Verlag: epubli Kategorie: Fantasy und Science-Fiction Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2018

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E-Book-Beschreibung Tagebuch des Schicksals - Mikael Lundt

Griesgram Aribert schätzt Ruhe und Ordnung, die lebensfrohe Dörte liebt Spontaneität und esoterischen Klimbim. Als Aribert im Garten ein magisches Tagebuch ausgräbt, ist bei beiden die Neugier geweckt und sie raufen sich zusammen. Das Buch führt sie in eine fremde Welt erfüllt von scheinbarer Glückseligkeit. Doch der Schein trügt, sie steckt voller schicksalhafter Begegnungen und ungeahnten Gefahren. Sie müssen den Kampf gegen die vier Elemente aufnehmen, die alles ins Chaos zu stürzen drohen. Können Aribert und Dörte ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen und die Welt retten? Oder sind sie unabänderlich an die rätselhaften Zeilen im Buch gebunden?

Meinungen über das E-Book Tagebuch des Schicksals - Mikael Lundt

E-Book-Leseprobe Tagebuch des Schicksals - Mikael Lundt

Mikael Lundt

Tagebuch des Schicksals

Im Bann der Elemente

Prolog

Tief in den Fluten des Ozeans, verborgen im Boden unter tausend Meter eisigen Wassers, wütete ein Feuer. Es schmolz Gestein, wälzte sich hin und her, grub Stollen und Höhlen und nährte sich am Grund. Es wuchs und stieg auf, wand sich in glühenden Strömen empor und blähte die Kruste auf. Sie wölbte sich unter dem Druck und schob sich langsam durch die Wellen gen Himmel, bis ein mächtiges Massiv entstand. Am Fuße war von den Gezeiten umspült und an der Spitze von unbarmherzigen Lüften allseits angegriffen. Im Inneren brannte das Feuer weiter, trieb ins Gestein unzählige Spalten und tiefe Risse. In denen fing sich der Wind. Er stürmte hinein und fachte das Feuer an, bis es weiß glühte und schließlich mit Wucht aus dem Gipfel brach. Die flüssige Glut ergoss sich zischend ins Meer, formte bizarre Klippen, schwarz wie die Nacht und scharf wie Klingen. Ein undurchdringlicher Wall aus steinernen Dornen rankte sich um eine Insel, auf der nichts gedieh und auf der niemand wohnte. Hinter dem Dornenkranz ging traurig ein Ascheregen nieder, er bedeckte den zerklüfteten Grund. Beißende Luft trieb durchs Land. Aus dem Krater, den die Eruption hinterlassen hatte, glühte der Berg noch immer heiß und hungrig vor dem nächtlichen Firmament.

Kapitel 1

Der Kräutergarten dampfte. Von der Sonne erwärmt, verströmte er in weitem Umkreis seine ätherische Mischung aus Salbei, Minze, Basilikum, Thymian, Melisse und Rosmarin. Eine pummelige Biene schwirrte mitten hindurch und ließ sich auf dem Griff von Aribert Mäusslers Spaten nieder. Er klebte vom Schweiß der letzten Stunden. Tapsig kroch sie auf dem Griff umher, während sich Aribert mit dem Handrücken über die nasse Stirn fuhr.

„Du hast es gut!“ Aribert warf der Biene einen vorwurfsvollen Blick zu. Die Biene machte keine Anstalten, darauf einzugehen. Sie flog unbeeindruckt weiter, direkt zum schönsten Rosenstrauch im ganzen Schrebergarten.

„Ja, genieß ruhig die Früchte meiner Arbeit“, rief Aribert ihr hinterher. Ob es Sinn ergab, mit Insekten zu kommunizieren, wusste er nicht, aber ab und zu musste man mit jemandem reden, dachte er. Allzu oft kam er nicht mehr dazu. Aribert zog ein mit seinen Initialen besticktes Stofftaschentuch aus der Brusttasche seiner Latzhose und tupfte sich damit die Schweißperlen von der Halbglatze. Beherzt griff er wieder zum Spaten. Er würde jetzt dieses widerspenstige, wurzelverseuchte Gemüsebeet umgraben und dann erst einmal eine schöne Kaffeepause machen – die war der Höhepunkt seines Tages. Jeden Nachmittag saß er mit der Tasse Kaffee in der Hand auf der Veranda des Gartenhäuschens und gab sich dem schweifenden Blick über sein Domizil hin. Aribert musste schmunzeln. Offiziell war es nicht gestattet, hier dauerhaft zu wohnen, doch die Verwalter der Kleingartenanlage duldeten schweigend, dass er während der Sommermonate hier hauste. Es reichte, wenn er den ganzen Winter allein in seiner trostlosen Wohnung eingesperrt war. Aber nun war Frühsommer und Aribert blühte auf. Die schwere Arbeit im Garten nahm er gern in Kauf, denn sie spendete ihm Befriedigung und gab ihm das Gefühl, etwas zu schaffen. Er stach mit dem Spaten wieder in die Erde, trat kräftig mit dem Fuß drauf. „Plock“ – wieder traf der Spaten auf etwas Hartes.

„Elende Wurzeln“, brummte Aribert und griff zur Hacke. Er holte aus und trieb die Spitze ins Erdreich. Diesmal gab es ein dumpfes „Pflobb“. Aribert grübelte. Was war das nun wieder? Er zog die Hacke heraus und sah, dass die Spitze einen Gegenstand getroffen hatte.

„Was zum …?“, murmelte er und streifte die Erde ab. Es war ein großes Buch, kunstvoll in Leder gebunden. Er drehte es in den Händen und besah es sich von allen Seiten. Abgesehen von oberflächlichen Kratzern, die Spaten und Hacke hinterlassen hatten, befand es sich in tadellosem Zustand. Und noch etwas fiel ihm direkt auf: Durch ein kleines silbernes Schloss wurde es vor unbefugtem Zugriff geschützt. Das war ein Zeichen, fand Aribert – höchste Zeit für die Kaffeepause. Statt des üblichen schweifenden Blicks würde er sich diesmal mit etwas ganz anderem beschäftigen können.

Aribert saß am runden Holztisch auf der Veranda und stocherte mit einer Kuchengabel in dem filigran wirkenden Schloss herum. Es ging ihm nicht in den Kopf, wie es so stabil sein konnte. Es sah aus, als könne man es mit dem Zahnstocher knacken. Aber er hatte nun schon drei Gabeln ruiniert. Und sein Kaffee war längst kalt geworden, so sehr hatte er sich in die Aufgabe hineingesteigert. Das war nicht mehr vorgekommen, seit er kurz nach seiner Pensionierung mit dem Schweißen angefangen hatte. Schweißen als Hobby, alle hatten ihn für verrückt erklärt. Und in Grunde behielten sie recht, Schweißen war kein Hobby. Jedoch: Wenn er nun dieses hartnäckige Schloss vor sich betrachtete, bedauerte er, dass er das Schweißgerät wieder verkauft hatte.

„Halloooooo“, flötete eine Stimme plötzlich. Aribert hob den Kopf und sah sich um. Im Nachbargarten winkte eine Frau. „Was machst du denn da? Du siehst so angestrengt aus!“, wollte sie wissen.

Aribert verzog die Mundwinkel. Dörte. Diese Person ging ihm auf die Nerven – und das schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Vor allem die ekelhafte Fröhlichkeit! Wie Zuckerwasser rannen die Worte aus ihrem Mund. „Ich bin beschäftigt“, murrte er und stocherte weiter im Schloss herum.

„Mit was denn?“, jodelte Dörte über den Zaun.

„Privatsache“, brummte Aribert. Das Gejodel von jenseits seiner Gartengrenze verstummte. Gut so, dachte Aribert. Jetzt würde er dieses Teil knacken.

„Huhuuuu!“, dröhnte es aus nächster Nähe. Aribert ließ vor Schreck die Gabel fallen.

„Herrje nochmal“, fluchte er. „Was willst du denn hier?“

„Du brauchst Beistand“, erklärte Dörte ruhig. „Offenbar hast du eine schwere Aufgabe vor dir, und die löst du nur, wenn du im Einklang mit dir selbst bist.“

Aribert schwante Übles, nun würde das spirituelle Geschwafel wieder anfangen. Er rieb sich die Schläfen. Dörte wollte ihm seit Jahren weißmachen, dass er seinen Garten nach den Prinzipien des Feng Shui neu anlegen müsse und dass sich die Pflanzen, so wie er sie anpflanzte, überhaupt nicht vertrugen. Und dann war da diese Sache mit der Séance gewesen, die sie ihm einmal angeboten hatte. Sie wollte eine Verbindung mit dem Jenseits aufbauen, damit er mit seiner vor Jahren verstorbenen Erika sprechen könne. Seitdem versuchte er, ihr komplett zu aus dem Weg zu gehen.

„Hör mal, Dörte, ich hab wirklich zu tun“, wollte er sie loswerden. Doch Dörte hatte sich bereits ihm gegenüber an den Tisch gesetzt.

„Was haben wir denn da?“, fragte sie überfreundlich und tippte auf das Buch. Aribert wusste nicht recht, was er darauf antworten sollte, denn noch war ihm selbst schleierhaft, was das für ein Buch sein könnte – und wie es in sein Gemüsebeet geraten war. Sie hatten diesen Garten seit fast 40 Jahren gepachtet und er vermochte sich beim besten Willen nicht erinnern, irgendwann einmal ein solches Buch verbuddelt zu haben.

„Das sieht aus wie ein Tagebuch“, meinte Dörte. „Hast du den Schlüssel?“ Aribert zog die Augenbrauen hoch und blickte demonstrativ zu den drei verbogenen Kuchengabeln.

„Nein“, knurrte er.

„Jammerschade“, fand Dörte.

„Du sagst es“, bestätigte Aribert.

„Also, ich möchte mich ja nicht aufdrängen …“, setzte Dörte an.

Jetzt kommt‘s, dachte Aribert, nahm seine Kaffeetasse vom Tisch und ließ sich nach hinten in den Sessel sinken.

„… aber ich habe eine ziemlich große Sammlung solcher Schlüsselchen. Von Schatullen, Truhen, Kästchen, Schmuckkassetten, Koffern, Spardosen und auch Tagebüchern“, erklärte Dörte fröhlich. Sie grinste so breit, dass sich die Haut ihrer Wangen zum Zerreißen spannte.

„Ach, lass mal, ich krieg das schon hin.“

„Na, wenn du meinst“, sagte Dörte in einem Tonfall, den man bei anderen Menschen für sachlich-neutral gehalten hätte. Bei ihr war die Abwesenheit von überschwänglicher Freude ein Zeichen dafür, dass sie todunglücklich war.

„Ja, wie du siehst, hab ich zu tun“, grummelte Aribert mit missmutiger Mine. Der kalte Kaffee hatte ihm endgültig die Laune verdorben.

„Wenn du es dir anders überlegst, du weißt ja, wo ich wohne“, zwinkerte Dörte ihm wieder munter zu. Ihre Niedergeschlagenheit hielt nie länger als zehn Sekunden an.

„Ja, schönen Dank auch“, sagte Aribert so wenig sarkastisch wie möglich und nickte ihr zu.

Aribert wälzte sich im Bett hin und her. Dieses Buch ließ ihm keine Ruhe. Sein Schloss zu knacken, hatte er vorerst aufgegeben, nachdem die Hälfte seines Bestecks zerstört war. Dennoch dachte er unentwegt darüber nach, wieso zum Henker er es nicht aufkriegte. Und ihn plagte die Neugier. Woher stammte es, was mochte darin stehen? Nun lag es auf seinem Nachttisch und verhöhnte ihn. Jedes Mal, wenn er sich von ihm abwendete, hörte er hinter sich ein leises Geräusch, wie das Rieseln von feinem Sand, wie ein Kichern, wie ein sanfter Windhauch in den Zweigen. Aribert drehte sich wieder um. Alles still. Es machte ihn wahnsinnig. Eine Weile starrte er das Buch an, das vom Schein des Mondes nur schwach erhellt wurde. War da eben ein Glitzern gewesen? Aribert blinzelte. Das Buch veränderte sich nicht im Geringsten, alles blieb ruhig. Gefrustet warf er die Bettdecke beiseite und schlüpfte in seine Pantoffeln.

Dreimal pochte er kräftig an die Tür von Dörtes Gartenhäuschen und wartete. Von innen drang ein mystischer Singsang heraus. Dörte musste noch wach sein. Knarzend öffnete sich die Tür.

„Aribert, Liebster!“, Dörte schien überrascht.

„n‘Abend“, brummte er. „Kann ich reinkommen?“ Er hielt Dörte das Buch unter die Nase.

„Ja, nichts lieber als das!“

Dörte war gerade dabei, eine ihrer Vollmondsessions abzuhalten. Das gebe Kraft für einen ganzen Monat und reinige die Seele von Ballast, erklärte sie. Aribert hörte nicht so genau zu.

„Magst du einen Tee?“, fragte Dörte. „Ich hab Lavendel mit Honig, Birke-Ingwer-Fenchel, Süßholz-Ginko … “

Aribert schüttelte den Kopf. Die Tees klangen genauso, wie Dörtes Haus aussah: Alles war überfrachtet mit esoterischem Krimskrams, Kristallen, Engeln, Energiepyramiden, Kunstwerken aus Moos, Rinde und Muscheln, Duftkerzen und unzähligen anderen Dingen, die Aribert nicht einmal identifizieren konnte.

„Dann setz dich, mach es dir bequem“, forderte Dörte ihn auf. Aribert ließ sich auf einem Korbstuhl nieder und versuchte eine angenehme Position zu finden.

„Wie kann ich dir helfen? Ach, halt, sag‘s nichts, lass mich raten!“ Dörte griff sich theatralisch an die Stirn und grinste. „Du kommst wegen der Schlüssel, stimmt‘s?“, vermutete sie. Aribert wollte aufstehen und wieder gehen, so blöd kam er sich vor. Aber er biss die Zähne zusammen und presste ein kleinlautes „Stimmt“ hervor.

„Wunderbar!“, frohlockte Dörte und machte sich sofort daran, die Schlüssel zu suchen. Den hinteren Teil ihres Häuschens hatte sie mit bunten Tüchern zu einer Art Zelt abgehängt. Dort stand offenbar ihr Bett. Oder ihre Hängematte, ihre Koje, ihr Nagelbrett oder was auch immer, dachte Aribert.

„Glaubst du an Schicksal, Aribert?“, rief sie aus ihrem Schlafzelt herüber.

„Nein.“

„Solltest du aber!“

„Wieso?“

„Weil nichts wichtiger ist als das Schicksal.“

„Aha.“

„Aribert, jetzt sei nicht immer so griesgrämig!“

„Bin ich nicht.“ „Aber du verschließt dich vor der Welt, und erst recht vor den schönen Dingen, die es zwischen Himmel und Erde sonst noch gibt. Du musst deinen Geist frei machen.“

Aribert verdrehte die Augen. „Hast du die Schlüssel gefunden?“, versuchte er, die Sache zu beschleunigen.

„Momeee-eeent“, antwortete Dörte.

Aribert betrachtete das Buch. Immer noch in eine mysteriöse Aura gehüllt lag es auf dem Tisch. Gleich würde er ihm seine Geheimnisse entlocken, hoffte Aribert.

„Soooo“, Dörte stellte eine Kiste mit geschätzt 200 kleinen Schlüsseln auf den Tisch. „Dann wollen wir mal!“, freute sie sich.

„Das dauert doch ewig“, maulte Aribert und schob dann nach: „Hast du doch einen Tee? Vielleicht mit Schuss?“

Drei Tassen Zimt-Zeder-Zitrone und ebenso viele Gläser alkoholfreier „Seelchen“ später war die Anzahl der zu testenden Schlüssel deutlich reduziert. Manche waren zu groß gewesen, andere zu klein, wieder andere hatten zwar ins Schlüsselloch gepasst, ließen sich aber nicht drehen. In der Kiste lag kaum mehr ein Dutzend Schlüssel, die noch nicht versucht wurden. Dörte war nichtsdestotrotz zuversichtlich, dass einer davon passen würde. Denn nichts ereignete sich ohne Grund, keine Tat war umsonst, davon war sie absolut überzeugt. Aribert zog es derweil langsam die Augen zu. Er war sich nicht sicher, ob es an Dörtes Tee lag oder an den Räucherstäbchen, die sie angezündet hatte, oder daran, dass sie unentwegt vom Schicksal faselte oder an der irren Kombination aus allem.

„Aribert, huhu!“, rief sie ihn ins Hier und Jetzt zurück.

„Ja, was? Ich bin ganz Ohr“, schreckte er hoch.

„Schau mal, Aribert, ich weiß ja, du bist ein kleiner Muffi, aber das liegt nur daran, dass du deine Chakren nicht öffnest.“ Dörte steckte weiter ein Schlüsselchen nach dem anderen ins Schloss. „Du musst die positiven Energien zum Fließen bringen! Ich hab da ein tolles Buch von Kurkuma Yogi, das musst du lesen.“

„Sicher, ja. Apropos, wie sieht es denn mit meinem Buch aus?“

„Das kriegen wir schon hin. Ein paar Schlüssel hab ich noch!“, sagte sie zuversichtlich und fuhr sogleich unbeirrt fort. „Ich war ja mal genau wie du, Aribert. Einsam und verbittert. Aber das ist lange her, jetzt bin ich erleuchtet und mit mir im Reinen. Du kannst das genauso schaffen.“ Aribert schnappte sich einen Schlüssel aus der Schatulle und hielt ihn Dörte hin. „Versuch den!“, forderte er. Er wusste selbst nicht, warum, aber irgendetwas hatte ihn plötzlich nach dem Schlüssel greifen lassen. Möglicherweise war es der verzweifelte Wunsch, sie damit zum Schweigen zu bringen oder doch Intuition. Dörte nahm ihn Aribert verdutzt aus der Hand und steckte ihn ins Schloss und verharrte.

„Nein, versuch du es“, sagte sie. „Eine innere Stimme sagt mir, dass du das selbst machen solltest.“

Aribert zog das Buch näher zu sich, drehte es herum und nahm das kleine Heft des Schlüssels zwischen Daumen und Zeigefinger. Er drehte. Und das Schloss sprang auf.

„Ha! Schicksal, sag ich doch“, jubelte Dörte. Aribert klappte den silbernen Riegel zur Seite und schlug das Buch auf.

„Hmmm … “, brummte er und blätterte ein paar Seiten weiter. Und weiter. Bis zum Ende. Dann klappte er das Buch wieder zu. „Es ist leer“, fasste er zusammen.

„Das gibt‘s doch gar nicht“, wunderte sich Dörte.

„Ist aber so.“

„Komplett leer, wer macht denn so etwas?“, Dörte konnte es nicht fassen.

„So eine Zeitverschwendung“, sagte Aribert in beleidigtem Tonfall. „Ich geh jetzt ins Bett, morgen muss ich das Gemüsebeet umgraben“, erklärte er und stand auf.

„Lass mir das Buch da, ich will damit meditieren“, bat Dörte.

„Meinetwegen, wenn es dir Spaß macht.“ Aribert trottete hinaus in die vom Vollmond erleuchtete Gartenanlage und hinüber zu seinem eigenen Häuschen. Die halbe Nacht um die Ohren geschlagen für nichts. „Schicksal, pfff!“, fluchte er.

Aribert war eben erst selig eingeschlafen, als es an seinem Fenster klopfte. Er versuchte, es zu ignorieren. Denn wenn er etwas hasste, dann war es kurz nach dem Einschlafen wieder aufgeweckt zu werden. Es klopfte wieder. Widerwillig öffnete er die Augen und drehte sich herum. Er sah Dörtes wuscheliges rotes Haar. Im Mondlicht schimmerte es seltsam lila und umrahmte ihr strahlendes Gesicht auf groteske Art.

„Geh weg“, brummte er.

„Aribert, ich hab‘s!“, jubelte sie.

„Komm morgen wieder.“

„Das geht nicht“, widersprach sie.

„Was ist bitte so dringend, dass wir es um halb zwei nachts besprechen müssen?“

„Es ist das Mondlicht, Aribert!“, erklärte Dörte. „Komm raus, ich zeig‘s dir.“

Aribert stemmte sich hoch und schlüpfte erneut in die Pantoffeln. Wenn das nicht wirklich wichtig war, würde er der Irren den Hals umdrehen. Kaum hatte er sein Häuschen verlassen, sah er, dass das Buch in Dörtes Hand zu glitzern schien. Also hatte er sich das vorhin doch nicht eingebildet? Seine Wut war augenblicklich verpufft.

Dörte hatte sich mitten auf der Wiese im Schneidersitz niedergelassen und winkte Aribert aufgeregt zu sich.

„Setzt dich, das musst du dir ansehen!“

Aribert hatte seit Jahren nicht im Schneidersitz gesessen und stellte sich reichlich unbeholfen an.

„Schau mal“, freute sich Dörte und schlug das Buch auf. Im Schein des Vollmonds erschienen leuchtende Zeilen auf den Seiten. Die Schrift reflektierte das Licht, während der Rest der Seite matt blieb.

„Erstaunlich“, gab Aribert zu und beugte sich über das Buch.

„Es ist der Wahnsinn, das ist übernatürlich!“, jubelte Dörte.

„Wirklich ungewöhnlich, ja. Aber weißt du, was noch seltsamer ist?“

Dörte blickte ihn erwartungsvoll an.

„Das sieht aus wie meine Handschrift.“

„Ja, aber … “, stammelte Dörte. „Du hast doch gesagt, du hast das Buch noch nie gesehen.“

„Hab ich auch nicht.“

„Wie kann das dann deine Handschrift sein?“

„Du bist die Expertin für unerklärliche Phänomene, sag du es mir.“

Man konnte Dörte direkt ansehen, dass sie angestrengt nachdachte.

Aribert genoss den Anblick eine kleine Weile, dann erlöste er sie: „Oder, was hältst du davon, wenn wir erst einmal ein bisschen reinlesen?“

„Ausgezeichnet, das ist doch eine prima Idee!“, kehrte Dörte sofort zu ihrer heiteren Grundstimmung zurück. „Das ist wirklich ganz fantastisch, ja!“

„Du hast doch nicht etwa mein Tagebuch gelesen?“

„Hör mal, bevor du die Sache mit der Handschrift erwähnt hattest, wusste doch niemand, dass es deines ist – also ich meine … aber nein, ich hab‘s nicht gelesen“, wand sich Dörte.

„Ja, schon gut“, beruhigte sie Aribert und nahm das Buch auf den Schoss. „Dann wollen wir mal.“ Aribert räusperte sich und fing an, laut vorzulesen.

Kapitel 2

„Zuerst fielen wir schier endlos durch Himmel und Wolken, streiften wattiges Weiß und strahlendes Blau. Es fühlte sich an, als würden alle Erinnerungen weggeweht, als blieben sie in den Wolken hängen. Und je mehr sie verblassten, desto leichter wurden wir. Aus dem freien Fall wurde allmählich ein Segeln. Und als wir schließlich durch die Baumwipfel glitten und langsam ins dichte Moos sanken, war da nichts mehr außer dem Moment. Wir lagen in absoluter Stille, spürten keinen Schmerz, kein Verlangen. Den Blick gen oben sahen wir den Dunst, wie er zwischen den Bäumen hing und von sanften Winden getragen die Zweige umspielte. Das Licht war rein und unschuldig. Tau tropfte herab und tränkte den Boden. Er benetzte uns und befreite uns von der Starre.“

Aribert und Dörte merkten nicht, wie die Zeilen beim Lesen lebendig wurden, wie sie ganz mühelos zur Wahrheit wurden und dass sie längst über die Schwelle geglitten waren. Die Erinnerung kehrte wieder und so auch das Bewusstsein. Aribert setzte sich auf und betastete seinen Körper. Er war unverletzt. Das Moos unter ihm fühlte sich so weich an, wie er es sich nie hätte vorstellen können. Neben ihm lag Dörte und blickte apathisch hinauf in die Baumkronen. Alles wirkte, wie von purem Leben durchflutet, der Wald atmete, seine Farben leuchteten auf die natürlichste Art und Weise. Aribert hätte es für einen Traum halten können, doch alles fühlte sich echt an, so unmittelbar. Noch nie hatte er sich derart munter gefühlt, das konnte beileibe kein Traum sein. Und doch erwachte er.

Er lag mit Dörte im Gras, wieder zurück in seinem vertrauten Schrebergarten: neben ihnen das Gartenhäuschen, dort hinten die Kräuter, dazwischen der kleine Teich. Alles war ganz und gar alltäglich. Er konnte sich kaum zusammenreimen, was mit ihnen geschehen war. Das Erlebte schien ihm unglaublich kurz, doch war es jetzt eindeutig früh am Morgen. Aribert merkte, dass er das Buch immer noch in Händen hielt. Die Seiten waren wieder ebenso weiß wie beim ersten Aufschlagen. Stöhnend kam Dörte neben ihm zu sich.

„Abgefahren“, murmelte sie und setzte sich langsam auf. Aribert sah sie eine Weile stumm an. Er hatte das Gefühl, irgendetwas zu diesem seltsamen Vorfall sagen zu müssen, er hatte nur keinen blassen Schimmer, was.

„Ich brauche einen Tee. Einen mit richtig Kraft!“, meinte Dörte und sprang auf. „Willst du auch einen?“

Ariberts Kopf vollführte eine seltsame Mischung aus Nicken und Kopfschütteln. Er war ganz schön durcheinander. Dörte zog ihn hoch und schleppte ihn hinter sich her in ihre Hütte.

Nun saß Aribert schon wieder in diesem unbequemen Korbstuhl und starrte in eine Tasse Tee.

„Was war das nur?“, murmelte er vor sich hin. Aribert war stets weit davon entfernt gewesen, Übersinnliches zu akzeptieren. Aber dieser Wald ging im nicht mehr aus dem Kopf. Dörte schien die ganze Sache dagegen nicht im Geringsten aus dem Gleichgewicht gebracht zu haben. Sie kramte ganz ruhig in ihrem Bücherschrank.

„Du hast das auch gesehen, oder?“, fragte er vorsichtig in ihre Richtung.

„Den Wald? Ja, sicher!“

„Und wie, ich meine, was …?“, stammelte Aribert.

„Das war eine starke Vision“, erklärte Dörte. „Ich hab von so etwas schon gehört. Das lag sicher am Mond!“

„Am Mond, ja.“

„Das nächste Mal finden wir bestimmt mehr heraus“, vermutete Dörte.

„Beim nächsten Mal …“, grübelte Aribert, der daran noch überhaupt nicht gedacht hatte. Er war sich nicht sicher, ob er bereit war, sich nochmal auf einen solchen Hokuspokus einzulassen.

„Du hast sicher auch gemerkt, dass das ein ganz besonderer Ort war, oder? Geradezu schicksalhaft!“

Dem konnte Aribert nicht widersprechen. „Schon“, sagte er.

„Und wir sind auserwählt worden, dort hinzureisen“, freute sich Dörte. „Ah, hier hab ich es“, erklärte sie dann und trat an den Tisch. „Die Gelehrten des Jenseits“, sie hielt Aribert ein Buch hin. Er beäugte es skeptisch. Auf dem Cover war ein dreiäugiger Mann mit orangener Haut und einem glühenden Zepter in der Hand abgebildet. Er schritt gerade durch einen regenbogenfarbenen Tunnel.

„Fachliteratur?“, sagte Aribert spöttisch.

„Richtig, mein Lieber. Du wirst mir noch dankbar sein!“, versprach Dörte. Aribert ließ das lieber unkommentiert und nahm noch einen Schluck von seinem Mandala-Morgentee. Dörte legte das Buch auf den Tisch, direkt neben Ariberts mystisches Tagebuch und machte sich dann auf den Weg zu ihrer Räucherstäbchensammlung.

„Ich halte das für totalen Käse“, brummte Aribert. „So wie dieses Buch schon aussieht!“

„Kapitel 7“, rief Dörte zu ihm herüber. Aribert nahm missmutig das Buch in die Hand und schlug es auf. Kapitel 7 trug die Überschrift „Über die luzide Transzendenz“. Aribert legte die Stirn in Falten. So weit war es schon gekommen, dass er hier in dieser Räucherbude hockte und esoterischen Quatsch lesen musste. Doch dann blickte er zu seinem Tagebuch und erinnerte sich an die faszinierenden Eindrücke von letzter Nacht. Schaden konnte es ja sicher nicht, wenn sie mehr darüber herausfanden.

„Schicksal ist gewebt aus Millionen feiner Fäden, es umspannt und durchzieht alles, es umgibt euch und ist in euch. Es ist die Nahrung der Seele. Doch zerschneidet ihr seine Fäden, so wird die Seele verhungern.“

Aribert hielt inne. Das klang einerseits furchtbar bescheuert, andererseits wirkte es auf seine eigene Art einleuchtend. Dörte gegenüber wollte er das aber nicht zugeben.

„Und?“, wollte Dörte wissen.

„Ja, sehr hilfreich“, gab sich Aribert diplomatisch.

„Du machst Fortschritte!“, jubelte Dörte.

„Jetzt mal langsam, es ist immer noch ziemlicher Blödsinn, vielleicht sogar kompletter Quatsch.“

„Blätter mal weiter, da kommt noch ziemlich viel Interessantes.“

Aribert blätterte. Und da fand er Abschnitte über „Schicksalszeichen“, „Seelenpflege“, „Schicksalsgründe“ und über „Die Seelenlosen“. Er stockte. Er wusste nicht, warum, aber der Teil gefiel ihm nicht.

„Über die seelenlosen Geister wird berichtet, dass sie nichts sehnlicher wünschen, als sich an den Seelen anderer zu nähren, dass sie sie aufsaugen wie eine durstige Kehle das Wasser nach einer langen Wanderung. Die Seelenlosen wandeln im Schatten der Nacht, sie lauern im Boden, sie verhüllen sich im Nebel. Hütet euch vor den Seelenlosen, sie vergiften euer Schicksal und stürzen euch ins Verderben.“

Aribert klappte das Buch zu. Das war ihm doch zu viel. Er stand auf und schritt zur Tür. „Ich geh mich hinlegen.“

„Was, jetzt wo wir Fortschritte machen?“

„Ich bin fix und alle. Und eigentlich wollte ich ja heute noch das Gemüsebeet … “ Aribert hatte keine Lust mehr, sich zu erklären. „Ja, also bis dann“, sagte er knapp und ging hinaus. Das alles wühlte ihn innerlich auf. Aribert hatte einfach keine Lust, sich mit solchen Dingen zu befassen. Er wollte Ruhe und Ordnung in seinem Leben. Und Gruselgeschichten über geisterhafte Seelensauger konnten ihm gestohlen bleiben. Das war doch der Grund, warum er Dörte immer aus dem Weg gegangen war. Er schüttelte den ganzen Weg nach Hause nur noch den Kopf.

Aribert glitt in einen düsteren Traum. Darin vermischten sich die Seelensauger mit den widerspenstigen Wurzeln seines Gemüsebeets. Ihm schien, als hätten sich alle Mächte der Finsternis gegen ihn verbündet. Dann tauchte Dörte mit einer gigantischen Schere auf und zerschnitt dicke rosa Wollfäden, die in einem komplett weißen Raum gespannt waren. Sie lachte unentwegt und warf ihr feuerrotes Haar herum. Dann verlor er den Boden unter den Füßen. Aribert fiel durch dornige Hecken und garstige Zweige, er prallte auf den Boden und wurde verschluckt. Er hetzte durch endlose wild gewundene Gänge. Es waren Wurzeln, hohl und trocken, tief unter der Erde. Hinter Aribert zerbarsten die Wände. Das morsche Wurzelholz flog durch die Luft. Ein riesiger Spaten zerhackte Erdreich und Wurzeln. Aribert schrie. Doch die Worte verhallten ungehört. Über ihm sah er sich selbst, wie er eine Hacke schwang und sie niedersausen ließ, direkt auf ihn zu.

Aribert schreckte keuchend hoch und krallte die Finger in die Bettdecke. Sein Nachthemd klebte auf der Brust. Er brauchte mehrere Minuten, um sich zu sammeln und seinen Herzschlag zu beruhigen. Aribert träumte nur selten, und meistens erinnerte er sich nicht an viel. Aber das würde er nicht so schnell vergessen. Als er einigermaßen wieder bei Sinnen war, sah er durchs Fenster nach draußen, die Sonne stand im Südwesten. Es war später Nachmittag. Vielleicht würde ein Kaffee auf der Veranda helfen, den Schock dieses Albtraums abzumildern?

Der Kaffee schmeckte nicht. Es war die gleiche Sorte wie immer, aber heute war er viel zu bitter. Aribert hatte alles genau nach Vorschrift gemacht: fünf gehäufte Kaffeelöffel auf einen Liter Wasser. Doch das Ergebnis war mies. Er gab noch einen Löffel Zucker in die Tasse und rührte. Alles war durcheinander. Und dieser Traum! Vielleicht war das letzte Nacht auch nur ein Traum gewesen? Sicher musste er sich nur mal richtig ausschlafen und alles wäre beim Alten.

„Huhu!“, tönte es.

Ariberts Gedanken wurden jäh unterbrochen. Dörte stand im Garten, mit seinem Tagebuch unter dem Arm.

„Du hast was bei mir liegen lassen.“

„Oh“, murmelte Aribert. So viel zum Thema, es sei alles nur ein Traum gewesen.

„Willst du nen Kaffee?“

„Nein, der ist schlecht für‘s Karma.“

„Wahrscheinlich hast du recht, er schmeckt sowieso nicht.“

„Aribert, Schatz, was hast du denn?“, fragte Dörte in mitleidigem Tonfall.

„Ach, ich dachte, ich wäre mittlerweile zu alt, um mir über Albträume Sorgen zu machen, aber …“

„Die Träume sind ein Spiegel deines Lebens“, erklärte Dörte. „Sie können dir nichts tun. Aber sie können deine Perspektive verändern. Du siehst dich aus einem anderen Winkel. Und wenn du weißt, wie du das nutzen kannst, sind Träume deine besten Freunde.“

„Ich weiß nicht, sonderlich freundlich war der Traum nicht“, brummte Aribert.

„Magst du mir davon erzählen?“

„Eigentlich nicht.“

„Na, schön. Dann erzähle ich dir was.“

„Wird sich nicht vermeiden lassen, oder?“

Dörte ließ der Anflug von Sarkasmus völlig unbeeindruckt. „Du erinnerst dich an Kurkuma Yogi? Ich hab dir doch erzählt, dass er die positiven Energien zum Fließen bringt und deinen Geist öffnet.“

„Hmmm“, brummte Aribert.

„Was wäre, wenn dieses Buch auch so etwas kann? Unseren Geist öffnen und uns in eine Art positiven Energiefluss hineinziehen?“

„Ich weiß nicht, keine Ahnung“, gab Aribert zu. „Und wenn schon, was soll uns das nützen?“

„Vielleicht bringt uns das Buch an diesen Ort, damit du ein neues Leben anfangen kannst und wieder glücklich bist?“

„Mir geht‘s prima“, murrte Aribert. Dörte sah ihn schief an.

„Was soll an meinem Leben bitte nicht stimmen?“, wollte Aribert wissen. „Bis ich gestern dieses doofe Buch ausgegraben habe, ging es mir blendend!“

„Öffne deinen Geist, Aribert, empfange die Wahrheit. Heute Nacht werden wir mehr wissen.“ Dörte stand auf und machte sich auf den Weg zurück in ihren Garten. Aribert schaute ihr eine ganze Weile stumm hinterher. Ja, sie ging ihm immer noch wahnsinnig auf den Wecker, diese Frau. Aber seine Neugier war wieder geweckt. Heute Nacht würden sie mehr wissen – hoffentlich.

Als Aribert nach Einbruch der Nacht wieder in seinem Garten trat, saß Dörte bereits im Schneidersitz neben dem Teich und meditierte. Sie gab summende Laute von sich und wiegte den Körper hin und her. Aribert schlich sich ganz leise an.

„Huhu!“, rief Aribert plötzlich. Doch Dörte erschrak sich nicht, wie er gehofft hatte, sondern blickte ihn ungerührt an und sagte: „Aribert, ich habe dich doch kommen sehen.“

„Mit geschlossenen Augen?“, wunderte sich Aribert. Dörte zeigte auf ihre Stirn und erklärte: „Mit dem geistigen Auge.“ Aribert beließ es dabei und setzte sich neben sie. Er schaute hoch zum Himmel. Der Mond strahlte hell und klar.