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Diplomarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend), Note: 1,7, Fachhochschule Flensburg, Sprache: Deutsch, Abstract: In einem Zeitalter, in dem sich das Leben der Menschen immer mehr in der Medienwelt verliert, spielt besonders das Fernsehen eine große Rolle. Mit einem Blick auf das heutige Programm wird ersichtlich, dass besonders Filme und Serien aus anderen Ländern, hauptsächlich den USA, stammen. Achtet man bei der Betrachtung dieser Programme auf die Dialoge, fallen zum Teil sehr merkwürdige Stellen auf, bei denen es fragwürdig ist, wie es zu solchen Formulierungen kommen konnte. Aus diesem Grund werde ich mich näher mit dem Thema der Synchronisation befassen. Ich möchte herausfinden, welche Ursachen diese Sonderheiten haben. Sind es einfach nur schlechte Übersetzungen? Woran erkennt man überhaupt schlechte Übersetzungen? Hatte der Übersetzer keine andere Wahl, als den Dialog so zu übersetzen? Um diese Fragen zu beantworten, werde ich die folgenden Punkte näher betrachten: Welche Faktoren spielen bei der Synchronisation eine Rolle? Hätte es eine bessere Lösung geben können? Zu diesem Zweck habe ich die amerikanische Sitcom Friends, die besonders im Originalton durch ihren saloppen und formlosen Humor besticht, und deren deutsche Synchronfassung als Untersuchungsgegenstand ausgewählt.
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Veröffentlichungsjahr: 2008
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
KAPITEL 1....................................................................................................Einleitung
KAPITEL 2............................................Übersetzung schriftsprachlicher Texte
2.1 Entwicklung des Äquivalenzbegriffs
KAPITEL 3....................................................Übersetzung audiovisueller Texte
3.1 Synchronisation vs. Untertitelung
3.1.1 Vorteile Synchronisation
3.1.2 Nachteile Synchronisation
3.1.3 Vorteile Untertitelung
3.1.4 Nachteile Untertitelung
3.2 Synchronisation
3.3 Unterschiedliche Arten von Synchronität
3.3.1 Lippensynchronität
3.3.2 Gestensynchronität
3.4 Äquivalenz
3.4.1 Synchronstimme
3.4.2 Akzent, Dialekt
3.4.3 Zensur
3.4.4 Kulturhintergrund
3.4.5 Humor
3.5 Das Übersetzungsverfahren
3.6 Charakteristika von Synchrontexten
3.6.1 Written to be Spoken
3.6.2 Anglizismen
KAPITEL 4..........................................................................................................Sitcom
4.1 Definition
4.2 Ursprung
4.3 Verschiedene Kategorien einer Sitcom
KAPITEL 5.........................................................................................................Friends
5.1 Fakten
5.2 Die Charaktere
5.2.1 Rachel Green
5.2.2 Monica Geller
5.2.3 Phoebe Buffay
5.2.4 Joey Tribbiani
5.2.5 Chandler Bing
5.2.6 Ross Geller
5.3 Storyline
5.4 Sprache
KAPITEL 6.....................................................................................................Beispiele
6.1 Humor
6.2 Anglizismen
6.3 Maßeinheiten
6.4 Hinzugefügter Dialog
6.5 Veränderungen der Aussage
6.6 Unlogischer Dialog
KAPITEL 7.....................................................................................................Ursachen
7.1 Lokalisierung
7.2 Anglizismen
7.3 Erhaltung des AS-Effekts
7.4 Veränderungen aufgrund der Lippensynchronität
7.5 Zensur
7.6 Übersetzungsprozess
7.7 Übersetzungsfehler
KAPITEL 8......................................................................................................Ergebnis
Bibliografie
Abb. 1:Rachel Green
Abb. 2:Monica Geller
Abb. 3:Phoebe Buffay
Abb. 4:Joey Tribbiani
Abb. 5:Chandler Bing
Abb. 6:Ross Geller
I grew up with Monica. If you didn‘t eat fast, you didn‘t eat! (Ross S08E03)
In einem Zeitalter, in dem sich das Leben der Menschen immer mehr in der Medienwelt verliert, spielt besonders das Fernsehen eine große Rolle. Mit einem Blick auf das heutige Programm wird ersichtlich, dass besonders Filme und Serien aus anderen Ländern, hauptsächlich den USA, stammen. Achtet man bei der Betrachtung dieser Programme auf die Dialoge, fallen zum Teil sehr merkwürdige Stellen auf, bei denen es fragwürdig ist, wie es zu solchen Formulierungen kommen konnte. Aus diesem Grund werde ich mich näher mit dem Thema der Synchronisation befassen. Ich möchte herausfinden, welche Ursachen diese Sonderheiten haben. Sind es einfach nur schlechte Übersetzungen? Woran erkennt man überhaupt schlechte Übersetzungen? Hatte der Übersetzer keine andere Wahl, als den Dialog so zu übersetzen? Um diese Fragen zu beantworten, werde ich die folgenden Punkte näher betrachten: Welche Faktoren spielen bei der Synchronisation eine Rolle? Hätte es eine bessere Lösung geben können?
Zu diesem Zweck habe ich die amerikanische Sitcom Friends, die besonders im Originalton durch ihren saloppen und formlosen Humor besticht, und deren deutsche Synchronfassung als Untersuchungsgegenstand ausgewählt.
Im zweiten Kapitel gebe ich eine kurze Einführung in die textuelle Übersetzung. Ich werde dem Leser die Bewertungskriterien für diese Art der Übersetzung erklären, um sie dann im dritten Kapitel mit der Synchronisation zu vergleichen. Dazu erläutere ich die Bewertungskriterien bei der Synchronisation ausführlich. Außerdem nenne ich in diesem Kapitel noch die Charakteristika der Synchronisation und beschreibe den
Synchronisationsprozess. Zudem gehe ich auf die Zwänge und Einschränkungen, denen die Synchronstudios und der Übersetzer[1] bei der Synchronisation unterworfen sind, ein. Des Weiteren erläutere ich Auffälligkeiten synchronisierter Texte und deren Einfluss auf die deutsche Sprache und ich stelle die Synchronisation kurz der Untertitelung-dem zweiten wichtigen Verfahren zur Übertragung eines ausländischen Films in ein neues Land-gegenüber.
Als nächstes werde ich versuchen dem Leser das Untersuchungsmaterial etwas näher zu bringen. Dazu betrachte ich in Kapitel vier das Serienformat „Sitcom” etwas näher. Ich gehe dabei auf die Geschichte und Herkunft der Sitcom in Amerika und auch in Deutschland ein.
Danach stelle ich in Kapitel fünf dem Leser die Sitcom Friends vor. Dazu gebe ich einen kleinen Einblick in die Handlung und beschreibe kurz die Besonderheiten der unterschiedlichen Charaktere.
In Kapitel sechs habe ich einige Dialogstellen aus dem Untersuchungsmaterial aufgeführt, die meiner Meinung nach bei einer textuellen Übersetzung nicht so übersetzt worden wären, wie sie fürs Fernsehen übersetzt wurden.
Als nächstes werde ich in Kapitel sieben Erklärungen für die zuvor genannten Beispiele nennen und diese den unterschiedlichen Bereichen der Synchronisation zuordnen-sofern dies möglich ist.
Zuletzt fasse ich in Kapitel acht kurz die Ergebnisse zusammen, ziehe daraus die Schlussfolgerung und gebe Vorschläge zur Verbesserung der Qualität der Synchronisation.
„Over the line!? You are so far past the line, that you can‘t even see the line. The line is a dot to you!”(Joey S06E19)
Bei der schriftsprachlichen Übersetzung liegt dem Übersetzer eine Kopie des Originaltextes vor, welchen er in die Zielsprache übersetzen soll. Häufig fallen einem in diesem Zusammenhang nicht spezielle Romane oder Sachtexte, sondern schlechte Übersetzungen von Bedienungsanleitungen ein. Woran liegt das? Einer der Gründe dafür dürfte sein, dass wir bei vielen Werken gar nicht merken, dass wir eine Übersetzung lesen. Erst wenn es sich um eine schlechte Übersetzung handelt, merken wir, dass es sich nicht um ein Original handelt. Aber was macht eine Übersetzung zu einer „schlechten” Übersetzungen?
Um diese Frage objektiv beantworten zu können, wurden in den letzten Jahrzehnten mehrere Theorien aufgestellt, die sich auf unterschiedlichste Schwerpunkte stützen:
In den 60er Jahren wurde so argumentiert, dass eine Übersetzung inhaltliche Äquivalenz (=Gleichwertigkeit) zwischen Ausgangssprachlichem Text (AT) und Zielsprachlichem Text (ZT) aufweisen sollte.
In den 70er Jahren wurde das Wissen des Lesers in die Überlegungen mit einbezogen. In den 80er Jahren wurde der Übersetzungszweck zum obersten Bewertungskriterium ernannt. (Vgl. Horn-Helf 1999: 43)
Der Begriff der Äquivalenz war also schon früh in den theoretischen Ansätzen der Übersetzungskritik vorhanden. Der Terminus stammt aus der Logik und Mathematik und bezeichnet die Gleichwertigkeit von Elementen in einer Gleichung. Zunächst wurde die Forderung aufgestellt, dass eine Übersetzung in allen Teilen mit dem Original „äquivalent” sein muss. Es stellte sich allerdings schnell heraus, dass dieses Ziel aufgrund der Verschiedenheit der Einzelsprachen nicht erreicht werden kann. (Vgl. Stolze 1992: 61)
Mit der Erweiterung des Äquivalenzbegriffes und der Einbeziehung des Lesers in den 70ern entwickelte sich der Übergang von „text-focussed” zu „reader focussed equivalence”. (Santoyo 1988: 101 zitiert in Brigitte Horn-Helf 1999: 63) Aus dieser „Adressatenorientiertheit der Übersetzung” (Brigitte Horn-Helf 1999: 63) änderten sich die Kriterien, die eine Übersetzung zu einer guten Übersetzung machen. So stellt Kupsch-Losereit (1990:153 zitiert in Brigitte Horn-Helf 1999: 63) die folgende Forderung auf:
„Überall dort, wo der ZT für den Leser unverständlich würde, wo z.B. ein auf ausgangskulturspezifische Realia abhebender Text auf ein totales Defizit im Vorwissen des ZT- Rezipienten stößt, muss das unterschiedliche Voraussetzungswissen von AT- und ZT-Leser für den ZT- Leser kompensiert werden.”
Bei der Übersetzung eines Fachtextes muss sich der Übersetzer also überlegen, ob die Zielgruppe aus Laien oder aus Fachleuten besteht und die Übersetzung gegebenenfalls anpassen.
Nach Einbeziehung des Lesers in den Übersetzungsprozess und der darauffolgenden Anpassung des Äquivalenzbegriffs, geriet dieser immer stärker in die Kritik. Hönig (1995: 57 zitiert nach Horn-Helf 1999: 73) hält den Äquivalenzbegriff als Relation zwischen AT und ZT für eine der „Illusionen über das Übersetzen”, die „nicht durch ihre Richtigkeit, sondern durch ihre Einfachheit” bestechen. Snell-Hornby (Vgl. Siever 1996: 169) führt an dieser Stelle an, dass keine Übereinstimmung hinsichtlich einer allgemeinen Definition des Äquivalenzbegriffs existiert. „58 verschiedene Äquivalenzbegriffe sind zuviel, als dass er noch als zentraler Begriff der Übersetzungswissenschaft akzeptabel scheint.” (Snell-Hornby 1986: 15 zitiert in Siever 1996: 169)
Ein Grund der immer weiteren Abkehr einiger Übersetzungswissenschaftler von dem Äquivalenzbegriff war die Einbeziehung des Verfassers des Ausgangstextes in den Übersetzungsprozess. Dadurch wurde Übersetzen immer mehr als interkulturelle Kommunikation verstanden und die Kommunikationspartner wurden ins Zentrum des Interesses gerückt. (Vgl. Horn-Helf 1999: 73)
