TSB - Der Currywurstmord - Roland Blümel - E-Book

TSB - Der Currywurstmord E-Book

Roland Blümel

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  • Herausgeber: BookRix
  • Kategorie: Krimi
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2019
Beschreibung

An einem Samstag im September findet das jährliche Treffen der Thrillerspoilerbande (TSB), einer Facebook-Gruppe von Buchliebhabern, statt. Was entspannt und fröhlich beginnt, entwickelt sich urplötzlich zur Tragödie. Eine der Teilnehmerinnen stirbt nach dem Genuss einer XXL Currywurst. Der Autor, der ebenfalls an diesem Treffen teilnimmt, ruft seine Protagonisten, Kommissar Z und dessen Kollegin, zu Hilfe. Gemeinsam machen sie sich daran, den Fall zu lösen. Schnell kristallisieren sich Verdächtige heraus, doch das Motiv bleibt lange unklar. Erst nach vielen Gesprächen bringen die Ermittler Licht ins Dunkel.

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Seitenzahl: 103

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Roland Blümel

TSB - Der Currywurstmord

Der bisher ungewöhnlichste Fall für Kommissar Z.

Dieses Buch ist den Mitgliedern der Thrillerspoilerbande gewidmet, die mich zu diesem Buch motiviert haben und mit denen ich sehr viel Spaß hatte.BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Titel

 

 

TSB – Der Currywurstmord

Der bisher ungewöhnlichste Fall

für Kommissar Z.

 

 

 

 

 

Impressum

© Copyright by Roland Blümel

Grandweg 100

22529 Hamburg

 

Coverdesign: Roland Blümel

Foto: Peter Fischer

 

 

 

TSB – Der Currywurstmord

Der bisher ungewöhnlichste Fall

für Kommissar Z.

 

An einem Samstag im September findet das jährliche Treffen der Thrillerspoilerbande (TSB), einer Facebook-Gruppe von Buchliebhabern, statt. Was entspannt und fröhlich beginnt, entwickelt sich urplötzlich zur Tragödie. Eine der Teilnehmerinnen stirbt nach dem Genuss einer XXL Currywurst. Der Autor, der ebenfalls an diesem Treffen teilnimmt, ruft seine Protagonisten, Kommissar Z und dessen Kollegin, zu Hilfe. Gemeinsam machen sie sich daran, den Fall zu lösen. Schnell kristallisieren sich Verdächtige heraus, doch das Motiv bleibt lange unklar. Erst nach vielen Gesprächen bringen die Ermittler Licht ins Dunkel.

 

Kapitel 1 – Zwei Tage zuvor

Simone und Peter betraten den Zug, der sie nach Hamburg bringen sollte. Zwar hatten sie schon mehrere solcher Treffen erlebt, aber der Gedanke an die große Weltstadt Hamburg erzeugte ein gewisses Kribbeln. Und wie würde die nächste TSB-Begegnung laufen? Bisher war es immer harmonisch zugegangen und sie hofften, dieses Mal ebenfalls.

Nach mehreren Stunden in einer überfüllten und sehr heißen Bahn erreichten sie den Hamburger Hauptbahnhof und wurden förmlich erschlagen. Menschen über Menschen strömten durch die Wandelhalle und an den Gleisen entlang. Peter musste sich erst einmal setzen und den Eindruck verdauen. Simone hatte Appetit auf eine Zigarette, aber leider war der Raucherbereich, also die zwei mit weißen Strichen umrahmten Quadratmeter, unerreichbar.

Irgendwann beschlossen sie, es Richtung Ausgang zu wagen. Beinahe ohne blaue Flecken oder Schürfwunden erreichten sie die Kirchenallee und ließen ihren Blick nach einem Taxi schweifen. Sie hatten Glück, einer der fünfzig dort wartenden Fahrer ließ sich selbst von Peters finsterem Blick nicht abschrecken und war bereit, seine Fahrgäste einsteigen zu lassen und Richtung Hotel zu fahren.

Nachdem Simone nach fünf intensiven Minuten des Wartens den Namen und die Adresse des Hotels in ihrem legendären Buch gefunden hatte, konnte es auch schon losgehen. Etwa fünfzehn Minuten später erreichten sie ihr Hotel, das Drei-bis-vier-Jahreszeiten in der Waldstraße. Die Beiden stiegen aus, schulterten ihre Koffer und betraten die Lobby.

Nach einer kurzen Rast beschlossen sie, schon einmal das Restaurant "August", das direkt nebenan gelegen ist, aufzusuchen und sich durch die Speisekarte zu arbeiten. Bei heißem Wetter, wie an diesem besagten Tag, hält sich der Appetit bei den meisten Menschen in Grenzen. Aus dem Grund entschied sich Simone für einen kleinen Salat, während Peter die XXL Currywurst sozusagen bildlich ins Auge sprang. Mit gutem Appetit machte er sich daran, diese 380 Gramm schwere Wurst scheibchenweise zu verkleinern. Nach ca. 15 cm Wurst machte sich ein erstes Sättigungsgefühl bemerkbar, nach 18 cm wurde es schwierig, nach etwa 23 cm war es mit dem Hunger endgültig Essig.

»Wenn ich noch ein Stück esse, platze ich«, stöhnte er und lehnte sich im Stuhl zurück.

»Besser nicht«, erwiderte Simone, die ihren Salat längst verputzt hatte. »Nicht, dass es bei dem Treffen noch Tote gibt«, witzelte sie, ohne zu ahnen, was sie da gerade gesagt hatte.

»Genau«, stimmte ihr Peter schmunzelnd bei. »Ich bestell mir dann jetzt noch eine Berliner Weiße in Grün.«

»Was ist denn das für ein Quatsch?«

»Heißt so, ist mit Waldmeister.«

»Aha!«

»Und danach leg ich mich hin und verdau dieses Monster von einer Wurst.«

»Mach das. Ich vertrete mir die Beine.«

So verlief der erste Tag vor dem legendären Treffen der TSB in Hamburg. Etwa sechzehn Stunden später war Peter wieder in der Lage, feste Nahrung zu sich zu nehmen.

Und am nächsten Tag hatten sie die Begegnung der anderen Art, mit mir. Wir trafen uns am Jungfernstieg. Aber davon im nächsten Kapitel mehr.

TSB – Der Currywurst-Mord

Kapitel 2 – Der Tag davor

Wir hatten uns für 15 Uhr im Restaurant "Axel" verabredet, nett an der Alster gelegen mit einem traumhaften Blick aufs Wasser, wenn man denn dort einen Tisch ergattert.

Ich war gerade auf dem Weg, als ich eine WhatsApp von Simone erhielt, wobei man der Nachricht schon ein gewisses Stöhnen entnehmen konnte.

»Wir sitzen schon. Es ist megavoll, wir haben nur noch einen Tisch an der Straße bekommen. Wir sitzen rechts in der ersten Reihe, wenn du davorstehst.«

Ich hatte gerade den Gänsemarkt erreicht und beeilte mich, zum Restaurant zu kommen. Tatsächlich war es voll, der Bereich vor dem "Axel" quoll quasi über vor Menschen. Ich schob mich durch die engen Tischreihen und konnte die Beiden erblicken, die suchend genau in die andere Richtung schauten. Hinter Simone, die mich nicht bemerkte, baute ich mich grinsend auf. Peter hatte mich gesehen und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.

Jetzt hatte es auch Simone bemerkt und begrüßte mich strahlend. Peter und ich drückten uns ebenfalls, wobei er eher mich drückte, aber egal. Ich ließ mich auf einen Stuhl gegenüber nieder und die nächsten zwei Stunden unterhielten wir uns angeregt. Wobei wir uns eher anschrien, um die Geräusche von der Straße, von der Baustelle gegenüber und dem Geschrei der übrigen Gäste übertönen mussten. Der traumhafte Blick auf die Alster blieb uns leider verwehrt, denn wir saßen ja an der Straße und in Richtung Alster stand dummerweise das Restaurantgebäude, das nicht einen Millimeter von seinem Standort abrückte, um uns einen Blick aufs Wasser werfen zu lassen.

Dennoch konnten wir uns gut unterhalten, mussten zwar den einen oder anderen Satz wiederholen, doch das war nicht so schlimm. Sie berichteten ausführlich von ihrer Anreise und dem gestrigen Tag. Wie hätte ich es sonst als Ich-Erzähler dieses Romans auch so detailliert beschreiben können. Ansonsten unterhielten wir uns über Gott und die Welt und, man ahnt es schon, über die Currywurst. Peter hatte die Wurst noch im Originalzustand abgelichtet und zeigte sie mir stolz auf seinem Smartphone.

»Ein Riesending«, begann er. »Ich kann zwar schon viel essen, aber die habe ich nicht geschafft.«

Ich nickte verstehend. »Ganz schön groß und so eine Wurst ist ja etwas anderes.«

»Inwiefern anders? Weil sie so groß ist?« Peter stutzte.

»Jaja, wegen der Größe und wegen des Gerüchts!« Ich schaffe es in solchen Situationen immer wieder, ernst zu bleiben.

»Was denn für ein Gerücht?« Nun waren beide alarmiert.

»Ach, ich will euch jetzt nicht mit ollen Kamellen beunruhigen.« (Das ist norddeutsch bedeutet sowas wie "alte Geschichten".) Ich blickte teilnahmslos auf die Straße.

»Welches Gerücht?« Peters Stimme nahm einen leicht schrillen Klang an.

»Also früher hat man mal behauptet, dass das Fleisch darin nicht ganz, sagen wir mal, koscher sein soll.«

»Nicht koscher? Also kein Schwein?«

Ich nickte.

»Rind?«

Kopfschütteln. »Rind ist koscher!«

»Ziege? Pferd?«

Ich schwieg. (Anmerkung der Redaktion: Ziege ist koscher, Pferd nicht). Die Beiden sahen mich ratlos an.

»Angeblich sind in dem Restaurant ein paar Gäste spurlos …« Ich brauchte den Satz nicht zu beenden. Simone und Peter entgleisten bereits beim Anfang des Satzes die Gesichtszüge. Als Peter anfing zu würgen, konnte ich nicht mehr an mich halten.

»Keine Bange, das war ein Scherz! Alexandra meinte, das wäre doch ein nettes Detail in einem Thriller.«

»Also stimmt es nicht?«, fragte Peter mit neuer Hoffnung in der Stimme.

»Quatsch, natürlich nicht. Ihr müsst bedenken, Ihr sitzt hier mit einem Krimi- und Thrillerautor zusammen. Dem geht manchmal die Fantasie durch.«

Simone und Peter atmeten spürbar auf.

»Übrigens, ich habe Hunger. Wollen wir uns etwas zu essen bestellen?«, fragte ich übergangslos.

Komischerweise beeilten sich die Beiden zu versichern, dass sie momentan gar keinen Hunger hatten. Schon gar nicht auf Currywurst.

Nach zwei Stunden verabschiedeten wir uns und Simone und Peter wollten sich mit ein paar anderen Bandenmitgliedern treffen, die irgendwo bei einem Asiaten saßen. Gibt es da nicht auch nicht koscheres …? Ach, ich lass es lieber.

Wir freuten uns auf das Treffen am nächsten Tag und ich versprach, nicht weiter über den möglichen Inhalt von Currywürsten zu sprechen.

Kapitel 3 – Immer noch der Tag davor

Parallel zu unserem Treffen am Jungfernstieg waren weitere Bandenmitglieder in Hamburg eingetroffen und machten sich auf den Weg in ihr Hotel. Die sieben Banditinnen checkten gemeinsam im Hotel ein. Da sie sich lange nicht gesehen hatten, war die Freude natürlich groß und man hatte sich viel zu erzählen. Das Ganze muss sich in etwa folgendermaßen abgespielt haben. Ich habe die Begebenheit im Rahmen der Verhöre am nächsten Tag geschildert bekommen.

Die Frauen betraten miteinander schwatzend und äußerst ausgelassen die Lobby und wurden von einem Hotelmitarbeiter, zunächst noch freundlich, begrüßt.

»Guten Tag, die Damen, was kann ich für Sie tun?«

Mitten in das Gespräch der Damen und ihr Gelächter schaffte es Stephanie noch zu erwidern:

»Wir haben ein Zimmer reserviert!«

»Ein Zimmer! Für sieben Personen?«

Zählen kann er, alle Achtung!

Gelächter! »Nein, natürlich für jeden eines.«

»Ah, okay, dann brauche ich Ihre Namen!«

Seine Worte prallen an einer Gesprächswolke von sieben Frauen ab.

»Was?« Stephanie bemüht sich um Konzentration.

Er erklärt es noch einmal, inzwischen leicht gereizt. Nach wenigen Minuten ist diese Prozedur geschafft und jeder erhält die Information, dass die Zimmer im 5. Stock liegen und überreicht mit einer Erklärung, die im allgemeinen Sprachgewirr untergeht, eine Schlüsselkarte.

Erleichtert, dass alles so reibungslos geklappt hat, nehmen die sieben Karte und Gepäck an sich, vier von ihnen schieben ihre Koffer und einen Rollstuhl zum Lift und steigen ein. Eine, wer das getan hat, lässt sich hinterher nicht mehr genau feststellen, drückt auf die Fünf und der Fahrstuhl setzt sich in Bewegung. Als sich die Tür öffnet, stellen sie überrascht fest, dass sie in der Tiefgarage gelandet sind. Jedenfalls sieht es nicht nach einer Etage mit Zimmern aus. Dafür stehen dort zu viele Autos. Apropos stehen: Vor dem Fahrstuhl steht ein Paar, das gern nach oben möchte. Da der Lift mit vier Personen, Koffern und einem Rollstuhl schon seine Kapazitätsgrenze erreicht hat, verabredet man sich, dass ein erneuter Versuch unternommen wird, den 5. Stock zu erreichen, um danach die Gäste aus der Tiefgarage abzuholen.

Wieder wird Kontakt zum Knopf mit der aufgedruckten Fünf genommen und der Fahrstuhl setzt sich in Bewegung. Anscheinend hat der Lift das Signal missinterpretiert, denn er hält nicht in der 5, sondern legt noch einen drauf. Unglücklicherweise steht auch dort ein Hotelgast, der gern nach unten fahren möchte. Da es den vier Frauen nicht möglich war, zwischendurch Ballast loszuwerden, muss sich auch dieser Gast gedulden.