Beschreibung

Nina Morettis siebter Fall. Starb der Mann in dem roten Weihnachtsmannkostüm tatsächlich eines natürlichen Todes? Bereits einen Tag nach Einäscherung der Leiche bekommt Oberkommissarin Nina Moretti ein anonym verschicktes Paket. Der Inhalt, ein abgeschnittener Finger und ein Büschel Haare des Verstorbenen. Nina und ihr Team beginnen zu ermitteln. War der nette ältere Herr aus der Hippiekommune wirklich der, für den er sich ausgab? Hat den Mann etwa seine linksextreme Vergangenheit eingeholt? War er in den Siebzigern gar ein V-Mann des Verfassungsschutzes?

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Seitenzahl: 448

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Beliebtheit


Inhalt

Titelseite

Impressum

Über den Autor

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Epilog

Danksagung

Micha Krämer

TOD IN ROT

Im Verlag CW Niemeyer sind bereits folgende Bücher des Autors erschienen:

Tod im Lokschuppen

Krähenblut

Tod im Elefantenklo

Über deine Höhen

el toro

GEMA TOD

Romeo

 

 

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet abrufbar über http://dnb.ddb.de

© 2015 CW Niemeyer Buchverlage GmbH, Hameln

www.niemeyer-buch.de

Alle Rechte vorbehalten

Druck und Bindung: CPI books

eISBN 978-3-8271-9876-1

EPub Produktion durch ANSENSO Publishing www.ansensopublishing.de

Der Roman spielt hauptsächlich in einer allseits bekannten Region im Westerwald, doch bleiben die Geschehnisse reine Fiktion. Sämtliche Handlungen und Charaktere sind frei erfunden.

 

 

Über den Autor:

Micha Krämer wurde 1970 in Kausen, einem kleinen 700 Seelen Dorf im nördlichen Westerwald, geboren. Dort lebt er noch heute mit seiner Frau, zwei mittlerweile erwachsenen Söhnen und seinem Hund. Der regionale Erfolg der beiden Jugendbücher, die er 2009 eigentlich nur für seine eigenen Kinder schrieb, war überwältigend und kam für ihn selbst total überraschend. Einmal Blut geleckt, musste nun ein richtiges Buch her. Im Juni 2010 erschien „KELTENRING“, sein erster Roman für Erwachsene, und zum Ende desselben Jahres folgte sein erster Kriminalroman „Tod im Lokschuppen“, der die Geschichte der jungen Kommissarin Nina Moretti erzählt. Was als eine einmalige Geschichte für das Betzdorfer Krimifestival begann, hat es weit über die Region hinaus zum Kultstatus gebracht. Inzwischen findet man die im Westerwald angesiedelten Kriminalromane in fast jeder Buchhandlung im deutschsprachigen Raum.

Neben seiner Familie, dem Beruf und dem Schreiben gehört die Musik zu einer seiner großen Leidenschaften.

Mehr über Micha Krämer auf www.micha-kraemer.de

Prolog

Nichts wog schwerer als der Verrat und dennoch hatte der Gott der Israeliten ein diesbezügliches Gebot, wie es schien, vergessen. Es stellte sich die Frage: War es Absicht oder doch eher ein Versehen Gottes, dass er an fast alle Sünden gedacht, aber diese eine unausgesprochen ließ? Dabei war es doch der Verrat des Judas gewesen, der einst das Schicksal des Gottessohnes besiegelt hatte. War es da nicht logisch, dass es noch dieses elfte Gebot geben musste: Du sollst keinen Verrat begehen an deinen Nächsten. Hatte nicht Jesus selbst beim letzten Abendmahl gesagt „Der mit der Hand mit mir in die Schüssel tauchte, der wird mich verraten. Des Menschensohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; doch wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre ihm besser dass er nie geboren wäre.“

Ja, so stand es in der Bibel. Der Verrat war die schlimmste aller Sünden. Eine Todsünde, für die es nur eine Strafe geben konnte. Es musste getan werden. Hier und heute. Als Mahnung an alle, die sich mit dem Gedanken trugen, Verrat zu begehen. Er zog die Sturmhaube über den Kopf, rückte sie gerade und griff nach der Pistole, die vor ihm auf dem Tisch lag. Langsam erhob er sich und sah noch einmal in den Spiegel an der Wand. Dann ging er die steinernen Stufen hinab in den Keller. Der Verräter kniete auf dem Boden. Die anderen standen um ihn herum. Alle trugen sie Masken, bis auf den Mann hinter der leise ratternden Super 8-Kamera. Trotz des Sacks über dem Kopf des Verräters war sein Zittern deutlich zu sehen. Er wimmerte und es roch nach Urin. Ein kurzer Blick zur Kamera, sie lief.

„Es wäre ihm besser dass er nie geboren wäre“, flüsterte er noch einmal die Worte des Herrn.

Dann lud er die Pistole durch, setzte sie in den Nacken des Judas und drückte ab.

Kapitel 1

Freitag, 05. Dezember 2014

Weihnachtsmarkt/Betzdorf Sieg

Ninas Gesicht glühte. Verflucht, war ihr warm. Am liebsten hätte sie sogar die dicke Winterjacke einfach ausgezogen und beiseite gelegt. Sie trat einen Schritt zurück, legte den Kopf in den Nacken und sog die kühle Luft ein. Es roch nach einer Mischung aus Rauch, Zimt, gebratenem Fleisch, gebrannten Mandeln und süßlichem Glühwein. Halt so richtig wie es auf einem Weihnachtsmarkt riechen musste. Schneeflocken tänzelten aus der Dunkelheit herab, streiften sanft ihr Gesicht und schmolzen sogleich wieder dahin, wenn sie ihre Haut berührten. Doch auch das kalte Nass brachte heute irgendwie keine wirkliche Abkühlung.

„Magst du noch einen?“, fragte Torsten Liebig und bestellte bereits, ohne ihre Antwort abzuwarten, den nächsten Pott Glühwein. Er klang unbeschwert und fröhlich, wie lange nicht mehr.

„Verdammt, ist mir kalt!“, schimpfte Thomas Kübler derweil miesepetrig hinter ihr und schüttelte sich die Schneeflocken aus seinen Haaren.

Nina legte ihren Arm kameradschaftlich um seine Schultern, zog ihn zu sich und raunte ihm zu: „Mir ist nicht kalt. Vielleicht solltest du einfach auch mal einen Glühwein mittrinken, mein Lieber. Das hilft. Da wird dir ruck, zuck warm.“

Thomas verzog angewidert das Gesicht und schob sie von sich.

„Nee, Nina. Noch nicht mal, wenn ich am Verdursten wäre, packte ich das eklige Zeug an. Und du solltest auch mal langsamer machen, ich hab nämlich keinen Bock, dass du mir nachher noch ins Auto ...“

Auch wenn er den Satz nicht beendete, wusste Nina, was er sagen wollte. Doch seine Bedenken waren vollkommen unbegründet. Ihr ging es blendend, wenn man mal von dieser verflixten Hitze absah, deren Ursache zweifelsohne der Alkohol war. Aber deshalb war sie noch lange nicht so betrunken, wie Thomas ihr das jetzt versuchte einzureden. Was waren schon sechs Tässchen Glühwein?

Sie griff nach der dampfenden Tasse, die der Mann hinter der Theke ihr hinschob, nippte daran und bemerkte, wie Thomas argwöhnisch zum Himmel sah. Sie trat erneut einen Schritt zurück und folgte seinem Blick.

„Ist da was?“, fragte sie, weil sie nichts außer den Schneeflocken erkennen konnte, die wild im Schein der Straßenlaternen umherstoben.

„Wenn das hier im Tal schon so doll schneit, ist bei uns droben im Westerwald bestimmt schon Chaos. Dreihundert Höhenmeter sind eine Menge Zeug“, versuchte er sie zu belehren.

Nina verdrehte die Augen.

„Mensch, Thomas, dass du immer alles so schwarz sehen musst. Mach dich doch einfach mal locker. Der Torsten wird ja nicht jeden Tag Papa und gibt einen aus. Du kommst schon noch nach Hause zu deinem Liebchen“, stöhnte Nina und hob erneut ihren Glühweinbecher, um dem Kollegen und frisch gebackenen Papa Torsten Liebig zuzuprosten.

„Auf den kleinen ...“, sie stockte, da ihr der Name des Neugeborenen schon wieder entfallen war.

„Luis. Der kleine Schatz heißt Luis“, half Torsten ihr mit stolz geschwellter Brust weiter, hob dann ebenfalls seinen Glühwein und stieß mit ihr an. Nina schielte währenddessen zu Thomas, der immer noch argwöhnisch zum Himmel gaffte. Sie mochte ihn. Thomas war mehr für Nina als nur ein Kollege. Er war ein richtiger Kumpel, ein Freund und immer da, wenn man ihn brauchte. Außerdem war er der Mann ihrer besten Freundin Alexandra und ein sehr liebevoller Papa. Genau da lag aber das Problem. Thomas fiel es schwer, nach Feierabend einfach mal mit seinen Kollegen noch auf ein Feierabendbier oder wie heute auf einen Feierabendglühwein auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. Ihn zog es nach der Arbeit nach Hause zu Frau und Kindern. Okay! Nina verstand das ja auch irgendwie und fand es schön, wie Thomas sich um seine kleine Familie kümmerte. Aber an einem Tag wie heute, wo sie im Kollegenkreis auf die Geburt des kleinen Luis anstießen, da könnte er sich ruhig mal ein bisschen lockerer machen.

„Sag mal, wo ist eigentlich Sandra?“, riss Polizeihauptmeister Jürgen Wacker sie aus ihren Gedanken. Nina sah sich um. Sie hatte keine Ahnung, wo die frisch gebackene Kriminalkommissarin Sandra Frings abgeblieben war.

„Die wollte eigentlich auch noch vorbeischauen“, überlegte sie laut, während ihr Blick über den kleinen, aber feinen Betzdorfer Weihnachtsmarkt schweifte. Es war erstaunlich, wie viele bekannte Gesichter sie hier sah. In einer Kleinstadt wie Betzdorf war dies natürlich nicht ungewöhnlich. Man stolperte hier ständig über Leute, die man kannte. An der Bratwurstbude schräg gegenüber entdeckte sie Bürgermeister Bernd Brato, der sich angeregt mit Ingo Molly, dem Jugendpfleger unterhielt. Bei den beiden stand der Weihnachtsmann in seinem roten Mantel und mit einem Esel an der Leine. Nina stutzte. Warum hatte der Weihnachtsmann eigentlich einen Esel dabei? Jeder normale Mensch wusste doch, dass der Weihnachtsonkel aus der Coca-Cola Werbung für gewöhnlich mit seinen Rentieren unterwegs war. Aber was sollte es? Betzdorf lag ja schließlich auch nicht am Nordpol, sondern am Rande des Westerwalds. Da durfte es dann wohl auch mal ein Esel anstatt eines Rentiers sein.

„Der hat aber auch schon ganz gut einen getankt“, hörte sie Thomas meckern. Nina sah ihn irritiert an.

„Wer? Der Bürgermeister?“, fragte sie, da sie jetzt nicht genau wusste, was Thomas meinte.

Der verdrehte wie so oft nur wieder seine Augen und zischte dann: „Nein, nicht der Bürgermeister. Ich meine den Nikolaus. Guck doch mal, wie der Typ schwankt.“

Nina sah hinüber zum Bratwurststand.

Der Mann im roten Mantel taumelte tatsächlich verdächtig hin und her. Sie schüttelte den Kopf. So was ging ja gar nicht. Dass Menschen, die ein solches Amt innehatten, sich in der Öffentlichkeit so daneben benahmen, war in Ninas Augen ein Unding, denn gerade der Weihnachtsmann sollte doch eigentlich ein Vorbild für die Kinder sein, von denen sich nicht wenige hier auf dem Weihnachtsmarkt tummelten. Sie setzte die Tasse mit dem Glühwein an den Mund und trank noch einen Schluck, während sie weiterhin das Geschehen an der Bratwurstbude beobachtete. Bürgermeister Bernd Brato sprach gerade sehr eindringlich auf den Mann ein. In seinem Blick lag allerdings eher Besorgnis als Unverständnis. Auch Ingo, der nun einen Schritt näher trat und den Weihnachtsmann am Arm packte, sah sehr besorgt aus. Dann, aus heiterem Himmel, brach der Typ einfach zusammen. Bernd Brato, der noch versuchte, ihn festzuhalten, erwischte nur den Ärmel des roten Mantels, sodass der Kerl wie ein nasser Sack auf den Boden klatschte. Der Kopf des Esels, dessen Zügel der Stürzende immer noch umklammerte, wurde mit nach vorne gerissen, worauf das Tier sich erschrocken aufbäumte, losriss und dann verängstigt davonpreschte. Zum Glück sprangen Ingo und eine ältere Dame geistesgegenwärtig beiseite. Nina war wie gelähmt. Es dauerte einige Sekunden, bis sie sich aus ihrer Starre löste. Sie rannte die paar Schritte zu dem am Boden Liegenden und hörte, wie Bernd Brato, dessen Hand am Hals des Weihnachtsmannes ruhte, schrie: „Wir brauchen sofort einen Notarzt!“

Nina riss ihr Handy aus der Jackentasche und wählte den Notruf, während der Bürgermeister und sein Jugendpfleger damit begannen, den Weihnachtsmann zu reanimieren.

Ninas Stimmung, die eben noch bestens gewesen war, befand sich auf dem Tagestiefstand, als der Notarzt den Kopf schüttelte und einer der Sanitäter daraufhin ein Tuch über das merkwürdig gelbliche Gesicht des Mannes legte.

„Ich kann das überhaupt nicht verstehen“, hörte Nina Ingo Molly leise hinter sich sagen. Sie drehte sich zu ihm um und sah ihn fragend an.

„Was kannst du nicht verstehen?“

Ingo deutete auf die Bahre mit dem Toten.

„Na, der Norbert war doch seit Jahren trocken. Der Doktor meint, dass alles auf übermäßigen Alkoholkonsum hindeutet.“

„Kanntest du ihn näher?“

Ingo zuckte mit den Schultern.

„Was heißt jetzt näher? Ich hab ihm den Job vermittelt. Seine Lebensgefährtin ist eine frühere Bekannte von mir. Ich kenne die schon ewig, noch aus der Zeit, als der Frieder hier Jugendpfleger war.“

„Hui, das ist aber schon ziemlich lang her“, fand Nina, da sie sich an Ingos Vorgänger auf dieser Stelle kaum noch erinnern konnte.

„Aber sag mal, Ingo, seit wann vermittelst du eigentlich Jobs für Weihnachtsmänner? Arbeitest du jetzt nebenher noch fürs Arbeitsamt?“, fiel ihr ein.

Ingo winkte ab.

„Quatsch, Nina, das war eine Ausnahme. Die letzten Jahre hab ich hier immer selbst den Nikolaus gemacht. Ich muss aber morgen und übermorgen zu einem wichtigen Seminar in die Eifel und da hab ich den Norbert angerufen und ihn gefragt, ob er das für ein paar Euro machen würde. Die haben’s, glaub ich, auch nicht so dicke ... wenn du verstehst, was ich meine.“

Nina verstand genau, was er meinte.

„Und der Norbert war Alkoholiker?“, hakte sie nun noch einmal nach.

„Nein ... ja. Er war trockener Alkoholiker. Alkoholiker ist man ja auch, wenn man nichts mehr trinkt ... sein Leben lang. Die Ina sagt, er würde seit Jahren nichts mehr anrühren. Hätte ich gewusst, dass ...“, er winkte ab und schnaufte dann, „also eins kannst du mir glauben, Nina, nächstes Jahr mach ich den Nikolaus wieder selbst.“

„Du, Nina, was machen wir denn jetzt mit dem Esel?“, quatschte Thomas sie nun von der Seite an. Sie fuhr herum. Das Bild, das sich ihr dort bot, war zu grotesk, um wahr zu sein. Thomas kam da mit hochrotem Kopf auf sie zu und zerrte das Eselchen an einer Leine hinter sich her. Schweißperlen rannen von seiner Stirn. Ihm schien auch nicht mehr kalt zu sein. Im Gegenteil.

„Was machst du da?“, fragte sie irritiert und obwohl sie ja genau sah, was er da tat.

„Siehst du doch. Ich hab den blöden Esel eingefangen“, blaffte er ein wenig außer Atem.

„Und?“

„Ja, das frag ich dich, Nina. Was machen wir denn jetzt mit dem Vieh?“

Nina stöhnte. Wie konnte einer nur so unbeholfen sein?

„Na, erschießen, was sonst“, schlug sie nicht wirklich ernst gemeint vor.

Wie erwartet, verfehlten Ninas Worte ihre Wirkung nicht. Thomas’ Gesichtszüge entgleisten total, während Ingo Molly sich ein Grinsen kaum verkneifen konnte.

„Wir können das arme Vieh doch nicht einfach ...“, er brach den Satz ab und sah sich zornig um.

„Haha, ihr seid echt sehr witzig. Veräppeln kann ich mich selbst“, schimpfte er und drückte dann einfach Ingo die Zügel in die Hand. „Bitteschön, Herr Molly. Den schenk ich dir.“

Dann zog er beleidigt ab.

„Ihr beide seid irgendwie wie so ein altes Ehepaar“, kommentierte Ingo die Situation, während er mit der freien Hand sein Handy aus der Tasche kramte und begann, eine Nummer zu wählen. Als er das Gerät schon ans Ohr nehmen wollte, hielt er kurz inne, schüttelte den Kopf und steckte es wieder zurück in seine Tasche.

„Nee, Nina, ich kann die Ina doch jetzt nicht anrufen und ihr sagen, dass sie ihren Esel abholen soll, weil ihr Mann gerade gestorben ist.“

Nina überlegte einen Moment. Ingo hatte recht. Das konnte er jetzt wirklich nicht. Eine solche Nachricht musste man persönlich überbringen und nicht einfach herzlos mit dem Telefon. Die Angelegenheit mit dem Esel war wohl doch kniffliger als es im ersten Moment den Anschein hatte.

„Könntest du nicht als Polizistin ... Ich meine, ihr macht so etwas ja öfters ...“, begann er vorsichtig. Nina hob abwehrend die Hände.

„Nee, nee, mein Lieber, das schlag dir mal sofort wieder aus dem Kopf. Ich bin nämlich gar nicht im Dienst. Außerdem hab ich was getrunken.“

„Wir könnten ja gemeinsam hinfahren“, schlug er vor.

Nina schüttelte den Kopf. Sie wollte heute keine schlechten Nachrichten mehr überbringen. Auf gar keinen Fall. Sie wollte noch einen kleinen Absacker trinken und dann ab nach Hause, zu Klaus.

„Okay, Ingo. Ich weiß, wie wir es machen. Wir binden den Esel jetzt einfach da am Glühweinstand an. Ich pass auf das Tierchen auf und trink mir noch einen oder zwei, bis du die Besitzerin geholt hast“, schlug sie vor.

Eine gute halbe Stunde später hockte sie neben Ingo in Norberts uraltem Mercedes 200D. Es war ein Krampf gewesen, bis sie das Grauohr, oder wie immer man diese Viecher im Volksmund nannte, endlich in den Pferdeanhänger verladen hatten. Das Vieh war störrisch wie ... na ja, wie man es von seinesgleichen halt immer behauptet. Irgendeiner der umherstehenden Gaffer hatte dann irgendwann den brauchbaren Vorschlag gemacht, den Esel mit Würfelzucker zu locken. Auf so was musste man als Nichteselbesitzer auch erst mal kommen.

„Wo hat der Norbert eigentlich gewohnt?“, fragte sie Ingo, der gerade in Wallmenroth rechts in Richtung Katzwinkel abbog.

„In Himmelshäuschen“, antwortete der ruhig.

Ninas Kopf fuhr herum.

„Wo, bitteschön?“

„In Himmelshäuschen“, wiederholte der Jugendpfleger.

„Wo, zum Geier, liegt Himmelshäuschen?“

„Das ist im Wildenburger Land, hinter Friesenhagen“, belehrte er sie.

Nina hatte definitiv noch nie von einem solchen Ort gehört. Da war sie sich ziemlich sicher.

„Du meinst nicht zufällig Engelshäuschen?“, erkundigte sie sich deshalb und sah, wie Ingo den Kopf schüttelte.

„Nee, nee, Nina, Engelshäuschen liegt ja noch vor Friesenhagen.“

Da hatte der Ingo recht. Engelshäuschen lag tatsächlich von Betzdorf aus gesehen noch vor Friesenhagen.

Nina beugte sich etwas nach vorne, um in den Außenspiegel zu schauen. Was sie sah, war gut. Der Anhänger schien noch dran zu sein und auch das Mercedes-Coupé mit Thomas Kübler am Steuer folgte ihnen noch.

„Wie gut bist du denn mit dieser Ina befreundet?“, erkundigte sie sich kurz vor dem Örtchen Katzwinkel.

Ingo wiegte den Kopf hin und her.

„Also befreundet trifft es jetzt nicht wirklich. Ich kenne sie halt. Von früher. Ich war damals noch ehrenamtlich im Jugendtreff. Das war zu der Zeit, als Frieder den Laden noch geleitet hat.“

Nina konnte sich noch ganz dunkel an Ingos Vorgänger erinnern. Sie musste damals erst so um die elf oder zwölf gewesen sein. Sie kam ins Grübeln.

„Du meinst jetzt aber nicht die Ina Bartels?“, erkundigte sie sich vorsichtig.

Ingo nickte.

„Doch, klar. Bartels. Ina Bartels! Genau, Nina. War die nicht sogar mit dir auf derselben Schule?“

Nina war irritiert. Ina Bartels war nicht nur in die gleiche Schule wie Nina gegangen, sondern auch in die gleiche Klasse. Sie hatten sogar gemeinsam Abitur gemacht.

„Und die ist mit dem toten Nikolaus verheiratet?“, fragte sie fassungslos.

Ingo schüttelte den Kopf.

„Nee, nee, die sind nur so zusammen. Also ohne Trauschein. Außerdem war der Norbert nicht der Nikolaus, sondern der Weihnachtsmann. Das ist ein Unterschied“, belehrte er sie.

Nina wusste natürlich, dass es zwischen dem Weihnachtsmann der Coca-Cola Company und dem Nikolaus der Christen einen Unterschied gab, aber das war hier nicht Teil der Debatte. Es ging um Ina und diesen Norbert.

„Dieser Norbert, ist ... war“, verbesserte sie sich, „doch locker fünfundzwanzig Jahre älter als die Ina. Der könnte doch glatt ihr Vater sein“, empörte sie sich.

Ingo zuckte mit den Schultern.

„Und? Wo liegt das Problem? Muss doch jeder selbst wissen. Wo die Liebe hinfällt.“

Nina verschränkte die Arme vor der Brust. Natürlich hatte Ingo recht. Das musste tatsächlich jeder selbst wissen. Außerdem las man ja auch in den Klatschblättern ständig davon, dass altersschwache Promis sich mit jungem, aufgepimptem Gemüse umgaben. Es war also nicht wirklich außergewöhnlich. Nina konnte sich für sich selbst so etwas nicht vorstellen. Allein der Gedanke daran ... 25 Jahre waren doch eine komplett andere Generation. Andere Interessen ... Sie wischte den Gedanken daran beiseite. Sie hatte ihren Klaus und das war gut so. Der Arme würde bestimmt in diesem Moment zu Hause in der gemeinsamen kleinen Dachwohnung sehnsüchtig auf sie warten, während sie hier mit einem Esel im Anhänger im dunklen Wildenburger Land herumgondelte.

Nachdem sie Friesenhagen passiert hatten, schien die Wegführung kniffliger zu werden. Zumindest entnahm Nina das Ingos Mimik, die ihr nach jeder Abbiegung unsicherer erschien.

„Sag mal, Ingo, wann warst du eigentlich das letzte Mal in diesem Himmelshäuschen?“, erkundigte sie sich, als sie bereits seit mehreren Minuten weder ein Schild noch ein Licht gesehen hatte, das auf die Anwesenheit von Menschen in dieser Einöde schließen ließ.

„Ähm ja ... also genaugenommen ...“, begann er herumzudrucksen und sah dann kurz zu ihr. Nina schloss die Augen und stöhnte laut auf.

„Du warst da noch nie? Oder?“

„Aber ich hab’s mir, nachdem ich die Ina letztens getroffen hab und sie mir erzählte, dass sie da wohnt, mal auf Google Earth angesehen. Das muss hier gleich kommen.“

Nina wollte gerade etwas erwidern, als im Lichtkegel der Scheinwerfer ein grünes Schild auftauchte, auf dem der Name „Himmelshäuschen“ stand.

„Sag ich doch. Da geht’s rechts nach Himmelshäuschen“, begeisterte Ingo sich.

„Da hast du aber noch mal Schwein gehabt“, stellte sie fest.

Ingo schüttelte den Kopf.

„Nee, eher ein Eselsglück.“

Etwa fünfhundert Meter nach der Abzweigung erreichten sie Norberts Gehöft. Der geschotterte Weg war eine einzige Buckelpiste und Nina musste bei dem Geschaukel an den armen Esel denken, dem im Anhänger sicherlich furchtbar schlecht wurde. Auf den ersten Blick wirkten das Haus und die große frei stehende Scheune verlassen. Erst bei näherem Hinsehen, und als die Lichter der beiden Autos erloschen waren, konnte man hinter den Scheiben des großen Hauses eine schwache Beleuchtung erkennen. Sie stiegen aus. Der Hof lag unter einer dicken Schneeschicht. Es roch nach Rauch und Kuhmist. Im Anhänger hörte sie den Esel brüllen. Es klang irgendwie begeistert. Vermutlich war das Grauohr froh, endlich zu Hause zu sein. Hinter dem Pferdeanhänger stieg Thomas gerade aus dem Dienst-Mercedes. In seiner Hand hielt er eine kleine Taschenlampe und leuchtete damit zu Nina.

Sie und Ingo warteten, bis der Kollege zu ihnen aufgeschlossen hatte.

„So stell ich mir den Arsch der Welt vor. Dunkel, feucht und es riecht nach Mist“, stellte Kübler trocken fest und Nina musste zugeben, dass die Beschreibung wie die Faust aufs Auge passte.

Im Schein der kleinen LED-Taschenlampe folgten sie Ingo zur Haustür.

„Keine Klingel“, stellte der nach kurzer Suche fest und klopfte dann gegen die Holztür des alten Fachwerkhauses.

„Was ’ne Bruchbude“, schnaufte Thomas und ließ den Kegel der Lampe an der Fassade entlanggleiten. Der Putz zwischen den schwarz gestrichenen Balken war an vielen Stellen abgeplatzt und das Geflecht aus Lehm und Reisig lag frei. Von drinnen waren nun Geräusche zu hören. Das Zuschlagen einer Tür, Schritte. Durch die kleinen Scheiben der Haustür war das Flackern eines Lichtes zu erkennen, dann wurde geöffnet. Nina zuckte unweigerlich zurück. Die Szene hatte etwas von einem Gruselfilm. Vor ihnen stand eine Frau, Nina schätzte sie auf vielleicht Mitte fünfzig, doch genau ließ sich das nicht einschätzen. Ihre langen weißgrauen Haare fielen ihr über die Schultern bis zu den Hüften. Ihr Gesicht wirkte sehr blässlich. In der einen Hand hielt sie eine Öllampe, die andere hob sie schützend vor die Augen, da Thomas ihr mit der Taschenlampe geradewegs ins Gesicht leuchtete. Sie trug ein langes, dünnes Nachthemd. Wer immer die Frau war, es war nicht Ina. Und sie war bestimmt auch keiner der Geister aus den Harry Potter Filmen, da man definitiv nicht durch sie hindurchschauen konnte.

„Ja bitte?“, fragte die geisterhafte Erscheinung mit einer rauen Stimme.

Nina entschied sich, dem nächtlichen Besuch einen eher dienstlichen Charakter zu verleihen. Sie zog also ihren Ausweis aus der Jackentasche und hielt ihn der Älteren direkt vor die Nase.

„Kriminaloberkommissarin Nina Moretti von der Kripo Betzdorf. Wohnt bei Ihnen ein gewisser Norbert ...“, sie stockte, da sie ja noch nicht einmal wusste, wie Norbert mit Nachnamen hieß.

„Waldrich, Norbert Waldrich“, half Ingo ihr auf die Sprünge.

Die weiße Frau warf die Stirn in Falten und sah an Nina vorbei in die Einfahrt. Nina folgte ihrem Blick irritiert. Schemenhaft war der alte Benz mit dem Pferdeanhänger in der Dunkelheit auszumachen.

„Sein Auto steht da.“

Das war mehr eine Frage als eine Feststellung, fand Nina.

Da ihr dies jetzt nicht weiterhalf, hakte sie noch einmal nach. Dabei versuchte sie langsam und deutlich zu sprechen.

„Genau, das ist das Auto von Norbert. Wohnt der denn auch hier?“

Die weiße Frau nickte und sah sich weiter suchend um.

„Norbert“, rief sie dann und trat an Nina vorbei auf den Hof.

Nina folgte ihr und stellte sich vor sie.

„Hallo, Sie, der Norbert ist nicht da“, versuchte Nina die Aufmerksamkeit der Dame auf sich zu lenken.

„Versteh ich nicht. Sein Auto parkt doch da. Vielleicht ist er bei Erich?“, überlegte sie.

„Wer ist Erich?“, hakte Nina nach.

Die weiße Frau verdrehte die Augen. Vermutlich empfand sie es als sehr dumm, dass jemand nicht wissen konnte, wer Erich war.

„Na, Honecker. Erich Honecker“, klärte sie Nina auf und leuchtete dann weiter den Hof mit ihrer Laterne ab.

Nina blickte zu Ingo, der mit dem Zeigefinger eine kreisende Bewegung über seiner rechten Schläfe machte. Thomas hingegen grinste nur dümmlich.

„Nu sag du doch auch mal was“, raunte sie Ingo zu.

„Na, er wird wohl gleich wieder auftauchen“, beendete die weiße Frau jedoch just in dem Moment ihre Suche, als Ingo den Mund öffnen wollte. Sie stakste zurück durch den Schnee und blieb vor Nina stehen.

„Um was geht es denn, Frau Kommissar? Was wollen Sie denn so Wichtiges von Norbert?“

Sie klang nun plötzlich um einiges resoluter und auch nicht mehr so verwirrt.

„Eigentlich möchten wir nicht zu Norbert, sondern zu seiner Lebensgefährtin“, versuchte Nina zu erklären.

„Ja, die bin ich. Also, was wollen Sie?“

Nina blickte irritiert zu Ingo. Der zuckte mit den Schultern.

„Wir dachten, Ina Bartels sei ...“, begann sie vorsichtig.

„Sie wollen zur Ina?“, erkundigte sich die weiße Frau nun. „Ja, warum sagen Sie das denn nicht gleich?“

Sie stapfte zurück ins Haus. Nina blickte ihr hinterher, bis sie verschwunden war.

„Was war denn das für eine?“, zischte Thomas Kübler ihr zu.

Nina zuckte mit den Schultern und fragte sich in diesem Moment, ob es vielleicht doch an den sechs Tässchen Glühwein lag, dass sie hier gerade überhaupt nichts kapierte.

„INA!“, wurde drinnen irgendwo geschrien. „Da draußen stehen die Bullen für dich auf dem Hof!“ Das Brüllen stammte eindeutig von der weißen Geisterfrau, da war Nina sich vollkommen sicher.

Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, dann stand plötzlich Ina in der Tür. Auch sie hielt eine Öllampe in den Händen.

„Nina?“, fragte sie ungläubig und blickte dann zu Ninas Begleitern.

„Ingo? Was macht ihr denn hier?“ Dann lächelte sie. „Die Renate hat gemeint, die Bullen seien da.“

Nina hob ihren Ausweis hoch, den sie immer noch in den Händen hielt.

„Da hat die weiß ... die Renate wohl recht. Ich bin nämlich dienstlich hier.“

Inas Blick flog von Ingo zu Thomas. „Ist was passiert? Ist was mit Norbert?“

Nina trat auf Ina zu und strich ihr über die Schulter.

„Es tut mir leid, dir das sagen zu müssen, Ina, aber Norbert ist heute Abend leider verstorben.“

Inas Augen weiteten sich, ihr Kinn klappte herunter. Dann schüttelte sie mit dem Kopf.

„Das kann doch nicht sein ...“, stotterte sie und rannte dann, als wäre der Teufel hinter ihr her, zurück ins Haus.

*

„Also wenn ihr mich fragt, haben die da alle einen heftigen Schatten“, kommentierte Thomas das, was Nina selbst auch dachte, als sie über den verschneiten Feldweg zurück zur Hauptstraße fuhren.

„Na ja, muss doch jeder selber wissen, wie er leben möchte. Wenn es denen doch so gefällt, dann lass sie doch“, meinte Ingo vom Rücksitz aus.

Nina wirbelte herum.

„Sag mal, Ingo, geht’s noch? Könntest du bitte mal ein kleines bisschen spießiger denken? Dieser Norbert lebt da mit einem kompletten Harem. Das geht gar nicht“, keifte sie missmutig.

„Lebte, Nina. Lebte! Und nur, weil er in seinem Haushalt mit vier Damen zusammenlebte, heißt das noch lange nicht, dass er mit allen auch ... na, du weißt schon, was gemacht hat“, erklärte Ingo für Ninas Geschmack nun ein wenig zu sachlich.

Sie verschränkte die Arme trotzig vor der Brust. Für sie war sonnenklar, was die da in dieser Hippiekommune trieben oder vielmehr getrieben hatten. Aber vermutlich hatte Ingo tatsächlich recht. Das war ganz allein deren Sache. Hauptsache, sie waren den Viehanhänger samt Inhalt losgeworden. Alles Weitere war nicht mehr ihr Problem.

„Aber die eine Alte im Nachthemd war schon merkwürdig drauf“, stellte Thomas fest, als sie bereits durch Friesenhagen fuhren.

„Die weiße Frau?“, erkundigte Nina sich, obwohl sie genau zu wissen glaubte, wen Thomas meinte.

„Genau ... die weiße Frau, das passt. Erich Honecker ... weiß doch jeder, dass der längst über die Wupper ist“, kicherte Kübler.

„Na, dann lag sie ja nicht wirklich falsch, als sie meinte, der Norbert wäre bei dem Erich“, kommentierte Nina.

„Hej, der Mann ist tot, da müsst ihr nicht noch blöde Witze reißen“, beschwerte Ingo sich vom Rücksitz.

Nina stöhnte.

„Ingo ... ich sagte, nur ein bisschen spießiger. Du musst das jetzt nicht übertreiben.“

Kapitel 2

Montag, 15. Dezember 2014

Kriminalinspektion Friedrichstraße/Betzdorf Sieg

„Bist du eigentlich total bescheuert? Was hast du dir dabei bloß gedacht? Sie hätte mausetot sein können“, schrie Nina erbost.

Uli Maier hob die Schultern und guckte wie ein geprügelter Hund.

„Manno, Nina, ich weiß auch nicht. Aber sie ist ja selber schuld. Was geht die mir mit ihrem Scheißfahrrad auch so auf die Nerven. Du weißt doch selbst, wie penetrant die Alte sein kann!“

Nina stöhnte und ließ sich auf ihren Bürostuhl sinken. Natürlich wusste sie, wie penetrant Irma Weber sein konnte. Nina kannte die ältere, etwas wunderliche Dame schon seit ihrer Kindheit, genau wie auch Uli Maier. Er und Nina waren damals bereits gemeinsam in die Grundschule gegangen. Danach hatten sich ihre Wege allerdings getrennt. Zumindest in schulischer Hinsicht, da Nina ab der fünften Klasse ins Gymnasium und der Uli zur Hauptschule gegangen war, die er nach dreimaligem Besuch der siebten Klasse dann leider ziemlich erfolglos beenden musste. Er war ein lieber, lustiger Kerl, das stand vollkommen außer Frage. Auch war er fleißig und ging tagein, tagaus in die Fabrik. Er arbeitete, so wie Nina gehört hatte, bei der Firma Schäfer an einer der großen Abkantmaschinen, mit denen sie diese Blechschränke herstellten, die dann aus Betzdorf überall in die weite Welt geliefert wurden. Leider war der Uli, so lieb er war, aber auch dumm wie Brot. Ohne das Brot jetzt damit beleidigen zu wollen. Hinzu kam, dass ihm ständig Dinge passierten, die man eigentlich gar nicht glauben konnte. Nina war davon überzeugt, dass, gäbe es auf einer Fläche, die so groß war wie ein Fußballfeld, nur eine einzige Bananenschale, würde Uli sie, ohne es zu wollen, finden, darauf ausrutschen und sich den Hals oder irgendein anderes Körperteil brechen. Dabei hieß es doch immer: Das Glück gehöre den Dummen. Doch nicht so bei Uli. Der war doof und ein Pechvogel. Irgendwann mit Anfang zwanzig hatte er aber auch mal Glück gehabt und die Uschi Weber erst kennengelernt, dann geschwängert und schlussendlich geheiratet. Nina fand, dass die beiden grundsätzlich toll zusammenpassten und auch ihre beiden Jungs waren, wenn man sie mal in der Stadt oder hier beim Dezernat für Jugendkriminalität traf, freundlich und nett. Alles gut, sollte man meinen. Doch das Dumme an Hochzeiten war halt, dass man nicht immer nur das bekam, was man wollte. Meist war es nämlich so, dass man die Sippschaft des oder der Angetrauten gleich noch für ganz umsonst obendrauf bekam. In Ulis Fall war das Irma Weber, die Mutter von Uschi. Und die war, wie Nina ziemlich genau wusste, äußerst schwierig.

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