Todes Blume - Hanna Seipelt - E-Book

Todes Blume E-Book

Hanna Seipelt

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Beschreibung

Was geschah mit Amalie Busche? Nichte Karin findet ihre geliebte Tante eines Abends tot in ihrem schönen Haus mit dem großen Garten. Wer hat sie ermordet? Kater Maunz war der einzige Zeuge des heimtückischen Mordanschlags. Aber gleich mehrere Personen haben ein Interesse am vorzeitigen Tod der reichen Erbtante. Und was hat es mit dem geheimnisvollen jungen Mann auf sich, der ständig ums Haus schleicht, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen? All das sind die Fragen, die Hauptkommissar Fasner aufzuklären hat.

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Seitenzahl: 123

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Ähnliche


Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 1

Es war kein guter Morgen – und es sollte auch kein guter Tag werden! Beim Klingeln des Weckers war Karin aus einem wenig erholsamen Schlaf erwacht, vielleicht hatte der Krimi, den sie sich noch am späten Abend im TV angesehen hatte, ihr Unterbewusstsein in Unordnung gebracht - jedenfalls geisterten immer wieder Szenen aus dem Film durch ihren Schlaf. Und dann auch noch dieser schreckliche, impertinent klingelnde Wecker, den sie im Halbschlaf von der Konsole gefegt hatte, was dem Lärm jedoch keinen Abbruch tat. Aufstehen und das Ding zur Ruhe bringen war die einzige Möglichkeit! Entsetzt stellte sie fest, dass sie ihn wohl falsch eingestellt hatte, denn es war bereits halb acht, und ihr neuer Arbeitgeber, bei dem sie erst wenige Wochen beschäftigt war, legte großen Wert auf Pünktlichkeit! Naja, damit war es heute ohnehin nicht weit her, sie war deutlich zu spät. An Duschen war unter diesen Umständen nicht mehr zu denken. Katzenwäsche, Zähneputzen, kurz die Haare gebürstet, das musste reichen, und frühstücken wollte sie in der Firma. Vor dem Verlassen ihrer Wohnung nahm sie ihn zur Hand – er roch ein wenig nach ‘Alte Leute’, betrachtete liebevoll die schön geschriebenen, wenn auch etwas zittrigen Buchstaben.

„Für Karin" las sie. Eilig steckte sie ihn dann in ihre Handtasche; warum, konnte sie nicht sagen.

Inzwischen kannte sie den Briefinhalt fast auswendig, so oft hatte sie ihn gelesen. Das Thema und die Gedanken an ihr Tantchen beschäftigten sie gestern den ganzen Abend über, bis endlich der Krimi anfing. Sie fürchtete die Reaktion ihres Bruders auf den Inhalt des Briefes. Egon konnte sehr fordernd sein und auch sehr aggressiv in seinen Reaktionen, und man kann sagen, dass er weder seine Tante, noch seine große Schwester liebte.

„Eine Stunde Verspätung, werte Dame!" Ihr Chef blickte vorwurfsvoll von seinem Schreibtisch auf, als sie endlich das Büro betrat. „Sie werden die Zeit heute nacharbeiten müssen!"

Zerknirscht nahm Karin seine Entscheidung zur Kenntnis. Aber auch als sie endlich an ihrem Schreibtisch saß, wollten die Grübeleien nicht aufhören.

Es wurde ihr klar, warum sie sich innerlich so mulmig fühlte. Die Tante hatte ihr bei Übergabe des Briefes gesagt, dass sie Karin als Alleinerbin ihres Häuschens einsetzen und Egon von dem Erbe ausschließen wolle. Karin habe sich immer liebevoll um sie gekümmert, und sie sei sicher, dass sie das Haus erhalten und gerne selbst darin wohnen würde. Die zur Erbschaft gehörenden Ersparnisse würden ihr helfen, es zu modernisieren und alles nach ihrem Geschmack neu einzurichten.

Sie hatte sich über diesen Entschluss der Tante sehr gefreut, aber nun legte sich das Wissen, dass Egon vor Wut darüber schäumen würde, wie ein dunkler Schatten auf ihr Gemüt. „Na, noch ist Tante Amalie putzmunter! Vielleicht überlegt sie sich das mit der Änderung des Testamentes noch mal!" redete sie sich gut zu – bis er von dem Brief erfahren würde, war hoffentlich noch sehr lange hin.

Als sie sich dann endlich auf den Heimweg machen konnte, war es schon sehr spät. „Vielleicht schaffe ich es doch noch bis 20.00 Uhr nach Hause! Aber als erstes schaue ich noch bei Tante Amalie vorbei. Sie wird doch nicht krank sein ..." Auf mehrere Versuche, die Tante telefonisch zu erreichen, hatte diese nicht reagiert.

Beim Haus angekommen, drückte sie lange auf den Klingelknopf, jedoch die Tante reagierte nicht. Nun war Karin doch beunruhigt. Zum Glück fiel ihr ein, dass - für den Fall der Fälle – ein Hausschlüssel unter einem Stein beim Brunnen im Garten versteckt war.

Dort fand sie tatsächlich den Schlüssel. Aber etwas irritierte sie dabei. Wie es der schien, war der Stein vor kurzem erst bewegt worden, es sah einfach nicht so aus, als habe er dort seit Monaten unberührt gelegen - er wäre doch dann von Schmutz überzogen und von Unkraut halb überwuchert gewesen.

Sie beeilte sich, ins Haus zu kommen. Der Anblick, der sich ihr dort bot, war schockierend: Zerbrochenes Geschirr lag auf dem Flur, Stühle waren umgeworfen, Wäsche lag auf dem Fußboden verstreut und in der Küche befand sich ein einziges Chaos ...

Karin fühlte ihr Herz beschleunigt im Hals klopfen. Hektisch rannte sie durch das ganze Haus, auf der Suche nach ihrer Tante. Dabei rief sie immer und immer wieder deren Namen: Tante Amalie! Schließlich hatte sie alle Räume durchsucht. Nichts! Das Blut rauschte in ihren Ohren, dennoch versuchte sie, das kleinste Geräusch wahrzunehmen, in der bangen Hoffnung, von irgendwoher ein Lebenszeichen zu hören.

Überlegend und ängstlich sah sie sich um. Im Keller hatte sie noch nicht nachgeschaut. Langsam schritt sie auf die Tür zu, drückte vorsichtig die Klinke herunter, doch es tat sich nichts. Abgeschlossen. Sie trommelte gegen das Holz. „Tante Amalie!“ Lauschend legte sie ihr Ohr an die Tür. Im Geiste schritt sie die dunkle Steintreppe herab, sah sogar vor ihrem inneren Auge die überhängenden Spinnweben, die dem schwachen Augenlicht der Tante immer wieder entgangen waren und roch fast den feucht-modrigen Atem des Gewölbes. „Blödsinn!“, schalt sie sich. „Stemmeisen oder Schlüssel?“ Dann rannte sie in den Garten, wo die Werkzeuge in einem kleinen Schuppen aufbewahrt wurden.

Unterwegs wählte sie hektisch den Notruf auf ihrem Handy. Das sah im Haus doch alles verdächtig nach Einbruch aus! Atemlos nannte sie ihren Namen und die Adresse und schilderte kurz, wie sie die Wohnung der Tante vorgefunden hatte und dass die Tante nicht aufzufinden sei. Der Mann von der Notrufzentrale sprach beruhigend auf sie ein. Ein Polizeiwagen sei schon unterwegs, sie solle sich erst einmal keine Sorgen machen.

Beim Schuppen angekommen öffnete sie mit zittrigen Händen die Tür und griff sich die alte Brechstange, die an der Wand hing. Sollte sie damit nun versuchen, die Kellertür aufzubrechen? Oder war es nicht klüger, auf die Polizisten zu warten? Was wäre, wenn die Tante einfach nur ausgegangen war und plötzlich total verwundert in der Haustür stehen würde? Aber wie kam dann das Chaos in der Wohnung zustande? Auf dem Weg zur Kellertür kam sie an dem kleinen Gäste-WC vorbei, das die Tante einmal zusätzlich hatte einbauen lassen, aber überaus selten benutzte. Hier hatte sie noch nicht nachgesehen! Mechanisch riss sie auch diese Tür auf.

Und nun wurden ihre schlimmsten Befürchtungen wahr: da lag die Tante auf dem Fußboden, seltsam verdreht, als sei sie unter heftigsten Krämpfen gestorben. Ja, sie war tot, das war sofort zu erkennen. Sie lag da, in ihrem rosafarbenen Unterrock, aber trug dicke Wollsocken und einen Schal um den Hals geschlungen. „Als wäre ihr viel zu heiß gewesen und dann wieder viel zu kalt!“ ging es Karin durch den Kopf.

In diesem Moment hörte sie den Polizeiwagen vorfahren, und es klingelte an der Haustür.

Kapitel 2

Sie öffnete. Vor ihr stand eine dunkelhaarige junge Frau in Uniform, die Dienstmütze in der Hand: „Sie haben den Notruf alarmiert? Was ist denn passiert?“

Karin trat einen Schritt zurück und wies auf die von ihr geöffnete Tür der Gästetoilette und auf das Chaos im Flur und in der Küche.

„Oh“, war die Reaktion der jungen Polizistin „Oh, haben Sie schon die Rettung alarmiert?“

Im gleichen Moment bog der Rettungswagen auf die Einfahrt zum Haus ein, mehrere Sanitäter sprangen heraus, einer von Ihnen nahm einen roten Notfallrucksack auf den Rücken. Die Frage der Polizistin wiederholte sich: „Was ist denn passiert?“ Wieder wies Karin auf die so verkrümmt in dem kleinen Raum liegende Tante. Die Frau mittleren Alters, die mit dem Rettungswagen gekommen war, ergriff sofort die Initiative:

„Alle gehen jetzt ins Haus oder hinaus in den Garten!“ Die Notärztin untersuchte Tante Amalie, soweit dies in der verdrehten Körperhaltung der alten Frau möglich war.

„Trage!“ befahl sie den beiden Sanitätern, die sofort zum Wagen spurteten und mit einer Trage zurückkamen. „Jetzt die Frau ganz vorsichtig aus dem Raum heben, ich halte den Kopf, Edwin nimmt den Oberkörper, Dirk die Beine!“

Die Mannschaft tat wie von der Ärztin angeordnet, und legte den Körper ganz sanft und vorsichtig auf die Trage. Anschließend beugte sich die Ärztin erneut darüber:

„Wir brauchen keinen Krankenwagen, ruft die Leute von der Gerichtsmedizin – ich kann nicht mehr helfen!“

Karin schossen nun die Tränen in die Augen, jetzt, wo sie die amtliche Bestätigung bestätigte, was sie vorhin bereits auf den ersten Blick gesehen hatte und doch nicht glauben wollte - ihr geliebtes Tantchen war tot! Sie setzte sich auf den kleinen Sessel, der seit ewigen Zeiten schon im Vorflur stand, und in dem sie schon als kleines Mädchen gern gesessen hatte, um mit der Hauskatze zu spielen. „Die Katze! Wo ist Maunz der Vierte?“ Alle Kater von Tante Amalie hießen Maunz, und im Verlaufe ihres langen Lebens war er halt der Vierte in der Reihe der Edelkatzen, deren Aufgabe nicht der Mäusefang, sondern das gemütliche Schnurren auf Tantchens Schoß gewesen war. „Wo ist Maunz?“ Niemand, kein Sanitäter und kein Polizist, hatte in der Zwischenzeit das Wohnzimmer und die Küche mit seinem Chaos betreten. Und nun fiel Karin ein, wo sich der Schlüssel zur Kellertür befand, die allerdings immer verschlossen war, seit Onkel Gustav einmal die steile Treppe hinuntergefallen war. Normalerweise lag er im unteren Regal des altmodischen Küchenschrankes, gleich neben dem Becher mit dem Oberstdorf-Motiv, den Amalie und Gustav vor vielen Jahren aus dem Urlaub mitgebracht hatten. Onkel Gustav schon vor einigen Jahren verstorben, und Amalie hatte mit Haus und Garten allein zurechtkommen müssen, soweit Karin nicht mit anpackte.

Schnell ging sie in die Küche, um den Schlüssel zum Keller zu holen. Die Beamtin folgte ihr, beobachtete einen Augenblick, wie Karin den Schrank öffnete und den Schlüssel an sich nahm.

„Den müssen Sie nun mir überlassen. Sie dürfen jetzt nichts mehr anfassen. Sie verstehen – die Spusi.“

Karin blicke sie verstört an. Die Worte der Frau drangen wie durch einen Nebel in ihr Verständnis. „Spusi?“, wiederholte sie mechanisch, ohne den Sinn zu begreifen.

„Ja, die Spurensicherung. Ich habe die Kripo gerufen. Sieht ja nicht gerade nach einem natürlichen Tod aus. Sie müssen sich zur Verfügung halten. Am besten“, sie holte ihr Tablet hervor, „nehme ich schon mal Ihre Personalien auf.“ Sie strahlte innerlich über ihren Einfall. Irgendwann, so träumte sie, irgendwann gehörte sie zu einem Ermittlerteam.

Karin schwankte, der Schockzustand ließ nach, so dass sich nun der Schrecken und das Entsetzen bemerkbar machten.

„Setzen Sie sich besser hin. Fehlte noch, dass Sie aus den Latschen kippen.“ Die Polizistin fühlte sich „Frau“ der Lage. „Ich würde Ihnen gern ein Glas Wasser geben, aber Sie wissen ja… Fingerabdrücke“, lächelte sie schief.

Suchend sah Karin sich um. Es gab keinen Küchenstuhl, der an seinem Platz stand. Als hätte sich hier ein Wirbelsturm ausgetobt, so lagen sie verstreut auf dem Boden.

„Kommen Sie, wir setzen uns in das Dienstauto, dort können wir alles besprechen, bis das Einsatzteam und der Leichenwagen eintreffen.“ Karin wurde noch etwas blasser bei der Erwähnung des Leichenwagens. Wie betäubt folgte sie der Beamtin zu dem Fahrzeug, bei dem ihnen die permanent schnarrenden und knisternden Geräusche der Funkmeldungen durch das geöffnete Fenster entgegen drangen.

Die junge Frau setzte sich hinter das Steuer und gab als erstes ihre Meldung an die Zentrale, Karin hatte mittlerweile auf dem Beifahrersitz Platz genommen.

Die Beamtin drehte sich zu Karin, schaltete ihr Tablet ein und begann etwas hinein zu tippen.

„Name?“, sie blickte nicht einmal auf, als Karin ihr nacheinander alle gewünschten Angaben machte.

Dann klappte sie die Schutzhülle zu, schaute Karin zum ersten Mal prüfend ins Gesicht und bemühte sich um ein verständnisvolles Lächeln, als sie sagte:

„Jetzt erzählen sie mal der Reihe nach, was passiert ist.“ Karin berichtete dann, dass sie schon mehrmals am Tag versucht hatte, die Tante telefonisch zu erreichen, so wie sie es stets täglich tat, weil sie die alte Dame betreute.

Als diese aber nicht antwortete, sei sie sofort nach der Arbeit zu ihr gefahren, wobei es heute später war als üblich, weil sie länger arbeiten musste. Den Grund verschwieg sie nach kurzer Überlegung, da er ihr unwichtig erschien. Während Karin berichtete, durchlebte sie erneut diese Minuten der Angst um ihre Tante und den Augenblick, als sie die WC-Tür öffnete. Als sie vor ihrem geistigen Auge die alte Dame dort wieder liegen sah, erfasste sie ein Würgereiz. Jäh drehte sie sich zur Tür hin und öffnete diese gerade noch rechtzeitig, als der Reiz übermächtig wurde und der Magen alles von sich gab.

Als sie sich endlich wieder gefangen hatte, wagte sie die Frage an die Beamtin: „Denken Sie, ein Einbrecher hat meine Tante getötet? Und wann kann ich nachsehen, ob etwas fehlt und wo ihr Kater Maunz steckt?“ „Das werden wir gleich tun können“, beruhigte sie die Polizistin. „Wir werden erst Ihre Fingerabdrücke nehmen, um sie von anderen Spuren zu unterscheiden, und dann gehen wir gemeinsam die Räume durch, damit Sie mir berichten können, was Ihnen auffällt.“

In diesem Moment wurde der verhüllte Leichnam der Tante aus dem Haus getragen.

Der angeforderte Leichenwagen würde sie nun zunächst in die Pathologie zur näheren Untersuchung bringen. Jetzt wurde Karin von einem Weinkrampf geschüttelt. Was für ein schrecklicher Tag! Was für ein Unglück! Solch ein erbärmliches Ende für diese liebenswürdige Person, die ihre Tante gewesen war!

Zwei Zivilfahrzeuge fuhren an der Straße vor.

„Aha, die Kripo, die sind heute aber schnell!“ verwunderte sich die Polizistin Pauls. Ihren Namen las Karin jetzt erstmals auf der Brusttasche der Uniform. Drei Männer und zwei Frauen stiegen aus, die Kofferräume der Fahrzeuge wurden geöffnet und weiße Kunststoff-Taschen herausgenommen. Die Mitarbeiter der Spurensicherung zogen die Schutzkleidung an, Handschuhe und Überschuhe komplettierten die Ausrüstung, dazu zwei Aluminiumkoffer mit technischen Gegenständen. Sie gingen mit schnellen Schritten zum Haus und traten ein.

Routiniert wurde zunächst die Gästetoilette überprüft, alle Türen und Türrahmen für das Nehmen von Fingerabdrücken eingestäubt. Anschließend wurden viele Fotos in der Küche und im kleinen Wohnzimmer geschossen.

„Haben sie irgendetwas angefasst, verändert, weggeräumt?“ fragte einer der Männer Karin, die inzwischen zusammen mit Else Pauls ebenfalls ins Haus gekommen war.

„Fehlt etwas?“

„Nein, ich wollte nur den Schlüssel zur Kellertreppe holen, und da sie verschlossen ist, wollte ich einfach dort nachsehen, als ich nach der Tante und nach dem Kater suchte, aber dann fand ich Tantchen ja im kleinen Gäste-WC....“. Wieder kamen ihr die Tränen.

Da kam einer der Beamten von der Spurensicherung auf sie zu, den Kater Maunz auf dem Arm.