Timetravel #13: Die Tage der zweiten Sonne - Horst Weymar Hübner - E-Book

Timetravel #13: Die Tage der zweiten Sonne E-Book

Horst Weymar Hübner

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Beschreibung

TIMETRAVEL - Reisen mit der Zeitkugel Band 13 von Horst Weymar Hübner Der Umfang dieses Buchs entspricht 110 Taschenbuchseiten. Als die drei Reisenden der Zeitkugel im Jahr 2100 landen, hat die Erdaußenhandels-Gesellschaft eine große Machtposition und hält das Monopol für Handel und Transport zwischen der Erde und den erdnahen Planeten. Für die Staatenregierung des Vereinigten Europa transportieren sie riesige Atommüllmengen auf die Asteroiden, um sie dort endzulagern. Alle Alpha-Asteroiden sind bereits bis zum Bersten voll, doch die EAHG entsorgt weiterhin heimlich den gefährlichen Atommüll dort – bis eines Tages ein Asteroid zu glühen beginnt und auf der Erde ein Supergau bevorsteht. Können die drei Zeitreisenden rechtzeitig eingreifen?

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 108




Horst Weymar Hübner

Timetravel #13: Die Tage der zweiten Sonne

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Die Tage der zweiten Sonne

TIMETRAVEL - Reisen mit der Zeitkugel

Band 13

von HORST WEYMAR HÜBNER

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 110 Taschenbuchseiten.

 

Als die drei Reisenden der Zeitkugel im Jahr 2100 landen, hat die Erdaußenhandels-Gesellschaft eine große Machtposition und hält das Monopol für Handel und Transport zwischen der Erde und den erdnahen Planeten. Für die Staatenregierung des Vereinigten Europa transportieren sie riesige Atommüllmengen auf die Asteroiden, um sie dort endzulagern. Alle Alpha-Asteroiden sind bereits bis zum Bersten voll, doch die EAHG entsorgt weiterhin heimlich den gefährlichen Atommüll dort – bis eines Tages ein Asteroid zu glühen beginnt und auf der Erde ein Supergau bevorsteht. Können die drei Zeitreisenden rechtzeitig eingreifen?

 

*

 

Am 5. Juli 1984 glückte Professor Hallstrom das fantastische Experiment, winzige Substanzteile zu ent- und zu rematerialisieren. Er errechnete, dass diese Substanzteile im Zustand der Körperlosigkeit mit ungeheurer Geschwindigkeit in der 4. Dimension zu reisen vermochten — also nicht nur durch den Raum, sondern auch in die Vergangenheit und in die Zukunft. Mit seinem Assistenten Frank Jaeger und dem Ingenieur Ben Crocker begann er, diese Entdeckung für die Praxis auszuwerten. Er wollte ein Fahrzeug bauen, das sich und seinen Inhalt entmaterialisieren, dann in ferne Räume und Zelten reisen, sich dort materialisieren und nach dem gleichen Verfahren wieder an den Ursprungsort und in die Ursprungszeit zurückversetzen konnte. Nach vier Jahren musste der Professor seine Versuche aus Geldmangel einstellen.

Die superreichen Mitglieder vom „Konsortium der Sieben“ in London boten ihm aber die fehlenden Millionen unter der Bedingung an, dass sie über den Einsatz der Erfindung bestimmen könnten. Der Professor erklärte sich einverstanden, konnte weiterarbeiten und vollendete am 3. Mai 1992 sein Werk: die Zeitkugel. Seit diesem Tag reisen der Professor, sein Assistent und der Ingenieur im Auftrag des „Konsortiums der Sieben“ durch die 4. Dimension. Dieser Roman erzählt die Geschichte der Ausführung eines derartigen Auftrags.

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author / Cover by pixabay mit Steve Mayer, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

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Prolog

Man glaubte, die Lösung für die Beseitigung des Atommülls gefunden zu haben. Er wurde auf Asteroiden deponiert. Aber damit erschien am Himmel der leuchtende Tod.

Denn die Hintermänner der Erdaußenhandels-Gesellschaft, die das Monopol für alle Weltraumtransporte besaßen, hatten einen gigantischen Betrug inszeniert und in den Kapitänen ihrer Frachter willige Handlanger gefunden.

Als die Regierungen der Erde das Ausmaß der Katastrophe erkannten und die Verantwortlichen ermittelten, wurden die Vorrechte der Erdaußenhandels-Gesellschaft drastisch beschnitten.

Doch die Händler waren nicht bereit, auf ihre angestammten Rechte zu verzichten. Sie begannen einen Krieg ganz besonderer Art.

Die Rechnung jedoch machten sie ohne jene drei seltsamen Fremden, die im Sommer dieses Jahres 2100 mit einem nur kurzzeitig ortbaren Objekt auftauchten und sofort für Aufregung sorgten.

1

Der Ortungsschirm zeigte zwei grüne Punkte innerhalb der markierten Eintauchbahn.

Mit pedantischer Sorgfalt überwachte Steve Hackland den Abstiegsflug der zwei Frachtraumschiffe, deren Ortungsreflexe er als grüne Punkte auf dem Schirm hatte. Der Datengeber spielte die Abbremswerte der Schiffe in der linken unteren Ecke des Schirmes ein.

Steve Hackland war mit den Bremswerten zufrieden.

Seit vor vier Wochen die CERES mit sechstausend Tonnen Kupferbarren an Bord in vier Kilometer Höhe zerplatzt und in das Wohngebiet von Groß-Amsterdam gestürzt war, hatte sich die Moral der Frachterkapitäne schlagartig gebessert.

Die Kerle flogen jetzt manierlich. Sie hielten sich an die Eintauchbahnen, bremsten bis auf dreitausend Meter kontinuierlich ab und setzten ihre Schiffe butterweich auf.

Was es im Einzelnen gegeben hatte, darüber konnte Steve Hackland nur Vermutungen anstellen. Denn die Erdaußenhandels-Gesellschaft war ein Verein für sich.

Sie besaß das Handelsmonopol und das Transportrecht für Warenaustausch und Güterbeförderung zwischen der Erde und den erdnahen Planeten.

Das Monopol hatte sie sich erkauft, indem sie ursprünglich ihre gesamte Flotte von drei Schiffen für den Erztransport zur Verfügung gestellt hatte. Das musste vor ungefähr sechzig Jahren gewesen sein.

Heute besaß sie mehr als hundert Schiffe. Mit dieser gewaltigen Flotte hatte sie ganz einfach das Recht auf alle Transporte beansprucht.

Die Erdaußenhandels-Gesellschaft lieferte, was zu liefern war. Sie transportierte alles - vom hochwertigen Erz über Metall bis zu den Kolonistenfamilien und Minenspezialisten, die dort draußen auf Mars und Venus und jetzt auch in den Überlappungsgebieten von Merkur einen Fünfjahreskontrakt erfüllten und ein Vermögen dafür bekamen, wenn sie es überlebten.

Steve Hackland wusste, was das hieß.

Er war in einer Kuppelkolonie der Venus zur Welt gekommen und trug die grüne Kennmarke der Planetengeborenen. Seine Eltern waren Minenspezialisten gewesen und hatten mit der Regierung der Vereinigten Staaten von Europa einen Kontrakt abgeschlossen. Steve war am Ende des ersten Jahres dort draußen geboren worden.

Vier Monate vor Erfüllung der Kontraktzeit hatte ein Venusbeben die Mine verschüttet.

Dass er Waise war, das hatten sie ihm erst viel später gesagt, als sie ihn zur Erde zurückgebracht hatten und er alt genug war, es zu begreifen.

Er erinnerte sich nur bruchstückhaft an den Flug mit einem Erzfrachter. Das Schiff war unglaublich schmutzig und die Mannschaft sehr unfreundlich gewesen.

Damals schon hatte er gemerkt, dass die Leute, die für und mit der Erdaußenhandels-Gesellschaft arbeiteten, sich für eine ganz besondere Kaste hielten.

Seit er in der Bodenleitstelle der Raumsicherung für den Bereich Groß-Amsterdam arbeitete, wusste er es genau.

Ein aufgeblaseneres Volk als die Händler und ihr gesamtes Gefolge gab es nirgendwo. Die Leute waren hochnäsig und eingebildet, hatten überall die Finger drin und waren verschwiegen wie die Tiefe des Alls.

Wer hinter der Erdaußenhandels Gesellschaft stand, darüber gab es nur Vermutungen.

Es sollten einige sehr reiche Familien sein, vielleicht auch ein Industriellenclub, der rechtzeitig die Zeichen einer neuen Zeit zu deuten verstanden hatte.

Es gab auch Stimmen, die davon sprachen, dass die Regierungen der Vereinigten Staaten von Europa, der Asiatischen Union und der Afrikanischen Föderation Strohmänner vorgeschoben hätten und dass in Wirklichkeit sie das Handels- und Transportgeschäft kontrollierten.

Beweisen ließ sich weder das eine noch das andere.

Sicher war nur, dass jemand nach dem CERES-Unfall auf den richtigen Knopf gedrückt hatte und die Erzfrachterkapitäne sich wieder an die vorgeschriebenen Sicherheitsbestimmungen und Landedaten hielten.

Der Zorn der Bewohner von Groß-Amsterdam musste die Verantwortlichen außerordentlich beflügelt haben.

Der Zorn war verständlich. Steve Hackland war gestern noch im Wohnbereich gewesen.

Die Bergungskommandos gruben immer noch Kupferbarren aus den zerstörten Wohnsilos.

Ein Gebiet von mehr als vier Quadratkilometern war verwüstet, die Zentralstation der Bandgleiter vernichtet und die Großsteueranlage für die Gleiter schwer beschädigt. Wie viele Tote es gegeben hatte, wusste man immer noch nicht genau.

Die CERES war zwar ein verbeulter und angerosteter Eimer gewesen, mehr als vierzig Jahre alt, aber noch zu gut, um abgewrackt zu werden. Wenn ihr Kapitän nicht im freien Rücksturz hereingekommen wäre und erst in vier Kilometer Höhe den vollen Bremsschub gebracht hätte, wäre sie nie auseinandergeplatzt. Den extremen gegensätzlichen Kräften, die bei diesem Manöver wirksam wurden, war sie nicht gewachsen.

Das Ende hatte Steve Hackland in Gestalt eines Regens kleiner grüner Punkte auf dem Ortungsschirm erlebt.

Auch die Schockwelle hatte er gespürt, die eine Minute später herangerast war.

Die Panzerscheiben in der Bodenleitstelle hatten geklirrt, der Schirm des Sichtgerätes über der Konsole von Buriakow war gesprungen, und der Luftsog hatte Zutritt zum Gebäude erhalten und die Tür zugezogen, als van Tinderen gerade herein wollte. Van Tinderen hatte es nur einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass es ihn nicht den Arm kostete. Der neue Peilstab für die Parobolantenne, den er geholt hatte, besaß allerdings nur noch Metallwert.

Der demolierte Peilstab hatte den Materialleiter der Bodenleitstelle in Hitze versetzt. Der Mann war wenig später selber erschienen, um das unbrauchbare Stück zu bergen. Auch Schrott besaß einen enormen Wert.

Für van Tinderens Arm hatte er kaum einen Blick übrig gehabt.

Steve Hackland überprüfte gerade wieder die Bremsdaten der beiden absteigenden Schiffe. Die Frachter waren jetzt auf zweitausend Meter herunter.

Er streckte die Hand aus, um auf Naherfassung zu schalten.

Buriakow summte wie immer, wenn er gute Laune hatte. Er hatte ständig gute Laune.

Van Tinderen tastete die Daten für ein Schiff ein, das zum Start vorbereitet wurde.

Das Gerät arbeitete im Allgemeinen lautlos, aber van Tinderen brachte das Kunststück fertig, ihm ein dezentes Klappern zu entlocken.

Steve Hacklands Hand blieb starr in der Luft stehen.

Am rechten Rand der unteren Horizontallinie, die die Ebene des Raumhafens markierte, erschien ein blauer Punkt.

Nie zuvor hatte er einen blauen Punkt auf dem Schirm gehabt. Auch den Kollegen war das nie widerfahren.

Aber das Signalreglement hatte er im Kopf. Und danach bedeutete ein blauer Punkt die Ortung eines Körpers aus antimagnetischem und nicht oberflächenverdichtetem Stahl.

Wo gab es überhaupt noch nicht oberflächenverdichteten Stahl?

„Ortung in Rot drei!“, sagte Steve Hackland heiser und drückte die Taste für die Aufzeichnung.

Buriakows Summen verstummte.

Van Tinderen hörte auf, die Tastatur des Startrechners zu misshandeln.

Steve Hacklands Hand schoss vor und schaltete auf Naherfassung.

Die beiden grünen Punkte in der Eintauchbahn flogen nach oben und verschwanden. Der blaue Punkt verwandelte sich in eine silbern glänzende Kugel, die dicht beim Erdwall der Raumhafenumrandung aufgesetzt hatte.

Drei Gestalten stiegen aus.

Steve Hackland konnte sie nicht identifizieren. Er veränderte sein Gerät auf Feineinstellung. Aber da waren die Gestalten bereits in den toten Winkel des Walles gelaufen und außer Kontrolle.

Van Tinderen hatte sich in die Beobachtung eingeschaltet.

„Auf der ganzen Erde gibt es kein Raumschiff mit kugelförmigem Aussehen“, sagte er bestürzt. „Und dann noch so klein.“

„Fünf Meter Durchmesser“, verkündete Buriakow mit der ganzen Sachlichkeit seiner russischen Seele. Nicht einen Sekundenbruchteil ließ er seine Schirmanzeige aus den Augen.

Steve Hackland hatte bereits alle Knöpfe gedrückt, die für die Vermessungserfassung erforderlich waren.

Seine Nackenhaare richteten sich langsam auf, als sich die silbern glänzende Kugel langsam auflöste. Er sah noch ein Flimmern auf dem Schirm und dann nur noch den Erdwall.

Van Tinderen keuchte, und Buriakow zog die Hände zurück, als sei seine Konsole plötzlich sehr heiß geworden.

„Es hat sich einfach aufgelöst“, sagte er in seinem ungelenken Englisch.

„Es ist nicht irdischen Ursprungs!“ Van Tinderen klebte fast mit der Nase am Ortungsschirm.

Diese Befürchtung hegte Steve Hackland ebenfalls.

Aber bevor er sich lächerlich machte, wollte er alle Möglichkeiten der Bodenleitstelle ausnutzen. Von einem Planetengeborenen erwartete man einen klaren Kopf und logische Entscheidungen.

Er aktivierte den uralten Infrarottaster, mit dem die Leitstelle ausgestattet war. Ein Relikt aus jenen Tagen, als gerade der Verkehr zu den erdnahen Planeten aufgenommen wurde.

Jedes Raumschiff, das auf einem Flammenstrahl heruntergeritten kam, hinterließ eine Hitzemarke auf der Raumhafenoberfläche. Im Infrarotbereich war sie noch nach Stunden zu sehen.

Dort, wo das runde Ding verschwunden war, gab es keine Hitzemarke.

„Unvorstellbar!“, murmelte Steve Hackland. Er war etwas blass geworden. Die Möglichkeiten, die sie hier besaßen, hatte er ausgeschöpft.

Er drückte auf die Sprechtaste, die ihn mit der Sicherheitsabteilung des Raumhafens verband. „Alarm in Rot drei“, sagte er und überspielte sämtliche gespeicherten Daten zur Auswertung.

Zwei Minuten später gellten in allen Gebäuden der Raumsicherung die Sirenen.

Für den Raumhafen und das umliegende Gebiet bis zu einer Tiefe von zwei Kilometern herrschte höchste Alarmstufe!

2

Die Zeitkugel tauchte aus dem Raum-Zeit-Gefüge auf wie ein gespenstischer Bote aus einer übergeordneten Dimension.

„Haargenau und keine zwei Meter über Niveau“, lobte Ben Crocker das Ergebnis einer fantastischen Teamarbeit, die er mit Professor Robert Hallstrom und Frank Jaeger vollbracht hatte.

Ben Crocker schaltete mit der zufriedenen Geschäftigkeit eines erfolgreichen Zeitspringers die Maschinen ab und überprüfte die Kontrollanzeigen der Instrumente, die ihre Betriebsenergie aus einer separaten Speicherversorgung bezogen.

Alle Anzeigen standen auf Grünwert. Sprung und Landung waren normal verlaufen. Abweichungen vom eingegebenen Programm hatten sich nicht eingestellt.

Er wollte gerade die Sichtschirme der Panoramagalerie einschalten, als Professor Robert Hallstrom aus dem Konturensessel hochschoss und auf die Anzeige des Energietasters starrte.

Ben warf den Kopf herum, und mit zwei langen Schritten eilte Frank Jaeger herbei.

Scharfe Tasterbahnen griffen über den Anzeigenschirm, überschnitten sich und fächerten auseinander. Dann bündelten sie sich und trafen sich in einem Punkt.

Keiner brauchte es auszusprechen. Sie besaßen genug Erfahrung, um zu wissen, dass dieser Punkt ihre Zeitkugel war.

„Ortung!“, sagte Frank überflüssigerweise.

Sie hörten es bereits.

Aus der Wandung der Kugel drangen tackende Geräusche, als würde die Hülle unter regelmäßigen Beschuss mit schweren Gegenständen genommen. Die Lautstärke nahm zu, die Intervalle wurden kürzer.

Es hörte sich an, als laufe ein Wandler unter übermäßiger Beanspruchung und stehe unmittelbar vor dem Zusammenbruch.

„Damit war nicht zu rechnen“, sprach Professor Hallstrom flach.

„Sie haben uns, und wir ändern nichts mehr daran“, erklärte Ben und warf sich nach vorn.

Seine Hände glitten traumhaft schnell über die Schalter auf der Konsole und unterbrachen die Energiezufuhr für die Kontrollanzeigen.

Die scharf gebündelten Tasterbahnen auf dem Anzeigenschirm verblassten und verschwanden dann völlig.

Aber die Zeitkugel saß fest in der fremden Ortung.

Das Knattern aus der Wandung gewann an Intensität. Die Zelle dröhnte und schwang und malträtierte die Trommelfelle der Zeitreisenden.

Frank Jaeger jagte zur Luke, löste die Sicherheitsverriegelung und drehte das Handrad.

Er hielt es für angezeigt, den Leuten draußen irgendwie ihre friedliche Absicht klarzumachen, bevor die Kugel eventuell unter Beschuss genommen wurde und schwere Beschädigungen erlitt oder gar vernichtet wurde.

Wenn sie es überlebten, würden sie festsitzen.

In einer Zeit, in der sie keine Existenzberechtigung hatten. Einhundertunddrei Jahre nach ihrer Eigenzeit. In der Zukunft gefangen ohne die geringste Aussicht, je zurückkehren zu können.

Er trat das schwere Luk mit dem Fuß auf und stieß einen überraschten Atemzug aus, der Hallstrom und Ben veranlasste, sich hinter ihm zu versammeln.

Vor ihnen dehnte sich eine weite Betonfläche, begrenzt von einem hohen Erdwall und jenseits des Walles gesäumt von mehrstöckigen Bauwerken, deren fantasielose Architektur erschütternd war. Die Gebäude waren schmucklose Kästen mit auffallend kleinen Fenstern in ovaler Form.

Wenn diese Gebäude überhaupt Verzierungen hatten, dann waren es die gewaltigen Parabolantennen, die waagerecht und himmelwärts gerichtet waren und die man auf den Dachplattformen montiert hatte.

Die Betonfläche war übersät mit schwarz verbrannten Flecken.

Woher diese Flecken rührten, verrieten die fünf gedrungenen Raumschiffe, die draußen auf dem Betonfeld standen.

Es waren drei dreistufige Raketen und eine zweistufige, die auf mächtigen Landetellern ruhten. Die Heckflossen berührten fast die Oberfläche des Raumhafens.

Das fünfte Fahrzeug stand nicht aufrecht. Es lag auf zwölf Teleskopstützen und sah in der Form wie eine Raumfähre aus.

Einen sehr vertrauenerweckenden Eindruck machten alle fünf Schiffe nicht. Sie waren verbeult und angerostet, die einstmalige Schutzfarbe war abgebrannt.

Am rechten Gleitflügel der Raumfähre wurden offensichtlich Platten ausgewechselt, die einen Meteortreffer bekommen hatten.

Die Arbeitstrupps wirkten auf die beträchtliche Entfernung wie eine Versammlung emsiger Ameisen.