Trip des Wahnsinns - Jack Crowd - E-Book

Trip des Wahnsinns E-Book

Jack Crowd

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Beschreibung

Ein ganz normaler Trip? - Nein! Gregor hört Stimmen und wird im Hotel von einem bestialischen Monster heimgesucht, das ihn in den Wahnsinn treibt. Alles nur Einbildung? - Falsch gedacht! Er sieht und erfährt Dinge, die ein normaler Mensch nicht verkraften würde - Alptraumhafte Wesen, blutige Massaker, dunkle Geheimnisse und vieles mehr. Trotz des chaotischen Wahnsinns steht eins fest - Er wird nie wieder der Alte sein!

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Seitenzahl: 286

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Trip des Wahnsinns

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

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Impressum neobooks

1

Kapitel 1

"Eine stürmische Zeit"

Dunkle Wolken ziehen auf. In der Ferne hört man ein Grollen. Das riesige Hochhaus im Vordergrund bekommt einen Blitztreffer ab. Es donnert ohrenbetäubend.

Aus dem letzten Stockwerk schaut jemand dem Gewitter zu. Es ist ein junger Mann, Anfang 20, um die 1,80 Meter groß, kurze dunkelbraune Haare und gekleidet mit einem blau kariertem Hemd und einer Jeans.

Er schließt das Fenster und geht zu seinem Schreibtisch. Dort greift er sich ein paar herumliegende Papiere. Sein Blick wandert darüber. Er lacht und ließt laut vor:

„Glückwunsch Herr Harm, sie haben das fünfte Semester erfolgreich bestanden und befinden sich somit im sechsten und letzten Semester ihres Psychologiestudiums. Mit freundlichen Grüßen, Herr Klaus. Unterzeichnet am: 23. September 2013.“

Er packt das Papierstück beiseite und zum Vorschein kommt das Nächste.

„Meine Güte, wie weit ich es schon gebracht habe! Nur noch ein Semester, ist das verrückt! Geil, ich muss mir noch mal mein Endzitat ansehen.“

Mit einem entspannten und freudigem Grinsen ließt er laut:

„Als ich vor knapp drei Jahren mein Abitur mit 1,5 machte, schrieb ich mich in der

Sigmund-Freud-Universität ein. Es war sehr eng, denn der Numerus clausus war nicht viel höher. Ich hatte Glück und ich bin so froh, dort zu studieren. Jetzt kann ich es sagen: Ich freue mich auf mein letztes Semester und hoffe, dass es genauso erfolgreich wird, wie alle anderen.“

Er packt das Dokument in einen Ordner. Danach schlürft der junge Mann zum Computer und schaltet ihn ein. Ungefähr zwei Sekunden später ist er hochgefahren. Er macht das Programm „Skaip“ auf und wählt eine Nummer. Es ertönt ein lautes Signal und das Gespräch wird abgebrochen. Er sieht ziemlich verärgert aus.

„Mist, ich muss dringend noch mal klären, wann sie mich morgen abholen kommen!“

Der junge Mann nimmt ein Handy aus seiner Hosentasche und tippt den grünen Wahlknopf. Nach drei Anrufsignalen hört man eine Frauenstimme am Telefon:

„Hallo Gregor, alles in Ordnung bei dir?“

„Ja Mutti, bei dir auch?“

„Ja, bei mir ist auch alles klar. Wir kommen dich morgen um 9.00 Uhr abholen, ist dir das recht so?“

„Geht klar, ich stehe dann unten!“

„Gut, dann habe noch einen schönen Tag, bis morgen, ich freue mich!“

Gregor legt sein Handy beiseite. Er schaltet einen alten Röhrenfernseher ein und zappt mit der Fernbedienung hin und her, bis er auf einem Sportkanal stehen bleibt. Dort läuft Snooker.

„Geil, das muss ich schauen!“

Lässig senkt sich Gregor in seine himmelblaue Couch, streckt die Füße auf den Sofa-Tisch und zündet sich eine Zigarette an.

Nach 10 Minuten kommt Werbung und er geht ins Bad, wäscht sich und putzt seine Zähne. Danach erzählt Gregor seinem Spiegelbild:

„Ich hätte ja noch mal Lust, heute Abend mit Hans in die Kneipe zu gehen, um vor der Urlaubsreise ins Schwabenland noch ein bisschen zu feiern. Mach ich ja eigentlich jeden Freitag, aber heute ist es was anderes.“

Er schreibt eine SMS. Wenig später ertönt ein Piepen. Gregor schaut auf sein Handy und sagt:

„Das ist gut, er kommt um 19:00 Uhr. Jetzt ist es

16:25 Uhr, also noch knappe drei Stunden, bis die Kneipe aufmacht! Die Zeit muss ich irgendwie noch überbrücken.“

Er setzt sich vor den PC und geht ins Internet. Kurze Zeit surft er, dann läuft er in seine kleine verrauchte Küche, setzt sich auf einen Stuhl und zündet sich noch eine Kippe an. Mit skeptischen Gesichtsausdruck blickt er aus dem kleinen Küchenfenster. Es ist zu erkennen, dass die Gewitterwolken alles bedecken, was man sieht. Gregor redet mit sich selbst:

„Ich habe ja eigentlich nichts gegen Regen und Gewitter, aber die Kneipe ist fast einen Kilometer entfernt. Scheiße!“

Es fängt an zu stürmen. Ein leuchtend heller Blitz in unmittelbarer Nähe, lässt ihn zucken. Er steht auf, schnipst die Zigarette in die Tiefe und schließt das Fenster. Es scheint so, als würde gleich die Welt untergehen.

Erkennbar genervt, legt er sich auf sein Sofa und zupft sich am Bart.

„Ob es heute mit dem Kneipenbesuch wohl klappt, oder ob er wortwörtlich ins Wasser fällt?“

Mit der Zeit wird er immer träger. Gregor gähnt, legt sich hin und streckt seine Beine aus. Danach versinkt er in das Sofa, kurze Zeit später hört man ein Schnarchgeräusch.

Das Gewitter ist am Toben. Trotz des Unwetters herrscht Stille. Sie breitet sich aus.

Doch plötzlich klingelt Gregors Handy. Er schreckt auf und nuschelt hektisch:

„Es ist ja schon kurz vor sieben. Ich muss ja aufstehen, gleich kommt Hans.“

Gregor reibt sich die Augen und erhebt sich. Er macht seinen Single-Kühlschrank auf, holt sich zwei Pils raus und plappert verschlafen:

„Eins für Hans, eins für mich.“

Einen kurzen Augenblick später klingelt es.

„Das kann ja wieder zwei Minuten dauern, der verdammte Aufzug ist ja kaputt.“

Dicht drückt er sein Ohr an die Tür und auf einmal klopft es. Gregor zuckt zusammen und öffnet sie.

2

Kapitel 2

„Ein wahrer Kumpel?“

Man sieht, dass ein Mann vor der Tür steht. Er trägt einen schwarzen Mantel, eine dunkelblaue Jeans und polierte Sneaker.

„Wieso habe ich dich nicht gehört, Hans? Ich habe mich fast zu Tode erschreckt du Spinner!“

„Das sind meine neuen Schuhe!“

„Mein Gott, normalerweise höre ich alles!“

„Darf ich reinkommen?“

„Klar doch, komm rein.“

Hans zieht sein Mantel aus und stellt die Sneaker auf ein Schuhregal. Er folgt Gregor in die Küche, setzt sich auf einen Barhocker und beide machen ihr Pils mit dem Feuerzeug auf. Sie trinken und reden eine ganze Weile.

Nachdem fast jeder von den beiden die ganze Bierflasche leer hat, werden beide lustig und die Gesprächsthemen fangen an, lockerer und vulgärer zu werden. Über eine halbe Stunde quatschen sie noch, machen Witze und lachen. Hans sagt nach einer Weile:

„So Gregor, lass uns mal los, es ist gleich acht!“

„Ja alles klar, lass gehen!“

Die beiden ziehen sich ihre schwarzen polierten Schuhe an und nehmen die Mäntel vom Haken. Sie gehen auf den Flur. Gregor schließt die Tür ab und beide steuern das Treppenhaus an. Hans öffnet eine Glastür und sie laufen die Stufen hinunter. Gregor sagt:

„Das Treppenhaus nimmt irgendwie vom 25. Stock, nach unten, kein Ende. Ich hasse es, wenn der Fahrstuhl defekt ist.“

Sie steigen weiter hinab.

Im zweiten Stock sieht man durch die Glastür eine unheimlich anmutende ältere Dame, die strickt. Merklich unbeeindruckt gehen Gregor und Hans weiter, und erreichen eine Weile später das Erdgeschoss und den Ausgang.

Freudig und leicht beschwipst, laufen sie den beleuchteten Gehweg an der Hauptstraße entlang. Die Luft ist klar, die Sicht ist weit. Die Sonne versinkt langsam in einem unheimlichen Abendrot.

„Nicht mehr weit bis zur Kneipe, aber ich muss noch zur Bank und Kohle holen!“

„Ich warte hier!“

Hans geht mit schnellen Schritten in die Bankfiliale.

Nach einer Minute kommt er wieder raus und erzählt:

„Jetzt kann der Abend beginnen.“

Gregor und Hans zeigen mit dem Finger auf eine Leuchtreklame. Sie laufen weiter. Einen Augenblick später erreichen sie eine Bar.

„Die Stadtschenke“, steht in großer leuchtender Schrift, über altmodischen Holzfenstern. Sie treten ein und setzen sich auf die Hocker an der Theke. Der Barmann sagt:

„Willkommen ihr beiden, was darf es denn sein?“

Gregor erwidert:

„Zwei Pils bitte!“

Der Wirt macht sich an die Arbeit, während Hans und Gregor ausgelassen reden. Ein bisschen später kommt er an und stellt sie mit freundlichem Gesicht vor sie hin.

„Ja, danke!“

Sie quatschen und bestellen sich ein Pils nach dem anderen.

Eine Weile später geht Gregor den engen Kneipenraum entlang, bis hin zur Herrentoilette. Er öffnet die Tür. Man kann erkennen, dass die Urinale defekt sind. Einen Augenschwenk weiter ist eine Toilettenkabine. Gregor schreitet auf sie zu und drückt die Klinke nach unten. Es scheint jemand drinnen zu sein. Er fragt drängelnd:

„Brauchen sie noch lange?“

Eine tiefe Männerstimme erwidert:

„Du bist es! Ja, nur du alleine hast die Macht!“

Man sieht, dass die Tür langsam aufgeht und heraus kommt ein großer ungepflegter Mann mit fettigem Haar, der so schwarz wie die Nacht gekleidet ist. Der Riese, der mit ungefähr 2,10 Meter einen Kopf größer ist als Gregor, beugt sich zu ihm runter und sagt laut in sein Gesicht:

„Du bist es, nutze es richtig!“

Er verschwindet wieder. Gregor schüttelt den Kopf.

„Was für ein verrückter Typ.“

Er geht in die Kabine. Einen Moment später kommt er wieder raus, wäscht sich die Hände und geht zurück in den Kneipenraum. Man kann erkennen, dass Hans fleißig am Trinken ist.

„Kann der nicht warten, der Spinner?“

Er geht zum Wirt und erwähnt:

„Ein Pils hätte ich gerne noch!“.

Die beiden trinken und trinken, bis sie schließlich aufstehen und die Uhr über der Theke fast 01.00 Uhr nachts schlägt. Torkelnd verlassen beide die Kneipe. Hans lallt zu Gregor:

„Ich begleite dich noch.“

„Mach das.“

Als sie nach 20 Minuten am Hochhaus ankommen, bestellt sich Hans ein Taxi. Die beiden reden, bis Hans schließlich abgeholt wird.

3

Kapitel 3

„Rückweg“

Scheinbar sehr betrunken, geht Gregor in das Haus, geradewegs zum Aufzug.

„Das ist ja komisch, der ist ja wieder ganz.“

Gregor steigt ein. Sein wankenden Körper lehnt er an die Fahrstuhlwand. Die Türen schließen. Der Aufzug beginnt sich zu bewegen. Ein leises Schleifen ist wahrzunehmen. Es scheint alles in Ordnung zu sein.

Doch plötzlich hört man einen metallischen Knall und der Aufzug ruckelt. Das Licht beginnt zu flackern, dann erlischt es. Man hört Gregor ängstlich sprechen:

„Verdammt noch mal, das blöde Ding ist steckengeblieben!“

Er macht sein Feuerzeug an, da verweht die Flamme und man hört eine verzerrte dämonische Stimme:

„Mache nicht den Fehler und fahre in den Urlaub! Bleibe hier, oder die Menschheit ist in Gefahr, denn nur du hast die Macht, nutze sie richtig! Bringe dich um! Wenn du stirbst, ist alles wieder gut! Sobald du einschläfst, läuft die Zeit!“

Und wie aus dem Nichts fängt die Fahrstuhllampe an zu leuchten. Es gibt einen Ruck und der Aufzug setzt seine Fahrt fort. Gregor lacht:

„Das ist doch alles Einbildung. Entweder bin ich total besoffen, oder meine schizophrenen Anfälle fangen wieder an.“

Ein Klingeln ist zu hören. Bei der digitalen Stockwerksanzeige ist eine rote „25“ zu sehen. Gregor steigt aus. Er geht schlürfend den langen Flur entlang und man erkennt ein Graffiti an der Wand. Es zeigt ein riesiges Quadrat, alles in roter Farbe. Dazwischen ist ein Schriftzug in Schwarz zu erkennen:

„Du musst dich bei deinen Lebenswegen für den Richtigen entscheiden. Also bring dich jetzt um! Überlege noch mal bis zum Schlafengehen!“

Gregor fasst sich mit den Händen an den Kopf.

„Ich bin geschockt! Wahrscheinlich bin ich verrückt.“

Er läuft schnellen Schrittes zu seiner Wohnungstür und schließt hektisch auf. Gregor geht rein, zieht die Schuhe aus und legt sich auf sein Sofa.

„Alter, wenn ich getrunken habe und besoffen bin, schlafe ich doch normalerweise sofort ein, aber diesmal bin ich ja fast schon wieder nüchtern!“

Mit einem Mal hört man die verzerrte dämonische Stimme wieder:

„Letzte Chance, Gregor! Nimm dein Küchenmesser und schlitze dir die Pulsadern auf, oder springe aus dem Fenster!“

Gregor erwidert:

„Was hat das alles zu bedeuten? Soll ich morgen nicht in den Urlaub fahren, weil irgendetwas Schlimmes passiert, oder soll ich mich gar umbringen? … Blödsinn! Es ist schon zwei Uhr nachts, ich muss morgen um neun fertig dastehen! Keine Zeit für irgendwelche unsinnigen Gedanken. Ich will einfach nur schlafen!“

Er macht seine Augen zu. Man hört noch mal die verzerrte dämonische Stimme:

„Die Zeit läuft ab... jetzt!“

4

Kapitel 4

„Gute Reise!“

Er schläft bis um 08:00 Uhr durch und wird vom lauten Klingeln seines Weckers wach. Gregor sieht munter und belebt aus. Er steht auf, geht unter die Dusche und singt ein bisschen.

Kurze Zeit später verlässt er das Bad. Er läuft in die Küche und macht seine Kaffeemaschine an.

Nachdem sie fertig ist, gießt er ein und fängt an zu schlürfen. Nebenbei macht er sich eine Kippe an. Er schaltet das Radio ein. Es läuft Musik und er wackelt dazu ein bisschen mit.

Eine Weile später steht er auf und stellt seine Tasse in den Geschirrspüler. Es ist 08:30 Uhr auf der Küchenuhr. Im Radio kommen Kurznachrichten.

Nebenbei beginnt er seine Schuhe anzuziehen und auf einmal klingelt das Telefon. Das Wort „Mama“, mit einem Foto, erscheint auf dem Display. Gregor drückt drauf. Es öffnet sich eine SMS. Er ließt sie laut vor:

„Wir stehen unten und warten... Gruß Mama!“

Er packt das Handy in die Tasche.

„Was, schon so früh, ist doch erst 08:40 Uhr... egal.“

Er nimmt eine gepackte Reisetasche, geht in Richtung Wohnungstür, läuft raus und schließt ab. Sein Weg führt zum Aufzug.

Als er ihn erreicht, drückt er den Knopf. Nach ein paar Sekunden öffnen sich die Türen und Gregor steigt ein.

Der Fahrstuhl beginnt sich zu bewegen. Kurz darauf zeigt die digitale Stockwerksanzeige eine „2“ an.

„Erst zweiter Stock? Das vermasselt mir ja schon wieder den Tag! Kann das blöde Ding nicht einfach gerade durch, ohne Zwischenhalte, zum Erdgeschoss fahren?“

Die Fahrstuhltür öffnet sich und die unheimliche ältere Dame steigt ein. Gregor zieht ein grimmiges Gesicht. Die Türen des Lifts schließen und man sieht, wie die Dame sich zu Gregor dreht. Sie lacht und sagt:

„Ich hoffe, du hast deinen Verstand mitgenommen! Viel Glück auf deiner 'Reise'.“

„Ja, das werde ich haben.“

Man hört ein Klingeln und bemerkt den digitalen roten Schriftzug: „EG“. Die Tür geht auf und Gregor verlässt den Aufzug. Schnell dreht er sich um. Man sieht, dass die ältere Dame nicht mehr im Aufzug ist.

„Wo ist sie?! Egal, bloß weg hier!“

Gregor geht auf die Eingangstür zu. Im Hintergrund steht ein Mann mit lockigen braunen Haaren. Daneben eine kleine Frau im roten Kleid. Sie lehnen Arm in Arm, an einem weißen T5. Gregor läuft ihnen mit euphorischem Lächeln entgegen. Freudig nimmt er zuerst die Frau in den Arm, kurz darauf den Mann.

Nach der Begrüßung steigen sie ein. Der Mann setzt sich ans Lenkrad, die Frau daneben und Gregor nimmt auf der zweiten Bankreihe platz.

Sie fahren von dem Parkplatz des Hochhauses auf die Hauptstraße. Die drei folgen einige Zeit dem Verlauf. Eine Weile später erreichen sie den Wegweiser mit der Aufschrift: „A-10“.

Nach knapp 500 Metern, fahren sie auf die Autobahnauffahrt. Die Stimmung scheint sehr freudig, irgendwie lustig. Sie machen Späße und singen zur Musik mit. Der Mann erzählt:

„Ich freue mich auf drei Wochen Entspannung... endlich, das haben wir uns verdient.“

Die freudigen Gespräche werden mit der Zeit weniger und alle widmen sich dem Herausschauen. Die Landschaft saust an ihnen vorbei. Der Tacho zeigt konstant 120 Km/h an und Gregor und die Frau schließen ihre Augen. Der Mann sagt:

„Immer das Alte. Ein Glück werde ich nicht müde, wenn neben und hinter mir welche schlafen. Die Autobahn ist ja heute irgendwie so schön leer. Dann kann ich ja ein bisschen Gas geben.“

Aus den Körpern des Mannes und der Frau, kommen eigenartige schwarze Fäden herausgekrochen. Die Kilometeranzeige neben dem Tacho wechselt ungewöhnlich schnell die Zahlen. Der Bus scheint sich zu beschleunigen. Die digitale Uhr auf dem Radio läuft immer weiter nach vorne. Von 09:20 Uhr auf 11:20 Uhr, innerhalb weniger Sekunden. Es geht fix, man sieht kaum was von der Autobahn. Die Kilometeranzeige geht parallel blitzschnell, von 30678 Kilometer, auf 30880 Kilometer mit.

Wie aus dem Nichts hält der Bus an einem Rastplatz an. Die schwarzen Fäden verschwinden. Der Mann weckt Gregor und die Frau mit vorsichtigen Berührungen. Sie gähnen, räkeln sich und reiben ihre Augen. Träge steigen sie aus. Ihr Weg führt in ein Restaurant der Raststätte. Die Frau sagt:

„Es sieht sehr appetitlich aus.“

Sie nehmen an einem Tisch Platz. Jeder von ihnen greift sich eine herumliegende Speisekarte. Ihre Blicke wandern. Der Mann fragt:

„Wo bleibt denn die Bedienung?“

Gregor blickt um sich. Er macht ein Handzeichnen zu der Kellnerin. Diese läuft herum und putzt die Tische. Sie schaut zu Gregor und sagt:

„Verzeihung der Herr, ich komme gleich zu ihnen und nehme die Bestellung auf.“

Ein wenig später stellt sie sich mit einem kleinen Notizblock neben ihn.

„Was darf es denn sein bei ihnen?“

Gregor erwidert:

„Eine Cola und ein Schnitzel mit Bratkartoffeln.“

„Vielen Dank für ihre Bestellung.“

Die drei schauen sich mit fraglichen Blicken an. Die Frau ruft:

„Hallo, was ist mit uns, wir wollen auch ein Schnitzel mit Bratkartoffeln. Mein Mann möchte ein Bier und ich ein Wasser!“

Die Kellnerin dreht sich zu Gregor.

„Haben sie was gesagt? Möchten sie noch etwas?“

„Ja, die Herrschaften hier am Tisch wollen auch was essen!“

Die Kellnerin lacht:

„Sie sind mir ja ein Witzbold. Sagen sie doch gleich, dass sie mehr essen wollen. Das ist keine Schande.“

„Na sagen sie mal, sind sie völlig bescheuert!? Ich sage es ein letztes Mal: Die Herrschaften hier wollen ein Schnitzel mit Bratkartoffeln. ...Verdammt ich will drei Schnitzel mit Bratkartoffeln, ein Wasser, eine Cola und ein Bier!“

Die Kellnerin nimmt ihr Notizblock zur Hand und schreibt sich etwas auf. Sie schüttelt den Kopf. Der Mann sagt:

„So etwas Unverschämtes! Wenn ich keinen Hunger hätte, würde ich sofort wieder gehen!“

Die Frau und Gregor nicken mit dem Kopf. Sie fangen an sich zu unterhalten.

Nach etwa 10 Minuten kommt die Kellnerin und serviert. Sie stellt das ganze Essen und alle Getränke bei Gregor hin.

„Ich wünsche guten Appetit!“

Sie läuft wieder weg. Die Frau erzählt:

„Na ja, die ist ja wohl komplett daneben!“

Gregor stellt das Essen zu der Frau und dem Mann. Es scheint ihnen zu munden, denn sie essen bis zum letztem Happen den Teller leer. Kurze Zeit später winkt die Frau der Kellnerin zu und ruft:

„Wir möchten bitte zahlen!“

Die Kellnerin zeigt keine Reaktion. Die Frau schüttelt mit dem Kopf.

„Wir legen einfach einen Fünfziger hin und gehen. So was Unverschämtes.“

Die drei verlassen das Restaurant und gehen zum T5. Sie steigen ein. Die Frau setzt sich ans Steuer. Der Mann sagt:

„Na dann Sandra, fahr mal los!“

Sie macht den Motor an, schaut und rollt los in Richtung Auffahrt.

Wieder auf der Autobahn, sitzen Gregor und der Mann träge auf ihren Sitzen und schauen sich die vorbeihuschenden Landschaften an. Eine Weile später hört man sie schnarchen. Grinsend führt die Frau die Autofahrt fort. Aus ihr und dem Mann kommen wieder schwarze Fäden.

„Es ist immer so atemberaubend, diesen schnellen Landschaftswechsel mitzubekommen, gerade bei der A9, dann werde ich mal Stoff geben.“

Die Uhr im Radio und der Kilometeranzeiger, beschleunigen sich wieder. Man sieht nichts mehr. Alles läuft unkontrolliert schnell. Wenige Sekunden später verlangsamt sich der Bus. Man kann einen Wegweiser erkennen:

„Hof - 10 KM“. Die schwarzen Fäden ziehen sich zurück. Gregor und der Mann erwachen.

Gregor erzählt einen Moment später:

„Wahnsinn, wir sind ja schon bei Hof, seht nur, dort ist ein Wegweiser in die Stadt hinein. Die Zeit scheint ja wie im Fluge zu vergehen.“

Während der Kleinbus fährt und fährt, fügt Gregor hinzu:

„Mein Navigationssystem zeigt übrigens an, dass wir jetzt nur noch 220 Kilometer von Hechtdorf entfernt sind.“

Eine Viertelstunde später erkennt man einen Autobahnwegweiser mit der Aufschrift: „Raststätte – 500M“.

Die Frau blinkt nach rechts und nimmt die Abfahrt. Sie fahren herauf und suchen eine freie Lücke. Die Frau schimpft:

„Die Parkflächen sind ja fast alle voll, die besten Stellplätze natürlich besetzt!“

Nach mehreren Kreisfahrten parken sie ein. Die drei steigen aus, machen ein wenig gymnastisch anhauchende Bewegungen und gehen in Richtung Eingangstür. Sie laufen in einen Shop. Alle drei nehmen sich Riegel und kleine Getränkedosen, mit kaltem Kaffee, Cola und Saft. Gregor zahlt. Nachdem er fertig ist, gehen sie hinaus, rauchen und erzählen noch ein wenig.

Fünf Minuten später laufen sie zum Bus, packen ihre Snacks und Getränke neben sich und steigen ein. Diesmal fährt Gregor. Er startet den Wagen, rollt los und steuert die Auffahrt an.

Die Zeit vergeht und der T5 rast so dahin. Sie fahren und fahren und die Landschaft wird immer gebirgiger. Ein Blick auf die grünen Berge, fast nur aus dunkelgrünen Nadelbäumen bestehend, bietet sich. Die Fahrt geht weiter und Minute um Minute vergeht.

Nach über einer Stunde ist eine Kilometeranzeige zu sehen mit: „Nürnberg - 3 KM“. Eine Weile später wechseln sie die Autobahn.

Weiter in Fahrtrichtung, nimmt die Höhe der Berge noch mehr zu. Sichtlich unbeeindruckt davon, schläft die Frau ein, der Mann ein paar Sekunden später auch.

Kurz darauf hat Gregor einen Sekundenschlaf. Einen Moment später schreckt er blitzschnell auf und plappert:

„Nein, kein Problem, ich schaff das schon!“

Er nimmt sich eine Dose Kaffee und trinkt sie. Jetzt fängt er an, mehr Stoff zu geben. Mit 130 Km/h geht es weiter. Beim Blicken nach vorne, sieht man in der Ferne ein große Kirche.

„So wie es aussieht, ist es schon das Ulmer Münster. Jetzt müssen wir nur noch der A7 bis Memmingen folgen, danach dann auf die Bundesstraße 96 wechseln.“

Gregor beschleunigt den T5 auf Tempo 213. Der digitale Tacho blinkt. Der Geschwindigkeitsrausch wird eine Weile später von Gregor beendet. Ein Wegweiser erscheint, dort steht: „Abfahrt – B96“. Sie verlassen die Autobahn und am Ende der Straße, an einer Kreuzung, steht ein gelber Wegweiser mit schwarzer Schrift: „Bergstadt - 40 KM“. Sie biegen links ab und folgen dem Verlauf der Bundesstraße. Die Fahrt geht einige Minuten.

Nach Erreichen des Ortsschilds: „Bergstadt“, biegen sie auf die Bundesstraße 32. Man sieht, wie hügelig es wird. Das Fahren gleicht einer Achterbahnfahrt. Immer auf und ab.

Rasant nähert sich Gregor einem Reisebus, der plötzlich auf der Straße zu sehen ist. Er schaltet einen Gang zurück und beschleunigt. Beim Vorbeifahren kann man die Reisenden verschwommen erkennen. Kurz zuckt er, als er den Busfahrer anschaut. Dieser blickt nämlich auch zu ihm. Er macht ein paar Gesten und zeigt auf sein großes Jesuskreuz, dass er um den Hals trägt. Gregor schaut ihn fragend an.

Der Busfahrer deutet plötzlich nach vorne auf die Straße. Es ist Gegenverkehr zu sehen. Gregor fährt sehr schnell an dem Reisebus vorbei. Nach dem Überholvorgang, rasen die Autos auf der Gegenspur entlang. Gregor seufzt:

„Puh, das war noch mal knapp.“

Er schaut die anderen beiden durch den Rückspiegel an. Die scheinen einen Tagtraum zu haben, denn sie sitzen wie angewurzelt auf ihren Plätzen. Einen Moment später fragt er:

„Was ist denn mit euch los?“

Beide reagieren nicht. Sichtlich skeptisch, verlässt Gregor die B32 und biegt rechts ab. Dort steht ein Pfeil: „Hechtdorf – 12 KM“.

Sie fahren weiter so dahin. Durch die bergige Landschaft kann man dem Verlauf der Straße nicht wirklich folgen und Gregor scheint erschreckt, als man auf dem Wegweiser lesen kann: „Hechtdorf - 1 KM“.

Nicht viel später erreichen sie das Ortsschild. Klappernd und ruckelnd, fährt das Auto der drei eine alte Straße entlang, bis sie rechts abbiegen und man in ungefähr 200 Meter Entfernung einen kleinen Baukomplex erkennt. Dieser kommt immer näher.

Nach kurzer Fahrt, parken sie auf dem Stellplatz. Die Frau und der Mann scheinen wieder voll anwesend zu sein. Jeder nimmt sein Gepäck aus dem Kofferraum und sie laufen geradewegs zum Eingang.

5

Kapitel 5

„Herzlich willkommen!“

Über der Tür steht in großer, grüner Schrift:

„Ferienhaus Hechtdorf, Inhaber Henry Harm“. Die drei gehen zur Rezeption und lassen sich einen Schlüssel geben. Dann laufen sie in Richtung einer Treppe. Sie gehen hoch und erreichen den ersten Stock, ein paar Meter weiter eine braune Eichenholztür, mit der Zimmernummer 13. Der Mann schließt sie auf und alle drei betreten den engen, dunklen Flur.

Wie gesteuert, geht jeder in sein Zimmer. Der Mann und die Frau in ein modernes Schlafzimmer, mit weißer Tapete, blauer Auslegware und einem großen Kronleuchter. Gregor bezieht ein Standartzimmer mit weniger Luxus. In diesem Raum steht ein Holzbett mit Nachttisch, ein Tisch mit zwei Stühlen, ein großer Kleiderschrank und eine Kommode, mit Flachbildfernseher. Eine unheimliche Sammlung aus alten, verstaubten Puppen, auf dem Kleiderschrank, sticht ins Auge.

Scheinbar nachdenklich, packt er seine Reisetasche aus, fängt an einzuräumen, ein wenig in den Kleiderschrank, das andere in die Kommode. Und so wird die Tasche leerer und leerer.

Kurze Zeit später geht er zu der Frau und fragt:

„Soll ich noch etwas helfen? Ihr macht so den Eindruck, als ob ihr noch nicht ganz fertig seid.“

„Alles in Ordnung, geht schon!“

Gregor nickt. Daraufhin geht er zurück in das Zimmer und schaltet den Fernseher ein. Als er einen guten Sender findet, lässt er sich rückwärts auf das Bett fallen.

„Ich werde mal pennen, meine Müdigkeit übermannt mich!“

Er senkt seine Augenlider. Im Zimmer ist es still.

Schließlich schläft Gregor ein.

Plötzlich hat er ein grässliches Monstergesicht. Mehrere Schattengestalten kommen aus den Wänden und umzingeln ihn.

6

Kapitel 6

„Ganz NORMALER Urlaub!“

Er wälzt sich im Schlaf, ist verschwitzt und spricht irgendwas.

Auf einmal schreckt er auf. Die Schattengestalten lösen sich auf. Man hört die Frau rufen:

„Gregor, wenn du Lust hast, dass Abendbrot wäre fertig!“

Voller Schweiß auf der Stirn, geht er in das Bad und macht sich frisch.

Nachdem er fertig ist, läuft er in die Küche und setzt sich an einen Metalltisch, der festlich und reich gedeckt ist. Er gibt sich leidenschaftlich dem Essen hin. Alle drei lassen es sich schmecken.

Als sie fertig sind, steht der Mann auf, holt zwei Biergläser und ein Weinglas aus der Vitrine und stellt sie auf den Tisch. Er verlässt die Küche und kommt einen Augenblick später, mit einer Rotweinflasche und zwei Pils im Arm, wieder. Er schenkt erst der Frau den blutroten Wein bis knapp unter die Hälfte ein und macht die beiden Bierflaschen auf. Er gießt erst Gregor, dann ihm selbst ein. Aus dieser Situation entsteht eine lustige Abendrunde. Sie trinken ein Glas nach dem anderen. Alle reden, lachen und lassen den Abend feuchtfröhlich ausklingen. Ungefähr Mitternacht sind sie angetrunken und verlassen die Küche in Richtung ihrer Zimmer.

Gregor grinst und scheint glücklich zu sein. Er schließt leise die Tür und zieht Schlafsachen an. Der Fernseher läuft noch. Er stellt ihn auf laut, lässt sich in sein Bett fallen, streckt die Füße aus und schaut dem Treiben im TV-Gerät zu. Kurze Zeit später folgt die Ankündigung eines Horrorfilms.

„Dann werde ich noch ein bisschen wach bleiben.“

Während der Film läuft, breiten sich im Zimmer unheimliche Schatten aus. Ein leises, windiges Pfeifen ist hörbar. Gregor merkt anscheinend nichts. Er schaut weiter gespannt zu und fiebert mit. Diese Anwesenheit nimmt die Gestalt eines menschlichen Schattens an, schwebt durch den Raum und verschwindet in den Augen und Mündern der Puppensammlung. Wie kleine Menschen, schauen die alten Puppen mit starren Blick dem Film zu.

Nach vielen brutalen Szenen, neigt sich der Horror im Fernsehen dem Ende. Der Abspann läuft. Gregor steht auf schaltet den Fernseher aus und legt sich wieder hin. Durch das dunkle Zimmer sind die Schattengestalten noch zu erkennen. Schnell rennt er zum Schalter und macht das Licht an. Kurz darauf legt er sich wieder hin und schließt seine Augen. Auf einmal hört man ein Knacken. Er macht seine Augen wieder auf. Man kann sehen, dass das Licht aus ist. Sein Herz schlägt hörbar. Einen Moment später ist die Stimme des Mannes aus Richtung des Flures zu hören:

„War wohl ein Kurzschluss Sandra. Keine Panik!“

Seine Lampe geht wieder an und er atmet tief durch. Nach einer Weile lautem Grübelns, schläft er ein. Im Zimmer ist es ruhig.

Man sieht, wie der übernatürliche Schatten langsam aus den Puppen herausschwebt und mit leisem Rauschen in Richtung Schrank verschwindet. Im Zimmer ist die ganze Nacht Bewegung zu erkennen.

Am nächsten Morgen hört man den Hahn krähen und die Sonne geht langsam auf. Gregor erwacht. Sein Magen knurrt. Er steht auf und zu erkennen ist, dass seine Sachen auf dem Boden, um dem Bett, verstreut liegen.

„Bin ich in der Nacht etwa schlafgewandelt?“

Schnell hebt er die Klamotten auf und packt sie in den Schrank.

Danach geht er in die Küche, wo die Frau Spiegeleier in der Pfanne hat. Eine kurze Weile später kommt auch der Mann und sie beginnen zu essen. Aus dem Küchenfenster bietet sich ein schöner Blick auf schneebedeckte Berge.

Als sie fertig sind mit frühstücken, geht Gregor auf den Balkon und steckt sich eine Zigarette an. Er steht da und spricht mit sich:

„Ist das schön, mal wieder aus der Großstadt zu entfliehen. Hier ist es so ruhig. Einfach herrlich!“

Plötzlich hört man ein lautes Klappern. Gregor dreht sich um. Er drückt die Kippe aus und geht vom Balkon. Aus seinem Zimmer kommen eigenartige Geräusche. Es hört sich so an, als wäre dort jemand. Gregor macht schnell die Tür auf und schaut sich um. Nichts Außergewöhnliches kann man sehen. Er öffnet die Tür seines Kleiderschrankes.

Gregor nimmt sich frische Sachen heraus und geht unter die Dusche. Er dreht den Wasserhahn auf und fängt an, sich zu waschen.

Allmählich füllt sich der Raum wieder mit diesen eigenartigen Schatten. Sie ziehen sich unter der Tür durch und ranken sich um die Duschkabine.

7

Kapitel 7

„Es gibt keine Geister...“

Gregor geht zitternd aus dem Bad und zieht sich im Flur an. Als er fertig ist, geht er in die Küche und schaltet den Fernseher ein. Er schaut bis spät Abends.

Um 22:00 Uhr geht Gregor dann in sein Zimmer, schaltet das Licht ein und legt sich auf sein Bett. Nach einer Weile sagt er:

„Ich brauch jetzt ein Bier!“

Er steht auf und geht zum Kühlschrank.

„Ein Glück, das sind noch vier Flaschen drin.“

Er nimmt eine und schnappt sich den Flaschenöffner, der auf dem Esstisch liegt, macht sie auf und geht wieder in sein Zimmer. Genüsslich schlürft er an der Flasche und blickt nebenbei auf den Fernseher.

Nach knapp einer Stunde geht er in das Bad und putzt sich die Zähne. Als er gerade dabei ist, hört man ein Knacken aus Richtung seines Zimmers. Er putzt weiter und man hört es ein zweites Mal. Er spült seinen Mund aus, stellt die Zahnbürste zurück in den Becher und geht hinaus. Leise schleicht er über den Flur, zu seiner Zimmertür. Er fasst die Klinke an, drückt die Tür vorsichtig in das Zimmer hinein. Man sieht, dass das Licht aus ist.

„Ich hatte es doch angelassen!?“

Vorsichtig und mit zitternder Hand, greift er nach dem Lichtschalter. Als es angeht, zuckt er. Man erkennt, dass Klamotten auf dem Boden verstreut liegen.

„Scheiße, … was ist da hier? Ich weiß nicht, was ich machen soll. Schreien, abhauen?“

Er legt die Sachen in den Kleiderschrank. Kurz darauf macht er den Schrank wieder zu und setzt sich. Er schlägt die Hände vor sein Gesicht und sagt:

„Was kann es nur sein? Ich bin so ratlos. Ich... ich versuche mich zu beruhigen.“

Er legt sich auf sein Bett. Sein Herz ist zu hören.

„Ich weiß nicht, ob dies alles nur Einbildung ist, oder ob hier in dem Zimmer wirklich etwas faul ist, oder es eventuell sogar spukt?“

Er steht hektisch auf und schaltet den Fernseher ein. Die Zeit vergeht und Gregor beginnt langsam etwas träger zu werden.

„Ich werde besser mit Licht schlafen und dabei den Fernseher anlassen. Hier ist irgendwas.“

Nach einer Weile gähnt Gregor und seine Augenlider scheinen schwerer zu werden. Er schließt sie langsam und nickt ein. Schattengestalten hauchen unter der Tür hindurch und schwarze Fäden hängen wie Spinnweben im Zimmer. Plötzlich hört man ein lautes, metallisches Knacken, das aus Richtung des Schrankes kommt. Gregor schreckt blitzschnell auf. Glänzende Schweißperlen laufen ihm über das Gesicht.

„Ey, ich habe gerade Angst, wie nie zu vor in meinem Leben, was... was ist das, wer ist da?“

Er zieht die Decke weg, schwingt seine Beine vom Bett auf den Fußboden und schlüpft in seine Pantoffeln. Er schreitet zum Schrank, kneift die Augen zu, führt beide Hände an die Griffe links und rechts und reißt die Türen auf. Nervös durchwühlt er die Klamotten. Nach einem Augenblick schließt er den Schrank wieder und sagt mit zitternder Stimme:

„Was bin ich doch für ein Psycho!“

Gregor geht wieder zum Bett. Er setzt sich drauf, zieht seine Hausschuhe aus und legt sich hin.

„Verdammt, irgendwann lande ich noch in der Klapse!“

Gregor greift zu seinem Nachtschrank. Er macht die Schublade auf und fasst nach einem Buch. Er nimmt es raus und schlägt die erste Seite auf.

„Ich werde was lesen... ja Lesen beruhigt bestimmt!“

Gregor blättert eine Seite nach der anderen.

Nach einer Stunde packt er das Buch wieder in den Nachtschrank zurück.

„Ich muss mal pinkeln.“

Wieder zieht er sich seine Puschen an und geht in Richtung der Zimmertür, als auf einmal, wie aus dem Nichts, das Licht ausgeht. Es ist stockfinster. Nur flüchtig kann man einen kleinen Lichtstreifen unter dem Türspalt sehen.

„Das bedeutet, dass es kein Kurzschluss sein kann.“

Er reißt die Tür auf. Wie wild rennt er auf den Flur.

„Ich hab so furchtbare Angst, hier läuft irgendwas schief.“

Der Mann kommt auf dem Flur und fragt:

„Was ist denn mit dir los? Alles in Ordnung? ...Du bist so blass.“

Gregor zittert.

„Ich mag es kaum aussprechen, aber hier spukt es.“

„Das kann ich nicht glauben, du bist doch verrückt. Hast du was genommen, oder bist du besoffen?“

Der Mann drückt Gregor leicht beiseite und schaltet das Licht ein. Man sieht, dass alles in Ordnung ist. Gregor sagt:

„Kein Geräusch, kein Klappern und keine Sachen auf dem Boden, aber ich bin mir sicher, da war was.“

Der Mann sagt:

„An deiner Stelle würde ich mal einen Psychologen besuchen. Ach nein, du bist ja einer.“

Der Mann verschwindet lachend ins Schlafzimmer. Gregor geht in sein Zimmer und legt sich wider auf das Bett. Er macht den Fernseher an.

„Vater hat ja Recht. Mensch, du bist bald Psychologe, es gibt keine Geister.“

Nach einer halben Stunde nickt Gregor ein.

Plötzlich geht das Licht erneut aus. Kurz danach auch der Fernseher. Im Schrank klappert es laut und metallisch. Es hält an. Man hört Gregor brüllen: