Strandgefühle - Natalie Rabengut - E-Book

Strandgefühle E-Book

Natalie Rabengut

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Beschreibung

Norman ist von Anna einfach nur bezaubert. Sie ist so unglaublich schüchtern, dass sie kaum einen geraden Satz in seiner Gegenwart herausbekommt. Doch er ist zuversichtlich, dass sie seinem Charme und der französischen Sonne früher oder später erliegen wird. Oder?   Die Albert-Gessler-Fachhochschule in Köln hat einen hervorragenden akademischen Ruf. Hinter den Kulissen spielt sich allerdings täglich der ganz normale Wahnsinn ab: Chaotische Lehrkräfte, verplante Studenten und jede Menge extrakurrikulare Veranstaltungen sorgen für Drama, Aufregung und Stress – doch natürlich ist auch das eine oder andere Happy End dabei. Jede Kurzgeschichte der Reihe ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig von den anderen gelesen werden. Neuauflage des gleichnamigen Titels von 2015.

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Seitenzahl: 36

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Strandgefühle

Natalie Rabengut

Copyright: Natalie Rabengut, 2015, Deutschland.

Neuauflage: Natalie Rabengut, 2020, Deutschland.

Coverfoto: © Kamjana – stock.adobe.com

Alle Rechte vorbehalten. Ein Nachdruck oder eine andere Verwertung ist nachdrücklich nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin gestattet.

Sämtliche Personen und Einrichtungen in diesem Text sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig.

Black Umbrella Publishing

www.blackumbrellapublishing.com

Inhalt

Einführung

Kapitel 1

Kapitel 2

Über Natalie Rabengut

Einführung

Norman ist von Anna einfach nur bezaubert. Sie ist so unglaublich schüchtern, dass sie kaum einen geraden Satz in seiner Gegenwart herausbekommt. Doch er ist zuversichtlich, dass sie seinem Charme und der französischen Sonne früher oder später erliegen wird. Oder?

Die Albert Gessler-Fachhochschule in Köln hat einen hervorragenden akademischen Ruf. Hinter den Kulissen spielt sich allerdings täglich der ganz normale Wahnsinn ab: Chaotische Lehrkräfte, verplante Studenten und jede Menge extrakurrikulare Veranstaltungen sorgen für Drama, Aufregung und Stress – doch natürlich ist auch das eine oder andere Happy End dabei.

Jede Kurzgeschichte der Reihe ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig von den anderen gelesen werden.

Kapitel 1

Norman

Ich zog das Surfbrett aus dem Wasser und schüttelte den Kopf, dass die Tropfen nur so flogen. Mehr schlecht als recht strich ich meine Haare nach hinten und hoffte, dass sie dort blieben und ich nicht gleich wie ein Wischmob aussah.

Anna saß wieder ein Stück von den anderen weg und hatte die Nase in ein Buch gesteckt. Heute war es »Madame Bovary« von Gustave Flaubert, gestern hatte sie »Die Elenden« von Victor Hugo beendet. Während der Rest unserer Truppe den Urlaub in der Bretagne nutzte, um zu flirten und möglichst viele Kondompackungen zu verbrauchen, schien Anna fest entschlossen, die Klassiker der Weltliteratur zu lesen.

Dabei wirkte sie nicht einmal entspannt, sondern hatte die Beine eng an den Körper gezogen und bewegte ihre Lippen beim Lesen, als könnte sie nicht fassen, was dort auf den Seiten vor ihr stand.

Eigentlich hatte ich nicht mit auf diesen Ausflug kommen wollen, um etwas Abstand zu meinen Kommilitonen zu gewinnen, aber es hatte zu lustig geklungen. Wir waren mit 12 Personen und drei vollgepackten Kleinwagen zu einem Ferienhaus im Westen Frankreichs aufgebrochen und inzwischen freute ich mich, mitgekommen zu sein. Den Gedanken an das demnächst anstehende Praktikum schob ich weit von mir.

Ich vergewisserte mich, dass das Board weit genug vom Wasser weg lag, und machte mich auf den Weg zu Anna. Sie hatte die dunkelblonden Haare zu einem hohen Knoten am Hinterkopf gebunden und war ungeschminkt. Trotzdem waren ihre Wimpern dunkel und warfen lange Schatten auf ihre Wangen, die Lippen schimmerten rosig – was sicherlich daran lag, dass sie gut durchblutet waren, weil Anna immer auf ihnen herumkaute, wenn sie eine Stelle las, die sie offensichtlich empörte oder faszinierte.

Als ich stehen blieb, stieg der feine Duft nach Vanille und Kokos mir in die Nase und ich inhalierte ihn gierig. Ein letzter Tropfen Salzwasser fiel von meiner Nasenspitze auf die vergilbte Seite des Taschenbuches und Anna hob empört den Kopf.

Eine Sekunde lang waren ihre Augen schmal, der Mund fest zusammengepresst, bevor sie knallrot wurde und den Blick abwandte, weil sie mich erkannt hatte. Sie war unglaublich schüchtern und hatte vermutlich erst gedacht, ich wäre ihre Freundin Celine, die sie überredet hatte, mit auf den Trip zu kommen.

»Hi«, sagte ich und ließ mich neben ihr nieder.

Die bezaubernde Röte auf ihren Wangen vertiefte sich und ich sah, dass sie mit dem Gedanken spielte, von mir wegzurücken, obwohl noch gute zwei Handbreit Platz zwischen uns war.

Ihre Stimme war so leise, dass ich sie kaum verstehen konnte. »Hi.«

Ich deutete auf das Buch. »Und ist Berthe schon geboren?«

Anna riss die Augen auf. »Du hast ›Madame Bovary‹ gelesen?«

»Nein. Aber ich habe die Zusammenfassung auf Wikipedia studiert, um dich in ein Gespräch zu verwickeln. Geschickt, oder?«

Sie begann, mit ihrem Zeigefinger geometrische Formen in den Sand zu zeichnen. »Irgendwie schon.« Obwohl sie versuchte, es zu verbergen, konnte ich ein kleines Lächeln um ihre Mundwinkel erahnen.

»Also?«

Anna erstarrte. »Also was?«

»Na, ich habe das Gespräch eröffnet, jetzt musst du die Unterhaltung fortführen.«

»Ich muss überhaupt nichts.« Sie hob ihren Kopf und reckte die Nase in die Luft.

»Okay.« Ich stand auf und klopfte mir den Sand von den Händen. »Dann versuche ich es eben mit Bestechung.«