Timetravel #23: Ein Schiff fährt in die Ewigkeit - Horst Weymar Hübner - E-Book
Beschreibung

TIMETRAVEL - Reisen mit der ZeitkugelBand 23von HORST WEYMAR HÜBNERDer Umfang dieses Buchs entspricht 101 Taschenbuchseiten.Der Auftrag:Die Sage vom Fliegenden Holländer, der auf den Weltmeeren kreuzt und den Seeleuten und Schiffen Tod und Verderben bringen soll, ist bei allen seefahrenden Völkern beheimatet, scheint aber auf ein Ereignis zurückzuführen sein, das sich im April des Jahres 1714 an der Küste der Grafschaft Kent abspielte und danach alle sechs Wochen wiederholte. Reisen Sie in die Vergangenheit, stellen Sie fest, ob es den Fliegenden Holländer gab, und verwenden Sie beiliegendes kopierte Dokument aus dem erzbischöflichen Geheimarchiv zu Canterbury.Konsortium der Sieben

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Horst Weymar Hübner

Timetravel #23: Ein Schiff fährt in die Ewigkeit

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

EIN SCHIFF FÄHRT IN DIE EWIGKEIT

TIMETRAVEL - Reisen mit der Zeitkugel

Band 23

von HORST WEYMAR HÜBNER

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 101 Taschenbuchseiten.

 

Der Auftrag:

Die Sage vom Fliegenden Holländer, der auf den Weltmeeren kreuzt und den Seeleuten und Schiffen Tod und Verderben bringen soll, ist bei allen seefahrenden Völkern beheimatet, scheint aber auf ein Ereignis zurückzuführen sein, das sich im April des Jahres 1714 an der Küste der Grafschaft Kent abspielte und danach alle sechs Wochen wiederholte. Reisen Sie in die Vergangenheit, stellen Sie fest, ob es den Fliegenden Holländer gab, und verwenden Sie beiliegendes kopierte Dokument aus dem erzbischöflichen Geheimarchiv zu Canterbury.

Konsortium der Sieben

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author / Cover nach einem Motiv von N.C.Wyeth, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Prolog

Am 5. Juli 1984 glückte Professor Robert Hallstrom das wahrhaft fantastische Experiment, winzige Substanzteile zu ent- und zu rematerialisieren. Und er errechnete, dass diese Substanzteile im Zustand der Körperlosigkeit mit ungeheurer Geschwindigkeit in der 4. Dimension zu reisen vermochten - also nicht nur durch den Raum, sondern auch in die Vergangenheit und in die Zukunft.

Mit seinem Assistent Frank Jaeger und dem Ingenieur Benjamin Crocker begann er, diese Entdeckung für die Praxis auszuwerten. Er wollte ein Fahrzeug bauen, das sich und seinen Inhalt entmaterialisieren, dann in ferne Räume und Zeiten reisen, sich dort wieder rematerialisieren und nach dem gleichen Verfahren wieder an den Ursprungsort und in die Ursprungszeit zurückkommen konnte. Doch nach vier Jahren musste der Professor seine Versuche aus Geldmangel einstellen.

Die superreichen Mitglieder vom „Konsortium der Sieben“ in London boten ihm aber die fehlenden Millionen unter der Bedingung an, dass sie über den Einsatz der Erfindung bestimmen könnten. Der Professor erklärte sich einverstanden, konnte weiterarbeiten und vollendete am 3. Mai 1992 sein Werk: die Zeitkugel. Seit diesem Tag reisen der Professor, sein Assistent und der Ingenieur im Auftrag des „Konsortiums der Sieben“ durch die 4. Dimension.

Dieser Roman erzählt die Geschichte der Ausführung eines derartigen Auftrags.

1

Entsetzt ließ Kenmar, der Rudergänger, die Arme sinken. Furchtsam schaute er sich um.

Was war das? Was kam da querab hinter der „Seasalter“ her?

Seine Blicke versuchten die Dunkelheit zu durchdringen. Kenmar sah nur das gedämpfte Mondlicht und den leichten Nebel, der sich in der Bucht gebildet hatte.

Aber da war dieses Geräusch wieder - dieses schaurige Ächzen und Knarren!

Überdeutlich drang es aus der Nacht.

Verdammt, warum hörte denn sonst niemand auf der „Seasalter“ dieses geisterhafte Ächzen?

Der Alte etwa, der eben noch über das Deck gestelzt war!

Oder Millard, der Idiot, der vorne am Spriet das Lot auswarf und mit leiernder Stimme die Fadentiefe ausrief!

Kenmar wollte eben wieder das Ruder packen, weil das Schiff aus dem Wind zu laufen drohte, als dicht bei der „Seasalter“ ein entsetzliches Schnarchen und Blasen ertönte. Eine Wasserfontäne schoss dicht an der Bordwand hoch.

Der Wind sprühte den Wasserstaub über Geschützpforten und Kanonen, trieb ihn zum Schiffskastell, zum Doppelruder und gegen Kenmar, der einen furchtsamen Schrei ausstieß.

Vorne verstummte Millard. Wachen trampelten über das Deck. Wie der Teufel aus dem Kasten war der Alte plötzlich da, als sei er aus der Takelage gefallen.

Im nächsten Moment empfing die „Seasalter“ einen Stoß von unten, der sich bis in die Mastspitzen fortpflanzte.

Das herrenlose Doppelruder drehte sich wie verrückt, die Segel schlackerten gegen Brassen und Masten.

Etwas hatte der „Seasalter“ schlagartig den Wind weggenommen.

Kenmars Augen weiteten sich furchtsam, als dicht bei der „Seasalter“ ein fremdes Schiff aus dem leichten Nebel flog. Er bekreuzigte sich und schlug die Hände vor die Augen.

Die Deckwachen erstarrten vor Schreck und Angst.

Der Alte wischte sich über die Augen. Aber der böse Spuk blieb.

Da flog ein fremdes Dreimastvollschiff heran und hatte nicht einen Fetzen Segel gesetzt!

Keine Laterne brannte, kein Licht war an Deck.

Das milde Mondlicht nur beleuchtete dieses Gespensterschiff, auf dem sich keine Menschenseele zeigte.

Der Alte der „Seasalter“ merkte, wie sich seine Haare unter dem Dreispitz sträubten.

Aus den Augenwinkeln bemerkte er, wie seine Deckwachen schützend die Arme vors Gesicht hielten. Der alte Aberglaube - ein Gespensterschiff war ein Unglücksbote, und wer das Schiff sah, musste sterben!

An diesen Unsinn glaubte er nicht. Dennoch war ihm, als spürte er den Atem des Todes.

Mit atemberaubender Schnelligkeit zog das Vollschiff vorbei, lautlos, geisterhaft. Die Segel waren mit den Gordings hochgebunden und hingen sauber an den Rahen. Schäumendes Kielwasser bildete eine blasige Bahn in der Tankerton Bay.

Rudergänger Kenmar warf sich hinter dem Doppelruder auf die Planken und murmelte ein Gebet. Millard, der seinen Verstand noch nie beisammen hatte, stieß schrille Schreie aus.

Der Alte brummte, fasste sich ein Herz und brüllte mit seiner rumgebeizten Stimme zu dem unbemannten Segler hinüber: „Hey, wer seid Ihr? Gebt Euch zu erkennen!“

Es war ihm, als bewegte sich drüben am Ruder eine schwarz umhüllte Gestalt, als hebe sie die Hand und winke herüber.

Den Alten packte das Grausen.

Das war doch ein Geisterschiff, vom Teufel aller sieben Meere und seinen Helfern angetrieben! Wie denn sonst hätte der Dreimaster so schnell vorbeifliegen können, ohne auch nur ein einziges Segel im Wind zu haben?

Das war Teufelswerk!

Der Alte bewegte die Lippen und gewahrte an der Großroyalrah drüben einen baumelnden Körper.

Ein Toter, ein Gehenkter schaukelte hoch über der Takelung an einem Tau!

Über dem Toten stand steil eine Flagge an der Mastspitze.

Erschreckt spuckte der Alte aus.

War das nicht die Geusenflagge mit den Farben der Niederlande? Ein Holländer hier - mitten in der Tankerton Bay?

So geisterhaft schnell, wie das fremde Schiff aus dem Nebel gekommen war, verschwand es voraus wieder darin. Noch bevor der Alte genau zu erkennen vermochte, ob wirklich die Geusenflagge vom Mast wehte.

Ein deutliches Knarren und Blasen drang nochmals zur „Seasalter“ her. Wasser rauschte und gurgelte. Dann war nur noch die schaumige Blasenbahn im gedämpften Mondlicht zu erkennen.

Der Alte fühlte sich nicht wohl in seiner Seebärenhaut. Verdammt, alle fürchterlichen Geschichten von unbemannten Schiffen fielen ihm ein, die man in den Hafenkneipen der Seestädte erzählte und die angeblich bei der Admiralität in einem Geheimarchiv aufbewahrt wurden. Es ging darin um portugiesische Schiffe, um spanische und dänische. Von einem niederländischen Schiff war nie die Rede gewesen.

Finster blickte der Alte in den Nebel über der Bucht. Sollte er dem Hafenkommandanten von Witenstaple Meldung machen? Immerhin führten die königlich-britische und die königlich-niederländische Flotte einen erbitterten Seekrieg, und es war höchst alarmierend, dass ein Geuse, ein verdammter Holländer, an der englischen Küste aufkreuzte.

Aber dann würde der Hafenkommandant fragen, warum die „Seasalter“ nicht sofort das Feuer eröffnet hatte. Schließlich hatte sie vierzehn Kanonen, alles Zwölfpfünder. Und 86 Mann Besatzung.

Der Alte fand es besser, doch keine Meldung zu machen. Wie hätte er dem Hafenkommandanten das Vorhandensein eines Geisterschiffes erklären sollen, das sich ohne Segel und Windkraft dreimal schneller bewegt hatte als die „Seasalter?“

Fluchend trat der Alte hinter das Doppelruder und trieb Kenmar mit einem Fußtritt hoch.

Danach brüllte er die Deckswachen an, die völlig verstört waren. Keiner der Kerle hatte geschossen.

Millard vorne brüllte immer noch. Vielleicht war ihm der letzte Rest von Verstand beim Anblick des Geisterschiffes abhanden gekommen.

Der Alte hörte gar nicht hin.

Kenmar hatte Furcht im Herzen und vom Tritt des Kapitäns Schmerzen im Hintern. Er griff nach dem Ruder und achtete ebenfalls nicht auf das Gebrüll Millards, das sich zu panischem Schreien steigerte.

Mit zwei Umdrehungen wollte Kenmar die „Seasalter“ an den Kurs bringen, als er plötzlich ebenfalls aufschrie.

Hoch über dem Bug waren Lichter, helle Kleckse im milchigen Nebel. Mauern - die Umrisse der Hafenfestung von Witenstaple!

Alles war viel zu nah! Und die „Seasalter“ viel zu schnell und mindestens eine Büchsenschussweite zu weit rechts.

Da war keine Hafeneinfahrt.

Nur Felsen. Tödliche Riffe.

Die Deckwachen schrien und rannten durcheinander, Kenmar drehte wie verrückt das Ruder, der Alte tobte, und Millards Schreie waren nur noch ein Wimmern.

Krachend, berstend schob sich die „Seasalter“ auf die Riffe und wurde wie von einer gewaltigen Faust gestoppt.

Masten splitterten, Rahen und Segel kamen herunter, Rollen und Blöcke, Tauwerk und schenkelstarke Maststücke. Den Alten deckte es förmlich zu, ehe von Luv eine mächtige Welle über die „Seasalter“ hersprang und das Schiff zerschlug.

Um Kenmar war plötzlich schäumendes, brausendes, salziges Wasser, füllte ihm Mund und Nase und die Lungen, brannte in den Augen.

Eine unwiderstehliche Gewalt warf ihn gegen Felsen und zerschmetterte ihm das Rückgrat. Ein gurgelnder Sog zog ihn hinab.

Sein letzter Gedanke galt der Begegnung mit dem todbringenden Geisterschiff.

2

Ein Kanonenschuss von der Seemauer der Festung riss die Stadt Witenstaple und die Garnison aus dem Schlaf. Ein aufmerksamer Posten hatte das Unglück beobachtet und gab Alarm.

Auf den Klippen fanden sich schnell Neugierige und Helfer ein. Sie starrten hinunter in den Hexenkessel aus weißer Gischt, wirbelnden Planken und Balken.

Jede neu aufbrandende Welle schlug das Wrack mehr auseinander.

Zwanzig Minuten nach dem Kanonenschuss riss es das Vorschiff von den Felsen, den Rest, der von der „Seasalter“ übrig geblieben war.

Als die Gischt hoch über die Felsen schäumte, gab es von der „Seasalter“ überhaupt nichts mehr.

Das Schiff war fort, die Trümmer tanzten in der kochenden Brandung, und hin und wieder drang ein hohles Poltern herauf, wenn es einen Ballen gegen die Klippen warf.

Es gab hier eine nördliche Strömung. Der Hafenkommandant schickte Leute aus, die in Richtung Sheppey Insel und die Bucht hinauf bis Sheerness und notfalls bis zur Themsemündung das Meer absuchen sollten, um festzustellen, welches Schiff den Hafen verfehlt hatte und in die Klippen gelaufen war.

Viel Hoffnung hatte der Mann nicht, dass etwas gefunden würde. Die Bewohner beiderseits der Tankerton Bucht waren Fischer, Schmuggler und Strandpiraten in einem, und wenn etwas angeschwemmt wurde, wanderte es in die Hütten und verschwand dort auf wundersame Weise.

Ein paar Männer hatten an Seilen Laternen in die Klippen gelassen. Das schwache Licht beschien nur die Gischt, die umspülten Felsen und die weniger werdenden Trümmer. Der Sog zog das Bruchholz hinaus in die Bucht.

Vom Hafen her näherte sich eine tanzende Schaluppe. Ein paar wagemutige Männer hockten darin, peitschten mit den Rudern das auflaufende Wasser und dirigierten die Schaluppe mit Geschick und sehr viel Glück in die Nähe des Unglücksortes.

Jemand in der tanzenden Schale hielt eine Laterne hoch, rief etwas, und zwei Männer griffen zu und fischten etwas aus der Gischt. Vom Sog gepackt, trieb die Schaluppe schnell ab.

Bevor der schwache Lichtpunkt vom Nebel verschluckt wurde, sahen die Menschen auf den Klippen, dass die Laterne sich im Bogen zum Hafen bewegte. Die Schaluppe war wieder unter Kontrolle und kehrte zurück.

Der Hafenkommandant begab sich unverzüglich zur Schiffsmauer, wo die Schaluppe bereits angelegt hatte.

Mike Shaugnessy, den die Stadt wegen seines Holzbeines nur Stelzfuß-Mike nannte und der nur auf den besten Piratenschiffen gefahren war, hatte den Einfall mit der Schaluppe gehabt und ein paar seiner Saufkumpane beschwatzt, mit ihm an den Untergangsort hinauszufahren.

Mit kundigem Blick erfasste der Kommandant, dass die Burschen immer noch sturzbetrunken waren. Erbeutet hatten sie nichts, wohl aber einen Mann aus der Gischt gefischt.

Der beklagenswerte arme Teufel lag auf dem feuchten Pflaster und hustete sich die Seele und das halbe Meer aus dem Leib.

„Wer ist der Mann? Kennt ihn jemand?“ Der Kommandant blickte forschend über die rasch anwachsende Menge.

Stelzfuß-Mike rülpste lautstark. „Aye, Sir“, bekannte er, „das ist Millard von der 'Seasalter', und ich will verdammt sein, wenn die jetzt nicht da unten liegt.“ Mikes Daumen zeigte zu Boden.

Die Menge murmelte beifällig.

Der Kommandant hob die Schultern. Die „Seasalter“ war seit drei Tagen überfällig gewesen. Der Kapitän hatte einen Freibeuterbrief, und die Krone hatte bisher ganz ordentlich mit dem Schiff verdient.

In den Klippen gestrandet oder von einem Portugiesen oder Niederländer versenkt - wo lag da der Unterschied? Bestenfalls in der Tragik, dass der Kapitän den Hafen verfehlt hatte und keine Beute anlandete.

„Gebt ihm Rum, das macht ihn munter!“, befahl der Kommandant.

Jemand brachte einen Becher.

Stelzfuß-Mike bemächtigte sich des Getränks, kippte es in seine ewig durstige Kehle und sagte krächzend: „Es hätte ihm nicht geholfen, Sir. Außerdem ist Millard blöd.“ Er machte eine bezeichnende Bewegung zur Stirn.

„Kerl, was fällt Euch ein?“, brüllte der Kommandant.

Stelzfuß-Mike war in seinem Rausch unerschütterlich wie ein Fels. „Millard hat eine Macke, Sir. Er ist mal bei der Wassersuche an der Kanakenküste mit Kameraden gefangen worden, und die verdammten Heiden haben seine Freunde aufgefressen. Als die Reihe an ihm war, kam ein Landungskommando und befreite ihn. Sein Verstand war beim Teufel, und er ist nie wieder richtig geworden. Ehrlich, Sir.“

Die Menge murmelte zustimmend.

Der Kommandant akzeptierte die Erklärung des betrunkenen Stelzfuß-Mike und wollte sich schon abwenden, als Millard sich herumwälzte und ein paar Worte murmelte.

Auf Geheiß des Kommandanten wurde Millard hochgehoben.

„... Niederländer ... das Geisterschiff ... Nebel in der Bucht ... Geusenflagge ...“, stieß Millard abgerissen hervor. In seiner Brust rasselte es, seine Nase war bereits spitz und das Gesicht eingefallen. Es ging mit ihm zu Ende.

Der Kommandant rüttelte ihn an der Schulter. „Was für ein Schiff?“

Millard war schon sehr weit weg. „Geisterschiff ... Geusenflagge ...“, murmelte er. Seine Stimme wurde schwächer und blieb schließlich ganz weg, noch bevor der Kommandant mehr erfahren hatte.

Geisterschiff?, dachte der Kommandant. Lachhaft! Vielleicht war die Mannschaft der „Seasalter“ mitsamt dem Kapitän betrunken gewesen und hatte darum die Hafeneinfahrt verfehlt.

Die Männer, die Millard aufgehoben hatten, legten den Toten auf das feuchte Pflaster zurück.

Stelzfuß-Mike spuckte über die Mauer ins Hafenwasser, um dem Meergott ein versöhnliches Opfer für die ehrliche Haut Millard zu bringen.

Der Kommandant ging, um sein warmes Nachtlager wieder aufzusuchen.

Anderntags verfertigte er einen Bericht für die Krone, in dem er den Totalverlust des Kaperschiffes „Seasalter“ meldete.

Bevor ein Kurier den Bericht fortschaffte, kehrten die Männer zurück, die in der Nacht ausgeschickt worden waren, um Treibstücke des Schiffes aufzuspüren.