Sieben ist noch nie allein geblieben! - Peter Bock - E-Book

Sieben ist noch nie allein geblieben! E-Book

Peter Bock

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2,99 €

Beschreibung

Wissenswertes humorvoll verpackt! Außerdem: In Dialogen, Artikeln, Ansprachen, Gedichten, Reflexionen (zum Teil auch in Plattdeutsch) wird in dieser abwechslungsreichen Sammlung das oft Skurrile des Alltags pointiert festgehalten und nicht selten ad absurdum geführt.

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Seitenzahl: 95

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Peter Bock

Sieben ist noch nie allein geblieben!

© 2021 Peter Bock

Verlag und Druck:

tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

 

Paperback:

978-3-347-23612-7

Hardcover:

978-3-347-23613-4

e-Book:

978-3-347-23614-1

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhalt

Aber…

Auf Diät

Berlin am Mittag

Brainstorming

Come in and find out!

Der Frostmann kommt!

Der Ritter und das Mädchen

Du alte Sau!

Ehrlich währt am längsten?

Ein wahrer Freund

Gefahr im Verzug!

Lügenpresse

Pejorativer Code

Perspektiven

Sieben ist noch nie allein geblieben!

Sporen!

Sweet Brexit

Tafel-Weine

Unverhofft kommt oft!

Vor Kasse 4

Wat dat ni allens givt!

Weltrekord!

Wir wollen!

Was ich noch sagen wollte…

Aber…

War Dithmarschens nicht mal eine Art Bauernrepublik?

Haben Sie es wahrgenommen? Nein? Hier noch einmal:

… Dithmarschens…

Wie konnte sich nur in meinem letzten Buch „aus wechselnden Richtungen zunehmend heiter“ in Detlevs Date ein solcher Lapsus einschleichen? So hätte die Frage lauten sollen:

War Dithmarschen nicht mal eine Art Bauernrepublik?

Peinlich! Ist aber nun mal passiert.

In einschlägigen Ratgebern heißt es, dass man sofort um Entschuldigung zu bitten hat, damit der Effekt nicht unnötig abgeschwächt wird. Dazu bin ich bereit, nur will ich damit nicht um mich werfen wie mit Kamelle im Karneval. Derart breitwürfig unters Volk gestreut verlieren selbst die besten Formulierungen ihre Kraft! Zudem, an den Anfang gehört grundsätzlich die vertiefte Analyse. Was genau ist schiefgelaufen? Wie konnte das passieren? War ich eventuell zu nachlässig?

Ich sage es Ihnen gleich: Ohne Ausflüchte und Rechtfertigungsversuche übernehme ich die Verantwortung - und zwar die volle Verantwortung! Ich beweise Rückgrat und packe hier nichts in Watte! Mea culpa, mea maxima culpa! Gut, tränenreiche Selbstkasteiung will hier keiner sehen, aber doch aufrichtige Reue. Davon dürfen Sie ausgehen! Nehmen Sie mir bitte ab, dass ich Sie unbedingt persönlich, von Angesicht zu Angesicht, gesprochen hätte, sofern nach den Umständen irgend möglich.

Stattdessen werde ich der Vielfalt meiner Leserschaft gemäß Ihnen eine differenzierte Auswahl bieten. Bitte, greifen Sie zu:

( )

Ich möchte mich von ganzem Herzen für diesen Fauxpas bei Ihnen entschuldigen.

( )

Dies alles hätte mir niemals passieren dürfen. Sorry!

( )

Die Schuld liegt klar bei mir. Sie können absolut nichts dafür.

( )

Mir ist versehentlich ein Missgeschick unterlaufen, wofür ich Sie um Nachsicht bitte.

( )

Bitte, glauben Sie mir: Dieser ganze Vorgang ist mir eine Lehre.

( )

Falls Sie es wünschen, werde ich mich in dieser Sache zu einem späteren Zeitpunkt erneut an Sie wenden.

( )

Ihr Ärger ist vollkommen nachvollziehbar, und das bedauert niemand mehr als ich.

( )

Bitte bedenken Sie, die Fehler anderer beurteilt man schnell als Staatsanwalt, die eigenen dagegen eher als Verteidiger.

( )

Ich gebe Ihnen und der deutschen Öffentlichkeit mein Ehrenwort, ich wiederhole, mein Ehrenwort, dass sich ein solches Ding keinesfalls wiederholen wird.

( )

Entschuldigung ja, aber lassen Sie uns doch alle begangenen Fehler in Sand schreiben, damit der Wind der Versöhnung sie auslöschen kann.

Tatsächlich möchte ich mich angesichts dieses unverzeihlichen Makels nicht auf Hohlformeln beschränken. Gern würde ich eine positive Geste, ein Geschenk vielleicht, folgen lassen, um zu einer versöhnlichen Stimmung beizutragen, die Angelegenheit damit endgültig aus der Welt zu schaffen und das Feld für einen Neuanfang zu bereiten. Actions speak louder than words. Wenden Sie sich bitte unverzüglich an mich! (Gegen Vorlage des Kassenbons, versteht sich.)

Und? Wird sowas erneut vorkommen? Sollte nicht! Unser kognitives Immunsystem ist jetzt praktisch geimpft und bewahrt uns davor, sich denselben Murx noch einmal zu leisten. Immer dasselbe muss man auch nicht, die Auswahl an denkbaren Fehlern ist ja riesengroß.

Aber eins denn doch: Ich strebe an, liebenswert zu sein, aber gewiss nicht perfekt! Solche Personen sind schnell einsam! Errare humanum est. Irren ist nicht nur menschlich, es macht auch menschlich.

Lassen Sie uns hier das Johannes-Evangelium heranziehen, obwohl es im Folgenden um Ehebruch ging und nicht um Druckfehler. (Wie auch? Gutenberg wurde ja erst gegen 1400 geboren.)

Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!

Aber genau! Himmel nochmal! Ein kleiner Buchstabe zu viel und gleich so ein Aufstand deswegen.

Wissen Sie was? Ein souveräner Mensch begeht denselben Fehler ruhig mehrmals, ohne nervös zu werden oder sich mies zu fühlen und hier einen Kotau zu vollführen. So sieht´s aus. Meine Güte!

Auch in diesem Büchlein werden Sie bestimmt etwas finden. So what?

Auf Diät

Guten Morgen, Chef!

Was soll an diesem Morgen schon gut sein? Das wüsste ich gern.

Montag! Endlich wieder arbeiten! Ich konnte vor lauter Vorfreude kaum schlafen.

Dann druseln Sie doch hier im Büro. Machen Sie doch sonst auch.

Na ja.

Arbeitshaltung wie ´ne Katze: durchs Gebäude schleichen, bloß die Pfoten nicht bewegen und auf die Mäuse warten.

Ich muss doch bitten!

Ach, hören Sie auf!

Eine höfliche Begrüßung darf schon sein, oder?

Hab´ keine Lust, mich mit Ihnen hier stundenlang zu unterhalten!

Von Unterhaltung spricht ja keiner. Ein Gruß!

Ja, ja, ja. Moin und tschüß!

Vielleicht kann ich Sie mit einem kleinen Witz aufheitern. Kommt ´ne Frau zum Arzt, und da sagt der…

Bleiben Sie mir mit Ihren ollen Kamellen von der Pelle. Ihren letzten Witz hat Noah auf seiner Arche nicht mehr erzählt, weil der da schon uralt war.

Ich mein´ ja bloß.

Und wer hat Sie um Ihre Meinung gebeten?

Sie müssen doch Ihre miese Laune nicht an mir auslassen.

An wem ich hier was auslasse, entscheide ich und sonst niemand!

Ich denke…

Das Denken sollten Sie den Pferden überlassen, die haben den größeren Kopf! Aber…

Kein Aber! Ich kann Ihre ewigen Ausflüchte nicht mehr hören!

---

Wollen Sie eigentlich noch ewig hier rumstehen und Maulaffen feilhalten?

Geh´ ja schon.

Aber dalli, dalli! Noch langsamer, und Sie bewegen sich rückwärts!

Wir sehen uns…

Wird sich nicht vermeiden lassen!

-----

Vier Tage ist der Alte jetzt auf Diät. Ein einziges Pfund hat unser Chef bisher geschafft, und ganze zehn will er. So geht das nicht weiter! Die vom Betriebsrat müssen allmählich mal mit seiner Frau reden…

Berlin am Mittag

13:00 Uhr! Ihre Annkathrin Millner begrüßt Sie herzlich zu Berlin am Mittag. Heute wieder in vertrauter Runde mit der Grünen Frau Angermann-Mohrungen, dem Liberalen Herrn Dr. Hubertus Burgstaller, Frau Annegret Gräfin Dönhoff-Allenstein von der AfD. Frau Rosa Breitscheidt vertritt die Linke, dann die SPD mit Herrn Hans Kowalski, Herr Martin Riesen, CDU und schließlich Herr Alois Seitenreiter von der CSU.

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, liebe Gäste! Corona und kein Ende! Eine schwere Belastung für unsere Volkswirtschaft. Wir brauchen eine Belebung, selbst wenn die Ideen hierzu mitunter merkwürdig anmuten; ich nenne nur das Stichwort „Helikoptergeld.“ Im Jahre 2020 verteilte die Trump-Regierung Schecks über $1.200 an alle erwachsenen Bürgerinnen und Bürger der USA. Wäre ein solches Hilfspaket auch ein Modell für uns?

Herr Seitenreiter dazu.

Ich sag´s, wie es ist: Dös is a Schmarrn! Diese ganze Umverteilerei mag man sich schönreden, aber so richtig glücklich ist doch keiner damit. Da können Sie im Weltmaßstab anfangen und sich die Entwicklungshilfe anschauen. Natürlich möchte jeder helfen, aber konkret sieht es so aus: Die Armen in den reichen Ländern geben ihr sauer Verdientes den Reichen in den armen Ländern, wo Nepotismus und Korruption fröhliche Urständ feiern.

Und bei uns? Sie alle wissen, dass der Länderfinanzausgleich gerade abgeschafft wurde, nicht zuletzt, weil der starke Süden dagegen war. Auch hier stand am Anfang ein positives Motiv; man wollte gleiche Lebensumstände trotz unterschiedlicher Finanzkraft der Länder. Was ist dabei herausgekommen? Ich ziehe mal als Beispiel das Jahr 2015 heran, wo insgesamt 9,5 Milliarden hin- und hergeschoben wurden. Die fleißigen Bayern, die mit klarer Führung ihren Laden in Schuss halten, haben davon allein 5,5 Milliarden übernommen! 5,5 von 9,5 macht 58 % - für diejenigen, die in ihrer Schulzeit immer nur gebastelt und ihren Namen getanzt haben. Größter Empfänger war die rot-rot-grüne Chaostruppe in Berlin, die wegen ihrer verheerenden Politik allein schon mit 3,5 Milliarden gestützt werden musste. Damit haben die Genossen dort mehr eingestrichen als die fünf neuen Länder zusammen.

Nun dasselbe unter anderem Vorzeichen, denn was einigen hier einmal mehr in den Schoß fallen soll, müssen fleißige Hände anderswo im Schweiße ihres Angesichts erwirtschaften. Von uns daher ein klares Nein zu diesem absurden Vorschlag!

Direkt dazu, Herr Kowalski.

Ach, Kollege Seitenreiter, wenn die Welt doch so einfach wäre, wie Sie sie gerade gezeichnet haben. Da sind die tüchtigen Bayern, die um die Früchte ihres nimmermüden Schaffens gebracht werden sollen, damit die faulen Sozen und das übrige lichtscheue Gesindel in den Tag hineindösen können. Sie müssen irgendwas gründlich missverstanden haben, denn auch über Bayern ginge ein solcher Geldregen nieder, und falls tatsächlich alles unverzüglich ausgegeben würde, kämen besonders die produktionsstarken Länder in den Genuss eines solchen Wachstumsimpulses. Wenn Ihnen der Gedanke so zuwider ist, dass Beträge möglicherweise in falsche Hände geraten, dann stünde einer mittelbaren Geldspritze nichts im Wege, soll heißen Steuersenkungen, niedrigere Energiekosten oder ermäßigte Beiträge zur Sozialversicherung. Auch besondere Infrastrukturmaßnahmen wären denkbar für die gewünschten volkswirtschaftlichen Anreize.

Wissen Sie, Herr Kowalski, was ich mich gerade frage? Wieso wundert es mich eigentlich gar nicht, dass ein Sozialdemokrat, der eigentlich wie wir von der Linken an der Seite der kleinen Leute stehen sollte, so vehement gegen diese seltene Möglichkeit argumentiert, dass endlich auch mal den Alten, Kranken, Arbeitslosen und Bedürftigen ein paar Groschen in bar zufallen sollen, mit denen sie sich außer der Reihe den einen oder anderen Wunsch erfüllen? Ich kann Ihnen sagen, woran das liegt, dass ich über diesen Mangel an Empathie nicht mehr erstaunt bin: Es hat sich schon zu oft zugetragen, dass unsere Salon-Genossen ganz einfach ihre Wurzeln vergessen.

Wenn auch aktuell unter anderen Vorzeichen, ist es wie in den Tagen der November-Revolution: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“

Frau Breitscheidt wäre dafür. Und Sie, Herr Riesen?

Die Tage der November-Revolution sind 100 Jahre her, verehrte Frau Breitscheidt, die Notwendigkeit, mit einer zielgerichteten Finanzpolitik allmählich mal etwas zu bewegen, ist dagegen hochaktuell.

Was ist denn diese Helikopter-Geschichte? Neu geschaffenes Zentralbankgeld wird direkt an die Bürger ausgezahlt und kommt ihnen nicht auf Umwegen zugute. Diese, zugegeben, sehr extreme Form expansiver Geldpolitik soll die Wirtschaft ankurbeln, Arbeitsplätze sichern und deflationären Tendenzen entgegenwirken.

Viele klassische Möglichkeiten der Geldpolitik scheinen bereits ausgereizt, daher gilt dieses Vorgehen als Ultima Ratio. Wissen Sie, in unserem Bankensystem finden sich seit einiger Zeit negative Zinsen. Über Parteigrenzen hinweg diskutieren wir mittlerweile das leistungsfreie Grundeinkommen. Wenn mir das jemand vor zehn Jahren erzählt hätte…

Nun also, bildhaft gesprochen, Geld in die Menge werfen! Warum nicht? Es spielt keine Rolle, ob die Katze grau ist oder schwarz, Hauptsache, sie fängt Mäuse!

Herr Riesen, wir liegen sonst selten weit auseinander, hier jedoch muss ich gewissermaßen als Mahner auftreten.

Ich möchte daran erinnern, dass der Begriff „Helikoptergeld“ aus dem Jahre 1969 stammt, wo er von dem Ökonomen Milton Friedman im Zusammenhang mit einem gänzlich anderen Gedankenmodell verwendet wurde. Heute, 50 Jahre später, sind zahlreiche Ansätze Friedmans keineswegs überholt, man denke an seine Analyse des Konsums oder an seine Thesen zur Komplexität der Stabilitätspolitik, was ihm 1976 den Nobelpreis eintrug. Ob ausgerechnet das Helikoptergeld zu Friedmans großen Ideen zählt, sollten wir wohl besser offenlassen.

Ich fürchte, wir schaffen hier einen gefährlichen politischen Präzedenzfall, der in der Bevölkerung die Illusion nähren könnte, alle Probleme