Toni der Hüttenwirt 194 – Heimatroman - Friederike von Buchner - E-Book

Toni der Hüttenwirt 194 – Heimatroman E-Book

Friederike von Buchner

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Beschreibung

Diese Bergroman-Serie stillt die Sehnsucht des modernen Stadtbewohners nach einer Welt voller Liebe und Gefühle, nach Heimat und natürlichem Leben in einer verzaubernden Gebirgswelt.Toni, der Hüttenwirt liebt es ursprünglich. In Anna hat er seine große Liebe gefunden. Für ihn verzichtete Anna auf eine Karriere als Bänkerin im weit entfernten Hamburg. Jetzt managt sie an seiner Seite die Berghütte. Ihre Serie hat Geschichte geschrieben. Die Idee dahinter hat exemplarischen Charakter. "Toni, der Hüttenwirt" aus den Bergen verliebt sich in Anna, die Bankerin aus Hamburg. Anna zieht hoch hinauf in seine wunderschöne Hütte – und eine der zärtlichsten Romanzen nimmt ihren Anfang. Hemdsärmeligkeit, sprachliche Virtuosität, großartig geschilderter Gebirgszauber – Friederike von Buchner trifft in ihren bereits über 400 Romanen den Puls ihrer faszinierten Leser. Erfolgreiche Romantitel wie "Wenn das Herz befiehlt", "Tausche Brautkleid gegen Liebe" oder besonders auch "Irrgarten der Gefühle" sprechen für sich – denn sie sprechen eine ganz eigene, eine unverwechselbare Sprache.

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Toni der Hüttenwirt – 194–

Die verhinderte Hochzeit

Ein kleiner Ausreißer mischt alles auf

Friederike von Buchner

Gina brachte Bürgermeister Fellbacher einen Kaffee.

»Danke, genau das brauch ich jetzt. Ich habe heute Nacht schlecht geschlafen. Ein Koffeinstoß tut mir gut.«

»Herr Bürgermeister, Sie machen sich zu viele Gedanken. Das wird schon werden, dass eine tüchtige Gemeindehelferin nach Waldkogel kommt. Wir suchen doch noch nicht lange. Der Martin kümmert sich ebenfalls.«

»Ich weiß, Gina. Ich habe eben ein schlechtes Gewissen, weil du immer einspringst, wenn Not am Mann ist. Sicher, es helfen noch andere, die Haushälterin vom Pfarrer, meine Frau, Tonis Mutter und sogar die alte Ella Waldner kümmert sich um einige Leut, die Hilfe brauchen. Des dauert alles so lange. Ich verstehe nicht warum. Ich dachte, die Frauen, die so etwas machen wollen, die würden Schlange stehen. Waldkogel ist ein schöner Ort. Wir bieten eine gute Bezahlung und für den Übergang eine Unterkunft. Ich dachte, wir werden von Interessenten überschwemmt. Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen, ist doch nicht so schlecht. Es muss doch jemanden geben, der die Berge liebt und sich solch eine Chance nicht entgehen lässt. Aber nix ist! Das ist zum Verzweifeln.«

Gina lachte laut. Sie war Italienerin, die das Leben nach Waldkogel verschlagen hatte. Sie hatte eine Arbeit im Rathaus gefunden und die große Liebe.

»Mamma mia«, rief Gina aus. Ihr italienisches Temperament brach durch. Sie schüttelte den Kopf und sah Bürgermeister Fritz Fellbacher an.

»Mamma mia, dass Sie auch immer so ungeduldig sind! Sie erwarten, dass alles sofort so ist, wie Sie es sich denken. Das ist typisch Mann, das würde meine liebe Mamma zu Ihnen sagen, wenn sie hier wäre. Keine Geduld haben die Mannsbilder. Mamma mia, nehmen Sie sich ein Beispiel an den Frauen. Wir müssen neun Monate darauf warten, bis das Baby kommt. Alles Leben muss sich entwickeln, sagt meine Mamma immer. Dinge, die gut werden sollen, brauchen Zeit. Capito?«

Fritz Fellbacher lachte.

»Mei, Gina, jetzt hast du mir gründlich den Kopf gewaschen. Doch du hast recht. Meine gute Irene hat mir auch schon die Leviten gelesen.« Er seufzte. »Ich gebe zu, dass ich nicht gerade ein geduldiger Zeitgenosse bin. Wenn ich etwas als richtig erkannt habe und es anpacke, dann muss es einfach schnell gehen.«

»Jeder in Waldkogel weiß, wie tüchtig Sie sind. Deshalb werden Sie bei jeder Wahl gewinnen. Wir wissen, was wir an Ihnen haben, Herr Fellbacher.«

Gina lächelte ihn an.

»Dass Sie mit anpacken, das wird Ihnen hoch angerechnet. Nicht jeder Bürgermeister würde beim Ausmisten der Ställe helfen, sagen die Leut.«

»Ich war um fünf Uhr schon bei den Högls, um sechs war ich auf dem Schönberger Hof und im sieben Uhr bei den Berghofers. Des ist schon interessant, was man so alles erfährt, wenn man mit anpackt im Stall und auf dem Hof. Des ist net nur gut für diejenigen, denen ich ein bisserl helfe, sondern auch für mich.«

»Das war doch meine Rede, Herr Fellbacher. Die Leute werden Ihnen das nicht vergessen.«

»Aber aus Berechnung mache ich das nicht. Das hat mir Franz Huber vorgestern auf der Gemeinderatsitzung vorgeworfen.«

»Ich weiß, ich war dabei. Sie haben ihm gründlich die Suppe versalzen, indem Sie ihn aufforderten, ebenfalls mit anzupacken.«

»Richtig«, lachte Fellbacher, »er wurde ganz kleinlaut. Schmutzig machen will er sich nicht, der Huber-Franz.«

Sie lächelten sich an.

»Rufe noch mal auf dem Arbeitsamt an, Gina!«

»Das mache ich, Herr Bürgermeister. Wir könnten auch eine Zeitungsanzeige schalten.«

»Gute Idee! Wir lassen uns einen schönen Text einfallen. So etwa wie: ›Romantisches Dorf in den Bergen, mit lieber Bevölkerung, sucht Gemeindehelferin, bei guter Bezahlung. Arbeiten und Leben, wo andere Urlaub machen.‹ Wie klingt des für dich, Gina?«

»Mm, nicht schlecht. Doch wir sollten reinschreiben, welche Kenntnisse und Erfahrungen die Gemeindehelferin, die wir suchen, mitbringen muss.«

»Des stimmt. Dann setzen wir uns zusammen und machen eine Liste.«

»Ich fange schon mal damit an, Herr Fellbacher.«

»Gute Idee! Ich gehe rüber ins Pfarrhaus und besuche meinen Freund, Pfarrer Zandler.«

»Grüßen Sie ihn von mir!«

Fellbacher nickte. Er trank seinen Kaffee aus und ging.

*

Es klingelte Sturm. Sandra Sommer wurde aus dem ersten Tiefschlaf gerissen. Sie schaute auf die Uhr. Die Leuchtziffern der Uhr zeigten ein Uhr nachts an.

Es klingelte wieder. Dieses Mal noch länger. Sandra machte Licht. Sie stand auf und warf sich den Morgenmantel um. Gähnend und mit zerzaustem Haar ging sie barfuß zur Tür.

Es klingelte wieder.

»Ich komme ja schon!«, stieß sie ärgerlich hervor.

Dann klopfte es an der Tür.

»Sandra, ich bin’s, Gesi! Mach auf!«

Sandra riss die Wohnungstür auf, drehte sich sofort um und ging in die Küche. Dort trank sie ein Glas Wasser.

»Ich hoffe, du hast eine gute Erklärung dafür, mich zu dieser unchristlichen Zeit aus dem Bett zu holen. Ich habe gerade so schön geträumt. Außerdem will ich morgen sehr früh los, damit ich nicht in den morgendlichen Stau gerate. Also, bitte, was gibt es? Sage es und verschwinde! Ich will wieder ins Bett. Was beim Geier ist so wichtig, dass es keine Zeit hat bis morgen?«

Gesine, die Gesi gerufen wurde, war Sandras beste Freundin. Sie stand im Türrahmen der Küchentür und lächelte. Ihre Augen strahlten.

»Er hat es getan! Er hat gefragt! Ist das nicht der reine Wahnsinn? Es war gigantisch! Du weißt, dass ich heute zum ersten Mal bei seinen Eltern eingeladen war. Sie waren superlieb zu mir. Dann ging alles ganz schnell. Zuerst dachte ich, ich träume. Ich war so baff, dass sich alles in meinem Kopf drehte. Ich stotterte. Es war so peinlich. Doch alle hatten Verständnis dafür, besonders Piet.«

Sie streckte die Hand aus.

»Hier, das ist er, mein Verlobungsring! Piet sagt, er ist ein altes Erbstück der Familie. Das ist doch super, einfach irre! Nun gratuliere mir schon. Los!«

»Ja, das ist irre. Ich hoffe, du weißt, was du tust«, gähnte Sandra.

»Das klingt nicht gerade freundlich. Von meiner besten Freundin hatte ich mehr erwartet. Außerdem wünsche ich mir, dass du meine Trauzeugin wirst.«

»Nein!«

»Was – Nein?«

»Ich werde nicht deine Trauzeugin.«

»Komm schon, Sandra! Das kannst du mir nicht antun. Es tut mir leid, dass ich dich aus dem Schlaf geholt habe. Ich dachte, du bist noch auf und bist am Packen. Sonst gehst du nie so früh ins Bett.«

»Sonst fahre ich am nächsten Tag auch nicht früh los. Ich will München erreichen, bevor auf der Autobahn eine Stoßstange an der nachfolgenden klebt. Es gibt so viele Baustellen.«

Gesine war so aufgedreht, dass sie nicht zu bremsen war. Sie ging einen Schritt zurück in den Flur und drehte sich im Kreis.

»Sandra, ich bin so glücklich.«

»Hoffentlich gibt es kein böses Erwachen.«

»Peng, das hat gesessen. Warum tust du das?«

Sandra seufzte tief.

»Entschuldige, Gesi, ich habe Kopfschmerzen. Es wurde spät im Büro. Ich musste noch viel fertig machen, und dann habe ich gepackt. Wenn du meinst, du wirst glücklich, dann heirate Piet.«

Sandra holte eine Flasche Wein und zwei Gläser. Sie ging ins Wohnzimmer, setzte sich und schenkte ein.

»Okay, dann trinken wir auf deine Verlobung, Gesi. Los, setz dich!«

Sie tranken. Danach wollte Sandra alles genau wissen. Sie hörte aufmerksam zu, wie Gesine in den höchsten Tönen von dem Abend schwärmte.

»Es war einfach alles perfekt. Es war wie im Film.«

Sandra schwieg, schaute die Freundin an und nippte an ihrem Weinglas. Sie stellte es ab, zog die Beine auf die Couch und machte es sich bequem.

»Gesi, du bist meine beste Freundin. Ich wünsche dir wirklich alles Glück der Welt. Freundschaft verpflichtet zur Ehrlichkeit. Ich halte diesen Antrag für zu früh. Ihr kennt euch doch noch nicht lange.«

»Es sind genau vier Wochen und zwei Tage«, sagte Gesi.

»Siehst du? Ich bezweifele stark, dass man sich innerhalb dieser kurzen Zeit gut genug kennenlernen kann, um eine solche schwerwiegende Entscheidung zu treffen. Das ist doch nur ein Augenblick in einem langen Leben.«

»Du bist eben nie so verliebt gewesen wie ich. Wir haben uns in die Augen gesehen und wussten sofort: Wir haben uns gefunden, wir gehören zusammen.«

Sandra grinste.

»Höre auf zu grinsen, Sandra! Ich weiß, was du denkst. Bei dir wird zuerst alles sachlich beurteilt, gedreht und gewendet. Du suchst stets nach der x-ten Stelle hinter dem Komma. Das mag als Wirtschaftsprüferin auch angehen. Aber es gibt im Leben noch etwas anderes. Gefühle, Sandra! Und es sind wunderbare, tiefe Gefühle. Sie erwärmen das Herz. Da musst du nicht prüfen. Ich wusste es einfach. Es gibt sie wirklich, die Liebe auf den ersten Blick. Ich bin mir bewusst, dass ich damit bei dir auf taube Ohren stoße. Doch das stört mich nicht. Ich wünsche dir, dass du es eines Tages selbst erlebst, Sandra. Erklären kann ich dir das alles nicht, das weiß ich. Du musst selbst diese wunderbare, diese himmlische Erfahrungen machen. Wie heißt es? ›Probieren geht über Studieren‹. Erst, wenn du in zwei liebende Augen geschaut hast, weißt du, wie es ist. Dann hast du keine Zweifel mehr. Du bist dir dann absolut sicher, dass er der Mann ist, nach dem du immer gesucht und dich gesehnt hast.«

»Bewahre! Das wird nie und nimmer passieren. Ich sehne mich nicht nach einem Mann und suche nicht. Ich brauche niemanden, der mich versorgt. Du auch nicht. Warum willst du so schnell heiraten? Das beunruhigt mich. Heißt es nicht, drum prüfe, wer sich ewig bindet? In meinen Augen ist das Leichtsinn, was du da gerade machst. Ich muss dir das sagen. Ich möchte nicht, dass du mir eines Tages vorhältst, ich hätte dich nicht gewarnt.«

»Sieh es, wie du willst. Du kannst nicht mitreden, Sandra. Du hast es nicht erlebt. Erinnerst du dich, dass ich dir gleich am ersten Tag, als ich Piet begegnet bin, gesagt habe: Er ist es?«

»Ja, ich erinnere mich.«

»Ihm ging es genauso. Wir sind uns sicher. Es gab eine stille Übereinstimmung zwischen uns. Es war, als würden wir uns schon lange kennen. Was mich überraschte, war, dass er mir so schnell den Antrag gemacht hat. Ich meine, dass wir zusammenbleiben war klar. In den letzten Tagen haben wir schon darüber gesprochen, dass wir zusammenziehen. Er hatte nichts verraten. Und jetzt bin ich verlobt. Wir wollen schnell heiraten, noch in diesem Sommer.« Gesine trank einen Schluck Wein. »Wir heiraten, sobald der Umbau fertig ist.«

»Welcher Umbau?«, fragte Sandra erstaunt.

»Wir ziehen zu seinen Eltern. Die Villa ist viel zu groß für sie, sagen sie. Sie bewohnen nur die untere Etage, oben ist frei. Sie lassen alles modernisieren und bauen eine Treppe an, die direkt in den Garten führt.« Gesine lachte übermütig. »Piets Vater schlug vor, gleich eine Rutsche mit anzubauen für die Kinder. Soll er doch, wenn es ihm Freude macht. Wir haben Arbeitsteilung vereinbart. Piet und sein Vater managen den Bau. Seine Mutter und ich sind für die Einrichtung zuständig. Sie ist eine tolle Frau. Wir haben den gleichen Geschmack. Sie hat sich immer eine Tochter gewünscht und freut sich, mich zu verwöhnen. Ich werde sie nicht bremsen. Ich mag sie. Wir haben uns auf Anhieb verstanden.«

»Das klingt alles zu perfekt, Gesi«, sagte Sandra kopfschüttelnd.

»Ich hätte mir denken können, dass du so reagierst, Sandra. Nach deinem Urlaub laden Piet und ich dich ein. Dann kannst du Piets Eltern kennenlernen. Vielleicht kannst du mich dann verstehen. Willst du wirklich nicht meine Trauzeugin sein?«

Gesine warf Sandra einen flehentlichen Blick zu.

»Okay, ich mache es!«

Gesine fiel ihrer Freundin um den Hals.

»Du bist ein Schatz. Ich wusste es.«

Sie prosteten sich zu.

Sandra gähnte.

»Ich werde morgen doch später fahren, Gesi. Ich finde jetzt bestimmt so schnell keinen Schlaf. Deine Ankündigung war wirklich eine Überraschung. Sei bitte nicht verärgert, weil ich so schroff zu dir war.«

»Mache dir keine Gedanken. Ich kenne dich. Dazu kommt ja noch, dass ich dich aus dem Schlaf gerissen habe. Aber ich musste es dir einfach erzählen, Sandra. Ich konnte nicht warten bis morgen früh. Meiner besten Freundin wollte ich es nicht am Telefon sagen, dass ich einen Verlobungsring trage, oder eine SMS schicken, das ist der Situation nicht angemessen«, lachte Gesi. »Ich ahnte, dass du früh losfahren willst. So sagte ich mir, ich komme schnell vorbei. Zwar ahnte ich, wie du reagieren würdest. Du bist viel weniger emotional als ich. Wenn ich mich freue, dann freue ich mich. Dass ich so natürlich bin und temperamentvoll, das gefällt Piet. Du freust dich nur mit angezogener Handbremse, sage ich mal so. Du bist sehr vorsichtig. Im Grund gibt es kaum etwas, was bei dir große spontane Freude auslöst.«

»Ich bin eben sehr vorsichtig«, sagte Sandra. Sie wollte ihre erste Reaktion abmildern. »Menschen sind verschieden. Vielleicht verbindet uns deshalb Freundschaft, weil wir unterschiedlich sind. Einer stützt so den anderen. Du steckst mich mit deinem ungebremsten Temperament an und ich hole dich auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn du mal wieder die Bodenhaftung verlierst. Habe bitte nicht den Eindruck, dass ich mich nicht für dich freue, Gesi. Für mich ging das alles zu schnell. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass vier Wochen genügen, einen Menschen so gut kennenzulernen, dass Heirat wirklich der richtige Schritt ist. Okay, wie ich darüber denke, ist meine Sache. Ich will dich nicht bremsen. Ich habe dir nur meine Bedenken mitgeteilt. Jedenfalls wünsche ich dir, dass du glücklich wirst.«

»Das werde ich. Piet und ich wollen gleich Kinder. Du wirst Patentante, das ist doch klar?«

»Nun mal langsam, Gesi. Was sagte ich gerade: Immer einen Schritt nach dem anderen!«

»Sicher, aber es ist doch der Wunsch nach inniger Verbundenheit, der zwei Menschen heiraten lässt. Und dahinter steht nun einmal der Wunsch nach Kindern. Wenn eine Frau einen Mann genau betrachtet und sich überlegt, ob sie ihn zum Vater ihrer Kinder macht, dann ist er in der engeren Wahl. So ist es, Sandra. Wenn die Frau diese Entscheidung zu Gunsten des Mannes getroffen hat, dann kommt es nicht darauf an, wie lange sie sich kennen. Es ist nicht so, wie du es dir vorstellst. Das ist keine Entscheidung, die im Kopf entschieden wird, es ist eine Herzensentscheidung.«

Sandra trank einen Schluck Wein. Sie erinnerte sich an den Tag, als Gesine Piet begegnet war. Die Freundinnen saßen damals am Abend zusammen, und Gesine schwärmte endlos vor sich hin.

»Bei dir war es gewiss so, Gesi. Ich erinnere mich, wie du bereits am ersten Tag von ihm geschwärmt hast und dich fragtest, ob seine Söhne auch so gut aussehen würden.«

»Genauso war es, Sandra. Piet sieht nicht nur traumhaft aus und ist der liebste Mensch, den ich kenne, er ist einfach mein Traumprinz.«

Gesine sah Sandra mild lächelnd an. Sie stand auf und setzte sich neben sie.

»Sandra, ich weiß, dass du mich jetzt nicht verstehen kannst. Aber ich hoffe, das wird sich eines Tages ändern. Wenn dir die Liebe begegnet, dann wirst du mich verstehen. Du wirst nicht mehr denken und grübeln, sondern nur noch fühlen. Ach, Sandra, ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du bald deinen Traumprinzen findest. Es ist solch ein unbeschreiblich schönes Gefühl, zu wissen, dass man nicht mehr, niemals mehr, allein sein wird. Es wird immer eine starke Schulter zum Anlehnen geben.«

Sandra grinste.