Verlag: Ullstein eBooks Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2017

Trinity - Verzehrende Leidenschaft E-Book

Audrey Carlan  

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Bestseller

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E-Book-Beschreibung Trinity - Verzehrende Leidenschaft - Audrey Carlan

Ein neues Leben. Eine große Liebe. Eine tödliche Gefahr. Der erste Band der Trinity-Serie.
Ich liebe dich. Ich will dich. Ich werde dich nie verlassen. Beim Gedanken an diese Worte bekommt Gillian Callahan Panik. Jahrelang wurde sie von ihrem gewalttätigen Ex-Freund misshandelt. Jetzt ist sie frei und arbeitet für Safe Haven, die Hilfsorganisation, der sie ihre Rettung verdankt. Das Thema Männer hat sie abgehakt. Bis sie bei einer Konferenz den Vorsitzenden von Safe Haven, Chase Davis, kennenlernt. Der attraktive Milliardär ist so sexy, dass Gillian schwindelig wird. Außerdem bekommt er immer, was er will – und er will Gillian. In ihr kämpfen Lust und Angst gegeneinander. Wird sie Chase vertrauen können? Ist sie bei ihm wirklich sicher? Und wie gefährlich ist ihre dunkle Vergangenheit?

Audrey Carlan ist zurück. Nach ihrem Mega-Bestseller Calendar Girl folgt nun eine weitere Erotikthriller-Serie voll von Sex, Leidenschaft, Liebe und Nervenkitzel.
Carlan schreibt authentisch und detailreich, ohne dabei an Spannung zu verlieren – dabei verknüpft sie ernste Themen mit einer mitreißenden Story. Ein fesselnder Roman, der Lust auf mehr macht!

Meinungen über das E-Book Trinity - Verzehrende Leidenschaft - Audrey Carlan

E-Book-Leseprobe Trinity - Verzehrende Leidenschaft - Audrey Carlan

Die Autorin

Audrey Carlan schreibt mit Leidenschaft heiße Unterhaltung. Ihre Serie »CALENDAR GIRL« stürmte die Bestsellerlisten von USA Today und der New York Times

Audrey Carlan

Trinity

Band 1

verzehrende

leidenschaft

Roman

Aus dem Amerikanischen

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ISBN 978-3-8437-1483-9

Deutsche Erstausgabe im Ullstein Taschenbuch

1. Auflage Januar 2017

© für die deutsche Ausgabe Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2017

© 2015 Waterhouse Press, LLC

Titel der amerikanischen Originalausgabe: Trinity – Body

Für meine Mutter Regina …

Du hast dein Happy End leider nicht bekommen.

BESONDERER DANK

An meine Seelenschwestern Dyani, Nikki und Carolyn

Ohne euch bin ich nicht ich selbst.

Ohne eure Liebe und unermüdliche Unterstützung wäre dieser Roman niemals veröffentlicht worden.

Ohne dich, Dyani Gingerich, gäbe es keine Maria De La Torre.

Ohne dich, Nikki Chiverrell, gäbe es keine Bree Simmons.

Ohne dich, Carolyn Beasley, gäbe es keine Kathleen Bennett.

Ohne euch Schwestern wäre dieses Buch nicht so etwas Besonderes.

Ich liebe euch so sehr.

BESOS

Bound Eternally Sisters of Souls

KAPITEL 1

Ich möchte einfach ein normales Leben – eines ohne Schmerzen. Mit meinen vierundzwanzig Jahren habe ich schon mehr körperliche und emotionale Schmerzen erlitten als die meisten Frauen in ihrem ganzen Leben. Die Menschen sehen es oft als selbstverständlich an, wie leicht sie es haben. Sie laufen herum und fragen sich nie, wann alles um sie herum mit einem lauten Knall in sich zusammenfällt. Ich beneide solche Menschen und will unbedingt eines Tages so sein wie sie. Mein neues Motto lautet, fürs Morgen zu leben. Jede Entscheidung bringt mich einer Zukunft näher, die von Licht erfüllt ist. Einem Licht, das nicht von der erbarmungslosen Wirklichkeit oder unvorhergesehenen Unannehmlichkeiten getrübt werden kann. Ich kann meine Träume in die Tat umsetzen. Ich bin nicht mehr das Mauerblümchen, das sich von anderen verletzen lässt.

Mein Job als Spendenmanagerin einer der größten Wohltätigkeitsorganisationen für Frauen in den Vereinigten Staaten hat mich in diese Bar geführt, in der ich nun sitze. Nach einem langen Reisetag mit zwei Zwischenaufenthalten lasse ich mich in den weichen Sessel sinken. Sanft schmiegt sich das Polster an meine Kurven. Als ich mich umsehe, bin ich froh, dass ich meinen Arbeits-Blazer und eine dunkle Jeans angezogen habe. Die Peeptoes mit den halsbrecherischen Absätzen von BCBG und eine lange Perlenkette peppen den lässigen Geschäfts-Look etwas auf.

Ich fühle mich ein wenig fehl am Platz. Männer und Frauen in makellosen Anzügen und Cocktailkleidern versammeln sich in kleinen Gruppen und genießen die »Happy Hour«. Das ist nicht meine Welt. Würde die Vorstandssitzung der Save Haven Foundation nicht in diesem Hotel abgehalten werden, würde ich wohl in einem gemütlichen Pyjama zu Hause sitzen, Wein trinken und mit meiner Mitbewohnerin Maria einen Mädelsfilm anschauen.

Die tiefen Rillen in den abgerundeten Kanten des Tresens bilden ein perfektes Wirbelmuster. Die Bar ist von hinten beleuchtet, und das Licht scheint durch die Flaschen mit Hochprozentigem wie die Sonne durch einen Kristall. Die Farben der Flaschen werden in alle Richtungen gestreut und lassen das Ganze eher wie ein Kunstwerk wirken als wie Glasregale voller verschiedener alkoholischer Getränke. An jeder Seite befindet sich eine große Leiter, damit der Barkeeper auch an die »höchsten« Genüsse herankommt. Diese Ehrenplätze sind den Sachen vorbehalten, die ein paar hundert Dollar pro Flasche kosten, vielleicht sogar pro Glas.

Als ich die Weinkarte studiere, muss ich an meine Stellung im Leben denken. Da ich im Land des Weines wohne, habe ich eine ziemlich gute Vorstellung davon, welcher Rebensaft gut, in Ordnung oder regelrecht Essig ist. Alle Weine auf dieser Karte werden flaschenweise angeboten, wobei die billigste an die hundert Dollar kostet – nicht mal ansatzweise meine Gehaltsklasse.

Ein haariger kleiner Mann hinter der Bar lächelt mir zu, wischt die Stelle vor mir mit einem feuchten Tuch ab und legt einen Untersetzer hin. »Was darf ich Ihnen bringen?« Sein Akzent ist eine Mischung aus Italienisch und Chicagoer Dialekt.

»Äh, ich weiß nicht. Kann man hier auch ein einzelnes Glas Wein bestellen?«

»Sie sind wohl nicht von hier?« Seine Frage klingt aufrichtig und freundlich.

Mit der Wahrheit fahre ich wahrscheinlich am besten. »Nein, ich bin geschäftlich in der Stadt.«

»Ausgezeichnet, ich hole Ihnen was«, sagt er und schlägt auf den Tresen. »Weiß oder rot?«

»Weiß, bitte. Danke.«

Diese Bar ist der Wahnsinn. Ich war mir nicht sicher, ob ich herunterkommen sollte, aber jetzt bin ich froh, es getan zu haben. Die Erschöpfung von der Reise legt sich allmählich. Der Barkeeper stellt mir ein großzügig gefülltes Glas Wein hin. Das sind deutlich mehr als die üblichen hundertzwanzig Milliliter. Ich lächele breit und zeige dabei wahrscheinlich eine Menge Zahnfleisch und Zähne. Er grinst und widmet sich dann einem anderen Gast.

Aus versteckten Lautsprechern ertönt die Stimme von Amy Winehouse, die leise davon singt, nicht gut für ihren Mann zu sein. Die Leute um mich herum plaudern untereinander. Ich nippe an meinem Wein und werde von der sanften, buttrigen Note des Chardonnay überwältigt. Mir fällt das kleine Weingut ein, das meine Seelenschwestern und ich letztes Jahr in Napa besucht haben. Der Wein dort war genau so ein seidiger Gaumenschmeichler. Er schmeckt nach Geld. Ich kann nur hoffen, dass mich der Spaß nicht mehr als zwanzig Dollar kostet. Ansonsten war es das mit meinem Tagesbudget.

Ich drehe mich zur Seite und betrachte die Kombination aus moderner Kunst und gedimmten Deckenleuchten, die den Raum der Bar beherrscht. In der Ecke steht ein glänzender schwarzer Konzertflügel. Mattes Licht ist darauf gerichtet, als könnte jeden Moment eine einsame Seele anfangen, die Tasten anzuschlagen. Ein Mann legt eine Hand auf die glatte Oberfläche des Instruments und reißt mich aus meiner Trance. Mein Blick wandert von der Hand den Arm hinauf und fällt auf das attraktivste männliche Gesicht, das ich je gesehen habe. Sein Bild könnte ohne weiteres jedes High-Fashion-Magazin zieren. Kräftige dunkle Augenbrauen lenken den Blick auf vermutlich ebenso dunkle Augen. Seine ausgeprägten Wangenknochen heben sich, als er lachend den Kopf zurückwirft. In seinem tiefschwarzen Anzug, der – höchstwahrscheinlich – den perfektesten Körper einhüllt, der mir je untergekommen ist, wirkt er wie der Inbegriff von groß, dunkel und gutaussehend. Er ist umwerfend.

Ich lasse den Blick von seinen Designerschuhen aus Leder über die erlesen geschneiderte Hose schweifen, die auf diese gewisse aufreizende Art an seiner schlanken Hüfte hängt, die man sonst nur auf der Leinwand sieht. Ich trinke hastig einen Schluck Wein. Er ist viel zu groß, und das Brennen des Alkohols schärft mein Bewusstsein, während ich den breiten Oberkörper des Mannes betrachte. Unter dem seidigen Stoff befinden sich wahrscheinlich kräftige, wohlgeformte Brust- und Bauchmuskeln. Seine Krawatte ist gelockert. Bestimmt hat er gerade erst Feierabend gemacht und hat es jetzt eilig, sich in der Innenstadt von Chicago mit den Jungs auf ein Bier zu treffen.

Nein, das kommt nicht hin. Er ist zu elegant für Bier. Das wäre eher der Typ Mann, mit dem ich sonst ausgehe. Dieser Mann, Mr Superman, ist dafür viel zu stilvoll. Er hat ein Glas mit honigfarbener Flüssigkeit in der Hand, was ebenfalls von gutem Geschmack zeugt. Scotch oder Whiskey on the rocks.

Wie er da am Klavier gelehnt steht und trinkt, ist er der personifizierte Sex. Ich stelle mir vor, wie die Flüssigkeit in seinem Hals brennt. Mit Sicherheit wärmt ihm der starke Alkohol den Bauch und sorgt nach einem anstrengenden Tag für Entspannung. Vermutlich ist er Firmenanwalt oder Banker. Vielleicht hatte er genau in diesem Hotel eine Besprechung und schmiert den Männern um ihn herum gerade Honig um den Bart. Oder noch besser, sie versuchen, ihn zu beeindrucken. Ja, so schon eher.

Ich lenke meine Aufmerksamkeit auf sein Gesicht und stelle entsetzt fest, dass er mich unverhohlen anstarrt. Ich will den Blick abwenden, aber ich kann nicht. Es ist, als würde er mich mit den Augen fesseln. Mir wird ganz heiß in der Magengegend, als sich unsere Blicke treffen und umeinander herumtanzen, den anderen begutachten und abschätzen. Wieder versuche ich vergeblich, woanders hinzuschauen. Nach einer gefühlten Ewigkeit zuckt er mit einer seiner dunklen Brauen, und ein durchtriebenes Grinsen huscht über sein Gesicht. Umwerfend war nicht das richtige Wort. Der Typ ist atemberaubend.

Mit langen Fingern fährt er sich durch das dunkle Haar. Es bildet verführerische Strähnen, die ich liebend gerne einmal anfassen würde. Mir laufen Schauer über den Rücken, als wir den Anstarrwettbewerb fortsetzen. Ich bin kurz davor, ohnmächtig zu werden, weil ich so lange die Luft angehalten habe, da blickt er weg. Als hätte jemand Sand auf eine lodernde Flamme geworfen. Das Feuer ist aus. Vorbei. Kalt. Nur noch Asche übrig.

Was war das denn bitte?

Der Tag hat mir anscheinend nicht gutgetan. Ich habe noch nie einen Mann so ungeniert angestarrt, und ich war auch noch nie so hin und weg von einem. Ich wette, er ist gut im Bett. Der Gedanke geistert mir durch den Kopf, aber ich würge ihn ab. Solche Gedanken sind gefährlich. Gut, dass der Typ weggeschaut hat. Noch besser, dass er den stummen Sirenengesang nicht gehört hat, der ihn herüberlocken wollte, damit er das Begehren stillt, das mir durch alle Poren rauscht. Er bräuchte nur ein Streichholz, und ich würde in Flammen aufgehen wie ein Haufen vertrocknetes Laub.

Mit aller Macht drehe ich mich wieder zur Bar und versuche, mich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren als auf den Mann in der Ecke. Vorsichtig fahre ich mit dem Finger über den Rand des Weinglases, um es zusammen mit der Musik im Raum zum Singen zu bringen. Befriedigt stelle ich fest, dass es mir tatsächlich gelingt, ein leises Summen in passender Tonlage zu produzieren.

»Netter Trick«, höre ich eine tiefe Stimme hinter mir. Eine Stimme, die einem in den Bauch fährt und einen dort von innen kitzelt.

Ich wirbele so schnell herum, dass mein Weinglas über die Bar schlittert. Ein Arm greift rasch über mich und hält es fest, bevor auch nur ein Tropfen verschüttet wird. Ich bin zwischen einem breiten Oberkörper und der Bar in meinem Rücken gefangen. Instinktiv halte ich mich an der harten Oberfläche fest, die sich gegen mich presst. Meine Nase drückt sich in ein frisches Hemd. Der berauschende Duft nach Sandelholz und Zitrusfrüchten liegt in der Luft. Ich atme tief ein und sauge das Aroma von Natur und Mann in mich auf. Der Geruch erinnert mich daran, dass es schon viel zu lange her ist, dass ich jemandem des anderen Geschlechts so nahe gekommen bin.

Ein tiefer, satter Laut reißt mich aus meinem persönlichen Paradies. Der Körper, an dem ich lehne, fängt an zu lachen. Ich schiebe ein wenig, und die Mauer bewegt sich, bis wundervolle karibikblaue Augen zum Vorschein kommen. Also hat mir das Licht vorhin einen Streich gespielt. Sie sind gar nicht dunkel. Ich mustere die Züge des Mannes. Von den blauen Augen über die kräftigen Wangenknochen bis zu dem herzförmigen Mund. Der hinreißende Superman steht direkt vor mir und sieht mich an. Ein Lichtschein hinter ihm rückt jeden attraktiven Gesichtszug in Szene. Und er … lacht.

Ich rümpfe die Nase und versetze ihm einen kräftigen Stoß gegen den Oberkörper, um mir etwas dringend benötigten Abstand zu verschaffen. Innerhalb von ein paar Sekunden hat dieser Fremde mich total in Beschlag genommen. Er hält mich in Schach wie ein Tier, hat meinen Drink gerettet und mir die Sprache geraubt.

»Haben Sie Ihre Zunge verschluckt?«

»Nein!« Ich verdrehe die Augen, weil selbst ich finde, dass sich das albern anhört.

Er lacht und deutet auf den freien Platz neben mir.

»Darf ich?« Er setzt sich hin, ohne auf meine Antwort zu warten.

»Nein, Sie dürfen nicht. Ich erwarte noch jemanden.« Absolut einleuchtende Antwort. Zwar komplett gelogen, aber auf diese Weise kann ich sonst immer verhindern, dass sich ein unerwünschter Verehrer neben mich pflanzt.

»Auf der anderen Seite von Ihnen ist ja noch ein freier Stuhl.« Er grinst.

Verdammt, sein Gesicht ist wirklich unglaublich hübsch. Ich könnte es tagelang ununterbrochen anschauen und würde immer noch nicht verstehen, wie der liebe Gott etwas so Perfektes erschaffen kann. Aber mehr ist wahrscheinlich nicht dahinter.

Er schnipst dem Barkeeper zu, und der kommt sofort angerannt.

»Wie unhöflich. Behandeln Sie andere Menschen immer wie Hunde?« Ich bin nicht einmal sicher, warum ich den Mund aufgemacht habe. Ich hätte ihn ignorieren, austrinken und gehen sollen. Aber nein, ich musste mich unbedingt mit dem schönen Superman anlegen.

Er sieht mich an, und der Barkeeper wartet geduldig. Komisch für einen Barkeeper. Wieso fragt er nicht einfach, was Superman will? Der Typ mustert mein Gesicht mit seinen ozeanblauen Augen und spricht mit dem Barkeeper, ohne ihn anzuschauen. Auch unhöflich!

»Sam, noch mal das Gleiche für mich. Und für sie auch.« Er deutet auf mein fast leeres Weinglas.

»Ja, Mr Davis. Kommt sofort.« Der Barkeeper verbeugt sich praktisch, bevor er davoneilt, um die Drinks zu machen.

»Mr Davis? Dann kommen Sie also öfter her?«

»Chase Davis, und ja, mir gehört das Hotel. Ich behalte meine Investitionen immer gern im Auge.«

Meine Wangen glühen. Ob vor Scham oder Verwirrung weiß ich nicht. Vielleicht ein bisschen von beidem. Abgesehen von seinem unverschämt guten Aussehen ist der Typ ganz schön aufgeblasen. Nicht mein Ding.

»Tut mir leid, wenn ich unhöflich wirke, aber das Schnippen hat immerhin Sams Aufmerksamkeit erregt. Ich wollte Ihnen noch einen Drink bestellen, bevor Sie weglaufen.«

Das ergibt irgendwie Sinn. »Und wieso möchten Sie mich einladen, Mr Davis?«

»Chase. Nennen Sie mich Chase.«

»Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie es gewohnt sind, Mr Davis genannt zu werden.« Ich schlage meinen verführerischsten Tonfall an. »Mögen Sie den Respekt, der dabei mitschwingt?« Wie komme ich bloß auf einen solchen Stuss. Ich habe das Gefühl, ich würde ein Spiel spielen, das ich noch nie gespielt habe, und ich habe keinen Schimmer, ob ich gewinne oder verliere. Irgendetwas an diesem Mann stachelt meinen Kampfgeist an, aber nicht auf unangenehme Weise. Eher so, als wollte ich ihm eine Gehaltserhöhung abringen.

»Im Geschäftsleben ist Mr Davis angemessen, das stimmt. Aber privat, wie in dieser Unterhaltung, möchte ich lieber Chase genannt werden.« Seine Augen funkeln, und wenn er lächelt, kommen gerade weiße Zähne zum Vorschein. Blendend.

Ich nicke und bin nicht sicher, wie ich das Duell weiterführen soll. Sein ganzes Wesen strahlt Selbstsicherheit und Beherrschtheit aus, und der Druck, den seine Nähe auf mich ausübt, raubt mir alle Kräfte. Er ist der schöne Superman, doch so langsam scheint es, als sei er mein Kryptonit.

»Um Ihre Frage zu beantworten, ich lade Sie ein, damit ich Sie besser kennenlernen kann.«

Ich erbebe innerlich, als sein Blick über mein Gesicht und dann weiter nach unten schweift, wo er an meinem Busen hängenbleibt. Ich bin froh, dass ich unter dem Blazer ein enges Tanktop trage. Es betont meine Brüste, überlässt aber trotzdem noch einiges der Phantasie. Vielen Dank, What Not to Wear, für die Technik mit der taillierten Jacke und dem scharfen Top.

Ich lecke mir den Mund und beiße mir in die Unterlippe, während ich überlege, was ich jetzt sagen oder tun soll. Er holt Luft, und ich sehe zu, wie sich seine breite Brust hebt und senkt. Seine Augen funkeln blau, und die Pupillen weiten sich.

»Wie heißen Sie?«, fragt er.

»Gillian Callahan, aber meine Freunde nennen mich Gigi.«

»Ich werde Sie Gillian oder Miss Callahan nennen.« Er schnappt sich meine Hand und küsst sie. »Kosenamen muss man sich verdienen. Ich suche lieber selbst einen aus.«

Bei seinem heiseren Tonfall sickert die Lust durch mich hindurch und bahnt sich wie ein Rinnsal einen Weg durch meinen Körper.

Mein Gott, der Mann ist wirklich fleischgewordener Sex. Sinnlichkeit strömt aus seinen Worten, funkelt in seinen Augen und stiehlt sich zusammen mit einem durchtriebenen Grinsen über seine wundervollen Lippen. Ich möchte diese Lippen küssen, hineinbeißen und sie kosten. In dieser Reihenfolge. Der Typ zieht an seiner Krawatte und löst den Knoten ganz. Mit einer schnellen Bewegung seiner Finger öffnet er die beiden oberen Knöpfe seines Kragens und gibt damit den Blick auf ein schön gebräuntes Stück Haut frei. Was gäbe ich dafür, daran lecken zu können. Nur ganz kurz. Mehr bräuchte ich nicht.

»Gefällt Ihnen, was Sie sehen, Gillian?«

Bevor mein Gehirn anspringen und meine Reaktion zensieren kann, nicke ich dümmlich. Wie einem verliebten Teenie rutscht mir die blöde Antwort heraus: »Ja, total.«

»Mmm, das freut mich. Sollen wir die Unterhaltung nicht woanders fortsetzen?« Seine Augenfarbe wechselt sekundenschnell von Karibikblau zu Schwarz.

Eine große Hand verirrt sich auf mein Knie, und sein Daumen fängt an, dort ein Unendlichkeitssymbol zu zeichnen. Bei jedem sanften Druck der Haut gegen den Jeansstoff fühlt es sich an, als würde der Mann mir seine Markierung einbrennen. Erregung schießt durch meine Glieder, bis mir schlagartig bewusst wird, was er gesagt hat.

»Moment mal. Was?« Ich springe auf, was nicht ganz einfach ist, weil meine Knie inzwischen weich geworden sind. Das hier woanders fortsetzen? Als sei ich eine Hure, die sofort mit einem Mann ins Bett springt – wenn auch einem extrem attraktiven Mann –, den sie erst seit zehn Minuten kennt? So eine bin ich nicht. Na ja, vielleicht schon, aber den Eindruck will ich bestimmt nicht erwecken.

Sein Gesicht verzieht sich zu einer verwirrten Grimasse. Er streckt die Hand nach mir aus, aber ich mache einen Schritt zurück und weiche seiner Berührung aus. Wenn große Männer nach mir greifen wollen, löst das oft eine Panikattacke aus.

Er kneift die Augen zusammen. »Du willst mich. Das sehe ich doch ganz deutlich. Es steht dir ins hübsche Gesicht geschrieben. Man sieht dir deine Gefühle sofort an.«

Mein Rücken kribbelt vor Furcht, und mir stehen die Nackenhärchen zu Berge. Ich schüttele den Kopf. »Da haben Sie wohl was missverstanden. Ich muss jetzt gehen. Schön, Sie kennengelernt zu haben.« Ich drehe mich um, sammle meine Gedanken und gehe zum Ausgang der Lobbybar.

»Gillian, warte!«, ruft er mir hinterher.

Ich überlege, ob ich losrennen soll, aber ich weiß, dass ich hier in Sicherheit bin. Das hier ist ein Fünfsternehotel mitten in Chicago. Überall sind Leute unterwegs. Ich hole tief Luft und wende mich zum schönsten Mann der Welt um. Superman ist noch untertrieben. Er ist einfach … perfekt.

Als er bei mir angekommen ist, gibt er mir eine weiße Karte. »Meine Visitenkarte. Meine Handynummer steht hinten drauf. Ich weiß zwar nicht genau, was hier gerade passiert ist, aber ich würde dich gern wiedersehen.«

Wohl kaum. »Mal schauen.«

So wie er den Kopf jetzt schief legt, fange ich beinahe an zu glauben, dass er noch nie einen Korb von einer Frau bekommen hat. Hat er wahrscheinlich auch nicht. Eine Frau müsste schon unzurechnungsfähig sein, um eine Nummer mit diesem heißen Fremden auszuschlagen. Aber ich lebe für die Zukunft, nicht für den Augenblick. Ein leichtes Grinsen legt sich auf sein Gesicht. Er beugt sich nach vorn und legt mir vorsichtig beide Hände auf die Oberarme. Ich muss mich wirklich zusammenreißen, um nicht in Panik zu verfallen. Berührungen müssen von mir ausgehen. Das gehört zu meiner Bewältigungsstrategie. Ich schließe die Augen, er kommt näher und küsst mich auf die Wange.

Sandelholz und Zitrus erfüllen die Luft um seine große Gestalt herum. Meine Güte, wie gut er riecht.

Chase flüstert mir ins Ohr: »Bis zum nächsten Mal.« Dann streicht er mir mit den Lippen über den Kiefer und weicht zurück.

Zum Dahinschmelzen. Er zwinkert mir zu, dreht sich um und kehrt zurück an die Bar.

****

Blöd. Blöd. Blöd.

Innerlich fluche ich in Endlosschleife, während ich meine High Heels ausziehe und sie durchs Zimmer schleudere. Arme, wunderschöne Schuhe. So eine Behandlung verdienen sie nicht, aber irgendwie muss ich die Wut herauslassen. Meinen Kopf gegen eine harte Oberfläche zu schlagen ist im Moment auch ganz verlockend. Also heißt es Gehirnerschütterung oder Schuhmisshandlung.

Oh Mann, warum kann ich nicht einfach normal sein? In eine Bar spazieren. Mich hinsetzen. Was trinken. Einen schönen Mann treffen. Flirten. Dann mit ihm ausgehen. So hätte die Begegnung mit Chase ablaufen sollen. Aber nein. Nicht bei Gigi Callahan, dem angeknacksten Mädchen aus San Francisco. Der Mann macht eine unmissverständlich sexuelle Anspielung, und ich verwandle mich in ein Häufchen Elend. Schlimmer noch, ich ergreife die Flucht wie ein ängstliches Hündchen. Ich hätte bleiben und ihm Paroli bieten sollen.

Ich bin wirklich nicht prüde und auch keine Heilige. Ich wurde schon oft genug angemacht. War auch schon ein- oder zweimal kurz davor, mich darauf einzulassen. Aber bei ihm hatte ich das Gefühl, ich könnte mich nicht lange genug konzentrieren, um auch nur zwei ganze Sätze zu bilden. Meine unverblümte Art hat ihn angestachelt. Wahrscheinlich schleppt er jeden Abend eine andere ab. Kein Wunder, er hat ja auch ein Gesicht und einen Körper wie ein Adonis – wer könnte da schon nein sagen? Was soll’s, wäre ich nicht so ein Angsthase, würde ich jetzt wahrscheinlich hinter ihm herhoppeln und um Streicheleinheiten betteln.

Chase. Der Gedanke an ihn genügt schon, dass mein Bauch kribbelt und mein Höschen feucht wird. Aaahhh.

Ich gebe mich geschlagen, lasse mich aufs Bett fallen und starre die Decke an. Wann lerne ich endlich, meine Ängste unter Kontrolle zu haben? Egal. Ich bin hier, um mich auf meine Arbeit bei Safe Haven zu konzentrieren. Mehr nicht. Na ja, wenn ich anderen Gutes tue, wird mir vielleicht auch mal jemand etwas Gutes tun. Jemand Großes mit dunklen Haaren, ozeanblauen Augen und warmen Händen zum Beispiel.

Blöd. Blöd. Blöd.

Mein Handy vibriert auf dem Nachttisch und reißt mich aus meinen Träumen. Es ist meine Mitbewohnerin. Na Gott sei Dank!

»Ria! Ich bin so froh, dass du anrufst«, kreische ich ins Telefon.

»Mi Amiga! Was ist denn los? Du klingst ja gar nicht wie sonst.«

Maria De La Torre ist eine meiner besten Freundinnen und meine Mitbewohnerin. Wir sind zusammen durch die Hölle gegangen und kennen uns dort bestens aus. Mit den Jahren haben wir einen starken Beschützerinstinkt füreinander entwickelt. Ihre Liebe und Unterstützung haben mir durch viele Nächte voller Tränen und Selbsthass geholfen. Und ich bin genauso oft für sie da gewesen. Zusammen und in vielen Therapiestunden haben wir gelernt, wie wir mit unseren Gefühlen umgehen und offener sein können. Ich bin immer noch verschlossen, aber ein paar wenigen Menschen in meinem Leben vertraue ich. Maria ist einer davon.

»Weißt du, ich habe einen Mann kennengelernt«, seufze ich ins Telefon und bin von mir selbst angewidert.

»Und warum hörst du dich dann an, als wäre gerade dein Hund gestorben?«, lacht sie.

»Keine Ahnung. Der Mann ist anders. Ziemlich intensiv.« Intensiv ist eine Untertreibung.

Maria seufzt am anderen Ende. »Gigi, erzähl mir nicht, dass du wieder ein Arschloch kennengelernt hast, das dich nur ins Bett kriegen will. Ich meine, du bist echt scharf, aber du musst damit aufhören, immer diese pedazos de mierda anzuziehen!«

Ich muss lachen. Für Maria sind Männer nichts weiter als Dreck. Überflüssig. Die Art, wie sie Spanisch und Englisch vermischt, ist total liebenswert. Es macht sie einzigartig und hat mir viel über die Sprache beigebracht.

»So einer ist er nicht. Na ja, eigentlich weiß ich kaum was über ihn, nur, dass er heiß ist. Und mit heiß meine ich filmstarmäßig heiß, wie einer von der Sexiest-Man-Alive-Rangliste. Für ihn würden Frauen in aller Welt jederzeit das Höschen ausziehen.« Und das weiß er wahrscheinlich auch. Selbstgefälliger Mistkerl.

Maria kichert. »Nicht schlecht. Hast du das auch vor?«

»Was habe ich vor?«

»Na dein Höschen auszuziehen, du Dummerchen.« Ihr Lachen wird lauter und bekommt diesen Was-dachtest-du-denn-Ton.

»Nein! Ich habe ihn kennengelernt, mich mit ihm unterhalten, und dann bin ich weggerannt. Hab mich total zum Narren gemacht. Ich glaube kaum, dass er mich wiedersehen will.« Das ist die Wahrheit. Außerdem, wenn er von meiner Vergangenheit wüsste, würde sich der schöne Superman im Anzug ganz schnell aus dem Staub machen.

»Ach nein, bonita, das hast du bestimmt nicht.«

Ich ziehe eine Grimasse. Maria nennt mich immer »Hübsche«. Ihr persönlicher Kosename für mich. Die liebevolle Bezeichnung kommt jedes Mal zum Einsatz, wenn sie denkt, dass ich traurig bin oder etwas Aufmunterung brauchen kann.

»Will er mit dir ausgehen, oder hat er nach deiner Nummer gefragt?«

Ein Hoffnungsschimmer taucht am Horizont auf. »Na ja, schon irgendwie. Er hat mir seine Visitenkarte gegeben, mit der Handynummer hinten drauf. Ich soll ihn anrufen.« Tatsächlich hat er mir die Karte nach meinem idiotischen Verhalten gegeben, also ist er vielleicht doch an mir interessiert. Aber was sagt das über ihn aus? Ich habe mich aufgeführt wie eine Irre, aber er hat mir ein formvollendetes Angebot gemacht, als würde er mich umwerben. Das war doch irgendwie unangebracht.

»Na siehst du, also war da wirklich was. Wirst du es tun?« Maria klingt hoffnungsvoll. »Du verdienst ein bisschen Spaß, solange du in Chicago bist. Und außerdem, wann wurdest du eigentlich das letzte Mal flachgelegt?«

Die Frage ist rein rhetorisch. Sie weiß, dass es Monate her ist.

»Ria! Ich habe ihn gerade erst kennengelernt. Und du schlägst vor, ich soll mit ihm ins Bett steigen?« Die Frau ist nicht zu fassen. Obwohl ich nicht behaupten kann, dass mir der Gedanke nicht auch schon gekommen ist, vor allem, als er die silberfarbene Krawatte gelockert und das anziehende Stück Haut freigelegt hat.

»Ja, das tue ich. Du musst dringend gevögelt werden!«

Bei ihrer derben Ausdrucksweise schnappe ich nach Luft.

»Du warst in letzter Zeit ziemlich verkrampft. Außerdem hast du selber gesagt, er wäre der Typ Mann, mit dem Frauen ins Bett wollen. Denk einfach drüber nach. Du bist jung, mi amiga!Benimm dich mal wie vierundzwanzig und nicht wie vierundvierzig!«

Ich seufze tief. »Du hast irgendwie recht. Ich überlege es mir. Ich rufe dich dann morgen nach der ersten Vorstandssitzung an, okay? Ich gehe jetzt ins Bett, damit ich morgen früh noch zum Sport kann.« Ich gähne laut und bemerke, wie erschöpft ich bin.

Maria hat wirklich recht. Ich bin viel zu angespannt. Meine letzte Beziehung, wenn man es so nennen will, war mit Daniel, dem Weichei.

Das ist nicht fair. Er war eigentlich kein Weichei. Aber zu sensibel für mich. Hat mich behandelt wie eine Prinzessin und musste bei Frauenfilmen weinen. Ich weine so gut wie nie. Außerdem war er im Bett echt langweilig. Wollte Sex nur in der Missionarsstellung und nie von der Norm abweichen. Als ich vorschlug, dass er mich von hinten nimmt, ist er ausgerastet. Seine geschockte Stimme donnert jetzt noch durch meinen Kopf: »Ich soll dich ficken wie eine Hure, Gigi? Meine Güte, was hast du für ein Problem?« Bei dem Gedanken an den Trottel wird mir übel. Ich brauche einen Mann, der weiß, wie man mit Frauen umgeht. Einer, der mich erregt und regelmäßig zum Orgasmus bringt, ohne dass ich Angst haben muss, verletzt zu werden. Daniel hat mir nie sonderlich viel Befriedigung verschafft, aber ihm ist auch nie die Hand ausgerutscht.

Rias missmutige Stimme holt mich aus meinen Gedanken. »Toll, du gehst immer zum Sport. Bree wäre echt stolz auf dich. Ich dagegen setze mich jetzt hin und gönne mir ein fettes Essen mit Tommy. Die Sache wird immer heißer, und ich glaube, ich kriege ihn endlich ins Bett.«

Dass Maria einen Mann becircen will, ist etwas völlig Neues. Die meisten Männer überschlagen sich förmlich, um in ihrer Nähe zu sein, nicht umgekehrt. »Vorfreude ist die schönste Freude«, erinnere ich sie. »Genieß die Aufmerksamkeit, mit der er dich überschüttet. Wenigstens will er wirklich mit dir zusammen sein und dich nicht nur vernaschen.«

»Das will ich aber.«

»Na dann viel Glück. Und guten Appetit. Mir steckt die Reise noch in den Knochen, und hier ist es auch schon zwei Stunden später«, erinnere ich sie mit noch einem lauten Gähnen.

»Gute Nacht, bonita. Te quiero. Besos.«

»Hab dich auch lieb. Besos.«

Ich schließe das Handy ans Ladekabel an und ziehe ein Nachthemd über. Nachdem ich meine SMS durchgelesen habe, beschließe ich, den Mädels und Phillip eine Gruppennachricht zu schicken. Meine anderen Seelenschwestern wollen sicher wissen, ob es mir gut geht in der Windy City. Und Phillip dreht durch, wenn er nichts von mir hört. Ich schreibe kurz, dass ich mich morgen nach der Sitzung melde, dann lege ich mich aufs Ohr.

Ich bin nervös, was den morgigen Tag angeht. Ich war noch nie bei einer Vorstandssitzung der Safe Haven Foundation. Hoffentlich kann ich sie mit meinen Kampagnenzahlen und Spendensammelerfolgen des Jahres beeindrucken. Ich schließe die Augen und atme langsamer, damit sich meine Nerven beruhigen. Als ich einschlafe, träume ich von karibikblauen Augen und starken Händen, die mich um den Verstand streicheln.

KAPITEL 2

Mein Herz rast, meine Muskeln brennen, und ein paar Schweißtropfen laufen langsam das Tal zwischen meinen Brüsten hinab. Ich atme in schnellen, heftigen Stößen. Ich bin kurz davor, ganz nah dran, es fehlt nicht mehr viel. Euphorie erfasst mich, und ich strenge mich noch etwas mehr an, bis es mich völlig übermannt. Das Läuferhoch. Wahnsinn, was für ein Gefühl.

Meine Füße fliegen über das Laufband, und ich lächele triumphierend. Ein lauter Atemzug, fast ein Stöhnen, entweicht mir. Glückselig schließe ich die Augen und genieße das Gefühl, mich vollkommen lebendig zu fühlen.

»Unglaublich«, flüstert jemand hinter mir.

Das schreckt mich aus meinem Himmel auf. Mein Fuß knickt auf dem Gummi um, und ich falle. Sinnloserweise versuche ich, mich an den Metallstangen des Laufbandes festzuhalten, aber ich rutsche mit den schweißnassen Händen ab und fliege nach hinten. In der Luft schlage ich wild um mich. Starke Arme packen mich an der Taille und ziehen mich von dem Gerät. Ich werde gegen eine feste Mauer aus harten Muskeln gepresst.

»Mein Gott, Gillian! Du hättest dich ernsthaft verletzen können!« Chase Davis mustert mein Gesicht mit besorgtem Blick.

Ich bin sprachlos. Ich fühle mich benommen und verwirrt. Mein Herz rast wie verrückt. Meine Beine sind schwach und wackelig, und ich kann nur noch keuchen. Ich packe die Haut an seinem Rücken und versuche, mein Gleichgewicht wiederzufinden. Er streicht mir mit der rechten Hand übers Gesicht und hält mich mit der linken an der Taille fest. Ohne ihn hätte ich vielleicht nicht allein stehen können.

»Alles in Ordnung?«

»Äh, ja. Ich glaube schon.« Ich schüttele den Kopf und lege ihm die Hände auf die Schultern, um mich abzustützen. Ich fühle nackte, feuchte Haut, und mein Körper registriert genau, wie nahe mir Chase ist. Unsere Leiber sind aneinandergepresst. Sein Bauch berührt meinen, Haut an Haut, und ich atme tief durch. Alles an ihm ist warm, von den harten Bauchmuskeln bis zu den starken Schultern. Von seinem Haaransatz laufen Schweißtropfen bis über seinen Hals. Am liebsten würde ich den Schweiß ablecken, um ihn zu schmecken.

Mit seinem Arm um mich herum fühle ich mich sicher, als könnte mir niemand weh tun, auch er nicht. Dieses Gefühl bin ich nicht gewohnt, aber ich sehne mich aus tiefster Seele danach. Ich habe immer gedacht, dass ich solche Gefühle niemals empfinden würde oder könnte, nach allem, was ich durchgemacht habe.

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