Verlag: BookRix Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2019

The Girl Named Juliette / The Boy Named Jackson E-Book

Mia Kingsley  

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E-Book-Beschreibung The Girl Named Juliette / The Boy Named Jackson - Mia Kingsley

The Girl Named Juliette Juliette Shaw ist eine tollwütige Beutelratte. Keine Viertelstunde nachdem ich sie das erste Mal getroffen habe, hat sie mir die Nase gebrochen – und ich habe mir geschworen, das nie zu vergessen. Sechs Jahre hat mein Vorsatz gehalten. Jetzt stehe ich neben meinem besten Freund, der mich abschätzig mustert. "Warum sagst du nicht einfach, dass du Juliette für dich willst?" "Ich will sie nicht." "Und wieso kann ich sie dann nicht um ein Date bitten?" "Weil ich sie auch nicht NICHT will." The Boy Named Jackson Ich habe mir geschworen, niemals eine Affäre mit einem meiner Studenten zu beginnen, und bisher fiel es mir nicht schwer, konsequent zu bleiben. Auftritt Jackson Shaw, hochbegabtes Wunderkind extraordinaire und seit Wochen das Gesprächsthema Nummer 1 unter meinen Kolleginnen – kein Wunder in Anbetracht der Tatsache, wie groß, muskulös und attraktiv er ist. Seine Argumentation, warum wir beide von einer Affäre profitieren würden, ist makellos – und er weiß genau, dass ich kein einziges Gegenargument habe … "The Girl Named Juliette / The Boy Named Jackson" baut auf den Geschehnissen aus "The Twisted Kingdom" Band 1-7 auf. Alle Bände der Reihe sind bereits erschienen. Empfohlene Lesereihenfolge: The Twisted Princess (The Twisted Kingdom 1) The Twisted King (The Twisted Kingdom 2) The Twisted Empire (The Twisted Kingdom 3) Catching The Hunter (The Twisted Kingdom 4) Loving Miss Killer (The Twisted Kingdom 5) The King's Son (The Twisted Kingdom 6) The Hunter's Daughter (The Twisted Kingdom 7) The Girl Named Juliette / The Boy Named Jackson (The Twisted Kingdom 8) Dark Romance. Düstere Themen. Eindeutige Szenen. Deutliche Sprache.

Meinungen über das E-Book The Girl Named Juliette / The Boy Named Jackson - Mia Kingsley

E-Book-Leseprobe The Girl Named Juliette / The Boy Named Jackson - Mia Kingsley

The Girl Named Juliette / The Boy Named Jackson

The Twisted Kingdom 8

Mia Kingsley

Dark Romance

Inhalt

Was vorher geschah …

The Girl Named Juliette

The Girl Named Juliette

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

The Boy Named Jackson

The Boy Named Jackson

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Bücher von Mia Kingsley

Über den Autor

Copyright: Mia Kingsley, 2018, Deutschland.

Coverfoto: © Pandorabox & © Connor Evans - Fotolia.com

Korrektorat: http://www.swkorrekturen.eu

Alle Rechte vorbehalten. Ein Nachdruck oder eine andere Verwertung ist nachdrücklich nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin gestattet.

Sämtliche Personen in diesem Text sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig.

Black Umbrella Publishing

www.blackumbrellapublishing.com

Was vorher geschah …

THE TWISTED PRINCESS

Meine Schwester sei an ihrem angeborenen Herzfehler gestorben, haben sie gesagt.

Das erklärt nicht, warum ihr halber Kopf fehlt, als meine Mutter in der Kirche hysterisch den Sarg öffnet.

Der Verlobte meiner Schwester bietet mir an, mich zum Friedhof zu bringen, und fährt daran vorbei.

Der Priester verzieht nicht eine Miene, während sie mich zwingen, die Heiratsurkunde zu unterschreiben.

Das hier ist kein Märchen. Es ist ein Albtraum. Denn es ist kein Prinz in Sicht, um mich zu retten.

Nur der schwarze Ritter.

THE TWISTED KING

Sie haben uns nicht gewarnt, bevor sie meinen Vater getötet haben.

Sie haben nicht gefragt, bevor sie mir mein Königreich wegnahmen.

Sie haben gedacht, ich sei tot.

Jetzt bin ich zurück, um mir zu holen, was mir gehört.

Ohne Rücksicht auf Verluste.

THE TWISTED EMPIRE

Alles im Leben hat seinen Preis – das war mir schon immer klar. Hätte ich gewusst, was es mich kosten würde, zu regieren, vielleicht hätte ich dann eine andere Wahl getroffen. Ganz sicher jedoch wollte ich es nicht allein tun müssen. Aber diese Entscheidung wurde mir abgenommen …

CATCHING THE HUNTER

Seit Jahren benutze ich kleine Taschenspielertricks, um Touristen auf dem Strip in Las Vegas auszunehmen, und hatte nie Probleme. Bis jetzt.

Eigentlich hätte ich wissen müssen, dass es eine dumme Idee ist, dem attraktiven Mann mit den eiskalten Augen die Uhr zu stehlen. Leider gehört Vernunft nicht zu meinen Stärken …

LOVING MISS KILLER

Miss Killer

In den letzten zwölf Jahren war ich der Überzeugung, meiner Vergangenheit zu entkommen, wenn ich nur schnell genug renne. Das war ein Irrtum. Ich werde nie entkommen können. Und niemand kann mich retten.

Davey

Ich muss sie finden. Sie unterschätzt die Bedrohung, weil sie denkt, sie könnte auch weiterhin flüchten. Doch das kann sie nicht. Die Zeit ist abgelaufen. Wenn ich sie nicht finde und rette, stirbt das letzte bisschen Menschlichkeit in mir. Das kann ich nicht zulassen.

THE KING’S SON

Jeremiah Doherty kommt ganz nach seinem Vater. Wie damals King regiert er Las Vegas mit eiserner Hand, skrupellos und kaltblütig – solange es nicht um Gwen geht. Seit er denken kann, ist er in sie verliebt.

Gwen weiß allerdings nicht, dass er der Überzeugung ist, dass es neben ihm keine anderen Männer für sie geben darf. Als er ihr seine Gefühle gestehen will, stellen sich ihm unerwartet viele Probleme in den Weg. Und dass ihr Vater Hunter zu den gefährlichsten Killern zählt, die Jeremiah kennt, ist nur eines davon …

THE HUNTER’S DAUGHTER

»Ein Mal. Nur ein Mal möchte ich ein normales Familientreffen haben. War es wirklich so viel verlangt, zum Brunch zu gehen? Hannah, tu was.«

»Warum soll ausgerechnet ich etwas tun?«

»Du bist die Älteste.«

»Und? Ich sitze hier genauso gefesselt wie ihr. Meinst du vielleicht, ich habe irgendwelche magischen Kräfte, nur weil ich zufällig die Älteste bin?«

»Falls du welche hast, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, sie einzusetzen. Zum Beispiel, um die Bombe vor unserer Nase zu entschärfen.«

The Girl Named Juliette

The Girl Named Juliette

Juliette Shaw ist eine tollwütige Beutelratte. Keine Viertelstunde nachdem ich sie das erste Mal getroffen habe, hat sie mir die Nase gebrochen – und ich habe mir geschworen, das nie zu vergessen.

Sechs Jahre hat mein Vorsatz gehalten. Jetzt stehe ich neben meinem besten Freund, der mich abschätzig mustert.

»Warum sagst du nicht einfach, dass du Juliette für dich willst?«

»Ich will sie nicht.«

»Und wieso kann ich sie dann nicht um ein Date bitten?«

»Weil ich sie auch nicht NICHT will.«

Prolog

Auf dem Weg zu den Umkleiden musste ich den Impuls unterdrücken, einen letzten Blick über die Schulter zu werfen. Mein Boss Ritchie hatte mich vorgewarnt, dass die Familie Shaw speziell war, wie er es formuliert hatte, allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass der Vater des Mädchens so … merkwürdig sein würde.

Er konnte es unmöglich ernst gemeint haben, als er mir gesagt hatte, dass ich seine Tochter wie einen Jungen behandeln sollte.

Juliette riss die Tür zur Frauenumkleide auf und kam heraus. Der Unwille, mit mir zu arbeiten, drang ihr aus jeder Pore, und ich versuchte, es nicht persönlich zu nehmen, dass sie sich bisher nicht einmal die Mühe gemacht hatte, mich zu begrüßen. Sie war ein störrischer Teenager, und ihr Vater hatte sie gezwungen, hierherzukommen – in Anbetracht dessen durfte ich nicht viel erwarten.

»Hi. Ich bin Kyle«, sagte ich trotzdem.

Sie hob den Blick und starrte mich an. Ihre grünen Augen waren riesengroß in ihrem schmalen Gesicht.

Innerlich seufzte ich und riss mich zusammen, um mir nicht anmerken zu lassen, dass sie meine Nerven strapazierte. Zwar brauchte ich diesen Job und wollte Ritchie nicht enttäuschen, aber ich würde mir nicht von einem Kind auf der Nase herumtanzen lassen. »Hast du auch einen Namen?«

»Ja.« Sie verschränkte die Arme vor der Brust. Überhaupt schien sie nur aus spitzen Knochen und braunen Locken zu bestehen.

»Und du willst ihn mir nicht sagen, nehme ich an.« Ich fixierte sie mit meinem strengsten Blick, was während meiner Zeit in der Army immer gereicht hatte, um mich durchzusetzen.

Juliette hob lediglich eine Augenbraue. »Soll ich vielleicht glauben, dass Ritchie dir meinen Namen nicht gesagt hat?«

»Soll ich vielleicht glauben, dass du gar kein Konzept von Höflichkeit hast?«

»Das ist mir eigentlich egal.« Sie zuckte mit den Achseln. »Können wir es hinter uns bringen?«

Ich deutete in den Gang, der in die Trainingshalle führte. Juliette war so charmant wie eine Beutelratte mit Tollwut und offensichtlich musste ich sie ebenso behandeln.

Sie rauschte an mir vorbei und wollte so vermutlich ihren Unmut zum Ausdruck bringen, aber sie war zu klein und leicht, um ein beeindruckendes Stapfen zustande zu bringen.

Ich hatte endlich die Gelegenheit, sie näher zu betrachten, und stellte fest, dass sie über eine außergewöhnlich gute Körperhaltung verfügte. Die meisten Teenager, die zum Training kamen, neigten dazu, ihre Schultern nach vorn hängen zu lassen.

Juliette hingegen hielt sich wie eine Königin. Ihr Rücken war kerzengerade und sie hatte die Schultern zurückgenommen.

Als ich ihre Rückseite musterte, kniff ich die Augen zusammen. Sie hatte ein uraltes Mötley-Crüe-Shirt an, dessen Saum komplett ausgefranst war. Laut der Tourdaten auf dem Rücken musste das Shirt älter als dreißig Jahre sein. Dazu trug sie viel zu lange Basketballshorts, die ihr beinahe bis zu den Knöcheln reichten, und zwei verschiedene Sneakers. Irgendwo bekam ein Sneakerhead gerade Magenkrämpfe, weil ihr rechter Fuß in Nike steckte und der linke in Adidas.

»Sind die Shorts von deinem Vater?«, fragte ich, weil sie dermaßen offensichtlich zu groß waren und ich sie unbedingt dazu bekommen wollte, mit mir zu sprechen.

»Von meinem älteren Bruder.«

»Also hast du mehrere Brüder?« Die Erinnerung an meinen Bruder, den ich seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte, flackerte in mir auf. Ich wusste nicht, ob er überhaupt noch lebte, und stufte die Wahrscheinlichkeit als sehr gering ein.

»Zwei.« Sie blieb in der Trainingshalle stehen.

»Sind sie auch so gesprächig wie du?«

»Nein, sie sind wesentlich freundlicher, und es liegt garantiert daran, dass niemand sie dazu zwingt, Sachen zu tun, bloß weil sie Mädchen sind.«

»Immerhin sind sie freundlicher.« Ich ging zu den Spinden und holte ein Paar Boxhandschuhe für Juliette heraus. Als ich mich umdrehte, erschrak ich mich, da sie direkt hinter mir stand. Ich war nicht einmal davon ausgegangen, dass sie mir bis zu den Spinden folgte. Ihr kleines, zufriedenes Lächeln verriet mir, dass sie genau auf diese Reaktion spekuliert hatte.

»Jonah sagt immer: ›Wer ficken will, muss freundlich sein.‹ Wahrscheinlich sind meine Brüder deshalb sehr viel freundlicher als ich.« Sie nahm mir die Boxhandschuhe ab und musterte sie angewidert.

Ihr Bruder hatte nicht unrecht, aber ich würde mich hüten, diesen Umstand mit einer auf Krawall gebürsteten 13-Jährigen zu diskutieren. Wenn ich sie ansah, war Sex so ziemlich das Letzte, woran ich dachte.

Mit einem Kopfschütteln vertrieb ich den Gedanken. »Brauchst du Hilfe beim Anziehen?«

»Ich brauche keine Hilfe.«

»Juliette, hör zu: Ich bin nicht der Feind, okay? Du musst lernen, dich zu verteidigen.«

Plötzlich ließ sie die Handschuhe fallen, umklammerte ihren Oberschenkel und krümmte sich zusammen. »Au«, jammerte sie. »Au. Au. Au.« Sie sank auf die Knie, rollte sich auf den Rücken und hielt ihr Bein fest.

»Was ist los?«

Ihre riesigen Augen glänzten feucht. »Ich glaube, ich habe einen Krampf.«

Das fing ja gut an, wenn sie schon ohne die geringste Anstrengung Krämpfe bekam. Vielleicht sollte ich ihr ein paar Magnesium-Tabletten besorgen. Ich beugte mich über sie und wollte ihr helfen, als sie ohne Vorwarnung nach mir trat.

Sie erwischte mich mitten im Gesicht, und ich hörte, wie meine Nase knirschte, bevor der Schmerz hinter meiner Stirn explodierte.

»Ups«, sagte sie. »Sieht aus, als könnte ich mich sehr wohl verteidigen.« Seelenruhig stand sie auf und klopfte ihre Hände ab. »Ich schätze, wir sind hier fertig.«

Ich hielt mir eine Hand unter die Nase, um das Blut aufzufangen, und riss eine andere Spindtür auf. Schnell presste ich mir ein frisches Handtuch unter die Nase. Ohne Juliette Shaw einer weiteren Antwort zu würdigen, ging ich zum Büro. Ritchie sollte einen anderen Trainer für diese Nervensäge finden. Sie konnte froh sein, dass ich nicht meinem Impuls nachgegeben und mich direkt revanchiert hatte. Es juckte mir in den Fingern, Juliette Shaw zu packen und ihr …

Ich zwang mich, durchzuatmen, bevor ich an Ritchies Tür klopfte und sie direkt öffnete. Überrascht nahm ich zur Kenntnis, dass Juliettes Vater und Jeremiah Doherty noch da waren. Während Juliette mir das Leben schwer gemacht hatte, saßen sie hier und tranken Kaffee. Wie nett.

»Sie hat mir die Nase gebrochen. Juliette hat mir die verfickte Nase gebrochen.«

Ihr Vater lächelte mich an. »Also ist sie ein Naturtalent?«

»Ein Naturtalent? Das Miststück hat mir ins Gesicht getreten.« Juliette war kein Naturtalent, sondern eine hinterlistige Schlange.

»Ich sehe an dieser Stelle großzügig darüber hinweg, dass du meine bezaubernde Tochter gerade ›Miststück‹ genannt hast. Was ist denn genau passiert?« Ihr Vater machte es sich in dem Sessel gemütlich, als wäre ich gekommen, um ihm eine unterhaltsame Geschichte zu erzählen.

Meine Laune wurde mit jeder Sekunde schlechter, weil mein ganzer Schädel im Takt meines Herzschlags pulsierte. Außerdem hasste ich es, durch den Mund atmen zu müssen. »Sie hat vorgegeben, einen Krampf zu haben, und als ich mich über sie gebeugt habe, um zu helfen, hat sie mir ins Gesicht getreten und mit einem Lächeln gesagt, dass sie sich sehr wohl verteidigen kann.«

»Dass sie sich sehr wohl verteidigen kann …«, wiederholte ihr Vater. »Ich nehme an, dass du vorher versucht hast, sie zum Training zu bewegen, indem du meintest, sie müsse lernen, sich zu verteidigen.«

Ich nickte wortlos.

Davey Shaw besaß die Frechheit, mich anzusehen, als wäre es meine eigene Schuld, als er fragte: »Was hatte ich vorher gesagt?«

»Aber sie ist ein Mädchen.«

»Trotzdem musst du lernen, dich durchzusetzen. Ich werde hier nicht weggehen, bis Juliette die erste Box-Stunde hatte. Wenn du es dir nicht zutraust, suche ich einen anderen Coach. Falls ein Mädchen eine zu große Herausforderung ist …« Er ließ den Satz als absichtliche Provokation unbeendet.

Obwohl ich es hätte besser wissen müssen, sprang ich auf den Köder an. »Es wird ihr nicht gefallen.«

»Wie ich sehe, verstehen wir uns doch, Kyle. Juliette muss zufällig auch dringend lernen, dass sie manchmal Dinge machen muss, die ihr nicht gefallen. Tu, was du tun musst, solange du ihr nicht unnötig viele Schmerzen zufügst.« Ihr Vater betrachtete mich wohlwollend.

Die Vorstellung, Juliette zum Training zu zwingen, obwohl sie sich sicher war, gewonnen zu haben, dämpfte meinen gekränkten Stolz, weil ich die Attacke einer 13-Jährigen nicht hatte kommen sehen. Dieser Fehler würde mir nie wieder passieren.

Ich wischte meine Nase mit dem Handtuch ab, das ich in Ritchies Mülleimer warf, bevor ich zur Frauenumkleide ging und klopfte.

Juliette saß mit einem Taschenbuch auf der Bank in der Mitte des Raumes. Sie hatte die Beine untergeschlagen und schaute hoch. Mit dem Finger deutete sie auf ihre Nase. »Du hast da ein bisschen Blut.«

Statt ihr zu antworten, machte ich einen Schritt auf sie zu. Und noch einen.

Alarmiert sprang sie von der Bank, ließ das Taschenbuch fallen und brachte sich in Sicherheit. »Kyle, du solltest dich wahrscheinlich schonen. Deine Nase sieht ein bisschen … schief aus.«

»An deiner Stelle wäre ich jetzt ruhig, Juliette.«

Sie wich vor mir zurück, bis sie die Spinde im Rücken hatte. »Was willst du von mir?«

»Uns steht immer noch eine wunderbare Stunde Training bevor.«

Sie wurde blass. »Sag mir, dass das nicht dein Ernst ist.«

»Und wie es mein Ernst ist. Wir werden trainieren, und ich werde dafür sorgen, dass dir nicht eine Sekunde davon gefällt.«

»Ich glaube, du bist zu aufgewühlt. Du solltest dich erst mal beruhigen.«

Nachdem ich einen weiteren Schritt auf sie zu gemacht hatte, sagte ich: »Du hast nicht die geringste Ahnung, wie ruhig ich bin. Wie sieht es aus? Kommst du freiwillig zum Training oder gibst du mir einen Grund, noch rabiater mit dir umzuspringen?« Ich ballte eine Faust und meine Knöchel knackten.

Juliette schluckte. »Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, dich daran zu erinnern, dass ich ein Mädchen bin.«

»Das ist mir geradezu schmerzhaft bewusst, denn wenn du ein Junge wärst, würde ich mich revanchieren, und du würdest heute mit mehr als nur einer gebrochenen Nase nach Hause gehen.«

Mit einem Fluch auf den Lippen rannte Juliette los und flüchtete aus der Umkleide. Ich lief ihr hinterher und erwischte sie vor der Tür zum Büro, während Juliette nach ihrem Vater rief, als hätte sie Angst, ich könnte sie umbringen.

Der Gedanke war verlockend. Sehr verlockend.

»Dad!«, brüllte sie, nachdem ich sie gepackt und über meine Schulter geworfen hatte. Sie wog so wenig, dass ich sie problemlos festhalten konnte, obwohl sie sich exakt wie die tollwütige Beutelratte gebärdete, die sie war. Meine Einschätzung war ziemlich präzise gewesen.

»Ja, Schatz?«, fragte ihr Vater.

»Dad, sag ihm, dass er das nicht machen kann!«

Ich hörte, wie hinter uns die Tür geschlossen wurde.

»Dad!«, schrie Juliette ein letztes Mal.

»Er wird dir nicht helfen. Niemand wird dir helfen.«

»Lass mich runter«, forderte sie.

Erst in der Trainingshalle stellte ich sie direkt vor einem der Boxsäcke ab und holte die Handschuhe, die noch dort lagen, wo Juliette sie hatte fallen lassen.

»Anziehen«, sagte ich knapp.

»Was wird das? Guter Kyle, böser Kyle?«

»Eigentlich gibt es nur eine freundliche Version von mir, aber wie du so schön sagtest: ›Wer ficken will, muss freundlich sein‹. Da eher die Hölle zufriert, als dass ich dich ficken will, muss ich nicht freundlich sein. Du hast drei Sekunden, die Handschuhe anzuziehen, oder ich zwinge dich, so viele Liegestütze zu machen, bis deine dünnen Mädchenarme abfallen, bevor ich ein paar Zuschauer organisiere und dich noch mehr Liegestütze machen lasse, damit du uns beweisen kannst, wie ach-so-stark du kleines, dürres Mädchen wirklich bist.«

Sie starrte mich entsetzt an, und es kostete mich nicht die geringste Mühe, ihren Blick mit eiserner Entschlossenheit zu erwidern. Juliette Shaw war mir soeben zum ersten und letzten Mal auf der Nase herumgetanzt.

»Drei …«, begann ich zu zählen. »Zwei.«

Mit aufeinandergepressten Zähnen und wütender Miene zog Juliette die Handschuhe an.

Kapitel 1

Juliette

SECHS JAHRE SPÄTER

Fühl dich nicht verpflichtet, etwas zu tun, nur weil es von dir erwartet wird, Darling. Damit meine ich natürlich nicht, dass du Versprechen brechen sollst, die du gegeben hast, sondern dass du nichts tun musst, weil die Gesellschaft es von dir verlangt. Wenn du dir die Augenbrauen abrasieren willst oder keine Kleider tragen möchtest, nur zu. Wenn du eine Frau oder einen Esszimmertisch lieben willst, tu es. Niemand hat das Recht, dir ein schlechtes Gewissen zu machen, indem er dir vorschreibt, wie du was wann zu tun hast, um nicht aus der gesellschaftlichen Norm zu fallen. Sobald du Lust hast oder das Bedürfnis verspürst, etwas auszuprobieren, tu es. Im Rahmen der geltenden Gesetze. Zumindest grob. Du verstehst mich schon, Darling. ;)

Ich schulterte meine Trainingstasche und ließ den Nacken kreisen, bis er knackte. Die harte Session steckte mir in den Knochen – auf die gute Art und Weise, die dafür sorgte, dass ich mich lebendig fühlte.

Am Ausgang hatte ein Mädchen aus meinem Kurs einen Tapeziertisch aufgebaut. Ich musterte die blonden Haare und versuchte, mich an ihren Namen zu erinnern. Allie? Annie? Abby? Die Blondinen hier hießen alle gleich.

»Juliette! Juliette!« Sie winkte aufgeregt. »Du möchtest doch bestimmt an unserer Spendenaktion teilnehmen.« Ihr breites Zahnpastalächeln blendete mich.

Beinahe hätte ich abgelehnt, bis ich die Aufschrift auf dem Banner hinter ihr an der Wand las: »Ritchie’s Gym sammelt für das St. Jude Tierheim, Las Vegas.«

Für Tiere war ich immer zu haben. Ich öffnete bereits meine Tasche, als ich ein dunkles Lachen neben mir hörte.

»Juliette musst du gar nicht erst fragen«, sagte Kyle. »Sie hat eine akute Allergie gegen Spaß.«

Ich wollte gerade fragen, was eine Geldspende mit Spaß zu tun haben sollte, als ich den Rest des Textes auf dem Banner bemerkte. Sofort wurde meine Laune schlechter – unter anderem, weil mein Trainer recht hatte. Mit meiner Spende würde ich eine Eintrittskarte zu einer Sommer-BBQ-Party kaufen.

Mit zusammengebissenen Zähnen zählte ich trotzdem die Geldscheine ab. Kyle musterte mich mit hochgezogener Augenbraue, als würde er es kaum glauben können.

Außerdem wurde mir klar, dass es um uns herum auffällig ruhig geworden war. Mir war bewusst, dass ich nicht die umgänglichste Person auf diesem Planeten war, aber war ich so schlimm, dass es einer Zirkusattraktion glich, wenn die Möglichkeit im Raum stand, dass ich zu einer Party wollte?

Alle Augen lagen auf mir – am deutlichsten nahm ich allerdings Kyles forschenden Blick wahr. Ich wusste, dass er mich nicht leiden konnte, und angesichts der Tatsache, dass ich ihm vor ein paar Jahren die Nase gebrochen hatte, war es nicht verwunderlich. Trotzdem wurmte es mich, dass er mich lächerlich machte, indem er behauptete, ich hätte eine Spaßallergie. Ich konnte Spaß haben. Sehr gut sogar. Und das würde ich ihm beweisen. Irgendwann musste ich ohnehin anfangen, auszugehen – warum nicht jetzt?

»Ich nehme zwei Tickets«, sagte ich mit fester Stimme.

Kyle wirkte noch überraschter. »Ich dachte, dein Bruder wäre in Florida. Willst du etwa behaupten, du würdest ein Date mitbringen? Ist das hier so eine Art Gag-Show? Versteckte Kamera?«

Ich spürte, wie das Blut in meine Wangen schoss. In dieser Sekunde bereute ich es wieder nicht mehr ganz so sehr, dass ich ihm die Nase gebrochen hatte.

»Zwei Karten, für dich und dein Date«, flötete Allie/Annie/Abby.

Ich nahm die Karten und drehte mich um, ehe ich das versammelte Publikum musterte. An Tyler blieb ich hängen. Er war in meinem Alter, ein wenig größer als ich und nett, geradezu harmlos. Außerdem wusste ich, dass er schüchtern war und wahrscheinlich ein wenig Angst vor mir hatte. »Hey, Tyler, hast du Samstag schon etwas vor?« Ich wirkte äußerlich ruhig, während mein Herz gefühlt vierhundertmal in der Minute schlug.

Auf seinem Gesicht spiegelten sich milde Neugier und leichte Verwirrung. »Nein. Ich hätte Zeit, zu der Party zu gehen.«

»Cool.« Ich widerstand dem Impuls, Kyle den Mittelfinger zu zeigen, weil er die Arme verschränkte und ungläubig den Kopf schüttelte.

»Das glaube ich erst, wenn ich es sehe«, murmelte er.

»Keine Sorge. Du wirst es sehen.« Ich wollte lieber nicht zu lange nachdenken, dass ich plante, eine Party in Begleitung eines Mannes zu besuchen, nur um Kyle zu ärgern. Wie zum Teufel war das passiert?

Tyler folgte mir nach draußen. Als wir vor der Tür standen und ich mir sicher war, dass niemand in Hörweite war, sah ich ihn an. »Hör zu: Ich möchte von vornherein klarstellen, dass ich keinerlei romantisches Interesse an dir habe. Ist das okay für dich?«

Zu meinem Erstaunen wirkte er geradezu erleichtert. »Voll und ganz. Ich hätte nur eine kleine Bitte.«

Ich ballte meine Faust, weil ich erwartete, dass er einen Blowjob als Gegenleistung für seine Begleitung forderte. Mum hatte in ihren Tagebüchern zwar des Öfteren betont, dass es durchaus anständige Männer gab, aber abgesehen von meinen Brüdern waren mir noch nicht viele begegnet.

Tyler fuhr sich mit der Hand durch die schwarzen Haare, die ohnehin schon wild von seinem Kopf abstanden. »Wärst du bereit, vor der Party meine Eltern kennenzulernen? Wie bei einem richtigen Date?«

»Klar. Warum nicht?« Mir fehlte einiges an Erfahrung, wenn es um Dating, Männer und Schwiegereltern ging. Je mehr ich lernte, desto besser.

»Cool.« Er atmete schwer aus. »Vielleicht hören sie dann auf, mich ständig zu fragen, ob ich schwul bin.«

»Bist du schwul?«

»Nein.«

Ich runzelte die Stirn. »Und warum fragen sie ständig?«

»Weil sie sich Sorgen machen, da ich weder Männlein noch Weiblein mit nach Hause bringe. Mit unserem falschen Date verschaffe ich mir hoffentlich ein paar Wochen Ruhe.« Er wirkte glückselig.

»Okay.« Ich zuckte mit den Achseln. »Wenn es weder Männlein noch Weiblein sind, wofür interessierst du dich dann?«

»Ameisen.« Sofort fügte er hinzu: »Nicht sexuell gesehen. Ameisen sind einfach sehr faszinierend. Ich studiere nicht ohne Grund Entomologie.«

»Ameisen also? Mir war nicht klar, dass sie interessant sind.«

»Unglaublich interessant«, begann Tyler.

Die nächsten zehn Minuten stand ich neben ihm in der brennenden Sonne und hörte zu, während er mit Worten wie Gaster, Mesosoma, Scapus und Propodeum um sich warf und dabei leidenschaftlich gestikulierte. Als er anfing, über die Myrmica rubra zu reden, die als invasive Spezies vermutlich über Zierpflanzen von Europa in die USA und Kanada eingeschleppt worden war, bremste ich ihn. Ich musste nun wirklich nicht wissen, dass ihr Verbreitungsraum sich bis zum 67. Breitengrad erstreckte.

»Wann soll ich bei deinen Eltern sein?«, fragte ich.

»Zum Abendessen, wenn es nicht zu viel verlangt ist?« Wie ein Welpe schaute er mich aus riesigen blauen Augen an. Es erschien mir absurd, dass er keine Freundin beziehungsweise keinen Freund hatte, weil Tyler nach objektiven Maßstäben gut aussehend war – etwas unbeholfen vielleicht, aber gut aussehend.

Nicht so attraktiv wie Jonah oder Kyle, aber eine solide acht auf einer Skala bis zehn. Jonah war vermutlich in den Augen der meisten Frauen eine klare Zehn. Und Kyle … Ich wusste gar nicht, warum ich überhaupt an ihn gedacht hatte. Mein Boxtrainer konnte mir mal den Hintern küssen.

»Klar. Ich komme zum Abendessen und spiele deine Freundin.«

»Du bist die Beste, Juliette. Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr mir das hilft. Ich schwöre, dass ich danach alles mache, was du verlangst.«

»Beruhig dich wieder, Tyler. Ich habe schon zugestimmt.«

»Wow. Das ist wie … wie … Das ist wie das erste Mal, dass ich eine Pogonomyrmex maricopa in New Mexiko gesehen habe. Die Sonne stand so hoch, als ich …« Er brach ab und presste die Lippen aufeinander. »Das interessiert dich wahrscheinlich nicht.«

»Du kannst mir im Auto davon erzählen. Wenn ich nicht bald aus besagter Sonne komme, platzt meine Haut vermutlich auf. Soll ich dich irgendwo absetzen?«

Sein Blick wurde noch hingebungsvoller. »Es stört dich nicht, wenn ich über Ameisen rede?«

»Nein.« Ich hatte zwei Brüder und einen Vater, die ununterbrochen quatschten. Wenn ich eines früh gelernt hatte, dann war es, Geplapper auszublenden.

»Okay, aber bevor ich weitererzähle: Weißt du, welche Farbe dein Kleid haben wird? Dann ziehe ich ein farblich passendes Hemd an.«

»Kleid?«

Sofort wurde er blass. »Grundgütiger. Ich wollte dir jetzt selbstverständlich kein stereotypes Geschlechterverhalten aufdrängen.«