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Die Inflation frisst unser Einkommen. Sie macht, dass wir uns zwischen Lebensmitteln, Heizung und Strom entscheiden müssen. Sie bewirkt, dass das Girokonto ins Minus rutscht. Die staatlichen Zuschüsse kommen zu spät und verpuffen sofort. Die angekündigten Lohn- und Rentenerhöhungen sind deutlich zu niedrig. Was also tun? Es braucht pfiffige Ideen. Solche, die nicht auf Kosten Deiner Lebensqualität gehen. Sowie Sparmöglichkeiten, die Du sofort und in naher Zukunft umsetzen kannst. Außerdem eine Strategie, wie Du trotz sehr knapper Kasse privat für das Alter vorsorgen kannst. Es geht in diesem Ratgeber nicht darum, reich zu werden. Das Ziel ist, mit einem kleinen Einkommen ein auskömmliches und glückliches Leben zu haben. Mehr Lebensqualität und gleichzeitig mehr Geld am Ende des Monates. Das ist machbar.
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Seitenzahl: 146
Veröffentlichungsjahr: 2023
Einleitung
Sparen im Alltag
Kassensturz
Finanzen
Kredite
Versicherungen
Verkehr
Wohnen
Strom
Wasser
Heizen
Lebensmittel
Körperpflege
Hobbys
Spielzeug
Bildung
Urlaub
Kleidung
Anschaffungen
Spontankäufe
Prioritäten
Einkommenssteuer
Frust aushalten
Altersvorsorge
Geheimtipps
Inflation verstehen
Perspektivwechsel
Es gibt Jahre, die sind nicht wie andere. Erst bricht die Gesundheit weg, dann die Arbeit, dann kommt es zum Krieg in Europa und dadurch klettert die offizielle Inflation auf 10%.
Unserer Familie ist das im Jahr 2022 passiert. Erst reduzierten sich unerwartet die monatlichen Einnahmen, dann galoppierte die Inflation. Wobei unsere persönliche Inflationsrate sehr hoch ist. Die Ausgaben sind zwischen 30% und 40% gestiegen. Von ganz wenigen Fixkosten einmal abgesehen.
Grund genug, sich noch einmal intensiv mit dem Thema Sparen auseinanderzusetzen. Wir haben überall den Rotstift angesetzt. Inzwischen ist es 2023 geworden. Weder sind wir verhungert noch ist unser Girokonto im Minus. Die erhöhten Preise für Strom und Heizung sind bezahlbar. Was die Lebensqualität anbetrifft, geht es uns deutlich besser als vorher. Doch dazu später mehr.
Die Inflation, die unser aller Leben durchschüttelt, ist eine weltweite Krise. Sie betrifft sehr viele Länder und sehr viele Menschen. Sie wird, wie jede andere Krise, über kurz oder lang enden. Bis dahin geht es für viele ums pure Überleben.
Der Alltag stellt uns vor viele Herausforderungen. Einige dieser Probleme scheinen unüberwindlich. Das Wort „Wohlstandverlust“ verhöhnt uns. Uns, die täglich und monatlich alles tun, um wenigstens das Lebensnotwendige zu haben.
Wir benötigen einen menschenwürdigen Weg durch diese Krise hindurch. Die Informationen in diesem Buch werden Dir und Deiner Familie dabei helfen. Mit genügend Geld am Monatsende und mit einem deutlichen Plus an Lebensqualität.
Was motiviert Dich zum Sparen? Für viele sind es die aktuellen Lebensumstände. Für einige sind es es trotz der Lebensumstände lang gehegte Träume in Bezug auf eine bessere Zukunft. Sehen wir uns beide Beweggründe einmal an.
Die Inflation steigt stärker als das Einkommen.
Kostenexplosion einzelner Produkte.
Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit oder Teilzeit.
Kürzung des Lohnes durch Vertragsänderung.
Pflege von Angehörigen reduziert die Arbeitszeit.
Kredite müssen weiterhin bedient werden.
Krankheit führt zu Bezug von Krankengeld.
Eintritt in die Rente verkürzt das Einkommen.
Erhöhung von öffentlichen Gebühren und Steuern.
Verbesserungsbeiträge für Straße, Kläranlage, … .
Geschäftsaufgabe des eigenen Betriebes.
Der Wunsch nach Anschaffungen.
Der Wunsch nach einer Urlaubsreise.
Der Wunsch nach selbst bewohntem Eigentum.
Der Wunsch nach einer Altersvorsorge.
Der Wunsch nach Vorsorge für die Kinder.
Es sind die negativen Gründe, die mich zum Sparen zwingen. Um es langfristig durchzuhalten, benötige ich mindestens einen positiven Grund. Was ist Deine Begründung für das Sparen? Was motiviert Dich so sehr, dass Du die nötigen Entbehrungen leichten Herzens ertragen kannst? Suche Dir etwas aus, dass Du Dir heute nicht leisten kannst. Etwas, das Du Dir von Herzen wünscht.
Sparen beginnt mit der Bestandsaufnahme. Mache deshalb einen Kassensturz aller wiederkehrenden Einnahmen und Ausgaben. Es geht um alle Einnahmen, auf die Du Dich verlassen kannst. Sowie um alle Ausgaben, um die Du derzeit nicht herum kommst.
Du brauchst dafür die Kontoauszüge der letzten 12 Monate und wahlweise ein Blatt Papier oder eine leere Tabelle in Deinem Computer. Unterteile diese Tabelle in 3 Spalten. Links steht die Art der Einnahme oder Ausgabe. Erst kommen alle Einnahmen, danach alle Ausgaben. In der Mitte der Tabelle listest Du die monatlichen, vierteljährlichen, halbjährlichen oder ganzjährig zu zahlenden Geldbeträge auf. Ganz rechts rechnest Du diese Beträge in die Monatsbeiträge um.
Nachdem Du alle Beträge eingetragen hast, kannst Du die Summe der monatlichen Einnahmen mit der Summe der monatlichen Ausgaben vergleichen. Das ist Dein finanzieller Spielraum. Sprich das Geld, dass Dir in einem durchschnittlichen Monat für Lebensmittel, Hygiene, Kleidung, Urlaub, Möbel und unerwartete Reparaturen zur Verfügung steht.
Möglicherweise fällt Dir beim Ausfüllen der Tabelle auf, dass einige Kostenpunkte völlig überflüssig sind. Kündige sie sofort. Einige dieser Verträge haben keinen monatlichen, sondern einen vierteljährlichen oder einmal jährlichen Kündigungstermin.
Vielleicht fällt Dir auf, dass einige Ausgaben deutlich höher ausfallen, als Vergleichsportale für Neuverträge ausweisen. Dann prüfe Deine jetzigen Vertragskonditionen mit denen, die Dir als Neuvertrag angeboten werden. Oft liegt der tatsächliche Unterschied im Kleingedruckten. Dieses Kleingedruckte zu vergleichen, benötigt etwas Zeit.
Ein weiterer Aspekt ist, für wie seriös und verlässlich Du das Unternehmen einschätzt, dass Dir einen neuen Vertrag anbietet. Mit dieser Information im Hinterkopf kannst Du bei Deinem jetzigen Vertragspartner nachverhandeln. Das ist häufig sinnvoller als ein Wechsel, weil die meisten Altverträge mit der Dauer immer günstiger werden.
Oder Du stellst bereits jetzt erstaunt fest, dass einer Deiner alten Verträge ausgesprochen günstig ist. Behalte diesen Vertrag möglichst lange. Ertrage mit Gleichmut die von Zeit zu Zeit auftretenden Unfreundlichkeiten und Schikanen. Dadurch sollst Du zur Aufgabe des für Dich sehr günstigen Vertrages bewogen werden. Reagiere stets freundlich, aber bestimmt. Nötigenfalls schriftlich mit Einschreiben.
Zum Abschluss Deines Kassensturzes sieh Dir Deine Ausgaben auf den Kontoauszügen noch einmal genau an: Gibt es häufig wiederkehrende Spontankäufe, die einem Deiner Hobbys entsprechen? Das könnten zum Beispiel die Kosten für neue Kleidung sein. Möglicherweise sind es monatlich getätigte Einkäufe von Werkzeug. Vielleicht sind es häufige Restaurantbesuche. Behalte diese Informationen im Hinterkopf. Sie zeigen Dir, wofür Du gerne Dein Geld ausgibst. Wo Dir das Sparen besonders schwerfallen dürfte.
Um als Privatperson einen gutem Überblick über Deine Finanzen zu behalten, brauchst Du im Prinzip zwei Konten: Ein Girokonto mit Online-Zugriff und ein damit verbundenes Tagesgeldkonto. Auf dem Girokonto tätigst Du alle Deine Einnahmen und Ausgaben. Auf dem Tagesgeldkonto parkst Du das Geld, dass Du diesen Monat nicht benötigst. Wenn Du bisher kein Geld sparen konntest, wird sich das ändern. Dafür ist dieses Buch da. Du wirst Geld ansparen und zurücklegen.
Im Augenblick sieht das bei mir und meinem Mann so aus: Er schaut zur gegebenen Zeit nach, ob alle zu erwartenden Summen eingegangen sind. Dann rechnet er hoch, wie viel Geld wir im nächsten Monat voraussichtlich benötigen. Das ist in manchen Monaten etwas mehr als in anderen, weil dann die vierteljährlichen Abbuchungen fällig sind. Außerdem rechnet er die Spritkosten für das Fahrzeug und unser Budget für die Wocheneinkäufe mit ein. Etwas Spielraum bleibt für Einkäufe im Internet.
Diese Rechnung muss nicht auf den Cent genau stimmen. Jedenfalls überweisen wir unseren anvisierten Sparbetrag bereits zum Monatsanfang auf das Tagesgeldkonto. Im Laufe des Monats sehen wir dann, ob das so passt. Wenn nicht, wird schnell ein kleiner Geldbetrag zurückgebucht. Auf diese Weise erhöht sich unsere finanzielle Rücklage.
Wenn Du ein kleines Geschäft im Sinne eines Nebenjobs hast, können die Buchungen dafür über das Girokonto laufen. Sobald Dein Geschäft größer wird und mehr dazu kommt, ist ein extra Geschäftskonto besser. Von diesem Konto kannst Du jeden Monat eine Privatentnahme auf Dein privates Girokonto hinüberschicken.
Sobald Du etwas Geld sparen konntest, wirst Du Dein Geld gewinnbringend anlegen wollen. Ich bin sehr konservativ und vorsichtig, wenn es um den Umgang mit Geldanlagen geht.
Aktien, ETF`s und Fonds sind keine Produkte zum Sparen, sondern zum Spekulieren. Allen ist gemeinsam, dass Du in Firmen investiert, die komplett Pleite gehen können. Egal wie hoch der versprochene Gewinn, immer ist ein Totalverlust möglich. Das gilt auch für Produkte mit Garantiezins. Diese Fonds können ganz oder zeitweise geschlossen werden.
Diamanten, Gold und Edelmetalle haben trotz aller Schwankungen und Verluste immer einen Wert, der höher als Null ist. Vorausgesetzt, Du hast das echte Produkt in den Händen und keine Fälschung. Du brauchst Fachwissen und Erfahrung, um den realen Wert zu erkennen. Außerdem brauchst Du einen sicheren und geheimen Aufbewahrungsort. Goldbesitz auf dem Papier ist Papier und kein Gold.
Rohstoffe für die Industrie sind spekulativ. Wenn Du in sie investieren möchtest, solltest Du sie im Zweifel abholen können. Zum Beispiel mit dem LKW.
Digitales Produkte zum Sparen wie Kryptowährungen machen reich und arm in einer Nacht. Es ist nicht vorhersehbar. Genauso wenig kannst Du erkennen, ob Du beim Handel mit Kryptowährungen einem Betrug aufsitzt.
Beim Daytraiding und Scalping investierst Du Dein Geld in erster Linie in eine dafür geeignete Online-Plattform und hoffst währenddessen auf kurzfristige Spekulationsgewinne an der Börse. Egal was man Dir erzählt: Du spielst mit Deinem Geld wie ein Spielsüchtiger in einer Spielhalle.
Staatsanleihen sind dazu da, um Staaten einen zeitlich befristeten Kredit zu geben. Dafür bekommst Du einen vorab festgelegten Zins. Suche Dir den Staat gut aus. Jene, die hin und wieder in Zahlungsschwierigkeiten kommen oder bei denen dies in nächster Zeit zu erwarten ist, geben Dir hohe Zinsen. Wenn es schief geht, kann der Staat weder das Geld noch die Zinsen auszahlen. Deshalb werden alle Länder der Welt von Rating Agenturen bewertet. Diese Bewertung geht von verlässlich bis Schrottwert. Erfahrungsgemäß irren sich die Agenturen hin und wieder. Darum investiere konservativ. Stelle Dir Deine Kredite an einen Staat oder ein Land nicht als eine riesige Investition vor. Du kannst verhälnismäßig kleine Geldbeträge anlegen und zwischen kurzfristigen und langfristigen Anleihen wählen. In Deutschland heißen die Geldanlagen des Staates Bundesanleihen. Die der Bundesländer heißen Bundesländer-Anleihen.
Vermögenswirksame Leistungen machen wegen der hohen Inflation derzeit keinen großen Sinn. Doch das geschenkte Geld des Arbeitgebers zur Vermögensbildung kannst Du gerne mitnehmen. Spare es über die vollen sechs Jahre an. Lasse es danach ein Jahr lang liegen. Wenn Du einen Bausparvertrag wählst, hast Du anschließend Anspruch auf einen günstigen Kredit zu Wohnzwecken. Du kannst damit in Maßen spekulieren und in einem als sicher geltenden Fondssparplan investieren. Oder Du gehst auf Nummer sicher mit einer normalen Sparanlage und Festzins. Außerdem kannst Du dieses Geld verwenden, um einen bestehenden Wohnungskredit zu tilgen.
Konventionelle Sparpläne belohnen treue Kunden mit jährlich steigenden Zinsen und teils mit Bonuszahlungen. Diese Produkte werden für Dich interessant, wenn die Zinsen angenehm hoch sind. Wenn dann die marktüblichen Zinsen wieder fallen, profitierst Du noch lange von den höheren Zinsen. Solange, bis der Vertrag ausläuft.
Betriebsrenten sind in einigen Fällen eine gute Ergänzung zur staatlichen Rente. Rechne gut und gründlich. Diese Form der Altersvorsorge nützt in erster Linie Deinem Arbeitgeber. So ein Vertrag reduziert in beachtlicher Weise die Kosten für Sozialabgaben und die Einzahlungen in die staatliche Rente. Was Deine staatliche Rente lebenslang mindern wird. Ausnahme: Der Arbeitgeber erhöht Dein Bruttoeinkommen entsprechend. Während Du in der Ansparphase etwas von der Lohnsteuer einsparen kannst, kommen in der Auszahlungsphase die Sozialabgaben und die Lohnsteuer mit voller Wucht auf Dich zurück. Trotzdem kann sich das Konzept im Einzelfall lohnen. Du brauchst dafür vor allem kühle Voraussicht und einen Taschenrechner.
Freiwillige Einzahlungen in die Deutsche Rentenversicherung können sehr lohnenswert sein, um Deine staatlichen Altersbezüge zu erhöhen. Einziger Nachteil: Die Deutsche Rentenversicherung zahlt eingezahlte Beiträge niemals vorzeitig zurück. Diese Einzahlungen auf freiwilliger Basis gibt es für Hausfrauen und - männer. Außerdem für Menschen, die selbständig oder freiberuflich arbeiten. Sowie für Mitbürger, die sich im Ausland aufhalten.
Für jede Einzahlung bekommst Du Rentenpunkte. Der finanzielle Wert dieser Rentenpunkte steigt mit den Jahren. Je früher und mehr Du einzahlst, umso höher wird später Deine Rente. Mit den Jahren wirst Du immer mehr einzahlen müssen, um die gleichen Rentenpunkte wie früher zu erhalten.
Außerdem kannst Du ab dem 50. Lebensjahr „Zahlungen zum Ausgleich einer Rentenminderung“ tätigen. Dafür lässt Du Dir ausrechnen, wie hoch der prozentuale Abschlag wäre, wenn Du statt mit 67 mit 63 in Rente gehen würdest. Zahle diese Summe ein. Sie erhöht auf Lebenszeit Deine Rentenbezüge.
Ob es diese Einzahlungsmöglichkeiten in ein paar Jahren noch geben wird, ist ungewiss. Sie könnten bereits mit der nächsten Rentenreform hinfällig sein.
Die Riester-Rente ist tot – oder doch nicht. Vor Jahren lehrte mich ein Versicherungsmensch diesen Merksatz: Riestern lohnt sich, wenn Du verheiratet bist und mehrere Kinder hast. Meine Ergänzung dazu: Bleibe innerhalb Europas wohnen – auch nach Rentenbeginn. Beim Riestern kommt es ganz erheblich auf die Vertragsnebenkosten an. Denn die könnten, trotz staatlicher Förderung und Mindestzinssatz, Deinen Gewinn auffressen. Wenn Du dies beachtest, zahlt Du selbst sehr wenig in die Riesterrente ein und der Staat sehr viel. Dann hat sich Riestern für Dich gelohnt.
Für rechtssichere und persönliche Aussagen zu jeder Art von Geldanlagen und Versicherungen wende Dich bitte an Deinen Bank- oder Versicherungsberater. Für persönliche und rechtssichere Aussagen zu Einzahlungen in die Renten wende Dich bitte an die zuständige Versicherung. Für alle Fragen in Bezug auf die Steuer wende Dich bitte an Deinen Steuerberater.
Auf Kredit lebst Du, sobald Dein Konto dauerhaft ins Minus gerät. Das ist nicht sehr erstrebenswert und ein Zustand, den ich persönlich als sehr unangenehm empfinde. Darum vermeide ich Kredite, wo immer es geht.
Kredite werden im allgemeinen Sprachgebrauch unterschieden in Schulden und Verbindlichkeiten. Zu den Schulden gehören alle Verbraucherkredite. Sie betreffen Dinge, die Du wegtragen oder wegfahren kannst. Verbindlichkeiten betreffen Gebäude und Grundstücke. Die kann niemand wegtragen. Während Verbindlichkeiten Deine private Schufa nicht beeinträchtigen, solange Du sie bedienst, sind Schulden immer „böse“. Außerdem gibt es Geschäftskredite. Sie gehören eher zu den Schulden, da aus Sicht der Bank riskant.
Es gibt eine neuere Definition von Schulden und Verbindlichkeiten. Demnach zählt zu den Verbindlichkeiten alles, was Du regelmäßig und pünktlich abbezahlst. Aus diesen Verbindlichkeiten werden erst dann Schulden, wenn Du sie nicht mehr pünktlich und vollständig bezahlen kannst. Nach der alten Definition wären wir hier längst beim Begriff der Überschuldung angekommen. Überschuldung ist eine sehr kritische Situation, die Deiner sofortigen Aufmerksamkeit bedarf.
Egal ob Schulden oder Verbindlichkeiten: Sie bereichern die Bank und schränken Dich ein. Entledige Dich ihrer schnellstens. Stellschrauben zu schnellen Einsparungen sind der nächste Urlaub, die Kündigung überflüssiger Verträge und viele Deiner laufende Ausgaben.
Der Grund für diese Eile ist dieser: In nicht wenigen Kreditverträgen steht drin, dass die Bank bei galoppierender Inflation die Zinsen und die Schuldsumme anheben darf. Das nennt man Wertsicherungsklausel. Außerdem kündigen manche Banken, sobald dass aktuelle Einkommen zur Kredittilgung nicht mehr als ausreichend gilt. Zum Beispiel, wenn die Inflation hoch bleibt und Dein Einkommen stagniert. Das ist besonders bitter für Wohnungs- und Hauseigentümer, die trotz gleichbleibender Einkünfte plötzlich als notleidend gelten.
Als Gegenmaßnahme kannst Du bei allen Formen von Krediten mit überpünktlicher Zahlung gegenhalten. Sowie mit einem Girokonto, dass nicht mehr ins Minus rutscht. Außerdem kannst Du hin und wieder Sonderzahlungen machen. Zum Beispiel könntest Du Dein Weihnachtsgeld in die Schuldentilgung stecken. Dies verkürzt die Schuldsumme und verstärkt den Eindruck, dass Du persönlich zahlungsfähig bist.
Wenn Du Deinen Kredit vorzeitig abzahlst, wird in der Regel eine Vorfälligkeitssumme fällig. Überprüfe diese Endabrechnung auf Richtigkeit. Nach der Zahlung achte darauf, dass Du eine schriftliche Bestätigung über die komplette Tilgung erhältst. Bestehe darauf, dass ein vorhandener Grundbucheintrag gelöscht wird.
Wenn Dich mehrere Verbraucherkredite drücken, bündele sie bei Bedarf in einem einzigen Vertrag. Wichtig ist, dass die neuen Zinszahlungen günstiger ausfallen als die bisherigen. Außerdem solltest Du die monatliche Zahlung stemmen können.
Wenn Dir das nicht alleine und ohne Unterstützung gelingt, suche eine kostenlose und offiziell anerkannte Schuldnerberatung auf. Darbende Kredite sind wie Zahnschmerzen. Je länger Du wartest, um so schlimmer wird es. Sie treiben Deine Schufa in unendliche Tiefen und bewirken, dass Du schon bald keine neue Wohnung mehr anmieten kannst. Außerdem können Dir Schuldnerberatungen bei der Entscheidung helfen, ob eine dreijährige Insolvenzphase für Dich bessere Lösung ist. Sie begleiten Dich während dieser schwierigen Zeit kostenlos.
Keine Verbraucherkredite abzuschließen, ist eine brutale und kompromisslose Lebenseinstellung. Sie fällt anfänglich schwer. Später wird es leichter. Sehen wir uns ein paar Beispiele an:
Wenn Deine Waschmaschine kaputt geht, könntest Du eine sechsmonatige Ratenzahlung vereinbaren. Besser ist, Du schließt die Kreditaufnahme grundsätzlich als Lösungsansatz aus. Wasche lieber bei Deiner besten Freundin, Deinen Eltern oder im Waschsalon. Bitte einen oder mehrere Arbeitskollegen um diese Gefälligkeit. Alles ist besser als ein Kredit. Eine alte, gebrauchte Waschmaschine aus den örtlichen Kleinanzeigen tut es ebenfalls, Hauptsache sie hält ein paar Monate. Dasselbe gilt für den Kauf von Möbeln. Es gibt gebrauchte Betten, Tische, Stühle und Küchen. Wenn Du später wieder mehr Geld hast, kannst Du Deine alten Einrichtungsgegenstände gegen neue Möbel austauschen.
Du hast einen großen Wunsch, wie einen Urlaub in Thailand oder auf Mallorca? Natürlich könntest Du den auf Pump finanzieren. Eventuell würdest Du anschließend kurz vor Weihnachten traurig sein, weil Du die dringend nötige Autoreparatur nicht mehr zahlen kannst. Was vielleicht ein Problem ist, wenn Du ohne das Auto nicht zur Arbeit kommst. Der Grund für den absoluten Engpass kann simpel sein: Erst ging die Rate runter, dann kam das Unvorhergesehene. Wenn Du Pech hast, passiert das zweimal kurz hintereinander: Erst gibt die Waschmaschine den Geist auf und dann muss das Auto in die Werkstatt.
Außerdem kannst Du erhobenen Hauptes jeden Autokauf auf Kredit ablehnen. Das gilt auch dann, wenn Dich ein wohlmeinendes Amt zur Kreditaufnahme motivieren will. Zum Beispiel, damit Du Deine neue Arbeitsstelle erreichen kannst. Nimm lieber den geringen Zuschuss und kaufe ein kleines Auto. Wenn das nicht zu finden ist, nutze eine Fahrgemeinschaft. Frage Deinen Chef, welcher Deiner Arbeitskollegen aus Deiner Nähe Dich gegen Geld mitnehmen könnte.
Zu dieser kompromisslosen Lebenseinstellung in Bezug auf Kredite gehört, dass Du den Dispokredit, der zum Girokonto wie selbstverständlich mit dazu gehört, niemals willentlich benutzt. Diese Erlaubnis der Bank dient dazu, Minimalüberschreitungen zu tolerieren. Gleiche die Fehlbeträge schnellstmöglich mit einem kleinen Transfer vom Tagesgeldkonto auf Girokonto wieder aus. Wenn sich das häufiger im Jahr wiederholt, läuft irgendetwas grundsätzlich schief. Es ist allerhöchste Zeit für einen weiteren Kassensturz und wirksame Sparmaßnahmen.
