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Doktorarbeit / Dissertation aus dem Jahr 1999 im Fachbereich Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit, Note: magna cum laude, Universität Augsburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Aus einem textkritischen Ansatz auf der Basis einer Teiledition von Gottfrieds Liber universalis soll hier eine historische Miniatur entwickelt werden. Dabei stellen sich folgende Fragen: 1. Wie ist Gottfrieds Liber universalis entstanden? 2. Was kann man zur Komposition, zum Aufbau seines Geschichtskonzeptes sagen, und welche Quellen hat er dazu benutzt? 3. Wie hat er sein Werk überarbeitet, und auf welche Ursachen könnte man das zurückführen? 4. Wo bestehen Affinitäten in seiner Darstellung zur Geschichte des 12. Jahrhunderts? 5. Wie verändert sich Gottfrieds Perspektive während der Arbeit an seinem Werk, und wie verbindet er die verschiedenen Bausteine seines Werkes zu einem Gesamtbild der Weltgeschichte?
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Veröffentlichungsjahr: 2010
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STUDIEN ZUM LIBER UNIVERSALIS
GOTTFRIEDS VON VITERBO
Inauguraldissertation zum Erlangen der Doktorwürde an der philosophischen Fakultät II der Universität Augsburg von Oliver Killgus
Erstgutachter: Prof. Dr. Bernhard Schimmelpfennig Zweitgutachter: Prof. Dr. Georg Kreuzer
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VORWORT
Die vorliegende Arbeit wurde im Jahr 1999 von der Universität Augsburg als Dissertation angenommen, für den Druck wurde sie neu überarbeitet.
Viele Menschen haben mich unterstützt und gefördert. An erster Stelle möchte ich meinem Lehrer Herrn Prof. Dr. Schimmelpfennig danken, dessen Fragen und Anregungen immer ein Quell der Inspiration waren. Ich bin dem Deutschen Historischen Institut Paris, namentlich seinem Direktor Herrn Prof. Dr. Paravicini, zu großem Dank für seine Unterstützung verpflichtet. Ohne das Stipendium hätte ich mir meine zwei Aufenthalte in der Bibliothèque nationale Paris so nicht leisten können.
Herr Dr. Große vom Deutschen Historischen Institut Paris und Herr Dr. Helmut Zäh haben Teile meines Editionsvorschlags für die Dissertation durchgesehen. Herr Prof. Dr. Kreuzer hat sich kritisch mit der Bibliographie auseinandergesetzt und war so freundlich, das Zweitgutachten zu übernehmen. Mit Herrn Prof. emerit. Dr. Friedrich Hausmann durfte ich ein klärendes Telefongespräch und einen kleinen Briefwechsel führen. Herr Prof. Dr. Miethke war bereit, mit mir über mein Promotionsvorhaben zu reden, als es noch ganz in der Anfangsphase war. Herr Berthold Voitl hat mein erstes Manuskript korrekturgelesen.
Meine Mutter hat mir das erste Jahr zur Vorbereitung auf die Promotion finanziert. Fortdauernde Unterstützung habe ich durch meine Schwiegereltern erfahren, ohne die ich niemals die Zeit für die Arbeit gehabt hätte. Ihnen allen möchte ich danken. Meiner Frau habe ich für Ihre Unterstützung mehr zu danken, als sich hier angemessen ausdrükken ließe.
Augsburg, im August 2001
Oliver Killgus
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ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
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MGH Auct. Ant. Epp. SS SS rer. Germ.
SS rer. Merov.
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QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS
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- Ungedruckte Urkunden Heinrichs VI., in: DA 31 (1975) S. 455-533
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- Romerneuerung im Zeichen der Praxis? Der Bibliothekar im kommunalen Zusammenhang, in: Rom im Hohen Mittelalter. Fs. Reinhard Elze, hg. von B. SCHIMMEL-PFENNIG-L. SCHMUGGE, Sigmaringen 1992, S. 65-78
- Kontinuität und Wandel in Literatur und Praxis des gelehrten römischen Rechts, in: Mittelalter und Moderne. Kongreßakten des 6. Symposiums des Mediävistenverbandes in Bayreuth 1995, hg. von P. SEGL, Sigmaringen 1997, S. 173-186
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- Geschichte der Monumenta Germaniae historica, in: NA 42 (1921)VON DENBRINCKEN, A.-D.: Studien zur lateinischen Weltchronistik bis in das Zeitalter Ottos von Freising, Düsseldorf 1957
- Mappa mundi und Chronographia, in: DA 24 (1968) S. 118-168 BUSCH, J. W.: Die Lombarden und die Langobarden. Alteingesessene und Eroberer im Geschichtsbild einer Region, in: FmSt 29 (1995) S. 289-311 CAPPELLI, A. (Hg.): Dizionario di Abbreviature Latine ed Italiane, Nachdruck der 6. Auflage (o.J.), Milano 1967
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- Pantheon sive universitatis libri, qui chronici appellantur, XX, omnes omnium seculorum et gentium, tam sacras quam prophanas historias complectentes: per v. c. Gottofridum Viterbiensem (...) conscripti et iam primum in lucem editi (Jacob PARCUS für Oporinus), Basel 1559
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- Die Entdeckung der personalen Liebe und der Beginn der fiktionalen Literatur, in:
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HASKINS, C. H.: The Renaissance of the 12th Century, Nachdruck der Ausgabe von 1927, New York 1972
Hegesippi qui dicitur Historiae libri V, ed. V. USSANI, Lipsiae / Vindobonae 1932 (CSEL 66)
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EINLEITUNG
Gottfried von Viterbo (ca. 1125 - 1202) ist der historischen Forschung seit langem bekannt. Daß er oft eher als Stiefkind denn als ernstzunehmender historischer Autor des ausgehenden 12. Jahrhunderts behandelt wurde, ist inzwischen ein topischer Befund, der für neuere Forschungen nicht mehr gilt. Aber auch wenn seine Bedeutung in der Umgebung von Konrad III., Friedrich Barbarossa und Heinrich VI. nun verstärkt betont wird , so bleibt eine genaue Analyse von Gottfrieds1
umfangreichem historischen Werk bis heute ein Desiderat der Forschung . Ein Grund dafür ist die nicht in allen Teilen befriedigende2
Editionslage seiner Werke, die zu einem gewissen Grad abschreckend wirken kann. Ein anderer Grund mag sein bewegtes Leben sein, das mancher Historiker für unwahrscheinlich hielt. Gottfried wurde im Jahr 1125 in Viterbo geboren . Unter Kaiser3
Lothar III. erhielt er ab 1133 in Bamberg eine Ausbildung für die Mitarbeit in der Verwaltung. Diese Ausbildung legte ihn offenbar nicht auf die Reichsverwaltung fest, denn nach 1140 arbeitete er zunächst in der päpstlichen Kanzlei. Im Jahr 1151 wurde er von Konrad III. als Kapellan aufgenommen und trat als Zeuge unter den Geistlichen beim Abschluß des Konstanzer Vertrages 1153 auf . Zwischen 1152 und 1155 war Gott-4
fried als der Notar Arnold II. C in der Reichskanzlei sehr aktiv, unter anderem schrieb er beim Hoftag von 1154 in Roncaglia das erste Lehensgesetz und das Scholarenprivileg .5 6
Im Frühjahr 1158 trat Gottfried in Urkunden als Propst von Frankfurt und Kapellan von Mainz auf. Unmittelbar danach muß er sich schon wieder in Oberitalien aufgehalten haben, weil er in seinenGesta Fridericials Augenzeuge die Auseinandersetzungen zwischen Barbarossa und Mailand geschildert hat . Diese Reisen zwischen Deutschland und dem7
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von Frankfurt erwähnt. Im Herbst 1163 war er wieder mit Barbarossa in Oberitalien. Im Jahr 1167 nahm Gottfried am vierten Italienzug Barbarossas teil, mußte fliehen und tauchte 1168 wieder als Frankfurter Propst in Mainz auf . Im Oktober 1169 durfte sich Gottfried in Donau-9
wörth ein Privileg über einpalatiumin Viterbo selbst ausstellen , 117010
und 1171 war er wieder in Mainz zu Gast. Danach finden wir ihn auf dem fünften Italienzug, beim Friedensschluß in Venedig und bei der Krönung Barbarossas in Arles 1178. Im Jahr 1179 wurde Gottfried von Konrad von Montferrat gefangengenommen , 1181 ist er das letzte Mal in Deutschland urkund-11lich nachweisbar . Die folgende Zeit verbrachte er vermutlich in sei-12
nempalatiumin Viterbo, um sich seinen verschiedenen Werken zu widmen. Völlig losgelöst vom Hof der Staufer verlief sein Ruhestand jedoch nicht, denn am 24. Juni 1186 erlebte er die Belagerung Orvietos durch Heinrich VI. . Zum vorletzten Mal erwähnt ihn möglicherwei-13
se eine Inschrift an der Porta Sonza in Viterbo aus dem Jahr 1189 .14
Schließlich findet sich eine Notiz in einem seiner Werke, die auf das Jahr 1191 hinweist.
Die Rekonstruktion dieses bewegten Lebens verdanken wir Friedrich Hausmann, der für seinen Aufsatz von 1992 im wesentlichen drei verschiedene Überlieferungen mittels paläographischer Untersuchungen gleichgesetzt hat. Das sind einmal die Diplome, an deren Herstellung der Notar Arnold II. C beteiligt war. Zum zweiten sind es die Handschriften der Werke Gottfrieds von Viterbo, in denen der Autor so genannt wird. Schließlich gibt es verschiedene andere Urkunden, in denen ein Kleriker namens Gottfried erwähnt wird .15
Hausmanns imposante Zusammenstellung von Gottfrieds Lebensweg ist wahrscheinlich, weil Gottfried selbst sein Leben in einem seiner historischen Werke, derMemoria seculorum,so beschrieben hat. Dort behauptet er, 40 Jahre lang Material für sein historisches Werk gesammelt zu haben und während dieser Zeit am Hofgericht, in der Reichskanzlei und als wichtiger Abgesandter des Kaisers beschäftigt gewesen zu sein. Sein Wissen habe er unter anderem an der kaiserlichen und päpstlichen Kanzlei durch die Begegnungen mit Gesandten aus Konstantinopel und verschiedenen Teilen des Orients erworben. Er sei einmal in Spanien, zweimal in Sizilien, einige Male in der Provence und in Frankreich gewesen. 40 mal sei er allein nach Rom gefahren .16
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Auf direktem Weg kann dieses zentrale Problem wohl kaum gelöst werden. Zweifelsfrei sicher ist dagegen, daß Gottfried im Alter von ungefähr 60 Jahren verschiedene Werke verfaßt hat, die er den deutschen Fürsten und Heinrich VI., aber auch Friedrich Barbarossa, Papst Urban III. und Gregor VIII. widmete . Spuren von fast allen Werken18
Gottfrieds finden sich in seinemLiber universalis.Diesem Werk wollen wir uns hier widmen. Im Folgenden sollen zunächst die bisherige Forschung zu Gottfried dargestellt und der Gegenstand genauer abgegrenzt werden.
Von GottfriedsLiber universalis,einer Chronik der Weltgeschichte von der Schöpfung bis zu Heinrich VI., sind das Original und eine mittelbare Abschrift erhalten, deren Überlieferungsgeschichte bisher nur an den wenigen Fakten festgemacht werden kann; Loren J. Weber hat sie 1993 in seiner Arbeit zumPantheonGottfrieds zusammengefaßt . Beide Hand-19
schriften enthalten einen Papstkatalog, der nach Gottfrieds Tod bis zum Besuch von Honorius III. in Viterbo im Jahre 1227 weitergeführt wurde. Dieser Katalog ist ein Indiz dafür, daß das Original noch im frühen
13. Jahrhundert in Viterbo bearbeitet worden ist. Über den weiteren Verbleib der Handschrift im 14. Jahrhundert wissen wir jedoch nichts. Im späten 15. Jahrhundert taucht sie am Aragoneser Hof in Neapel auf. Giovanni Marco Cinico hat sie dort gesehen und noch um 1480 in seinem Elenco historico et cosmografo beschrieben . 15 Jahre später20
wurde die gesamte Sammlung von Karl VIII. von Frankreich beschlagnahmt. Als Teil dieser Sammlung wurde Gottfrieds Handschrift spätestens 1518 der königlichen französischen Bibliothek in Blois eingegliedert, wo sie noch im 17. Jahrhundert registriert wurde . Mit der könig-21
lichen Bibliothek wurde die Handschrift nach Paris verlegt. Sie wird nun in der Bibliothèque nationale als Manuscrit latin 4894 aufbewahrt. Noch ungewisser ist die Überlieferung der Abschrift. Die Existenz des Papstkatalogs, auch in der Abschrift, bedeutet, daß das Original erst nach 1227 kopiert worden sein kann. Von dieser Abschrift findet sich eine mittelbare Kopie in Hartmann Schedels Bibliothek, die später unter der Signatur Clm 43 in die bayerische Staatsbibliothek München verbracht wurde . Über die Zwischenstufen vom Original bis zur Ab-22
schrift Hartmann Schedels ist bisher nichts bekannt. Eine Edition von
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Gottfrieds Werken durch Georg Waitz, bei der das Ms. latin 4894 und der Clm 43 berücksichtigt wurden, liegt im Band 22 der Scriptores der Monumenta Germaniae Historica vor .23
Die Meinung des Editors Georg Waitz vom Gegenstand seiner Arbeit war nicht die höchste: Laborsaepe taediosus,nannte er sie im Vor-wort, eine oft ermüdende Arbeit, die ihn schon so viel Zeit gekostet hätte, daß er nicht noch mehr davon investieren wollte . Aber ganz im24
Gegensatz zu diesem etwas desillusioniert klingenden Kommentar wurde die Edition nach ihrer Erscheinung sehr gelobt, und Paul Scheffer-Boichorst brachte das in einer Rezension für die Historische Zeitschrift zum Ausdruck . Zwei Teile von Gottfrieds Werk, welche von den Taten25
Friedrichs I. und Heinrichs VI. handeln, erschienen immerhin so bedeutsam, daß Georg Heinrich Pertz davon vorab eine Studienausgabe veröffentlichte . Noch 1921 bezeichnete Harry Bresslau die Edition26
von Waitz als eine besonders herausragende Leistung .27
Während die Edition hoch gelobt wurde, konnte man sich für den Inhalt von Gottfrieds Werken nicht so recht erwärmen, und die Forschungsgeschichte zu Gottfried im 19. Jahrhundert liest sich daher nicht als Zeugnis einer Hochschätzung. Scheffer-Boichorst etwa fand in der Wüstenei der Schriften Gottfried´s kaum eine Oase, die zu genußreichem Verweilen einlüde. Gottfried sei vielmehr baar jedes politischen Verständnisses, er verarbeite die gesamte Geschichte der Welt auf dem poetischen Hackbrett .28
Bereits zehn Jahre früher wollte Heinrich Ulmann Gottfrieds Werk der Literaturwissenschaft empfehlen: Es läßt sich nicht leugnen, so interessant literarhistorisch G´s Erscheinung sein mag, so geringe Ernte gewährt er der Geschichtsforschung. Ulmann konnte noch nicht29
die Edition von Waitz benutzen, sondern mußte auf einen älteren Druck desPantheonund Ludovico Antonio Muratoris Edition in den Rerum Italicarum Scriptores zurückgreifen . Er arbeitete trotz seiner Zurück-30
haltung in der Bewertung Gottfrieds bereits wichtige Aspekte zur Biographie heraus. Seine Vermutung, Gottfried sei Lehrer Heinrichs VI. gewesen, findet heute noch weite Zustimmung . Ulmann zeigte, daß31
Gottfried auf leichte Art hatte belehren wollen, und meinte, das sei der Grund gewesen, warum er nicht nur Sagen von historischen Personen, sondern auch solche von märchenhaftem Charakter - z. B. die abenteuerliche Weissagung der Sibylle - aufgenommen habe .32
Für einen Historiker des 19. Jahrhunderts war Gottfried offenbar zu sehr an der Unterhaltung seiner Zuhörer interessiert. Wattenbach kam zu der Ansicht, daß nach Otto von Freising, Rahewin und Otto
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von St. Blasien die Historiographie im 12. Jahrhundert einen deutlichen Rückschritt vollziehe und daß die Kunst der Darstellung und der historischen Kritik fast ganz verschwände. Gottfried von Viterbo sei nur insofern eine Ausnahme, als er noch einen Überblick über die Gesamtgeschichte anstrebe, während generell die Bedeutung der Localgeschichte zunehme . Das historisch Bedeutsame an Gottfried33
sei, daß er offensichtlich als Augenzeuge an einem von Barbarossas Italienzügen teilgenommen und das in denGesta Fridericidokumentiert habe .34
Während man im 19. Jahrhundert möglichst ein Gesamtwerk seinem historischen Wert nach beurteilen wollte, entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts und im 20. Jahrhundert Arbeiten über Gottfried, die immer wieder neue Aspekte betonten. Höchst selten sind dagegen Versuche, den historischen Wert Gottfrieds nach der Gesamtheit seines Werkes einschätzen zu wollen. Die neueren Forschungen zu Gottfried kann man in einen überlieferungsgeschichtlich-biographischen, einen literaturgeschichtlichen und einen kulturgeschichtlichen Zweig einteilen. Wenden wir uns nun zunächst der überlieferungsgeschichtlich-biographischen Forschung zu, namentlich den Arbeiten von Ernst Schulz, Friedrich Hausmann, Gerhard Baaken, Kurt Zeillinger und Loren J. Weber.
Das Verdikt von Wattenbach war rund 40 Jahre lang akzeptiert worden, bis sich im Jahr 1925 Ernst Schulz auf der Grundlage von Waitz´ Edition erneut in einem Aufsatz mit der Entstehungsgeschichte von Gottfrieds Werk beschäftigte und dabei teilweise zu anderen Ergebnissen kam als die ältere Forschung . Gottfried hinterließ demnach insge-35
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wies, daß dieGesta Fridericials Teil desLiber universalissehr wahrscheinlich nie von Gottfried veröffentlicht wurden, weil sich im Clm 43 Fehler beim Kopieren des Ms. latin 4894 nachweisen lassen, die im Beisein des Autors nicht hätten geschehen dürfen . Somit war eine historische37
Bedeutung im Sinne einer Rezeption der Werke durch Zeitgenossen und Nachwelt gar nicht aus denGesta Fridericizu erklären, sondern mußte anders begründet werden, wenn es sie überhaupt geben sollte. Die biographischen Forschungen nach dem Zweiten Weltkrieg gingen zwar vom Werk Gottfrieds aus, zielten aber stärker auf die Bedeutung von Gottfrieds Person und weniger auf die seines Werkes. 1956 behauptete Friedrich Hausmann, gestützt auf Aussagen von Gottfried selbst, daß dieser am Ende der Regierungszeit von Konrad III. in die Hofkapelle eingetreten sei . Hier könnte der Ausgangspunkt für Gott-38
frieds bewegtes Leben gewesen sein, das er in seiner imposanten Selbstdarstellung beschreibt .39
Die ältere Forschung hatte dem Selbstzeugnis noch gründlich mißtraut; Ulmann hielt es schlicht für übertrieben . 1944 hatte zwar Her-40
mann Schreibmüller die Ansicht geäußert, daß es sich dabei nicht um Aufschneiderei handle, sondern man das Selbstzeugnis ernstnehmen müsse . Allerdings verhallte sein Ruf weitgehend ungehört. In den sieb-41
ziger Jahren gab es dann erste Versuche, Gottfried enger mit dem Hof der Staufer zu verbinden. So unternahm es 1973 Thomas Szabó, die Werke Gottfrieds mit denen anderer Autoren zu einer Hofgeschichtsschreibung unter den Staufern zusammenzufassen .42
Der eigentliche Durchbruch in der biographischen Forschung begann 1978 mit einer Hypothese von Gerhard Baaken. Nach der Veröffentlichung von Teilen der Urkunden Friedrich Barbarossas 1975 durch Heinrich Appelt konnte Baaken den Konstanzer Vertrag zwischen43
Friedrich Barbarossa und Papst Eugen III. aus dem Jahr 1153 mit dem Vertrag zwischen Barbarossa und Hadrian IV. vergleichen . Baaken44
vermutete aufgrund einer Änderung in der Zeugenreihe, daß Gottfried diesen Vertrag als Notar geschrieben habe und man ihn mit dem Notar identifizieren könne, dessen Schrift bisher mit der Sigle Arnold II. C benannt worden war . 1984 wurde das durch Kurt Zeillingers hand-45
schriftliche Untersuchung des ersten Roncaglischen Lehensgesetzes von Friedrich Barbarossa bestätigt. Zeillinger konnte feststellen, daß die Hand des Notars Arnold II. C, der mit der Herstellung der Urkunde beauftragt war, mit der Hand identisch ist, die weite Teile des Ms. latin 4894 schrieb . Man kann daher mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen,46
daß Gottfried tatsächlich unter Konrad III. in die Hofkapelle eintrat
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und später als Notar beschäftigt wurde .47
Loren J. Weber hat sich intensiv mit der Überlieferung von Gottfrieds Gesamtwerk beschäftigt und kommt zu dem Schluß, Gottfried habe sich eine bemerkenswerte Karriere an einem der großen Höfe aufgebaut und sei als Vertreter der Stauferideologie ein key member im Kreis um Friedrich Barbarossa und Heinrich VI. gewesen. Möglicherweise seien Gottfrieds Ambitionen aber größer gewesen als das, was er erreicht habe, und daher habe er sich im Alter dem Verfassen von Weltchroniken gewidmet .48
Dieses relativ eindeutige Ergebnis der biographischen Forschung hat unerfreuliche Implikationen, denn es würde bedeuten, daß Gottfrieds Werk nur als Appendix und fast schon als Negation seiner Karriere zu sehen wäre. Mithin wäre seine historische Bedeutung noch geringer als bei Wattenbach anzusetzen, weil auch die Augenzeugenberichte fragwürdiger werden, wenn Gottfried seine Chroniken erst geschrieben hat, nachdem er aus dem aktiven Hofdienst ausgeschieden war. Jedoch könnte sich ein Bericht, der möglicherweise aus Verbitterung auf einem Alterswohnsitz verfasst wurde, immerhin durch hellsichtige Kritik auszeichnen. Kritik sucht man bei Gottfried aber vergebens. In einer Untersuchung aus dem Jahr 1922 hat Lola Reinhardt etliche panegyrische Stellen über Heinrich VI. herausgehoben, an denen sie den Einfluß Gottfrieds auf seinen mutmaßlichen Schüler und Nachfolger Barbarossas festzumachen versuchte .49
Literaturgeschichtliche Forschungen haben diese negative Einschätzung des Werkes nicht selten bestätigend ergänzt. 1931 urteilte Max Manitius: Die literarischen Kenntnisse, die Gotfrid besessen haben will, gehen ins Außerordentliche, verflüchtigen sich aber bei näherer Betrachtung sehr rasch. (...) Gotfrid hofft wenigstens beimSpeculum regum,daß es auch in Schulen gelesen werden könne. Ist das wirklich geschehen, (...) so ist es eigentlich zu bedauern, denn wahllos ist Gotfrid mit seinen Quellen verfahren (...). Heftige Kritik übte 1962 auch Domenico50
Mantovani. Er meinte, Gottfried sei als Historiker nicht ernstzunehmen, da er in derselben Weise über den Turmbau zu Babel erzähle wie über die Kämpfe Barbarossas mit den italienischen Städten. Künstlerisch sei sein Werk ebenfalls bedeutungslos, weil es zuwenig Kunstfertigkeit erkennen lasse . Karl Langosch hat die generelle Abwertung51
von Gottfrieds Werk wieder etwas differenziert. Er vertrat die Auffassung, daß die breite Einbeziehung von Stoffen, wie etwa dem Text der Sibylle, der nicht als historisch im eigentlichen Sinne bezeichnet wer- den könne, eine vergleichsweise große Wirkung Gottfrieds ausgemacht
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habe . Damit hat Langosch indirekt die Notwendigkeit von motiv-52
oder stoffgeschichtlichen Untersuchungen betont. Eine Untersuchung der verarbeiteten Stoffe hat Lucienne Meyer 1933 vorgelegt. Sie widmete sich der Verknüpfung des römischen, bretonischen und fränkischen Sagenstoffes imPantheon. Den Ansatz von53
Meyer und einige Ergebnisse hat 1989 Heinz Thomas adaptiert, um in Verbindung mit den Werken Gottfrieds von Viterbo auf politische Implikationen derEneideHeinrichs von Veldeke und desErecHartmanns von Aue hinzuweisen . 1975 hat Krystyna Secomska in einer54
ikonographischen Studie die Illustrationen zum Alexanderstoff untersucht und die Bedeutung dieser Episode für Gottfrieds Geschichtsbild betont . 1980 edierte Albert Villacroux die Geschichte von Enoch und55
Elias aus demPantheonund versah sie mit einigen Anmerkungen . Diese56
Arbeiten blieben allerdings relativ folgenlos, weil es sich jeweils um singuläre Annäherungsversuche handelte. Friederike Boockmann wollte in ihrer 1992 gedruckten Dissertation die bisherigen Erkenntnisse bündeln. Sie hat sich intensiv mit den Vorlagen und Stoffen von GottfriedsPantheonbeschäftigt und kam im ersten Teil ihrer Studien zu dem Schluß, daß Gottfried einen einfachen, sachlichen Stil (...) in den wenigen Sätzen, die er eindeutig selbst verfaßt hat, bevorzuge und ansonsten viel-57
fach zeitgenössische Autoren kopiere, ohne das Zitat kenntlich zu machen .58
Zusammenfassend kann man zu den literaturgeschichtlichen Untersuchungen festhalten, daß sie, wenn sie Gottfried nicht abgewertet haben, seine Wirkung auf die Leser vor der Epoche der Aufklärung bisher nicht recht erklären konnten. Es wird allenfalls geahnt, daß die spätere Rezeption Gottfrieds auf die Geschichten zurückzuführen sein könnte, die er seinem Publikum in so eigenwilliger Form dargeboten hat. Wenn man literaturgeschichtlich argumentiert, dann kann man allenfalls sagen, daß diese Geschichten immerhin so gut gewesen sein müssen, daß die Leser sie trotz der poetisch minderen Form genießen wollten.
Es gab indessen schon relativ früh kulturgeschichtliche Studien zu Gottfried, die sich die Frage stellten, inwieweit einzelne seiner Geschichten dem Geschichts- und Weltverständnis seiner Leser entgegenkamen. Mit der Edition von Waitz in der Hand entdeckte 1879 Friedrich Gerss in einem Archiv eine andere Version von Gottfrieds Sibylle . 189859
widmete daraufhin Ernst Sackur sibyllinischen Texten eine viel zitierte Studie, in der er unter anderem auf Gottfrieds Version zu sprechen kam .60
Gegenstand dieser tiburtinischen Sibylle ist eine Einteilung der Welt-
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geschichte in verschiedene Phasen bis zu ihrem Untergang. Sackur meinte, es gäbe nur eine vollständige Fassung der tiburtinischen Sibylle, und diese fände sich auch bei Gottfried von Viterbo .61
Martin Haeusler hat im Rahmen einer Untersuchung zum Ende der Geschichte in der mittelalterlichen Weltchronistik darauf hingewiesen, daß Gottfried die Sibylle zwar schon imSpeculum regumerwähne, den ganzen Text aber erst imLiber universaliszitiere . Haeusler argumen-62
tiert ähnlich wie schon Wattenbach, wenn er in seiner Studie zu dem Schluß kommt, daß gemessen an Ottos von Freising Verzahnung der Gegenwart mit der Endgeschichte (...) die Behandlung der Eschatologie imPantheonein Fremdkörper, ein mit derseries temporumnicht zu vermittelnder Exkurs sei .63
Im Vergleich zurChronicaOttos von Freising schneidet Gottfried aus heutiger Sicht ganz offensichtlich schlecht ab, zumal Otto den unumstrittenen Höhepunkt der Geschichtsschreibung im 12. Jahrhundert darstellt . Hans Werner Seiffert brachte in einem Aufsatz von 1971 die64
gängige Meinung über das Verhältnis des Gottfried von Viterbo zu Otto von Freising am prägnantesten auf den Punkt: Zwar hätten beide ein endzeitliches Bewußtsein, aber Gottfried würde nie die strenge Wissenschaftlichkeit Ottos von Freising erreichen . Otto dient der Wissen-65
schaft, Gottfried will ihr dienen. Umso schlimmer scheint es da, wenn66
der Schlechtere von beiden den Besseren zitiert, ohne die Zitate kenntlich zu machen.
Carlos Arturo Contreras hat sich unter anderem die Frage gestellt, warum Gottfried die Rezeption Ottos nicht angibt . Er behauptet, daß67
Otto von Freising für Gottfried keinen Unterhaltungswert gehabt hätte, weil Otto viel zu kritisch gegenüber politischen Mythen gewesen sei. Außerdem habe Gottfried den eigentlichen Wert Ottos nicht erkannt. Diese mutmaßliche Fehleinschätzung könnte Gottfried allerdings mit einigen seiner Zeitgenossen gemeinsam haben, denn tatsächlich war er bis zum 15. Jahrhundert zumindest verbreiteter als Otto von Freising, wie sich an der Überlieferungsgeschichte desPantheonin Ansätzen zeigen läßt .68
Während Gottfried also weder für den Editor noch für die gesamte übrige bisherige Forschung ein einfacher Fall war, kann man nicht ausschließen, daß er bis zum Beginn der Neuzeit als Autor durchaus geschätzt wurde. Andersherum betrachtet sollte man vielleicht darüber nachdenken, ob die anhaltende Geringschätzung der Werke Gottfrieds seit den Gelehrten des 19. Jahrhunderts entgegen der relativ breiten Überlieferung bis zum Beginn der Neuzeit nicht an sich schon ein Indiz
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dafür ist, daß Gottfried einem größeren Publikum im Mittelalter geistig näher stand, als der heute so bewunderte Otto von Freising. Das soll nun nicht heißen, Gottfried sei im Grunde doch der bessere Historiograph gewesen. Aber die Vorliebe für Otto ist an eine eher moderne Perspektive gebunden und ergibt sich mit einiger Sicherheit auch aus den fachspezifischen Interessen der heutigen Leserschaft. Möglicherweise war ein Grund für die weite Verbreitung von Gottfrieds Werken bis zum Beginn der Frühen Neuzeit die Betonung der Genealogie. 1992 konnte Odilo Engels zeigen, daß Gottfrieds Argumentationsgang innerhalb seiner Werke durch die Betonung der Genealogie in einer Linie zum beginnenden Ausbau der Adelshäuser zur Zeit Rudolfs von Habsburg steht . Anscheinend entsprach also69
Gottfrieds historisches Weltbild durchaus dem intellektuellen Horizont und den Bedürfnissen einer mindergelehrten Schicht mit gehobenem Geschmack. Nach Peter Johanek legte er gar die Basis für das Geschichts-und Weltverständnis der Mindergelehrten . Gottfried habe mit seiner70
Mischung aus Versen und Prosa eine historische Enzyklopädie geschaffen, die auch ein Laie im Gedächtnis behalten konnte, und die es ihm als Berater eines Herrschers ermöglichte, den Argumentationen der Hofkleriker überhaupt zu folgen . Dieser interessante Ansatz wurde bis-71
lang nicht weiterverfolgt. Allerdings fehlt dazu auch die Grundlage, denn es gibt noch keine lückenlose neuere Edition von GottfriedsPantheon.In ihrer 1997 erschienenen Dissertation hat sich Maria Dorninger insbesondere mit der literarhistorischen und geistesgeschichtlichen Bedeutung von Gottfrieds Werk befaßt. Sie ging von Betrachtungen zur Historiographie aus und bezog dann verschiedene Quellen zu Gottfried mit ein . Während Weber feststellt, es müsse so etwas wie einen Bruch72
zwischen Heinrich VI. und Gottfried gegeben haben, glaubt dagegen Dorninger, daß eine Abwendung Gottfrieds vom Kaiserhaus nicht erkennbar sei . An dieser Stelle gibt es also offensichtlich noch Unsicher-73heiten.
Dorninger kommt darauf zurück, daß Gottfried sowohl belehren als auch unterhalten wollte. Zum Zwecke der Belehrung habe er Passagen über das christliche Weltbild und die Stauferpropaganda integriert .74
Zur Unterhaltung habe er etwa den Tristichon verwendet, eine relativ schwerfällige Versform, bei der ein Pentameter zwei Hexametern folgt, und verschiedene amüsante Geschichten in seinem Werk verstreut .75
Insgesamt sei Gottfried als Kind seines Jahrhunderts zu sehen, das dazu neige, den Wert der eigenen Zeit angesichts der Antike für geringerer zu halten, als er tatsächlich war. In den Rahmen dieser Logik scheint
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auch zu gehören, daß für uns daher in Gottfrieds Werk die Stellen, die stärker zur Unterhaltung gedacht waren, fast wichtiger sein müßten, als jene, in denen er versucht, die Herrschaft der Staufer zu legitimieren. Dorninger nennt hier etwa die Bedeutung der Reliquien und die Beschreibung der Heiratspolitik .76
Aus heutiger Sicht stößt man immer wieder auf schwerwiegende Probleme im Umgang mit dieser Art von Geschichtsschreibung. Sobald man den Wahrheitsgehalt von Gottfrieds Werken mit der historischen Wirklichkeit in Einklang zu bringen versucht, begibt man sich auf schwankenden Boden. Anders könnte es aber sein, wenn man die erkennbaren Veränderungen am Ms. latin 4894 als Spuren von Gottfrieds Leben und als Fenster in die Vergangenheit betrachtet. Aus einem textkritischen Ansatz auf der Basis einer Teiledition von GottfriedsLiber universalissoll hier nun eine historische Miniatur entwikkelt werden. Dabei stellen sich folgende Fragen: 1. Wie ist GottfriedsLiber universalisentstanden? 2. Was kann man zur Komposition, zum Aufbau seines Geschichtskonzeptes sagen, und welche Quellen hat er dazu benutzt? 3. Wie hat er sein Werk überarbeitet, und auf welche Ursachen könnte man das zurückführen? 4. Wo bestehen Affinitäten in seiner Darstellung zur Geschichte des 12. Jahrhunderts? 5. Wie verändert sich Gottfrieds Perspektive während der Arbeit an seinem Werk, und wie verbindet er die verschiedenen Bausteine seines Werkes zu einem Gesamtbild der Weltgeschichte?
Anmerkungen:
1Vgl. HAUSMANN, Gottfried von Viterbo,
WEBER, Historical Importance, DORNIN-GER,Gottfriedvon Viterbo.2Vgl. SCHIMMELPFENNIG, Könige und
Fürsten, Kaiser und Papst S. 69 f.3Vgl. SCHULZ, Entstehungsgeschichte S.
114, HAUSMANN, Gottfried von Viterbo S. 618 ff., WEBER, Historical Importance S.
