Timetravel #24: Das Grabmal der Kleopatra - Horst Weymar Hübner - kostenlos E-Book
Beschreibung

TIMETRAVEL - Reisen mit der Zeitkugel Band 24 von Horst Weymar Hübner Der Umfang dieses Buchs entspricht 93 Taschenbuchseiten. Der Auftrag: Vor knapp fünfzig Jahren fand man in der Oase El Fayum das Halsband der letzten ägyptischen Königin Kleopatra. Sie starb 30 v. Ch. in Alexandria, doch konnte nie ihr Grab ausfindig gemacht werden. Der Fund nährte die Vermutung, dass die Königin vom Nil in einem geheim gehaltenen Grab beigesetzt wurde. Reisen Sie im Todesjahr der Kleopatra nach Alexandrien und versuchen Sie, das fast zweitausend Jahre alte Geheimnis zu lösen. Konsortium der Sieben

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Seitenzahl:96

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Horst Weymar Hübner

Timetravel #24: Das Grabmal der Kleopatra

Cassiopeiapress Zeitreise-Abenteuer

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

DAS GRABMAL DER KLEOPATRA

TIMETRAVEL - Reisen mit der Zeitkugel

Band 24

von HORST WEYMAR HÜBNER

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 93 Taschenbuchseiten.

 

Der Auftrag:

Vor knapp fünfzig Jahren fand man in der Oase El Fayum das Halsband der letzten ägyptischen Königin Kleopatra. Sie starb 30 v. Ch. in Alexandria, doch konnte nie ihr Grab ausfindig gemacht werden. Der Fund nährte die Vermutung, dass die Königin vom Nil in einem geheim gehaltenen Grab beigesetzt wurde. Reisen Sie im Todesjahr der Kleopatra nach Alexandrien und versuchen Sie, das fast zweitausend Jahre alte Geheimnis zu lösen.

Konsortium der Sieben

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author / Cover nach einem Motiv von Alexandre Cabanel mit Steve Mayer, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Prolog

Am 5. Juli 1984 glückte Professor Robert Hallstrom das wahrhaft fantastische Experiment, winzige Substanzteile zu ent- und zu rematerialisieren. Und er errechnete, dass diese Substanzteile im Zustand der Körperlosigkeit mit ungeheurer Geschwindigkeit in der 4. Dimension zu reisen vermochten - also nicht nur durch den Raum, sondern auch in die Vergangenheit und in die Zukunft.

Mit seinem Assistent Frank Jaeger und dem Ingenieur Benjamin Crocker begann er, diese Entdeckung für die Praxis auszuwerten. Er wollte ein Fahrzeug bauen, das sich und seinen Inhalt entmaterialisieren, dann in ferne Räume und Zeiten reisen, sich dort wieder rematerialisieren und nach dem gleichen Verfahren wieder an den Ursprungsort und in die Ursprungszeit zurückkommen konnte. Doch nach vier Jahren musste der Professor seine Versuche aus Geldmangel einstellen.

Die superreichen Mitglieder vom „Konsortium der Sieben“ in London boten ihm aber die fehlenden Millionen unter der Bedingung an, dass sie über den Einsatz der Erfindung bestimmen könnten. Der Professor erklärte sich einverstanden, konnte weiterarbeiten und vollendete am 3. Mai 1992 sein Werk: die Zeitkugel. Seit diesem Tag reisen der Professor, sein Assistent und der Ingenieur im Auftrag des „Konsortiums der Sieben“ durch die 4. Dimension.

Dieser Roman erzählt die Geschichte der Ausführung eines derartigen Auftrags.

1

Ein grausiger Schrei drang aus der nächtlichen Wüste und brach plötzlich gurgelnd ab.

Verstört und mürrisch über die Unterbrechung der Nachtruhe wurde das Lager der Schiffszimmerleute langsam munter. Bei den Schiffen, die hier auf Befehl der Kleopatra gebaut wurden und zum Teil schon in dem ausgehobenen Kanal schwammen, entfachten die Wachen Feuer.

Wieder drang ein unheimlicher Schrei aus der Nacht heran. Er kam direkt von den Sanddünen her.

Ein beherzter Mann ergriff eine Fackel und wagte sich zu den Dünen hinüber. Zwei grobknochige Schiffsbauer ließen sich von seinem Mut anstecken und folgten.

Gedämpftes Hufgetrappel drang durch den warmen, um die Hüttenecken zischelnden Nachtwind und das feine Singen des ständig rollenden Sandes.

„Raus hier!“, brüllte Ben Crocker, den schon der erste Schrei aus seinem leichten, raubtierähnlichen Schlaf gerissen hatte. Er rüttelte Hallstrom munter. „Da draußen braut sich was zusammen!“

„Sind Sie von allen Geistern verlassen?“, brauste Professor Hallstrom zornig auf. Bens Gebrüll und die rüttelnden Fäuste ließen ihn sofort putzmunter werden.

Der Lärm in der kargen Hütte und der Aufruhr im Lager hatte Frank Jaeger hochgescheucht. Im Gegensatz zu Hallstrom beschwerte er sich nicht. Er stellte auch keine Fragen. Auf Bens instinktives Erkennen einer Gefahr war Verlass.

Ben verkniff sich, dem Professor mitzuteilen, dass er sich im Vollbesitz seiner Geisteskräfte fühlte. Stattdessen packte er Hallstrom resolut am Kragen und rannte mit ihm aus der Hütte.

Der zweite Schrei hatte das Baulager in vollen Aufruhr versetzt. Hoch auf loderten beiderseits des Kanals jetzt die Feuer. Bündelweise wurde trockenes Schilf in die Flammen geworfen. Roter zuckender Feuerschein erhellte weithin den Platz und drang bis zu den Kämmen der Dünen hin.

Verwirrt blinzelte Hallstrom in den Feuerschein. Ben hob die Nase und knurrte abgrundtief.

Frank Jaeger war hinter ihnen aus der Hütte gekommen, blickte zu den Dünen und stieß erschrocken einen Warnschrei aus.

Bens Instinkt - darauf war wirklich Verlass.

Aus den Dünen jagten syrische Reiter, wilde Gestalten und ein paar römische Soldaten in den Flammenschein. Wie Siegestrophäen schwankten auf zwei Lanzen zwei aufgespießte Männer.

Am Dünenhang warf ein Segelmacher seine Fackel weg. Die beiden Schiffsbauer, die ihm so mutig gefolgt waren, um die Ursache der grausigen Schreie zu ergründen, wandten sich mit ihm zur Flucht.

Über ihnen tauchten jetzt auch Reiter auf, verwegene Gestalten, die auf wendigen Pferden förmlich über den Kamm flogen.

Die drei Bauleute waren zu langsam. Das Lager lag in Reichweite. Aber sie erreichten es nicht.

Die Reiter holten sie ein. Lanzen fuhren nieder, Schwerter blinkten im Flammenschein.

Brüllend stürzte ein Mann zu Boden, eine Lanze im Rücken, und wand sich krümmend im Sand. Ein anderer sprang zur Seite und mitten hinein in drei, vier Lanzenspitzen, die sich in seinen Körper senkten.

Ein Schwerthieb trennte dem Segelmacher in vollem Lauf den Kopf ab.

Fürchterlich war der Anblick des weiterlaufenden Körpers, der erst nach sechs, sieben Sprüngen zur Seite torkelte und mit schlagenden Gliedern stürzte, während der Kopf ein Stück entfernt mit geisterhaft auf- und zugehendem Mund durch den Sand rollte.

Hallstrom stieß einen markerschütternden Schrei aus.

Frank übergab sich würgend an der Hüttenwand.

Einzig Ben kehrte sein robustes Gemüt hervor und sagte: „Ich fresse ein Nilpferd auf, wenn das nicht ein hinterlistiger Trick dieses Octavianus ist! Alle guten Götter von Ägypten - die Hunde haben es auf die Schiffe abgesehen!“

Der blitzschnelle nächtliche Reiterangriff zielte mitten hinein in das Lager, das hier am letzten Kanaldurchstich zum Roten Meer angelegt worden war, um Schiffe zu bauen, eine Flotte herzurichten für den alexandrinischen Hof der Königin Kleopatra.

Krachend stürzten Hütten ein.

Feuer flogen unter den Hufen der schnellen Pferde auseinander und verstreuten die Glut. Schreiend rannten die Bauleute um ihr Leben.

Einige versuchten, die beiden Brücken über den Kanal zu erreichen. Die feindlichen Reiter waren schneller, holten sie auf den Brücken ein und schlugen sie mit wilden Schwertstreichen zusammen.

Ein Römer gab knappe Befehle, packte selber ein Schilfbündel, hielt es ins nächste Feuer und warf es, als es brannte, in eines der im Kanal schwimmenden Schiffe.

Ben zerrte den wie erstarrt stehenden Hallstrom am Arm in die Deckung der Hütte. Sie mussten raus aus dem weithin leuchtenden Flammenschein, wollten sie nicht den wie blutrünstige Teufel hausenden Angreifern ein deutliches Ziel bieten. Bogenschützen befanden sich darunter, die einen Pfeilhagel auf die Menschengruppen niedergehen ließen, die sich da und dort zum Widerstand zusammenfanden, während sich andere in kopfloser Flucht in den dunklen Kanal stürzten.

Gellende Schreie aus dem Wasser hielten andere davon ab, hinterherzuspringen. Die Krokodile, die vom Nil hergeschwommen waren und die letzten Tage von den reichlichen Abfällen des Lagers gelebt hatten, machten keine Unterschiede und fraßen auch lebende Beute.

Lodernd stiegen Flammen aus den fertigen und halbfertigen Schiffen. Das Pech, zum Dichten der Schiffsrümpfe verwendet, bot dem Feuer reichlich Nahrung.

Feuer schlug zu den Mastspitzen empor. Brennende Segelfetzen flatterten aus der Höhe herab und versengten Bauleute, Angreifer und Pferde.

Ein Römer wurde von einem stürzenden Mast erschlagen.

Zwei nubische Schiffsbauer zogen sich kämpfend zurück, hielten sich mit Enterhaken, die für die Schiffe gedacht waren, einen Schwarm Reiter vom Leibe, der mit den Schwertern nicht herankam, und lockten unbeabsichtigt die Angreifer in Richtung der Hütte, an der eben Ben Crocker, Professor Hallstrom und Frank Jaeger in den Schatten tauchen wollten, um das Heil in der Flucht zu suchen.

Der scharfe Schrei eines Reiters alarmierte die Bogenschützen.

Sofort flogen schwirrend Pfeile heran und stoppten den Rückzug der Zeitreisenden.

Hallstrom bekam einen Pfeilschaft aufs Ohr geknallt, dass er meinte, sämtliche Hörner Ägyptens blasen zu hören.

Frank starrte auf ein Geschoss, das knapp vor seinem Gesicht in die Hüttenwand schlug und zitternd stecken blieb.

Ben griff nach seinem Oberschenkel, als hätte ihn etwas gestochen. Er bekam einen Pfeil zu fassen, der gut festsaß. In seinem Muskelfleisch.

Ächzend krümmte er sich und entging einem zweiten Geschoss, das unweigerlich in seiner Brust gelandet wäre.

Surrend fuhr der Pfeil durch die Schilfwand und traf drinnen einen der wenigen Stämme aus Palmholz.

Es ging ihnen an den Kragen. Die Bogenschützen legten neu auf!

Frank griff in höchster Gefahr unter seinen Chiton, das griechische Gewand, das sie alle drei trugen, packte den Paralyzer und feuerte auf die Schützen. Der Lähmstrahl aus der Waffe traf Männer und Pferde. Ein wirres Knäuel bildete sich am Boden und schuf Bestürzung bei anderen Angreifern, da sich in dem Leiberhaufen nichts mehr regte.

Die beiden Nubier, schwarzhäutige Gestalten mit kraftvollen Muskelpaketen, erreichten rückwärtsgehend die Hütte. Einer brachte mit seinem Enterhaken einen glücklichen Hieb an und zerriss einem Angreifer die Brust, dass das Blut hervorschoss. Brüllend sank der Getroffene von seinem durchgehenden Pferd.

Der andere Schiffsbauer holte aus und traf beim Schwungnehmen um ein Haar Ben.

Der Schlag zertrümmerte einem Gaul den Schädel. Der Reiter flog vom Schwung gerissen förmlich auf den Nubier und durchtrennte ihm mit dem hochgerissenen Schwert den Hals.

Gurgelnd brach der schwarzhäutige Mann zusammen.

Frank feuerte aus nächster Nähe in den Reiterpulk hinein und hörte jemand schrille Schreie ausstoßen. Er nahm es gar nicht bewusst wahr. Über dem Lager brandete Kampflärm auf, in den sich die Schreie Sterbender und Verletzter mischten und das Prasseln der um sich greifenden Flammen.

Nur Ben bekam mit, dass Hallstrom in höchster Todesangst brüllte.

Ben entging mit Mühe einem Schwerthieb, bückte sich nach dem Enterhaken und drosch in jäh ausbrechender Wut auf die Reiter ein, die sie an der Hütte eingeschlossen hatten.

Er räumte zwei Pferderücken ab und sah aus den Augenwinkeln einen Römer in prachtvoller Rüstung dahersprengen. Er schien ein bedeutender Mann zu sein, ein Offizier oder gar einer der Heerführer des Octavianus.

Kaltblütig nahm Ben Maß und drosch im rechten Moment zu.

Die Eisenkralle des Enterhakens rutschte am Helm des Römers ab und schlug Funken. Der Hieb wirkte dennoch, denn der prächtig ausstaffierte Reiter breitete die Arme aus, verlor die Zügel und plumpste schwerfällig unter die Hufe der wilden Reiter, wo ihn ein Pferd gegen den Kopf trat, dass der Helm schepperte und der Kinnschutz sich verbog.

Die Angreifer wichen betroffen zurück.

„Quintus Didius ist getroffen!“, brüllte einer nach rückwärts. „Holt ihn aus dem Kampf!“

Syrische Lanzenreiter jagten sofort heran.

Frank nahm die Verstärkung verbissen unter Feuer. Keine zwanzig Meter entfernt brachen die Pferde zusammen. Ein Tier stürzte auf seinen Reiter. Das Brechen der Knochen war durch den Kampflärm an der Hütte zu hören.

Ben schwang voller Schmerz und Wut erneut den Haken. Der Nubier unterstützte ihn. Sie hauten gemeinsam die Schwertträger zusammen und ergatterten ein paar Pferde, bevor die Tiere kopflos davonrannten und im Kampfgetümmel untertauchten.

Bens Oberschenkel brannte wie tausend Höllenfeuer. Er blickte hinunter und sah, dass der Pfeil abgebrochen war, dass die Spitze und ein Stück Schaft aber noch feststeckten.

Knurrend packte er den Professor, dessen Nerven bei dem nächtlichen Überfall über das erträgliche Maß hinaus strapaziert wurden, und setzte ihn auf ein Pferd.

Frank streckte ein paar zu Fuß angreifende Syrer nieder und sprang aus dem Stand auf einen Gaul.

Der Nubier und Ben saßen zuletzt oben.

Das Lager bot einen entsetzlichen Anblick.

Da und dort wurden Lanzen hochgehievt mit aufgespießten zuckenden Ägyptern. Die meisten Hütten brannten, die Holzplätze und die Schiffe.

Die Angreifer tobten in einem wahren Blutrausch.

Zwei Römer legten Feuerbrände an die Brücken, während ein Trupp wilder Reiter ein paar Gefangene zum Kanal schleppte und sie unter Hohngelächter den Krokodilen zum Fraß ins Wasser stießen.

Dieses Lager war verloren.

Die Flotte verbrannte, mit deren Hilfe die letzte ägyptische Königin beabsichtigt hatte, der tödlichen Umklammerung durch Heere und Schiffe des Römers Octavianus zu entkommen.

Beißender Qualm wurde vom warmen Nachtwind herübergetrieben.

Die Zeitreisenden und der Nubier zerrten die widerspenstigen Pferde herum und galoppierten am Kanal entlang in die Nacht hinein, wo vor ihnen einige wenige Schiffsbauer liefen, die dem Gemetzel entkommen waren.

2

Der Nubier hörte auf den Namen Zeno, wie sich herausstellte. Zudem schien er ein recht bedeutender Mann zu sein. Wo sie unterwegs auf Feldarbeiter oder Menschen stießen, die am nutzlos gewordenen Kanal arbeiteten und Sand und Schlamm herauszogen, wurde er ehrerbietig gegrüßt.

Zeno gebot den Leuten, die Arbeit einzustellen.

Sie waren die ganze Nacht hindurch geritten und immer dem Kanal gefolgt, der vom Roten Meer kommend zu den vielen Nilarmen des Deltas führte.

Am Morgen, noch bevor der Dunst sich bildete, hatten sie weit im Nordwesten eine Stadt liegen sehen.

Hallstrom hatte Zeno danach gefragt.

„Pelusion“, hatte Zeno geantwortet und eine Handbewegung gemacht, als sei diese Stadt bereits abgeschrieben.

Überhaupt war der Nubier ein wortkarger Mann. Der Schock des nächtlichen Überfalles und die Vernichtung der neuen ägyptischen Flotte konnten nicht allein die Ursache für sein Schweigen sein.

Professor Hallstrom, Frank Jaeger und Ben Crocker waren auf einer Zeitreise bereits einmal in Ägypten gewesen. Zweitausend Jahre früher, als das Alte Reich der Pharaonen bestand und gerade die gewaltige Pyramide des Cheops fertiggestellt wurde.

Welcher Unterschied zu damals!