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Beschreibung

Bei toxikologischen Notfällen ist Eile geboten. Ob Medikamentenüberdosierung, Vergiftung durch Nahrungsmittel oder Verätzung - in vielen Vergiftungsnotfällen geht es um Leben und Tod. Diese 79 spannenden Fälle aus der Praxis helfen, akute Notfallsituationen richtig zu beurteilen und schnell zu handeln. - umfassend: Darstellung der klinischen Vielfalt toxikologischer Notfälle - praxisorientiert: konkrete Fallbeispiele und Anordnung nach Symptomatik - übersichtlich: alle Kapitel enthalten Fallbeschreibung, Ursache, Symptomatik und Therapie - universell einsetzbar: geeignet für Fachärzte und Weiterbildungsassistenten, Notärzte und Rettungsassistenten

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EPUB

Seitenzahl: 441

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Toxikologische Notfälle

79 Fallbeispiele aus der Praxis

Herausgegeben von Frank Martens

Stephen Deke, Hans Grajetzki † , Stephan Hain, Ralf Hammerich, Torsten-Sven Hildebrand, Stoyan Karaivanov, Frank-Rainer Klefisch, Katrin Knoll, Jan-Matthias Kruse, Jan Labitzke, Alessandro Lamberti-Castronuovo, Peter Lange, Ute Martens, Torsten Moeser, Jens Nee, Lutz Nibbe, Ralf Offermann, Dieter Preißler † , Tina Rüssmann, Raimund Senf, Christian Storm

6 Abbildungen

Vorwort

Plötzlich auftretendes, ruhiges oder agitiertes Koma, ventrikuläre Rhythmusstörungen bei jüngeren Menschen, sehr hohe Körpertemperaturen, unerklärliche Blutungen, myokardiales Pumpversagen mit Lungenödem oder erstmalige Krampfanfälle sind nur einige der lebensbedrohlichen Situationen, bei denen immer auch an eine Vergiftung als Ursache gedacht werden muss.

Die 200.000 Anfragen zu Vergiftungen bei den Informationszentralen und die etwa 60.000 im Krankenhaus behandelten Patienten mit einem ICD-Code für Vergiftungen sind die unterste bekannte Anzahl von Vergifteten in Deutschland pro Jahr. Im Notarztdienst kann man je nach Literaturquelle von etwa 5% Vergiftungen als Ursache der notärztlichen Alarmierung ausgehen.

Erwachsene vergiften sich häufig in suizidaler Absicht und verwenden dazu überwiegend Arzneimittel. Kindliche Ingestionsunfälle überwiegen zahlenmäßig bei den Anfragen an die Giftinformationszentralen, wegen ihrer meist geringen Schwere sieht der Notarzt Kinder mit Vergiftungen jedoch nur sehr selten.

Leider sind eindeutige Symptome bei Vergiftungen eine Rarität. Die Wahrnehmung charakteristischer Muster aus zeitgleich bestehenden Symptomen und Befunden kann hingegen helfen, an eine Vergiftung zu denken und sogar häufige Ursachen dieses Syndroms als Arbeitsdiagnose zu benennen. So kann zum Beispiel ein anticholinerges Syndrom nach Atropineinnahme auftreten, aber eben auch durch viele andere Medikamente ausgelöst werden. Das klinische Bild der Vergiftung wird jedoch durch etwaige Grunderkrankungen, die Dosis der ursächlichen Noxe und weiterer eingenommener Wirkstoffe sowie die Latenz zwischen Einnahme und Entdeckung eventuell deutlich verändert, so dass der Notarzt wahrscheinlich nur in sehr eindeutig gelagerten Fällen von jenen „Toxidromen“ eine diagnostische Hilfe erhoffen kann. Dennoch wurde in dieser Fallsammlung der Versuch einer Einteilung in solche Syndrome vorgenommen, um damit die große Bandbreite der Symptomatik darzustellen.

Vital bedrohliche Zustände wie Ateminsuffizienz, schwerer Schock, Rhythmusstörungen oder der Herzstillstand infolge von Vergiftungen unterscheiden sich klinisch nicht von entsprechend schweren Zuständen bei natürlichen Erkrankungen. Demzufolge werden sie notfallmedizinisch in gleicher Weise behandelt. Dennoch sollte auch hier an eine Vergiftung gedacht und ein entsprechendes toxikologisch-analytisches „Screening“ veranlasst werden, weil es in Einzelfällen vielleicht ein Antidot oder eine spezielle Entgiftungsmethode gibt, die das Überwinden dieser lebensbedrohlichen Zustände erleichtert.

Gifte und dadurch ausgelöste Erkrankungen sind seit Jahrtausenden bekannt. Seit der Antike wurden auch Behandlungsmethoden schriftlich überliefert, wie jene des Hippokrates, wonach Krankheitssymptome oberhalb des Zwerchfells durch Erbrechen, jene unterhalb hingegen durch Abführen zu behandeln seien. Während Schwitzen, Aderlass und künstliche Wunden als Empfehlung jener Zeit in der neuzeitlichen Medizin weitgehend verschwanden, blieben die Entgiftungsmethoden lange unverändert. Erst seit einer Konsensuskonferenz 1997 werden diese Maßnahmen wie induziertes Erbrechen, Magen- und Darmspülung deutlich seltener angewendet, ohne dass ein Anstieg der Vergiftungsletalität zu beobachten gewesen wäre.

Gemäß der Erkenntnis des Paracelsus „..all Ding sind Gift... allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist“ ist die Zahl möglicher Gifte riesig groß. Täglich werden neue Chemikalien synthetisiert oder neue Natursubstanzen entdeckt. Diese Fallsammlung erhebt nicht den Anspruch, das Gebiet der klinischen Toxikologie systematisch zu bearbeiten, sondern sie ist entstanden aus der Beschreibung kniffliger, manchmal unerwarteter oder auch kurioser Fälle, die meine Kollegen oder ich im Notarztdienst oder auf der Intensivstation zu betreuen hatten.

Fast alle dieser Patienten unternahmen absichtlich oder unwissend einen Selbstversuch durch Einnahme von Giftstoffen. Da kontrollierte Untersuchungen in diesem Gebiet weitgehend fehlen, stellt die Beobachtung und Darstellung der Symptomatik, der medizinischen Maßnahmen und des Behandlungsergebnisses in Form der hier vorgelegten Fallbeschreibungen eine Möglichkeit dar, das Wissen um Vergiftungen zu erweitern. Patienten mit hypnotischem Syndrom und solche mit agitierten Zuständen machen fast die Hälfte aller hier beschriebenen Fälle aus. Bei beiden Bewusstseinszuständen ist eine Anamnese oder gar ein aufklärendes Gespräch mit dem Patienten unmöglich. In genau dieser Situation ist der Spürsinn des Notarztes ausschlaggebend, die Ursache der jeweiligen Zustände nahezu zeitgleich mit der Einleitung lebenserhaltender Maßnahmen zu ermitteln.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern auch vergnügliche Stunden, die toxikologischen Notfälle als toxikologisches Rätsel zu lösen!

Berlin, im Januar 2015

Frank Martens

Abkürzungen

4-DMAP 

4-Dimethylaminophenol

ACE 

Angiotensin converting Enzyme

ADH 

Alkoholdehydrogenase

ADHS 

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom

ARDS 

Atemnot-Syndrom des Erwachsenen

ASS 

Azetylsalizylsäure

ATP 

Adenosintriphosphat

BfArM 

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

BfR 

Bundesinstitut für Risikobewertung

CPAP 

kontinuierliche Überdruckbeatmung

CPR 

kardiopulmonale Reanimation

CRP 

C-reaktives Protein

CYP 

Zytochrom P450

DALT 

N,N-Diallyltryptamin

DMPS 

2,3-Dimercaptopropan-1-sulfonsäure

DNP 

2,4-Dinitrophenol

FDA 

Food and Drug Administration

GABA 

γ-Aminobuttersäure

GBL 

γ-Butyrolakton

GCS 

Glasgow Coma Scale

GHB 

γ-Hydroxybuttersäure

Hb-CO 

Carboxyhämoglobin

HBO 

hyperbare Oxygenierung

INH 

Isoniazid

INR 

International normalized Ratio

LSD 

Lysergsäurediethylamid

MAK 

maximale Arbeitsplatzkonzentration

MAO 

Monoaminoxidase

MDC 

Hauptdiagnosegruppen im Diagnosis related Groups-Abrechnungssystem in der Medizin

MDMA 

3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin (Ecstasy)

MDVP 

Methylendioxypyrovaleron

NAD 

Nikotinamidadenindinukleotid

NADP 

Nikotinamidadenindinukleotidphosphat

NAPQI 

N-azetyl-p-benzochinon-imin

NAW 

Notarztwagen

NEF 

Notarzteinsatzfahrzeug

NMDA 

N-methyl-D-aspartat

ÖGD 

Ösophago-Gastro-Duodenoskopie

PCP 

Phenylcyclohexylpiperidin

PEEP 

positiver endexspiratorischer Druck

PG 

Prostaglandin

PiCCO 

Pulskontur-Herzzeitvolumen

PPSB 

Prothrombinkonzentrat

PTT 

partielle Thromboplastinzeit

RIVA 

Ramus interventricularis anterior

SNRI 

Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

SSRI 

selektiver Serotonin-Wiederhaufnahmehemmer

TCA 

trizyklische Antidepressiva

THC 

Tetrahydrocannabinol (Haschisch)

TPZ 

Thromboplastinzeit

ZNS 

zentrales Nervensystem

ZVD 

zentraler Venendruck

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Abkürzungen

Teil I Übersichten

1 Der Vergiftungsunfall

1.1 Notfallsituation

1.2 Art der Giftzufuhr

1.2.1 Giftzufuhr über den Magen-Darm-Kanal

1.2.2 Giftzufuhr über die Haut

1.2.3 Giftzufuhr über die Atmung

1.3 Diagnose der Vergiftung

1.4 Therapie

1.4.1 Basismaßnahmen

1.4.2 Dekontamination

1.4.3 Induziertes Erbrechen

1.4.4 Magenspülung

1.4.5 Aktivkohle

1.4.6 Antidote

1.5 Vergiftungen mit besonderen Maßnahmen am Notfallort

1.5.1 Trizyklische Antidepressiva (TCA)

1.5.2 Organophosphate

1.5.3 Reizgase

1.5.4 Rauchinhalation

1.5.5 Psychostimulantien

1.5.6 Hypnotika, Sedativa, Psychopharmaka

1.6 Literatur

2 Gefährliche Lösemittel – Porträt eines Antidots

2.1 Vorbemerkungen

2.2 Mechanismus

2.3 Das Antidot Fomepizol

2.3.1 Wirkungsmechanismus

2.3.2 Anwendungen

2.3.3 Aufnahme

2.3.4 Verteilung

2.3.5 Elimination

2.4 Nebenwirkungen und Toxizität

2.5 Dosierung

2.6 Dosierung bei Dialyse

2.7 Handelsware

2.8 Zusammenfassung

2.9 Literatur

3 Kampfstoffe – eine Übersicht

3.1 Vorbemerkungen

3.2 Arten von Kampfstoffen

3.2.1 Haut- und Schleimhautgifte

3.2.2 Zellschädigende Stoffe

3.2.3 Augen- und Tränenreizstoffe

3.2.4 Lungenreizstoffe

3.2.5 Nervenkampfstoffe

3.2.6 Psychokampfstoffe

3.2.7 Biologische Gifte

3.3 Diagnostik

3.4 Therapiemaßnahmen

4 Kriechende Gefahr

4.1 Vorbemerkungen

4.2 Fälle

4.2.1 Fall 1

4.2.2 Fall 2

4.3 Ursachen

4.4 Symptome

4.5 Therapie

4.6 Literatur

5 Wohin? Indikation zur Intensivtherapie nach Intoxikation

5.1 Fälle

5.1.1 Fall 1

5.1.2 Fall 2

5.1.3 Fall 3

5.1.4 Fall 4

5.1.5 Fall 5

5.2 Problematik

5.3 Kriterien zur Intensivtherapie

5.4 Entscheidungen

5.5 Literatur

6 Mithridatikum oder die neue Milch der Toxikologie

6.1 Vorbemerkungen

6.2 Fälle

6.2.1 Fall 1

6.2.2 Fall 2

6.2.3 Fall 3

6.2.4 Fall 4

6.3 Ursache

6.4 Symptome

6.5 Therapie

6.6 Wirkungsmechanismus

6.7 Nebenwirkungen

6.8 Anwenden oder nicht anwenden?

6.9 Literatur

Teil II Syndrom: agitiert-unruhig

7 Geburtstagsfeier mit Folgen

7.1 Fall

7.2 Ursachen

7.3 Symptome

7.4 Therapie

8 Unerwartete Vergiftungsursache

8.1 Fall

8.2 Ursachen

8.3 Symptome

8.4 Therapie

9 Verwirrte Großmutter

9.1 Fälle

9.1.1 Fall 1

9.1.2 Fall 2

9.1.3 Fall 3

9.2 Ursachen

9.3 Symptome

9.4 Therapie

9.4.1 Unspezifische Maßnahmen

9.4.2 Primäre Entgiftung

9.4.3 Antidottherapie

9.5 Literatur

10 Liebeskummer und der Weidenbaum

10.1 Fälle

10.1.1 Fall 1

10.1.2 Fall 2

10.2 Ursachen

10.3 Symptome

10.4 Therapie

10.5 Literatur

11 Wohlgerüche

11.1 Fälle

11.1.1 Fall 1

11.1.2 Fall 2

11.2 Ursachen

11.3 Symptome

11.4 Therapie

11.5 Literatur

12 Meditation im Park

12.1 Fall

12.2 Ursachen

12.3 Symptome

12.4 Therapie

12.5 Literatur

13 Schwerer Verkehrsunfall

13.1 Fall

13.2 Ursachen

13.3 Symptome

13.4 Therapie

13.5 Literatur

14 Muskelzuckungen mit Verwirrung

14.1 Fall

14.2 Ursachen

14.3 Symptome

14.4 Therapie

14.5 Literatur

15 Kumulation macht Krämpfe

15.1 Fall

15.2 Ursachen

15.3 Symptome

15.4 Therapie

15.5 Literatur

16 Volles Risiko

16.1 Fälle

16.1.1 Fall 1

16.1.2 Fall 2

16.1.3 Fall 3

16.2 Ursachen

16.2.1 Welche Substanzen werden gefunden?

16.3 Symptome

16.4 Therapie

16.5 Literatur

17 Beim Zahnarzt

17.1 Fälle

17.1.1 Fall 1

17.1.2 Fall 2

17.2 Ursachen

17.3 Symptome

17.4 Therapie

17.5 Literatur

18 …ist ja auch Alkohol

18.1 Fall

18.2 Ursachen

18.3 Symptome

18.4 Therapie

18.5 Literatur

19 Klapperndes Geschirr

19.1 Fall

19.2 Ursachen

19.3 Symptome

19.4 Therapie

Teil III Syndrom: anticholinerg

20 Jähes Ende einer Party

20.1 Fall

20.2 Ursachen

20.3 Symptome

20.4 Therapie

21 Tea Time

21.1 Fälle

21.1.1 Fall 1

21.1.2 Fall 2

21.2 Ursachen

21.3 Symptome

21.4 Therapie

21.4.1 Antidottherapie

21.4.2 Primäre Entgiftung

21.5 Literatur

22 Mitfahrgelegenheit

22.1 Fälle

22.1.1 Fall 1

22.1.2 Fall 2

22.2 Ursachen

22.3 Symptome

22.4 Therapie

22.5 Literatur

23 Nachmittagskaffee verpatzt

23.1 Fall

23.2 Ursachen

23.3 Symptome

23.4 Therapie

23.5 Literatur

24 Lebensmüde Bäckerin

24.1 Fall

24.2 Ursachen

24.3 Symptome

24.4 Therapie

24.5 Literatur

Teil IV Syndrom: cholinerg

25 Bewusstlosigkeit mit Knoblauchgeruch

25.1 Fall

25.2 Ursachen

25.3 Symptome

25.4 Therapie

26 Notarzt in Not

26.1 Fall

26.2 Ursachen

26.3 Symptome

26.4 Therapie

26.5 Literatur

27 Das Familienessen

27.1 Fall

27.2 Ursachen und Wirkungsmechanismus

27.3 Symptome

27.4 Diagnostik und Therapie

28 Bauchschmerzen und Durchfall

28.1 Fall

28.2 Ursachen

28.3 Symptome

28.4 Therapie

28.4.1 Primäre Entgiftung

28.4.2 Sekundäre Entgiftung

28.4.3 Antidottherapie

28.5 Literatur

Teil V Syndrom: hypertherm

29 Heiße Entwicklungen

29.1 Fälle

29.1.1 Fall 1

29.1.2 Fall 2

29.2 Symptome

29.3 Ursachen, Mechanismen, Symptomatik und Therapie der Hyperthermie

29.3.1 Kühltherapie

29.4 Literatur

Teil VI Syndrom: hypnotisch

30 Bewusstloser Heimwerker

30.1 Fall

30.2 Ursachen

30.3 Symptome

30.4 Therapie

31 Diabetes – oder doch nicht?

31.1 Fall

31.2 Ursachen

31.3 Symptome

31.4 Therapie

32 Die Mutprobe

32.1 Fall

32.2 Ursachen

32.3 Wirkungen

32.4 Symptome

32.5 Therapie

32.6 Literatur

33 Glückstropfen

33.1 Fall

33.2 Ursachen

33.3 Symptome

33.4 Therapie

33.5 Literatur

34 Heimtückisches Mittel

34.1 Fälle

34.1.1 Fall 1

34.1.2 Fall 2

34.1.3 Fall 3

34.2 Ursachen

34.3 Symptome

34.4 Therapie

34.4.1 Primäre Entgiftung

34.4.2 Sekundäre Entgiftung

34.4.3 Antidottherapie

34.5 Literatur

35 Lebensmüde

35.1 Fälle

35.1.1 Fall 1

35.1.2 Fall 2

35.2 Ursachen

35.3 Symptome

35.4 Therapie

35.5 Literatur

36 Schnupfen mit Bewusstlosigkeit

36.1 Fall

36.2 Ursachen

36.3 Symptome

36.4 Therapiemaßnahmen

36.5 Literatur

37 Dumm gelaufen

37.1 Fall

37.2 Ursachen

37.3 Symptome

37.4 Therapie

37.5 Literatur

38 Transport mit Komplikationen

38.1 Fälle

38.1.1 Fall 1

38.1.2 Fall 2

38.1.3 Fall 3

38.2 Ursachen

38.3 Symptome

38.4 Therapie

38.5 Literatur

39 Wirkungsvoller Drink

39.1 Fall

39.2 Ursachen

39.3 Symptome

39.4 Therapie

39.5 Literatur

40 Süßer Schnaps

40.1 Fall

40.2 Ursachen

40.3 Symptome

40.4 Therapie

40.5 Falldiskussion

40.6 Literatur

41 Das Vollbad

41.1 Fall

41.2 Ursachen

41.3 Symptome

41.4 Therapie

41.5 Literatur

42 U-Turn – Dramatische Wende

42.1 Fall

42.2 Ursachen

42.3 Symptome

42.4 Therapie

43 Bahnhofsleben

43.1 Fälle

43.1.1 Fall 1

43.1.2 Fall 2

43.1.3 Fall 3

43.2 Ursachen

43.3 Symptome und Therapie

43.4 Literatur

44 Eiszeit

44.1 Fälle

44.1.1 Fall 1

44.1.2 Fall 2

44.2 Ursachen

44.3 Symptome

44.4 Therapie

44.5 Literatur

45 Tiefschlaf

45.1 Fall

45.2 Ursachen

45.3 Symptome

45.4 Therapie

45.5 Literatur

46 Wochenenddepression

46.1 Fälle

46.1.1 Fall 1

46.1.2 Fall 2

46.2 Ursachen

46.3 Symptome

46.3.1 Carbamazepin

46.3.2 Citalopram

46.3.3 Amitriptylin

46.4 Therapie

46.5 Literatur

47 Bunte Pillen

47.1 Fälle

47.1.1 Fall 1

47.1.2 Fall 2

47.2 Ursachen

47.2.1 Lithium

47.2.2 Trimipramin

47.2.3 Venlafaxin, Duloxetin und Mirtazapin

47.2.4 Quetiapin

47.2.5 Promethazin

47.2.6 Ibuprofen

47.3 Therapie

47.4 Literatur

48 …stärker als Wodka

48.1 Fälle

48.1.1 Fall 1

48.1.2 Fall 2

48.2 Ursachen

48.3 Symptome

48.4 Therapie

48.5 Literatur

49 Unersättlich…

49.1 Fälle

49.1.1 Fall 1

49.1.2 Fall 2

49.2 Ursachen

49.3 Symptome

49.4 Therapie

49.5 Literatur

Teil VII Syndrom: hypoxisch

50 Taschentuch als Atemschutz

50.1 Fall

50.2 Ursachen

50.3 Symptome

50.4 Therapie

51 Depressive Apothekerin

51.1 Fall

51.2 Ursachen

51.3 Symptome

51.4 Therapie

Teil VIII Syndrom: Schockzustand

52 Die Reiseapotheke

52.1 Fall

52.2 Ursachen

52.3 Symptome

52.4 Therapie

52.5 Literatur

53 Bewusstloses Brandopfer

53.1 Fall

53.2 Ursachen

53.3 Symptome

53.4 Therapie

53.5 Literatur

54 Leitsymptom – Niedriger Blutdruck

54.1 Fall

54.2 Ursachen

54.3 Symptome

54.4 Therapie

55 Das Wuchsmittel

55.1 Fall

55.2 Ursachen

55.3 Symptome

55.4 Therapie

55.5 Literatur

56 Intoxikation mit schwerem Schock

56.1 Fall

56.2 Ursachen

56.3 Symptome

56.4 Therapie

56.4.1 Dekontamination

56.4.2 Allgemeine Behandlung

57 Fauliger Fisch an Knoblauch

57.1 Fälle

57.1.1 Fall 1

57.1.2 Fall 2

57.1.3 Fall 3

57.2 Ursachen

57.3 Wirkungsmechanismus

57.4 Symptome

57.5 Dekontamination

57.6 Therapie

57.7 Literatur

58 Maximale Entspannung

58.1 Fall

58.2 Ursachen

58.3 Symptome

58.4 Therapie

58.4.1 Allgemeine Behandlung

58.4.2 Dekontamination

58.4.3 Kalziumgaben

58.5 Literatur

59 Sonntagsessen

59.1 Fall

59.2 Ursachen

59.3 Symptome

59.4 Therapie

59.5 Literatur

60 SMS ohne Antwort

60.1 Fall

60.2 Ursachen

60.3 Symptome

60.3.1 Verapamil

60.3.2 Flupirtin

60.4 Therapie

60.5 Literatur

61 Trauma unbekannter Genese

61.1 Fall

61.2 Ursachen

61.3 Symptome

61.4 Therapie

62 Bodybuilding

62.1 Fall

62.2 Ursachen

62.3 Symptome

62.4 Therapie

63 Hypertensive Krise mit Krampfanfall

63.1 Fälle

63.1.1 Fall 1

63.1.2 Fall 2

63.2 Ursachen

63.3 Symptome

63.4 Therapie

63.5 Literatur

Teil IX Syndrom: zyanotisch

64 Der Porzellanmaler

64.1 Fall

64.2 Ursachen

64.3 Symptome

64.4 Therapie

65 Heiße Luft

65.1 Fall

65.2 Ursachen

65.3 Symptome

65.4 Therapie

65.5 Literatur

66 Rätselhafter Magensaft

66.1 Fall

66.2 Ursachen

66.3 Symptome

66.4 Therapie

66.5 Literatur

67 Merkwürdige Trunkenheit

67.1 Fall

67.2 Ursachen

67.3 Symptome

67.4 Therapie

67.5 Literatur

68 Geräuchert

68.1 Fall

68.2 Ursachen

68.3 Symptome

68.4 Therapie

68.5 Literatur

Teil X Variable Syndrome

69 Steinstaub

69.1 Fall

69.2 Bewertung des Einsatzes

69.3 Risikobewertung

69.4 Therapie

69.5 Literatur

70 Rückkehr von einer Sommerreise

70.1 Fall

70.2 Ursachen und Wirkungsmechanismus

70.3 Symptome

70.4 Therapie

71 Asthmaanfall bei Grippe?

71.1 Fall

71.2 Ursachen

71.3 Symptome

71.4 Therapie

71.5 Literatur

72 Schwangerschaftskomplikationen?

72.1 Fall

72.2 Ursachen

72.3 Symptome

72.4 Therapie

72.5 Literatur

73 Schmerzhafte Wochenendbeschäftigung

73.1 Fall

73.2 Ursachen

73.3 Symptome

73.4 Therapie

73.4.1 Erste Hilfe

73.4.2 Weitergehende Maßnahmen

73.5 Literatur

74 Allergie oder Vergiftung

74.1 Fälle

74.1.1 Fall 1

74.1.2 Fall 2

74.1.3 Fall 3

74.2 Ursachen

74.3  Symptome

74.4 Therapie

74.5 Literatur

75 Durst mit Folgen

75.1 Fälle

75.1.1 Fall 1

75.1.2 Fall 2

75.1.3 Fall 3

75.2 Ursachen

75.3 Symptome

75.4 Therapie

75.5 Literatur

76 Überraschende Urlaubsandenken

76.1 Der Fall

76.2 Ursachen

76.3 Symptome

76.4 Therapie

76.5 Literatur

77 Gefährliche Gartenarbeit

77.1 Fälle

77.1.1 Fall 1

77.1.2 Fall 2

77.2 Ursachen

77.3 Symptome

77.4 Therapie

77.5 Literatur

78 Pflanzliche Nasentropfen

78.1 Fall

78.2 Ursachen

78.3 Symptome

78.4 Therapie

78.5 Literatur

79 Die Fischsuppe

79.1 Fälle

79.1.1 Fall 1

79.1.2 Fall 2

79.1.3 Fall 3

79.2 Ursachen

79.3 Symptome

79.4 Therapie

79.5 Literatur

Anschriften

Sachverzeichnis

Impressum

Teil I Übersichten

1  Der Vergiftungsunfall

2  Gefährliche Lösemittel – Porträt eines Antidots

3  Kampfstoffe – eine Übersicht

4  Kriechende Gefahr

5  Wohin? Indikation zur Intensivtherapie nach Intoxikation

6  Mithridatikum oder die neue Milch der Toxikologie

1 Der Vergiftungsunfall

F. Martens

1.1 Notfallsituation

In 5–10% seiner Einsätze muss sich ein Notarzt mit Vergiftungen auseinandersetzen. Überwiegend handelt es sich um Erwachsene, die einen Suizidversuch unternehmen und dazu sedierende Medikamente, oft in Kombination mit Ethanol, oral aufnehmen. Andere Pharmaka, Drogen und chemische Erzeugnisse gehören zu den selteneren Vergiftungsursachen. Nach einer raschen Basisuntersuchung der vitalen Funktionen und etwaigen Erstmaßnahmen erfolgt die sorgfältige Inspektion der Einsatzstelle, eine gründliche Anamnese bzw. Fremdanamnese vor Ort, die körperliche Untersuchung des (entkleideten) Patienten und die Sicherstellung verdächtiger Substanzen (Asservate). Die Therapiemaßnahmen sind an der tatsächlichen bzw. erwarteten Schwere der Vergiftung auszurichten. In der Mehrzahl der Fälle werden die Sicherung der Vitalfunktionen, ggf. durch Intubation, Beatmung sowie durch Gabe von Volumen und/oder kreislaufwirksamen Katecholaminen ausreichend sein.

Merke

Nur bei wenigen Giftursachen stehen Antidote zur Verfügung. Deren Gabe ist z.T. mit erheblichen Nebenwirkungen behaftet, so dass sie nur bei entsprechend schweren Vergiftungen und bei hinreichender Sicherheit der Diagnose gegeben werden sollten.

Da die Mehrzahl der Patienten die Giftstoffe schlucken, sind Überlegungen zur primären Giftentfernung aus dem Magen anzustellen. Die Indikation für induziertes Erbrechen oder Magenspülung hat zu Gunsten der Gabe von Medizinalkohle einen Wandel erfahren, der auch in der präklinischen Notfallmedizin umgesetzt werden sollte.

1.2 Art der Giftzufuhr

1.2.1 Giftzufuhr über den Magen-Darm-Kanal

Die Mehrzahl aller Vergifteten schluckt die jeweiligen Giftstoffe. Damit stellt sich die Frage, ob die Entleerung des Magens die Schwere der Vergiftung verringert, oder ob die erforderlichen Maßnahmen den Patienten eher zusätzlich gefährden. Je länger die Gifteinnahme zurückliegt, umso weniger Giftstoff lässt sich aus dem Magen entfernen . Entsprechende Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Nutzen der Magenentleerung später als eine Stunde nach Ingestion nicht mehr nachweisbar ist (, , , ). Berücksichtigt man die besonderen präklinischen Bedingungen an der Einsatzstelle (Räumlichkeit, Qualifikation des Personals) wird die Indikation zum induzierten Erbrechen oder zur Magenspülung vor Ort nur noch außerordentlich selten zu stellen sein. Die Gabe großer Dosen von Aktivkohle sollte hingegen bereits an der Einsatzstelle erfolgen, um einer weiteren Giftresorption vorzubeugen (, ).

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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