Stigmata in der Gesellschaft - Claudia Haslauer - E-Book

Stigmata in der Gesellschaft E-Book

Claudia Haslauer

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,3, Ludwig-Maximilians-Universität München (Deutsche Philologie), Sprache: Deutsch, Abstract: Die Menschen kennen einander nicht leicht, selbst mit dem besten Willen und Vorsatz; nun tritt noch der böse Wille hinzu, der alles entstellt.1 Johann Wolfgang von Goethe Es ist schon lange kein Phänomen mehr, dass die Gesellschaft das Individuum aufgrund von seinen Merkmalen und Eigenschaften charakterisiert und einstuft. Die Sozialpsychologie unterscheidet zwischen körperlichen, psychischen, charakterlichen und sozialen Merkmalen einer Person, die in der Fachsprache als ′Stigmata′ bekannt sind. Negative Stigmata rufen Ablehnung, Beklemmung oder Unbehagen bei Dritten hervor und entwerten das Gesellschaftsbild eines Stigmaträgers. Der Sozialwissenschaftler, Ervin Goffmann, unterscheidet zwischen sichtbaren und unsichtbaren Stigmata eines Individuums, von denen letztere für die nachfolgende Arbeit von Bedeutung sein werden. Träger von unsichtbaren Stigmata, wie beispielsweise Psychiatriepatienten, ehemalige Gefängnisinsassen oder Arbeitslose haben es schwer sich in die Gesellschaft zu integrieren. Der Versuch, in der Gesellschaft nicht als Stigmaträger erkannt zu werden, ist oft vergeblich. 2 Sobald an einem Individuum ein entsprechend negativ definiertes Merkmal wahrgenommen wird, wird von diesem Merkmal auf weitere unvorteilhafte Eigenschaften des Individuums geschlossen, so dass sich daraus eine Art von Teufelskreis ergibt. Für Stigmata ist nun charakteristisch, daß einmal das vorhandene Merkmal in bestimmter negativer Weise definiert wird, und daß zum anderen über das Merkmal hinaus dem Merkmalsträger weitere ebenfalls negative Eigenschaften zugeschrieben werden, die mit dem tatsächlich gegebenen Merkmal objektiv nichts zu tun haben.3 Negative Stigmata sind immer verbunden mit einer gesellschaftlichen Norm, von der das Individuum abweicht. Als ′Normen′ bezeichnet man Richtlinien und Regeln, die jedes Individuum in der Gesellschaft einhalten muss, wenn es diesen entsprechen will. In der folgenden Arbeit wird eine Gesellschaftsordnung aufgezeigt, die Arbeitslose und ehemalige Gefängnisinsassen als Träger negativer Stigmata definiert und ihnen ein normwidriges Verhalten unterstellt. Der Kampf des Individuums gegen diese gesellschaftlichen Vorurteile wird dabei genauso Gegenstand der Arbeit sein, wie die daraus resultierenden Krisen des Individuums.

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Veröffentlichungsjahr: 2004

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Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG.
A. Stigmata in der Gesellschaft.
B. Methodischer Ansatz zur vorliegenden Arbeit
A. Inhaltliche Kriterien des Dramas
B. Gesellschaft und Individuum
1. Identitätsproblematik Wilhelm Voigts.
2. Soziale Krise des Protagonisten.
III. ALFRED DÖBLIN, BERLIN ALEXANDERPLATZ (1929)
A. Thematische Aspekte des Großstadtromans.
B. Kriminalität und Gewalt
1. Gewalt als Leitmotiv und Stigmata des Protagonisten
2. Das Leiden Biberkopfs und seine Erlösung
IV. VERGLEICHENDE DARSTELLUNG DER BEIDEN WERKE
V. FAZIT
A. Thematische Zusammenfassung.
B. Persönliches Resumé
VI. LITERATURVERZEICHNIS.

Page 1

Stigmata in der Gesellschaft

Carl Zuckmayers „Hauptmann von Köpenik“

Eingereicht am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literatur

Hauptseminar im WS 2003/2004:Carl Zuckmayer/ Stücke

Von: Haslauer Claudia

Studiengang: Neuere Deutsche Literatur (M.A.)

Page 4

I. EINLEITUNG

A. Stigmata in der Gesellschaft

Es ist schon lange kein Phänomen mehr, dass die Gesellschaft das Individuum aufgrund von seinen Merkmalen und Eigenschaften charakterisiert und einstuft. Die Sozialpsychologie unterscheidet zwischen körperlichen, psychischen, charakterlichen und sozialen Merkmalen einer Person, die in der Fachsprache als 'Stigmata' bekannt sind. Negative Stigmata rufen Ablehnung, Beklemmung oder Unbehagen bei Dritten hervor und entwerten das Gesellschaftsbild eines Stigmaträgers. Der Sozialwissenschaftler, Ervin Goffmann, unterscheidet zwischen sichtbaren und unsichtbaren Stigmata eines Individuums, von denen letztere für die nachfolgende Arbeit von Bedeutung sein werden. Träger von unsichtbaren Stigmata, wie beispielsweise Psychiatriepatienten, ehemalige Gefängnisinsassen oder Arbeitslose haben es schwer sich in die Gesellschaft zu integrieren. Der Versuch, in der Gesellschaft nicht als Stigmaträger erkannt zu werden, ist oft vergeblich.2

Sobald an einem Individuum ein entsprechend negativ definiertes Merkmal wahrgenommen wird, wird von diesem Merkmal auf weitere unvorteilhafte Eigenschaften des Individuums geschlossen, so dass sich daraus eine Art von Teufelskreis ergibt.