Streichquartett - Toni A. Rieger - E-Book

Streichquartett E-Book

Toni A. Rieger

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Beschreibung

Zuerst geht es mal um "Asche"! Nein, nicht nur um die Moneten, um die auch. Aber zuerst muss erstmal diese Sängerin her. Die, ...wie hieß sie noch mal, ... ja die! Dieser verrückte Engländer, ...wär doch gelacht! Fliegen Geigen eigentlich Überschall? Und was machen Geiger die gar nicht Geige spielen können mit einer alten Stradivari? Und könnte es sein, dass Meister Stradivari ein wahres Genie war? Oder war er nur ein Marketinggenius? Fest steht lediglich, dass eine echte Stradivari immer ihren Meister findet! Wirklich immer? In lockerer Art werden hier drei in sich abgeschlossene Storys erzählt, die insgesamt gesehen eine Romanhandlung darstellen. Weitere Storys, beseelt durch dieses Stammpersonal, führen in die verschiedensten Weltgegenden. Paris bildet dabei stets die Heimatbasis für alle diese Abenteuer.

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Seitenzahl: 122

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Toni A. Rieger

Streichquartett

Banken überfällt man nicht Episoden-Krimi

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Streichquartett

Maria oder Tote sterben nie

Streichquartett oder schneller als der Schall

Paranoia oder ...schau dich nicht um...

Hinweise des Autors:

Impressum neobooks

Streichquartett

Streichquartett

Banken überfällt man nicht

Maria oder Tote sterben nie

Krähen zankten lautstark mit Möwen um Fressbares in den Bordsteinrinnen.

Über der nahen Seine stieg leichter Nebel auf.

Nur wenige Fahrzeuge, allesamt der biederen französischen Marken Peugeot, Citroen und Renault, ließen Pfützen unter ihren Reifen als kleine Fontänen aufspritzen.

Die Stadt, von der es nicht nur zu Unrecht hieß, ihre Bewohner schliefen nie, zeigte sich wieder einmal von ihrer mürrischen Seite.

Mir ging es dabei wohl ebenso, weil noch nicht gänzlich im Hier und Jetzt angekommen.

Frühmorgens hatte ich Claude mal wieder bei einer seiner zahllosen Liebschaften aufgetrieben. Murrend hatte er mir schon bei unserem Telefongespräch, höchstens zehn Minuten seiner scheinbar doch so kostbaren Zeit zugestanden.

Natürlich trafen wir uns dann wie immer bei Jean und er gab mir ganz unumwunden zu verstehen, dass er unbedingt schnell wieder zuhause zu sein wünschte, …solange das Fleisch noch warm ist...!

Dabei rollten seine Augen wie zwei pechschwarze Glasmurmeln in einem rotierenden Roulettekessel.

Nun gut, mein scheinbar so sehr potenter Freund war nicht immer nur gut aufgelegt. Das kannte ich ja schon, doch heute war wohl endgültig der Gaul mit ihm durchgegangen.

Claude und ich teilten unserem verschwiegenen Gastronom hier auf den Champs regelmäßig mit, wo wir jeweils zu finden sein würden.

Durch Claudes unsteten Lebenswandel, und nicht nur was weibliche Rundungen anging, war es für mich immer sehr leicht, ihn für gemeinsame Unternehmungen zu begeistern.

Die zu Beginn noch eher lockere Zusammenarbeit hatte sich über die Jahre hin, dann immer mehr verfestigt. Hier war dann wohl auch der eigentliche Grund für unseren gemeinschaftlich schon so lange anhaltenden Geschäftserfolg zu suchen. Es gab für mich immer sehr wichtige Gründe, bei risikobehafteten Geschäften ganz auf Claude zu setzen. Dabei musste ich ihn ja dann nicht selten von irgendwelchen weiblichen Körpern herunterzerren, was natürlich nur eine ziemlich deftige Umschreibung der tatsächlichen Verhältnisse sein soll.

Und doch trifft diese Übertreibung voll ins Schwarze.

Nun saßen wir beim zweiten Pastis und Claude war ungewöhnlich still heute Morgen.

Seine anfängliche Erregtheit war dann stählerner Ruhe gewichen.

Das von ihm noch zuvor so genannte Fleisch war mittlerweile bestimmt auch schon sehr gut abgehangen und wohl auch dementsprechend frostig.

Doch das war sicherlich nicht nur der einzige Grund für seinen verdrießlichen Auftritt hier in Jeans Paris-Touristen-Falle.

Irgendetwas Schwerwiegendes schien ihn zu beschäftigen. Dabei war es für die schon weit fortgeschrittene Jahreszeit noch viel zu warm. Von frostklirrenden Winternächten nirgends eine Spur.

„Du, Marcel, ich glaub`, ich hab ein Ei gelegt!“

Er hatte es beinahe nur in meine Richtung geflüstert.

„Du hast was?“

Seine Ebenholzstirn hatte etwas Schweißiges angenommen. Ich musste mich tatsächlich schwer zusammen nehmen, um nicht laut aufzulachen. Kein Zweifel, mein Don Juan steckte nun wohl irgendwie in ernsten Schwierigkeiten

„Ich sag`s doch, ich hab die Coco angeballert. Meinen Saft nur ein einziges Mal zu oft verspritzt. Sie will aber nichts von einer kleinen Reise ins karibische Paradies, zu `ner Mamadonotgood wissen.“ Seine Stimme hatte nun etwas Unwirsches im Ton.

„Ich dachte sie heißt Julia, deine kleine fleißige Imme!“

„Ja wenn`s nur Julia wäre. Die würde ich sofort heiraten. Ne, Coco, die karibische Blondine, du weißt schon, die mit den Riesenmöpsen!“ „Coco, ach so, die von neulich im Roxy-Club?“

Ich konnte die Namen von Claudes Miezen noch nie auseinander halten.

Doch bei der Erwähnung dieser beiden hervorstechendsten Eigenschaften der Jamaikanerin, fiel auch sofort bei mir der Groschen.

Ein tolles Weib und bei solchen, klar auf der Hand liegenden Tatsachen, musste mein Compagnero einfach sehr schwach werden.

Ich blickte durch die Scheiben des Bistros.

Draußen eilten die immer noch nicht allzu zahlreichen fröstelnden Fußgänger ihren jeweiligen Zielen zu.

„Eine sehr schöne Frau, deine Coco. Und nun hast du ihr also mal soeben einen Blasebalg angedreht, eine Robbe gebacken oder einen Braten ins Rohr geschoben? Ist doch großartig! Gratuliere, da stirbt dein Stamm ja doch nicht aus.“

„Scheiße, Marcel. Um meinen Stamm mach Dir mal keinen Kopf. Der ist noch ganz gesund und kräftig. Fass doch mal an!“ Ein ziemlich mißglücktes Grinsen überzog sein ebenmäßiges Gesicht.

„Ne, lass mal Claude, kein Bedarf. Ja und, wo ist nun das große Problem? Sie braucht doch wirklich nicht abzutreiben! Wir machen immer noch genug Bares zusammen und für deine Coco und das Kind wird es immer reichen.“

„Scheiße, Marcel, es geht doch um was ganz anderes. Ich brauche meine Freiheit. Ich kann mich nicht den Rest meines Lebens nur noch an ein Weib wie Coco klammern. Und dieses Rasseweib denkt da ja eigentlich ganz ähnlich. Oh Gott, warum tust Du mir das an?“

„Lass den Lieben Gott da raus, der ist vermutlich ganz unschuldig. Nimm den Diva-Job als Zeichen dafür, dass es doch einen sehr gütigen Gott gibt. Einen der Leben nimmt und dafür aber auch neues Leben schenkt.“

Nun schaute er mich auf einmal sehr geringschätzig an und räusperte sich, bevor er anhob:

„Scheißdreck, Leben nehmen und Leben schenken, Marcel! Willst du mir auftischen, dass du ganz plötzlich an irgendwas da oben glaubst, Marcel?“

Er hatte mit dem Zeigefinger in der Luft herum gefuchtelt. Beinahe konnte ich meinen Lachreiz nun nicht mehr unterdrücken. Ich bemühte mich sehr, ein ernstes Gesicht zu machen. Nun kam Claude erst recht in Fahrt

„Und dann glaubst du sogar, es ist wirklich ein Jemand so bescheuert, uns Zehntausend neue Francs für ein bisschen Asche einer Operntante zu zahlen, nur um sie sich zuhause auf sein Kaminsims zu stellen? Soll er seinen Herd doch einfach anfeuern und sich da ausgiebig bedienen. Würd ihm glatt `ne Menge Bares ersparen.“

Claudes Logik erschien bestechend. Doch er hatte wohl das ganz entscheidende Moment dieses Geschäftes nicht wirklich verinnerlicht.

„Du siehst das völlig falsch, Claude…“,

erwiderte ich,

„…es geht ihm um etwas ganz anderes. Das ist das Fan-Syndrom. Fans tun nun mal ganz viele, im Grunde verrückte Sachen. Du, zum Beispiel sammelst Liebesabenteuer und haust dein ganzes Geld für vollbusige Muschis raus.“

Eine Zornesfalte auf seiner Stirne bewies mir, dass er ganz genau verstanden hatte.

„Pisse, das! Was weißt du schon von vollbusigen Muschis? Und was soll das sein? Hast du überhaupt schon mal eine vollbusige Muschi in voller Größe und Schönheit aus der Nähe gesehen?“

Ich nickte ihm zu. Es schien mir nun so, als würde er mit seiner finsteren Mine versuchen, in mir einen seiner karibischen Voodoo-Zombies zu erschrecken. Ich grinste immer noch nur in mich hinein. So kannte ich meinen Claude, der immer alles und jedes tausendmal hinterfragte und doch immer noch rechtzeitig die Kurve kriegte, um schließlich doch noch voll auf meine Linie einzuschwenken. Draußen, auf den Champs war noch immer ziemliche Ruhe.

„Und für uns springen noch mal fünftausend Mäuse extra raus, hast du gesagt?“

Ohne ihn anzuschauen nickte ich nur.

„Und, sag schon, er zahlt ganz bestimmt? Wenn wir sie ihm in den nächsten drei Tagen liefern?“

Wieder nickte ich und sah weiterhin auf die noch gar nicht so winterlich wirkende Avenue des Champs-Ellysées hinaus, steckte mir eine Gauloises ins Gesicht, tat mich scheinbar schwer diese anzustecken, blies dann den ersten tiefen Zug gegen die Fensterscheibe des Bistros.

Ich winkte noch einer jungen, dick vermummten, freundlich zurücklächelnden Dame draußen zu und wandte mich dann erst wieder an ihn.

„Der Kerl zahlt, wenn wir nur pünktlich liefern und sei ruhig, verdammt Claude, wir werden liefern!“

Nun sah ich ihn triumphierend an und drückte die Zigarette im Ascher wieder aus.

„ Siebenfünf,… für ne…ha… ha… halbe Stunde Angst und anschließend kurz nach Boulogne? Ni…i…i…cht… schlecht! Nicht schlecht, verdammt!“

Claude fing an zu stottern, was bei ihm schon immer ein untrügliches Zeichen von tiefster Erregung war.

Er hatte also endlich angebissen!

Wie ich diesen Claude nun schon so lange kannte, würde der doch jedes Mal anbeißen. Voraussetzung war dabei immer nur, dass der Aufwand eines Auftrages, in einem sehr vernünftigen Verhältnis zum erwartbaren Gewinn stand.

Bei seinem von mir nur geschätzten Verbrauch an heißblütigen Schönheiten und dem darauf beruhenden Bedarf an Barem, blieb ihm auch gar nichts anderes übrig, als mir regelmäßig bei überwiegend nächtlichen Aktionen, helfend zur Hand zu gehen.

„Also, paß auf Claude, ich sehe das Ganze so! Du musst nur Deine Augen offenhalten. Bei dem Job können wir überhaupt keine neugierigen Zuschauer gebrauchen. Ich mach die Arbeit und Du hältst mir dabei einfach nur den Rücken frei.“

Er angelte sich nun auch eine Zigarette aus meinem Päckchen, obwohl er gar nicht rauchte. Drum winkte er auch ab, als ich ihm Feuer gab und fing sofort damit an, die Zigarette zu sezieren, nur um schließlich die Krümel in den Ascher zu entsorgen.

Claude war jetzt wirklich auf meinem Kurs. Er hing ganz fest an der Angel!

„Claude, pass auf! Das ist keiner der normalen Aufträge! Hier muss mit äußerster Sorgfalt gearbeitet werden. Es geht nicht darum, einen geklauten Maserati oder Ferrari nach Spanien oder Nahost zu schaffen, oder ein paar linke Rolex-Uhren zu besorgen, die in die Staaten zu liefern sind.“

Er schaute ein wenig nachdenklich aus der Wäsche.

„Hier geht es um Madame Maria Callas, die größte Opern-Sängerin der Welt, die Diva, die einst das Schauspiel in die Oper gebracht hat und die nun eigentlich hier in Paris auf dem Friedhof Père Lachaise, bis in alle Ewigkeiten ruhen sollte.“

„Scheiße auch, Marcel, und ich hab` schon überlegt, schnell `ne Bank zu überfallen und für immer nach Übersee zu verduften. Diese Coco ist aber auch ein Luder, ein verdammt harter Brocken, sage ich dir. Die hat mich voll gefickt.“

Sein Blick hatte nun auf einmal etwas kindliches, beinahe hilfloses.

„Tja Claude, das Leben ist manchmal ziemlich ungerecht.“

Trotz meines nur im Innern zu feiernden Triumphes, versuchte ich eine mitleidige Mine zu machen.

„Marcel, ich glaub, ich bin nun wirklich total im Arsch. Marcel, ich bin wohl besser tot!“

Seine anfänglich nur gespielte Uninteressiertheit war echter Erregung gewichen.

„Gefickt hast du sie, Claude, und außerdem, Du weißt doch, Banken überfällt man nicht!“

Diese unendliche Weisheit hatte ich irgendwann einmal in meiner unfriedlichen Jugend aufgeschnappt.

Und immer wenn ich darüber nachdachte, hatte gerade dieser Erkenntnisgewinn meine ausgeprägten kriminellen Energien in die für mich genau richtigen Bahnen gelenkt.

Bankraub und blutige Mordtaten hatten in Frankreich schon immer nur die Flics zu Höchstleistungen angestachelt. Hier konnten die Kriminalen endlich mal richtig zeigen, was sie Tolles draufhatten und die ganze Nation schaute dann auch immer ganz genau hin.

Wenn dagegen mal irgendwo ein sauteurer Sportwagen verschwand, hielt sich das allgemeine Mitleid, auch der meist noch sehr schadenfreudigen Bullenschaar, doch immer noch sehr in Grenzen.

Ein guter Plan mit sehr guter Vorbereitung und dem nötigen Vorsprung, war da von wesentlich mehr Erfolg gekrönt, als sich des folgenden Tages verlegend grinsend auf der Titelseite vom Figaro wieder zu finden.

Banken zu überfallen, so wie die mit Kameras ausgestattet waren, konnte also nur noch absoluten Dummköpfen mit viel zuviel Schnee in den Birnen einfallen.

Ich war schließlich der Planer und Fachmann für den Export und Claude der Mann für das technische Drumherum.

Und nun würden Planer und Handwerker sich daran machen müssen, die wohl immer noch berühmteste Opernstimme der Welt aus ihrem lieblosen Verlies hier in Paris zu befreien. Ich kann nicht verhehlen, dass mir die Diva schon irgendwie am Herzen lag. Obwohl ich diese niemals persönlich in einer Aufführung gesehen, sie also auch niemals leibhaftig gehört hatte, liebte ich ihre Stimme doch abgöttisch.

Maria Callas, die Diva! Eine im Leben niemals wirklich unumstrittene Person, aber unbestritten die bedeutendste aller weibliche Opernstimmen der Nachkriegszeit? Durfte man so Jemanden in seiner Totenruhe eigentlich stören? Eine sehr zu bedenkende Frage! Mir ging aber seit ein paar Tagen eine ganz andere, zu bedenkende Frage immer wieder durch den Kopf.

Claude hatte diesen Aberwitz mit seinen Worten schon sehr gut erfasst.

Was dachte sich ein solcher Kerl, der eine Menge Geld springen ließ, nur um die eingeäscherte Sängerin in seinen Besitz zu nehmen? Musste doch möglicherweise eine Art von Perversion sein.

Nur eine gewisse Passion für ein geliebtes Wesen, war da wohl nicht wirklich zu vermuten.

Konnte schon irgendwas mit verdrängten, sexuellen Fantasien, irgendwas Abartigem zu tun haben. Etwas, das mit Pillen alleine nicht so leicht zu heilen war.

Nun gut, wenn einer schon so schräg drauf war, dass er nur bei einem Gedankenfick mit `ner Angebeteten, die dazu schon tot ist und eigentlich längst in der Erde verbuddelt gehört, seine Latte polieren konnte, sollte er auch mal ruhig ordentlich dafür blechen. Denn schließlich bekam er ja auch etwas sehr Handfestes geliefert, für seine Scheinchen.

Ich kannte da noch ganz andere Typen in der Stadt, die gleich richtige Moneten hinblätterten, nur um es sich selber ordentlich besorgen zu können oder im besten Falle, es sich mal richtig besorgen zu lassen.

Paris war ja geradezu randvoll davon, von diesen Typen und eine ganze Industrie und mehrere gut verdienende Branchen lebten ausschließlich genau von diesen Perversen und Schwanzgesteuerten.

Ich hatte vor Tagen mithilfe Claudes einen sehr schönen, neuen Porsche aus einer der zahlreichen Vorstadtvillengaragen entwendet und seinem neuen Besitzer im Nachbarland zugestellt.

Für mich stand fest, dass dieser Auftrag, obwohl gar nicht in mein bisheriges Geschäftsmodell gehörig, tatsächlich und ziemlich stressfrei zu bewerkstelligen war.

Dass diese bezaubernde Stimme nun für immer verstummt sein sollte, war zwar äußerst bedauerlich, auch nicht mehr zu ändern, aber für unseren Auftrag die eigentlich wirklich zwingende Voraussetzung.

Eine echte Entführung kam für mich erst gar nicht in Frage. Hier wäre das Heer der Staatsdiener sogar mit noch größerem Eifer, als bei Mord oder Bankraub bei der Sache.

Aber eine schon tote Sängerin namens Maria Callas in einem längst beerdigten Tongefäß? „Marcel, sag mir nur, wie Du an diesen Auftrag gekommen bist. Und wofür genau, will dieser Bursche eigentlich so viel Kohle springen lassen?“ Claude hatte mich aus meinem Gedankentempel zurück geholt. „Und wie soll die Übergabe vollzogen werden? Wo wird kassiert? Wer ist der Kunde? Und was ist das für ein Kunde? Und wer zum Teufel ist,… war diese Maria Callas?“

Claude hatte anscheinend schon wieder vergessen dass er doch eigentlich stotterte.

„Geht Dich alles nichts an, Claude. Ist halt nur ein verrückter Ausländer. Einer von den absoluten Fans der Diva und auch dass es sich um die Callas handelt, vielmehr um das was von ihr nun bedauerlicherweise nur noch übrig ist, solltest Du auch ganz schnell wieder vergessen.“