Tod im Lokschuppen - Micha Krämer - E-Book
Beschreibung

Ein grausamer Mord erschüttert Betzdorf, das kleine Städtchen am Rande des Westerwaldes. In den Ruinen des verfallenen Lokschuppens wird die verstümmelte Leiche eines ortsansässigen Geschäftsmannes gefunden. Ein heikler Fall für die junge Kommissarin Nina Moretti. Schnell wird klar, dass der Tote, der scheinbar ein Doppelleben führte, nicht nur Freunde in der Kleinstadt hatte. Als am nächsten Tag auch noch der Pfarrer erschossen vor dem Altar der Kirche liegt, wird der Fall immer undurchsichtiger. Führt die Spur ins Kölner Rotlichtmilieu? Liegt das Rätsel in der Vergangenheit der Opfer? Oder sind doch nur Hass und Eifersucht im Spiel? Ein spannender Krimi, nicht nur für Kenner der Schauplätze, der dem Leser auch einen Einblick in zwischenmenschliches Chaos und die Gefühle der Charaktere gibt.

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Seitenzahl:325

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Beliebtheit


Inhalt

Titelseite

Impressum

Über den Autor

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Epilog

Schlusswort

Micha Krämer

Tod im Lokschuppen

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet abrufbar über http://dnb.ddb.de

© 2013 CW Niemeyer Buchverlage GmbH, Hameln

www.niemeyer-buch.de

Alle Rechte vorbehalten

Der Umschlag verwendet ein Motiv von shutterstock.com

Entrace … Alhovik 2013

eISBN: 978-3-8271-9842-6

ePub Produktion durch INTEC/ANSENSO

www.inteconline.com

Der Roman spielt hauptsächlich in einer allseits bekannten Region im Westerwald, doch bleiben die Geschehnisse reine Fiktion. Sämtliche Handlungen und Charaktere sind frei erfunden.

Über den Autor:

Micha Krämer wurde 1970 in Kausen im Westerwald geboren. 1989 zog es ihn nach Betzdorf, wo er es ganze 15 Jahre aushielt, bevor das Heimweh ihn zurück nach Kausen führte. 2009 veröffentlichte der gelernte Elektroniker kurz nacheinander die beiden Kinderbücher „Willi und das Grab des Drachentöters“ und „Willi und das verborgene Volk“. Der regionale Erfolg der beiden Bücher, die er eigentlich nur für seine eigenen beiden Kinder schrieb, war überwältigend und kam für ihn selbst total überraschend. Einmal Blut geleckt, musste im Jahre 2010 nun ein „richtiges Buch“ her. Im Juni erschien sein erster Roman für Erwachsene und zum Ende des Jahres 2010 sein erster Kriminalroman, der die Geschichte der jungen Kommissarin Nina Moretti erzählt. Neben seiner Familie, dem Beruf und dem Schreiben gehört die Musik zu einer seiner großen Leidenschaften.

Mehr über Micha Krämer erfahren Sie auf www.micha-kraemer.de

Prolog

Sonntag, 5. Dezember 2010, 0:28 Uhr Betzdorf / Bahnbrache

Es war kalt. Bitterkalt! Alexandra fror entsetzlich. Sie schmiegte sich enger an Ratte, der neben ihr im Schlafsack lag und schlief. Zitternd lauschte sie seinen gleichmäßigen Atemzügen.

Die einzige Lichtquelle in dem muffigen Kellerraum des alten Eisenbahngebäudes, das ihnen in dieser Nacht als Quartier diente, war ein Grablicht, von denen sie am Nachmittag einige auf dem städtischen Friedhof organisiert hatten. Die Flamme tänzelte unruhig in der durch sichtigen, roten Plastikhülle hin und her und malte dabei pausenlos abstrakte Schatten an die feuchten, mit Schimmel überzogenen Kellerwände.

Ohne Ratte, der im bürgerlichen Leben Kevin Raupach hieß und, wie sie selbst, von Zuhause abgehauen war, würde sie es in diesem unheimlichen Drecksloch keine fünf Minuten aushalten. Wie so oft in den letzten Tagen musste sie an zu Hause denken, an Mama, an ihre Schwester Sarah, an ihr Zimmer unter dem Dach.

Im Sommer, als sie Ratte vor dem Bahnhof in Koblenz kennengelernt hatte und mit ihm nach Berlin abgehauen war, war alles noch so einfach gewesen. Sie hatten nachts im Freien gepennt. Im Berliner Tiergarten, einfach mitten auf einer Wiese im duftenden Gras. Bei Regen hatten sie sich in der U-Bahn verkrochen oder gemeinsam mit Rattes Punkfreunden in einem Abbruchhaus gefeiert.

Ihr Zuhause und ihre Familie waren ihr damals vollkommen egal gewesen. Doch dann kam der Herbst. Die Nächte waren länger und kälter geworden.

Dazu kam, dass ihr morgens plötzlich immer so übel war. Dass sie ständig kotzen musste. Zuerst hatte sie geglaubt, es käme von dem ständigen Alkohol, den Saufgelagen. Dann war ihre Periode ausgeblieben. Fuck! Sie war doch gerade mal fünfzehn. Aber einen Menschen zu töten, auch wenn er noch gar keiner war, kam für sie nicht infrage.

Draußen donnerte ein Zug vorbei. Die Gleise waren keine fünfzig Meter von dem alten Lokschuppen entfernt, dessen Ruinen sich über ihrem Kellerloch befanden.

Vorsichtig zog sie ihr Handy aus dem Schlafsack und sah auf das zerkratzte Display. Gleich halb eins. Sie betätigte einige Tasten, um in den Ordner mit den eingegangenen Kurznachrichten zu gelangen. Auch heute Abend hatte Mama ihr wieder geschrieben, wie an fast jedem Tag, seitdem sie abgehauen war. Und wie jeden Tag hatte Alexandra ihr nicht geantwortet. Zuerst aus Trotz. Dann aus Feigheit und Scham. Und zuletzt, weil das Guthaben der Prepaid Card aufgebraucht war.

Tränen rollten über ihre Wangen. Aber solange Mama mit diesem Scheißkerl Günther zusammen war, würde sie nicht nach Hause gehen.

Plötzlich hörte sie über sich ein Geräusch. Schritte, Schleifgeräusche, ein entferntes Poltern. Dann glaubte sie Stimmen zu hören. Leise, flüsternd – weit entfernt und doch so nah. Das nächste bewohnte Haus war weit weg. Irgendwer musste da oben in den alten Ruinen sein.

Ihr Herz pochte wild. Sie setzte sich auf und rüttelte Ratte an der Schulter. Im Halbschlaf drehte der sich zu ihr um und blinzelte sie an. Wie immer schlug ihr ein Geruch aus kaltem Zigarettendunst und Bier entgegen, als er sie ansprach. Diesen Geruch nahm sie ständig wahr, seit sie selbst nicht mehr qualmte und nur noch gelegentlich einen Schluck trank.

„Was’n los?“, knurrte der Punk.

„Oben sind welche“, flüsterte sie.

Sofort war Ratte wach.

„Bullen?“, fragte er ängstlich.

Alex zuckte mit den Schultern.

„Weiß nicht.“

Ratte kroch aus dem Schlafsack, griff nach seinen Stiefeln und schlüpfte hinein. Einen Moment hielt er inne und lauschte. Deutlich waren über ihnen wieder Geräusche zu hören. Es klang, als würde irgendetwas Schweres über den mit Schutt übersäten Boden gezogen.

Während sie in die Dunkelheit lauschten, beobachtete sie Ratte. Deutlich konnte sie im Schein der Kerze seinen Atem sehen, der wie Rauch in der kalten Luft kondensierte.

„Du bleibst hier!“, zischte er ihr zu, als sie ebenfalls begann, ihre Stiefel anzuziehen.

„Spinnst du?“, zischte sie zurück. „Keine Sekunde bleib’ ich in dem Loch hier allein!“

Er nickte, während Alexandra zitternd die Bänder ihres Schuhwerks schnürte. Gemeinsam krochen sie über einen Schuttberg am Fuße der Treppe ins Freie und kauerten sich hinter einen Mauerrest. Keine fünfzig Meter von ihnen entfernt, am anderen Ende des ehemaligen Lokschuppens, bewegte sich der Kegel einer Lampe.

Geduckt schlichen sie näher. Alex’ Herzschlag raste, sie hatte entsetzliche Angst. Vom Himmel fielen nun dicke Flocken und bedeckten den Boden um sie herum. Erneut duckten sie sich hinter einer Backsteinmauer und spähten durch eine Fensteröffnung in die halb verfallene Werkstatt. Es handelte sich um eine Stirnlampe, deren Kegel nun das Gesicht eines Mannes keine fünf Meter von ihr anleuchtete. Das Gesicht des Trägers konnte sie, im Gegensatz zu dem des anderen, der recht grimmig dreinschaute, nicht erkennen. Der Typ erinnerte sie stark an den Lebensgefährten ihrer Mutter, der ihr, Sarah und Mama das Leben zur Hölle machte. Besonders dann, wenn er wieder einmal besoffen war und seine Wut an ihnen ausließ.

Plötzlich leuchtete die Lampe in ihre Richtung. Alexandra duckte sich und kauerte sich neben Ratte, der eben falls in Deckung gegangen war, auf den Boden. Schritte näherten sich. Sie hielt den Atem an und drückte sich noch fester an die kalten, nassen Steine. Sie hörte die Schritte direkt neben sich. Spürte die Anwesenheit der beiden und nahm den starken, ekelhaft süßlichen Geruch eines Männerparfüms wahr. Dann entfernten sich die Schritte in Richtung der Gleise.

Sie blieben noch eine kleine Ewigkeit zusammengekauert auf dem Boden liegen, bis nichts mehr zu hören war. Alexandras Gedanken schlugen wahre Purzelbäume. Die beiden Typen waren keinen Meter an ihnen vorbeigelaufen. Was wäre gewesen, wenn der mit der Lampe zur Seite gesehen hätte? Er hätte sie unweigerlich entdeckt.

Ratte erhob sich als Erster und stolperte in den Werk stattraum, aus dem die Fremden zuvor gekommen waren. Alexandra folgte ihm mit immer noch weichen Knien.

„Würde mich mal interessieren, was die beiden hier getrieben haben“, hörte sie den Punk vor ihr flüstern.

Ein Feuerzeug flackerte auf. Ratte holte eines der Grablichter aus seiner Lederjacke und zündete es an. Dann sahen sie es. Alex wollte schreien, doch ihre Stimme versagte. Sie sah noch, wie Ratte die Kerze fallen ließ und wie die Flamme beim Aufprall auf den Boden erlosch. Dann wurde alles um sie herum dunkel.

Kapitel 1

Montag, 6. Dezember 2010, 7:58 Uhr Betzdorf / Kolonie

Mit quietschenden Reifen bog der marineblaue VW Käfer in die Kölner Straße ein.

„Verflucht!“, schrie Nina und trat das Gaspedal des Oldies erneut bis zum Anschlag durch. Der vierunddreißig PS starke Boxermotor im Heck heulte laut auf und der Volkswagen beschleunigte. Zitternd bewegte sich der Zeiger des Tachometers auf rasante achtzig Stundenkilometer.

Doch nach nicht einmal hundert Metern musste sie bereits wieder derart heftig bremsen, dass sich der Sicherheitsgurt schmerzhaft an ihre Brust drückte und sie sich um ein Haar die Nase an der flachen Frontscheibe des kleinen Wagens gestoßen hätte.

„Idiot, nun fahr doch!“, brüllte sie den Wagen vor sich an, einen dunklen 3er-BMW neueren Baujahrs mit breiten Reifen und getönten Scheiben, dessen Stoßstange sie nun verdächtig nahegekommen war.

Natürlich würde der Fahrer oder die Fahrerin sie nicht hören können, deshalb betätigte sie kurzerhand die Licht hupe. Die Person am Steuer des BMW schien diese Geste jedoch gänzlich kalt zu lassen. Der Wagen wurde sogar noch langsamer und fuhr nun nicht einmal mehr die erlaubten fünfzig.

Nina schlussfolgerte, dass es sich eindeutig um einen Mann handeln musste. Eine Frau würde anders reagieren, da war sie sich ganz sicher. Abgesehen davon konnte so eine Proll-Karre auch nur einem dieser verklemmten Kerle mit zu kurz geratenem Schwanz gehören, die mit solchen Wagen versuchten, ihre mangelnde Potenz zu über spielen.

Sie sah auf ihre Armbanduhr. Zwei Minuten vor acht.

Verflixt, sie hatte nur noch zwei Minuten.

Heute war ihr erster Arbeitstag in der neuen Dienststelle und sie würde sich verspäten. Und schuld war dieser Depp vor ihr in seinem Hassanmobil. Seinetwegen und wegen diesen anderen Vollpfosten, die morgens die Straßen mit ihren dicken, prolligen Benzinkutschen blockierten, kam sie zu spät.

Ein kurzer Blick an dem Wagen vorbei. Kein Gegenverkehr zu sehen. Sie schaltete zurück, trat das Gaspedal erneut durch und zog hinter dem schleichenden BMW heraus auf die Gegenfahrbahn. Der Motor röhrte heftig, während sich der Buckelporsche langsam an der schwarzen Limousine vorbeischob.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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