Streetkid - Jimmy Kelly - E-Book

Streetkid E-Book

Jimmy Kelly

4,8
15,99 €

Beschreibung

In den Neunzigerjahren füllen Jimmy Kelly und seine Geschwister die größten Hallen und Stadien in Deutschland, verkaufen mehrere Millionen CDs und verdienen ein Vermögen. Doch der Erfolg hat seinen Preis: Der "Family" muss sich jeder unterordnen. Erst nach dem Tod des Vaters, der innerhalb der Familie die Fäden fest in der Hand hielt, schafft Jimmy Kelly den Ausstieg aus der Familienband – und steht vor dem Nichts, denn das Erbe ist weg. In seiner Not besinnt er sich auf seine Wurzeln und zieht wieder als Straßenmusiker durchs Land. In Streetkid erzählt er erstmals, wie er aus seiner größten persönlichen Krise zu seiner wahren Berufung und zu sich selbst findet. Ehrlich, menschlich, sehr persönlich!



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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 257




JIMMY KELLY

in Zusammenarbeit mit Patricia Leßnerkraus

STREETKID

Fluch und Segen, ein Kelly zu sein

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Copyright © 2017 by Wilhelm Heyne Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH,

Neumarkter Straße 28, 81673 München

Umschlagfoto und sämtliche Innenfotos: Thomas Stachelhaus

Satz, Layout und E-Book Produktion: Satzwerk Huber, Germering

ISBN: 978-3-641-21182-0V002

www.heyne.de

Für meine Frau Meike

und meine Kinder Aimee, Máire und Yeshua

Die im Buch abgebildeten Personen sowie Fußgängerzonen und Wahrzeichen der Städte sind nicht unbedingt die im betreffenden Kapitel beschriebenen, sondern stehen exemplarisch für die im Text dargestellte Situation.

Inhalt

Vorwort

Der Blick von außen – Von meinem Freund Thomas Stachelhaus

Der Bankautomat oder wie zahle ich meine Miete?

Mein Traum von der Straße – Back on the street

Köln – Begegnung mit Daniel und meine Erinnerung ans Hyatt Hotel

Die Fußgängerzone in Aachen

Ignore the moods – Ignoriere deine Launen!

Stadtfest in Kassel

Das Kelly-Schild – Von nichts kommt nichts

Meine Begegnung mit den Punks

Die Bild sagt die Wahrheit

Besuch des Krämerbrückenfests in Erfurt

Leipzig – Der geplatzte Traum

Eine alte Frau fängt neu an

Ein Wiedersehen mit Jens und Dagmar in Stralsund

Ein Polizist in Zivil?

Ein Vater weint

Dresden – Ein Straßenfest unter der Brücke

Die Russen

Meine Ehefrau Meike

Mein Tag in Jena

Mein Tank ist leer, und ich trampe

Mein Wiedersehen mit Johnny in Warnemünde

Der Bergsteiger

Gold auf der Straße

Hast du Zeit?

Das Stadtfest in Magdeburg und die Hilfe der Polizei

Die alleinerziehende Mutter

Das Brautpaar

Die Prostituierte

Teenage mom

Was die Leute so sagen – Lass die Leute reden

Der Kreiselmann

Peter und sein Hund

Fröhlich trotz Handicaps

Marion, mein Straßenengel

Der erste Winter

Endlich schuldenfrei – Hurra!

Ich kaufe ein Haus oder wie ich ein Spießer wurde

Armut in Deutschland hat viele Gesichter

Famous people fail – Auch berühmte Leute scheitern

The Street Orchestra – Eine Band wird geboren

Dieter Bohlen sein für einen Tag

Die Band wächst!

Die Gesetze der Straßen!

Babyboom in der Band!

Pilger in Lourdes

Besuch am Grab meiner Mutter in Belascoain

Unser Sohn Yeshua und ein Dankeschön an meine Frau

Abschlussgedanken

Danksagung

Fotoverzeichnis

Vorwort

»Aus dir wird mal was«, sagte eine ältere Dame mit einem kleinen Hund im Arm zu mir. »Sie erinnern mich an jemanden …«, fügte sie hinzu und warf einen Euro in meinen Gitarrenkoffer. Ich bedankte mich und sang weiter. Während des Songs lachte ich innerlich und dachte: »Aus mir war mal was geworden.« Was die wenigsten Menschen wissen, ist, dass meine Familie, The Kelly Family, vor dem großen Durchbruch in den Neunzigern jahrelang durch die Fußgängerzonen dieser Welt tingelte. Eigentlich wuchs ich dort auf – in den Straßen unserer Welt. Mit sieben drückte man mir das Tambourin in die Hand. Nicht, um darauf zu spielen, sondern, um Geld zu sammeln, während meine Geschwister weitermusizierten. Ich ging nie zur Schule. Mein Vater war stets der Meinung, das Leben zu erleben sollte unsere Schule sein. Mitten unter den Menschen sollten wir aufwachsen. Wir waren zwölf Kinder, ich mittendrin als Nummer sieben.

Wir wurden zur erfolgreichsten sowie bekanntesten Straßenband der Welt und später eine der erfolgreichsten Bands im Showbusiness der Geschichte Deutschlands und Europas. Über zwanzig Millionen Platten und unzählige Live- und Fernsehauftritte quer durch die größten Arenen Europas – das wurde unser Alltag. Wir teilten die Bühne mit Giganten wie Michael Jackson, Elton John, Aerosmith und Grönemeyer. Mit Pavarotti sangen wir das »Ave Maria«, mit Joe Cocker »Where the eagles fly«. Eric Clapton und Bruce Springsteen gaben uns ihre Privatnummern. Wir hatten einen Jahresumsatz von circa hundert Millionen Euro, gewannen alle Preise, die die Musikszene hergab, und der Gitarrist von Queen nannte uns »The champions«. Die Liste des Erfolgs ist unendlich, und ich könnte drei Bücher über dieses Leben schreiben, aber davon soll es in diesem Buch nicht handeln. Eines muss ich aber noch anmerken: Einmal hat Tina Turner mich geküsst, und ich habe Tina geküsst.

Wir lebten das Prinzip der »Musketiere«: Einer für alle – alle für einen.

Also, warum bin ich wieder auf der Straße gelandet? Der erste Grund wird sein, dass wir in erster Linie eine Familie waren und keine Band. Als mein Vater im Jahr 2002 starb, war der Trend schon absehbar. Jeder von uns ging mehr und mehr seinen eigenen Weg. Kathy nahm eine Soloplatte auf, Johnny heiratete und zog nach Spanien. Joey entschied sich für eine Sportkarriere, Paddy ging ins Kloster, Angelo tourte mit eigener Band, Maite heiratete einen Franzosen und zog in das Heimatland ihres Mannes. Um es kurz zu fassen: Wir gingen langsam, aber sicher auseinander. Die Natur nahm ihren Lauf, wie in jeder anderen Familie auch.

Ich blieb bis fast zum Schluss. Außer mir waren es nur noch vier Mitglieder der Kelly Family, die gemeinsam musizierten. Ich entschied mich eines Tages, ebenfalls zu gehen, weil das Verhältnis zwischen uns verbliebenen Geschwistern in der Band immer schlimmer wurde. Wir stritten uns ständig, hauptsächlich um Geld, das Erbe. Hätte mein Vater ein Testament hinterlassen, wäre zwischen uns Geschwistern alles möglicherweise einfacher gewesen.

Da ich aber kein zweites Standbein für mich aufgebaut hatte, musste ich bei null anfangen. Geld hatte ich keines, war doch The Kelly Family in der Vergangenheit immer mein Versorger gewesen und ich ihrer. Seit ich klein war, lebten wir – was das Geld betraf – immer im vollen Vertrauen zueinander. Ich bekam nie eine Gage, aber ich hatte stets alles, was ich brauchte. Manchmal zu wenig und manchmal zu viel. Wir lebten das Prinzip der »Musketiere«: Einer für alle – alle für einen. Ein halbes Leben lang hatten wir gut funktioniert, doch ohne unseren Vater funktionierte plötzlich nichts mehr. Wir wurden aufgezogen, um alles gemeinsam zu vollbringen. Gemeinsam waren wir stark, aber immer mit dem Papa als Kapitän, der den Familiendampfer sicher durch jedes noch so stürmische Wasser lenkte. Rein rechtlich waren und sind wir bis heute alle gleichwertig, doch recht haben und recht bekommen ist nicht immer selbstverständlich. Jetzt, da der Kapitän nicht mehr da war, wurde die Situation nicht leichter.

In einer Familie gibt es auch Politik, Mord und Totschlag. Es gibt die Kapitalisten, die Kommunisten, die Konservativen und die Mafia noch dazu. Doch das Verrückteste war, dass manche Mitglieder der Familie ständig die Partei wechselten, und schon ging alles wieder von vorn los. Allerdings muss ich gestehen, dass ich daran auch nicht unschuldig war. Wie gesagt, ich bin mittendrin, das Sandwichkind. Mir wurde klar, dass es einige Zeit brauchen würde, bis ich endlich das mir zustehende Geld bekommen würde.

Der Wunsch, zurückzukehren zum verlorenen Glück auf der Straße, war schon länger in mir.

In der Zwischenzeit, genauer gesagt, im Jahr 2005, hatte auch ich geheiratet. Mit meiner damals fünfundzwanzig Jahre alten Frau Meike, unserer zweijährigen Tochter Aimee und unserer acht Wochen alten Tochter Máire lebte ich in einer kleinen, billigen Wohnung in Belgien. Die Gefechte mit einigen meiner Geschwister machten mich krank und ließen mich unangenehm werden gegenüber mir selbst und meinen Mitmenschen, um es mal in harmlose Worte zu fassen. Ich wusste, ich musste raus aus der Band und endlich meinen eigenen Weg gehen. Ich war sechsunddreißig Jahre alt und stand noch immer nicht auf eigenen Füßen. Doch meine Frau und Kinder brauchten mich. Die Stunde der Wahrheit war gekommen: Ich musste endlich ein Mann werden.

Zurück ins Showbusiness wollte ich nicht. Ich hatte genug gesehen, um zu wissen, dass dort nicht alles Gold ist, was glänzt. Außerdem musste ich mich als Individuum finden, in meiner Familie war das nicht möglich, weil wir nicht als Individuen erzogen worden waren. Und das Showgeschäft ist wohl der letzte Ort, an dem man sich selbst finden kann.

Ich hatte genug vom Showbusiness. Ich wollte weg von der Show, der Oberflächlichkeit, dem Schein. Ich wollte hinein ins wahre, echte Leben. Der Wunsch, zurückzukehren zum verlorenen Glück auf der Straße, war schon länger in mir. Nur wie so oft im Leben gehen wir selten dem wahren Ruf unseres Herzens nach. Meistens kommt man erst auf diesen Wunsch zurück, wenn sich die äußeren Umstände drastisch verändern. Wer will schon gerne seine Komfortzone verlassen? Meist halten uns unsere Ängste davor zurück, und darum sind wir auch erst bereit, auf unser Herz zu hören, wenn wir es wirklich müssen.

Da in der Kelly Family Umbruch und Chaos angesagt waren, kam mir immer wieder in den Sinn: »Back to the roots, Jimmy, da wolltest du doch schon lange hin zurück!« Sucht ein Mensch nach Orientierung, ist es oft sinnvoll, zur Basis zurückzukehren.

Wenn ein Sportler eine Niederlage kassiert, geht er am nächsten Tag immer und immer wieder durch das »Grundlagentraining«. Mönche begeben sich ständig »zurück zur Quelle«. The Kelly Family war im Ursprung eine Band des Volkes und der Straße. Und so dachte ich mir, dass, wenn ich genug Geld in den Fußgängerzonen für meine kleine Familie verdienen könnte, ich so schon ein kleines Stückchen Glück gefunden hätte.

Kolumbus ging auf die Suche nach Indien und entdeckte Amerika. Ich ging auf die Suche nach meinen Wurzeln und entdeckte …? Aber lest selbst.

Ach ja, um meine Geschichte mit der alten Dame, mit der meine Einleitung begann, noch zu beenden: Als ich mein Lied zu Ende gesungen hatte, stand die Dame mit ihrem kleinen Hund plötzlich wieder vor mir und sagte: »Jetzt weiß ich übrigens, an wen Sie mich erinnern: an Semino Rossi. Der hat auch auf der Straße angefangen!« Ich packte meine Gitarre in den Koffer und ging. Hätte sie doch wenigstens Bruce Springsteen oder Bob Dylan gesagt …

Der Blick von außen – Von meinem Freund Thomas Stachelhaus

Da steht er am Rand der Fußgängerzone, irgendwo in Deutschland, Viktor James Kelly, besser bekannt als Jimmy Kelly, Mitglied der Band The Kelly Family, die Anfang der Neunzigerjahre die Teenies in Europa elektrisierte und Millionen von Musikträgern verkaufte.

Es ist frühmorgens, und ich beobachte ihn wie schon unzählige Male zuvor. Er trägt wie immer sein kariertes Holzfällerhemd, eine viel zu große, ausgewaschene Jeans mit ausgelatschten Schuhen. Seine Gitarre hängt locker über der Schulter. Neben ihm steht ein kleiner batteriebetriebener Verstärker, und auf der Straße liegt der aufgeklappte, noch leere Gitarrenkoffer. Alles ist vorbereitet für einen weiteren Arbeitstag von Jimmy, dem Straßenmusiker.

Er nimmt seinen kaputten, ausgebeulten Strohhut vom Kopf und faltet die Hände. Sein Körper sinkt noch mehr in sich zusammen, er schließt seine Augen. Ohne Gebet wird er nicht das erste Lied anstimmen. Ich beobachte diese Situation und das, was um ihn herum passiert, sehr sorgfältig. Kaum jemand nimmt Notiz von ihm in der noch spärlich besuchten Einkaufsmeile. Soll ich näher an ihn herangehen, oder lasse ich ihn in diesem intimen Moment ungestört? Eine Mutter mit ihrer neugierigen kleinen Tochter kommt näher, und ich weiß in diesem Augenblick, mein Arbeitstag hat gerade begonnen.

Ich bin Thomas Stachelhaus, Berufsfotograf, und soll im Auftrag von Jimmy eine umfassende fotografische Dokumentation seines Straßenmusikerlebens erstellen.

Ich kenne Jimmy seit Kindesbeinen. Als Student für Bildjournalismus besuchte ich 1988 seine Familie, die in Bochum ihr kleines Zirkuszelt aufgeschlagen hatte und ihren Lebensunterhalt schon damals auch durch Straßenkonzerte bestritt. Der unvergessene, von mir hochgeachtete Vater Dan Kelly erlaubte mir, das extrem aufregende und außergewöhnliche Leben seiner Familie ohne Wenn und Aber fotografisch zu begleiten.

Eines der ersten Fotos des damals ungefähr vierzehnjährigen Jimmy entstand im Wald mit Pfeil und Bogen. Es war nicht irgendein Spiel eines Kindes, sondern das Trainieren mit einer Waffe, genauer, einem Sportbogen, mit dem man einen Elch hätte töten können.

Die Situation hatte etwas Unwirkliches, fast Magisches. Kein Regisseur für Fantasyfilme hätte es besser inszenieren können. Die ersten Sonnenstrahlen fanden ihren Weg durch die Bäume, erwärmten den Morgentau und ließen leichte, feuchte Nebel aufsteigen. Jimmy, zu dem Zeitpunkt noch mit wallenden blonden Haaren, gekleidet wie ein Trapper im Mittelalter, ließ hoch konzentriert Pfeil auf Pfeil vom Bogen. Als Fotograf träumst du von solchen Motivwelten und lebst für diese Augenblicke, von denen es bei den Kellys sehr viele gab.

In den fünfundzwanzig Jahren, die auf diese Momentaufnahme folgten, hat sich zwischen Jimmy und mir eine ganz besondere Beziehung entwickelt. Ich durfte seine Entwicklung vom pubertierenden, gegen alles und jeden rebellierenden Jugendlichen bis hin zum glücklichen, fürsorglichen und mit sich zufriedenen Familienvater hautnah miterleben.

Mir ist in all diesen gemeinsamen Jahren ein wahrer Freund gewachsen, von dem ich weiß, er ist da, wenn ich ihn wirklich brauche!

Es war ein langer, schwieriger Weg. Immer geprägt von der scheinbar aussichtslosen Suche, unter allen äußeren Einflüssen dieser speziellen Medien- und Businesswelt mit ihren eigenen Gesetzen sowie der außergewöhnlichen Familiensituation, mit acht Geschwistern ohne Mutter, seine eigene authentische Identität zu finden.

Mir ist in all diesen gemeinsamen Jahren ein wahrer Freund gewachsen, von dem ich weiß, er ist da, wenn ich ihn wirklich brauche!

Er hat sein Gebet beendet, nimmt die Gitarre von der Schulter und stimmt mit noch krächzender Stimme den ersten Song an. Zu der Mutter mit Kind haben sich eine Handvoll Leute hinzugesellt. Aber es ist noch viel Hektik zu dieser frühen Stunde auf der Straße, und sie gehen nach einer kurzen Pause zügig weiter.

Auf Jimmy wartet ein langer, harter Tag für »Unser täglich Brot gib uns heute«.

Thomas Stachelhaus

Der Bankautomat oder wie zahle ich meine Miete?

Ich versuchte, Geld an einem Bankautomaten zu ziehen. Aber meine Karte funktionierte nicht. Mit einem Achselzucken drehte ich mich zu der jungen Dame hinter mir um und sagte: »Der Automat ist kaputt. Der spinnt.« Sie lächelte mich an und versuchte es selbst. Doch sie bekam ihr Geld sofort, ohne Probleme. Ich lief weg, ehe sie mich anschauen konnte. Ich ging zum Bankschalter und fragte, wie es angehen könnte, dass ich nicht an mein Geld kam.

Die Bankangestellte fragte mich nach meinen Kontodaten und klärte mich auf: »Herr Kelly, Sie haben Ihr Konto überzogen, die Karte behalten wir ein, die können Sie nicht mehr gebrauchen.«

Ich erwiderte: »Dann geben Sie mir doch einen weiteren Kredit.«

»Das kann ich leider nicht, Sie sind schon dreißigtausend Euro im Minus, einen weiteren Kredit kann ich nicht vergeben.«

»Ich bin doch ein Kelly!« Ein kleiner Trick, der manchmal Großes bewirken konnte.

Ich versuchte es mit der Kelly Family. »Ich bin doch ein Kelly!« Ein kleiner Trick, der manchmal Großes bewirken konnte. Doch diese Frau war kein Kelly-Fan. Take That wäre ihre Jugendliebe gewesen, gab sie mir zu verstehen. »Ja, Robbie Williams habe ich schon öfter getroffen, der ist ganz nett.« Die junge Frau hatte mich durchschaut und ließ sich nicht beeindrucken. Sie sagte höflich, aber energisch: »Wenn Sie möchten, kann ich einen Termin mit unserem Bankmanager vereinbaren.«

»Nein danke, bei dem war ich schon. Wir bleiben in Kontakt.« Wenn ich ein Haus oder Sonstiges als Sicherheit hätte bieten können, dann hätte man mir einen weiteren Kredit gewähren können. Doch alles, was mir gehörte, gehörte auch meinen Geschwistern, und mit einem solch komplizierten Konstrukt wie unserem möchte eine Bank selten etwas zu tun haben. Der Wert der Songrechte hätte erst einmal durch Experten untersucht werden müssen. Auch meinen Anteil an einem der teuersten Schlösser Deutschlands wollten sie als Sicherheit nicht akzeptieren. Das Familieneigentum war zu verzwickt.

Doch ich brauchte Cash, und zwar sofort. Also fuhr ich ans andere Ende von Köln, um einen Veranstalter zu besuchen, der mir noch Unmengen an Geld schuldete. Er erzählte mir, dass er insolvent sei und kein Geld mehr habe. Wenn ich keinen Anwalt einschalten würde, könne er mir meine Gage in Raten zahlen. Er habe ein tolles neues Projekt, mit dem er wahrscheinlich seine ganze Firma retten könne. Ich müsse ihm nur Zeit geben.

Er bot an, so schnell wie möglich anzufangen. Obwohl ich selbst in Not war, ließ ich mich durch seine liebevolle und unschuldige Art erweichen. Nun hoffte ich also, in den nächsten Wochen die erste Ratenzahlung zu erhalten. Er bedankte sich bei mir und meinte, ich sei ein wundervoller Mensch. So fühlte ich mich in diesem Moment auch – als Mutter Teresa für den Veranstalter. Doch als ich zu Hause ankam, wurde ich jäh in die Realität zurückgeholt. Wieder lagen neue Rechnungen auf dem Tisch, darunter viele Mahnungen. Der Vermieter rief an und informierte mich, dass meine Mietvorauszahlung bereits aufgebraucht war, und er wollte wissen, wann ich die Miete für den letzten Monat überweisen würde. Ich fragte, ob ich in Raten bezahlen könne. Er lachte nur und sagte, dass es Ratenzahlung bei Miete nicht gäbe und fünfhundert Euro ja auch nicht die Welt seien. Und außerdem hätte er doch im Internet gelesen, dass ich ein großer Star sei. »Okay, du bekommst dein Geld morgen, es ist schon unterwegs«, versicherte ich ihm. Das war natürlich eine Lüge.

Bei der Wohnung handelte es sich um eine Dreizimmerwohnung. Manche Wände waren voller Schimmel, weil die Wohnung feucht war. Wir wohnten im Erdgeschoss. Unser Boden war aus Stein, direkt darunter befand sich lehmiger Boden. Noch vor einigen Jahren war unsere Bleibe ein Kuhstall gewesen, und unser belgischer Vermieter hatte ihn selber zur Wohnung umgebaut, um ein bisschen Geld nebenbei zu verdienen. Und dementsprechend unfachmännisch war der Umbau auch geworden. Die Heizung funktionierte nicht richtig, die Wände waren dünn wie Pappe. Das Wasser brauchte ewig Zeit, um warm zu werden. Die Küche wäre in Deutschland eher auf dem Sperrmüll zu finden gewesen Anscheinend haben Belgier gelegentlich andere Erwartungen an zumutbaren Wohnraum. Mir passte die Wohnung damals trotzdem gut, weil ich nicht gewusst hätte, wohin ich mit meiner Frau Meike und unseren kleinen Töchtern Aimee und Máire hätte ziehen sollen.

Meike wusste von unserer wirklichen finanziellen Lage nichts. Sie wusste jedoch genug, um zu verstehen, warum ich Arbeit suchen musste. Sie war sich schon darüber im Klaren, dass meine Familie im Streit um unser Erbe lag und dass ich langsam lernen musste, auf eigenen Beinen zu stehen. Sie stand mir bei, wie man sich das von einer Partnerin nur wünschen konnte. Meike war praktisch die einzige Person, die an mich glaubte. Doch ein Mann zeigt seiner Frau nicht immer alle Schwächen, zumindest nicht am Anfang einer Ehe. Da will man noch zeigen, was man kann. Ein Mann muss ein Mann sein. Und wenn er nicht für das Finanzielle sorgen kann, dann fühlt es sich ziemlich beschämend an. Also entschied ich, meiner Frau nicht alle Karten offen auf den Tisch zu legen. Sie hatte zu der Zeit auch genug eigenen Kummer. Zwei kleine Kinder, die eine Tochter gerade mal zwei Jahre alt, die andere befand sich gerade inmitten ihrer Dreimonatskoliken. Stress pur, um es kurz zu fassen. Mutter zu sein ist der schwerste Job der Welt. Viele Mütter sind Superheldinnen, doch keiner sieht es.

Ein Mann muss ein Mann sein. Und wenn er nicht für das Finanzielle sorgen kann, dann fühlt es sich ziemlich beschämend an.

Ich nahm das Telefon zur Hand und rief einen meiner Brüder an, von dem ich noch Geld bekommen sollte. Seine Antwort war frustrierend.

»Du weißt doch, dass Vater das meiste Geld falsch gemanagt hat, und mit dem verbliebenen Geld muss ich Rechnungen begleichen, die uns alle betreffen.«

Ich wollte die Rechnungen und die Bücher einsehen, mein Bruder aber stellte sich quer: »Du musst mir vertrauen, ich bin dein Bruder. Ich habe weder Lust noch Zeit, dir alles zu zeigen. Lass mich in Ruhe damit«, bekam ich zur Antwort.

Zu dieser Zeit stritten wir uns oft. Immer wieder, stundenlang, manchmal bis tief in die Nacht. Doch der nächste Schock ließ nicht lange auf sich warten. Eine Freundin, die etwas Geld für Meike und mich verwaltete, rief mich ein paar Tage später an und gestand mir unter Tränen, dass mein Geld weg war. Ihr Mann war schwer krank, und sie hatten das Geld ohne mein Wissen benutzt, um ihre Firma zu retten. Es wären zwanzigtausend Euro gewesen, die ich zu diesem Zeitpunkt sehr gut hätte gebrauchen können. Ein Sprichwort besagt: »Ein Unglück kommt selten allein.« Leider schien das Sprichwort recht zu behalten. Innerlich war ich gelähmt, nach außen wahrte ich meine gute Laune. Manche Leute lachen, wenn sie einen Schlag ins Gesicht bekommen, manche weinen. Ich tat beides.

Dann war es so weit. Ich bekam einen weiteren Anruf von unserem Vermieter mit der Ansage, dass wir aus der Wohnung fliegen würden, wenn ich nicht sofort zahlen würde. Das war ein Schock. Meine Babys auf der Straße? Nein, das ging gar nicht. In meiner Verzweiflung suchte ich alle Rechnungen und Mahnungen zusammen und ging zur Kapelle von Sankt Joseph. Ich legte die Rechnungen auf den Altar und versprach Gott, wenn er mir zur Hilfe käme, würde ich ab sofort zehn Prozent meines Einkommens einem guten Zweck spenden. Er antwortete nicht. Ich redete und redete und versprach und versprach. Ich kann nicht mehr wiedergeben, was alles aus mir heraussprudelte. Dann wartete ich. Wartete auf eine Antwort. Ich wartete, bis ich plötzlich auf einen Zettel aufmerksam wurde, der auf einer Bank hinter mir lag. Auf ihm standen folgende Worte aus der Bibel, Jesaja 55, 8–9: »Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege. So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken.«

Mein Traum von der Straße – Back on the street

Als ich klein war, sagte mein Vater oft, man bräuchte nur drei Songs, um von der Musik auf der Straße leben zu können.

Als ich klein war, sagte mein Vater oft, man bräuchte nur drei Songs, um von der Musik auf der Straße leben zu können. »Wenn du dein Leben mit diesen drei Liedern zum Ausdruck bringen kannst, kannst du gut leben.« Er war davon überzeugt, dass die meiste Zeit in der Schule vergeudet war, denn man brauchte seiner Meinung nach nicht viel, um in dieser Welt durchzukommen. Deswegen mussten meine Geschwister und ich mindestens drei Songs auf einem Instrument lernen. Das tat ich, aber leider blieb es auch dabei. Wir waren so viele Kinder, und mein Vater war so überfordert, dass ich es mir erlauben konnte, kein Instrument richtig zu erlernen. Singen dagegen konnte ich. Doch die ersten Jahre schrie ich mehr, als dass ich sang, wovon ich sofort heiser wurde. Da wir aber so viele waren und ich sowieso selten die Hauptrolle in der Band spielte, war meine Heiserkeit nicht weiter schlimm. Manchmal kam auch ein vernünftiger Ton heraus, und so entwickelte ich mich nach und nach hauptsächlich zum Sänger, der drei Akkorde auf der Gitarre beherrschte. Mehr konnte ich nicht, und trotzdem wurde ich zum Rockstar. Unter uns: Viel mehr konnten die Stones oder Beatles ja auch nicht! Nun aber kam die Stunde der Wahrheit. Ich hatte eine Gitarre und nicht mehr als drei Lieder. Es war, als müsste ich das Laufen neu erlernen. Seither waren immer meine Brüder und Schwestern meine Stütze gewesen, als alleiniger Entertainer hatte ich jedoch keine Erfahrung. Den nostalgischen Traum, auf die Straße zurückzugehen, um dort zu musizieren und davon leben zu können, hatte ich in der letzten Zeit häufiger. »Wenn alles schiefgeht, dann hast du immer noch die Straße, Jimmy«, dachte ich so manches Mal bei mir. Früher, als wir als Familie noch unbekannt waren, verdienten wir circa fünftausend – damals noch – D-Mark am Tag, manchmal sogar mehr. Millionäre waren wir schon durch unsere Straßenkonzerte, noch bevor überhaupt eine Plattenfirma auf uns aufmerksam wurde. Und das Größte dabei war, dass wir stets unsere Freiheit behielten und unsere eigenen Chefs blieben. Nur das Wetter und ab und zu auch die Polizei konnten uns stoppen, ansonsten war es ein Traumberuf. Wir waren wild und frei, wie Gott uns schuf.

Ja, die Nostalgie in mir war groß, wieder auf die Straße zu gehen. Irgendwie hatte ich es heraufbeschworen. Die Würfel waren so gefallen, dass ich nun auch wegen des Geldes dorthin zurückmusste. Einen kleinen Verstärker für die Straßenmusik hatte ich mir schon vor einiger Zeit zugelegt, Gitarre und Mikro hatte ich auch. Das Equipment war startbereit. Also entschied ich mich dieses Mal ernsthaft dafür, einen Versuch zu wagen und allein auf die Straße zu gehen, denn ich war viel zu stolz, um von meinen Geschwistern Geld zu borgen. Und zurück ins Showbusiness wollte ich schließlich auch nicht. Stattdessen dachte ich: »Wenn ich nun auf der Straße Musik mache, dann werden die Leute sagen: Wahnsinn, ein Kelly zum Anfassen!« Also fuhr ich nach Bonn. Dort hatten wir früher viel Erfolg als Familie. »Die Fußgängerzone ist groß, und die Menschen werden mich belohnen. Singe ich einen Song, bekomme ich einen Euro. Ehrliche Arbeit wird belohnt. Was für eine Sensation wird das sein: Ein Kelly geht zurück zur Straße. Heldenhaft – ein Star ohne Allüren.« All diese wunderbaren Gedanken gingen mir durch den Kopf. Ich pushte mich hoch, es würde ganz großartig werden. Doch einmal in Bonn angekommen, mit dem Gitarrenkoffer in der Hand, fing ich plötzlich an, nervös zu werden. Ich hatte eine kleine Karre dabei, meinen Verstärker, ein paar CDs, mein Mikro und die Gitarre. Als ich so mit meinem kleinen Equipment durch die Fußgängerzone lief, bekam ich den Eindruck, dass mich alle Passanten anstarrten. Ich lief die Straße hoch und runter, immer wieder. Am Beethovenplatz kam mir meine Familie in Erinnerung, und ich war froh, dass sie nicht wussten, was ich hier vorhatte. Meine Frau war die Einzige, die wusste, warum ich in Bonn war. Ich lief weiter und weiter, wurde fast paranoid, hatte alle möglichen Gedanken, die mich jagten: »Es regnet ja!« Dabei war es in Wirklichkeit nur wolkig. »Da – dich hat jemand erkannt, lauf schneller.« Aber es war nur ein Kind, welches seiner Mutter nachrannte. »Wenn ich jetzt hier aufbaue und singe, wird sicher die ganze Straße stillstehen.« Ich zögerte und überlegte ernsthaft, ob ich die ganze Aktion vielleicht besser abbrechen sollte. Was sollte ich tun, wenn jemand die Bild-Zeitung anrief? »Kellys sind pleite« wäre die Schlagzeile. Was hätte das Ganze für Konsequenzen für meine Geschwister? Durfte ich das überhaupt tun? War das verantwortungsvoll von mir? Vielleicht würden meine Brüder und Schwestern es überhaupt nicht lustig finden, und dann wäre die Spaltung zwischen uns noch größer. Panik stieg in mir auf. Ich hatte Angst, wollte es mir aber nicht eingestehen. Ich lief und lief durch die Fußgängerzone, hier herum und noch mal dort herum. Genauso durcheinander sah es in meinem Kopf aus.

Auf einmal überkam es mich. »Jimmy, spiel jetzt oder nie! Du hast eine Menge Rechnungen zu bezahlen, die Miete ist längst fällig, sonst sitzen deine Frau und Kinder bald auf der Straße, vielleicht musst du bei deinen Schwiegereltern wohnen. Oder, noch schlimmer: bei einem deiner Geschwister. Die könnten dir dann erzählen, dass du schon immer unverantwortlich gewesen bist.« Ich packte meine Gitarre aus dem Koffer, baute meinen Verstärker auf, verkabelte das Mikro und spielte zitternd ein paar Akkorde auf meiner Klampfe. Ich fing ganz leise an zu singen, damit mich auch ja niemand erkannte. Aber niemand stoppte, um mir zuzuhören. Ich war völlig fassungslos. Wirklich niemand blieb stehen, alle Menschen liefen an mir vorbei. Ich drehte die Anlage lauter und sang, doch auch das zeigte keine Wirkung. Die Leute liefen weiter, sie hatten kein Interesse an mir. Ich sang noch lauter, aber weiterhin liefen alle an mir vorbei. Ich sang lauter und lauter, nicht einer bleib stehen, um mir zuzuhören. Ich dachte wirklich, die Welt interessiert sich so wahnsinnig für mich. Doch die Realität sah anders aus. Ein paar Fußgänger schmissen zwar Geld in meinen Gitarrenkoffer – aber nur im Vorbeigehen. »Es ist Rushhour, außerdem ist das Wetter auch nicht so gut, und dieser Platz hier ist sowieso doof«, überlegte ich und fing an, meine Sachen zu packen.

Als ich mich umdrehte, stand die Frau vom Wurststand gegenüber hinter mir. Sie hatte eine Bratwurst in der Hand, die sie mir mit den Worten reichte: »Hier, du siehst aus, als ob du Hunger hättest.« Und wie ich Hunger hatte! Ich bedankte mich, aß die Wurst und war der Meinung, die Dame hätte mich bestimmt erkannt. Dem war aber nicht so. Als wir uns im Gespräch gegenseitig vorstellten, war ihre Reaktion völlig unerwartet: »Wie, was erzählst du mir für einen Quatsch, erzähl doch keinen Unsinn …« Im weiteren Verlauf unserer Unterhaltung erzählte sie mir, wie gerne sie früher unsere alten Platten gehört habe. »Kannst du nicht mal ›Amazing Grace‹ für mich singen«, fragte sie. »Warum nicht«, dachte ich bei mir, »du schenkst mir eine Wurst, ich dir im Gegenzug einen Song.« Ich brauchte dringend ein bisschen Lob und begann, die Akkorde in meinem Kopf zusammenzusuchen. Als es anfing zu regnen, suchten wir Schutz unter dem Vordach eines Ladens. Während ich »Amazing Grace« sang, standen der Frau Tränen in den Augen, und ich fühlte mich plötzlich gut. Ich hatte mein Lob und dazu die Erinnerungen an früher, als Kathy »Amazing Grace« auf dem Akkordeon spielte. Das rief immer pure Gänsehaut bei mir hervor, und ich sah uns in diesem Moment wieder zusammen auf dem Beethovenplatz dieses Lied singen.

Am Ende des Songs standen plötzlich ein paar Mitarbeiter des Ordnungsamtes vor mir und fragten, ob ich eine Genehmigung hätte, hier zu musizieren. »Nein«, lautete meine Antwort, »ich wusste ja gar nicht, dass ich eine benötige.«

»Doch, Sie brauchen eine. Bitte packen Sie Ihre Gitarre ein, und schauen Sie, dass Sie verschwinden«, gab man mir zu verstehen.

Die Frau vom Wurststand unterbrach das Gespräch: »Wissen Sie denn nicht, wer das ist? Das ist doch einer von den Kellys!«

Die Ordnungsbeamten guckten erstaunt und zögerten für einen Moment. »Das tut uns leid, aber Vorschriften sind Vorschriften!«

Ich packte meine Sachen, und einer der Beamten sah meine CDs und fragte, ob er vielleicht eine kaufen könne. Natürlich konnten sie, also kauften gleich beide Beamte eine und fragten auch noch schnell nach einem Autogramm. Die Wurstverkäuferin kaufte auch eine CD – natürlich bekam sie ebenfalls ein Autogramm. Auf meine Frage, ob ich nicht doch ein bisschen weiterspielen dürfe, war die Antwort wieder eine Absage.

»Nein, es tut mir leid. Ich war früher ein riesiger Fan von Ihnen und war auf vielen Konzerten in den Fußballstadien, aber Vorschrift ist Vorschrift!«

Ich hatte genug für diesen Tag und ging nach Hause.

Köln – Begegnung mit Daniel und meine Erinnerung ans Hyatt Hotel

Am nächsten Tag fuhr ich nach Köln, wo wir damals als singende Familie auf der Straße angefangen hatten.