Sucht und kognitive Beeinträchtigung - Nick Lulgjuraj - E-Book

Sucht und kognitive Beeinträchtigung E-Book

Nick Lulgjuraj

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Soziale Arbeit / Sozialarbeit, Note: C, Fachhochschule Nordwestschweiz, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Thema dieser Theoriearbeit, Sucht und kognitive Beeinträchtigung, ist ein in der Behindertenhilfe neu zu betrachtendes Phänomen. Substanziell geht es hier um das Zusammenwirken zwischen diesen beiden Beeinträchtigungen. Präziser formuliert um die Wirkung und Relevanz der Sucht bei Menschen mit einer mäßigen kognitiven Beeinträchtigung. Ich gehe davon aus, dass diese Gruppe mit großen Risiken zu kämpfen hat. An dieses Erkenntnisinteresse ist meine Fragestellung geknüpft: Anhand welcher Kriterien, resp. Faktoren, sind Menschen mit einer mäßigen kognitiven Beeinträchtigung, die ein eher selbstständiges und selbstbestimmtes Leben führen können (z.B. unterstützes Wohnen, kleine Wohngemeinschaften, gemietete Wohnungen etc.), gemäß der Theorie nach Beer eine Risikogruppe bezüglich Sucht (Missbrauch von legalen Drogen)? Menschen flüchten sich in Drogen wie Alkohol, Tabak usw. und leiden unter den Folgen dieses Konsums, wenn dieser kein Genuss mehr ist, sondern eine Sucht, die durch das soziale Milieu im breiteren Sinne bestimmt wird. Darüber hinaus wird dieser Konsum unter Erwachsenen normalerweise als selbstverständlich angesehen und ist trotz seiner schädlichen Wirkung gesellschaftlich akzeptiert. Dagegen wird in Bezug auf Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung davon ausgegangen, dass diese das Thema Sucht nicht betrifft. Der Drogengebrauch, resp. -missbrauch, sowie Sucht als Krankheit ist eine Reaktion auf den Zusammenbruch des sozialen Gefüges und trägt zugleich entscheidend dazu bei, die dadurch bewirkten gesundheitlichen Ungleichheiten weiter zu verstärken. Er eröffnet einen scheinbaren Fluchtweg aus schwierigen Lebenslagen und Stresssituationen, verschlimmert die Probleme jedoch. Dieses Phänomen gilt genauso für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung. Diese sind darüber hinaus noch gefährdeter, da sie aufgrund ihrer kognitiven Beeinträchtigung im Zusammenspiel mit Sucht als psychische Störung eine begrenzte Palette von Problemlösungsstrategien besitzen, um solche Probleme ohne Unterstützung zu bewältigen. Dies trifft vor allem auf Menschen zu, bei denen eine mäßige kognitive Beeinträchtigung diagnostiziert wurde. (...)

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Veröffentlichungsjahr: 2009

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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Vorverständnis
1.2 These und Fragestellung
1.3 Theorie
2 Begriffsklärung
2.1 Droge und Missbrauch
2.2 Sucht versus Abhängigkeit
2.3 Kognitive Beeinträchtigung
3 Entwicklung der Behindertenhilfe
3.1 Normalisierung
3.2 Dezentralisierung
3.3 Selbstbestimmung
3.4 Inklusion
4 Sucht und Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung
4.1 Rahmenbedingungen
4.2 Intra- und interpersonelle Faktoren
4.3 Anfälligkeit für psychische Störungen
4.4 Vulnerabilität für Sucht
4.5 Verifizierung der These
5 Kritische Würdigung
5.1 Erkenntnisse für die Behindertenhilfe
5.2 Theorieeinwand
5.3 Selbstreflexion
5.4 Schlussbetrachtung

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Abstract

Das Thema dieser Theoriearbeit, Sucht und kognitive Beeinträchtigung, ist ein in der Behindertenhilfe neu zu betrachtendes Phänomen. Substanziell geht es hier um das Zusammenwirken zwischen diesen beiden Beeinträchtigungen. Präziser formuliert um die Wirkung und Relevanz der Sucht bei Menschen mit einer mäßigen kognitiven Beeinträchtigung. Ich gehe davon aus, dass diese Gruppe mit großen Risiken zu kämpfen hat. An dieses Erkenntnisinteresse ist meine Fragestellung geknüpft:Anhand welcher Kriterien, resp. Faktoren, sind Menschen mit einer mäßigen kognitiven Beeinträchtigung, die ein eher selbstständiges und selbstbestimmtes Leben führen können (z.B. unterstützes Wohnen, kleine Wohngemeinschaften, gemietete Wohnungen etc.), gemäß der Theorie nach Beer eine Risikogruppe bezüglich Sucht (Missbrauch von legalen Drogen)?

Menschen flüchten sich in Drogen wie Alkohol, Tabak usw. und leiden unter den Folgen dieses Konsums, wenn dieser kein Genuss mehr ist, sondern eine Sucht, die durch das soziale Milieu im breiteren Sinne bestimmt wird. Darüber hinaus wird dieser Konsum unter Erwachsenen normalerweise als selbstverständlich angesehen und ist trotz seiner schädlichen Wirkung gesellschaftlich akzeptiert. Dagegen wird in Bezug auf Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung davon ausgegangen, dass diese das Thema Sucht nicht betrifft. Der Drogengebrauch, resp. -missbrauch, sowie Sucht als Krankheit ist eine Reaktion auf den Zusammenbruch des sozialen Gefüges und trägt zugleich entscheidend dazu bei, die dadurch bewirkten gesundheitlichen Ungleichheiten weiter zu verstärken. Er eröffnet einen scheinbaren Fluchtweg aus schwierigen Lebenslagen und Stresssituationen, verschlimmert die Probleme jedoch. Dieses Phänomen gilt genauso für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung. Diese sind darüber hinaus noch gefährdeter, da sie aufgrund ihrer kognitiven Beeinträchtigung im Zusammenspiel mit Sucht als psychische Störung eine begrenzte Palette von Problemlösungsstrategien besitzen, um solche Probleme ohne Unterstützung zu bewältigen. Dies trifft vor allem auf Menschen zu, bei denen eine mäßige kognitive Beeinträchtigung diagnostiziert wurde.

Die Untersuchung anhandBeersTheorie hat die Fragestellung beantwortet und die besagte These erweitert, resp. umformuliert - dies ist zugleich der zusammengefasste Kern dieser Theoriearbeit:

Wegen der veränderten Lebenswelten (durch Dezentralisierung, Deinstitutionalisie-

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rung, Normalisierung und Selbstbestimmung) in der Behindertenhilfe und der verschiedenen intra- und interpersonellen Belastungsfaktoren (mangelnde Problemlösungsstrategien und Selbstkontrolle, mangelndes Selbstwertgefühl, Stigmatisierung, Anfälligkeit für psychische Störungen, mäßige kognitive Beeinträchtigung) steigt bei Menschen mit einer „mäßigen“ kognitiven Beeinträchtigung die Tendenz, von legalen Drogen, insbesondere Alkohol und Nikotin gefährdet oder sogar abhängig zu werden.

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1 Einleitung

Diese Arbeit befasst sich mit zwei Beeinträchtigungen: auf der einen Seite mit Sucht und auf der anderen mit kognitiver Beeinträchtigung . Ein Phänomen auf dem Weg zur Normalität. Eine Wirklichkeit und meine Motivation, die dieser Theoriearbeit ein Gesicht verliehen haben, basieren auf verschiedenen Interessen, auf die ich im Laufe der Einleitung kommen werde. Diese Interessen haben persönliche, aber auch wissenschaftliche und sozialpolitische Hintergründe.