Beschreibung

Im Herzen von Bornheim geht die Angst um. Der alteingesessene Besitzer der Felsquelle wird tot aufgefunden. War es Mord oder nur ein Unfall? Der Kölner Kommissar Stephan Tries nimmt die Ermittlungen auf und gerät dabei immer mehr in einen Strudel aus kriminellen Machenschaften, Korruption, Leidenschaft und menschlichen Tragödien. In diesem Fall stößt allerdings auch er an seine persönlichen Grenzen …

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Seitenzahl: 371

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Rudolf Jagusch, geboren 1967 in Bergisch Gladbach, arbeitet als Diplomverwaltungswirt in Köln. Er lebt mit seiner Familie in Bornheim im Vorgebirge. Im Emons Verlag erschien »Nebelspur«.

www.krimistory.de

Dieses Buch ist ein Roman. Handlung und manche Orte sind frei erfunden, ebenso die handelnden Personen. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind daher rein zufällig.

© 2010 Hermann-Josef Emons Verlag Alle Rechte vorbehalten Umschlagzeichnung: Heribert Stragholz Umschlaggestaltung: Tobias Doetsch, Berlin eBook-Erstellung: CPI – Clausen & Bosse, LeckISBN 978-3-86358-016-2 Vorgebirgs Krimi Originalausgabe

Für Karl, Wolfgang und Onkel Fritz.

Prolog

Sie duckte sich, drängte sich in die Ecke und wimmerte. Ihre Ohren brannten, doch noch immer trafen sie harte Schläge am Kopf, die kleinen Arme boten keinen Schutz.

»Hör auf!« Mamas Stimme klang grell, doch es fehlte ihr an Schärfe.

»Ich werde dich lehren, Widerworte zu geben«, lallte er.

Sie versuchte, sich klein wie eine Maus zu machen, und kroch unter die Eckbank. Brutal wurde sie zurückgezogen, seine Fäuste landeten auf ihrem Rücken und in ihrem Nacken.

»Du bringst sie um!« Wieder Mama, schrill, durchdringend.

»Das hat noch niemandem geschadet, stell dich nicht so an«, erwiderte er barsch und holte zum nächsten Schlag aus.

Sie sah seine geballte Faust auf sich zukommen, wuchtig, ihr Kopf flog zur Seite. Vor ihren Augen tanzten Sterne. Dann ließ er von ihr ab.

Als sich ihr Blick wieder schärfte, rang Mama mit ihm, versuchte sie zu schützen. Für einen Moment spürte sie Hoffnung. Mama kämpfte wie eine Löwin, biss, kratzte. Doch dann traf er sie, mit voller Wucht. Irgendetwas knackte wie ein Ast, auf den man trat, und Mama sackte zusammen, blieb stumm und regungslos liegen.

Gebeugt stand er über ihr, die Fäuste geballt, schwer atmend.

Sie hielt den Atem an. Panik erfasste sie, doch sie wagte nicht, erneut unter der Bank Schutz zu suchen, aus Angst, seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Was war nur mit Mama? Sie wirkte durchsichtig und bleich wie ein Gespenst.

Er trat noch mal halbherzig in ihre Seite und wankte dann zur Tür hinaus. Sie hörte, wie er den Fernseher einschaltete. Robert Lembke, seine Lieblingssendung. Die würde er nicht verpassen.

Sie kroch aus der Ecke zu dem leblosen Körper, stupste ihn an und wartete. Doch Mama rührte sich nicht. Ängstlich kuschelte sie sich an sie und legte den kraftlosen Arm ihrer Mutter über sich. Sie vermisste das Klopfen von Mamas Herz und wusste, was dies bedeutete.

Sie weinte stumm.

Der Kandidat wünschte sich das blaue Schweinderl.

EINS

Stephan Tries beugte sich über den Motorblock und rückte den Luftfilter zurecht. Vorsichtig drehte er die Schrauben fest und polierte anschließend die Oberfläche mit einem Tuch.

»Fertig«, murmelte er. Zwei Wochen Arbeit lagen hinter ihm. Er trat einen Schritt zurück und betrachtete sein Werk. Der Motor des Mercedes Dc 190 schimmerte mattschwarz, sah aus wie neu.

Auch der beige Lack des Wagens glänzte nach einer ordentlichen Politur am vergangenen Samstag, die brütend heiße Sonne spiegelte sich im Chrom der Stoßstangen.

Stephan reinigte seine Finger mit Verdünner und zog den Zündschlüssel aus der Hosentasche. Dann ließ er sich auf den Fahrersitz fallen und strich andächtig mit flach ausgestreckten Händen über das riesige Lenkrad. Er steckte den Schlüssel ins Zündschloss und drehte ihn vorsichtig. Die Signallämpchen neben dem Bandtachometer leuchteten auf. Er griff mit der linken Hand zum Knopf links neben dem Tacho, zog ihn ein Stück heraus. Die Vorglühüberwachung glich dem Deckel eines Pfefferstreuers. Stephan wartete geduldig, bis die Anzeige orange leuchtete. Er holte noch mal tief Luft, schloss die Augen, trat die Kupplung und zog den Knopf ganz heraus. Der Anlasser klackte, heulte auf, und nach einigen Umdrehungen sprang der Motor an. Er lief zunächst unruhig, dann immer geschmeidiger. Stephan jubelte innerlich, gab vorsichtige Gasstöße, die bereitwillig in höhere Leerlaufdrehzahlen umgesetzt wurden. Im Rückspiegel erkannte er eine riesige graue Wolke. Nicht zu vermeiden bei einem Diesel Baujahr 1962, dachte er. Erst dann bemerkte er, dass in den Abgasen eine Frau torkelte und sich vor Husten krümmte.

Charlotte? Wollten sie sich nicht erst zum Abendessen treffen? Stephan stellte erschrocken den Motor ab, stieg aus und rannte zu ihr.

Charlotte hob abwehrend die rechte Hand, japste nach Luft und stemmte sich in die Höhe.

»Was machst du denn hier?«, fragte Stephan besorgt.

Sie hustete in die hohle Hand. »Schöner Empfang, den du mir hier bereitest«, antwortete sie mit krächzender Stimme.

Ihr Lächeln bewies ihm, dass sie nicht wirklich verärgert war.

Stephan deutete auf den Benz. »Der muss sich noch frei brennen. Ist seit gut und gern zehn Jahren nicht mehr gelaufen. Aber sag schon, was ist los? Du bist zu früh.«

Charlotte räusperte sich. »Wir haben einen Toten«, platzte sie dann heraus.

Stephan wischte mit seinen Fingern über den Overall. »Wir haben einen Toten?«, wiederholte er.

»Ja«, bestätigte sie hastig, »lass uns auf die Terrasse gehen, ich erzähl dir alles, was ich weiß. Hier in der Hitze ist es nicht zum Aushalten.« Sie gab ihm einen flüchtigen Kuss und zog die Nase kraus. »Du solltest aber vorher duschen.«

Stephan grinste. »Ich rieche nichts.«

Sie schob ihn zur Haustür. »Mach einfach. Wir müssen nachher noch weg.«

Stephan blieb stehen und wehrte sich. »Moment mal. Ich habe heute Nachmittag einen Termin in der Kneipe. Ein Mietinteressent will sich vorstellen.«

Charlotte warf einen flüchtigen Blick auf ihre Armbanduhr. »Das schaffen wir. Du bist rechtzeitig zurück.«

»Von wo zurück?«

Sie stöhnte. »Mach es doch nicht so kompliziert. Ich hab doch gesagt, ich erkläre dir alles.«

»Ich mag keine Überfälle«, beharrte Stephan und verschränkte die Arme.

Sie zögerte kurz und sagte dann: »Eine Freundin von mir benötigt Hilfe. Sie denkt, dass ihr Mann ermordet wurde.«

»Und was geht mich das an? Ich bin beurlaubt.«

Charlotte verdrehte die Augen und grinste. »Ja, ja, Herr Kriminalhauptkommissar. Jetzt nicht mehr.«

Eine Viertelstunde später setzte sich Stephan frisch geduscht in den Korbsessel zu Charlotte auf die Terrasse. Selbst im Schatten der großen Buche war es heiß. Wie immer prüfte er den Himmel über dem Vorgebirge. Das Wetter in der Kölner Bucht wurde überwiegend durch westliche Strömungen beeinflusst, und Änderungen kündigten sich daher fast immer über dem Kamm an. Von seinem Sitzplatz aus konnte er die reichlich bewaldeten Höhen der Mertener Heide gut erkennen. Ein wenig Regen würde den Pflanzen guttun, dachte er. Doch es zeigte sich keine einzige Wolke.

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