The Fixer - Jill Amy Rosenblatt - E-Book

The Fixer E-Book

Jill Amy Rosenblatt

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Beschreibung

„Katerina, ich brauche Hilfe. Seien Sie ein braves Mädchen und kommen Sie her. Dann sorge ich dafür, dass es sich für Sie lohnt.“ Dieses Angebot sollte Katerina Mills, eine Studentin am NYC College, besser ablehnen. Aber wie könnte sie das? Schließlich steckt sie in einer misslichen Lage … Nachdem sie sich von ihrem untreuen Freund (und Chef) getrennt hat, hält sie sich mit Zeitarbeitsjobs über Wasser. Und dann hat ihr Dad auch noch ihre Mutter sitzen gelassen und will von seinem Versprechen, Kats Studiengebühren zu bezahlen, nichts mehr wissen. Jetzt bleiben ihr nur noch zwei Wochen, um das Geld aufzutreiben. Vierzehntausend Dollar oder sie ist ihre Wohnung und ihren Studienplatz los. Eine gefährliche Welt … Katerina nimmt einen Job als „Fixerin“ für reiche und angesehene Männer in New York City an. Die Probleme ihrer Kunden müssen schnell und zuverlässig gelöst werden, wofür sie sehr gut bezahlt wird. Die Regeln sind simpel: Kassiere das Geld, nutze deine Kontakte und löse das Problem. Kats erster Auftrag klingt noch ziemlich einfach: eine kaufwütige, prominente Ehefrau beschatten. Aber wer beschattet Kat? Kats zweiter Auftrag ist dagegen schon etwas schwieriger: Sie soll eine Videokassette stehlen, die in einem antiken Schrank versteckt ist. Da sie das Band nicht allein besorgen kann, braucht sie zur Unterstützung einen professionellen Einbrecher. Um genau zu sein, braucht sie den attraktiven, öffentlichkeitsscheuen Alexander Winter. Schon bald lernt Kat die wahren Regeln für einen Fixer kennen: Es gibt keine Regeln, es gibt keine Rückzahlung. Reingehen. Den Auftrag erledigen. Verschwinden. Jeder Schritt bringt sie ihrem Ziel näher … und damit der Gefahr. Schließlich gibt es nur noch eine Regel, die Katerina Mills lernen muss: Sobald du einmal dabei bist, gibt es kein Zurück mehr.

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Veröffentlichungsjahr: 2023

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THE FIXER.

DER NACKTE MANN

 

Ein Katerina-Mills-Roman

 

Jill Amy Rosenblatt

 

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Tanja Lampa

Copyright© 2015 by Jill Amy Rosenblatt

Kein Teil dieses Buches darf in irgendeiner Form oder mit irgendwelchen Mitteln ohne Erlaubnis der Autorin vervielfältigt werden. Hiervon ausgenommen sind kurze Zitate in Rezensionen.

The Fixer. Der nackte Mann ist reine Fiktion. Namen, Personen, Unternehmen, Orte, Ereignisse und Begebenheiten sind entweder der Fantasie der Autorin entsprungen oder werden fiktiv verwendet. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen oder tatsächlichen Ereignissen ist rein zufällig.

 

Coverdesign und Bilder: Alan Gaites/Grafikdesign

 

HINWEIS: Das in Kapitel 5 erörterte Zugproblem ist eine Anspielung auf das Trolley-Problem (von trolley ‚die Straßenbahn‘), ein 1967 von Philippa Foot eingeführtes und von Judith Jarvis Thomson modifiziertes moralphilosophisches Gedankenexperiment.

 

 

 

Die The Fixer-Serie (Katerina Mills):

The Fixer. Der nackte Mann

The Fixer. Die tödliche Art

The Fixer. Der letzte Romanow

 

 

 

 

Für Mrs Danvers

Danksagung

 

Mein aufrichtiger Dank geht an:

Den ehemaligen NYPD Detective Glenn E. Cunningham für seine unglaubliche Großzügigkeit und Freundlichkeit bei der Weitergabe seines Wissens. Sein Fachwissen war für dieses Buch von unschätzbarem Wert. Vielen Dank an Tim Clemente von X-G Productions für die Vorstellung.

Glenn Franklin, Esq., der sein Fachwissen über den Beruf des Anwalts und seine vielen Abenteuer mit mir geteilt hat. Sein Beitrag hat zur Ausrichtung dieser Serie geführt. Vielen Dank.

Jasmine Patel, Esq., für die Informationen über die Ausbildung zum Anwalt.

Jenny Joczik, Leiterin des Schreibzentrums am Burlington College und meine Betreuerin während meines Masterstudiums. Ihr Unterricht hat mir geholfen, eine bessere Autorin zu werden. Danke, dass Sie für dieses Buch über das Leben in Vermont berichtet haben.

Alle Fehler in diesem Manuskript stammen von mir, nicht von ihr.

Ken Sutak, Esq., für seine redaktionelle Beratung.

Dennis Shand für sein umfangreiches Wissen. Wann immer ich eine Frage habe, haben Sie die Antwort. Vielen Dank.

Alan Gaites/Graphic Design für das tolle E-Book-Cover.

Rebecca Brutus. Danke an mein jüngeres Ich, das mir geholfen hat, den Weg zurück ins Leben einer Autorin zu finden, in das ich gehöre. Deine Ermutigung hat dazu beigetragen, dass dieses Buch entstanden ist.

Und an meine Mum:

Ich danke dir für deine unermüdliche Unterstützung und Ermutigung, dein hervorragendes Lektorat und dafür, dass du deine Liebe zum Lesen und Schreiben an mich weitergegeben hast. Das sind die besten Geschenke aller Zeiten.

Contents

KAPITEL 1

KAPITEL 2

KAPITEL 3

KAPITEL 4

KAPITEL 5

KAPITEL 6

KAPITEL 7

KAPITEL 8

KAPITEL 9

KAPITEL 10

KAPITEL 11

KAPITEL 12

KAPITEL 13

KAPITEL 14

KAPITEL 15

KAPITEL 16

KAPITEL 17

KAPITEL 18

KAPITEL 19

KAPITEL 20

KAPITEL 21

KAPITEL 22

KAPITEL 23

KAPITEL 24

KAPITEL 25

Leseprobe aus dem 2. Band der The Fixer-Serie:

KAPITEL 1

ÜBER DIE AUTORIN

 

 

 KAPITEL 1

 

„Katrina, ich brauche Hilfe.“

Katerina stolperte aus dem Bett, ihr Handy fiel ihr aus der Hand.

„Verdammt“, murmelte sie. Sie tastete nach der Lampe und knipste sie an, wobei sie mehrmals gegen das grelle Licht blinzeln musste. Sie hörte die leise Stimme des Mannes, die nun von unter dem Bett kam. Selbst aus der Ferne klang er verängstigt und hysterisch.

„Katrina? Katrina?“

Sie beugte sich über die Bettkante, wobei ihr langes kastanienbraunes Haar auf den Boden fiel, und tastete nach dem Telefon. Sie griff danach und hielt es ans Ohr.

„Hier spricht Katerina. Wer ist da?“

„Katr…. Hier spricht Joe Lessing. Ich bin ein Freund von Phil. Sie erinnern sich doch an mich, oder?“

Kat versuchte, die Stimme mit einem Gesicht zu verbinden, und allmählich fiel der Schleier des Schlafs von ihr ab. Mittelgroß. Gebaut wie ein Boxer. Starker Kiefer. Schwarzes Haar mit spitzem Ansatz.

„Ja, Mr Lessing. Wie kann ich Ihnen helfen?“

Sie hörte das schwere Atmen am anderen Ende der Leitung. Joe Lessing klang, als käme er gerade von einer Joggingrunde. Die Funkuhr zeigte zwölf Uhr dreißig an. Für einen Lauf um den Stausee war es ein bisschen spät.

„Ich kann Phil nicht finden. Wissen Sie, wo er ist?“

„Nein, tut mir leid, keine Ahnung.“

„Er geht nicht an sein Handy.“

„Mr Lessing, ich arbeite nicht mehr für Mr Castle. Vielleicht kann seine aktuelle Assistentin Ihnen helfen …“

„Verdammt! Verdammt!“ Lessings Stimme wurde immer lauter. „VERDAMMT!“

„Mr Lessing–“

„Hören Sie, Katri… Katerina … Ich brauche wirklich Hilfe. Also seien Sie ein braves Mädchen und kommen Sie her. Es wird sich für Sie lohnen. Okay?“

Katerina antwortete mit Schweigen. Sie hatte Joe Lessing vielleicht drei Mal getroffen, während sie für Philip gearbeitet hatte. Er war ihr nie wie ein verrückter Vergewaltiger oder Mörder vorgekommen … bis jetzt. Keine gute Idee, dachte sie. Worum auch immer es hier geht, ich brauche es nicht.

„Hören Sie, das ist eine Frage des Respekts. Ich stecke wirklich in der Klemme und brauche Hilfe. Das ist mir tausend Dollar wert.“

Das ist es, was ich brauche. Dringend. „Okay … zwanzig Minuten.“

„Machen Sie zehn daraus. Es geht um Leben und Tod.“

„Was von beidem ist wahrscheinlicher?“

„Ich bin mir nicht sicher.“ Er nannte ihr seine Adresse und legte auf.

Kat dachte kurz über seine Bemerkung nach, bevor sie in Jeans, Sweatshirt und Stiefeletten schlüpfte und die Haare zu einem lässigen Zopf zusammenband. Dann stopfte sie etwas Bargeld, ihren Ausweis, ihr Handy und ihr vertrautes Pfefferspray in ihre Tasche und eilte hinaus in die kühle New Yorker Nacht. Wider besseres Wissen nahm sie die U-Bahn, aber falls es tatsächlich zu polizeilichen Ermittlungen kommen sollte, wäre ein übereifrig kooperierender Taxifahrer eine unnötige Belastung. In einem seiner zahlreichen Momente egozentrischer Selbstüberschätzung hatte Philip mit seiner goldenen Regel geprahlt, mit der er die Probleme der Menschen ‚löste‘: rein, raus, weg. Bloß nicht länger bleiben als nötig. Alles sehen, aber nie gesehen werden.

Sie hielt nach Betrunkenen, Stalkern und anderen Raubtieren Ausschau, die auf der Lauer lagen, und behielt eine Hand in der Tasche, den Finger auf dem Knopf der handtellergroßen Pfefferspray-Dose.

Schließlich erreichte sie Lessings Haus. Sie schaute auf und der Hauch der kühlen Oktobernacht ließ sie unwillkürlich frösteln. Sie klingelte.

„Wer ist da?“ Lessing klang ziemlich verängstigt.

Was glaubst du denn, wer hier ist? „Katerina.“

Der Summer ertönte. Kat schlüpfte hinein und fand die Wohnungstür einen Spalt breit geöffnet. Sie trat langsam ein. Ein bunter Perserteppich bedeckte den größten Teil der Diele. Als sie das leuchtende Muster aus Rot, Blau und Schwarz betrachtete und keine Anzeichen von Blut fand, entspannte sie sich etwas. Vorsichtig ging sie weiter und sah sich im Wohnzimmer um. Alles war ordentlich und sauber.

„Mr Lessing?“, rief sie.

„Hier“, kam seine Stimme vom Ende des Flurs.

Kat zögerte. Sollte sie weitergehen oder umkehren? Sie schlich den schmalen Gang hinunter, der mit moderner Kunst in Form von bunten Farbspritzern gesäumt war. Die Tür stand offen.

Kat spähte hinein und sah Joe Lessing, einen Mann Mitte vierzig, dessen überentwickelter muskulöser Körperbau allmählich fleischig und weich wurde. Er war nackt, lief im Kreis und atmete schwer. Sein schlaffer Penis, der wie eine übergroße Spirelli-Nudel herunterbaumelte, wippte bei jedem Schritt auf und ab.

Katerina erstarrte. Ach du Scheiße.

Er drehte sich um und schaute zu Kat. Panik lag in seinen dunklen Augen.

„Gott sei Dank sind Sie hier“, sagte er und drehte sich zum Bett um. Es war ein riesiges Himmelbett mit einer abgenutzten Holztruhe am Fußende. Auf den Nachttischen im Queen-Anne-Stil rechts und links davon stand jeweils eine Tiffany-Lampe. Aber es war die bewusstlose, nackte blonde Frau, die auf dem zerknitterten Bettlaken lag, die Kats Aufmerksamkeit erregte.

„Ich habe jemanden angerufen. Sie meinte, sie würde versuchen, hierherzukommen, aber ich kann nicht länger warten.“ Er zeigte auf das Bett. „Können Sie mir helfen? Bitte!“

Kat wusste nicht, was sie sagen sollte. Wenn er in Philips Büro gekommen war, war er immer ruhig und entspannt gewesen … und vollständig bekleidet. Er hatte sich gern auf die Kante ihres Schreibtischs gesetzt und über sein Motorrad, sein Haus in den Hamptons und seine Frau gesprochen.

Seine Frau.

„Was ist passiert?“, fragte sie.

„Ich weiß es nicht“, antwortete er mit zittriger Stimme. „Ich weiß es wirklich nicht, aber ich muss etwas tun. Wir müssen etwas tun.“

Er lief wieder rastlos auf und ab und der Penis tanzte wieder. Kat ging zum Bett. Die Frau hatte blond gefärbtes Haar und eine zu perfekte Nase, aber ihre Brüste waren echt und ihre Taille sehr schmal. Kat beugte sich vor und berührte ihre Wange. Sie war warm.

„Ich bin am Arsch, nicht wahr?“, fragte er und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Bin ich am Arsch?“

„Ich kann ihren Puls fühlen“, sagte Kat.

„Gott sei Dank.“

„Haben Sie versucht, sie aufzuwecken?“

„Natürlich habe ich das! Aber sie reagiert einfach nicht!“

„Was ist passiert?“

Joe kratzte sich am Kopf, als würde er versuchen, eine schwierige Matheaufgabe zu lösen. „Wir hatten Sex. Richtig guten Sex. Und dann ist sie einfach ohnmächtig geworden. Hören Sie, wir müssen sie von hier wegbringen.“

„Wann erwarten Sie Ihre Frau zurück, Mr Lessing?“

Joe stieß ein kurzes, schuldbewusstes Lachen aus. „Sie kommt mit dem Nachtflug aus Los Angeles. Sie wird bald hier sein.“

„Was heißt bald?“

Lessing starrte sie an. „In weniger als zwei Stunden“.

Verdammt.

„Ihre … Freundin braucht medizinische Hilfe.“

„Ich kann sie nicht ins Krankenhaus bringen. Niemand darf davon erfahren. Ihr Mann wäre stocksauer.“

Und Ihre Frau. „Ich verstehe.“

„Bitte, Sie arbeiten doch für Phil. Oder haben für ihn gearbeitet, wie auch immer. Sie kennen bestimmte Leute. Sie können das doch für mich regeln, oder? Sie müssen dafür sorgen, dass das hier …“, er deutete in Richtung Bett, „verschwindet.“

Kat versuchte, sich vorzustellen, was Philip tun würde, ein Anwalt, der seinen Eid eher als Vorschlag denn als Verpflichtung ansah.

„Einen Moment“, meinte sie und holte ihr Handy heraus. Sie hörte das Klingeln am anderen Ende der Leitung. Endlich meldete sich jemand.

„Ja“, sagte die Stimme. Dann folgte ein Chor von Husten- und Gurgelgeräuschen.

Kat wartete, bis er sich beruhigt hatte. „Doc, ich bin‘s, Kat“, sagte sie, als es in der Leitung still war. „Sie müssen mir einen Gefallen tun.“

„Für weniger als einen Tausender stehe ich nicht auf“, meinte die raue Stimme, gefolgt von einem tiefen Luftholen.

Sie hielt das Telefon vom Ohr weg. „Das wird Sie einen Tausender kosten.“

„Für Sie beide?“

„Nein.“

„Akzeptiert er Reiseschecks?“

„Nein.“

„Akzeptieren Sie Reiseschecks?“

„Nein.“

„Sie sind von American Express“, beteuerte Lessing.

„Das ist mir egal.“

Lessing zog wieder seine Kreise. Kat wendete den Blick ab, damit der Penis nur noch am äußersten Rand ihres Blickfelds tanzte. Wie ein Mini-Slinky. Sie hatte wirklich keine Lust mehr, sich das anzusehen.

„Mr Lessing?“

„Ja?“

„Ziehen Sie sich Ihre Hose an … bitte.“

Er schaute an sich herunter und griff dann nach seiner Hose, die auf dem Boden lag.

Kat nahm das Handy wieder ans Ohr. „Sie müssen wohl oder übel aufstehen.“

„Wenn ein Reiniger gebraucht wird, ist das Ihr Problem.“

Kat schaute zu der bewusstlosen Frau. „Das glaube ich nicht.“ Sie nannte ihm die Adresse und legte auf. Das hoffe ich zumindest nicht.

***

Doc kannten alle nur als … Doc. Er war zugelassener Arzt – zumindest behauptete Philip das immer – und besaß eine schwarze Tasche mit den typischen Utensilien, die man in einem Kinderarztkoffer fand, nur dass sie echt waren: ein Stethoskop, ein Thermometer und viele Flaschen mit bunten Pillen.

Er war gut einen Meter achtzig groß und sein Körper schien unter der Last seines dicken Bauches zu leiden. Sein schlaffes Gesicht – die Trophäe einer ausschweifenden Existenz –, sein silbern gesträhntes Haar und seine dicken Wangen ließen ihn eher wie einen altgedienten Pornodarsteller als wie einen Arzt aussehen.

Nur sein schwerer Atem durchbrach die Stille im Schlafzimmer. Ein Knie sank in die Matratze, als er sich über die nackte, bewusstlose Frau beugte und sie untersuchte.

Kat und Joe standen auf der anderen Seite des Bettes und schauten zu.

Doc drückte auf den Bauch der Frau und fuhr mit seinen Fingern wie auf einem Klavier über ihren Körper, wobei er über ihren Brüsten einen Moment verweilte.

„Ist das notwendig?“, fragte Kat.

„Die Hände eines Arztes sind geschlechtslos“, keuchte Doc.

„Blödsinn“, murmelte sie.

Doc stöhnte auf, als er seinen beachtlichen Körperumfang vom Bett schob und eine tiefe Kerbe in der Matratze hinterließ. Er nahm die Handtasche der Frau vom Nachttisch, klappte sie auf und durchwühlte ihren Inhalt.

„Und?“, fragte Joe.

„Narkolepsie“, meinte Doc.

„Blödsinn“, widersprachen Kat und Joe unisono.

Doc warf die winzige feuerrote Clutch auf das Bett und steckte sein Stethoskop in seine Tasche. Dann drehte er sich zu Joe um. „Tausend Dollar.“

„Wollen Sie sie für so viel Geld nicht wenigstens aufwecken?“, wollte Joe wissen.

„Geht nicht. Sie wird von alleine wieder zu sich kommen.“

„Und was zum Teufel soll ich bis dahin mit ihr machen?“

„Warten.“

„Wie lange?“

Doc packte weiter seine Sachen zusammen. „Nicht lange. Tausend Dollar.“

Joe wollte gerade seinem Unmut Luft machen, als Katerina ihm ins Wort fiel.

„Mr Lessing, Sie müssen Doc sein Geld geben … Mr Lessing …“ Kat wartete darauf, dass Joe sich auf sie konzentrierte. „Sie müssen Doc sein Geld geben“, wiederholte sie mit fester Stimme. „Ich finde schon einen Weg, Ihre Freundin nach Hause zu bringen. Wissen Sie, wo ihr Mann gerade ist?“

Lessing schien sich nur schwer konzentrieren zu können.

„Mr Lessing! Wo ist ihr Mann?“

„Er ist in Jersey. Er kommt heute Abend zurück. Er könnte bereits zu Hause sein. Das hier hätte ein Quickie werden sollen.“

Kat nickte. „Das Geld“, sagte sie. Sie zweifelte keinen Moment daran, dass sich diese Summe und noch viel mehr irgendwo in der Wohnung befanden. Als Joe das Schlafzimmer verließ, betrachtete Kat die bewusstlose Frau auf dem Bett. Wie zum Teufel soll ich diese Frau nach Hause bringen?

Sie wandte sich an Doc. „Sind Sie sich sicher?“

Doc öffnete die Clutch und zog ein medizinisches Armband heraus.

Kat wurde rot. Verdammt. Ich habe es vermasselt.

Doc warf ihr das Armband zu und sie fing es geschickt in der Luft auf. „Sie sind noch jung, Miss Kitty. Sie müssen noch eine Menge lernen.“

Kat rieb über das Armband.

„Sie wird wieder gesund. Diese Zyklen dauern meist nur kurz an. Sie wird sich aber an nichts mehr erinnern können. Was vielleicht gar nicht mal so schlecht ist. Sie wird vergessen haben, dass sie mit diesem Idioten im Bett war.“

„Doc …“

„Ich mag ihn nicht.“

In dem Moment kehrte Lessing mit einem Bündel Bargeld ins Schlafzimmer zurück. Seine Lippen bewegten sich wortlos, während er die Scheine zählte. Er machte zwei getrennte Stapel und gab einen Kat, den anderen Doc.

„Okay“, meinte er schließlich. „Und jetzt?“

Der Summer der Gegensprechanlage ertönte.

Kat, Joe und Doc drehten sich zur Tür um.

***

Joe Lessing trug eine blaue Jeans, ein weißes T-Shirt und ein verlegenes, verschmitztes Grinsen, als er seiner Frau Constance, eine schlanke Brünette von mittlerer Größe, die Wohnungstür öffnete. Sie hatte ein hartes, unnachgiebiges Gesicht und Lippen, auf denen reichlich viel zu roter Lippenstift aufgetragen war.

„Warum dauert das so lange?“, fuhr sie ihn an.

„Sorry, Babe“, sagte er und nahm ihre Aktentasche. „Ich bin auf der Couch eingeschlafen.“

Sie schnaubte angesichts dieser Entschuldigung und schob sich an ihm vorbei.

„Wir müssen unbedingt weg von hier. Ständig laufen hier ein paar Verrückte herum.“

„Wer zum Beispiel?“, fragte er, wobei ihm vage bewusst wurde, dass er ihr normalerweise nicht so viel Aufmerksamkeit schenkte.

Mrs Lessing ließ eine ganze Reihe von Beschwerden los, während sie durch die Wohnung wanderte. Joe beobachtete sie aus dem Augenwinkel und hoffte, dass sie ausgerechnet heute Abend nicht ihre Gewohnheit aufgeben würde, ihre Jacke über den Stuhl zu werfen. Sie stand neben der Schranktür.

•••

Kat hatte einen Arm um die Taille der bewusstlosen Frau geschlungen, der andere Arm lag zur Unterstützung auf ihrer Brust. Das Kleid der Frau war halb angezogen. Kat war sich sicher, dass sie in dem luftleeren Schrank ersticken würde, während sie versuchte, den beißenden Geruch des scheußlichen Blumenparfüms der Frau nicht einzuatmen. Sie hörte sich Mrs Lessings rabiates Gezeter an, während sie sich gegen das wachsende Gewicht stemmte, das an ihren Armen zerrte.

„… und dann öffnet sich die Fahrstuhltür und dieser richtig fette Kerl kommt herausgewatschelt. Er trug ein widerliches Aftershave. Das war wirklich ekelerregend. Er hat den ganzen Fahrstuhl vollgestunken.“

Die Blondine bewegte sich und holte tief Luft.

„Er sah aus wie ein Pädophiler oder Pornodarsteller … und er hat so komisch gekeucht …“

Die Blondine hob den Kopf. Kat presste eine Hand auf den Mund der Frau. Deren Augen weiteten sich, als sie in den Kampfmodus wechselte.

„Seine Frau ist zu Hause“, flüsterte Kat ihr ins Ohr.

Die Blondine erstarrte.

Regungslos lauschten sie Constance Lessings Stimme, die durch den Flur drang, während ihre Stöckelschuhe auf dem Parkettboden klackten.

„Warum zum Teufel steht das Fenster offen? Es sind fast null Grad draußen. Und ich habe mich schon gewundert, warum es hier drin so verdammt kalt ist.“

Kat und die Blondine schlichen aus dem Schrank, Schuhe und Stiefel in der Hand. Auf Zehenspitzen rannten sie zur Wohnungstür, schlüpften hinaus und eilten den Flur entlang zum Treppenhaus. Kat warf einen letzten Blick zurück auf die Wohnungstür, als diese lautlos ins Schloss fiel.

•••

Die Limousine wartete am Ende des Blocks. Ein Fahrer, einen Meter achtzig groß und mit mandelfarbener Haut, lehnte gegen das Auto. Er hatte einen amüsierten Gesichtsausdruck, als hätte ihm jemand gerade einen Witz ins Ohr geflüstert.

Er öffnete die hintere Beifahrertür und die Blondine sprang hinein.

Katerina reichte ihm ein Bündel Geldscheine, das er in seine Tasche steckte, ohne es zu zählen.

„Danke, Luther. Die Lady sagt Ihnen, wohin es geht.“

„Kein Problem, Miss Katerina. Für Sie tue ich doch alles.“ Mit einem Grinsen im Gesicht setzte sich Luther hinter das Lenkrad und fuhr los.

Das leise surrende Geräusch des herunterfahrenden elektrischen Fensters ließ Kat zurückblicken. Das Gesicht der Blondine lugte hervor. Sie murmelte wortlos ein „Danke“, als sich die Limousine in den Verkehr einfädelte.

Kat ließ die Stiefel auf den Boden fallen, schlüpfte hinein und kniete nieder, um die Schnürsenkel zu binden. Ein Paar hellbraune, schlanke Beine, deren Füße in Louboutin-Stilettos mit Leopardenmuster steckten, blieben vor ihr stehen. Kat richtete sich auf und sah sich einer unglaublich attraktiven Frau gegenüber, die ein paar Jahre älter war als sie selbst. Ein schimmerndes schwarzes Wickelkleid betonte ihre Kurven. Blondes, glattes, schulterlanges Haar flatterte in der leichten Brise.

„Ich nehme an, Sie waren Plan B“, sagte sie.

„Ja“, antwortete Kat.

„Es ist alles geregelt“, sagte sie. Das war keine Frage.

„Ja“, antwortete Kat.

Die Frau taxierte Kat von oben bis unten. „Ich bin Lisa. Sie können mir bei einer Tasse Kaffee alles erzählen. Wenn mir gefällt, was Sie zu sagen haben, hätte ich da etwas, das Sie interessieren könnte.“

„Was genau ist ‚etwas‘?“

„Eine Chance, bei der Sie eine Menge Geld verdienen, wenn Sie genau das tun, was Sie heute Abend getan haben.“

Kat zögerte, dann nickte sie.

 

 KAPITEL 2

 

Jemand ist hier drinnen. Kat erstarrte im dunklen Eingangsbereich ihrer Wohnung. Adrenalin schoss durch sie hindurch. Ihre Gedanken rasten. Raus hier. Verschwinde. Ruf die Bullen. Sie sah etwas auf dem Boden liegen, ignorierte ihre Instinkte und ging weiter, um es aufzuheben: eine Krawatte. Ihre Augen hatten sich inzwischen an die Dunkelheit gewöhnt. Sie stand auf und legte eine Hand auf einen Stuhl, über dessen Lehne eine Jacke hing. Die Spannung wich aus ihrem Körper. Sie kannte nicht allzu viele Einbrecher, die in unscheinbare, billige Wohnungen einbrachen, um sich dann auszuziehen. In dem Moment schwang die Badezimmertür auf und ein Lichtstrahl durchdrang die Dunkelheit.

Philip tauchte auf, nackt bis auf ein Handtuch um seine Taille. Als er Kat mit seiner Krawatte in den Fingern stehen sah, grinste er.

„Hallo, meine Schöne“, sagte er, „willst du die bei QVC anbieten?“

„Ich hoffe, in deiner Wohnung gibt es kein heißes Wasser mehr“, meinte sie und ignorierte seine Bemerkung.

Er zog die Augenbrauen zusammen. „Doch, warum?“

„Wie hast du mich gefunden, Philip?“

Er trat auf sie zu. „Ich bin gerade aus Boston zurückgekommen“, meinte er und strich mit einer federleichten Berührung über ihre Wange. „Und ich weiß, wie man Menschen ausfindig macht.“

Die Hitze, die von ihm ausging, raubte ihr den Atem. Er trug sein übliches ‚Komm her‘-Grinsen. Kat wusste, was dieses Grinsen bedeutete: eine Menge vergnügliches Stöhnen und Ächzen in der Nacht, gefolgt von Bedauern und Selbstverachtung am Morgen.

„Du hättest anrufen sollen.“ Sie ging an ihm vorbei ins Schlafzimmer.

Das Bett war bereits ausgeklappt worden. Eine Flasche Wein und zwei Gläser standen auf ihrer flachen Kommode.

„Die werden wir nicht brauchen“, sagte sie.

„Keine Liebe für einen Freund?“, fragte er und ließ sich auf das Bett fallen.

„Keine Liebe für einen Ex-Chef.“

„Aber wir sind doch noch Freunde, oder?“

„Du hast viele Freunde. Da wird einer mehr oder weniger nicht auffallen.“

„Aber du bist meine beste Freundin.“ Er schenkte ihr ein kleines Lächeln. „Willst du dich nicht ausziehen?“

Kat presste die Lippen zusammen. Sie hatte Philip seit Monaten nicht mehr gesehen. Doch das spielte keine Rolle. Dieser Kerl sah immer noch gut aus … der dunkle Haarschopf, der schlanke, durchtrainierte Körper.

„Du hast doch nichts dagegen, wenn ich das tue, oder?“, fragte er und schon war das Handtuch weg.

Er lag auf dem Bett, schamlos entblößt, und sie erlaubte sich, ihn von oben bis unten zu taxieren. Die Muskeln auf seinem Bauch, seine breiten Schultern waren eine offene Einladung zur Erkundung mit Händen, Lippen und Zunge.

„Ich würde ja fragen, wie es mit den Freitagsauftritten als Aushilfskraft läuft“, meinte er, „aber wenn ich mich in deiner neuen Bude umsehe, würde ich sagen, nicht gut.“

„Mir geht es gut.“

„Ja, natürlich. Ich wette, sie sagen dir alle, wie sehr sie dich lieben.“

„Diesen Satz höre ich immer wieder. Aber ich glaube ihnen genauso wenig.“

„Du hast gar nicht gefragt, wie es mir geht“, sagte Philip, ohne auf ihre Bemerkung einzugehen.

„Du siehst nicht unglücklich aus.“

Phil streckte die Arme nach hinten und verschränkte die Finger hinter dem Kopf. „Die Dinge laufen großartig, aber ich habe es vermasselt, weißt du? Ich habe einen großen Fehler gemacht … als ich dich gehen ließ.“

„Kein Interesse“, sagte sie, aber die Worte hatten keinen Biss.

Sie sah den sanften Ausdruck in seinem Gesicht, die Augen verengten sich zu dunklen Schlitzen. Sie musste nur das eine Wort sagen. Sein Gesicht verriet, dass er wusste, dass sie es tun würde. Also tat sie es. Ihr Körper reagierte bereits gegen ihren Willen und gegen ihre Vernunft. Das Adrenalin des Abends pulsierte noch immer durch ihre Adern, jeder Nerv war geschärft, bis hin zum Kribbeln ihrer Haut. Sie musste diesen Druck irgendwie abbauen.

„Ich nehme nicht an, dass du mir verzeihst“, sagte er.

„Nackte Bitten um Verzeihung sind ein wenig geschmacklos, findest du nicht auch?“

Philip stand auf und trat zu ihr. Er blickte ihr unverwandt in die Augen, während er seine Hände langsam von ihren Schultern zur Taille gleiten ließ. Er öffnete den Reißverschluss ihrer Jeans, zog sie herunter und enthüllte ihr schwarzes Höschen. Er kniete sich hin und strich mit den Lippen über ihren Bauch. Sie wollte mit den Fingern durch sein Haar streichen, sich in ihn vergraben und ausharren, was als Nächstes passieren würde. Er schaute mit einem verschmitzten Lächeln auf. Als er aufstand, nahm er ihr Sweatshirt in die Finger und schob es ihr über den Kopf, wobei er ihren schwarzen Spitzen-BH an Ort und Stelle ließ.

Dann sah er sie für einen langen Moment nur an. „Ich war kein schlechter Chef, oder?“

„Ich dachte, Anwälte stellen niemals Fragen, auf die sie keine Antwort haben.“

„Wer sagt, dass ich keine Antwort habe?“

„Du hast mit einer anderen geschlafen.“

„Hörensagen.“

„Während du mit mir geschlafen hast.“

„Reine Vermutung.“

„Ich habe ihr Höschen gefunden.“

„Indizienbeweise.“

„In deiner Wohnung. In deinem Bett.“

Er griff um sie herum und löste das Gummiband ihres Zopfes. Er fuhr mit den Fingern durch ihr dichtes kastanienbraunes Haar und entwirrte die weichen Wellen.

Er seufzte leise. „Okay, ich war ein Arschloch.“

„Was willst du mir damit sagen?“

„Sieh dich an“, sagte Philip und seine Lippen streiften ihren Hals. „Vor kaum zwei Jahren warst du noch ein Unschuldslamm mit großen Augen, ein reines Findelkind. Sieh nur, wie weit du gekommen bist. Aber noch bist du nicht so weit, Kleines. Bei weitem nicht. Du brauchst mich, um wirklich alles zu lernen.“

Seine Arme schlangen sich um sie und seine Lippen legten sich auf ihre. Sie spürte, wie ihre Entschlossenheit schmolz, während ihre Körperwärme anstieg. Sie würde ihm das nicht durchgehen lassen.

„Weißt du“, sagte sie, als sie sich sicher war, dass ihre Stimme fest klingen würde, „ich finde diese ‚Verführung der Sekretärin‘ zwar ganz nett, aber mehr auch nicht.“

Er öffnete den Verschluss ihres BHs, entblößte ihre vollen, runden Brüste und begann sie langsam zu streicheln. Unwillkürlich schob sie sich näher an ihn heran. Ein kleiner Seufzer entwich ihren Lippen. Er nahm eine Brustwarze zwischen Daumen und Zeigefinger und drückte sie. Sie keuchte leise und erschauderte.

„Da bin ich mir sicher“, murmelte er mit einem schmutzigen Grinsen und schob eine Hand zwischen ihre Beine.

„Vergiss es“, sagte sie. „Ich bin bereit.“

•••

Das unablässige Summen des Weckers holte sie aus dem Schlaf. Die frühe Morgensonne, die durch die billigen, fadenscheinigen Vorhänge fiel, warf ein rechteckiges Muster auf das Gewirr von Bettlaken. Einen Moment lang lag sie ganz still da. Sie versuchte, sich zu orientieren, und lauschte auf Philips leises, rhythmisches Atmen, bevor sie schließlich aus dem Bett und ins Bad stolperte.

Sie betätigte den Lichtschalter und wandte das Gesicht vom grellen Licht der Glühbirnen ab. Dann ging sie zum Waschbecken, warf einen langen Blick in den Spiegel und fuhr sich mit den Händen durch das Haar. Ihre Wangen hatten einen sanften, rosigen Schimmer. Sie brummte missmutig, beugte sich über das Waschbecken und spritzte sich Wasser ins Gesicht. Trotzdem spürte sie immer noch die warmen, sinnlichen Empfindungen der letzten Nacht, die ihren Körper durchdrangen.

„Hör auf damit“, murmelte sie.

Sie griff in die Dusche und drehte den oberen Knauf, wobei sie wie jeden Tag leise betete, dass er nicht aus der Wand fallen möge. Sie wartete auf das Glucksen und Klackern, das anzeigte, dass sich ein halbherziger Wasserstrahl bereit machte. Dann huschte sie unter den warmen Strahl und wünschte sich, er könnte alles wegspülen.

•••

Zwanzig Minuten später eilte Katerina durch das beengte Schlafzimmer. Feuchtigkeit klebte noch immer an ihrem Körper.

„Guten Morgen“, murmelte Philip träge.

Sie schaute zu ihm hinüber und sah zu, wie er sich aufsetzte, bevor sie unbeirrt den Kleiderschrank auf der Suche nach einem passenden Outfit durchwühlte.

„Wow, wenn ich dich im Tageslicht so vor mir sehe, bist du noch erstaunlicher als damals, als ich dich zum ersten Mal sah“, sagte er. „Machst du Yoga?“

„Wir werden heute Morgen keinen Sex haben“, sagte sie und zog eine Bluse hervor.

Er lachte leise.

Sie ging zum Nachttisch und griff nach ihren Ohrringen. Er packte sie am Arm und zog sie an sich.

„Guten Morgen, meine Schöne“, sagte er mit sanfter, tiefer Stimme.

„Was willst du, Philip?“

„Das, was ich mir wünsche, seit du weg bist. Komm zurück und arbeite wieder für mich.“

Sie zog sich von ihm zurück.

Philip schwang die Beine über die Bettkante, stand auf und begann, sich anzuziehen. „Mit diesen beschissenen Aushilfsjobs machst du dich nur kaputt, Katerina.“ Er schaute sich um. „Diese Bude ist kaum bewohnbar. Das Einzige, was dir hier fehlt, ist eine Kakerlakenkolonie, von der du Untermiete verlangen könntest. Du wirst die Miete niemals mit Schreibarbeiten und Ablage verdienen, und dein Vater kann dir offensichtlich auch nicht unter die Arme greifen.“

Kat antwortete nicht. Er hat recht. Jeden Tag wird es enger. Ich gehe Schritt für Schritt unter. Ihre Eltern hatten ihr seit Wochen kein Geld mehr geschickt. Sie konnte sie telefonisch nicht erreichen, bekam keine Antwort auf ihre Textnachrichten und E-Mails, und die Studiengebühren für dieses Semester hatte ihr Vater auch noch nicht bezahlt. Kat hatte nachgerechnet: Um zu überleben, brauchte sie in zwei Wochen vierzehntausend Dollar.

„Wenn du Anwältin werden willst, musst du für einen Anwalt arbeiten“, fuhr Philip fort.

„Ich werde bestimmt nicht in deinem Rechtsbereich praktizieren.“

Er knöpfte sein Hemd zu. „Das ist hart, Kitty Kat.“

Er trat auf sie zu und küsste leicht ihre Lippen, bevor er den Mund an ihr Ohr bewegte. „Können wir uns einen Moment Zeit nehmen, damit ich dir sagen kann, dass du letzte Nacht einfach unglaublich warst?“

Bei dem Klang seiner sanften Stimme schloss sie die Augen. Die nagende Stimme in ihrem Kopf sagte ihr immer wieder, dass sie ihn liebte. Ich muss ihn einfach lieben. Ihre verblendete Unschuld war das Ergebnis einer Kindheit in einer Kleinstadt, in der die Botschaft unausgesprochen, aber klar war: Sex bedeutet Liebe. Liebe. Was ist das überhaupt? Was weiß ein dreiundzwanzigjähriges Mädchen schon von der Liebe?

Sie standen so dicht beieinander, dass sie sich sicher war, dass er ihr Herz schlagen hören konnte. Seine Finger strichen durch ihr Haar, ein kleiner Seufzer entkam seinen Lippen. Für den Bruchteil einer Sekunde schien er jemand anderes zu sein. Und dann … „Ich frage mich, ob du vielleicht etwas für mich aufbewahren könntest …“

Kat gab ihm einen Schubs. Immer noch derselbe alte Philip.

„Es ist nicht gefährlich“, sagte er und drückte sie fester an sich.

„Dann behalte es doch selbst.“

„Wir haben das schon einmal gemacht.“

„Das heißt aber nicht, dass wir es noch einmal tun sollten. Es gibt viele Dinge, die wir nie wieder tun sollten. Wo ist eigentlich deine neue Sekretärin?“

Philip schenkte ihr sein vertrautes Bad-Boy-Grinsen. „Sie warst nie die Sekretärin. Du bist jemand, dem ich vertraue.“ Er zog einen Umschlag aus seiner Jackentasche und hielt ihn ihr hin. „Ich hole ihn in ein oder zwei Wochen wieder ab.“

„Gut“, sagte sie. „Ich lege ihn in die Schublade.“

Sie wollte danach greifen, doch er zog ihn zurück.

---ENDE DER LESEPROBE---