Sprachpolitik in Katalonien - Viola Trapper - E-Book

Sprachpolitik in Katalonien E-Book

Viola Trapper

0,0
15,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Dolmetschen / Übersetzen, Note: 2,0, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Sprache: Deutsch, Abstract: Ziel einer bewussten Sprachpolitik ist es, die Sprecherzahl einer Sprache zu erhöhen. Dies geschieht zum Beispiel durch gesteuerte Politik im Bereich Erziehung und Kultur. Die Ursachen dieser Steuerung lassen sich historisch zurückverfolgen. Gerade eine starke Repression ruft oft ein besonders starkes Aufbegehren hervor. So hat das Katalanische zum Beispiel durch die Franco-Diktatur und während der Diktatur von Miguel Primo de Rivera (1923 – 1931) einen starken Rückgang an Sprechern erlitten. Mit dem Ende des Franco-Regimes und durch die Normalisierungskampagnen der Generalitat hat die katalanische Sprache schließlich einen stetigen Zuwachs an Sprechern erfahren.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2010

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis
Seite 1
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Seite 5
Seite 6
Seite 7
Seite 8
Seite 9
Seite 10
Seite 11
Seite 12
Seite 13
Seite 14
Seite 15
Seite 16
Seite 17
Seite 18
Seite 19
Seite 20
Seite 21
Seite 22
Seite 23
Seite 24
Seite 25
Seite 26
Seite 27
Seite 28
Seite 29
Seite 30
Seite 31
Seite 32
Seite 33

Page 1

Sprachpolitik in Katalonien

A

Wenn Sie die Webseite der katalanischen RegierungGeneralitatbesuchen, erscheint diese zuerst in katalanischer Sprache. In einem nächsten Schritt können diejenigen, die kein Katalanisch verstehen, auf Castellano (Kastilisch) oder Englisch umstellen. Schwieriger verhält es sich mit den Auftritten der Universitäten Barcelonas. Zwar lässt sich die Sprachfunktion auch hier umstellen, jedoch existiert nicht ein und derselbe Aufbau in beiden Sprachen. So sind Teile nur in Katalanisch einsehbar, und auch die Castellano-Funktion führt oft in eine Sackgasse: Nach einigen Klicks trifft man auf ein unübersetztesCatalán-Dokument.Erstaunlich ist auch, dass einige offizielle, katalanische Websites völlig unübersetzt bleiben (beispielsweise TERMCAT).

Nicht nur im Internet, auf der Straße, in Geschäften und bei der Jobsuche, sprechen und schreiben die Menschen in ihrer Regionalsprache. Dass Sprache nicht nur Ausdrucks-und Kommunikationsmittel ist, beweist die aktuelle Sprachpolitik Kataloniens.

El Estatuto de autonomía establece que el catalán es la lengua oficial y propia de Cataluña, si bien comparte el carácter de lengua oficial con el castellano y el occitano de Arán(Generalitat de Catalunya 1995-2005:Objetivos y principios generales:S. 1. Online). Dabei sieht der „Plan de acción de política lingüística 2005-2006“ (S. 3-4) unter anderem folgende Ziele vor:

Actuación 1. Programa de fomento del uso social del catalán en el ámbito de la juventud Actuación 5. Elaboración y presentación de los niveles 1 y 2 del curso de catalán online Actuación 7. Programa de promoción del cine en catalán y doblado o subtitulado en catalán Actuación 8. Aumento de la oferta y la demanda de productos y servicios en catalán

Ziel einer bewussten Sprachpolitik ist es, die Sprecherzahl einer Sprache zu erhöhen. Dies geschieht zum Beispiel durch gesteuerte Politik im Bereich Erziehung und Kultur. Die Ursachen dieser Steuerung lassen sich historisch zurückverfolgen. Gerade eine starke Repression ruft oft ein besonders starkes Aufbegehren hervor. So hat das Katalanische zum Beispiel durch die Franco-Diktatur und während der Diktatur von Miguel Primo de Rivera (1923 - 1931) einen starken Rückgang an Sprechern erlitten. Mit dem Ende des Franco-Regimes und durch die Normalisierungskampagnen derGeneralitathat die katalanische Sprache dann einen stetigen Zuwachs an Sprechern erfahren.

Page 2

B.I Geschichte und Sprache

1. Zahlen und Fakten:

Katalanisch sprechen ca. 7 Millionen Menschen. In Katalonien allein sind es lautIdescat(Institut d'Estadística de Catalunya) 6,215 Millionen Sprecher. Seine Sprecher verteilen sich dabei in seiner Mehrheit auf diepaïsos catalans(katalanische Länder). Dazu zählen das französische Roussillon (Nordkatalonien), das spanische Katalonien, die Balearen, Valencia, die sardinische Stadt Alghero (katalan. Alguer), Andorra und der östliche Streifen der Region Aragón (vgl. Eßer & Stegmann 2007: 77)→(Abbildung rechts). Es ist hervorzuheben, dass Katalanisch in Andorra den Status der einzigen Amtssprache hat. In Katalonien, Andorra, Valencia und den Balearen hat es den offiziellen Status der Amtssprache inne. Valencia gibt als offizielle Amtssprachen Valencianisch und Kastilisch an. (dazu später mehr...)

(Quellen: Abb.1: Wikipedia 2008: Katalanische Sprache. Online, Abb. 2: Comunidades Europeas 1995-2008. Online, Abb. 3:Generalitat de Cataluña 1995-2005: La lengua catalana. Online)

Katalonien hat drei offizielle Amtssprachen: Katalanisch, Kastilisch und Aranesisch (im Val d’Aran). Katalanisch und Kastilisch sind in derComunidad Autónoma de Cataluñagesetzlich als zwei gleichberechtigt nebeneinander existierende Sprachen anerkannt. Laut Idescat verstehen ca. 95 Prozent der 6,215 Millionen Sprecher in Katalonien die Sprache passiv. 75 Prozent können es sprechen und lesen und nur 49 Prozent können es schreiben, beherrschen es also aktiv. Laut einer Umfrage von 2003 verwenden 2.213 Millionen (ab 15 Jahren) Katalanisch, und sogar 2.929 Millionen Kastilisch als ‚primera lengua’ (in der Familie oder zu Hause gesprochene Sprache). Des weiteren ergab sich ein Prozentsatz von 48,80 % für Katalanisch und von 44,32 % für Kastilisch als ‚lengua propia’ (Identifikationssprache). In