Sissi goes west - Sissi Kaipurgay - E-Book

Sissi goes west E-Book

Sissi Kaipurgay

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Beschreibung

Sissi goes west ... bleibt aber immer ihren Leisten treu. Mann mit Mann, also Achtung! Western 1: Sechs Wochen USA, Montana. Nach meinem Studium habe ich mir das echt verdient, doch das Geld ist knapp, daher muss ich auf einer Ranch arbeiten, wo ich bei freier Kost und Logis auf ein wenig Cowboy Romantik hoffe. Leider verkomme ich dann zur Kaltmamsell, bis mir der Kragen platzt ... Western 2: Als Pferdewirt finde ich in Deutschland keine Arbeit, daher verschlägt es mich nach Texas. Auf einer Ranch in der Nähe von Abilene treffe ich auf Andy, einen Cowboy, wie er im Buche steht. In welchem Buch? Wohl in der Bibel der härtesten der Harten. Andy kann besser schweigen, als ein Radprofi fahrradfahren ... aber er kann noch mehr. Western 3: Ich habe von Moqui-Marbles gelesen und will unbedingt mehr darüber wissen. Meine angeschlagene Gesundheit ist der Grund. Als ich in einem Laden, der indianische Kultgegenstände vertreibt, auf Takoda treffe, gerät nicht nur meine Ehrlichkeit, sondern auch mein Herz in Gefahr ... Western 4: Der Indianer Manapi, den Richard speziell für die Pferde eingestellt hat, gefällt Mike sehr. Doch er beachtet Mike nicht, behandelt ihn wie ein lästiges Insekt und mutlos lässt Mike in seinem Bemühen nach, da dreht sich der Spieß plötzlich um.

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Seitenzahl: 100

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Sissi Kaipurgay

Sissi goes west

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Vorab ...

 

Sämtliche Personen, Orte und Begebenheiten sind frei erfunden, Ähnlichkeiten rein zufällig.

 

Der Inhalt dieses Buches sagt nichts über die sexuelle Orientierung des Covermodels aus.

 

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder eine andere Verwertung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.

 

 

Ebooks sind nicht übertragbar und dürfen nicht weiterveräußert werden. Bitte respektieren Sie die Arbeit der Autorin und erwerben eine legale Kopie. Danke!

 

 

 

Text: Sissi Kaipurgay

Foto von shutterstock 98929967

Covergestaltung: Kooky Rooster

 

Lanzelot vs. Mr. Cool

Sechs Wochen USA, Montana. Nach meinem Studium habe ich mir das echt verdient, doch das Geld ist knapp, daher muss ich auf einer Ranch arbeiten, wo ich bei freier Kost und Logis auf ein wenig Cowboy Romantik hoffe. Leider verkomme ich dann zur Kaltmamsell, bis mir der Kragen platzt ...

***

So habe ich mir den Ranch Aufenthalt wirklich nicht vorgestellt. Seit ich vor zwei Wochen hier angekommen bin, verrichte ich Küchendienst, zusammen mit Elena, einer warmherzigen Frau in den Fünfzigern und bei jeder Gelegenheit verspottet der Rancheigner mich, wegen meiner langen Haare. Abschneiden werde ich sie mir deshalb trotzdem nicht.

Aber ich will von Anfang an erzählen. Vor einem Monat habe ich endlich mein Studium abgeschlossen und die Reise nach Montana schenkten mir meine Eltern dafür als Belohnung. Da es nur für den Flug reichte hatte ich mich entschieden, für freie Kost und Logis auf einer Ranch zu arbeiten.

Die Wahl fiel auf die Warning-Ranch, da die Bilder der Umgebung mir gefielen. Weite Wiesen und Felder, dichter Wald, Berge in der Ferne. Es sah einfach perfekt aus und als ich ankam war ich überglücklich, dass die Landschaft genau den Bildern entsprach.

Die Ranch selbst bestand aus einem Haupthaus und diversen Nebengebäuden. Der Eigner, ein gewisser James Warning, hatte sich auf Viehzucht spezialisiert, nebenbei züchtete er Pferde. Ich sah mich schon romantisch am Lagerfeuer sitzen, zusammen mit den anderen Cowboys, doch die Realität holte mich schnell ein.

„Lanzelot Müller, was für ein Name“, murmelte der Hausherr zur Begrüßung und schüttelte mir die Hand so kräftig, dass meine Finger noch lange wehtaten. „Nach harter Arbeit siehst du mir aber nicht aus. Am besten hilfst du im Haus, dort wird immer eine fleißige Hand benötigt.“

Erst dachte ich noch, James würde sich einen Spaß mit mir erlauben, doch mit der Zeit wurde mir klar, dass es ihm durchaus ernst gewesen ist.

Außer mir und Elena, die jeden Tag aus dem nächsten Dorf hergefahren kommt, arbeiten noch vier andere Männer auf der Ranch. Ferdy, Jones, der hinkende Bill und der stinkende Ralf. Woher Letzterer seinen Spitznamen hat, habe ich schnell herausgefunden, als er mich einmal angehaucht hat: Sprit, sage ich nur. Der Kerl ist den ganzen Tag besoffen, macht seine Arbeit aber gut.

Ferdy und Jones kümmern sich um die Weiden, während Bill und Ralf in den Ställen arbeiten. Ich kann sehr gut reiten, das ist schon immer mein Hobby gewesen, doch hier bin ich in den zwei Wochen kaum in die Nähe eines Pferdes gekommen. Ehrlich gesagt, es stinkt mir, und dass James noch dazu ein verdammt attraktiver Kerl ist, macht es mir nicht leichter.

Ups. Sollte ich erwähnen, dass ich auf Männer stehe? Also: Ich bin schwul, doch das binde ich nicht jedem auf die Nase, erwähne es hier auch nur, damit mein Verhalten verständlich ist.

Jedenfalls bin ich richtig sauer, nachdem ich vierzehn Tage praktisch nichts anderes als gewaschen, gekocht und sauber gemacht habe. Ich schleiche mich aus dem Haus und laufe zu den Ställen der Pferde, in denen Bill die Boxen mit Heu versorgt und gerade dabei ist, eine hübsche, braune Stute zu striegeln.

„Hey Bill“, grüße ich ihn und sehe neidisch, wie er der Braunen streichelnd über die Schnauze fährt.

„Hallo Länzchen. Ist das Abendessen bald fertig?“

Mein Spitzname lässt mich schnauben und Bill lacht gutmütig, zwinkert mir zu, bevor er sich wieder seiner Arbeit zuwendet.

„Ich würde gerne mal ausreiten“, flüstere ich verschämt und ernte dafür von ihm einen ungläubigen Blick.

„Du? Du halbe Portion? Hm, weißt du, warum eigentlich nicht? Der Chef hat das nicht verboten und vielleicht ist es wirklich eine gute Idee“, meint Bill, legt den Striegel weg und verlässt die Box.

Ich folge ihm den Gang entlang, bis auf die hintere Weide, die zum Einreiten von jungen Pferden genutzt wird. Eine weiße Stute empfängt uns schnaubend und mir ist gleich klar, dass Bill mich vorführen will. Dieses Tier ist ungestüm und noch nicht richtig zugeritten, doch Angst macht mir das nicht.

Bill lockt die Stute heran. Sie ist fertig gesattelt und als ich mich auf ihren Rücken schwinge, hält sie auch still, doch kaum lässt Bill los, fängt sie an zu bocken. Ich klemme mich auf ihr fest, lass die Zügel locker und werde so richtig durchgeschüttelt, doch nach einer Weile wird sie ruhiger und Bill pfeift anerkennend durch die Zähne.

„Hätte ich nicht gedacht“, brummelt er und will nach dem Zügel greifen, doch ich möchte noch nicht wieder runter, sondern einen kleinen Ausritt wagen.

Da ich nicht glaube, dass Bill freiwillig das Gatter öffnen wird, stemme ich dem Tier die Hacken in die Seiten und lenke es auf den Zaun zu. Mit einem eleganten Sprung landen wir auf der anderen Seite und sogleich verfällt die Stute in raschen Galopp. Anscheinend weiß sie, wo es lang geht und ich vertraue ihr einfach mal.

Das Gefühl, endlich wieder auf einem Pferderücken zu sitzen, ist so fantastisch, dass ich die Zeit ganz vergesse. Die Stute trägt mich über grüne Wiesen, unter Bäumen hindurch und vorbei an einem kleinen See. Ich achte nicht auf den Weg, doch als es beginnt zu dämmern wird mir langsam klar, dass ich im Begriff bin eine Riesendummheit zu begehen.

Ich zügele mein Pferdchen, wende und zwinge es, den Weg zurück anzutreten. Etwas widerwillig trabt die Stute weit langsamer als zuvor, doch es scheint wenigstens die richtige Richtung zu sein. Als wir den See passieren wird es schon richtig dunkel und die Sorge, dass wir die Ranch nicht wiederfinden, bohrt sich wie ein scharfer Stein in mein Bewusstsein.

Mir erscheint es wie eine Ewigkeit, bis ich endlich Lichter in der Ferne entdecke. Erleichtert treibe ich das Pferd an und mir wird bewusst, dass ich inzwischen ganz steif bin und sicher mit ein paar Tagen Muskelkater rechnen muss. Als wir den Stall erreichen, stehen dort Ferdy, Jones, Bill und James mit Laternen in der Hand.

„Mein Gott, Junge!“, ruft Bill. „Wir wollten dich gerade suchen gehen.“

„Spinner!“, entfährt es Ferdy, der sich prompt umdreht und zu den Arbeiterunterkünften läuft.

Jones spuckt auf den Boden, bevor er ihm folgt. Bill grinst mich an und verschwindet einfach im Stall, während ich steif von der Stute steige. James tritt näher, greift nach den Zügeln und führt schweigend das Tier weg. Ich stiefele breitbeinig hinter ihm her, schließlich muss das Pferd noch versorgt werden, doch er übergibt es an Bill und knurrt. „Geh ins Haus. Ich hab mit dir zu reden.“

Mit gesenktem Kopf wanke ich zum Haupthaus, erklimme die Stufen zur Veranda und lass mich dort auf einen altersschwachen Stuhl plumpsen. Die Erschöpfung macht sich bemerkbar, ich könnte direkt hier einschlafen.

„Steh auf, Lanzelot.“

Ich habe noch nicht einmal bemerkt, dass James herangekommen ist und hebe müde den Kopf.

„Wenn du so etwas noch einmal machst, muss ich dich nach Hause schicken“, brummt er, packt mich am Arm und zieht mich hoch.

„Ich bin keine sechzehn mehr und lass mich nicht schicken“, wende ich mürrisch ein.

„Wir werden sehen“, knurrt James, schlingt einen Arm um meine Taille und bugsiert mich ins Haus, die Treppe hoch und bis in mein Zimmer.

Dort lässt er mich los, schubst mich aufs Bett und zieht mir die Stiefel aus. Ich möchte nur noch schlafen, rolle mich auf der Matratze zusammen und schließe die Augen. Schon in der nächsten Sekunde bin ich weg.

Wie erwartet kann ich mich am nächsten Tag kaum bewegen. Nach einer Dusche steige ich steifbeinig die Treppe hinab und begebe mich in die Küche, in der Elena schon waltet. Sie bedenkt mich mit einem liebevollen Lächeln, nickt zum Tisch und meint freundlich: „Setz dich. James hat dir heute und morgen freigegeben.“

Ich plumpse erleichtert auf einen Stuhl, was mir ein schmerzhaftes Stöhnen entlockt. Elena versorgt mich mit Kaffee, Spiegeleiern und Toast und ich merke erst jetzt, dass ich vollkommen ausgehungert bin.

„Das war eine ganz schöne Dummheit“, murmelt sie, setzt sich mit einer Tasse Kaffee mir gegenüber und betrachtet mich ernst. „Du hättest dort draußen draufgehen können. James war außer sich vor Sorge.“

„Klar“, nuschele ich mit vollem Mund. „Die Stute ist sicher sehr kostbar.“

Elena seufzt, trinkt und steht auf.

Ich verbringe den Tag in meinem Zimmer auf dem Bett, lese oder gucke einfach an die Decke. Mittags bin ich kurz in der Küche, einen Teller Suppe essen. Am Abend gehe ich erst hinunter nachdem ich sicher sein kann, dass die anderen bereits wieder weg sind. Habe keine Lust auf dumme Sprüche und James möchte ich auch nicht sehen, denn der wird mir sicher eine Gardinenpredigt halten wollen.

Verdammt, ich bin siebenundzwanzig, fühle mich aber, als wäre ich ein dummer Schuljunge. Sicher, die Aktion war dumm, aber wenn man so lange eingesperrt ist kann einem schon mal das Gefühl durchgehen.

Elena hat mir einen Teller im Kühlschrank hinterlassen, den ich nur in die Mikrowelle stellen brauche und warten, bis das leise ‚pling‘ ertönt. Ich trage die Mahlzeit zum Tisch, setze mich vorsichtig hin und lausche, während ich esse, auf die Geräusch rundherum.

James hat im Erdgeschoss ein Arbeitszimmer, schlafen tut er oben, zwei Türen von mir entfernt. Ich höre Schritte und dann steht er auch schon vor mir, nimmt mit einem schiefen Lächeln gegenüber Platz und sieht mir schweigend zu. Ich schaufle mit gesenktem Blick alles in mich rein, obwohl es nun wie Pappe schmeckt, aber ich traue mich auch nicht einfach aufzuhören. James hat eine unglaubliche Präsenz, die mir zwar keine Angst einjagt, mich aber wahnsinnig verunsichert.

„Ich habe dich wohl unterschätzt“, murmelt er nach einer Weile, in der ich stumm dagesessen und auf meinen inzwischen leeren Teller gestarrt habe.

„Es tut mir leid. Es war dumm und ich entschuldige mich ehrlich bei dir“, flüsterte ich und schaue vorsichtig zu ihm rüber.

James betrachtet mich ernst, nickt und plötzlich erhellt ein ungewohntes Lächeln seine Züge, das ihn richtiggehend hübsch aussehen lässt. Mein Herz stolpert und es passiert so schnell, dass ich es gar nicht mitbekomme, bis es zu spät ist. Verliebt! Gottverdammte Scheiße, bitte nicht!

„Wenn du wieder fit bist, darfst du mich zu den Weiden begleiten und bei der Reparatur der Zäune helfen“, brummt er, steht auf und nickt mir abschließend zu.

Zwei Tage später sitze ich auf der weißen Stute, die auf den wohlklingenden Namen Rose hört, und reite neben James her. Die Zäune müssen dauernd irgendwo geflickt werden, kein Wunder, denn sie ziehen sich kilometerweit über die Weiden.

Gegen Mittag bin ich komplett durchgeschwitzt, sehne mich nach einer Pause und einer Abkühlung, doch niemals würde ich das zugeben. James richtet sich auf, drückt das Kreuz durch und wischt sich über die Stirn. Sein Blick wandert zu mir und ein schiefes Grinsen zieht einen Mundwinkel hoch.

„Mittagspause“, verkündet er rau, packt das Werkzeug zusammen und geht zu seinem Pferd.

Wir reiten ungefähr zehn Minuten, bis wir den See erreichen, an dem ich mit Rose schon einmal vorbeigekommen bin. James steigt ab, nimmt eine zusammengerollte Decke vom Sattel und holt ein Paket aus der Tasche, bevor er zum Ufer geht und dort alles fallenlässt. Ich gleite von der Stute, folge ihm und erstarre in der Bewegung, als er beginnt, sich auszuziehen.

Vollkommen unbefangen steigt er aus der Jeans, wirft das Hemd beiseite und streift die Shorts von den Hüften. Ich glotze auf seine muskulösen Arschbacken, während er langsam in das Wasser watet.

„Worauf wartest du?“, ruft er über die Schulter und langsam weicht die Starre.