Traumpein - Elke E. Butzek - E-Book

Traumpein E-Book

Elke E. Butzek

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Beschreibung

Meine schlimmsten Albträume, beherrscht von Furcht einflößenden surrealen Kreaturen in fantastischen Geschichten, wie sie nur in einem bösen Traum entstehen können in 5 Geschichten niedergeschrieben. Werde ich der zimmergroßen Spinne entrinnen können?

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Seitenzahl: 90

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Ähnliche


Elke E. Butzek

Traumpein

Geschichten der Nacht

 

 

 

Dieses eBook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Schattenwelt

Albtraum

Vergänglichkeit

Fressmonster

Der Zauberer

Michel

Schlittenfahrt

Ketten

Vergangenheit

Horrortrip

Erkenne

Lieber Onkel

Verfall

Nacht des Grauens

Gier

Ideale

Nebel

Impressum

Schattenwelt

Die Welt im Dunkel. Es ist Nacht.

Schweißgebadet aus einem Traum erwacht.

Die Stimme sagte es ist Zeit.

Mach dich bereit für die Ewigkeit.

Warum ich? Warum jetzt?

Was muss ich tun, dass du mich wieder verlässt?

Nackte Angst, zitternde Hände.

Geht jetzt alles schon zu Ende?

Die Wände knistern.

Du meinst sie flüstern

Nach dem Lichtschalter tastet deine Hand.

Im Lichtschein siehst du einen Schatten an der Wand.

Wie gelähmt liegst du da und kannst dich nicht rühren.

Die Stimme wollte dich verführen.

Albtraum

Es war ein wunderschöner lauer Frühlingsmorgen an einem Sonntag. Gedankenversunken stand ich auf meinem Balkon. Die    Strahlen der Sonne streichelten wärmend meine Haut und die Luft war von wundervollen Düften erfüllt.

Im Nachbargrundstück stand der Fliederbusch in voller Blüte und auf dem Hausdach gegenüber sang eine Amsel in den wundervollsten Tönen und begrüßte diesen Tag.

Dieses Idyll wurde plötzlich vom Klingeln meines Telefons unterbrochen. Meine Freundin Anke rief mich an und fragte mich, ob ich Lust hatte mit ihr einen Spaziergang zu machen.

„Aber gerne“, antwortete ich „Lass uns Natur genießen und für eine Weile den Alltag vergessen.“

Also holte ich sie gleich nach dem Mittag mit dem Auto ab.

Nach einer Stunde Fahrt ins Blaue, beschlossen wir an einem Feldweg zu parken und von dort aus einen Ausflug in die freie Natur zu unternehmen. Das Umfeld gefiel uns, da wir gerne fernab der üblichen Ausflugs- und Wanderrouten unterwegs waren.

Zuerst liefen wir einen Weg zwischen zwei blühenden Wiesen entlang Richtung Wald.

Natürlich unterhielten wir uns über allerlei Dinge, die für jeden wichtig waren.

Anke erzählte mir von ihrer neuen Arbeitsstelle. Sie hatte so lange gesucht und jetzt endlich etwas gefunden.

Sie erzählte, dass sie sehr viel zu tun hat und jeden Tag total erschöpft nach Hause kommt. Fast täglich musste sie Überstunden machen, um das Arbeitspensum überhaupt abarbeiten zu können.

Es fehlte ihr sehr, Zeit für sich zu haben.

Daher freute sie sich darüber jetzt mit mir gemeinsam diesen Spaziergang in der Natur zu genießen und sich mit mir über ihre Probleme zu unterhalten.

Die Zeit schien wie im Flug zu vergehen und wir hatten den Wald erreicht. Bei der Stille des Waldes hielten wir mit unserer Plapperei inne und lauschten dem Vogelzwitschern.

Ein wohltuender Duft lag in der Luft und wir gingen eine Weile, ohne ein Wort zu reden.

Am Ende des Waldes gabelte sich der Weg. Anke wollte den linken Weg einschlagen und ich hatte nichts dagegen einzuwenden.

Wir waren inzwischen ungefähr eine Stunde gegangen und genossen den Sonnenschein, der die Luft erwärmte und unsere Haut streichelte.

Nach einer weiteren halben Stunde setzten wir uns eine Weile in die Wiese und ruhten uns aus.

Dabei beschlossen wir wieder zurück und zum Auto zu laufen, weil wir den Rückweg ja auch noch zeitlich beachten mussten.

Also kehrten wir um. Wir liefen genau den gleichen Weg zurück, aber es kam keine Weggabelung. Uns erschien das reichlich merkwürdig, aber eine Erklärung dafür hatten wir in diesem Moment nicht.

Nach einer weiteren halben Stunde Fußmarsch sahen wir von Ferne ein Haus, was wie ein Bauernhof aussah.

Es kam uns schon komisch vor, dass da plötzlich ein Bauernhof war, obwohl wir den gleichen Weg zurückgegangen waren.

Aber wir meinten dann, dass wir wahrscheinlich so in unser Gespräch vertieft gewesen waren und es deswegen nicht bemerkt hatten.

Zumindest hätten wir dort nach dem Weg fragen können, weil wir inzwischen das Gefühl hatten uns hoffnungslos verlaufen zu haben.

Der Bauernhof war noch ewig weit weg und es dauerte noch mal gut eine halbe Stunde, bis wir dort angekommen waren.

Unsere Hoffnung nach dem Weg zu fragen, wurde aber gleich wieder gedämpft. Das Haus war total verfallen.

Die Fenster waren mit Brettern zugenagelt und es schien so, dass hier schon seit langer Zeit niemand mehr wohnt.

Die Scheune dagegen erweckte einen ganz anderen Eindruck. Dieser krasse Unterschied weckte in uns Neugier. Wie kann das sein, dass das Wohnhaus halb verfallen ist und die Scheune sieht aus, als wäre sie ganz neu gebaut, fragten wir uns.

Wir wollten einfach nur mal schauen, was in der Scheune ist. Also betraten wir diese.

Im unteren Bereich befanden sich mehrere Holzverschläge mit Türen an denen Vorhängeschlösser waren. Wir schauten uns etwas erstaunt an. Sollte in diesem verfallenen Haus doch jemand wohnen?

Mitten im Vorraum stand eine sehr hohe Leiter. Diese endete an einer Zwischendecke.

Neben den Holzverschlägen lagen fein säuberlich aufgestapelt Holzbriketts. Ich sagte zu Anke, dass ich mir da mal 2 mitnehme, weil mein Freund einen neuen Ofen hat und gerne mal ausprobieren möchte, wie diese Briketts brennen.

Hinter den Holzverschlägen schien die Scheune weiter zu gehen. In dem Moment, als wir diesen Bereich betreten wollten, hörten wir von draußen Schritte.

Etwas in Panik, weil dies doch alles etwas ungewöhnlich war, kletterte ich auf die hohe Leiter. Ich meinte, dass ich dort vielleicht unentdeckt bleiben würde.

Wo Anke abgeblieben war, konnte ich in dem Moment nicht nachvollziehen. Sie war einfach weg und ich glaubte, dass sie sich sicherlich auch irgendwo versteckt hat.

Ich kletterte die Leiter fast ganz nach oben, bis ich den Bereich der Zwischendecke erreicht hatte.

Da hörte ich eine Türe knarren.

Von oben erkannte ich, dass eine, wie mir schien, ältere Frau die Scheune betreten hatte.

Sie trug ein graues Kopftuch, eine dunkelblaue Kittelschürze, schlurfte mit ihren Holzschuhen zum mittleren Holzverschlag, öffnete das Schloss und verschwand darin.

Mir war klar, dass ich auf der Leiter warten musste, bis diese Frau die Scheune wieder verlassen hat.

Die Zeit des Wartens erschien mir endlos und ich meinte, dass sie doch endlich fertig werden und wieder gehen solle, damit ich von der Leiter steigen konnte.

Während der Zeit des Wartens, sah ich mich über mir um und entdeckte ungefähr drei Meter oberhalb meines Kopfes eine recht große Spinne. Nun gerate ich ja beim Anblick von Spinnen schon generell in Panik. Aber ich saß dort fest und musste ausharren.

Mit einem Gefühl zwischen des gleich los Schreiens und die Flucht ergreifen und der totalen Angstlähmung lies ich dieses für mich ekelhafte Tier nicht mehr aus den Augen.

Nach einigen Minuten meinte ich, dass diese Spinne größer geworden ist. Aber ich dachte mir, dass dies wohl an meiner Panik liegt. Da sieht man oft auch Dinge, die im Realen nicht da sind.

Wie gebannt starrte ich auf die Spinne. Dann wurden ihre Beine wieder länger. Sie streckten sich mir immer weiter entgegen und der Abstand zu mir wurde immer kleiner.

Es schien so, als ob sie im Minutentakt wächst. Auch ihr Körper wurde immer größer.

Ich versuchte mir immerzu einzureden, dass ich mir das in meiner Phobie nur einbilde.

Aber das, wovor ich am meisten Angst hatte, kam mir immer näher.

Die Spinne wuchs und wuchs.

Der Abstand ihrer Beine zu meinem Kopf betrug höchstens noch 30 Zentimeter und ihr Körper erschien mir riesig. An den Beinen waren lange dicke schwarze Borsten.

Ich war nicht mehr fähig mich zu bewegen und starrte wie paralysiert auf dieses Monstrum.

Die alte Frau im Holzverschlag hatte ich inzwischen längst vergessen.

Durch ein Geräusch wurde ich aus meiner Angstlähmung geweckt. Die Tür der Scheune war ins Schloss gefallen. Sicher war die alte Frau jetzt endlich gegangen, schoss es mir durch den Kopf.

Ich hatte nur noch einen Gedanken in meinem Kopf. Schnell weg hier!

Total hektisch kletterte ich die Leiter herunter und rannte zur Scheunentür. Aber egal, wie ich mich auch bemühte. Die Tür ging nicht auf. Mein Herz raste, wie wild.

Ich drehte mich um und sah, wie das Spinnenmonster sich langsam die Leiter herunter bewegte, als wolle sie mir vermitteln, ich habe Zeit, du entkommst mir nicht.

Sie bewegte sich ganz langsam, fast wie in Zeitlupe, als wolle sie es spannend machen.

Dabei wäre es für sie ein Leichtes gewesen mich mit ihren acht Beinen in Minutenschnelle zur Strecke zu bringen.

Der einzige vermeintliche Fluchtweg für mich war der Raum hinter den Holzverschlägen. Vielleicht gibt es ja dort noch einen Ausgang, schoss es mir durch den Kopf und ich rannte los.

Es war ein großer Raum mit etlichen Türen. Ich versuchte bei der ersten Tür mein Glück. Sie war verschlossen. Egal welche Tür ich auch öffnen wollte. Alle waren verschlossen.

Inzwischen war ich total hysterisch.

Meine Beine zitterten und ich verfiel in Weinkrämpfe.

Ich war vor panischer Angst nicht mehr Herr über mich selbst.

Da endlich kam ich zu einer Tür, die sich öffnen lies. Ich betrat einen stockdunklen Raum.

Ich sah absolut nichts, nur schwarz, immer den Gedanken im Kopf, dass mich die Spinne verfolgt. Der Raum war eiskalt und es roch derart muffig, dass mir der Atem stockte.

Von totalem Grausen gepackt tastete ich vorsichtig nach der Wand neben der Tür. Die Wand fühlte sich feucht an.

Mit meinen Händen die Wand ertastend lief ich in kleinen Schritten vorwärts.

In solch einer Situation kommt einem ein Meter wie ein Kilometer vor.

Hoffentlich stoße ich nicht auf ein Hindernis, dachte ich.

Nachdem ich einige Schritte zurückgelegt hatte, bemerkte ich hinter mir plötzlich einen Lichtschein und hörte ein Geräusch.

Blitzartig schoss mir durch den Kopf, dass mich nun diese Monsterspinne gefunden hatte und sich mit mir in einem Raum befand.

Kaltes Schaudern überflog mich und ich suchte verzweifelt nach einem Ausweg.

Ich hoffte immerzu mit meinen Händen endlich etwas zu ertasten, was mir eine Flucht ermöglichen würde und flehte innerlich, bitte lass da eine Tür sein.

Mir schoss spontan die Idee durch den Kopf meinen Schuh auszuziehen und die Spinne damit zu erschlagen. Diesen paradoxen Gedanken verwarf ich gleich wieder, weil man eine Spinne, die so groß ist, wie ein Zimmer nicht mit einem Wanderschuh erschlagen kann.

Außerdem hätte ich dann ohne Schuh auf andere Spinnen treten können. Ein für mich absolut abscheulicher Gedanke.

Es blieb mir aber keine Zeit zum nachdenken. Alles wäre für mich denkbar, aber nicht von so einem Ungeheuer eingesponnen und gefressen zu werden. Nein, nicht von einer überdimensionalen Spinne, wo schon eine Kleine dieser Spezies bei mir Panik auslöste.

Nicht so ein Ende, dachte ich und ging in kleinen Schritten weiter, bis ich endlich eine Veränderung in der Wand spürte. Es fühlte sich wie ein Holzrahmen an.

Irgendwie spürte ich, dass mir die Spinne immer näher kam. Ich dachte nur, gleich hat sie dich. Gleich!

Mein Herz schlug wie wild und der ganze Raum war von diesen lauten Klopfgeräuschen erfüllt.