Tradition trifft Trend in Oberstaufen - Bernhard Wucherer - E-Book
Beschreibung

Maibaum, Jodeln, Tracht - das gibt es an vielen Orten im Allgäu. Der Fasnatziestag hingegen wird nur in Oberstaufen gefeiert. Diesem Brauch und anderen geht Bernhard Wucherer auf die Spur und entführt die Leser an seine Lieblingsplätze in Oberstaufen und Umgebung. Da dürfen natürlich weder der besinnliche Pestfriedhof in Weißach noch die Buchenegger Wasserfälle fehlen. Doch auch viel Neues gibt es im einzigen offiziell anerkannten Schroth-Heilbad zu entdecken: etwa einen Kletterpark oder gemütliche Lesecafés.

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Seitenzahl:137

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66 Lieblingsplätze

und 11 Volksbräuche

Bernhard Wucherer

Tradition trifft Trend in

Oberstaufen

Erfrischend verwurzelt, erstaunlich neu

Impressum

Alle Bilder stammen von Jürgen Waffenschmidt.

Inhalte der Großkapitelbilder:

1 Hochgrat im tiefen Schnee

2 Erlebnisbad Aquaria

3 Kapelle in Hagspiel

4 Blaues Haus

5 Kunstaufnahme eines Waldes bei Oberstaufen

6 Biobauer Herz in seiner Käserei

7 Beim Viehscheid auf der Klammalpe

8 Alpsee im Herbst

Autor und Verlag haben alle Informationen geprüft. Gleichwohl wissen wir, dass sich Gegebenheiten im Verlauf der Zeit ändern, daher erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Sollten Sie Feedback haben, bitte schreiben Sie uns! Über Ihre Rückmeldung zum Buch freuen sich Autor und Verlag: lieblingsplaetze@gmeiner-verlag.de

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Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch

Telefon075 75/20 95-0

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Alle Rechte vorbehalten

Lektorat:Claudia Reinert

Satz:Julia Franze

Umschlaggestaltung:U.O.R.G., Lutz Eberle, Stuttgart

unter Verwendung eines Fotos von Jürgen Waffenschmidt

Bildbearbeitung: Alexander Somogyi

Kartendesign / E-Book:Mirjam Hecht

ISBN 978-3-8392-4258-2

Inhalt

Impressum

Berge

1  Der Herrgottsbeton gab dem Naturpark seinen Namen

2  Dem Himmel ein ganzes Stück näher

3  Berghütte mit Tradition und Komfort

4  Seltsam anmutende Kunstwerke inmitten der Natur

5  Deutschlands modernste AchterGondelbahn heizt richtig ein

6  Hightech führt in luftige Höhen

7  Ein düsterer Zufluchtsort aus vergangenen Zeiten

8  Viele Wege führen nach Rom

9  Auf 1.286 Metern gedeihen Heilkräuter besonders gut

10  Gaudí im Bärenloch

11  Glauben Sie mir: Jazz und Käs’ ist hier nicht alles!

12  »So ein Käse!«, sagt man hier nicht, man macht ihn selbst

13  Hier hat nicht der Teufel den Schnaps gemacht

14  Schatten und Sonne

15  Wie Tarzan in luftigen Höhen

16  Stressfrei einlochen mit Panoramablick

Auf gut Bayerisch: G’sund samma – radln damma!

Ab ins Kühle Nass

17  Ein im Team selbstgebautes Floß gibt Selbstvertrauen

18  Am Tag der Eröffnung war Neptun persönlich hier

19  Südliches Flair inmitten der Allgäuer Voralpen

20  Ballspielen erlaubt

21  Einst imposanter Lebensretter in schlimmer Zeit

22  Ein Schmugglersee auf der Grenze

23  Gumpenjucken: Nervenkitzel pur – auch für Zuschauer

Orte der Ruhe und Besinnung

24  Trotz Lawinenabgang blieb die Kapelle ›pfennigganz‹

25  Ein Schatzhaus mittelalterlicher Kunst

26  Ein Hufeisen zum Dank für eine gesunde Rückkehr

27  Memento mori – bedenke, dass du sterblich bist

28  Auf den Spuren spannender Urlaubslektüre

29  Nicht nur als Schlechtwetterprogramm gut

30  Fast ein bisschen wie das News Café in Miami Beach

31  Der Papagei pfeift schon mal einer Kundin nach

32  Ein ›Kulturraub‹ verschönert das Ortszentrum

33  Zentral und weitreichend

34  Licht, Luft, Wasser und Erde sind immer in Bewegung

Gesund, schön, fit und saugut drauf!

Essen, Trinken, Tanzen

35  Hier lebt die alte Wirtshaustradition weiter

36  Das einzige Voll-Fachwerkhaus im Ortszentrum

37  Unter Denkmalschutz

38  Ein stolzer Schütz in seinen besten Jahren …

39  Man kann nicht weit über den Tellerrand hinaussehen

40  Wo der Wirt dem Fisch in die Augen sieht

41  Den Goißgässle-Blues hat Erwin selbst komponiert

42  Wo sich die Staufner mit ihren Gästen treffen

43  Hier macht schon mal die Shisha die Runde

44  Viel mehr als nur ein Wirtshaus

45  Auch König Ludwig II. würde sich hier sauwohl fühlen

46  Wo Ihnen nicht nur der Herrgott zuzwinkert

47  Der Blick zum Paradies

48  Wo die Wirtsleute selbst musizieren

49  Ein Traum für Familien mit Kindern

50  Seit 1767 wird unter dem stolzen Giebel Bier gezapft

Kunst, Kultur und Museen

51  Wahre Kunst kennt weder Ort noch Zeit

52  Eine Herbstserenade, so bunt wie die Blätter der Bäume

53  Traditionshandwerk verknüpft mit moderner Musik

54  Hier gibt’s sogar eine echte Goldmedaille zu bestaunen

55  Krummes Holz

56  Ein Kleinod bäuerlicher Handwerkskunst

57  Idylle mitten im Ortszentrum

58  Ein Haus mit bitterem und süßem Beigeschmack

59  Kunst und Kultur zwischen alten Balken

60  Nur einer von 40 Steinen hat die Zeit überdauert

Einheimische präsentieren sich

61  Wo der Paul schon mal den Peter gibt

62  Klänge schallen

63  Holleri du dödl di, diri diri dudl dö …

64  Keine Sorge: Hier bekommen die Gäste keine Watschn

65  Zweihundert geteilt durch vier

66  Die Schleife links heißt: Ich bin noch zu haben

»Du bisch aber au a Rindvieh!«

Volksbräuche

1/11  Nasenlang handeln ist besser als ellenlang arbeiten

2/11  Und soll uns vereinen nach altem Staufner Brauch

3/11  die Hexe verbrennen

4/11  Symbol für Fruchtbarkeit

5/11  Die Pracht des Umzugs vereint Einheimische und Gäste

6/11  Scheidung auf Alpenländisch

7/11  Oh Herr, segne, was du uns bescheret hast

8/11  feierlich geweiht

9/11  Tanzen, Essen, Trinken und Beten beißen sich hier nicht

10/10  Vermummte Gestalten werden Dämonen gleich

11/11  Ehrensache: Unsere Radhauben sind alle selbstgemacht

Karte

Lieblingsplätze im Gmeiner-Verlag

Belletristik im Gmeiner-Verlag

Berge

1  Der Herrgottsbeton gab dem Naturpark seinen Namen

Naturpark Nagelfluhkette

Es ist schon imposant, was die 14 beteiligten Gemeinden zweier Länder den natur- und kulturinteressierten Gästen bieten: den einzigen Naturpark im bayerischen Süden, der sich sogar ›international‹ nennen darf. Dieser gewaltige Naturpark zieht sich vom allgäuerischen Oberstaufen aus direkt durch die Vorarlberger Orte Sulzberg, Riefensberg, Krumbach, Hittisau, Sibratsgfäll, Doren, Langenegg und Lingenau weiter ins Allgäu nach Balderschwang, Obermaiselstein, Bolsterlang, Blaichach, Immenstadt nach Oberstaufen zurück. Allein die stattlichen Ausmaße sprechen für sich: Das Allgäu stellt mit 246,7 Quadratkilometern 61,5 Prozent, also den Großteil der Naturpark-Fläche. Davon hat Oberstaufen mit stolzen 87,7 Quadratkilometern den größten Anteil, was den Gästen in vielerlei Hinsicht zugute kommt.

Bevor ich Ihnen kurz vorstelle, was Ihnen Deutschlands südlichster Naturpark bietet, sage ich Ihnen erst einmal, woher er und die Nagelfluhkette ihre Namen haben: Nagelfluh bezeichnet klassisches Sedimentgestein, das aus mindestens 50 Prozent gerundeten Komponenten wie Kies oder Geröll besteht. Der gerade im Allgäu besonders signifikant vorkommende Nagelfluh, auch Herrgottsbeton genannt, ist so ein Felsgestein, das von der Natur über Jahrmillionen hinweg ›zusammenbetoniert‹ wurde und teils bizarre Felslandschaften hervorbrachte, deren Erwanderung ein ganz besonderes Erlebnis ist. Sie können aber nicht nur eine der vielen leichten oder schweren Touren entlang der Nagelfluhkette mit ihrem Hauptberg Hochgrat auswählen, sondern sich auch entlang dieser Routen vortrefflich mit Land und Leuten, deren Kultur, Leben und Arbeiten beschäftigen. Hier lernen Sie auf eine authentische Art das teils harte Leben der Bevölkerung, deren Arbeit, Kultur und Brauchtum kennen.

Tipp:Im 15 Kilometer entfernten Bühl am Alpsee liegt das Alpseehaus, in dem die wohl imposanteste Naturpark-Ausstellung des Alpenraums untergebracht ist.

Naturpark Nagelfluh e. V. /// Seestraße 10 ///

87509 Immenstadt-Bühl /// 0 83 23 / 9 98 87 50 ///

www.nagelfluhkette.info ///

2  Dem Himmel ein ganzes Stück näher

Hochgratbahn – Steibis

Mit 1.832 Metern ist der Hochgrat der höchste Berg im westlichen Allgäu und gleichzeitig auch die markanteste Erhebung der Nagelfluhkette. Kein Wunder also, dass man vom Gipfel aus bis zum Bodensee, in den Bregenzerwald, in die Schweizer Berge, nach Oberschwaben und in eine beeindruckende Bergwelt hineinsehen kann. Allerdings hat der Herrgott vor den Erfolg den Schweiß gesetzt. Das heißt, dass Sie – nachdem Sie in einer der Vierergondeln gemütlich bis zur Bergstation gebracht worden sind – noch etwa 30 Minuten den Gipfelweg nach oben laufen müssen, um unter dem Gipfelkreuz dem Himmel ganz nah sein zu können. Aber glauben Sie mir: Es lohnt sich! Nach Ihrem Ausstieg in 1.706 Metern Höhe haben Sie bereits nahezu 1.000 Höhenmeter von der Talstation hinter sich gebracht. Lassen Sie uns also erst einmal hier verweilen und auf der Sonnenterrasse des modernen Bergrestaurants eine Liege mit Wolldecke besorgen und eine Tasse Kaffee mit Kuchen genießen. Dabei freuen wir uns am atemberaubenden Rundblick, an besonders schönen Tagen sogar bis zum Bodensee.

Im Sommer bieten sich von hier aus sechs Wanderungen auf ausgeschilderten Wegen an: Der Panorama-Rundwanderweg über die Gütlesalpe. Zur Alpe Obergelchenwang und zurück zur Bergstation. Abstieg vom Gipfel über die Brunnauscharte. Vom Rindalphorn zur Talstation. Der Talweg von der Berg- zur Talstation. Und der westliche Abstieg über den Einegundkopf und die Falkenhütte. Dazu kommt für geübte und trittsichere Alpinisten noch die beliebte Nagelfluh-Gratwanderung, das ist die Überquerung der kompletten Nagelfluhkette mit etwa sieben Stunden Gehzeit.

Im Winter ist die Hochgratbahn-Bergstation für geübte Skifahrer Ausgangspunkt dreier farblich markierter Skiabfahrten mit etwa fünf bis sechs Kilometern Länge: Eibele-Abfahrt, Waldkar-Abfahrt und Waldkar-Abfahrt mit Variante über den Ahornhang.

Tipp:Einige Male im Jahr können Sie Sonnenuntergangsfahrten erleben – die Gondelbahn bringt sie dabei ab 18 Uhr zur Bergstation und bis 22 Uhr wieder zurück.

Hochgratbahn /// Talstation /// 87534 Oberstaufen-Steibis ///

0 83 86 / 82 22 /// www.hochgrat-winter.de ///

3  Berghütte mit Tradition und Komfort

Staufner Haus auf dem Hochgrat

Wenn Sie gern wandern, den Hochgrat mit festem Schuhwerk und passender Ausrüstung per pedes bezwingen möchten – dann wird es jetzt interessant für Sie. Denjenigen, die es bevorzugen, die knapp 1.000 Höhenmeter bis fast zum Gipfel bequem mit der Hochgratbahn zu überwinden, habe ich vorher einen anderen Lieblingsplatz vorgestellt. Hier skizziere ich kurz ein paar Wege-Varianten, die uns nicht ganz zum Gipfel bringen, sondern nur bis zum Staufner Haus, einer etwas unterhalb der Bergstation liegenden Hütte mit fast hundertjähriger Tradition.

Von Steibis aus (861 Meter) brauchen wir etwa vier Stunden Gehzeit. Von der Lanzenbach-Säge (826 Meter) etwa zwei Stunden. Vom Gunzesrieder Tal über die Scheidwang-Alpe (1.317 Meter) etwa eine bis anderthalb Stunden. Vom Parkplatz der Hochgratbahn über die Untere und Obere Lauchalpe gute zwei Stunden. Sollten wir vom Lecknertal aus über die Mautstraße bei Hittisau / Vorarlberg beginnen, haben wir ungefähr zwei Stunden Gehzeit vor uns. Dann gibt es noch den Fernwanderweg E 5 vom Bodensee zur Adria und den Maximiliansweg von Lindau nach Berchtesgaden, auf dem wir zum Staufner Haus gelangen, von wo aus etliche Wanderungen möglich sind.

Auf 1.634 Metern Seehöhe angekommen, erwartet uns mit dem Staufner Haus eine der schönsten Berghütten des deutschen Alpenvereins, die bestens ausgebaut ist und über eine idyllische Terrasse verfügt. Hier können wir nicht nur Brotzeit machen, sondern auch gute warme Küche genießen. Die Hüttenwirtin wird alles dafür tun, damit wir uns wohlfühlen und mit anderen Wanderern nette Stunden erleben dürfen. Und wenn wir übernachten möchten, ist dies auch kein Problem – wir müssen nur einen Schlafsack mitbringen oder direkt in der Hütte erwerben. Wenn wir dann auch noch Hüttenschuhe eingepackt haben, steht einem geselligen Abend nichts entgegen.

Tipp:Ich lege Ihnen ans Herz, sich in der Oberstaufener Papeterie Mader oder in einem der anderen einschlägigen Geschäfte eine Wanderkarte zu besorgen.

Staufner Haus /// Lanzenbach 5 (auf dem Hochgrat) ///

87534 Oberstaufen-Steibis /// 0 83 86 / 82 55 ///

www.staufner-haus.de ///

4  Seltsam anmutende Kunstwerke inmitten der Natur

Steinmännchen auf dem Seelekopf

Mit der Kabinenbahn geht’s zum 1.834 Meter hohen Hochgratgipfel. Na ja, stimmt nicht ganz, denn der Gipfel liegt etwa 130 Meter höher als die Bergstation der Hochgratbahn. Dies würde einen halbstündigen Aufstieg bedeuten und wäre die falsche Richtung. Heute gehen wir es lockerer an, weil wir nicht nach oben kraxeln, sondern gemütlich zu etwas wandern, das wir besichtigen möchten. Vor uns liegt eine mittelschwere Strecke, die mit gutem Schuhwerk bequem zu bewältigen ist. Zuvor aber sollten wir den grandiosen Blick von der Bergstation aus genießen. Wir haben zwar keine lange Wanderung vor uns, trotzdem das Ziel nicht gleich vor Augen. Denn zuerst geht es über einen Bergkamm zum Seelekopfgipfel. Danach über Gebirgswege an der Seele-Alpe vorbei. Ungefähr 100 Meter unterhalb des Berggipfels erreichen wir unser Ziel.

Anfänglich ist man verwirrt, dann erstaunt und schließlich begeistert, wenn man die merkwürdigen Steingebilde sieht. Da die Steinmännchen oftmals als Wegemarkierung dienen, lassen wir sie sicherheitshalber so, wie sie sind. Anstelle eines Holz- oder Eisenkreuzes finden große Steinmänner oft auch als Gipfelkreuz oder als Gedenkstelle für verunglückte Wanderer Verwendung.

Steinmännchen sind keine Allgäuer Eigenheit, sondern ein weltweites Phänomen. Es scheint seit Urzeiten das Bedürfnis der Menschen zu sein, Steinmännchen zu bauen. In vielen Ländern haben sie sogar etwas Mystisches an sich. Auf dem Seelekopf sind die Wanderer ganz besonders eifrig und zudem kreativ, denn jährlich kommen hier weitere Steingebilde dazu. Ob dies an der Schönheit der Natur und der unendlichen Stille liegt? Testen wir es doch selbst und lassen auch wir uns davon inspirieren, ein kleines Steinmännchen zu bauen, das noch lange an uns erinnern wird, wenn wir längst wieder zu Hause sind und an die erholsamen Tage im Allgäu denken.

Tipp:Da Steinmännchen Leben retten können, dürfen sie nicht verändert werden. Außerdem sollte man neue Steinmännchen nur an ausgewiesenen Plätzen errichten.

Der Seelekopf kann bequem von der Bergstation der Hochgratbahn aus erreicht werden.

5  Deutschlands modernste Achtergondelbahn heizt richtig ein

Hündle Erlebnisbahn – Hinterstaufen

Sie sehen es schon von der B 308 aus: Durch den Bau der neuen Achtergondelbahn ist das Wander- und Skigebiet auf dem Hündle noch attraktiver geworden. Die mit Sitzheizung ausgestatteten Kabinen bringen Sie im Winter in ein kunstschneesicheres Skigebiet: Mit dem Bau soll an frühere Zeiten angeknüpft werden und durch Ski-Weltcuprennen wieder die Skielite der Welt zum Hündle kommen. Im Sommer verwandelt sich das Hündle in ein hervorragend ausgebautes Wandergebiet, wo außerdem die Sommerrodelbahn Garant für abwechslungsreiche Unterhaltung ist.

Der Erlebnis- und Panoramawanderweg ist ein sechs Kilometer langer Rundweg, der etwa drei bis vier Stunden durch die Allgäuer Voralpenlandschaft führt. Dabei lädt ›der schlaue Fuchs‹ die Kinder auf eine spannende Tour ein, die zum Mitmachen motiviert. Zu einer gewissen Berühmtheit hat es die Krokusblüte im Frühjahr gebracht, wenn sich der Hündlegipfel in ein riesiges violettes Meer verwandelt. Auf der Rodelbahn geht es in rasanter Fahrt durch 16 Steilkurven und über zwei Jumps einzeln oder zu zweit ins Tal.

Im Winter gelangt man mit der Gondelbahn zum Ausgangspunkt eines traumhaften Skigebietes, das sich für alle Könnerstufen eignet. Während es die Pistensäue richtig krachen lassen, erlernen die Kleinen im neu angelegten Ski-Kinderland spielerisch die Kunst des Skifahrens. Für diejenigen, die gerne bei Flutlicht Ski fahren und ihren Skispaß komplett machen möchten, dürfte interessant sein, dass die Hündlebahn mit den Thalkirchdorfer Skiliften verbunden ist, wo es eine Flutlichtanlage gibt.

Auf dem Hündle ist für Wanderer auch im Winter viel geboten: Die Wanderwege führen durch eine zauberhaft verschneite Winterlandschaft und bieten für Schneeschuhwanderer noch mehr Möglichkeiten.

Tipp:Einkehrmöglichkeiten gibt’s nicht nur an der Tal- und Bergstation der Hündlebahn, sondern auch auf der im Thalkirchdorfer Skigebiet liegenden Schwandalpe.

Im Frühjahr bedecken Krokusse das Hündlegebiet – erleben kann

man das blaue Meer mit der Hündle Erlebnisbahn ///

An der B 308 /// 87534 Oberstaufen /// 0 83 86 / 27 20 ///

www.huendle.de ///

6  Hightech führt in luftige Höhen

Imbergbahn und Skiarena – Steibis

Lassen Sie sich nicht abschrecken vom knatschblauen Bau der überdimensional wirkenden Imbergbahn-Talstation im ansonsten malerischen Auwinkel. Wenn schon längst auch in der früher unberührten Bergwelt Bauten stehen, die nicht unbedingt in die Natur passen, dient dies doch der Bequemlichkeit derjenigen Gäste, für die Komfort wichtig ist. Jedenfalls ist die Imbergbahn nach modernsten Erkenntnissen errichtet worden, was man ihr auch ansieht. Die Gondeln der Sechsersesselbahn verfügen sogar über beheizbare Sitze. Während anderswo die Hände und Füße vor Kälte zu schmerzen beginnen, ist es hier so warm, dass die Skiläufer nicht schon steif gefroren sind, wenn sie sich die Skier unterschnallen, bevor sie sich ins Skivergnügen stürzen. Während die Freestyler im Funpark auf ihre Kosten kommen, muss ich es dabei belassen, bei einem Glas Jagertee dafür zu sorgen, dass die Wärme so lange anhält, bis ich mit der Bahn wieder nach unten fahre. Da ich einen Arm in der Schlinge trage, bleibt mir nichts anderes übrig. Ich konnte schon froh sein, mit der anderen Hand das wärmende Getränk halten zu können. Und nicht dass Sie denken, ich war beim Nachtrodeln oder im Tiefschnee zu schnell – beim Schneeschippen zu Hause habe ich mir diese Verletzung zugezogen.

Einen Moment lang hatte ich überlegt, mich mit dem Pistentaxi durchs weitläufige Skigebiet in eine der bewirtschafteten Berghütten bringen zu lassen, um mich dort in geselliger Runde mit den Glücklichen, die nicht verletzungsbedingt aufs Skifahren verzichten müssen, beim zünftigen Après-Ski zu treffen, habe dies aber dann doch gelassen. So bleibt mir nichts anderes, als mich auf das Frühjahr zu freuen. Bis dahin ist meine Verletzung verheilt und ich kann dann eines der beliebtesten Wandergebiete Deutschlands genießen. Zahlreiche Touren beginnen direkt an der Bergstation.

Tipp:Gleich bei der Bergstation befindet sich das Imberghaus, eine urgemütliche Einkehrmöglichkeit. Darüber hinaus laden etliche Alphütten zum Verweilen ein.

Imbergbahn und Skiarena Steibis /// In der Au 19 ///

87534 Oberstaufen-Steibis /// 0 83 86 / 81 12 ///

www.imbergbahn.de ///

7  Ein düsterer Zufluchtsort aus vergangenen Zeiten

Schatzloch über Wiedemannsdorf