Spielmobilarbeit in der Kritik - Daniela Endres - E-Book

Spielmobilarbeit in der Kritik E-Book

Daniela Endres

0,0
36,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Diplomarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Soziale Arbeit / Sozialarbeit, Note: 1,3, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart, Sprache: Deutsch, Abstract: «Ludus Mobilis – Quo Vadis». Unter diesem Titel veröffentlichte die Fachzeitschrift „Spielmobilszene“ im Oktober 1993 einen Beitrag von Wolfgang Zacharias, in dem kritische Anmerkungen zur Spielmobilarbeit formuliert wurden. In diesem Artikel beschreibt der Autor Spielmobile „als eher langweilig, ein wenig abgeschlafft [und] in die Jahre gekommen [und sieht somit die] spiel- und kulturpädagogische Entwicklung als eher rückläufig an.“1 Seiner Meinung nach wird das Thema „Spiel“ von den Spielmobilen zunehmend vernachlässigt. Damals nahmen 19 hauptamtliche Mitarbeiter2 von Spielmobilen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Stellung zu Zacharias Thesen und setzten damit eine wichtige Diskussion in Gang. Mehr als zehn Jahre später stellt sich nun die Frage: Wie sieht die aktuelle Entwicklung aus? Wofür steht das Spielmobil? Ist es Vorreiter in Sachen Spiel und Lobby für Kinderrechte oder doch nur Animationsspektakel und Lückenfüller für kommerzielle Festivitäten? Sind die zahlreichen Kritikpunkte am Ende berechtigt und es gibt gar keine zeitadäquate Innovation und Weiterentwicklung in der Spielmobilszene? Diese Fragen sollen in dieser Arbeit kritisch beleuchtet werden.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2008

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Entwicklung der Fragestellung
2.1 Eingrenzung des Themas
2.2 Relevanz für die Soziale Arbeit
2.3 Begriffsklärungen.
2.3.1 „Spiel“
2.3.2 „Spielpädagogik“
2.3.3 „Spielmobil“
3 Spielmobilarbeit in der Kritik.
3.1 Die Bedeutung des kindlichen Spiels.
3.1.1 Der phänomenologische Ansatz nach Scheuerl
3.1.2 Die kognitive Spieltheorie nach Piaget.
3.1.3 Motivationspsychologische Spieltheorie (Heckhausen)
3.1.4 Merkmale und Dimensionen
3.1.5 Ausblick.
3.2 Die Entstehung der Spielmobilszene
3.2.1 Geschichte
3.2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen.
3.2.3 Der gesellschaftliche Auftrag.
3.2.4 Ausblick.
3.3 Spielmobile im Kontext gesellschaftlicher
3.3.1 Aktionsräume heute.
3.3.2 „Errungenschaften“ für das moderne Kind
3.3.3 Spielmobilarbeit zwischen Trend und Tradition.
3.3.4 Zusammenfassung
3.4.1 Vorstellung der Einrichtung
3.4.2 Vorstellung der konzeptionellen Ziele
3.4.3 Kritische Überlegungen.
3.4.4 Fazit.
3.5 Zusammenfassung
4 Erstellung der Hypothesen
4.1 These 1.
4.2 These 2.
4.3 These 3.
4.4 These 4.
4.5 Ausblick.
5 Empirische Untersuchung
5.1 Auswahl der Untersuchungsgruppe
5.2 Auswahl des Erhebungsinstruments
5.3 Konstruktion des Erhebungsinstruments.
5.4 Vortest
5.5 Durchführung der Hauptuntersuchung.
6 Auswertung und Interpretation
6.1 These 1.
6.2 These 2.
6.3 These 3.
6.4 These 4.
6.5 Zusätzliche Interviewergebnisse
6.6 Zusammenfassung
7 Folgerungen
7.1 Gesellschaftliche Folgen
7.2 Folgen für die Spielmobilarbeit.
8 Schlusswort
9 Literaturverzeichnis
I Interviews allgemein
I.1 Interviewleitfaden.
I.2 Transkriptionsregeln.
II Interview 1.
II.1 Interviewbericht 1
III Interview 2.
III.1 Interviewbericht 2
IV Interview 3.
IV.1 Interviewbericht 3.
V Interview 4
V.1 Interviewbericht 4
V.2 Transkription 4
VI Graue Literatur
VI.1 Konzeption
VI.2 Vortrag Turin 1
VI.3 Vortrag Turin 2
170 Ja
298 Ja
424 Ja
128 Ja
195 Ja, alles klar. Dann das nächste Thema: Verwendung von Material, d.h. z. B.
IV Interview 3 - VI.2 Transkription
IV Interview 3 - VI.2 Transkription

Page 1

Page 2

Page 6

Verzeichnisse

Abkürzungsverzeichnis

BAG Bundesarbeitsgemeinschaft bzw. beziehungsweise d.h. das heißt ebd. ebenda e.V. eingetragener Verein f. folgende (Seite) ff. fortfolgende (Seiten) Hrsg. Herausgeber IfsB Institut für soziale Berufe IPA Internationale Vereinigung für das Recht des Kindes zu Spielen Jh. Jahrhundert LAG Landesarbeitsgemeinschaft LJ Lebensjahr m² Quadratmeter S. Seite sog. sogenannte/ -r, -s, -n u.a. unter anderem u.v.m. und viele/ -m, -s mehr vgl. vergleiche z.B. zum Beispiel

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Konzeption „Spielehaus & Spielbus Friedrichshafen“ S. 47 (Anhang)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Hauptformen des Spiels nachPiagetS. 9

Tabelle 2: Vier Diskrepanzen nachHeckhausenS. 10

Tabelle 3: Zuordnung der Interviewabschnitte zu den Thesen S. 41

D

Page 1

Vorwort

Vorwort

Während meiner mehrjährigen Mitarbeit beim „Spielehaus & Spielbus Friedrichshafen“ konnte ich mir neben der täglichen Spielmobilarbeit auch viel theoretisches Wissen über die Spielmobilszene aneignen. In jeder weiteren Praxisphase machte ich praktische Erfahrungen mit dem Thema Spielmobil. Tagtäglich begegnete ich dabei Menschen, die lobend über unsere Arbeit sprachen, Kindern, die stundenlang voller Begeisterung auf dem Spielplatz herumrannten, um aus sämtlichen Werkstätten etwas selbst gebasteltes mit nach Hause nehmen zu können und Eltern, die sogar ihren Urlaub verschoben haben, damit ihre Kinder auf keinen Fall die Spielbusaktion in ihrer Gemeinde verpassten. Auf der anderen Seite gab es aber auch Menschen, die mich fragten ob ich nichts „Richtiges“ studieren wolle und Eltern, die die Spielplatzaktionen für völlig übertrieben hielten. Außerdem gab es darüber hinaus auch hauptamtliche Mitarbeiter von Spielmobilen selbst, die die Spielmobilarbeit in zahlreichen Punkten kritisierten. Zu Beginn versuchte ich jede Form von Kritik abzuweisen oder als schlichtweg falsch zu bezeichnen. Doch je mehr kritische Bemerkungen zu mir durchdrangen, umso öfter musste ich mir eingestehen, dass sie möglicherweise doch ihre Berechtigung haben. Daher möchte ich mich in dieser Diplomarbeit ausführlich mit dem Thema „Spielmobilarbeit in der Kritik“ befassen.

Page 2

Einleitung

1 Einleitung

«Ludus Mobilis - Quo Vadis». Unter diesem Titel veröffentlichte die Fachzeitschrift „Spielmobilszene“ im Oktober 1993 einen Beitrag vonWolfgang Zacharias,in dem kritische Anmerkungen zur Spielmobilarbeit formuliert wurden. In diesem Artikel beschreibt der Autor Spielmobile „als eher langweilig, ein wenig abgeschlafft>und@in die Jahre gekommen>undsieht somit die@ spiel- und kulturpädagogische Entwicklung als eher rückläufig an.“1Seiner Meinung nach wird das Thema „Spiel“ von den Spielmobilen zunehmend vernachlässigt. Damals nahmen 19 hauptamtliche Mitarbeiter2von Spielmobilen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Stellung zuZachariasThesen und setzten damit eine wichtige Diskussion in Gang. Mehr als zehn Jahre später stellt sich nun die Frage: Wie sieht die aktuelle Entwicklung aus? Wofür steht das Spielmobil? Ist es Vorreiter in Sachen Spiel und Lobby für Kinderrechte oder doch nur Animationsspektakel und Lückenfüller für kommerzielle Festivitäten? Sind die zahlreichen Kritikpunkte am Ende berechtigt und es gibt gar keine zeitadäquate Innovation und Weiterentwicklung in der Spielmobilszene? Diese Fragen sollen in dieser Arbeit kritisch beleuchtet werden. Zu Beginn der Arbeit wird die Entwicklung der Fragestellung beschrieben und somit das Themengebiet eingegrenzt. Anschließend werden die Definitionen der wichtigsten Begrifflichkeiten bezüglich des Themas „Spielmobilarbeit“ geklärt, um eine Grundlage für die spätere Bearbeitung zu schaffen. Im weiteren Verlauf werden verschiedene Spieltheorien, sowie Merkmale und Dimensionen des Spiels beschrieben. Dadurch soll die Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung veranschaulicht werden. Im nachfolgenden Kapitel wird die Entstehung der Spielmobilszene in Deutschland geschildert. Durch die Darstellung der Geschichte soll herausgearbeitet werden, welche Umstände die Entwicklung so einer Spielform notwendig gemacht haben und wie die ersten Spielmobile in Deutschland schließlich entstanden sind. Im Anschluss daran werden die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen der Spielmobilarbeit aufgezeigt. Mit Hilfe dieser Grundlage soll schließlich der konkrete gesellschaftliche Auftrag an die Spielmobilarbeit herausgearbeitet werden. Gleichzeitig soll der Frage nachgegangen werden, ob das Spielmobil hinsichtlich der Vermittlung von Spiel privilegiert ist. Anschließend folgt die Betrachtung der heutigen Aktionsräume. Welche Spielmöglichkeiten haben Kinder heute und wie werden diese von Er-

1Beck,1993,S. 21

2In dieser Arbeit wird generell die maskuline Form verwendet, womit aber sowohl Frauen als auch Männer beschrieben werden.

Page 3

Einleitung

wachsenen eingegrenzt? Stichworte wie „verplante Kindheit“ werden dabei genauer erläutert und bieten einen Einblick in die aktuellen Spielbedingungen von Kindern, wodurch die Notwendigkeit von Spielmobilen zum Ausdruck kommen soll. Weiter werden die daraus entstandenen „Errungenschaften“ für das moderne Kind von heute betrachtet. Schließlich folgt die intensive Auseinandersetzung mit verschiedenen Kritikbereichen im Hinblick auf die veränderte Spielmobilarbeit. Die Bereiche Materialien, Schule und Kommerzialisierung werden dabei eingehend untersucht. Zum Abschluss der theoretischen Diskussion folgt ein Einblick in die konzeptionellen Ziele des „Spielehaus & Spielbus Friedrichshafen“. Im Bezug darauf werden kritische Überlegungen zur praktischen Umsetzung im Alltag angestellt. Außerdem wird geprüft, ob die angemerkte Kritik an den Inhalten dieser Ziele berechtigt ist. Aus den Ergebnissen des Theorieteils werden schließlich Hypothesen entwickelt, die in der anschließenden Untersuchung überprüft werden. Doch zuvor wird die Auswahl der Untersuchungsgruppe vorgestellt und begründet. Anschließend folgt die Auswahl des Untersuchungsinstruments. Dieser Abschnitt thematisiert die theoretischen Grundlagen hinsichtlich der gewählten Untersuchungsmethode und den korrekten Umgang damit. Schließlich folgt die Konstruktion des Untersuchungsinstruments. Um eventuelle Fehler zu korrigieren und die angestrebte Vorgehensweise zu verbessern, wird in der Folge die Durchführung eines Vortests geschildert. Im Anschluss daran wird die Durchführung der Hauptuntersuchung bei verschiedenen Spielmobilen in Baden-Württemberg beschrieben. Die jeweiligen Ergebnisse werden schließlich ausgewertet, in Zusammenhang gebracht und es werden Überlegungen zu deren thematischer Relevanz angestellt. Abschließend werden Folgerungen für die Gesellschaft im Allgemeinen und für die Spielmobilarbeit im Besonderen formuliert.

Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, in welche Richtung sich die Spielmobilarbeit in Baden-Württemberg aktuell entwickelt und ob die verschiedenen Kritikpunkte an der Spielmobilarbeit berechtigt sind. Darauf gestützt sollen erforderliche Maßnahmen für die zukünftige Entwicklung der Spielmobilarbeit formuliert werden.

Page 4

Entwicklung der Fragestellung

2 Entwicklung der Fragestellung

2.1 Eingrenzung des Themas

Um in der vorgegebenen Zeitspanne die vollständige und abschließende Bearbeitung eines Themas sicherzustellen, ist es notwendig dieses konkret einzugrenzen. Die Begrenzung des Themas „Spielmobilarbeit“ auf den Bereich „Kritik“ ergibt sich aus der intensiven Recherche und der damit verbundenen Feststellung, dass dieses zentrale Thema bisher kaum theoretisch behandelt wurde. Die Forscherin sieht hier den dringenden Bedarf einer intensiven Aufarbeitung dieses Teilbereiches der Spielmobilarbeit. Die zu untersuchenden Kritikpunkte an sich werden dahingehend eingegrenzt, dass vor allem Kritikpunkte, die sich aus den aktuellen Entwicklungen der Spielmobilarbeit ergeben, berücksichtigt werden sollen. Der Aspekt der aktuellen Entwicklung scheint größtenteils undokumentiert. Für die Diplomarbeit, die Tätigkeit im „Spielhaus & Spielbus Friedrichshafen“ und Fachkundige ist er daher von besonderem Interesse. Die Untersuchung soll ausschließlich in Baden-Württemberg erfolgen, um eventuelle Unterschiede bezüglich der rechtlichen Rahmenbedingungen ausschließen zu können. Diese müssten andernfalls berücksichtigt werden. Zudem spielen hier Zeit, Kosten und Zugänglichkeit der Spielmobile für die Untersuchung eine wesentliche Rolle. Da zur Bearbeitung des Themas demnach in erster Linie Expertenwissen erforderlich ist, werden ausschließlich hauptamtliche Mitarbeiter zur Untersuchung herangezogen.

2.2 Relevanz für die Soziale Arbeit

Als mobile Organisationsform der Jugendarbeit ist das Thema „Spielmobilarbeit“ Teil der Sozialen Arbeit. Die in dieser Arbeit durchzuführende Untersuchung über die aktuelle Entwicklung der Spielmobilarbeit in Baden-Württemberg soll Schlussfolgerungen für die zukünftige Entwicklung der Spielmobilarbeit ermöglichen. Gleichzeitig sollen notwendige, gesellschaftliche Veränderungen, auch im Hinblick auf die Soziale Arbeit, beschrieben werden. Diese neu gewonnenen Erkenntnisse können bei der Qualitätssicherung und Weiterentwicklung zentraler Aufgaben der Jugendarbeit hilfreich sein. In den Bereichen der Prävention, Integration, Partizipation und Lebensweltorientierung besteht momentan, nach anfänglicher Beurteilung der Forscherin, ein erhöhter Handlungsbedarf. Aus diesem Grund ist das Thema „Spielmobilarbeit in der Kritik“ für die Soziale Arbeit bezeichnend.

Page 5

Entwicklung der Fragestellung

2.3 Begriffsklärungen

2.3.1 „Spiel“

Für den Begriff „Spiel“ gibt es keine einheitliche Definition. Allgemein kann das Spiel als Aktivität beschrieben werden, die vom Menschen ohne Zwang und Zweck ausgeübt wird. Dabei müssen verschiedene Punkte berücksichtigt werden, wie die subjektive Beteiligung, die Motive und die subjektiven Ziele des Spielenden.3

Die folgende Definition des Begriffs „Spiel“ derDeutschen Gesellschaft für Spielhat für die Spielmobilarbeit besondere Relevanz. Sie macht speziell auf den Zusammenhang von Spiel und Freizeit aufmerksam:

„Die freie - beim Menschen lustbetonte - Betätigung der körperlichen und geistigen Kräfte ohne unmittelbare Zweckausrichtung. Spiel durchdringt mit einer Vielfalt von Formeneinfach bis höchstentwickelt - viele Lebensbereiche insbesondere die Freizeit.“4(Siehe auch Kapitel 3.1: Die Bedeutung des kindlichen Spiels)

2.3.2 „Spielpädagogik“

Spielpädagogik entstand um 1970 als Teilbereich der Erziehung. Mit dieser Form des angeleiteten Spiels sollten die emotionalen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen aus pädagogischen Institutionen befriedigt werden. Auslöser dafür war die Kritik an der leis-tungsorientierten Erziehung dieser Zeit5

Jürgen Fritz,Professor für Spielpädagogik an der Fachhochschule Köln, versteht unter dem Begriff Spielpädagogik folgendes:

„Spielpädagogik formuliert in Spielforschung, Spielkultur, Spielpraxis, Spielpolitik, Spieldidaktik und Spielmethodik, was Spiel ist, was Spiel sein kann und sein sollte. Spielpädagogik ist damit kritisch, pragmatisch und utopisch zugleich“.6Die Spielpädagogik kann damit als förderlichste Form (und daher unbedingte Voraussetzung) für die Umsetzung des Spiels verstanden werden. Dieser Aspekt wird bedeutend, wenn Überlegungen hinsichtlich der Mitarbeiter eines Spielmobils anstellt werden.

3vgl. http://www.uni-wuerzburg.de/sopaed1/vernooij/spiel/def.htm, vom 20.02.064Deutsche Gesellschaft für Freizeit,1986, S. 291

5 vgl. http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/Projekte/SLex/SeitenDVD/Konzepte/L53/L5399.htm, vom 20.02.06

6Fritz,1991, S. 97

Page 6

Entwicklung der Fragestellung

2.3.3 „Spielmobil“

Beckdefiniert das Spielmobil als ein „raum-zeitlich flexibles und alltagsorientiertes Konzept der offenen Kinderkulturarbeit zum Ziel der Verwirklichung des umfassenden Rechts zu spielen“.7

An anderer Stelle beschreibtBeckdas Spielmobil als ein Fahrzeug (beispielsweise ein alter Bus, Bauwagen oder ein größeres Auto mit Anhänger), das variable Gegenstände mit sich führt: Bälle, Kisten, Seile, Malutensilien, Federballkiste, Bücher, Ton, Reifen etc. Die pädagogischen Betreuer sind in der Regel Sozialpädagogen, Erzieher, Zivildienstleistende und/oder Praktikanten. Die hautamtlichen Mitarbeiter werden umgangssprachlich als „Spielmobiler“8bezeichnet. Der Spielbus fährt für mehrere Tage oder Wochen Grünflächen, Spielplätze, Schulen, Jugendfreizeitstätten und scheinbar unbespielbare Plätze etc. in der Umgebung an, um dort den Kindern verschiedene Spielmöglichkeiten anzubieten.9Die Definition des Begriffs „Spielmobil“ lässt das Thema „Spiel“ als zentrale Aufgabe in der Spielmobilarbeit bereits erahnen. Im folgenden Kapitel werden Ansätze unterschiedlicher Spieltheoretiker beleuchtet. Durch die verschiedenen Blickwinkel auf das Thema „Spiel“ soll die Wichtigkeit und Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung verdeutlicht werden.

77Beck,1997, S. 13

8Hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eines Spielmobils werden in den folgenden Texten mit dem Begriff „Spielmobiler“ beschrieben

9vgl.Beck,1996, S. 30

Page 7

Spielmobilarbeit in der Kritik - Die Bedeutung des kindlichen Spiels

3 Spielmobilarbeit in der Kritik

3.1 Die Bedeutung des kindlichen Spiels

3.1.1 Der phänomenologische Ansatz nachScheuerl10

Unter dem Begriff „Phänomenologie des Spiels“ versteht man die „Lehre von den Erscheinungen des Spiels“11. Da der Begriff „Spiel“ nur sehr schwer zu fassen ist, untersuchteHans Scheuerl1954 die gesamte deutsche Literatur bezüglich der Spielforschung und Spieldeutung. Er kam schließlich zu der Einsicht, dass das Spiel sechs grundlegende Wesensmerkmale aufweist. Demnach ist Spiel eine Bewegungsform, dessen Höhepunkt die Verselbstständigung der Betätigung des Spielenden selbst bildet. Voraussetzung für das Spiels ist nachScheuerldie Freiheit und die Offenheit des Spielers für die Phänomene des Spiels. Wesentlichen Merkmale werden in der nachfolgenden Auflistung veranschaulicht:

xZweckfreiheit: Das Spiel ist in seiner Erscheinung ungezwungen und frei, ohne Zwänge oder Zweckbestimmungen.xGeschlossenheit: Die spielerische Bewegung ist in sich geschlossen, gegeben durch Spielregeln oder Spielfeldgrenzen.

xSpannungsverhältnis: Das Spielgeschehen lebt vom ständigen hin und her. Somit ist

xUnendlichkeit: Spiele dehnen sich zeitlich aus, es treten Wiederholungen auf.

xGegenwärtigkeit: Das eigentliche Spiel ist zeitenthoben, deshalb kennzeichnet das

xScheinhaftigkeit: Im Spiel tritt der Schein an die Stelle der Wirklichkeit.12

10vgl.Fritz,19991, S. 77-7911Brockhaus-Lexikon,1994, S. 74812Fritz,1991, S. 78 f.

Page 8

Spielmobilarbeit in der Kritik - Die Bedeutung des kindlichen Spiels

Die Beweisführung bezüglich der Spielformen steht jedoch noch aus. Aus diesem Grund ist die Gültigkeit der Merkmale umstritten. Zudem wird das hohe Abstraktionsniveau der Begrifflichkeiten vonKlugebemängelt.13

3.1.2 Die kognitive Spieltheorie nachPiaget14

Jean Piaget,ein bedeutender Schweizer Entwicklungspsychologe, untersuchte das Spiel aus einer intelligenz- und entwicklungspsychologischen Perspektive. Dabei stellte er zunächst einen Zusammenhang zwischen der menschlichen Intelligenz und dem Spiel her. Zur weiteren Erklärung bedarf es der Definition folgender Begriffe:

Œ„Akkommodation“: Angleichung des Organismus an die AußenweltŒ„Assimilation“: Anpassung der Umwelt an das eigene Selbst und somit an die eigenen kognitiven Schemata

Daraus ergeben sich für Piaget weitere grundsätzliche Begrifflichkeiten:

Œ„Imitation“: Die Akkommodation dominiert über die AssimilationŒ„Spiel“: Die Assimilation dominiert über die Akkommodation