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Um die Morde an Bankier Stafford und Sheriff Bradley aufzuklären, macht sich Tom Prox in einem uralten Ford auf den Weg nach Holly River. Bei jedem Schlagloch kracht das Vehikel in allen Fugen, dann gibt es einen Knall, und eine Wolke von Rauch und Gestank steigt aus dem Motorraum. Fluchend steigt Tom aus. Die Gegend hier behagt ihm ganz und gar nicht. Seine Chance, lebend nach Holly River zu kommen, sinkt auf Null ...
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Veröffentlichungsjahr: 2020
Cover
Impressum
DER ROTE SATAN
DIE LETZTE KUGEL - Teil 1
Vorschau
Kleines Wildwest-Lexikon
Aus dem Wilden Westen
BASTEI ENTERTAINMENT
Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe
Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG
© 2020 by Bastei Lübbe AG, Köln
Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller
Verantwortlich für den Inhalt
Titelbild: Heinrich Berends
Illustrationen Innenteil: duncan1890/iStockphoto; Rustic/shutterstock
Datenkonvertierung eBook: César Satz & Grafik GmbH, Köln
ISBN 978-3-7325-9346-0
www.bastei-entertainment.de
www.lesejury.de
www.bastei.de
DER ROTE SATAN
Von Georg Hideman
Um die Morde an Bankier Stafford und Sheriff Bradley aufzuklären, macht sich Tom Prox in einem uralten Ford auf den Weg nach Holly River. Bei jedem Schlagloch kracht das Vehikel in allen Fugen, dann gibt es einen Knall, und eine Wolke von Rauch und Gestank quillt aus dem Motorraum.
Fluchend steigt Tom aus. Die Gegend hier behagt ihm ganz und gar nicht. Seine Chance, lebend nach Holly River zu kommen, sinkt auf Null …
Fauchend und prustend schleppte sich der klapperige alte Ford über die unwegsame Gebirgsstraße in den Rocky Mountains. Unbarmherzig brannte die Sonne herab.
Den beiden Männern im Wagen schien die Hitze nichts auszumachen. Snuffy Patterson saß neben seinem Freund, dem berühmten G-Mann Tom Prox, mit gleichgültiger Miene vor dem Steuer. Nur ab und zu schweifte sein Blick misstrauisch zu den haushohen Felswänden zu beiden Seiten der Straße hinauf.
»Well, Tom«, brach Snuffy Patterson das Schweigen und warf Tom Prox, der lässig neben ihm zurückgelehnt eine Zigarette rauchte, einen schnellen Blick zu. »Schätze, wir sind nun bald in diesem verdammten Nest Holly River. Wird auch langsam Zeit. Meine Kehle ist ausgedörrt wie ein getrockneter Stockfisch.«
Tom Prox räkelte sich in seinem Sitz.
»Wir sind doch hoffentlich auf dem richtigen Weg, Snuffy? Diese Straße hier will ja anscheinend kein Ende mehr nehmen.«
Snuffy Patterson zuckte die Schultern.
»Weiß ich auch nicht, Tom! Der Karte nach ist das der richtige Weg.« Snuffy warf wieder einige misstrauische Blicke zu den Felswänden empor, dann brummte er leise vor sich hin.
»Sagtest du etwas, Snuffy?«, erkundigte sich Tom.
»Yeah. Diese Gegend hier behagt mir nicht. Ist für einen Überfall wie geschaffen.«
Tom lachte. »Aber Snuffy! Wer soll uns denn hier überfallen? Kein Mensch außer Sheriff Bradley in Holly River weiß davon, dass wir in geheimer Mission dorthin unterwegs sind. Sollten wir aber trotzdem überfallen werden, dann ist für die Herren Banditen nichts weiter zu holen als eine nette Ladung blauer Bohnen.«
Snuffy nickte grinsend. »Auch meine Ansicht, Tom!«
Die Straße wurde immer enger und schlechter. Snuffy fuhr kaltblütig durch die vielen Schlaglöcher, was zur Folge hatte, dass der Wagen in allen Fugen krachte.
»Snuffy, pass gefälligst etwas besser auf!«, knurrte Tom Prox. »Wir müssen mit unserem Wagen bis Holly River kommen. Habe wenig Lust, den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen.«
»Keine Sorge, alter Knabe«, lachte Snuffy unbeeindruckt. »Der Wagen hält schon etwas aus. Wir kommen bestimmt bis Holly River …«
Er hatte kaum ausgesprochen, als ein lauter Knall ertönte und der Wagen ruckartig stehen blieb. Snuffy schob seinen Hut tief in den Nacken und machte ein ratloses Gesicht.
»Da haben wir den Salat!«, schalt Tom Prox und versetzte Snuffy einen Rippenstoß. »Los, steig aus und sieh nach, was los ist.«
Snuffy kletterte eiligst hinaus und klappte die Motorhaube hoch. Eine Wolke von Rauch und Gestank schlug ihm entgegen. Er kratzte sich bedenklich hinter dem Ohr.
»Tja, Tom, wir kommen hier nur wieder weg, wenn …« Er stockte und machte sich an dem Motor zu schaffen.
Tom Prox kletterte ebenfalls aus dem Wagen und stellte sich neben Snuffy.
»Na, was müssen wir tun, um von hier wegzukommen, Snuffy?«
»Nichts weiter. Wir müssen zu Fuß laufen, Tom«, antwortete der hagere Snuffy ziemlich kleinlaut.
Tom stemmte die Hände in die Hüften und nickte mit saurer Miene.
»Hab ich es dir nicht prophezeit? Jetzt stehen wir hier und können nach Holly River zu Fuß laufen! Was ist denn defekt an dem Wagen?«
»So ziemlich alles, Tom! Um weiterfahren zu können, müsste ein neuer Motor eingebaut werden.«
»Schöne Bescherung!«, grollte Tom und schlug die Motorhaube krachend wieder zurück. »Alsdann, Mister Patterson, folgen Sie mir!«
Tom Prox zündete sich eine neue Zigarette an und setzte sich in Bewegung. Snuffy schnitt ein saures Gesicht und ging schweigend neben Prox. Dieser schritt rüstig aus; Snuffy hatte Mühe, Schritt zu halten.
»Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich zu Fuß gehe.« Snuffy blickte wie zum Abschied nach dem verlassenen Wagen zurück. Plötzlich verengten sich seine Augen zu einem schmalen Schlitz. »Du, Tom, sieh dich mal unauffällig um!«
Tom Prox kam dieser Aufforderung nach und gewahrte einen Mann, der ihren verlassenen Wagen umkreiste. Er warf Snuffy einen warnenden Blick zu.
»Los, hinter den Felsblock dort drüben!«
Blitzschnell eilten beide zu dem Felsblock und nahmen dahinter Deckung. Nun beobachteten sie, wie der Mann den Wagen ein paarmal vorsichtig umkreiste und dann einstieg.
»Vermutlich ein Landstreicher«, sagte Snuffy.
Prox zuckte die Schultern. »Kann sein, Snuffy. Komm, wir gehen zurück und fragen ihn, wie weit es noch bis Holly River ist.«
»Gute Idee!«, lobte Snuffy. Sie traten also hinter dem Felsblock hervor und liefen zurück zum Wagen. Der Mann im Inneren des Wagens bemerkte sie sofort, aber er ergriff nicht die Flucht. Ruhig ließ er die beiden Männer herankommen. Etwas atemlos machten sie vor dem Wagen halt.
»Hallo! komm mal raus aus der Kutsche, wir wollen mit dir reden!«, rief Tom Prox in den Wagen hinein.
Der Mann im Inneren öffnete langsam die Wagentür und kletterte umständlich heraus.
»Hallo«, grüßte er, die beiden G-Männer scharf musternd, und legte die rechte Hand an die Krempe seines Hutes. »Wissen Sie vielleicht, wem der Wagen hier gehört? Ich kam zufällig vorbei und fand ihn verlassen auf der Straße stehen!«
»Dieser Wagen gehört zufällig uns«, entgegnete Tom Prox, den Mann ebenfalls musternd.
Das Gesicht des Mannes war von einem schwarzen, ungepflegten Bart umwuchert. Die kleinen unsteten Augen wanderten schnell auf und ab. Gekleidet war der Mann in der üblichen Tracht des Westens, aber ein Cowboy konnte der Mann kaum sein, denn die waren um diese Zeit zu beschäftigt, um Spaziergänge in der Gegend zu machen.
»So, der Wagen gehört Ihnen«, wiederholte der Mann langsam. »Wohl was nicht in Ordnung damit?«
Tom nickte grinsend, »Kann man wohl sagen! Der Motor ist erledigt.«
Der Schwarzbärtige schüttelte den Kopf.
»Soviel ich feststellen konnte, ist der Motor in Ordnung. War nur etwas überhitzt, hat sich aber bereits wieder abgekühlt und ist demzufolge wieder fahrbereit.«
Snuffy machte ein überraschtes Gesicht. »Stimmt das auch wirklich, Boy?«
Der Schwarzbärtige nickte. Snuffy wollte sich sofort überzeugen und kletterte in den Wagen hinein. Tom versuchte unterdessen, den Mann ein wenig auszufragen.
»Bist du bekannt in dieser Gegend?«
»Jawohl, das bin ich!«, bestätigte der Schwarzbärtige und spuckte breit aus.
»Dann kannst du mir sicher auch sagen, wie weit es noch bis nach Holly River ist?«
Wieder nickte der Schwarzbärtige. »Das kann ich. Ihr braucht nur die Straße hinabzufahren, dann seid ihr in Holly River. Darf ich fragen, was euch nach Holly River führt?«
»Gern.« Tom lächelte und trat einen Schritt näher an den Mann heran. »Wir wollen in Holly River ein Geschäft aufmachen. Bei uns kannst du dann alles kaufen, was dein Herz begehrt. Unser Geschäft wird das beste und größte in ganz Holly River werden.«
Der Schwarzbärtige setzte eine misstrauische Miene auf.
»Und wo habt ihr eure Ware, hä? Mit nichts könnt ihr doch keinen Laden aufmachen.«
Tom Prox machte ein überlegenes Gesicht.
»Die nötigen Waren kommen in Kürze nach. Erst müssen wir in Holly River einen Raum bekommen und als Laden einrichten.«
»Warum kommt ihr denn ausgerechnet nach Holly River? Ich finde, ihr habt euch für euer Geschäft die ungünstigste Gegend ausgesucht. In Holly River gibt es schon einen Store, und der Inhaber Pat McAtu wird Konkurrenz nicht hochkommen lassen.«
Snuffy hantierte inzwischen im Wagen wild umher. Plötzlich fing dieser zu rattern und zu fauchen an. Snuffys strahlendes Gesicht erschien am Fenster.
»Was sagst du nun, Tom? Die Kiste ist wieder fahrbereit!«
»In Ordnung, Snuffy!«, lobte Tom Prox und wandte sich dann an den Schwarzbärtigen. »Los, steig mit ein, Boy! Du kannst uns den Weg nach Holly River zeigen. Oder hast du nicht die Absicht, dorthin zu gehen?«
Der Schwarzbärtige zögerte, aber dann nickte er.
»Ich hatte eigentlich etwas anderes vor, aber ich will trotzdem mit euch kommen.«
Tom ließ den Mann einsteigen und auf dem Rücksitz Platz nehmen. Er selbst setzte sich wieder neben Snuffy, der eben auf das Gaspedal trat. Ruckartig schoss der Wagen nach vorn.
Tom beobachtete den Schwarzbärtigen durch den Rückspiegel und sagte, ohne sich umzublicken: »Ich glaube, Fremder, du hast deinen Gaul vergessen!«
Der Schwarzbärtige zuckte leicht zusammen, fasste sich aber sofort wieder und versuchte, seine Stimme gleichgültig klingen zu lassen.
»Ach, das Pferd findet allein nach Holly River zurück. Macht euch darüber keine Sorgen.«
Tom wusste, dass der Mann jetzt gelogen hatte.
»Ich habe gar nicht gesehen, dass du ein Pferd bei dir hattest …«
Der Schwarzbärtige biss sich auf die Lippen.
»Ihr konntet es nicht sehen, denn ich habe es hinter einer Felswand stehen gelassen.«
»Soso!«, machte Tom nur und wechselte dann das Thema. »Habe gehört, in Holly River sei in letzter Zeit allerhand los. Banditenüberfälle auf Banken und Geldtransporte sollen an der Tagesordnung sein. Vor ein paar Wochen soll der Bankier Stafford von einem Maskierten erschossen worden sein. – Stimmt das, Boy?«
Der Schwarzbärtige verzog das Gesicht zu einem leichten Grinsen.
»Ja, das stimmt ganz genau, Mann. Finde, dass ihr sehr gut über Holly River orientiert seid.«
Tom hörte einen drohenden Ton aus diesen Worten heraus. »Ja, ja, man hört so manches in den Staaten. Ein Mord spricht sich verdammt schnell herum. Wie steht es übrigens mit dem Sheriff in Holly River? Kann der nicht mit diesem Banditengesindel aufräumen?«
Der Schwarzbärtige lachte laut auf.
»Zum Aufräumen ist es für ihn leider zu spät. In der Tat, er wird nie mehr zum Aufräumen kommen.«
Tom horchte auf. »Soll das heißen, dass Sheriff – ich meine, dass euer Sheriff nicht mehr am Leben ist?«
»So ist es, Fremder.« Der Schwarzbärtige senkte die Stimme. »Und wenn ich euch einen guten Rat geben darf: Verschwindet so bald wie möglich wieder aus Holly River! Besser noch, ihr geht erst gar nicht dorthin. Die Luft dort ist jetzt nach dem Ableben des Sheriffs erst recht mit blauen Bohnen verseucht.«
»Na, gar so schlimm wird es nicht sein!«, schaltete sich Snuffy in das Gespräch ein. »Wenn es zu brenzlig wird, dann verduften wir rechtzeitig, darauf kannst du dich verlassen.«
»Ihr werdet euer blaues Wunder in Holly River erleben, Boys! Kehrt lieber um! Das kann ich euch nur immer wieder raten!«
Snuffy schaltete übermütig einen Gang höher. Der Wagen raste die Straße hinab, eine große, undurchdringliche Staubwolke hinter sich lassend. Nach und nach traten die hohen Felswände zurück und gaben den Blick auf die kleine Stadt frei, die sich wie eine Oase in der trostlosen Gegend ausnahm.
»Ich glaube, wir sind angelangt«, sagte Snuffy Patterson, denn sie fuhren jetzt durch die Hauptstraße des Städtchens.
Sein scharfer Blick sichtete sofort ein Haus, dass unschwer als eine Bar zu erkennen war. Er hielt den Wagen davor an und sprang heraus.
Tom Prox und der Schwarzbärtige folgten seinem Beispiel. Ihre Ankunft wurde nur von wenigen Leuten beobachtet. Jetzt zur Mittagszeit war alles wie ausgestorben.
Snuffy schlug krachend die Handflächen aneinander und steuerte schnellen Schrittes auf die Bar zu. Tom blickte Snuffy nach, dann wandte er sich an den Schwarzbärtigen, der ihn mit nachdenklichem Gesicht musterte.
»Na, Boy, ich glaube, wir zwei könnten auch einen Whisky gebrauchen.«
Zusammen begaben sie sich also in den Barraum. Snuffy lehnte lässig an der Theke und begrüßte Tom mit freundlichem Grinsen.
»Ah, du bringst Besuch mit?«
Der Schwarzbärtige wandte sich an Tom. »Ich heiße Sander, Vorname tut nichts zur Sache. Ihr braucht mich nur Sandy zu nennen. Und wie ist euer Name?«
»Ich heiße Tom, und mein Freund hört auf den Namen Snuffy. Familienname tut nichts zur Sache. Prost!« Tom Prox erhob sein Glas.
»Auf dass unser Geschäft recht bald blühen möge!«, prostete Snuffy lachend.
Tom setzte sein Glas wieder ab und starrte dann plötzlich interessiert auf die breite Schwingtür der Bar, durch die gerade zwei Männer traten. Der eine der beiden war groß und wirkte wie ein Riese, mit langen, haarigen Gorillaarmen und einem wulstigen Stiernacken. Der andere war etwas kleiner und schlanker. Über der stark gebogenen Adlernase saßen tiefschwarze, kalte Augen. Sie wirkten wie der Blick einer Schlange. Seine Bewegungen waren leicht und geschmeidig wie die eines schleichenden Panters. An seinen Hüften hingen tief zwei Colts herab.
»Killer!«, raunte Snuffy Patterson leise in Tom Prox’ Richtung.
»Ohne Zweifel«, erwiderte dieser ebenso leise. Aber der Schwarzbärtige hatte seine Worte vernommen.
»Der Große ist Lex Morgan, der Kleinere ist Bud Morgan, sein Bruder. Die beiden sind gefährliche Killer, genau wie ihr vermutet. Tretet zur Seite, denn ihr seht, sie kommen auf uns zu. Möchte bloß wissen, was sie schon so früh hier in der Bar wollen.«
Die beiden Revolvermänner bewegten sich geradewegs auf die beiden Freunde zu. Der Schwarzbärtige gab diesen einen warnenden Blick, aber sie lachten nur leise.
Jetzt waren die beiden Revolvermänner vor den Freunden angelangt. Der Stiernackige bewegte beide Arme und drängte sich zwischen den G-Männern hindurch. Sein Bruder, Bud Morgan, rempelte Snuffy ziemlich unsanft an, was diesem ein breites Grinsen entlockte.
Wütend wandte sich Bud Morgan um und baute sich breitbeinig vor Snuffy auf.
Snuffys Grinsen verstärkte sich. »Du, Tom …«
Tom Prox blickte Snuffy aufmerksam an.
»Was willst du?«, fragte er freundlich.
Snuffy deutete auf die beiden Revolvermänner.
»Wenn ich jetzt einen Fotoapparat bei mir hätte, Tom, dann würde ich die Gesichter dieser beiden Galgenvögel im Bilde festhalten.«
»Na, Snuffy, das wäre schade um den Film!« Tom grinste und verschränkte seelenruhig die Arme. Den beiden Revolvermännern war ihre Wut im Gesicht abzulesen.
»Los, Bud, stopf den beiden Grünschnäbeln die Mäuler!«, schrie der Stiernackige hochrot vor Grimm und stürzte sich auf Tom. Sein Bruder ging auf Snuffy los.
Der Schwarzbärtige wich einige Schritte zurück und beobachtete unbeteiligt, aber mit größtem Interesse den Kampf.
Tom Prox versetzte dem Stiernackigen ein paar trockene Haken, sodass dieser aufheulend zurücktaumelte.
Snuffy machte mit seinem Gegner ebenfalls kurzen Prozess. Er packte Bud Morgans vorschnellende Hand, eine blitzschnelle Umdrehung derselben, zwei kräftig geführte Haken – und der angriffslustige Bud lag am Boden und krümmte sich vor Schmerzen.
Tom Prox’ Gegner erholte sich zwar rasch von den Schlägen und ging erneut zum Angriff über, aber Toms Jiu-Jitsu-Griffen war er nicht gewachsen. Sichtlich vergnügt betrachtete Snuffy die beiden Revolvermänner, wie sie sich langsam vom Boden aufrafften. Als diese fast gleichzeitig zu den Colts griffen, zogen auch Tom und Snuffy ihre Schießeisen.
»Seid ihr etwa lebensmüde, so zieht ruhig eure Kanonen, Boys!«
Die beiden Burschen sahen ein, dass sie für den Augenblick im Nachteil waren, und ließen die Hand zögernd von den Holstern zurücksinken.
