Star Wars™: Schatten der Vergangenheit - Timothy Zahn - E-Book

Star Wars™: Schatten der Vergangenheit E-Book

Timothy Zahn

4,4
8,99 €

oder
Beschreibung

Der totgeglaubte Admiral Thrawn kehrt zurück

Neunzehn Jahre sind nach dem Ende Palpatines vergangen, das Imperium steht vor dem totalen Zusammenbruch. Die Neue Republik bekommt immer mehr Unterstützung, doch mit den neuen Machtverhältnissen wächst auch die Gefahr von Unruhen. Prinzessin Leia hat alle Hände voll zu tun, die Konflikte unter Kontrolle zu halten. Zu allem Überfluss treffen Han Solo und Luke Skywalker bei Angriffen von Piraten auf Klone, deren Anführer sich als niemand Geringeres als den gefürchteten Großadmiral Thrawn ausgibt, der vor zehn Jahren für tot erklärt wurde ...

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 688

Bewertungen
4,4 (34 Bewertungen)
21
5
8
0
0



TIMOTHYZAHN

SCHATTENDERVERGANGENHEIT

Roman

Aus dem Amerikanischen

von Ralf Schmitz

WILHELMHEYNEVERLAG

MÜNCHEN

www.diezukunft.de

1

Langsam und geräuschlos glitt der imperiale Sternzerstörer Schimäre durch den Weltraum.

Durch leeren Raum. Bedrückend schwarzen Raum. Die Positionslichter waren nur ein schwaches Glimmen von Leben inmitten der Finsternis. Das Schiff trieb, viele Lichtjahre entfernt von den nächsten winzigen Inseln, den Sternsystemen der Galaxis, am Rand der Grenzlinie zwischen den Welten des Äußeren Rands und jenen Weiten, die man die Unbekannten Regionen nannte. Am äußersten Rand des Imperiums.

Oder besser: am Rand der bemitleidenswerten Überreste dessen, was einst das Imperium gewesen war.

Admiral Pellaeon, der Oberkommandierende der Imperialen Flotte, stand an einer der großen seitlichen Sichtluken der Schimäre und blickte in die Leere hinaus; das Gewicht zu vieler Jahre lastete schwer auf seinen Schultern. Zu viele Jahre, zu viele Schlachten, zu viele Niederlagen.

Vielleicht spürte die Brückenbesatzung der Schimäre die Last ebenso wie er. Auf jeden Fall schienen die Geräusche der Betriebsamkeit in seinem Rücken heute gedämpfter als sonst. Aber vielleicht lag das auch nur daran, dass sie so weit draußen waren. So weit weg von irgendeinem bestimmten Ort.

Nein. Das musste es sein. Die Männer der Schimäre waren die besten, die die Flotte zur Verfügung stellen konnte. Imperiale Offiziere und Mannschaftsgrade; und Imperiale gaben niemals auf. Niemals.

Er hörte einen vorsichtigen Schritt an seiner Seite. »Admiral?« sagte Captain Ardiff leise. »Wir können jetzt anfangen, Sir.«

Einen Moment lang erinnerte sich Pellaeon an einen ähnlichen Augenblick vor zehn Jahren. Damals hatten er selbst und Großadmiral Thrawn hier auf der Kommandobrücke der Schimäre gestanden und den abschließenden Test des Prototyps eines Tarnfelds beobachtet, das Thrawn unter den Trophäen des Imperators im Innern des Mount Tantiss entdeckt hatte. Pellaeon wusste noch, wie aufgeregt er gewesen war– trotz der Ressentiments, die er gegen den wahnsinnigen Jedi-Klon C’baoth hegte–, als er zusah, wie Thrawn dem Imperium mit eigener Hand neues Leben und Energie einhauchte.

Aber Mount Tantiss gab es nicht mehr; Agenten der Neuen Republik sowie C’baoths Wahnsinn und Verrat hatten alles zerstört. Großadmiral Thrawn war tot.

Und das Imperium starb.

Mühsam schüttelte Pellaeon die Schatten der Vergangenheit ab. Er war ein Offizier des Imperiums, und Imperiale gaben niemals auf. »Danke«, wandte er sich an Ardiff. »Handeln Sie nach Ihrem Ermessen, Captain.«

»Jawohl, Sir.« Ardiff drehte sich zur Seite und gab dem Gefechtskoordinator im Backbord-Mannschaftsschacht ein Zeichen. »Signal zum Angriff«, befahl er.

Der Offizier bestätigte den Befehl und gab nun seinerseits einem seiner Untergebenen einen Wink. Pellaeon richtete seine volle Aufmerksamkeit wieder auf die Aussichtsluke…

…gerade rechtzeitig, um acht SoroSuub-Sternjäger der Preybird-Klasse in enger Formation mit hoher Geschwindigkeit hinter ihnen auftauchen zu sehen. Sie sausten haarscharf über die Kommandoaufbauten der Schimäre hinweg, passierten den Bugkamm des Schiffs und beharkten es mit schwachem Blasterfeuer– dann löste sich die Formation lautlos auf. Die acht Jäger entfernten sich in Spiralbahnen und feuerten weiter, bis sie die primäre Angriffszone des Sternzerstörers hinter sich gelassen hatten. Dann wendeten sie in weit ausholenden Kehren und gruppierten sich neu.

»Admiral?«, soufflierte Ardiff.

»Gönnen wir ihnen noch einen Versuch«, erwiderte Pellaeon. »Je mehr Flugdaten der Predictor verarbeiten kann, desto besser sollte er funktionieren.« Er fing den Blick eines der Offiziere im Mannschaftsschacht auf. »Schadensbericht?«

»Geringe Schäden am Bugkamm, Sir«, meldete der Offizier. »Eine Sensorenphalanx ist ausgefallen, also müssen fünf Turbolaser ohne Zielerfassungsdaten auskommen.«

»Verstanden.« All diese Schäden existierten natürlich nur in der Theorie und waren unter der Voraussetzung berechnet worden, dass die Preybirds hochenergetische Turbolaser eingesetzt hätten, wie sie an Bord von Großkampfschiffen üblich waren. Pellaeon hatte diese Art Kriegsspiele in seinen jüngeren Jahren geliebt; er hatte Geschmack an der Möglichkeit gefunden, ohne die Risiken einer wirklichen Schlacht mit Technik und Taktik zu spielen. Doch irgendwann im Laufe der Jahre war ihm diese Begeisterung abhanden gekommen. »Steuermann, bringen Sie uns zwanzig Grad nach steuerbord«, befahl er. »Die Steuerbord-Turbolaser werden sie bei ihrem nächsten Anflug mit Streufeuer belegen.«

Die Preybirds kehrten nun in geschlossener Formation zurück und näherten sich einmal mehr ihrem Ziel. Die Turbolaser der Schimäre eröffneten das Feuer, als sie angriffen; ihr schwacher Beschuss prasselte auf die überlappenden Deflektorschilde der Preybirds ein. Ein paar Sekunden lang beschossen die Gegner einander, dann lösten die Preybirds abermals die Formation auf und entfernten sich voneinander wie die Fingerspitzen einer sich öffnenden Hand. Sie rasten über und unter der Schimäre hinweg und suchten das Weite.

»Schadensbericht?«, rief Pellaeon.

»Drei Turbolaser-Batterien an Steuerbord ausgefallen«, gab der Offizier zurück. »Außerdem haben wir einen Traktorstrahlprojektor und zwei Ionenkanonen verloren.«

»Feindschäden?«

»Ein Angreifer scheint seine Deflektorschilde eingebüßt zu haben, und zwei weitere melden verminderte Turbolaser-Kapazitäten.«

»Das kann man kaum als Schäden bezeichnen«, murmelte Ardiff. »Aber natürlich ist die Situation hier nicht ganz fair. Raumschiffe von dieser Größe und Manövrierfähigkeit würden in Wirklichkeit niemals über die Schilde oder die Feuerkraft verfügen, die wir ihnen zugedacht haben.«

»Wenn Sie Fairplay wollen, stellen Sie ein Schockball-Turnier auf die Beine«, versetzte Pellaeon ätzend. »Suchen Sie nicht im Krieg danach.«

Ardiffs Wangen röteten sich. »Es tut mir leid, Sir.«

Pellaeon seufzte. Die besten Männer, die die Imperiale Flotte zur Verfügung stellen konnte… »Behalten Sie das Tarnfeld im Auge, Captain«, befahl er jetzt und beobachtete den fahlen Rückstrahl der Preybirds, die sich in einiger Entfernung abermals formierten. »Aktivierung auf mein Kommando!«

»Ja, Admiral.«

Es gab ein plötzliches Flimmern des Rückstrahls, das teilweise von den Preybirds verdeckt wurde, als der Feind auf hohe Geschwindigkeit beschleunigte. »Sie kommen«, sagte Pellaeon und sah zu, wie der einzelne glühende Punkt sich in acht in geschlossener Formation fliegende Schiffe aufteilte. »Koppeln Sie den Predictor mit der Feuerleitstelle. Tarnfeld bereithalten.«

»Predictor und Tarnfeld bereit«, bestätigte Ardiff.

Pellaeon nickte. Seine ganze Aufmerksamkeit galt den Preybirds. Sie hatten jetzt fast den Punkt erreicht, an dem sie beim letzten Mal die Formation aufgelöst hatten… »Tarnfeld… Jetzt!«

Und mit einem kurzen Aufflackern der Brückenbeleuchtung verschwanden die Sterne und die sich nähernden Preybirds, als das Tarnfeld die Schimäre in tiefe Finsternis hüllte.

»Tarnfeld aktiviert und stabil«, meldete Ardiff.

»Steuermann, dreißig Grad, Strich acht backbord«, befahl Pellaeon. »Vorwärtsbeschleunigung null Komma eins. Turbolaser… Feuer!«

»Verstanden«, rief einer der Offiziere. »Turbolaser feuern.«

Pellaeon trat einen Schritt näher an die Sichtluke heran und ließ den Blick über die Flanken der Schimäre wandern. Die fahlen Detonationen des schwachen Beschusses waren gut sichtbar. Sie spien ihr Feuer ein Stück weit von dem Sternzerstörer in den Raum und verschwanden, als sie den sphärischen Rand des Tarnfelds durchdrangen. Die Schimäre, die von eben der Vorrichtung, die sie vor ihren Gegnern schützte, gleichsam geblendet war, feuerte unkontrolliert, in dem Versuch, die Angreifer zu vernichten.

Oder vielleicht doch nicht ganz so unkontrolliert. Wenn der Predictor so zuverlässig arbeitete, wie dessen Erfinder hofften, hatte das Imperium in diesem Krieg vielleicht doch noch eine echte Chance.

Es verging viel Zeit, bis die Turbolaser der Schimäre ihr Feuer einstellten. Viel zuviel Zeit. »War es das?« fragte er Ardiff.

»Ja, Sir«, antwortete der andere. »Fünfhundert Schüsse, wie vorgesehen.«

Pellaeon nickte. »Deaktivieren Sie das Tarnfeld. Lassen Sie uns sehen, was wir ausrichten konnten.«

Wieder flackerte das Licht an Bord, und die Sterne kehrten zurück. Pellaeon drückte sich innerlich die Daumen und blickte durch die Aussichtsluke.

Im ersten Moment sah er gar nichts. Dann entdeckte er an Steuerbord die näher kommenden Glühpunkte. Sieben von ihnen.

»Ein Signal des Feind-Commanders, Admiral«, rief ihm der Komoffizier zu. »Ziel Nummer drei meldet den Erhalt eines Ausfalltreffers und hat sich abgemeldet; alle übrigen Ziele haben nur unbedeutende Schäden erlitten. Man erwartet Ihre Befehle.«

Pellaeon verzog das Gesicht. Eines. Von acht Zielen hatte es die Schimäre lediglich geschafft, eines zu treffen. Und diese Meisterleistung hatte fünfhundert Schüsse erfordert.

Das war’s also. Der wunderbare computergesteuerte Gefechtspredictor, der von seinen Schöpfern und Sponsoren als der beste Weg zur praktischen Nutzung des Tarnfelds angepriesen wurde, hatte soeben seinen ersten echten Test durchlaufen. Und, um gerecht zu sein, es war immerhin besser gewesen, als einfach ins Blaue zu schießen.

Aber nicht als sehr viel besser. Nicht annähernd.

»Informieren Sie den Feind-Commander, dass die Übung vorbei ist«, wies Pellaeon den Komoffizier an. »Ziel drei kann seine Systeme reaktivieren; alle Schiffe sollen zur Schimäre zurückkehren. Ich wünsche binnen zwei Stunden ihre Berichte.«

»Jawohl, Sir.«

»Ich bin sicher, man wird die Leistung noch verbessern können, Sir«, sagte Ardiff, der neben Pellaeon stand. »Das war nur der erste praktische Test. Sie werden die Leistung ganz sicher noch verbessern.«

»Wie?«, gab Pellaeon scharf zurück. »Indem man dem Predictor beibringt, allwissend zu sein? Oder indem man ihn einfach lehrt, die Gedanken unserer Feinde zu lesen?«

»Sie hatten lediglich zwei Durchgänge angeordnet, um die Flugmuster der Ziele zu studieren«, erinnerte Ardiff ihn. »Bei weiteren Daten hätte der Predictor ihre Bewegungen besser vorhersehen können.«

Pellaeon schnaubte verhalten. »Eine nette Theorie, Captain, die in bestimmten kontrollierten Situationen sogar funktionieren könnte. Aber eine Schlacht kann man kaum als kontrollierte Situation bezeichnen. Es gibt viel zu viele Variable und Unbekannte; vor allem wenn man die vielen hundert nichtmenschlichen Spezies und deren Kampfstile in Betracht zieht, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Ich wusste von Anfang an, dass diese Predictor-Idee ein Schlag ins Wasser sein würde. Aber wir mussten es trotzdem versuchen.«

»Nun, dann fangen wir eben wieder bei Null an«, meinte Ardiff, »und lassen uns etwas anderes einfallen. Es muss doch irgendeinen praktischen Nutzen für dieses Tarnfeld geben.«

»Selbstverständlich gibt es den«, pflichtete Pellaeon ihm nachdrücklich bei. »Großadmiral Thrawn hat allein drei davon hinterlassen. Aber leider gibt es im Imperium niemanden mehr mit seinem militärischen Genie.« Er seufzte. »Nein, Captain. Es ist vorbei. Alles ist vorbei. Wir haben verloren.«

Einen langen Moment war das gedämpfte Murmeln der Gespräche im Hintergrund das einzige Geräusch auf der Brücke. »Das kann nicht Ihr Ernst sein, Admiral«, sagte Ardiff schließlich. »Und, wenn ich das sagen darf, Sir, das sind nicht die Worte, die das Oberkommando der Imperialen Streitkräfte wird hören wollen.«

»Und wieso nicht?« konterte Pellaeon. »Die Tatsachen sind für niemanden zu übersehen.«

»Das ist ganz sicher nicht der Fall, Sir«, erwiderte Ardiff steif. »Wir halten noch immer acht Sektoren– das sind über tausend bewohnte Systeme. Wir haben die Flotte, fast zweihundert Sternzerstörer. Wir sind immer noch eine Streitmacht, mit der zu rechnen ist.«

»Sind wir das?«, wollte Pellaeon wissen. »Sind wir das wirklich?«

»Natürlich«, insistierte Ardiff. »Wie könnten wir uns sonst gegen die Neue Republik halten?«

Pellaeon schüttelte den Kopf. »Wir halten uns allein deshalb, weil die Neue Republik zurzeit viel zu sehr mit ihren internen Querelen beschäftigt ist, um sich mit uns zu befassen.

»Was uns unmittelbar zum Vorteil gereicht«, entgegnete Ardiff. »Es verschafft uns die Zeit, die wir brauchen, um uns zu reorganisieren und neu zu bewaffnen.«

»Neu bewaffnen?« Pellaeon runzelte fragend die Stirn. »Haben Sie auch nur einen flüchtigen Blick auf das Material geworfen, mit dem wir hier arbeiten?« Er deutete auf den Raum vor der Sichtluke, auf die Preybirds, die auf ihrem Weg in den Hangar des Sternzerstörers soeben unter dem Rand der Schiffshülle verschwanden. »Sehen Sie sich die Schiffe doch an, Captain. SoroSuub-Preybirds. Wir haben nichts mehr als SoroSuub-Preybirds.«

»An den Preybirds ist doch nichts auszusetzen, Sir«, erwiderte Ardiff stur. »Sie sind recht zuverlässige mittelgroße Sternjäger.«

»Der springende Punkt ist bloß, dass sie nicht vom Imperium hergestellt wurden«, sagte Pellaeon. »Wir haben sie uns praktisch von überall her zusammengeschnorrt– wahrscheinlich von irgendwelchen Randpiraten oder Söldnern. Und schnorren mussten wir deshalb, weil wir nur noch über eine einzige große Schiffswerft verfügen, die unsere Nachfrage nach Großschiffen– ganz zu schweigen von Sternjägern– unmöglich befriedigen kann. Jetzt erzählen Sie mir mal, wie Sie uns neu zu bewaffnen gedenken.«

Ardiff starrte aus der Aussichtsluke. »Es ist trotzdem noch nicht vorbei, Sir.«

Doch das war es. Und Pellaeon war sich sicher, dass Ardiff dies tief in seinem Innern ebensogut wusste wie er selbst. Noch tausend Systeme– von einem Imperium, das dereinst eine Million Systeme umspannte. Noch zweihundert Sternzerstörer– von einer Flotte, die einmal aus über fünfundzwanzigtausend Einheiten bestanden hatte.

Und, was vielleicht am meisten besagte: Hunderte von Sternsystemen, die früher eine vorsichtige Neutralität gewahrt hatten, suchten nunmehr um Aufnahme in die Neue Republik nach. Auch sie wussten, dass der Ausgang des Krieges nicht länger ungewiss war.

Großadmiral Thrawn wäre vielleicht dazu fähig gewesen, die verbliebenen Funken zu einem imperialen Siegesfeuer anzufachen. Aber Großadmiral Thrawn war tot.

»Lassen Sie den Navigator einen Kurs zum Bastion-System setzen«, wandte sich Pellaeon an Ardiff. »Senden Sie Botschaften an alle Muftis, instruieren Sie sie, bei Mufti Disra mit mir zusammenzutreffen. Wir starten, sobald alle Preybirds an Bord sind.«

»Jawohl, Admiral«, nickte Ardiff. »Soll ich den Muftis mitteilen, worum es bei dem Treffen geht?«

Pellaeon betrachtete durch die Sichtluke die fernen Sterne. Sterne, die das Imperium einst sein eigen genannt hatte. Sie hatten so viel besessen… und irgendwie war ihnen alles durch die Finger geglitten. »Sagen Sie ihnen«, erwiderte er mit leiser Stimme, »dass es an der Zeit ist, einen Unterhändler zur Neuen Republik zu entsenden… um über die Bedingungen unserer Kapitulation zu verhandeln.«

2

Die Konsole des Millennium Falken gab ein letztes pfeifendes Annäherungssignal von sich und riss Han Solo aus einem leichten Schlummer. Er streckte die Arme, dehnte die müden Glieder und warf einen kurzen Blick auf die Anzeigen. Sie waren fast da. »Mach schon, Chewie, komm zu dir«, sagte er und versetzte dem Wookiee hinter ihm in schneller Folge ein paar aufmunternde Schläge mit dem Handrücken.

Chewbacca schreckte aus dem Schlaf auf und grollte eine Frage. »Wir sind da, das ist los«, erklärte Han und riss für einen Moment die Augen auf, um den Blick zu klären. Er umfasste die Hebel, die den Hyperantrieb steuerten, und sah zu, wie der Countdown lief. »Klar bei Sublichtantrieb. Und… los geht’s!«

Der Zähler sprang auf null, und er drückte die Hebel langsam nach vorne. Jenseits der Pilotenkanzel des Falken verwandelte sich der gesprenkelte Himmel des Hyperraums zuerst in Lichtstreifen, die schließlich zu Sternen kollabierten. Sie hatten ihr Ziel erreicht. »Genau auf den Punkt«, bemerkte Han und nickte in Richtung des bläulich-roten planetaren Halbkreises, der vor ihnen lag.

Neben ihm knurrte Chewbacca. »Ja, klar, um Iphigin ist immer eine Menge los«, entgegnete Han und betrachtete die Hundertschaften winziger Antriebslichter, die sich um den Planeten bewegten wie ein durchgedrehter Mückenschwarm. »Der Planet ist der wichtigste Umschlagplatz des gesamten Sektors und mindestens noch zwei weiterer dazu. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass Puffers das Meeting hier anberaumt hat: Man fängt nicht an zu schießen, wenn das eigene Material in die Schusslinie geraten könnte.«

Chewbacca knurrte verärgert. »Na ja, Verzeihung«, entschuldigte sich Han sarkastisch, »dann eben Präsident Gavrisom. Ich wusste ja nicht, dass du so ein großer Fan von ihm bist.«

Das Kom meldete sich mit einem Signalton. Chewbacca schlug mit seiner gewaltigen Pranke auf den Schalter und nahm den Ruf brüllend entgegen.

»He, Chewie«, drang Luke Skywalkers Stimme aus dem Lautsprecher. »Ihr seid pünktlich auf die Minute. Der Falke muss zur Abwechslung mal ohne Probleme geflogen sein.«

»Außer einem Komschalter ist nichts kaputt«, grummelte Han und warf dem Wookiee einen finsteren Blick zu. »Chewie hat bloß versucht, das Ding zu plätten. Wo steckst du, Luke?«

»Ich nähere mich von der Nachtseite«, antwortete Luke. »Was hat Chewie denn?«

»Nicht viel«, gab Han zurück. »Wir hatten nur eine kleine politische Meinungsverschiedenheit, sonst nichts.«

»Aha«, sagte Luke wissend, »du hast Präsident Gavrisom mal wieder Puffers genannt, richtig?«

»Jetzt fang du nicht auch noch an«, brummte Han und starrte düster auf den Komlautsprecher.

Chewbacca kollerte eine Frage. »Also, zum einen scheint er niemals etwas anderes zu tun als reden«, erklärte Han.

»Das können Calibops eben am besten«, stellte Luke fest. »Sieh es endlich ein, Han: Heutzutage sind Worte das passende Handwerkszeug.«

»Ich weiß, ich weiß«, erwiderte Han und schnitt eine Grimasse. »Leia hat mir das ein für allemal eingebleut.« Seine Stimme wurde unversehens zu einer beinahe unbewussten Parodie seiner Frau: »Wir sind nicht länger die Rebellen-Allianz, die mit nur einer Handvoll Kämpfer den ganzen Laden schmeißt– wir sind jetzt Unterhändler und Vermittler, und wir sind hier, um den Regierungen der Systeme und Sektoren dabei zu helfen, hübsch artig miteinander umzugehen.«

»Hat Leia das wirklich so ausgedrückt?«

»Ich habe es ein bisschen ausgeschmückt.« Han blickte mit einem Stirnrunzeln aus der Kanzel des Falken und sah dann wieder auf die Anzeigen. »Bist du das in dem X-Flügler?«

»Das bin ich«, bestätigte Luke. »Wieso? Glaubst du, ich habe vergessen, wie man so ein Ding fliegt?«

»Nein, ich dachte bloß, du benutzt mittlerweile meistens eine der Lambda-Fähren der Akademie.«

»Das tue ich nur, weil ich für gewöhnlich nicht allein fliege«, erwiderte Luke. »Schüler und so. R2 war mit mir auf Yavin, um ein paar Daten durchs Raster laufen zu lassen, und als dein Ruf kam, sind wir sogleich in unsere alte Stumpfnase gestiegen und losgeflogen. Worum geht es eigentlich?«

»Worum es auf dieser Seite des Galaktischen Kerns immer geht«, konterte Han säuerlich. »Die Diamala und die Ishori sind mal wieder soweit.«

Luke seufzte. Das Geräusch drang als leises Zischen aus dem Lautsprecher. »Lass mich raten: Handels- und Rohstoffstreitigkeiten?«

»Nah dran«, versetzte Han. »Aber dieses Mal geht es um die Sicherheit ihrer Schiffe. Den Diamala gefällt es nicht, sich auf lokale Patrouillenschiffe verlassen zu müssen, wenn sie die Raumhäfen der Ishori anfliegen; die Ishori auf der anderen Seite wollen keine bewaffneten Diamala-Raumer in ihre Systeme hineinlassen.«

»Hört sich vertraut an«, meinte Luke. »Hat Gavrisom irgendeine Idee, wie man dieses Problem lösen kann?«

»Falls ja, hat er mir nichts davon gesagt«, antwortete Han. »Er hat mich bloß auf Wayland verständigt und gesagt, ich solle mich wie der Blitz hierherbegeben. Um dabei zu helfen, dass alle hübsch artig miteinander umgehen, schätze ich.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!