meine Antwort ist wohl offensichtlich.

„Ich kann es kaum erwarten, dich aus diesem Kleid zu schälen und an deinen Hammertitten zu saugen“, haucht er in mein Ohr. „Und dann steck ich dir drei Finger in die Muschi und lutsche deine Klit.“

Ich werde noch nasser bei seinen Worten. Dirty Talk. Ich liebe es, wenn Männer mir schmutzige Dinge sagen.

„Wenn du dann bis zum Gehtnichtmehr stimuliert bist, kriegst du meinen Schwanz rein und ich ficke dich, bis du schreist.“ Seine Erektion an meinem Becken vergrößert sich noch. Sie verspricht einen Riesenpenis. Wie groß ist er wohl?

„Danach ficke ich dich in den Mund und du wirst alles schlucken, was ich dir gebe.“ Ich schlucke jetzt schon. Ich spüre sein Grinsen: „Ja, genau so.“

Seine Hand wandert noch ein bisschen tiefer und er greift jetzt richtig zu und zieht mich noch enger an sich. „Und dann ficke ich dich in den Arsch, Babe.“

Er muss wohl meine Unsicherheit gespürt haben: „Bist du noch nie in den Arsch gefickt worden?“ Ich schüttele den Kopf. Er lächelt ein wölfisches Lächeln. „Dann lassen wir das für heute, aber, Babe, ich werde dich in den Arsch ficken. Ich will jeden Zentimeter von dir besitzen.“

Ich mache eine mentale Notiz, Josh nach Analsex auszufragen.

„Press deine Titten noch stärker an mich“, ordnet er an und ich tu es, ohne zu zögern. „Oh, ja, Babe. Deine Titten fick ich heute Nacht auch.“ Er schaut nach unten und sieht, wie mein Busen praktisch aus meinem Dekolleté schwappt. „Das ist ein Anblick für die Götter. Lass uns von hier verschwinden.“

Er zieht mich von der Tanzfläche und raus aus dem Gebäude. Er ruft uns ein Taxi und öffnet mir die Tür. Kaum sitzen wir drin, zieht er mich an sich. Mein Atem geht schneller, ich kann es nicht erwarten, dass er mich küsst. Und fickt. Allein bei dem Wort krampft sich alles in mir zusammen. Ich habe nicht gewusst, dass ein einzelnes Wort – und noch dazu, so ein hässliches – mich so in Ekstase versetzen kann.

„Schau mich an!“ Ich blicke zu ihm hoch. Seine Augen glühen vor Verlangen und Begierde und Lust. Ich fühle ein wahres Hochgefühl, dass dieser schöne und unglaublich sexy Mann mich will, und dass ich ihn so erregen kann.

Er nimmt meine Hand und legt sie auf seine Jeans direkt über seinem Schwanz. „Fühlst du das, Babe?“ Ich nicke und drücke leicht. „All das ist deins.“

Meins. Vier Worte und ich bin aufgegeilt wie nie zuvor. Mir bleibt die Spucke weg, mein ganzer Körper vibriert vor Lust.

Er leckt sich die Lippen. Für einen kurzen Moment verlassen meine Augen seine und ich starre auf seinen Mund, so küssenswert. Ich kann es nicht erwarten, seine Zunge zu spüren. Und dann senken sich seine Lippen auf meine, sie sind weich und gleichzeitig fest, warm und fühlen sich an, wie für meine gemacht. Er küsst mich mit sanftem Druck. Seine Zunge leckt an meiner Unterlippe entlang und sucht dann Einlass in meinen Mund. Ich öffne ihn und stöhne leicht, als seine Zunge meine berührt. Erst ist unser Kuss zart und neckend, aber er wird schnell intensiver. Er erkundet jeden Winkel meines Mundes, streichelt meine Zunge in einen wilden Tanz. Seine Hände liegen an meinem Hinterkopf, er hält mich in Position, lässt mich nicht entkommen. Und ich will auch gar nicht von ihm weg. Ich lasse meine Hände auf seiner Brust liegen, streichle sanft, fasse in den Stoff seines Pullovers. Und als ich denke, dies ist der leidenschaftlichste Kuss, den ich je bekommen habe, vertieft er ihn noch und fickt meinen Mund mit seinem. Die Gefühle in mir sind ein einziges Wirrwarr. Er bringt mich dazu, mich ihm weit zu öffnen. Eine Hand wandert zu meinem Nacken und hält mich fest, die andere legt er um mein Gesicht. Und der Kuss? Der Kuss wird noch tiefer, intensiver. Ich kann nicht mehr klar denken, ich will einfach nur mehr, mehr von diesem Kuss, mehr von diesem Mann. Wie kann es sein, dass ich ihn erst heute kennengelernt habe und schon jetzt weiß, dass er mich für immer verändert?

Er löst sich leicht aus unserem Kuss und nimmt meine Lippe zwischen seine Zähne. Er beißt leicht zu und ich stöhne auf. Er saugt an meiner Unterlippe, um den Stich des Schmerzes abzumildern. Dann ist seine Zunge zurück in meinem Mund und beginnt meine zu streicheln, sanfter als zuvor. Ich stöhne auf und er dämpft meine Laute mit seinen Lippen, nimmt jedes meiner Geräusche in sich auf. Er küsst mich härter und es dauert nicht lange, bis wir wieder beim Mundfick angekommen sind. Meine Muschi ist nass, sie vibriert vor lauter Verlangen, pulsiert, kontrahiert. Sie will Matt. So viel ist klar.

Als wir zu Hause sind, wirft er ein paar Scheine nach vorne und zieht mich praktisch aus dem Taxi. Er tippt die PIN für die Tür ein und wir sind im Aufzug, der praktischerweise auf uns gewartet hat.

Kaum sind wir drin, nagelt er mich mit seinem Körper gegen die Wand, küsst mich hart und lässt seine Hände über meine Seiten gleiten. Er geht in die Knie und umfasst mein Bein am Oberschenkel und zieht es nach oben. Er drängt sich noch näher an mich und ich spüre seinen harten Schwanz, der sich gegen meine Klit drückt. „Nicht mehr lange, Babe, dann hab ich meinen Schwanz in dir“, raunt er mir zu. Ich stöhne auf, so geil beim Gedanken an Matt in mir.

„Gott, ich will so gern fühlen, wie nass du bist“, er schüttelt den Kopf, „aber das hebe ich mir für gleich auf.“ Er grinst mich an und beginnt, mich wieder zu küssen. In dem Moment gehen die Türen auf. Er fasst nach meinem anderen Bein und zieht es ebenfalls nach oben, sodass ich meine Beine um seine Hüften schlinge. Er läuft zur Tür, hört aber nicht eine Sekunde auf, mich zu küssen. Er sucht in seiner Tasche nach den Schlüsseln, findet sie, schließt die Tür auf und trägt mich rein.

Er tritt die Tür zu und eilt zu seinem Zimmer. Langsam lässt er mich auf sein Bett sinken, unterbricht unseren Kuss nur einmal, als er seinen Pullover über den Kopf zieht. Ich betrachte seinen Oberkörper. Heiß! Seine Brustmuskeln sind der Wahnsinn und sein Waschbrettbauch so definiert, als wäre er aus Stein gemeißelt. Aber das eigentliche Highlight sind seine Tattoos. Auf seinen Armen, seiner Brust.